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Sonntag, 21. Oktober 2018
Zimmer ist braun-weiß
und rot natürlich auch, rot muss dabei sein. Schon weil es das Sofa nicht in braun gab, aber auch sonst.
Einer der wenigen großen Vorteile des Daseins als Single, man muss beim Renovieren auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen. Es ist kein Problem mehr wenn die CD Sammlung eine halbe Wand einnimmt, man kann die Seitenwand des Regals von oben bis unten mit Stickern des magischen FC vollkleistern, sich ohne Diskussionen eine große Schwenkfahne über die Couch hängen und eigentlich könnte man die Wände auch gleich in einem netten Braunton streichen, für ein Raucherzimmer ist das bestimmt auf Dauer von Vorteil. Das war die Idee, vor zwei Jahren eigentlich schon, und sie war gut.
Durch die vielen neuen Regale kann ich jetzt Bücher sogar nach Themen sortieren, die Comics endlich aus der dunklen Kammer befreien und habe am Ende sogar noch genug Platz, um nerdigen Kram zu beleuchten den ich mir erst kaufen musste, um ein paar Schreine zu bauen. Einen für Geralt, Cirilla und Rittersporn, einen für Bruuuuce und einen Schrein vom Verein.
Da der Wohlfühlfaktor im am häufigsten genutzten Zimmer nicht zuletzt von der Bequemlichkeit abhängt sind alle Latüchten selbstverständlich per Fernbedienung bedienbar, außer der Schreibtischlampe natürlich, das wäre etwas albern gewesen. Die hat ebenfalls einen praktischen Platz im Regal gefunden, wodurch ich inzwischen in der Lage wäre hier einen 32 Zoll Monitor hinzustellen. Ein Gedanke dem ich vielleicht folgen werde, aber erst wenn Junior seine Karre durch den TÜV gebracht hat.
Wäre für die Aktion nicht der komplette Jahresurlaub draufgegangen hätte ich mich bestimmt noch ein wenig mehr gefreut, aber am Ende hat sich der Aufwand gelohnt. Den ersten Gästezimmertest hat es jedenfalls unbeschadet überstanden und die Regalwand zur Wand der Nachbarn ermöglicht es scheinbar immer noch, Nachts um 3 bei leicht erhöhter Zimmerlautstärke Monster zu erschlagen oder die neue CD zu hören. Alles perfekt.
Fotos dazu: Schrankwand / Schrein von Geralt / Schrein von Bruce, Nikon D7200, Sigma 10-20mm
Musik dazu: Ry Cooder - The Prodigal Son
Sonntag, 28. Februar 2016
Heiter mit Aussicht auf Palettenberge
Eine golden strahlende Kugel am wolkenlos blauen Himmel lässt Licht und Wärme durch das Schlafzimmer fluten. An einem Sonntag! Heißa, das hamwa lange nich geseh'n. Dazu noch flockige sieben Grad plus auf der Celsiusskala, schon fast T-Shirt Temperatur, was könnte man da nicht alles machen. Sich irgendwo ans Wasser setzen und ein Käffchen trinken, anner Alster anner Elbe oder Bill. Mit der Kamera am Hafen entlang schlendern, ein Fischbrötchen in Nuggis Elbkate essen und anschließend mit der Fähre nach Finkenwerder fahren für ein rosa Pampelmuseneis zum Dessert.
Oder auf die Insel, sich durch den Urwald im Heuckenlock schlagen, im Sommer bei hohen Temperaturen sicherlich anstrengender und mit garantiert hohem Aufkommen diverser Stechmückenarten. Man könnte versuchen im Eppendorfer Moor den Zilpzalp vor die Linse zu bekommen, oder den Straußblütigen Gilbweiderich, falls der überhaupt schon straußblütet um diese Jahreszeit. Alternativ kann man natürlich auch aus dem Bürofenster gucken bis die rote Sonne hinter den Palettenstapeln versinkt. Nicht ganz so romantisch vielleicht wie auf Capri, aber wenigstens wird's bezahlt.
Und die Sonnenuntergänge hier sind echt ziemlich hübsch. Hätte ich schon längst mal fotografiert, würden diese Palettenstapel nicht so furchtbar stören.
Mittwoch, 24. September 2014
Arsch aufreißen macht glücklich
Vorspiel
Dienstag 17:30, diese schwachsinnige Ansetzung für ein Fußballspiel hatte ich schon fast verdrängt, nachdem der Termin in der letzten Saison auf ein Auswärtsspiel fiel. Dazu kostet mich das Ding locker fünf meiner mühsam erackerten Überstunden und wird dadurch auch gleich zum teuersten Saisonspiel überhaupt, für das Geld bekäme man fast schon VIP Plätze mit Bierversorgung. Auf denen könnte ich dann locker meine Hopfenkaltschalen schlürfen und die lädierten Kniegelenke schonen, die ich heute vor dem Spiel mit Schmerztabletten besänftigen werde. Vielleicht hilft das ja auch gegen die Schmerzen, die ich in letzter Zeit beim Anblick der Spiele verspüre.
Der nächste Schock folgt um die Mittagszeit. Mein geschätzter Kollege hat ganz plötzlich einen nicht verschiebbaren Termin, darf ohnehin nicht so lange arbeiten weil er schon um 6 Uhr angefangen hat und blabla.. Fußball? Hatte er nicht mehr auf der Rechnung. Hätte er gestern was gesagt wär´s kein Problem gewesen, aber das war so nicht abgemacht. Ich bin stinksauer, dabei habe ich mich vor zwei Tagen selber noch gefragt ob man sich das antun muss, etliche Stunden mit schmerzenden Gelenken im Stadion zu stehen, um ausgerechnet gegen Braunschweich die wahrscheinlich nächste Heimniederlage ertragen zu müssen. Schlimmer noch als die gewöhnliche Heimniederlage sind die gegen Mannschaften mit ätzenden Nazifans, da wird mir regelmäßig kotzelend hinterher.
Und jetzt? Nicht einmal das Notebook habe ich mit, also nix mit AFM Radio. Der Basis St.Pauli Ticker geht nicht auf dem Firmenrechner, bleibt nur der blöde Mopo-Ticker oder ähnliches. Was für ein Scheißtag. In Gedanken spiele ich alle möglichen Szenarien durch, die es mir ermöglichen würden das Spiel zu sehen, zur Not würde ich direkt von der Firma aus mit dem Auto, zur Not auch wieder zurück... aber nix geht ohne Ablösung.
Die Rettung erfolgt ausgerechnet durch eine Raute. Die einzige Raute, die ich ein wenig ins Herz geschlossen habe und die weiß wie wichtig Fußball ist, sorgt für meine Ablösung und organisiert eine auch für den Betriebsrat akzeptable Regelung, ich kann den Laden um 15:30 verlassen. Zeit genug für den nötigen Bankautomaten, nach Hause, umziehen, zwei Aspirin einpfeifen und los.
Auf dem Handy eine SMS von Koschi, die Tresenkurve ist heute nicht im Stadion. Das ist blöde, gerade heute hatte ich mir vorgenommen mich zu den Jungs in die Meckerecke zu stellen. Dann kann das Handy auch gleich zu Hause bleiben, Herrn L. kann ich am Stadion eh nie erreichen.
17 Uhr Millerntor, 17:05 Bier, 17:10 auf meinem Platz, direkt vor den Sitzplätzen des Fanclubs ist sogar noch ein Stück Wellenbrecher frei. Kaum zu glauben, so beschissen wie der Tag angefangen hat.
Daggi spaziert mit dem Mikro auf dem Platz rum und kündigt die Gästehymne an. Wieder so ein Lala-Schlager mit bissl Gitarre, aber immerhin eleggdrische Gitarre. Die Farben weiß und blauuu *jaul* wieso nicht gelb? Braunschweig ist doch blau und gelb. Mein Nachbar fängt an zu lachen, "das ist die Hymne von Atzensechzig" grinst er und da hat es die Regie auch schon erkannt und entschuldigt sich bei den Braunschweiger Fans, nächstes mal eben. Klingt eh alles gleich das Zeug.
Unsere Mannschaftsaufstellung hingegen ist überaus ungewöhnlich. Startsev aus der U23 in der Startelf, mit Tjorben Uphoff ein ganz neues Gesicht auf der Bank, Okan Kurt auf dem Platz und - Lasse Sobiech neben Ziereis in der IV, dabei hat Lasse doch kaputten Zahn, kaputte Rippe und kaputten Finger. So übel ist das also schon mit den Verletzten, dass wir hier mit einer angeknacksten Notelf auflaufen müssen? Das kann ja heiter werden, aber mit den Jungs ist wenigstens kein 7:1 zu befürchten, denn dann tät ich mir echt Sorgen machen.
Spiel (1)
Das Herz von St.Pauli empfand ich schon mal als leidenschaftlicher gesungen, da sind mehr skeptisch auf den Rängen. Die Spieler bilden einen Kreis vor dem Anpfiff und Tschauni schwört sie ein, das sieht schon mal aus, als wollten sie heute endlich was reißen.
Und das sieht auch gleich nach Einsatz aus auf dem Rasen, Braunschweig presst zwar früh und kommt mehrfach vor den Strafraum, aber die Jungs halten dagegen, setzen den Bällen nach, zeigen Laufbereitschaft und das wird durch Chancen belohnt, wir kriegen zwei Ecken am Stück, Buballa ist heute sehr fix unterwegs, endlich sieht man mal was von seiner Schnelligkeit und Lasse ist bei Kopfbällen im Strafraum immer gefährlich. Zwischendurch muss Tschauni mal nachfassen, was bei mir für leichte Nervosität sorgt, das hätte ins Auge gehen können.
Kurz darauf rasselt Buballa mit einem Braunschweiger zusammen und bleibt liegen. Bleibt lange liegen. Mit Sanitätern, verdammt.
Er ist noch nicht wieder auf dem Platz, da bringt Daube eine Ecke rein die an Freund und Feind vorbeisegelt, bis Kringe die Pille wieder fein zurück verfrachtet, auf den Kopf von Lasse Sobiech, 1:0. Jaaaaa. Woohoo, wie geil ist das denn, wir führen. Gegen Braunschweich! Mit einer super Notelf, die Jungs hauen sich weiter rein wie verrückt. Defensiv sind wir echt bissig heute, endlich mal. Sobiech schädelt hinten alles raus was hoch ankommt und Startsev ackert wie ein Irrer, die beiden sind die auffälligsten Spieler. Ein Neuling und ein Angeknackster. Nach vorne geht allerdings wenig, da sind nur Kringe und Ratsche auffällig, Nöthe versucht es hin und wieder über die Seite, aber zwingende Chancen ergeben sich nicht. Verhoek wie immer mit viel sinnlosem Einsatz, rennt wie verrückt, kommt nix bei raus. Was ist denn bitte mit Ante Budimir?
Schiri Sippel (ich hab mich tatsächlich mal vorher informiert wer heute pfeift, nach den letzten Erfahrungen) ahndet eine derbe Sense gegen Ratsche nur mit dem erhobenen Zeigefinger, dafür kann man ganz locker gelb geben Herr Sippel.
Nach einer halben Stunde muss Buballa raus, der Zusammenprall vorhin war heftiger. Scheiße verdammte, jetzt war der echt mal ein Aktivposten und dann so ein Mist, noch einer mehr für das Lazarett. Lenny kommt, klar, wer Linksverteidiger spielen kann, der kann auch Rechtsverteidiger spielen, auch wenn er eigentlich Stürmer ist.
Kann er tatsächlich, er macht das was alle anderen machen: rennen, kämpfen, grätschen, kompromissloser Einsatz, yeah. Wenn man es mit "spielen" nicht schafft, dann eben so. Klappt das reibungslos kann man es irgendwann später wieder mit spielen versuchen, in diesen Zeiten ist Einsatz angesagt. Das wird von den Rängen entsprechend honoriert, es ist heute mal wieder anständig laut im Kessel. Eine erste Halbzeit die Mut macht, so dolle ist das nicht was Braunschweig zeigt bisher.
Zwischenspiel
Besorgungen kann ich mir sparen, der Dartmeister reicht von den Sitzplätzen frisches Bier nach unten, ein Service der bei den Nachbarn auf neidvolle Bewunderung stößt. Ich weiß halt, warum ich hier stehe. Sehr viel an Tapeten und Transpis gibt es heute nicht zu sehen, der übliche "Gruß" an die Braunen unter den Braunschweichern fehlt aber nicht. Zeit für eine Sportzigarette, habe ich in der ersten Halbzeit vor Aufregung ganz vergessen, das ist mir lange nicht passiert. Diskussionen mit den nicht Bier holenden Nebenleuten, nee, Fußball ist das nicht unbedingt heute, aber hey, es wird gesungen, gebrüllt, gepöbelt und auf dem Rasen wird gekämpft, was will man mehr? Über den Kampf zum Spiel finden, wer hat das nochmal propagiert? Dauert bei uns wahrscheinlich noch ein halbes Jahr bis das klappt, aber Meggi macht das schon. Natürlich wäre mir ein gepflegtes Kurzpassspiel mit schön herausgespielten Torchancen auch lieber, aber mal ehrlich, so oft gab es das am Millerntor nun auch nicht. Momentan reicht es mir, wenn sich die Jungs da unten über 90 Minuten den Arsch aufreißen, das macht mich schon ganz glücklich.
Spiel (2)
Sie wollen mich weiter glücklich machen, und alle anderen auch. Es ist immer noch kein attraktives Fußballspiel, weil auch Braunschweig nicht viel gegen unsere Defensive einfällt. Aber es macht einfach Spaß zu sehen, wie sich die Jungs reinhauen. Gerade die jungen Jungs, Kurt und Startsev sind sowas von Klasse, Startsev zeigt null Nervosität bei seinem ersten Spiel und das vor dieser Kulisse, Lasse sorgt weiterhin für Lufthoheit. Die Abwehr steht sicher, doch ein zweites Tor wird hier nicht fallen wenn Verhoek da vorne alleine rumkaspern muss. Da kommt nix in die Box. Dafür kommt was auf den Kasten von Tschauner, und was für ein fieses Ding. Er steht etwas zu weit vor der Kiste, kann die Bogenlampe gerade noch über die Latte lenken. Macht kein Scheiß Leude, denkt an mein Herz.
Noch eine halbe Stunde und ich bin völlig heiser, so viel Gesang geht ganz schön auf die Kondition. Die ganze Kurve singt und tanzt für Dich ist eindeutig der Fangesang des Jahres, den mag und singt sogar die Gegengerade. Vom Dartmeister gibt es ein frisch gezapftes Bier für den Endspurt, noch 30 Minuten alles geben. Meine Knie schmerzen überhaupt nicht mehr, Adrenalin plus Aspirin ist eine feine Kombination, drogt total.
Enis Alushi kommt ins Spiel, nach den üblichen 70 Minuten muss Flo Kringe vom Platz. Wird immer gerne angemerkt, dass der Mann nur Luft für 70 Minuten hat, aber so lange es solche 70 Minuten sind wie heute ist mir das wurst, Kringe ist inzwischen der letzte Rest Erfahrung auf dem Platz. Die Abwehrschlacht tobt weiter, wenn wir doch nur kontern könnten. Schnelles Umschaltspiel, das haben wir mal beherrscht. Zumindest konnten wir das deutlich besser, eigentlich war das sogar alles was wir konnten. Muss Meggi überall dran arbeiten. Verhoek fällt inzwischen nur noch auf wenn er fällt, ich hoffe beim nächsten Spiel ist Ante die Kante für ihn drin, dessen Spielweise gefällt mir deutlich besser. Ratsche ist ebenfalls super engagiert, aber leider viel zu ungenau im Abspiel, ein Fehlpass nach dem anderen.
Noch 10 Minuten, Braunschweig hat inzwischen dreimal gewechselt, hat aber keine Auswirkungen auf das Spiel, die Mauer steht, das wenige was durchkommt ist zu harmlos für Tschauner. Kann das bitte noch zehn Minuten so bleiben? Keine Konzentrationsschwäche, kein dummer Fehler in den letzten Minuten? Die ganze Kurve singt und tanzt für dich, immer noch und immer lauter. Ich hab mich lange nicht so gut gefühlt, das darf gerne so bleiben.
Es gibt Spiele, da sieht man häufiger auf die Uhr, aber so oft wie heute habe ich selten geguckt. Kurz vor Schluss geht Okan Kurt vom Platz, für ihn kommt Tjorben Uphoff. Dann sind die 90 Minuten um und Sippel gibt 4 obendrauf. Maaan, Sippel. Naja, kann man vertreten die Zeit, wenn man ehrlich ist. Keine glatte Fehlentscheidung immerhin, und davon waren heute wieder einige im Programm. Fällt nur kaum noch negativ auf, wenn man mal so einen Kasper gehabt hat wie den Doktor gegen München.
Noch eine Braunschweiger Attacke, die geht ins Leere und dann ist Schluss. Endlich. Woohoo, gewonnen, drei hart erkämpfte Punkte. Alles hart erkämpft heute, kein spielerischer Fortschritt, aber eine Einstellung mit der man noch ein paar Punkte holen kann bis es mit dem Spiel wieder klappt. Meggi macht das schon. Und Lasse wird gekauft nächstes Jahr, die Rauten können mit Talenten eh nicht umgehen. Bei uns dürfen sie Ligaluft schnuppern und das ist gut so.
Nachspiel
Die Sitzplätze sind ratzfatz geräumt, vor ein paar Jahren hat man den Dartmeister nach dem Spiel noch draußen vor dem Astrawagen getroffen, man wird halt älter. Vor mir krebst ein Rastamädel rückwärts die Treppe runter. "Was´n das für´ne komische Art der Fortbewegung?" sag ich. "Ich hab mir den Fuß gebrochen" antwortet sie. Ah, das ist Mist, kann ich gerade gut nachvollziehen. Ist aber natürlich kein Grund nicht ins Stadion zu gehen. Weil aber andere Leute nicht ins Stadion gehen und Herr L. bei einer kurzen Visite vor dem Fanladen nicht aufzufinden ist geh ich halt ohne Abschlussbier nach Hause. Tresenkurve: Ihr Luschen :P
Glückliche Gitarren: Ride - Nowhere / Going Blank Again
F11 + Klick macht Bilder groß
Standort:
St. Pauli, Hamburg, Deutschland
Donnerstag, 29. Mai 2014
U wie Urlaub
Meine Fresse, inzwischen bin ich so etwas von durch, das glaubt man kaum. Zwei Monate Nachtschicht fordern ihren Tribut. Bis 3, 4, sogar bis 6 Uhr morgens malochen, danach kein vernünftiger Schlaf, weil irgendwas ist ja immer und viel zu hell sowieso und in Notfällen kommt man auch am Wochenende, denn man hat ja Verantwortung und die Kollegen sind auch nicht besser dran blablabla....
Für solche Fälle hat sich das System wahrscheinlich die ganzen all inklusive Pauschalurlaube überhaupt ausgedacht. Zuerst lässt man die Leute ackern wie blöde um ihnen, wenn sie dann völlig fertig sind, das sauer verdiente Geld für ein kurzes Rundumsorglospaket mit Freibier wieder abzunehmen. Und ich bin voll drin im System. Verdammt, sie haben mich gekriegt.
Naja, die Sachzwänge, kleine Kinder und so.. mit kleinen Kindern ist man dem System eher ausgeliefert. Vermutlich ist es dazu noch das Alter und meine immer schon vorhandene Bequemlichkeit, die mich solchen Verlockungen gegenüber empfänglich gemacht haben.
Andererseits weiß ich auch nicht, ob ich vor 20 oder 30 Jahren bei einer Agentur für neue Reiseerfahrungen gebucht hätte, bei der das zu erwartende Abenteuer so offensichtlich zu sehen ist.
(Wer trotzdem Lust hat auszureißen, die URL steht auf der Windschutzscheibe.)
Ausreißermusik: Rodney Crowell - Tarpaper Sky
Sonntag, 25. Mai 2014
Arbeitswege
Wie viele Arbeitstage hat das Jahr eigentlich? Gefühlt fünfhundert, ich weiß, aber realistisch sind wohl irgendwas mit über zweihundert. Das heißt zweihundert mal im Jahr zur Arbeit fahren und wieder zurück, vierhundert mal die Strecke in zwanzig Jahren, macht achttausend. Achttausend!
Und immer die gleiche Leier, man steigt ins Auto, dreht den Zündschlüssel und kurze Zeit später steigt man wieder aus. Dazwischen? War da was? Die Kutsche kennt den Weg, man achtet auf nichts mehr, kennt man alles schon. Achttausendmal gesehen. Mindestens.
Aber wenn die Sonne hoch am Himmel steht, keine Wolken zu sehen sind und die beknackte Schicht einem keine andere Wahl lässt, dann kann man ruhig mal eine Stunde früher losfahren und gucken, was man so an Motiven findet auf dem Arbeitsweg. Sind gar nicht mal so wenige, trotz der relativ kurzen Strecke.
Noch drei mal hin und zurück...
Arbeitsmusik: Mickey Jupp - Juppanese / Long Distance Romancer
Mittwoch, 26. März 2014
Der Himmel über Hamburg
Ziemlich dramatisch ist er in letzter Zeit, als würde er uns auf den Kopf fallen wollen. Ab Sonntag ist er dann eine Stunde länger dunkelhell, wovon ich leider nichts habe weil das in meine grandiose neue Arbeitszeit fällt. Dafür erwacht er morgens eine Stunde später, was ich nicht mitbekommen werde, weil ich dann noch in Morpheus Armen weile. Es warten acht harte Wochen, an denen mir eventuell vorhandenes Tageslicht nur am Wochenende begegnen wird, mit oder ohne Dramatik.
Nachtschicht. Ein Leben als Morlock, während die Elois den manchmal blauen Himmel genießen können. Solange er ihnen nicht auf den Kopf fällt.
Manchmal dramatisch: Beth Hart & Joe Bonamassa - Live in Amsterdam
Montag, 30. September 2013
Hakuna Matata
Was auf den ersten Blick aussieht wie eine Liebeserklärung auf Swahili, von Maleika und/oder Kumi, könnte natürlich auch Werbung für Walt Disneys Musical König der Löwen sein. Möglicherweise auch für Urlaub in Kenia oder Sansibar, wobei ich momentan Letzterem den Vorzug geben würde, denn übersetzt heißt das so viel wie "Es gibt keine Probleme" und das lässt sich von Kenia gerade nicht behaupten.
Vielleicht ist es auch nur der Text des Liedes, aber wer sollte amerikanische Musicals auf Swahili übersetzen und warum?
Leider lässt sich dieses Rätsel nicht mit herkömmlichen Mitteln lösen, so nett der Service von xLingua auch ist, entweder ist die Datenbank nicht ausreichend mit Swahili gefüttert oder der Kreidekünstler leidet unter einer veritablen Rechtschreibschwäche, denn auch Google vervollständigt das alles ein wenig anders.
Kann man nur hoffen, dass wenigstens die Aussage stimmt. Da bin ich allerdings recht zuversichtlich, denn vorerst hat es ein Ende mit der Scheißsechstagewochenackerei und ich kann langsam wieder anfangen zu leben. Gleich Mittwoch fang ich damit an und der Pappenheimer wird mir dabei helfen.
Wird sicher anstrengend, daher hilft momentan noch Marce Lacouture - La Joie Cadienne
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Dienstag, 30. Juli 2013
Am Brunnen vor dem Tore
Bin ich nicht ein Glückspilz? Während andere Menschen bei dieser schwülen Hitze im Schatten dürftige Zuflucht suchen, sich in irgendwelchen unhygienischen Tümpeln abkühlen, oder stundenlang im Auto schmoren auf dem Weg zur Küste, darf ich auch am Wochenende die eiskalten Vorzüge einer modernen Klimaanlage genießen. Nicht nur das, ich werde auch noch bezahlt dafür.
Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt ist der nahezu völlig wegfallende Freizeitstress, so wahnsinnig viel kann man an einem freien Sonntag nun auch nicht unternehmen. Ich entscheide mich für den Besuch bei einer alten Freundin, auf dem Wege kann ich gleich das nicht ganz perfekt gefälschte Podolski-Trikot loswerden, dass ich meinem Neffen in der Türkei gekauft habe. Leider ist er nicht anwesend, dabei würde mich echt mal interessieren wie man Fan von Arsenal London werden kann, wo doch selbst die Engländer inzwischen nach Deutschland fahren um anständig Fußball zu gucken.
Bei etwas geschickterer Planung hätte ich mir gleich die neue Bude des Exilwestfalen ansehen (und die dritte Staffel von Game of Thrones in HD abholen) können, doch der ist beim Herrn H. an der Ostsee, statt seine Regale einzuräumen.
Damit ein paar nette Fotos für diesen Beitrag abfallen, halte ich auf dem Hinweg kurz in Altona am Stuhlmannbrunnen für ein paar weitere Experimente mit Graufilter. Für einen wirklich sichtbaren Effekt müsste man die nicht gerade überwältigenden Wassermengen wohl schon zehn Minuten belichten, so viele Filter habe ich leider nicht. Trotzdem haben auch 30 Sekunden Belichtungszeit einen angenehmen Nebeneffekt, denn die im Brunnen spielenden Kinder, die sich kurz erfrischenden Jogger und die zahlreichen Radfahrer verschwinden wie von Zauberhand.
Sehr praktische Sache, mir fallen auf Anhieb ein paar Ecken ein, an denen mich zu viel Publikum gestört hat. Müsste man sich nicht immer mit einem Stativ abschleppen, könnte man das tatsächlich öfter nutzen.
Ruhe in Frieden: J.J. Cale - Really/Naturally/Okie/Troubadour
Wer schreibt denn jetzt gute Songs für Erich?
(Bilder teilweise roh therapiert, aber bei so viel Überstunden leiste ich mir vielleicht auch noch den Lichtraum)

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Mittwoch, 6. März 2013
Das erste und letzte Vergnügen des Tages
Frühstücke wie ein König, iss zu Mittag wie ein Edelmann und zu Abend wie ein Bettler, sagt ein altes deutsches Sprichwort. Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages heißt es, und dem kann ich nur beipflichten, ist es doch das einzige Vergnügen was mir momentan bleibt. Danach darf ich mir Sonne und blauen Himmel von drinnen ansehen bis alles im Dunkel versinkt. Nachts um 1 noch Eis von den Scheiben kratzen, über nicht vorhandene Parkplätze vor der Haustür fluchen, nach fast 12 Stunden Arbeit eigentlich reif fürs Bett aber unwillig, weil man vom Tag überhaupt nichts gehabt hat. Noch eine Stunde vorm Rechner, oder zwei, doch soziale Kontakte gibt es um diese Zeit nicht einmal im Netz. Hoffen auf das Wochenende, der Kalender zeigt Mittwoch, aber erst seit zwei Stunden, es liegt alles noch vor mir. Ich hasse die Saison, die langen Schichten, die einem keine Freizeit bei Tageslicht mehr lassen, außer den wenigen Stunden zwischen dem Lärm des Weckers und der Arbeit.
Wenigstens die kann ich angenehm gestalten, mit Kürbiskernbrötchen und Serranoschinken, neuem Lieblingskäse (alte Tiroler Ziege!) und ausgesuchten Marmeladenspezialitäten. Das erste und letzte Vergnügen des Tages. Wenn die Vergnügungen so rar gesät sind muss man was draus machen.
Balsam-für-die-Seele-Musik: Antje Duvekot - Big Dream Boulevard
Mittwoch, 16. Januar 2013
Das Moor hat seine Schuldigkeit getan
Ab in die Tretmühle. Kaum bin ich wieder halbwegs fit, tut man alles um diesen Zustand wieder zu ändern und beglückt mich mit verlängerter Schicht. Die Software aus Polen erledigt den Rest, kaum eine Fehlermeldung, kaum ein Datenbankabsturz bleibt mir heute erspart, dazu unverhoffte neue Effekte wie ein selbstständiger Maschinenstart, für den ich kurz vor Mitternacht den Programmierer aus dem Bett klingeln darf, weil der Vorgang sich einfach nicht abschalten lässt. Wenigstens hat man mir freiwillig ein paar Telefonnummern überlassen, man traut dem Braten vernünftigerweise selber nicht so ganz.
Trotzdem, es macht irgendwie Spaß, nach vier Wochen auf der Couch kommt hier wenigstens keine Langeweile auf. Den Stress bin ich gewohnt, das wird sich irgendwann alles einspielen. Meiner verspannten Schulter geht es jedenfalls nach zwei Tagen Bewegung deutlich besser, sitzen geht auch, das Spezialkissen von Herrn H. auszuleihen war eine gute Idee.
Trotzdem gibt es ein Haar in der Suppe, denn schlagartig ändert sich hier auch das Wetter, man könnte wunderbar fotografieren gehen - nur, wann? Und wohin? Am Wochenende ist das unter Garantie wieder vorbei mit Schnee und Kälte bei meinem Glück, so wahnsinnig viel ist es eh nicht.
Ein Ort fällt mir ein als ich meine Zeitung hole, das Stellmoorer Tunneltal erstreckt sich bis nach Ahrensburg und ist über eine Brücke über die Bahnlinie leicht zu erreichen. Ich bin ohnehin zu früh dran und beschließe, mir vor der Arbeit ein wenig die Beine zu vertreten. Ich hab zwar nur die Kompaktknipse in der Tasche und auch nur eine knappe Stunde für Hin- und Rückweg, aber wenn das Motiv etwas taugt könnte man ja mit passender Ausrüstung wiederkommen.
Eine angenehme Ruhe herrscht hier, wenn nicht gerade jemand atemlos vorbei hetzt, oder ein Zug über die nahe gelegene Bahnstrecke rauscht, hört man nur Holz und Eis, wie sie bedrohlich um die Wette knirschen. Die eingesunkenen Teile des Weges sind mit dicken Brettern überbrückt, man sieht es an den Spuren im Schnee, dass sie nicht benutzt werden. Nasse Füße bekommt man bei dem Wetter hier nicht, die gefrorenen Pfützen werden von der leichten Schneedecke bedeckt. Im Sommer ist es hier schon ganz nett, mit Schnee und Eis find ich es beinahe noch schöner.
Werde ich wohl wiederholen müssen, irgendwann. Mit etwas mehr Zeit, etwas mehr Schnee und etwas weniger Hundegassigehern und Joggern ließe sich aus der Ecke noch einiges rausholen. Nach einer weißen Zugabe sieht es leider nicht aus, aber vorerst ist mir sowieso mehr nach ausschlafen, wenn man wochenlang nur rumgegammelt hat sind zwölf Stunden ackern doch enorm anstrengend.
Nicht anstrengend: The Republic Tigers -Keep Color
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Samstag, 1. Dezember 2012
Churchill hatte recht
Einmal im Jahr werde ich tatsächlich gezwungen so etwas wie Sport zu treiben, jedenfalls solange die liebe Kollegin G. unsere Abteilungsweihnachtsfeier organisiert. Trotz ihrer letztjährigen Fehlversuche hat sie irgendwie einen Narren am Amikegeln gefressen, oder der Laden in Norderstedt ist die letzte Möglichkeit für verspätete Weihnachtsfeieranmeldungen. Ich bin jetzt schon gespannt welche Muskeln und Knochen morgen früh schmerzen, vor dem Spiel war es wenigstens nur das linke Knie.
Meine Lieblingsraute hat sich aus gesundheitlichen Gründen leider auch völlig aus dem sportlichen Wettbewerb verabschiedet, so ein Vereinsduell hätte eventuell noch meinen Ehrgeiz etwas entfachen können, zumal er heute mit einem schicken hsv-Hemd auflief. Nach dem Spiel gegen Schalke kann man so etwas wieder für ne Woche öffentlich tragen.
War vielleicht ganz gut so, ich krieg nichts mehr gebacken beim Bowling. Vor dreißig Jahren konnte ich das mal ganz gut, ohne auch nur den Hauch von Technik zu entwickeln, aber wenn ich das Ding in die Mitte gefeuert hab ist es dort auch meistens angekommen. Bei dieser Minimaltechnik bleiben zwar ab und zu die äußeren Pins stehen, aber wenn genug Wumms dabei ist hat man eine gute Chance die mitzunehmen. Auf diese primitive Art und Weise konnte ich sogar unsere Vereinsspielerin öfter schlagen.
Heute blickt man neidisch auf die grazil über die Nebenbahn hüpfenden jungen Kolleginnen, während man ächzend versucht die lädierten alten Knochen nicht zu sehr zu beanspruchen. Blooooß nicht zu tief in die Knie, das knackt schon wieder so. Damit gewinnt man natürlich keinen Blumentopf, aber wer kann schon den Schmerz dauerhaft ignorieren.
Wenigstens sind die Zähne wieder in Ordnung, ich hab trotzdem Filetsteak genommen hinterher.
Musik für alte Knochen: Jackson Browne - The Next Voice You Hear
Mittwoch, 1. August 2012
Der alltägliche Rassismus
Als ich heute morgen in die Firma komme steigt mir der Geruch von Zwiebeln in die Nase. Es gibt Mettbrötchen, irgend jemand hat Geburtstag oder Jubiläum. Warme Speisen sind am Arbeitsplatz untersagt worden, angeblich wegen der Geruchsbelästigung, wahrscheinlicher ist es, dass der andauernde Besuch von Pizza- und Chinamännern irgendwann überhand nahm, denn wenn Zwiebelmett keine Geruchsbelästigung ist, dann weiß ich nicht..
Aber egal, Mettbrötchen sind kalt, dagegen kann niemand etwas sagen. So kalt wie der Rest, den der Kollege auf dem Tisch drapiert hat, kalte Würstchen, kalte Frikadellen, Aufschnitt. Cola und Orangensaft dafür nicht ganz so kalt, aber einem geschenkten Gaul...
Nachtisch gibt es auch. Freudestrahlend macht mich Frau C. auf die Packung
Natürlich die Schwarzen. Zartbitter geht immer als erstes weg, danach kommen die hellbraunen Vollmilchschaumküsse an die Reihe, und wenn man am Abend den Kühlschrank aufmacht findet man nur noch einen traurigen Rest in weiß.
Die Weißen mag irgendwie keiner, auch eine Art von Rassismus, oder?
Allerdings nicht ganz unverständlich. Schwarz mag ich nämlich auch lieber.
Auch am Saxofon z.B.: Maceo Parker - Life On Planet Groove
Freitag, 6. Juli 2012
Gegen Murphy ist kein Kraut gewachsen
Auf der Altonale vor ein paar Wochen hatte ich leider nur die letzten Stücke von Nervling mitbekommen, die CD hat Appetit auf mehr gemacht und auf der Webseite standen jede Menge Termine, einer davon in unmittelbarer Nähe. Weinfest in Ahrensburg, da war ich noch nie, jetzt hatte ich einen Grund. Wer kann denn ahnen, dass dieses Fest schon mitten in der Woche losgeht. Und der Auftritt von Nervling auf einem Donnerstag um 19 Uhr stattfindet. Wenn das Glück mich küsst hab ich um 20 Uhr Feierabend, aber sehr wahrscheinlich ist das nicht.
Als der Hawk mich am Vormittag anruft gebe ich trotzdem 19 Uhr an, denn ich lasse mir von der Arbeit heute nicht den Spaß verderben. Murphys Gesetz kann man ohnehin nicht umgehen, pünktlich um 18:30 gibt es eine größere Störung, die mich mindestens eine Stunde nach hinten wirft im Zeitplan. Doch diesmal hat Murphy sich verrechnet, ich muss sowieso alle Anlagen anhalten um keine größere Überschwemmung zu verursachen, und die Störung behebt sich von selber, sobald die Pumpen wieder laufen und man ihr eine Stunde Zeit gibt. Sicherung rein, Störung quittieren, abmelden und weg. Ich mach weiter wenn es wieder geht, solange guck ich mir Nervling an.
Eine Viertelstunde Verspätung wird nicht so wild sein denk ich, lauf an der Bühne vorbei, hol mir etwas zu trinken und erspähe Hawk, an dessen breitem Grinsen ich erkenne dass ihm die beiden gefallen. Er will dann auch eine CD und bekommt die schneller als mir lieb ist, denn nach wenigen Stücken kündigt Moira eine halbstündige Pause an. Verdammt. Murphy Du Arsch.
Als Hawk sich seine CD signieren lässt erkläre ich ihr meine prekäre Situation, und sie muss mir versprechen nach der Pause wenigstens Diamond Skies zu spielen, denn bisher hab ich nur Coverversionen gehört. Alles ganz witzig, aber ihre eigenen Stücke finde ich wesentlich besser.
In der Zwischenzeit taucht Herr G. auf und wir wandern ein wenig über das Weinfest, auf dem es glücklicherweise auch Bier zu trinken gibt. Ich entscheide mich die Abendbrotstulle in der Firma zu ignorieren und gönne mir einen Fleischspieß mit ner Portion Champignons. Herr G. nimmt einen trockenen Wein, Hawk quietschbunte Kinderbrause. Manche Leute schrecken vor nichts zurück. Wenigstens ist sein Musikgeschmack besser.
Zurück an der Bühne stößt Herr L. zu uns, mit einem Päckchen in der Hand das ich als soeben erworbene Packung Zigarren identifiziere. Während Hawk und ich weiter dem Bühnengeschehen folgen qualmen die anderen beiden etwas abseits ihre dicken Torpedos, wohl aus Rücksicht auf die Musiker, Bühnennebel geht auf die Stimmbänder.
Nach einer halben Stunde verlasse ich die Runde, rechtzeitig zur zweiten angekündigten Pause. Ich muss also noch ein drittes mal zu Nervling demnächst, vielleicht ist bis dahin die zweite CD fertig. Dann gibt es eventuell mehr eigene Titel, und am besten auch ein anderes Publikum. Weintrinker und Zigarrenraucher sind nicht so an Musik interessiert.
Zurück am Arbeitsplatz ist alles im grünen Bereich, sieht nach einem entspannten restlichen Arbeitstag aus. Leider erweist sich das als Irrtum, dass ich durch meine Frechheit versucht habe Murphys Gesetz zu umgehen muss sich zwangsläufig rächen und ich darf noch volle drei Stunden schwitzen, gegen Murphy ist halt kein Kraut gewachsen.
Zeit für Lieblingsmusiker: Nick Lowe - Nick The Knife/The Abominable Showman
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