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Dienstag, 24. Dezember 2024

Frohe Weihnachten

 








Merry Christmas; Feliz Natal; God jul; Feliz Navidad; Joyeux noël; Buon Natale; Fuck Nazis; Nollaig Shona Dhuit; Mutlu Noeller; Glædelig jul; Merīkurisumasu; Wesołych Świąt; Shnorhavor Surb Tsnund; Eid Milad Majid; С Рождеством; Fuck Nazis; З Різдвом Христовим; Baxatalo kräćùno; Sretan Božić; Kirîstmas Piroz Be; Aseggas ameggaz; Priecīgus Ziemassvētkus; Hyvää joulua; Boldog Karácsonyt; Fuck Nazis; Prettige Kerstdagen; Nadolig Llawen; Καλά Χριστούγεννα; Mele kalikimaka; Siganisucu; Melkam Gena; Srećan Božić; Schéi Chrëschtdeeg; S̄uk̄hs̄ạnt̒ wạn khris̄t̒mās̄; Jabulela Ukhisimusi and never forget: Fuck Nazis.

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Sonntag, 24. Dezember 2023

Das alljährliche Jahresendzeitmotivationstraining

 










Es weihnachtet mal wieder sehr und wie jedes Jahr bekomme ich Besuch vom Pappenheimer, meinem persönlichen Motivationstrainer, was die Feiertage zwar anstrengender, aber dafür auch weit weniger langweilig macht. Inzwischen kann ich ihn an den Familienfesten auch kurz alleine lassen, ohne dass er das Haus abbrennt. Hoffe ich.

Nach zwei fiesen Wochen auf dem Coronalager fürchte ich ein zu sportliches Programm, aber er will tatsächlich nur bei anständigem Wetter auf Fototour und danach sieht es nicht gerade aus. Andererseits wäre eine Sturmflut am Fischmarkt latürnich ein lohnendes Motiv und um 12 wär sogar etwas Sonne angesagt. 

Um 12 Uhr Mittags kann man aufstehen, aber wenn man um 12 Uhr Mittags am Hafen sein will muss man weit früher aufstehen, das und die fehlenden Gummistiefel stehen dieser Unternehmung eindeutig entgegen. Außerdem gibt es bestimmt massenhaft dämliche Sturmfluttouristen wie uns, die auch einmal im Leben die abgesoffene Halle am Fischmarkt fotografieren wollen und ein paar von denen haben bestimmt auch Gummistiefel.

Um den Anschein eines Sturmfluttouristen zu vermeiden kleide ich mich in meinen ältesten und gammeligsten St.Pauli Merch und lass die Spiegelreflex zu Hause. Ist eh alles zu schwer zum schleppen und zur Not wird's das smarte Phone richten.

Da ich absolut keinen Plan habe ob und wo man eventuell parken könnte, stell ich die Karre am Stadion ab und wir fahren eine Station mit der U3, was ausgesprochen dämlich ist, aber wer kann schon ahnen dass an den Landungsbrücken ähnlich tote Hose ist wie vor dem Stadion, mit Parkplätzen hätte ich da niemals gerechnet.  

Das liegt vielleicht an den fehlenden Sturmfluttouristen, die schon seit zwei Stunden wieder weg sind. Oder daran, dass die Landungsbrücken bei Sturmflut auch nicht spektakulärer sind als sonst. Da die Sonne inzwischen ebenfalls zu wünschen übrig lässt, entscheiden wir uns gegen einen Fußmarsch zum Fischmarkt und für eine Gulaschsuppe bei Blockbräu. Die ist scharf und salzig, so viel kann ich immerhin schon wieder schmecken.

Mal sehen was der Motivationstrainer noch für mich bereit hält, nach den Feiertagen muss ich garantiert wieder los. "Indoorfotografie" und "Cap San Diego" waren schon dezente Hinweise, dass ich auch bei weniger anständigem Wetter aus dem Haus muss. Außer Eisregen wird mich nichts retten.

Bis dahin..

Frohe Feiertage

 

Fotos dazu: St.Pauli Landungsbrücken / Millerntorstadion - Samsung A33

Musik dazu: Manx Marriner Mainline - Hell Bound For Heaven 














Mittwoch, 29. Dezember 2021

Von Elfies und Selfies

 









Zwei Tage blauer Himmel über Hamburg - und das an den Feiertagen. Während ich bei der Familie bin, läuft der Pappenheimer am Hafen herum und ist begeistert. Sonnenschein, Abendsonne, Polfilterwetter. Man kann ganz tolle Schwarzweißfotos machen! 

Am nächsten Tag muss ich mit, der Herr möchte die Elbphilharmonie fotografieren. Am günstigsten wäre es bei Sonnenuntergang auf der anderen Elbseite, wenn Oles Glaspalast voll im Licht steht. Sieht bestimmt schick aus, mit Glitzerfenstern und glühend rotem Backstein. Bis dahin üben wir schon mal etwas rote Fotografie mit albernen Selfies an der Cap San Diego Bordwand.

Der Plan hat leider einen Haken, denn die Fähren zu den Musicalzelten fahren nicht und ein Marsch durch den alten Elbtunnel ist mir die Sache nicht wert. Eine nachdenkliche Nachdenkpfeife später kommt der Pappenheimer auf die grandiose Idee, einfach auf den Pontons im Niederhafen herumzuturnen und mal zu gucken, wie weit man denn auf denen an die Elphie herankommt.

Mit einem 31mm Limited Festbrennweitenfeenstaubobjektiv muss man halt öfter auf den bewährten Ichgehdannmalzufußzoom zurückgreifen. Weil ich den Glaskasten zwar schon -zig Mal fotografiert habe, aber noch nie aus dieser Perspektive, klettere ich hinterher, immerhin muss man heutzutage keine Baukräne mehr wegstempeln.

Die ganze Angelegenheit erweist sich als heikles Unterfangen. Zwischen den stillgelegten Touristenschaukeln ist es stellenweise aalglatt und eine Eisfläche zu überqueren, bei der man sich allenfalls an einem leeren Rollcontainer festhalten kann, erscheint mir nicht besonders klug. Weil der Pappenheimer vorweg geht und wahrscheinlich als erster auf die Fresse fällt, sehe ich mich klammheimlich nach Rettungsringen um, aber trotz der vielen Schiffe sind die hier rar gesäht.

Selbstverständlich muss er auch noch die allerletzte Barrikade überwinden, aber da das Glück bekanntlich mit die Doofen ist geht alles gut. Wir kommen heil zurück und es gibt endlich wieder neue Fotos von der Elbphilharmonie. Mit Abendsonne. Hallelujah.

Andere Elbseite wär geiler gewesen, aber naja.


Fotos dazu: Überseebrücke, Cap San Diego, Niederhafen, Elbphilharmonie / Nikon D7200 (kein Feenstaub)

Musik dazu: Morcheeba - Who Can You Trust / Big Calm

 
















Samstag, 25. Dezember 2021

Fast weiße Weihnacht

 









Bevor ich es noch vergesse: Frohes Fest!


(Inschrift von Unbekannt, Foto vom Pappenheimer, der mir dadurch immerhin ermöglicht hat, die Anzahl der Beiträge des letzten Jahres nicht zu unterschreiten und vielleicht fällt mir ja sogar noch einer ein)


Foto dazu: Duvenstedter Brook / Pentax K-1

Musik dazu: Pappenheimermusik aka Jomucke aka Elektrogeschrammel





Samstag, 26. Dezember 2020

Weihnachtsgrüße aus Niedlingen


 

 

 

 

 

 

 

Früher war mehr Lametta? Von wegen! Man muss sich nur zu helfen wissen und normalerweise sehen Weidenranken auch aus wie Lametta, nur leider auf dem Foto nicht. Vielleicht hätte ich doch einen Screenshot machen sollen, statt diesen gemoddeten Fotoapparat zu benutzen, der ist halt keine Nikon, aber egal.... 

ICH HABE EINEN WEIHNACHTSBAUM! DEN ERSTEN SEIT BESTIMMT 20 JAHREN!

Latürnich bin ich nicht komplett wahnsinnig und stelle mir so ein nadelndes Ungetüm in die Bude, nur um drei Wochen später mit dem Staubsauger den Flokati zu durchforsten, weil's doch noch hier und da in der Socke piekst. Und ja, das ist wirklich so passiert, allerdings ist das auch 40 Jahre her, falls jemand nach dem Flokati fragt.

Deswegen ist der nur virtuell, steht in Niedlingen, und wird wahrscheinlich außer mir selber nur noch von meiner Enkeltochter bewundert, falls sie da vorbeikommt, weil außer meiner Familie niemand in Niedlingen wohnt.

Aber man kann ihn halt auch als Weihnachtskarte benutzen. 

Tja Loide, so geht Weihnachten im coronäischen Zeitalter, nix ist safer als das eigene Headset und ob man das jetzt für Videochats benutzt, weil man Freunde sonst nicht sehen kann, oder mit den Kiddies durch die Klötzchenlandschaft läuft und Monster verprügelt: 

Hauptsache wir haben Spaß und bleiben gesund, damit wir auch im nächsten Jahr noch Spaß haben können.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten

 (ich bin dreimal vom Gerüst gefallen beim schmücken, so viel zur Gesundheit *g*)

 

 

Montag, 24. Dezember 2018

Fröhliche Fütterung

















Ob Gans, Karpfen oder lieber Kartoffelsalat mit Würstchen, ich wünsche allen Lesern eine fröhliche Weihnachtsfütterung. Aber nicht so gierig sein dabei und keinem auf den Kopf kacken bidde ;)



Weihnachtsfotos: St.Pauli Landungsbrücken / Santa Pauli Weihnachtsmarkt  - Nikon D7200
Weihnachtsmusik: Alberta Cross - Broken Side Of Time / Songs of Patience





Samstag, 30. Dezember 2017

Espresso mit Wim






















An den Wänden in der Bar des Abaton Kinos ist kein Platz mehr frei, alles voller Fotos. Hauptsächlich von Wim Wenders. Wim solo, Wim mit Kollegen, Wim mit Schauspielern oder mit Ehefrau Donata, Wim scheint im Abaton so etwas wie der Hausgott zu sein, feiert ja auch gerne mal Premieren seiner Filme hier.

Wahrscheinlich hätte es ihm gefallen, dass wir an den Weihnachtstagen nicht unter den Massen waren, die in den 3D THX Krawallkinos 18 Euro für Laserschwertduelle ausgaben, sondern uns (für nicht einmal die Hälfte der Kohle) für den neuen Fatih Akin Film im Abaton entschieden. Aus dem Nichts, sozusagen - und weil bei Star Wars die besten Plätze ohnehin belegt waren.

Das war nicht nur aufgrund des höchstwahrscheinlich besseren Films eine gute Entscheidung, denn in der Bar bekommt man einen anständigen Gin Tonic für unter zehn Euro, was im Krawallkino gerade mal dem Gegenwert einer 0.5 Liter Flasche Wasser plus kleiner Portion Popcorn entspricht. Nebenbei ist der Espresso, den ich aus Fahrtauglichkeitsgründen dem GT leider vorziehen musste, auch nicht ganz schlecht.


Aus dem Nichts:
Er ist für einen Auslands-Oskar nominiert und wenn es jemanden gibt, für den ich mich tierisch freuen würde, dann ist das mein Lieblingsregisseur. Er wird ihn aber leider nicht bekommen, weil eine Diane Kruger im Weltklassemodus nicht reicht, denn Denis Moschitto ist halt immer noch Denis Moschitto.
Das ist nicht böse gemeint, ich mag Denis Moschitto, aber die Kruger spielt hier einfach alle komplett an die Wand. Abgesehen von Ulrich Tukur vielleicht, aber das ist halt auch nur eine Nebenrolle in der Kruger-Show, neben der Denis manchmal wirkt wie ein Schauspielschüler.
Er wird den Oskar auch nicht kriegen, weil das Thema NSU zu komplex ist für die Amis schätze ich, damit hat sich da drüben doch kaum jemand befasst. 

Der Nazi-Anwalt war mir auch etwas zu dick aufgetragen. Wie findet man dafür den richtigen Darsteller? Gibt es da irgendwelche Vorgaben beim Casting? "Ich brauche eine total unsympathische Hackfresse, einer, dem man schon vor dem ersten Satz auf's Maul hauen möchte." Ich hätte da eher einen aalglatten Jungnazi genommen, so etwas wie den kurzen Österreicher vielleicht, bei denen kommt das Grauen schleichend. Der Typ von der Griechischen Morgenröte allerdings, der war zum Fürchten krass besetzt.


Natürlich wird der Film hier neben allen anderen Filmen von Fatih Akin im Regal stehen, sobald er als BluRay erhältlich ist. Wahrscheinlich aber auch nur, weil ich bei manchen Namen ein elender Komplettist bin, denn zur vergnüglichen Abendunterhaltung taugt der Stoff nur bedingt.

Harter Tobak, unbedingt ansehen!  


Foto dazu: Samsung S5
Bier dazu: Maisel & Friends Choco Porter, 6.5%/22 IBU
Musik dazu: Frank Zappa - Halloween 77: Live at the Palladium, NYC




Samstag, 24. Dezember 2016

Das voll ökologische Weihnachtsbäumchen






















Aus Gründen der Bequemlichkeit gibt es hier eigentlich schon länger kein blinkendes Nadelgewächs mehr, aber um dem festlichen Anlass wenigstens etwas Genüge zu tun machen wir dieses Jahr eine Ausnahme. Mit einem geradezu winzigen Bäumchen - ohne Kerzen allerdings, weil die unter Wasser Gin Tonic eh schlecht brennen würden. Wertvollen Strom spart das ebenfalls, das Beispiel sollte also unbedingt Schule machen. Zumal es auch noch schmeckt.

Allen Lesern und Bilderguckern ein frohes, friedliches, möglichst ökologisches und auch noch wohlschmeckendes Weihnachtsfest.


Baumfoto: Pentax / gesponsert vom Pappenheimer
Baumgetränk: Gin Sul, Zitrone, Rosmarin & Fentimans Tonic 
Baummusik: The Rolling Stones - Havana Moon

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Verreckt


















Seit Wochen sitzt ein unsichtbarer kleiner Mann auf meiner Schulter und flüstert mir geile Sätze ins Ohr. "Man muss sich auch mal selber belohnen" oder "Schenk dir was, es ist schließlich Weihnachten" und "Früher oder später kaufst du dir die D7200 sowieso, warum nicht früher?"

Es hätte wahrscheinlich nicht mehr lange gedauert und ich wäre schwach geworden, doch plötzlich ist er verstummt. Vor lauter Schreck von der Schulter gefallen, Hals gebrochen, aus. Weil meine fabelhafte alte Electrolux Kühlkombination (Energieeffizienzklasse Z-) nach fast 40 Jahren ebenso plötzlich verreckt ist, 10 Tage vor Weihnachten.

Na schönen Dank auch, als wenn man kurz vor den Feiertagen nichts anderes zu tun hätte. Jetzt darf ich mich auch noch um einen neuen Kühlschrank kümmern, denn bei der fortschreitenden Klimaerwärmung werden sich die Eiswürfel für den weihnachtlichen Gin Tonic kaum auf dem Balkon herstellen lassen.

Dabei wird die Besorgung eines neuen Kühlgerätes wohl noch das geringste Problem sein. Weit schwerer wiegt die Vernichtung der letzten beiden Pötte fantastischer Sacher Eissymphonie, die der örtliche Rewe natürlich nicht mehr im Sortiment hat, weil man den Platz für Unmengen schlechter Tiefkühlpizzen benötigt. 

Weihnachten kann kommen ausfallen. Jetzt schon die Schnauze voll.

Freitag, 25. Dezember 2015

Sauerländer Kirchen

















Sauerländer Kirchen kann man am 1.Weihnachtstag nicht von innen fotografieren, alle Türen sind verrammelt. Also, die Kirchen mit Altar, Kreuz und Glocken natürlich nur. Die echten Sauerländer Kirchen haben selbstverständlich geöffnet, also die mit Tresen, Fußballwimpeln und Zapfhahn. Der Pastor Wirt kommt in dieser Gegend recht häufig aus Griechenland, hört auf Willi oder Elf und ist entweder Fan vom BVB oder Schalke, in seltenen Fällen auch vom 1.FC Köln, je nachdem wo die vorherige langjährige Karriere als Gastarbeiter begann, bevor man als selbständiger Kneipenbesitzer in der Provinz beim SV Blau-Weiß Hülschotten landete.

An die erste Heimat erinnert noch der selbst gezimmerte Tresen (ich bin gelernter Schreiner, sowas mach ich selbst) mit den in Acrylharz eingegossenen Muscheln, Seesternen und Drachmen, an die zweite Heimat das Kölner Trikot mit WILLI auf dem Rücken, die dritte hängt als Schal an der Wand.
Integration ist voll das Problem in Deutschland, merk ich immer wieder.

Kirchenbier: Krombacher (was sonst)
Kirchenmusik: Robert Plant - Live in Rio de Janeiro 2012


Donnerstag, 24. Dezember 2015

Ein fast orientalischer Heiligabend
















Was wären wir nur ohne unsere ausländischen Mitbürger? In Plettenberg zum Beispiel würde man an Heiligabend glatt verhungern, hätte der nette Libanese von nebenan nicht ein Herz für seine christlichen Kunden. Er ist (Allah sei Dank) noch nicht zu 100% integriert, sonst hätte er von der guten alten Sauerländer Sitte des Bürgersteighochklappens bestimmt schon gehört und würde zu Hause auf dem Sofa liegen.

Lieferservice wäre leider nicht mehr möglich, aber bis 22 Uhr stünde er noch hinter dem Tresen und würde uns etwas brutzeln. Fan-tas-tisch. Der Pappenheimer hat sogar eine Speisekarte und empfiehlt die Pizza mit Sucuk, Oliven, Schafskäse, doppelt Knoblauch und Sardellen. Typisch für den Mann, hat einen libanesischen Imbiss vor der Nase und bestellt Pizza. Mir läuft angesichts der arabischen Spezialitäten das Wasser im Mund zusammen. Falafel, Manakish, Sfiha, Laham Bil Ajeen, Kibbeh (3 Stück mit Salat), Tabbouleh, ich will das. Alles.

Ich habe absolut keinen Plan was das ist, außer Falafel kenn ich nix, aber schmeckt bestimmt alles super und ist endlich mal etwas anderes als Würstchen mit Kartoffelsalat. Man muss auch mal mit Traditionen brechen, abgesehen davon kommen Falafel dem Speiseplan von J.C. wahrscheinlich sehr viel näher als Karpfen oder Gänsekeule, so viel zu Traditionen.

Leider Gottes sind all diese leckeren Spezialitäten heute nicht mehr möglich, weil das alles frisch zubereitet wird und die frischen Zutaten fehlen, daher bleibt es bei der merkwürdig zusammengestellten Pappenheimerpizza und (in meinem Falle) überbackener Pasta, aber immerhin sind wir satt.

Trotzdem irgendwie schade, da hätte man mal so richtig stilecht Weihnachten feiern können, mit orientalischen Speisen und ohne Weihnachtsbaum. Fürs nächste Jahr wäre das echt ein Plan, vielleicht gibt es bis dahin mehr syrische Restaurants. Wäre wünschenswert, die haben Mezze, da träumste noch Nachts von...

In diesem Sinne: Refugees Welcome + Frohe Weihnachten.  

Foto: Kompaktknipsendokumentation
Bier: Krombacher Pils (was sonst hier)
Musik: Solex vs. Christina Martinez & Jon Spencer - Amsterdam Throwdown, King Street Showdown



Mittwoch, 31. Dezember 2014

Noch'n Panorama
















Was macht man über die Feiertage auf dem Dorf, außer feiern? Also nachmittags, nach dem Frühstück? Fotografieren gehen, latürnich. Die üblichen Ecken besuchen, die man schon in ziemlich jeder Jahreszeit besucht hat, mit und ohne Osterfeuer oder Weihnachtsbaum. Drölfzigtausendmal fotografiert, aaaber: nicht so richtig mit totalem Rundblick. Panorama heißt das Zauberwort, so richtig volle Elle, am besten gleich 360°, mindestens aber 180.

Seit der Pappenheimer seine Wohnung panoramisiert hat, will er sein erdbebensicheres Berlebach-Stativ natürlich auch einmal außerhalb der eigenen vier Wände ausprobieren. Dazu ist der Gebrauch eines Fahrzeuges sehr empfehlenswert, denn obwohl es ein Stativ aus der Serie "Report" ist, dürfte kaum ein Reportagefotograf auf die wahnsinnige Idee kommen, dieses Monstrum per pedes herumzutragen. Dafür hat es eine fantastische Schwingungsdämpfung, sogar wenn direkt daneben ein Sack Reis umfällt, da wackelt nix.  

Mit einem anständigen Kopf geradezu prädestiniert für Panoramafotos, hochkant natürlich, mindestens 12 Aufnahmen. Das 360° Pano wird leider durch den Parkplatz auf der Rückseite zunichte gemacht, dem es auch ohne die vielen parkenden Fahrzeuge an Attraktivität mangeln würde, aber für die Vier Täler kommt man auch mit etwas weniger aus.

Nur wenige Tage später ergibt sich eine weitere Gelegenheit das gute Stück zu testen, denn es schneit wie verrückt und für den nächsten Tag verspricht der Wetteronkel feisten Sonnenschein. Dafür kann man die Rückfahrt direkt um einen Tag verschieben, auch wenn die Autobahn am Montag sicher rappelvoll ist, aber: Schnee! Ich träume von schneebedeckten Bäumen und Wipfeln, auch wenn das Zeug schneller taut als gedacht, aber der Pappenheimer weiß mich zu beruhigen. Auf 500 Metern Höhe sieht das gaaanz anders aus, da liegt selbstverständlich viel mehr Schnee. Viel viel mehr Schnee.

Das entpuppt sich leider als Irrtum, nach schneebedeckten Bäumen muss man suchen und auch auf den Wiesen liegt das Zeug nicht sehr üppig, 500 Meter sind halt noch kein Hochgebirge. Trotzdem weit besser an diesem Tag die Sonne zu genießen, als nach der ganzen Feierei auf die Autobahn zu müssen. Das Berlebach hat seine Wintertauglichkeit ebenso beweisen können, auch wenn es die nächsten Jahre wohl mehr im Indoorbereich zum Einsatz kommen wird.

Da wird es auch viel eher benötigt, denn der Fußboden beim Pappenheimer hat so überhaupt keine Schwingungsdämpfung, da muss man halt für ein Stativ schon etwas tiefer in die Tasche greifen.

Fotos: Nix Panorama, voll normal Weitwinkel außer Hottehü
Musikalisches Panorama: Julia A. Noack - Piles & Pieces / Lee Clayton - Naked Child








Freitag, 26. Dezember 2014

Der kleine Unterschied
















Sowohl in Hamburg als auch in Plettenberg kann man sich am ersten Weihnachtstag sinnlos sinnvoll sitzend besaufen, weil man am ersten Weihnachtstag, sowohl in Hamburg als auch in Plettenberg, selbst in den angesagtesten Bars und Kneipen ganz problemlos einen Sitzplatz bekommt.

Der kleine Unterschied besteht dann nur noch in der Art der Beschallung, während man z.B. im Jolly Roger auch zum heiligen Feste Punk in voller Lautstärke auf die Ohren bekommt, darf in Plettenberg der Nachwuchs des Barchefs an die Regler. Keine so wundervolle Idee, weil 14jährige Knaben meist Musik auflegen die der 12jährigen Freundin gefällt.

Der Viertäler Caipirinha (Chefmischung) legt einem allerdings, spätestens nach dem zweiten Glas, auf ganz wundersame Weise eine große Schicht Watte auf die Ohren, als sanften Schutz gegen die Discoschlagerfolter minderjähriger DJs.

Nach vier Gläsern sind die Unterschiede zwischen Punk oder Discoschlager kaum noch zu erahnen, es kommt halt, wie immer bei üblen Folterungen, nur auf die Schmerzmitteldosierung an.


Mittwoch, 24. Dezember 2014

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, J.C.

















Mein lieber Freund und Zimmermann, angeblich hat es Dich ja vor knapp 2000 Jahren nicht lange im Grab gehalten, stattdessen schwebst Du nun irgendwo auf Wolke 7 und guckst Dir von da oben an, was Deine Anhänger hier unten so alles anrichten. Deinen Geburtstag feiern sie immer noch, aber sonst haben sie nicht viel übrig für Love & Peace & Happiness. Langhaarige Hippies haben sich nicht durchgesetzt, hier regieren seit Deinem Abgang fast durchgehend Vollidioten, überall. Die Spacken, die Du damals angeblich aus dem Tempel gejagt hast. Hat es sich gelohnt, dafür ans Kreuz genagelt zu werden? Also ich wäre stinksauer. Und gesetzt den Fall, ich hätte wirklich einen allmächtigen Erzeuger, würde ich mit dem mal ein paar Takte reden. Wenn er ehrlich ist gibt er zu, dass sein "Mensch" Experiment voll in die Hose gegangen ist. Kein Wunder, wenn man diesen Sintfluttrick immer nur auf arme Fischer in Asien anwendet, statt auf die kranken Hirne, die gerade mal wieder einen Krieg oder Völkermord anzetteln. Mit dem Wasser ist das halt doch nicht so einfach in der Wüste.

Nebenbei, die Idee mit den ganzen Propheten die angeblich Sein Wort verkünden, ganz ganz dämlich, echt mal. Wenn der eine nicht weiß was der andere erzählt ist das Chaos vorprogrammiert, außerdem überfordert ihr die meisten der Primaten hier unten mit dem kryptischen Gesabbel in Euren Wälzern, das liest eh kaum jemand. Und die paar schrägen Vögel, die es beruflich lesen müssen, erzählen nur das was sie für richtig halten. Blöderweise sind gerade unter Euren Hardcorefans die größten Idioten zu finden, sieht man ja wo das hinführt, wer falsch betet verliert unter Umständen sogar seinen Kopf.

Wenn Dein Alter den Halbaffen auf der Erde schon ein Gehirn spendiert hat, dann sollten sie es auch zu nutzen wissen. In Dresden haben gerade 15.000 gezeigt, dass sie damit nichts anfangen können. Die machen sich in die Hose, weil ein paar Leute Deinen Kollegen für den vertrauenswürdigeren Verkünder halten und würden deshalb am liebsten mit der Köpferei anfangen, bevor da noch mehr dran glauben. Dabei feiern die meisten Deinen Geburtstag nur noch aus Gewohnheit und weil es die Wirtschaft ankurbelt. Ganz schön peinlich, wenn man mal überlegt was Du eigentlich für Ziele hattest.

Vielleicht könnten wir die Tradition der gegenseitigen Schenkungen zu Deinem Ehrentage, trotz des allgemeinen Elends, mal für etwas wirklich sinnvolles nutzen, dann würde ich mir von Dir und Deinem alten Herrn etwas wünschen. Etwas, das allen Menschen schlagartig helfen würde, überall. In wünsche mir von Euch keine Nazis. Muss nichts dramatisches sein, mit Blitzschlag oder Sintflut, lasst sie einfach aussterben. Wie die Dinosaurier, die hatten auch zu wenig Hirn.

Das hätte echt mal 'nen positiven Effekt auf den ganzen Planeten. Falls das während meiner ablaufenden Lebensspanne noch klappt hätte das einen weiteren positiven Aspekt: Schenkst Du mir keine Nazis, schenk ich Dir meinen Glauben.


Das diesjährige Weihnachtspostkartenkitschmotiv sollte eigentlich den Weihnachtsmarkt auf der Fleetinsel zeigen, mit schick beleuchteten alten Schiffen, doch dafür braucht man hier seit Tagen schon eine Unterwasserkamera. Merkzettel für den nächsten Versuch: nicht auf die Staubschicht fokussieren.

Unchristliche Weihnachtsklänge: Tamikrest - Chatma

Montag, 22. Dezember 2014

Pettersson, Findus, teure Fotos und Wadenkrämpfe


















Seit ein paar Jahren bin ich für das Weihnachtstheater zuständig, also nicht für das Theater zu Hause, für die Kultur. Kinderkultur. Die Auswahl fiel leicht in diesem Jahr, da mich der Don nach dem Heimspiel gegen Heidenheim rechtzeitig auf sein Theaterschiff aufmerksam machte, so konnte ich für den vierten Advent gerade noch ein paar Karten online ergattern. Die Freiluftveranstaltung mit Pippi Langstrumpf war damals ein voller Erfolg, man muss dafür nicht unbedingt die großen Theater besuchen.

Pettersson und Findus. Den Namen hab ich schon mal irgendwo gelesen, ist wohl eines der bekannteren Kinderbücher, aber das ändert sich ja von Generation zu Generation. Unterwegs klärt mich die Prinzessin auf, über Herrn Pettersson und Findus, seinen frechen Kater, dumme Hühner und kleine Kobolde. Ich kriege knapp die Hälfte mit, weil die Navitante einen Teil meiner Aufmerksamkeit einfordert, von Barmbek nach Wedel war mit einer Stunde doch etwas knapp berechnet, auf unbekannten Routen verlasse ich mich lieber auf den Kasten.

Meine Befürchtung das Kind könnte sich auf der Fahrt langweilen ist glücklicherweise unbegründet, der Gesprächsstoff geht ihr niemals aus. Gibt auch viel zu entdecken auf der Strecke, eine Giraffe an deren Hals jemand hochklettert, eine bunte Ente ohne Kotflügel, ein beleuchtetes altes Flugzeug und Einkaufszeilen mit unfassbar viel blinkendem Weihnachtsklimbim. Nebenbei soll ich ihre Mutter überreden dieses Jahr nicht in die Kirche zu gehen, weil das voll langweilig ist und immer genau dann der Weihnachtsmann kommt und den will sie endlich mal sehen. Morgen muss sie in den Hort und das ist auch voll langweilig, weil keine Schule ist. Schule ist besser, da lernt man lesen. "Da steht Becker" ruft sie entzückt als ich das Navi anschalte. Das ging verblüffend schnell, sag ich ihr auch. "Ich bin ja auch schlau" erwidert sie darauf ganz selbstbewusst. Kann gut sein dass sie gerade bis über beide Ohren grinst, weil ihre Lehrerin Becker heißt und das deswegen so flutscht, aber das ist im Rückspiegel nicht auszumachen. Ich liebe dieses Kind.

Leider lenkt das alles ein wenig ab, ich werde erst wieder konzentriert als es blitzt. Waaaaaas für eine verfiiiiiiiichrrröchelhust, nicht mal fluchen kann ich jetzt, den Fehler hab ich schon mal gemacht. Wo zum Geier sind wir überhaupt?  Osdorfer Landstrasse, stimmt, da steht ein teurer Fotoapparat. Hab ich auch schon mal gelesen. Die Prinzessin will wissen was das kostet, würde ich auch gerne. Irgendwas zwischen 40 und 100 schätze ich. Könnten mit etwas Pech noch ein paar Euro dazukommen, weil ich mit dem Handy telefonieren muss als Junior anruft, und das auf den letzten zwei Kilometern. Sind aber keine Udels zu sehen und wird eh langsam dunkel.

Am Theaterschiff warten schon die großen Kinder und ein dichtes Gedränge vor den schmalen Eingängen. Die Onlineplatzreservierung wird hier noch analog weiterverarbeitet, ein Heft nebst Kugelschreiber, Namen durchstreichen, fertig. Sehr sympathisch und sehr voll. Die ersten drei Reihen sind für die Kinder, nur sind heute mehr Erwachsene als Kinder da, es muss umdisponiert werden. Wir kommen so unverhofft in den Genuss der vierten Reihe, alte Kinoklappsessel, fest im Boden verankert. Leider so ungeschickt, dass man seine Füße nicht unter den Sessel des Vordermannes schieben kann. Beinfreiheit null, das ist härter als Ryanair, was für ein Segen dass der Flug hier keine drei Stunden dauert.

Verglichen mit Pippi Langstrumpf ist das Stück nicht der Reißer, aber die Akteure, allen voran der Don als Herr Gustavsson, sind mal wieder große Klasse, die Hühner ein echter Brüller. Die Kinder sind entsprechend begeistert, die Prinzessin hält es manchmal kaum auf dem Sitz, dann klammert sie sich an die Lehne des Vordermanns. Theater scheint immer noch zu faszinieren, zumindest wenn man kein völlig fernsehverseuchtes Kind hat. Nach 40 Minuten gönnen wir der Lütten eine Brezel und uns eine Rauchpause, sehr viel länger hätte ich es auch kaum ausgehalten. Der zweite Akt ist dann deutlich spannender, sogar das Bühnenbild wird mehrfach gewechselt, alles irre aufregend und fleißig kommentiert von den lieben Kleinen. Super Theater. Wenn man nicht laufend versuchen müsste seine Beine irgendwie zu entknoten um dem drohenden Wadenkrampf zu entgehen wär's noch superer.

Aus dem Musikfindus, äh, Fundus: Joe Cocker - Mad Dogs & Englishmen / Sheffield Steel, R.I.P.

Montag, 30. Dezember 2013

Shine a light on Lüdenscheid















Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir
da drüben steht 'ne Taverne
da tausch ich das Ding gegen Bier.

Das war dann auch so ziemlich alles was wir in Lüdenscheid gemacht haben, die Taverne besuchen. Denn so viele Laternen, wie uns die Webseite der "Stadt des Lichts" weismachen wollte, brannten da nicht. Angesichts einiger traurig vor sich hin flackernder Neonröhren und trüber Scheinwerfer vermutete der Hippo ein Energieproblem. Solarzellen wären bei der Sauerländer Dauerbewölkung natürlich eine Erklärung, schließlich weiß man ja, dass die Kommunen für solche Späße eigentlich überhaupt kein Geld haben.

Es ist also durchaus denkbar, dass im Hochsommer, etwa ab 22 Uhr, die Stadt wieder so leuchtet, wie auf den Werbefotos der Webseite. Was auch dann nicht weiter aufregend wäre, denn in Hamburg ist jeder halbwegs historische Kasten irgendwie illuminiert, ohne dass man gleich so ein Bohei darum macht. Einzig das beleuchtete Wäldchen fehlt uns, aber das haben wir auch in Lügenscheid trotz Masterplan nicht gefunden.

Daher werden wir uns nächstes Mal ganz sicher gleich auf die Taverne konzentrieren. Falls es ein nächstes Mal gibt, aber ist man mit den richtigen Leuten unterwegs, kann man es sogar in Lüdenscheid aushalten. Kurzfristig.

Illuminatenmusik des Abends: Propellerheads - Decksandrumsandrockandroll






Donnerstag, 26. Dezember 2013

Wo geht's denn hier zum Licht?




















Was machen vier Fotoamateure über die Feiertage in der Provinz? Wald fotografieren ist auf Dauer nicht befriedigend, aber der Pappenheimer weiß Rat. Lüdenscheid wäre erleuchtet mit irgendwelchen Lichtinstallationen, alles schön bunt, da könnte man nach Einbruch der Dunkelheit ein wenig das Geraffel spazierenführen.

Folglich juckeln wir die 25 Kilometer in die Provinzhauptstadt, den Kofferraum voller Stative und Kamerarucksäcke, stellen das Auto am nicht so doll erleuchteten Altstadtparkhaus ab und wandern planlos durch die Gassen. Das erste Haus neben der Kirche sieht schon ganz nett aus, es wird geknipst was das Zeug hält. Die Kirche nehmen wir auch noch mit, obwohl die Beleuchtung nicht sonderlich spektakulär ist, aber wenn man schon mal da ist...

In den restlichen Gassen überwiegen Sterne, Lichterketten, Rentiere und beleuchtete Weihnachtsmänner. Was ist denn jetzt Lichtkunst und was Christfestkommerz? Der Pappenheimer stürzt sich am Weihnachtsmarkt auf ein Kinderkarussell, wird aber von einer Meute aus Frauen und Kindern behindert und ist erst mal beleidigt. Herr Ärmel blitzt mangels Stativ in der Gegend herum und der Hügellandgnom kriecht auf Knien über den Rathausplatz, wer uns beobachtet hält uns wahrscheinlich für einen autistischen Fotoclub. Super irre beleuchtet ist jedoch nichts weiter, das macht aber nichts, denn wir stoßen völlig unverhofft und ungeplant auf das Brauhaus Schillerbad.

Außer einer Kirche, einem Haus und ein paar beleuchteten Bäumen ist nichts im Kasten, aber die Jungs wollen Bier und Blodworscht. Ich tendiere kurz zur Rehleber, entscheide mich aber kurzfristig für Cordon Bleu mit Bratkartoffeln. Bei der Verdauungskippe fällt dem Pappenheimer ein stark angetrunkener Einheimischer um den Hals. "Ichkenndich" lallt er ihm in Ohr, "ichkenndichirgnwoher" aber der Pappenheimer leugnet hartnäckig die Bekanntschaft. Wir fragen nach den Lichtinstallationen, aber "dasisvorbei, hicks, dawarschon, un das is auch nur eima im Jahr."    

Besoffene sagen zwar angeblich immer die Wahrheit, aber zur Sicherheit fragen wir die Kellnerin. Ihre Antwort ist leider nicht erbaulicher, scheinbar sind wir Tage oder gar Wochen zu spät. Verdammt, Lüdenscheid! Wieso steht das nicht auf der Webseite?

Weil, wie ich nach Abbruch des Abends feststelle, man weder Besoffenen noch Kellnerinnen Glauben schenken sollte. Natürlich gibt es überall Lichtinstallationen, man muss nur in die richtige Richtung laufen.

Damit das schnell für diesen Blogpost herausgesuchte Foto nicht das einzige bleibt (und ich doch noch in den Genuss von Rehleber an gebratenen Apfelspalten komme) quengel ich solange herum, bis eine weitere Tour beschlossen wird. Mit Plan! Mühevoll ausgearbeitet! Und wehe, es brennt nachher keine einzige Funzel in diesem ominösen Park oder am Kulturhaus.

Dann, Lüdenscheid, werde ich den Beschwerdebrief doch noch aufsetzen. Schließlich kommen Menschen bis aus Montenegro um die berühmten Lichtinstallationen zu fotografieren, für Weihnachtsmänner muss man heute nicht das Land verlassen. 

Blogpostmusik: Schäl Sick Brass Band - Maza Meze / OTT - Blumenkraft

Dienstag, 24. Dezember 2013

Frohe Weihnachten















Da rafft man nach der Arbeit sein Zeug zusammen und fährt für das diesjährige Weihnachtspostkartenkitschmotiv extra zurück nach Ahrensburg, weil das Ahrensburger Schloss als einziges Weihnachtspostkartenkitschmotiv in der Nähe liegt, und dann ist der Schuppen noch nicht mal anständig illuminiert. Aber wenigstens mit Weihnachtsbaum.

Und weil man ja nie wissen kann wer einen hier besucht: Frohes Fest, Boas Festas, Feliz Navidad, Noeliniz Kutlu Olsun, Merry Christmas, Nollaig Shona Dhuit, God Jul....
 ...und nicht so viel futtern, lieber mehr trinken ;)

Weihnachtsmusik (fast): Sinéad O'Connor - Sean-Nós Nua

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Nicht ganz so still und wenig heilig















Denk ich an die letzten Jahre Weihnachten zurück, dann fallen mir lauter nicht zutreffende Adjektive ein. Ruhig, besinnlich, andächtig, alles was man so gemeinhin mit diesem Fest in Verbindung bringt. Von heilig will ich in dem Zusammenhang gar nicht erst reden. Hier war eines der letzten privaten Partyzentren der Republik, wir waren auf unheiligen Weihnachtsmärkten, auf dem Kiez im Blauen Peter oder im erschreckend leeren Jolly Roger, in dem ich das erste mal am Tresen sitzen konnte. Wir waren auf Papa Curvins Reggaekonzerten in der Markthalle, bei Dixi im Downtown Bluesclub und bei Blues Package im Mayday, haben uns mehr als einmal ordentlich die Kante gegeben und wenn ich nicht das eine oder andere Mal die Reißleine gezogen hätte, wer weiß wo wir noch gelandet wären.
Außer dem harten Kern (der über die Jahre eigentlich nur aus mir und dem Pappenheimer bestand) immer genug Leute im Schlepptau, die es auch mal ohne "ruhig & besinnlich" versuchen wollten. Einigen reichte die einmalige Erfahrung, andere schlossen sich wieder an, sobald die Zeit es erlaubte, aber manche Erlebnisse lassen sich einfach nicht wiederholen. Recht häufig endete das für mich mit einem ruhigen und besinnlichen Silvester, mit Spezialitäten versorgt, die Tür verriegelt, das Telefon ausgestöpselt und zwei Tage erholt. Party? Hatte ich schon.

So hätte das gerne weitergehen können, aber zu meiner Überraschung können auch der Pappenheimer und der Exilwestfale "ruhig & besinnlich", was mir dieses Jahr enorm entgegenkam. Den Pappenheimer kann man ohnehin recht schnell zufriedenstellen, wenn genug Bier vorhanden ist und er irgendeinen USB Port finden kann um sein Musikdiktat zu verbreiten ist die Feier gerettet, und USB Ports findet er in jedem Haushalt. So kam ich trotz meiner Malaise zu einem netten Heiligabend unter Freunden, mit Likörchen aus Estland (die ich vorsichtshalber nicht getrunken habe), neuer Musik aus Mali und überraschend wohlriechenden Produkten aus Mexiko. Weltweihnachten sozusagen, und ich durfte alles im Liegen genießen weil ich ja grad so schlecht sitzen kann. Da fehlte mir weder der Tannenbaum noch die Reggaeparty, im nächsten Jahr gibt es aber einen neuen Anlauf.

Blieb immerhin noch genug Energie übrig für die Prinzessinnenbescherung am nächsten Tag. Die kann jetzt im nächsten Urlaub Unterwasserfotos machen, und für den Partnerlook mit Opas St.Pauli Klamotten ist auch gesorgt. Wurde Zeit, im Kindergarten soll die Mehrheit mit Raute herumlaufen, da muss man frühzeitig gegensteuern.

Ich darf dafür einen Nagel in die Wand schlagen und eine herzallerliebste selbst gebastelte Herzkette dran aufhängen, mit gaaanz viel Herzen. Wem da das Herz nicht höher schlägt...

Weihnachten kann auch ohne Action mal ganz schön sein.