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Montag, 28. April 2025

Der einzig wahre Block-Buster

 










Fatih Akin sei Dank, es ist tatsächlich "erst" acht Jahre her seit meinem letzten Kinobesuch. Ein paar Gelegenheiten hätt's zwar schon noch gegeben, aber wenn man nicht alleine gucken will läuft es meistens auf einen der sogenannten "Blockbuster" raus auf den sich alle einigen können, außer mir, weil ich inzwischen allergisch bin gegen Filme die aus 90% Action und 10% hirnlosen Dialogen bestehen, während man zwei Stunden lang verzweifelt nach der Geschichte dahinter suchen muss.

Also genau der richtige Zeitpunkt für eine cineastische Adaption meines Lieblingsklötzchenspiels: Ein Minecraft Film! Die Verfilmung eines Computerspiels, das nicht mal ansatzweise eine Geschichte bietet, wenn man nicht genug Phantasie für eine eigene hat. Was soll da schiefgehen?

Also höchstwahrscheinlich katastrophaler Blödsinn ohne Sinn und Verstand, aber immerhin mit quadratischen Lamas, Schafen, Wölfen, Piglins und Jack Black, die hirnlosen Dialoge könnten also durchaus witzig sein, obwohl der Trailer schon einigermaßen peinlich ist und ich sehr viele Computernerds kenne und niemand von denen trägt pinke Fransenlederjacken. Allerdings sieht auch niemand von denen aus wie Jason Momoa.

Das Allerbeste an diesem Block-Buster ist aber, dass ich ihn nicht alleine sehen muss, denn seit die ganze Familie wieder Minecraft spielt, will auch die ganze Familie ins Kino. Dafür muss ich zwar nach Ratzeburg, aber da kennt mich immerhin keiner und mit Kind in der Nachmittagsvorstellung wäre es eh weniger peinlich.

Da ich bei Kinobesuchen grundsätzlich auf Loge Mitte bestehe sind die entsprechenden Plätze bereits gebucht und zur großen Überraschung handelt es sich dabei um eine richtige Loge, wie es sich für ein richtiges Theater gehört. Der Abstand zur nicht ganz so gewaltigen Leinwand ist entsprechend groß, wer sein Wohnzimmer mit 75 Zoll OLEDS bestückt hat wird davon jedenfalls nicht beeindruckt, dafür hat man da aber meist keine Popcornmaschine.

Wie nicht anders zu erwarten ist der Film zwar völliger Blödsinn, aber zumindest für achtjährige Minecraftspieler ein echter Block-Buster und immerhin so unterhaltsam, dass ich für einen zweiten Teil durchaus wieder ins Kino gehen würde. Mit Kind auf jeden Fall. 

 

Fotos dazu: Burgtheater Ratzeburg / Samsung A33

Musik dazu: Amyl and the Sniffers - Cartoon Darkness

 



 

 

 

Samstag, 30. Dezember 2017

Espresso mit Wim






















An den Wänden in der Bar des Abaton Kinos ist kein Platz mehr frei, alles voller Fotos. Hauptsächlich von Wim Wenders. Wim solo, Wim mit Kollegen, Wim mit Schauspielern oder mit Ehefrau Donata, Wim scheint im Abaton so etwas wie der Hausgott zu sein, feiert ja auch gerne mal Premieren seiner Filme hier.

Wahrscheinlich hätte es ihm gefallen, dass wir an den Weihnachtstagen nicht unter den Massen waren, die in den 3D THX Krawallkinos 18 Euro für Laserschwertduelle ausgaben, sondern uns (für nicht einmal die Hälfte der Kohle) für den neuen Fatih Akin Film im Abaton entschieden. Aus dem Nichts, sozusagen - und weil bei Star Wars die besten Plätze ohnehin belegt waren.

Das war nicht nur aufgrund des höchstwahrscheinlich besseren Films eine gute Entscheidung, denn in der Bar bekommt man einen anständigen Gin Tonic für unter zehn Euro, was im Krawallkino gerade mal dem Gegenwert einer 0.5 Liter Flasche Wasser plus kleiner Portion Popcorn entspricht. Nebenbei ist der Espresso, den ich aus Fahrtauglichkeitsgründen dem GT leider vorziehen musste, auch nicht ganz schlecht.


Aus dem Nichts:
Er ist für einen Auslands-Oskar nominiert und wenn es jemanden gibt, für den ich mich tierisch freuen würde, dann ist das mein Lieblingsregisseur. Er wird ihn aber leider nicht bekommen, weil eine Diane Kruger im Weltklassemodus nicht reicht, denn Denis Moschitto ist halt immer noch Denis Moschitto.
Das ist nicht böse gemeint, ich mag Denis Moschitto, aber die Kruger spielt hier einfach alle komplett an die Wand. Abgesehen von Ulrich Tukur vielleicht, aber das ist halt auch nur eine Nebenrolle in der Kruger-Show, neben der Denis manchmal wirkt wie ein Schauspielschüler.
Er wird den Oskar auch nicht kriegen, weil das Thema NSU zu komplex ist für die Amis schätze ich, damit hat sich da drüben doch kaum jemand befasst. 

Der Nazi-Anwalt war mir auch etwas zu dick aufgetragen. Wie findet man dafür den richtigen Darsteller? Gibt es da irgendwelche Vorgaben beim Casting? "Ich brauche eine total unsympathische Hackfresse, einer, dem man schon vor dem ersten Satz auf's Maul hauen möchte." Ich hätte da eher einen aalglatten Jungnazi genommen, so etwas wie den kurzen Österreicher vielleicht, bei denen kommt das Grauen schleichend. Der Typ von der Griechischen Morgenröte allerdings, der war zum Fürchten krass besetzt.


Natürlich wird der Film hier neben allen anderen Filmen von Fatih Akin im Regal stehen, sobald er als BluRay erhältlich ist. Wahrscheinlich aber auch nur, weil ich bei manchen Namen ein elender Komplettist bin, denn zur vergnüglichen Abendunterhaltung taugt der Stoff nur bedingt.

Harter Tobak, unbedingt ansehen!  


Foto dazu: Samsung S5
Bier dazu: Maisel & Friends Choco Porter, 6.5%/22 IBU
Musik dazu: Frank Zappa - Halloween 77: Live at the Palladium, NYC




Donnerstag, 16. April 2015

Kein Licht mehr in Eden
















Als in den Wohnzimmern noch Flimmerkisten mit maximal 60 Zentimetern Bildschirmdiagonale standen, die Programmauswahl sich auf drei oder vier Sender (inklusive Regionalprogramm und schwarzweißem Ostfernsehen) beschränkte und man die großen aktuellen Filmhits (mit viel Glück) frühestens zehn Jahre nach ihrem Erscheinen im Oster- oder Weihnachtsprogramm erwarten durfte, da war Kino noch ein echtes Erlebnis. In jedem Stadtteil gab es mindestens eins, mit klangvollen Namen wie Schauburg, Titania Theater, Metropol Lichtspiele oder Film-Palast.

Paläste waren es nicht gerade, verglichen mit den heutigen Sälen und ihren gigantischen Leinwänden, ausgeklügelten Soundsystemen und abgestuften Sitzreihen, waren es eher muffige Höhlen mit vergilbten Lampen an der Wand und durchgesessenen Polsterklappsitzsesseln, von denen man nur dann einen ungetrübten Blick auf die Leinwand hatte, wenn in den zwei bis drei Reihen davor niemand saß der größer war als eins sechzig. Statt elend lange für eine Popcorn-Cola-Sparcombi für zehn Euro anzustehen kam zwischen Werbung und Hauptfilm ein Eisverkäufer in den Saal, um für zweimarkfuffzig das beliebte Eiskonfekt von Langnese zu verkaufen, eine wahrscheinlich eigens für Kinos eingeführte Spezialität, die man auch im Dunkel des Kinosaales problemlos vernaschen konnte ohne die Sitze zu bekleckern.

Unser Palast war das Bach-Theater in Rahlstedt, das jeden Sonntag für unglaubliche 50 Pfennig die krassesten Abenteuer für Kinder und Jugendliche bot, angefangen bei Winnetou und seiner alten Schmetterhand über alle möglichen Römerschlachten mit und ohne Herkules, bis zu den gruseligen Sci-Fi Klassikern aus der japanischen Trickkiste. Godzilla gegen Mechagodzilla, Godzilla gegen Frankenstein, Godzilla gegen die kaiserlich-japanische Spielzeugpanzerarmee, unglaublich viele Invasionen aus dem Weltall, Planeten mit unsichtbaren Vampiren, jedes Wochenende ein weiteres Meisterwerk der Gruselkunst für 12jährige.

Das war wohl auch die Haupteinnahmequelle, denn wer den neuen James Bond sehen wollte musste auch damals schon in die "großen" Kinos der City fahren, die Erstverwertung von Blockbustern konnte sich kein Vorstadtkino leisten. Wir sind als Haupteinnahmequelle irgendwann weggebrochen, entweder weil wir zu alt wurden für den Kinderkram, oder zu anspruchsvoll. Die ausgelutschten Klamotten mit Terence Hill und Bud Spencer waren jedenfalls nicht lustig genug und die aufkommende Welle an dämlichen asiatischen Kung Fu Kloppern gab uns dann den Rest.

Unseren Stammkinos ebenfalls, das Bach-Theater ist heute ein Einkaufszentrum, die Tina-Lichtspiele ebenfalls. Stadtteilkinos gibt es seit Jahrzehnten nicht mehr, die wenigen die das große Kinosterben überlebt haben nannten sich schon damals "Programmkino" und sprachen mit ihrem Programm eher den anspruchsvollen Cineasten an. Der Rest geht für den neusten Blockbuster ohnehin in den Bombastmultiplexdolbysurroundsaal mit THX und 3D.

Ein ähnliches Schicksal dürfte auch die Eden Lichtspiele in Lübeck getroffen haben, von denen ich noch ein paar Überreste gefunden habe. Dem Denkmalschutz ist es zu verdanken, dass auch das Innenleben noch existiert. Es fehlt nur noch ein renovierungsfreudiger und solventer Investor, dann kann es wieder losgehen. Mit Godzilla im Sonntagvormittagsprogramm für 50 Cent ist das aber wohl nicht zu finanzieren.

Foto: Eden Lichtspiele Lübeck
Musik: Stevie Ray Vaughan & Double Trouble - Live at Montreux 1982/85

Samstag, 11. August 2012

Armer Ritter














Sollten die Preise für Chips, Bier und Popcorn in amerikanischen Kinos ähnlich abenteuerlich gestaltet sein wie hier, dann darf man sich nicht wundern wenn jemand Amok läuft. Mehr als acht Euro für ein Bier und eine paar Chips mit Sauce dürften selbst Bruce Wayne auf Dauer in einen armen Ritter verwandeln, rechnet man die zwölf Euro für eine Eintrittskarte dazu, dann hätte ich mir für das Geld in ein paar Wochen den Film auf  Bluray kaufen und einen gemütlichen Abend mit Bami Goreng vom Chinaman machen können.
Man hätte keine Werbung ertragen und in der völlig unnötigen Pause nicht zehn Minuten blöde rumsitzen müssen, man hätte die Lautstärke etwas nach oben korrigieren können und wenn jemand frisches Bier aus dem Kühlschrank holen will drückt man kurz auf Pause.

Wäre ich ein eifriger Kinogänger hätte sich das Heimkino recht schnell amortisiert, andererseits bin ich nicht bekloppt und zahle solche Mondpreise für Gammelfutter. Zumal mir von den paar Chips die ich dem Hawk stibitzt habe und dem Rest Popcorn vom Herrn G. noch eine  Stunde später schlecht war, wie man sich derartige Mengen von dem Zeug reinstopfen kann wie die Herren am heutigen Abend wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben.

Der Film ist dann auch noch ein wenig hinter den Erwartungen zurückgeblieben, nachdem ich vor ein paar Tagen erst The Dark Knight wieder gesehen hatte war mir eigentlich klar, dass der nicht zu steigern ist. Als Abschluss der von Christopher Nolan gedrehten Batman Trilogie war The Dark Knight Rises aber Pflichtprogramm.

Dabei sollte man es jetzt besser bewenden lassen, doch daran kann ich nicht ganz glauben. Es gibt Filme, da lässt man sich am Ende eine kleine Hintertür für Fortsetzungen auf, hier waren es ganze Scheunentore, hinter denen in neonfarbenen Buchstaben "Fortsetzung folgt" flackerte. Ohne die Kombination Nolan/Bale geht das garantiert in die Hose, aber das muss ich mir dann auch nicht antun. Erst mit Bami Goreng vielleicht.

Ohne Goreng aber mit Kora: Taj Mahal & Toumani Diabaté - Kulanjan

Sonntag, 8. Juli 2012

Das Partypack















Soll viel unterwegs gewesen sein am Wochenende, das Partypack, ganz besonders am Samstag auf dem Schlagermove. Nach den Erfahrungen im letzten Jahr halte ich mich also lieber fern vom Kiez, die Ausläufer allein sind schon schlimm genug.
Dafür hab ich mir ein Partypack nach Hause liefern lassen, zusammen mit meinem neuen Heimkino, einem Blu-ray Player und 10 meiner Lieblingsfilme, für den Anfang. Da ist es auch egal wenns draußen schüttet, zum surfen im Internet muss ich die Couch nicht mal mehr verlassen, das geht auch mit dem Teil. Eine alte externe Platte hängt auch schon dran, muss alles getestet werden ob es auch funktioniert. Bislang reibungslos, sogar aufnehmen kann ich darauf, leider wieder etwas zu spät für die Hippiedoku die gerade wiederholt wird. Wahrscheinlich werde ich die Funktion ohnehin nie benutzen, denn ich werde auch damit nicht zum Fernsehgucker.
Aber als Ersatz fürs Kino taugt das, sogar in 3D. Was ich allerdings erst hinterher festgestellt habe, ist der eklatante Mangel an guten Filmen für die dritte Dimension. Die Technik wird bisher überwiegend für Animationsfilme  und schlechte Actionkracher benutzt, Avatar gibt es erst Ende des Jahres, John Carter vom Mars in 14 Tagen, der Rest ist sehr dünn. Trotzdem hätte ich ungerne drauf verzichtet, denn die Effekte sind schon sehr erstaunlich mit dem richtigen Material, und mit dem Clip auf der Brille auch angenehm zu gucken, sogar im Liegen.
Trotzdem kommen die meisten Filme gut ohne 3D aus, das ist mehr was für Action, Sci-Fi und Comicverfilmungen. Chaplin, Scorsese, Coppola und Co.brauche ich auch nicht in HD, die reichen mir auf DVD völlig. Ganz besonders bei Chaplin wär es albern. Das große Tamtam ist eher was für Spielberg und George Lucas. Hexenkessel, Thelma & Louise, Easy Rider auf Blu-ray? Vielleicht wenn ich sie mal als Remaster auf dem Grabbeltisch finde. Da ist es die Geschichte die mich fesselt, die Filme fand ich schon auf VHS gut.
Erst einmal muss die neue Technik ausgereizt werden, und das passiert eher bei Batman Begins und The Dark Knight. Womit bewiesen wäre, dass man dafür auf eine gute Story nicht unbedingt verzichten muss.  

Und jetzt bastel ich mir noch was feines und geh wieder auf die Couch. Das Fünfte Element in HD kommt bestimmt gut. Die große Herr der Ringe Box (Extended Version) kann ich mir momentan weder finanziell noch zeitlich leisten. Leider.

Ausmachen werd ich dafür müssen: Levellers - Static On The Airwaves

Sonntag, 25. März 2012

Tarzan vom Mars














"Ich will nicht mit ins Kino", schnauzt mich Herr L. auf seine üblich unwirsche Art und Weise am Telefon an, "der Film soll Scheiße sein." Davon hatte ich zwar auch schon gehört, aber eigentlich ist das ein gutes Zeichen für Popcornkino, je weniger Erwartungen man hat, desto zufriedener verlässt man meistens den Saal. Da das Kind natürlich neben seiner kurzfristig angekündigten Freundin sitzen wollte, musste ich zwei weitere Karten in einer anderen Reihe nachbestellen, so war einer der fünf gebuchten VIP-Logenplätze vakant und Herr L. musste in den sauren Apfel beißen.
Blöderweise ist er des räumlichen Sehens nicht fähig, was ich nicht wusste, und was nicht nur den 3D Zuschlag in seinem Falle ziemlich unnötig machte, auch für die Brille dürfte er keine weitere Verwendung haben.
Vielleicht kauf ich ihm das Ding ab, wenn ich mir irgendwann einen 3D Fernseher leiste, wovon ich allerdings nach wie vor nicht gänzlich überzeugt bin, auch nicht nach Edgar Rice Burroughs John Carter - Zwischen den Welten. Zwar ist der Film nicht so schlecht, wie er von einigen im Vorwege gemacht wurde, aber der einzige 3D Streifen der mich bislang technisch überzeugt hat war Avatar, und daher glaube ich noch immer an ein dreidimensionales Strohfeuer.
Von John Carter hätte ich mich hingegen auch ohne zwei Brillen auf der Nase recht gut unterhalten gefühlt, auch wenn es nicht gerade ein Meilenstein des Genres sein mag, dürften Story und Machart doch deutlich ansprechender sein, als die im Trailer gezeigte Verfilmung von Schiffe versenken oder Transformers. Immerhin war hier wenigstens der Vorlagengeber etwas vertrauenerweckender.
Edgar Rice Burroughs scheint eine Vorliebe für große Sprünge zu haben, musste Tarzan sich noch im Urwald von Liane zu Liane schwingen, kann John Carter auf dem Mars auf sämtliche Hilfsmittel verzichten. Dank der geringeren Schwerkraft kann er dort wie wild herumspringen, wird dadurch zum großen Krieger, rettet den Planeten, bekommt die Prinzessin, alles wie im Märchen, alles schon mal dagewesen.
Nur halt nicht mit seltsamen vierarmigen Marsbewohnern, fantastischen Fluggeräten, gefährlichen Marsbärwildschweinen und mächtigen außerirdischen Illuminaten. Und dafür, finde ich, kann man schon mal ins Kino gehen. Zumal die scheinbar nachgerüstet haben, dass der VIP Bereich endlich mit VIP Sesseln ausgestattet wurde, in denen sogar ich hervorragend sitzen kann, macht weitere Kinobesuche wahrscheinlich.
Falls es demnächst mal wieder einen halbwegs anständigen Film mit Brille gibt, die richtig guten Streifen gucken wir meistens ohnehin in anderen Kinos, die kommen noch ohne 3D aus.

Zweidimensional dürfte auch die Erstverfilmung Princess of Mars sein, die mir hinterher von Hawk als "1A Trash" empfohlen wurde. Nachdem er mir das Original von Inglorious Bastards schon aufs Auge drückte, werd ich mir die Marsprinzessin wohl eher nicht antun.

Keine Marsmusik: Seeed - Music Monks/Next!

Sonntag, 8. Januar 2012

Ziemlich großer Andrang














Es ist selten, dass ich mal ins Kino komme, entweder es hapert an den Arbeitszeiten oder am Programm, denn alleine ins Kino gehen ist öde, und ist man nicht alleine, dann muss man sich auf den Film einigen können. Glücklicherweise hab ich jemanden, der sich nicht nur für Batman oder Star Wars interessiert und meinem Urteil vertraut. Was nicht zuletzt daran liegt, dass ich bisher immer richtig lag, ein verdammtes Glück. Nochmal verdammtes Glück, dass man an grauen Sonntagnachmittagen nicht auch noch kilometerweit fahren muss, denn die Koralle in Volksdorf liegt fast um die Ecke und Parkplätze en masse  gibt es auf dem angrenzenden Marktgelände. Was für ein Segen, dass es hier immer noch eines dieser kleinen Vorstadtkinos gibt, das zudem noch genau mein Programm spielt, wenn ich es brauche. Ohne THX Bombast Breitbild Superstereo 3D Hastenichgesehn, aber das braucht man auch nur bei Batman und Star Wars.

Das hat sich wohl auch halb Sasel und Volksdorf gedacht, denn zehn Minuten vor Beginn der Vorstellung reichte die Schlange bis auf den Marktplatz, zwischen den letzten Wagen der Markthändler hindurch. Bestimmt 150 Leute, Kind und Kegel dabei. Hey, das ist kein Blockbuster. Kein Emmerich, kein Schorsch Lukas, kein Spielberg, nur eine französische Komödie. Alvin und die Chipmunks lief etwa 15 Minuten später leider auch, wie wir von einem Familienvater erfuhren, der gleich für vier Karten anstehen musste.  Leider schlugen alle Versuche fehl, sich diesen Umstand zunutze zu machen und ein paar Reihen zu gewinnen, denn das Publikum war durchmischt, die andere Hälfte wollte sich ebenfalls Ziemlich beste Freunde ansehen. Ungefähr die Hälfte von denen wiederum hat es auch noch geschafft, wir nicht.

Extrem ärgerlich, denn seit ich den Film bei Frau Flinkwert im Blog entdeckt hatte war der auf meiner Liste ganz weit oben. Zwanzig Minuten standen wir da rum und haben mit Leuten gequatscht, die den auch uuuunbedingt sehen wollten, weil jeder einen kannte, der davon völlig begeistert war. Das fand ich schon sehr verwunderlich, denn der läuft erst seit Donnerstag, doch in mir reifte der Entschluss, den Kinobesuch nach einem ausgiebigen Mittagsmahl erneut auf die Liste zu setzen. Allerdings mit vorheriger Kartenreservierung.

So gabs denn die Abendvorstellung, und wenn mich nicht alles täuscht, dann hab ich im Januar schon den Film des Jahres gesehen. Zumindest was den Bereich Komödie angeht, wird der nur ganz schwer zu knacken sein.
Ich hab Tränen gelacht, und das kommt extrem selten vor, weil ich Filme meistens meide, die darauf abzielen. Die Kassenknüller, bei denen ein Gag den anderen jagt. So etwas kann man sich einmal angucken, für ein zweites mal fehlt da schon die Substanz, die paar wirklich witzigen Situationen kennt man, über die flauen und vorhersehbaren Gags ärgert man sich beim zweiten mal noch mehr, und die restliche Geschichte ist zu dünn.

Ich mag mehr die leisen Komödien, bei denen man das Grinsen nicht aus dem Gesicht bekommt, und jede Minute des Films förmlich in sich hinein frisst, nicht genug bekommen kann von der Geschichte, von den Charakteren, den Dialogen. Filme, die nicht nachlassen, bei denen man auch zu keiner Zeit das Gefühl hat, sie würden irgendwie nachlassen oder verflachen, von denen man high wird, auch wenn nur die Typen auf der Leinwand Marihuana rauchen. Filme, die einem für den Rest des Tages ein unglaublich gutes Gefühl geben und die man sich am liebsten am nächsten Tag noch einmal ansehen würde, damit das nicht aufhört.  
Das haben mir in den letzten Jahren fast nur englische und französische Komödien geboten, und Ziemlich beste Freunde ist eine der besten davon. Hoffentlich gibts den bald auf DVD, beim dritten mal werd ich sicher keine Tränen mehr lachen, aber den kann man sich trotzdem öfter ansehen.

Großartiger Film. Hingehen.

Großartige Gitarre: Danny Gatton - 88 Elmira St.

Dienstag, 30. August 2011

Die Vögel














Der Firmenparkplatz wäre momentan der perfekte Ort, um dort ein Open Air Kino einzurichten und Hitchcocks Horrorklassiker zu zeigen. Eingerahmt von einem Baukran und dem Hochregallager, auf denen jeden Abend hunderte Krähen sitzen und alle paar Minuten aufsteigen, nur um eine Runde zu drehen und die Plätze zu tauschen.
Sollten ein paar der Viecher sich das Publikum bei einem Tiefflug näher ansehen wollen, wären die Reaktionen sicher interessant. Das wär mal echtes Gefühlskino.

Echte Gefühlsmusik: Live - Johnny Winter And

Montag, 3. Mai 2010

Vincent will meer
















So langsam entwickelt sich das Zeise zu meinem Lieblingskino, jedenfalls ist es das einzige Kino, in dem ich noch nie einen schlechten Film gesehen habe. Der gerade angelaufene Sin Nombre hätte mich zwar ebenfalls sehr gereizt, aber ich hatte Madame Z. im Vorwege schon so viel über Vincent will meer erzählt, dass ein kurzfristiges Umschwenken sicher für Irritationen gesorgt hätte. Abgesehen davon wäre ein Tausch von Komödie gegen Sozialdrama nicht vermittelbar gewesen, auch wenn es in diesem Fall eine Tragikomödie war. Zum Film:

Der 27jährige Vincent (Florian David Fitz) leidet am Tourette-Syndrom. Seine Mutter ist gerade gestorben, sein Vater (Heino Ferch), ein blasierter Lokalpolitiker, kann mit seinem Sohn nichts anfangen und steckt ihn in eine Reha-Klinik, in der er lernen soll seine Ticks zu unterdrücken. Dort lernt er die magersüchtige Marie (Karoline Herfurth) und den Zwangsneurotiker Alexander (Johannes Allmayer) kennen. Da Vincent die Asche seiner Mutter, die er in einer Bonbondose mit sich rumträgt, unbedingt ans Meer bringen will, klaut er zusammen mit Marie den alten Saab der Heimleiterin Dr. Rose (Katharina Müller-Elmau). Weil Alexander droht, den Diebstahl frühzeitig zu verraten, wird er kurzerhand mit eingesackt. Zusammen begeben sie sich auf eine Tour nach Italien, ans Meer, nach San Vicente, immer verfolgt von Dr.Rose und Vincents Vater. Natürlich kann das bei dieser Konstellation auch nicht wirklich gut gehen.

Nach Fatih Akins Soul Kitchen der zweite deutsche Komödienvolltreffer in diesem Jahr. Eine Komödie über Behinderte hätte durchaus auch in übelsten Klamauk ausarten können, aber Ralf Huettner hat hier alles richtig gemacht. Das Drehbuch stammt von Florian David Fitz, der auch den Vincent spielt. Die Rolle hat er sich wohl auf den Leib geschrieben, auch wenn ich dafür 5 Euro ins Phrasensparschwein werfen muss. Ich fand ihn umwerfend gut, Tourette kann auch schnell mal lächerlich wirken, Vincent merkt man den inneren Kampf an, gegen den Clown, der ihm zwischen die Synapsen scheißt, immer wenn er es überhaupt nicht gebrauchen kann. Karoline Herfurth als Magersüchtige ist ebenso überzeugend wie Johannes Allmayer als Neurotiker. Auch wenn es viele komische Momente gibt, merkt man doch häufig, dass es auf ein tragisches Ende zulaufen muss. Ein sehr ungutes Gefühl, weil man den drei Obersympathen so gerne ein Happy End wünschen würde. Völlig unnötig fand ich allerdings, dass Marie neben ihrer Magersucht auch noch die dicksten Tüten gebastelt hat. Entweder kiffen oder hungern, beides zusammen halte ich für völlig unrealistisch.

Vielleicht kein Film für das durchschnittliche Keinohrhasenpublikum, aber das Kino war gerammelt voll, wir haben viel Glück gehabt mit den Sitzen. Es wäre dem Film zu wünschen, dass es noch ein paar Wochen so bleibt. Da man ja heute schnell als Raubkopierer verhaftet wird, wenn man im Kino das Handy zückt, gibt es nur ein Foto von der Fassade des Zeise.

Und natürlich ist das Handy im Kino sowieso ausgeschaltet.

Schreibmusik: Cory Chisel & The Wandering Sons -  Death Won't Send A Letter

Sonntag, 14. März 2010

Aliens zum Anfassen
















Wochenlang waren die besten Plätze immer schon weg, dann hatte ich endlich Zeit und Karten, musste die aber wegen einer blöden Bronchitis stornieren. Jetzt ist es Alice, die Avatar so langsam aus den 3D Kinos verdrängt. Was blieb war die Sonntagnachmittagsvorstellung, die allerdings immer noch ziemlich gut besucht war, ein paar Wochen könnte der so noch laufen. Wer den Film immer noch nicht gesehen hat, der hat also durchaus noch Chancen. Man könnte auch warten bis zum Herbst, dann kommt eventuell der Directors Cut in die Kinos, in der FSK 16 Version für die Killerspielespieler.
Ich bin kein Fan von übermäßigem Leinwandgemetzel, aber ich würde ihn mir im Herbst tatsächlich noch einmal ansehen, auch ohne Gemetzel, denn ich war begeistert. Großes Popcorn. Natürlich ist die Story dünn, das hat schon viel von Pocahontas im Weltall. Böse Cowboymarines gegen friedliche Eingeborene, die im Einklang mit ihrer Welt leben. Dann verliebt sich der Gunman in die schöne Häuptlingstochter, schlägt sich auf die Seite der Indianer Aliens und am Ende siegen die Guten. Endlich einmal, war ja bei John Wayne nicht immer so.
Aber völlig egal wie dünn die Story auch sein mag, ich war nach 20 Minuten auf Pandora gefangen und hab jede Minute genossen. Ich hab mich gefangen nehmen lassen, von fantastischen Landschaften, seltsamen Pflanzen, gigantischen Bäumen, fabelhaften Tieren, fliegenden Bergen und blauen Aliendianern, das ist wirklich unglaublich was der Cameron da geschaffen hat. So ein Planetendesign ist gar nicht so einfach, ich kenn da Leute vom Fach.
Ich kenn auch ein paar Jungs, die sich den aus dem Netz gesaugt haben und nicht sehr begeistert waren. Tja, ihr habt es euch versaut, ihr hattet nur die dünne Geschichte. Pandora muss man aber in 3D sehen, auf einer großen Leinwand. Es gibt Filme, die gehören einfach ins Kino.

Und ohne die dicke Brille gehts schon mal überhaupt nicht.   

Schreibmusik: Televison - Marquee Moon

Dienstag, 5. Januar 2010

Dazwischen und danach


















Das waren sie also nun, die letzten freien Tage des alten und die ersten des neuen Jahres. Nicht besonders üppig diesmal, aber es hätte schlimmer kommen können. Tage, die ich wunderbar zur Entspannung hätte nutzen können, würde ich sie nicht jedesmal in irgend einer Art von Freizeitstress zwischen Völlerei und Böllerei vergeuden. So bin ich vor 20 Jahren schon mal auf die abstruse Idee gekommen, an Heiligabend mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren, nur weil mir damals in letzter Minute ein ganz besonders tolles Geschenk einfiel. Diesen Versuch hab ich nie wieder unternommen, ich bin also schon lernfähig. Aber der Mensch lernt ja bekanntlich nie aus, es gibt immer wieder neue Erkenntnisse.
So wird es über die Feiertage hier wohl nie wieder frischen Fisch geben, jedenfalls werde ich einen Tag vor Heiligabend auf keinen Fall mehr meinen Fischhändler aufsuchen, ganz sicher nicht wenn gleichzeitig Markttag ist, denn das ist an normalen Wochenenden schon furchtbar. An Tagen vor Weihnachten kollabiert das dann, vor allem wenn ca. 20 gleichzeitig durch ein volles Parkhaus irrende Autofahrer nicht begreifen wollen, das die grüne Ampel des neuen Parkhauses wohl nur Parkplätze angezeigt hat, die in naher Zukunft eventuell mal frei werden könnten. Ich bewundere heute noch die Weitsicht des Mannes, der als einziger vor der Seite mit roter Ampel wartete. Wahrscheinlich war das einer der Verantwortlichen für diesen Bau, der wohl wusste, das nur auf der rechten Seite des Parksilos ein schon funktionierendes Parkleitsystem installiert war.
Immerhin kenne ich dadurch jetzt auch das älteste, gammeligste, aber dafür wohl auch billigste Parkhaus Ahrensburgs, in dem ich dann nach einer guten Stunde gelandet bin. Das war natürlich auch nicht "frei" wie das Schild an der Einfahrt suggerierte, es sei denn ich hätte einen Behindertenausweis vorzuweisen gehabt, für den letzten freien Platz. Ich mach so etwas sonst echt nicht, ganz ehrlich, aber irgendwann liegen auch bei mir mal die Nerven blank, ich war ja auch nach 2 mal 15 Minuten Fußmarsch plus Fischkauf wieder weg.

Für das nächste Jahr gestrichen ist auch die Idee sich das Silvesterfeuerwerk vom Dockland aus anzugucken. So etwas kann eigentlich nur zu zwei denkbaren Ergebnissen führen, die letztendlich beide dämlich sind. Entweder ist der Aufgang zum Dach geschlossen, damit keiner besoffen runterfallen kann, oder es kommen so dermaßen viele Leute auf diese bescheuerte Idee, das es wegen Überfüllung eh geschlossen werden müsste. Mit etwas Hirnschmalz hätte man eigentlich schon vorher drauf kommen müssen. Aber egal, ich war eh nicht mehr so scharf drauf die Stufen zu bewältigen, nur um mir in dem Wind da oben den Arsch abzufrieren. Ein weiterer Spaziergang in Richtung Fischmarkt und Landungsbrücken erwies sich dann ebenfalls als nicht sonderlich sinnvoll, Silvester auf dem Kiez nimmt ab einem gewissen Zeitpunkt immer bürgerkriegsähnliche Zustände an. Außer mir wusste das wohl auch die Staatsmacht, die sich an einigen Ecken schon zusammengerottet hatte um auf das "After Firework Firework" der Hafenstrasse zu warten. Um sich das aus der Nähe anzusehen braucht man aber robuste Begleitung, wenn ich da auf mehr als einen Hintern aufpassen muss, vor allem wenn mir der Hintern auch noch persönlich sehr gut gefällt, dann ziehe ich doch einen gemütlichen Spaziergang durch Ottensen vor. Glücklicherweise ließ sich meine Begleitung dann auch schnell davon überzeugen das man nicht jedes Abenteuer mitnehmen muss. Ottensen im Schnee ist wirklich schön, und Silvesterfeuerwerk wird eh überbewertet.

Ungefährlicher, manchmal auch wesentlich lustiger, ist es sich die Abenteuer anderer Leute anzusehen, zum Beispiel im Zeise Kino den neuen Film von Fatih Akin, Soul Kitchen. Ein "Heimatfilm" der nicht nur Hamburgern gefallen wird, angeblich ja seine erste Komödie, wobei ich "Im Juli" damals schon sehr, sehr witzig fand. Es ist bis jetzt immer eine gute Wahl gewesen meinem Herzblatt die Auswahl des Filmes zu überlassen, wenn wir es schon mal ins Kino schaffen. Mindestens so gut war die Wahl des Kinos, da im Zeise solche profanen Streifen wie "Avatar" nicht laufen, schon gar nicht in 3D. Denn trotz Fatih Akin, ich wäre sicher in Versuchung gekommen mich dem Profanen hinzugeben. Ich werde das ganz auch sicher noch tun, ich bin mir aber auch ganz sicher das ich nicht so blendend gelaunt wieder aus dem Kino gekommen wäre wie bei Soul Kitchen. Der Soundtrack inklusive Kochbuch ist schon bestellt. Demnächst gibts Gaumenrassistensalat, ich bin schon gespannt auf neue Geschmackserlebnisse.