Freitag, 20. Mai 2011

Schöner reisen mit der Bahn














Nach den ausgiebigen Biertests am Vortage standen heute glücklicherweise keine ausgedehnten Wanderungen an, nur eine Fahrt mit der Eisenbahn. Der Bahnhof von Flåm ist auch nur 400 Meter weit entfernt, das sollte auch mit Restalkohol zu schaffen sein.

Die Flåmsbana ist wohl eine der berühmtesten Bahnstrecken der Welt, eine technische Meisterleistung, die auf 20 Kilometern Strecke einen Höhenunterschied von mehr als 860 Metern bewältigt. Getoppt wird das nur noch von den technischen Meisterleistungen, die von der Natur Slartibartfass vollbracht wurden, um diese Landschaft zu modellieren.
So ganz billig ist das Vergnügen nicht, sich an den Naturschauspielen vorbeikutschieren zu lassen, für die   Strecke Flåm – Myrdal – Flåm zahlt man als Erwachsener satte 350 Kronen, also fast 50 Euro. Die Fahrzeit  beträgt dabei jeweils eine knappe Stunde, inklusive einem kurzen Halt am Wasserfall Kjosfossen, den man sich auf einer Plattform stehend näher ansehen kann, sofern man nicht wasserscheu ist.

Morgen ist dann wieder schöner reisen mit dem Auto dran, und der Routenplaner sorgte für eine nette Überraschung, denn höchstwahrscheinlich kommen wir an einer Tankstelle vorbei, an deren angeschlossener Burgerbude es den weltbesten 250 Gramm Hamburger gibt. Davon konnten Herr L.und ich uns vor einigen Jahren überzeugen. Er war sich auch gerade ziemlich sicher, die Tanke bei Streetview gefunden zu haben. Ich bin zwar nicht felsenfest überzeugt, aber sollte er richtig liegen, dann kostet mich das morgen einen Burger.






























Donnerstag, 19. Mai 2011

Grandios, alles














Grandios ist nicht nur der Ausblick von unserer Terrasse der Flåm Marina Appartements, grandios war auch die Anfahrt per Fähre durch den Sognefjord, davon wird es sicher später noch ein paar Bilder zu sehen geben. Grandios auch die sechs verschiedenen Biersorten der kleinen Privatbrauerei, die wir besichtigen mussten, da unser Appartement noch nicht hergerichtet war.
Wir haben zwar nur drei der äußerst gehaltvollen Sorten durchprobiert, aber das genügt um über den Rest dieses Tages den Mantel des Schweigens zu breiten. 

Mittwoch, 18. Mai 2011

Gletschwandern Tag 2














Zwei Übernachtungen waren ursprünglich nur eingeplant, dann sollte die Tour weitergehen, doch die Umgebung hier ist einfach zu reizvoll. Die Wanderung zu weiteren Ausläufern des Jostedalbreen musste ich leider nach einer halben Stunde abbrechen und die Jungs alleine laufen lassen. Den Muskelkater vom Vortag ignorieren, das wäre wohl noch gelungen, aber die ewigen Einbrüche auf den zahlreichen Schneefeldern erwiesen sich nach kurzer Zeit als Gift für mein linkes Kniegelenk.
Wenigstens war die Sonne am späten Nachmittag so freundlich, unsere direkt am Bach liegende Terrasse für eine volle Stunde zu erwärmen. Überhaupt ist dieser Campingplatz Gold wert, noch weit mehr die nette Besitzerin Astrid, für die wir eigentlich noch Blumen besorgen wollten, so begeistert waren wir von Empfang und Service. Prinz William der Frischverheiratete von Engeland soll den auch schon einmal genossen haben, allerdings noch ohne weiblichen Anhang.
Der Blumenstrauß wird aber wohl Absicht bleiben müssen, da unsere Fähre auf der nächsten Etappe nach Flam schon um 9:30 ablegt, darf ich morgen früh um 6 aufstehen, so etwas nennt sich Urlaub.

Dafür gibt es in den nächsten Tagen endlich adäquate Verkehrsmittel zu den landschaftlichen Attraktionen, Fähre und Bahn versprechen ein wenig Erholung für die strapazierten Knochen und das Appartement direkt am Fjord einen nicht weniger schönen Ausblick als den obigen. Der wird in den nächsten Tagen sicher auch hier zu sehen sein, vorausgesetzt ich bekomme dort einen Internetzugang. Informationen darüber sind in Norwegen leider selten vorhanden.   

Dienstag, 17. Mai 2011

Muskelkater garantiert, Folgeschäden inbegriffen















Als eher unterdurchschnittlich trainierter Flachlandeuropäer in gesetzterem Alter sollte man sich eine Gletscherwanderung lieber ersparen. Die Ausrüstung, die vor der Hütte am Parkplatz vom Gletscherführer gerade an eine Gruppe verteilt wurde, sah in meinen Augen schon sehr nach Extremsport aus. Den Gedanken uns anzuschließen haben wir dann auch gemeinsam verworfen.
Wir hätten auch völlig verkackt, als die ihre ersten Schritte auf dem Eis des Nigardsbreen machten, hatten wir gerade einmal die Hälfte des Weges zum Gletscher hinter uns. Wandern wird ja von vielen als Altherrensportart gesehen, vor allem von den Leuten, die einen Spaziergang durch den Sachsenwald am Sonntag Nachmittag schon als Wanderung bezeichnen. Wenn ich ehrlich bin, zählte ich vor ein paar Jahren ebenfalls zu dieser Spezies. Wobei es mir natürlich nicht im Traum eingefallen wäre, mehrere Stunden durch den Sachsenwald zu laufen. Wandern ist so .. langweilig.
Sehenswürdigkeiten erreicht man bequem mit dem Auto, mit Bus, Bahn, oder wenigstens mit der Seilbahn, das war ich so gewohnt. Hinfahren, staunen, genießen, ein paar Fotos machen und wieder wegfahren. In wenigen Ausnahmen ist vielleicht ein längerer Fußmarsch auf "Wanderwegen" erforderlich, auf jeden Fall aber läuft man auf ausgebauten Wegen, alles andere ist Bergsteigen. Schließlich heißt es ja wandern, und nicht klettern.
Die Norweger zumindest spielen da nicht mit. Wer die Naturschönheiten nicht nur aus der Ferne betrachten will, der muss sich durch die Landschaft kämpfen, so wie Gott Slartibartfass sie schuf. Ein Weg ist ein Weg, wenn er als ein solcher gekennzeichnet ist, dafür reicht unter Umständen auch schon ein längst verblasster Buchstabe auf einem Felsbrocken, den man vor Jahren einmal draufgepinselt hat. Ganz selten bekommt man auch Hinweise wie Holztreppen, Brücken oder gespannte Stahlseile, das sind dann die Stellen, an denen man ohne Bergsteigerausrüstung höchstwahrscheinlich scheitern würde.
Den Weg zu einer der Gletscherzungen des Jostedalsbreen, des größten europäischen Festlandgletschers, hätte ich jedenfalls niemals als Wanderweg bezeichnet. Felsen hochklettern, durch Wasserläufe waten, Felsen wieder runterklettern, über Schneebrücken laufen (und dabei einbrechen) ist keinesfalls etwas, was ich mit dem Wort "Wanderung" verbunden hätte.

Gelohnt hat es sich trotzdem, ich habe einige Dinge zu schätzen gelernt an diesem Tag. Wanderstöcke zum Beispiel, eine großartige Leihgabe des lieben Mr T., ohne die ich völlig verloren gewesen wäre, habe ich bisher völlig zu Unrecht unterschätzt. Wasserfestes Schuhwerk ist nicht nur bei Hamburger Wetter ungemein nützlich und die äußerst seltsame norwegische "Villa" Brause, das Lieblingsgetränk von Mr. T, kann man tatsächlich trinken, wenn man die angebrochene Flasche mit ganz viel Gletschereis wieder auffüllt, was allerdings ein ziemlich mühsames Unterfangen ist.
Und nicht zuletzt meine Versicherung, die den sauteuren Schrotthaufen bezahlen muss der einmal meine Brille war. 



Sonntag, 15. Mai 2011

Alles ziemlich lahm hier

 

400 Kilometer in 10 Stunden, das hört sich nach grauenhaften Staus auf deutschen Autobahnen an, ist aber ein ziemlich guter Schnitt in Norwegen. Dabei mussten wir auf der Strecke nur eine einzige Fährverbindung nutzen, über den Sognefjord, und die hat nicht einmal 20 Minuten gedauert.
Die Hauptursachen für den augenscheinlich miserablen Durchschnitt von nur 40 Kilometern in der Stunde sind aber nicht die manchmal nötigen Fährverbindungen, auch nicht der Zustand der Straßen hier. Obwohl die Straßenbaustellen sehr viel abenteuerlicher sind als in Deutschland, da kommt richtiges Rallyefeeling auf. 

Hauptursache für den lahmen Schnitt ist Norwegen selber. Man ist kaum 10 Minuten unterwegs, da muss man auch schon wieder anhalten. Weil der nächste Fjord, der nächste See, der nächste Wildbach, Wasserfall oder sonst irgend etwas einfach einen längeren Blick erfordert, als den aus einem fahrenden Auto. Und schon steht man wieder. 

Natürlich bekommt man auf diese Weise keinesfalls einen Schnitt von 40 km/h zustande, den erreicht man erst, wenn man an Fjorden, Seen und Wasserfällen so viel Zeit verballert hat, dass man die letzten 100 Kilometer wie blöde Gas geben muss, um sein Ziel überhaupt noch zu erreichen. Was äußerst ärgerlich ist, weil man die tollsten Wildbäche, Wasserfälle, Seen etc. selbstverständlich erst auf den letzten 100 Kilometern zu sehen bekommt.
Sieht ganz so aus, als müssten wir morgen wenigstens eine Teilstrecke wieder zurückfahren. Bevor oder nachdem wir uns den größten europäischen Festlandgletscher angesehen haben.

Das Internet hier oben ist allerdings wirklich lahm, daher gibt es Fotos dieser Strecke erst später zu sehen.







Samstag, 14. Mai 2011

Unter der Brücke














Ziemlich heftig geht es zu, unter der längsten Brücke Europas. Blue Suede Shoes in der Observatory Lounge, einen Stock tiefer der Nachtclub mit Discostampf, Rockmusik in der Einkaufszone und in der Magic Show Lounge eine weitere Liveband, die uns allerdings nach kurzer Zeit mit Whitney Houston, Ob La Di Ob La Da und ähnlich furchtbaren Klängen vertrieb.
Der Alkohol fließt in Strömen, sofern man sich für Bier entscheidet, die Color Line Cocktails sind allesamt recht bunt und teuer, aber harmlos.
Schlendert man durch das Einkaufzentrum oder die Restaurantmeile, glaubt man kaum sich auf einem Schiff zu befinden, richtig imposant ist das Restaurant im Heck, mit herrlichem Ausblick auf das Meer (und imposanten Preisen für die 4 bis 6 Gänge pro Menü). Ähnlich nette Ausblicke bietet wahrscheinlich auch das Schwimmbad "Aqualand" - leider nur für Kinder und erwachsene Begleitpersonen.
Um 10 Uhr soll der Kasten in Oslo festmachen, viel zu wenig Zeit um noch den Golfsimulator zu testen, von den übrigen Bars und Restaurants ganz zu schweigen.
Wer sich nicht sicher ist, ob eine Kreuzfahrt der richtige Urlaub ist, der kann das gut testen auf einer Überfahrt nach Norwegen, auch wenn die günstigen Kabinen nicht ganz dem Standard eines Kreuzfahrers entsprechen dürften, das restliche Programm an Bord ist ziemlich nett. Nur Internet@Sea ist lahm und teuer, aber man gönnt sich ja sonst nichts.
Schreibmusik: Irgend ein Stück von Ringo Starr das ich nicht kenne, aber die Band ist tatsächlich ziemlich gut, jedenfalls für Color Line Verhältnisse.

Freitag, 13. Mai 2011

Liebe ist im Angebot
















50% billiger. Nicht etwa in den Bordellen auf dem Kiez, auch nicht auf Flatratepartys im Vorstadtpuff, nein, bei Penny um die Ecke. 99 Cent, ein Schnäppchenpreis, sogar für ungeliebte Arbeitslose.
Einzig das Abgabegewicht macht etwas stutzig, denn für 12 Gramm wird die gleiche Summe verlangt wie für 150 Gramm. Gibt es da Qualitätsunterschiede? Bekommt man für den knappen Euro 12 Gramm Leidenschaft, Sinnlichkeit und Herzklopfen, während die 150 Gramm nur auf eine oberflächliche Liebschaft hinweisen, die dafür etwas länger anhält?  Gibt es noch andere Optionen? Kann man das vielleicht mischen, also die 150 Gramm Liebelei mit, sagen wir mal, 48 Gramm Leidenschaft aufpeppen? Damit lägen wir noch unter 5 Euro.
Sind Kondome eigentlich inbegriffen?

Lauter Fragen, die ich leider nicht beantworten kann, denn das Foto ist nicht von mir gemacht worden. Der Dank für die Entdeckung geht an Herrn H. aus A.

Meine Entdeckung: Hot Tuna - Steady As She Goes