Montag, 15. August 2022

Mit Herz, mit Einsatz und manchmal mit Verstand

 










Dreizehndreißig und 30°, da würden mir auf Anhieb ein paar Dinge einfallen, die mehr Spaß machen als ein Fußballspiel zu besuchen, aber als Fan muss man da durch. Heute besonders früh, weil eine Dauerkarte noch den Besitzer wechseln muss, was immerhin für einen entspannten und schnellen Einlass sorgt. Weil ich manchmal schlau bin hole ich mir ein Wasser, Alkohol bei den Temperaturen ist ja nicht unbedingt zu empfehlen. Wäre ich noch schlauer gewesen hätte ich bemerkt, dass es heute überhaupt keinen Alkohol gibt, es ist mal wieder Hochrisikospiel. Scheinbar noch höheres Hochrisiko als Rostock und Dresden, außer im VIP Bereich wird alles auf alkfrei gesetzt.   

Die ungewohnt frühe Anreise erlaubt längere (Fach)simpeleien mit den Experten vor dem Spiel, fast die gesamte Seniorenriege ist anwesend. Der Skipper ist immer noch überzeugt, dass wir diese Aufstiegssaison auf einem zweiten Platz beenden, weil Borni uns noch kurz vor Schlussverkauf einen Knipser besorgt. Auch ohne diesen werden wir das Spiel heute gegen Magdeburg mit 3:1 gewinnen, schon weil wir oben dranbleiben müssen. Niemand widerspricht, dieses Aufstiegsvirus aus der letzten Saison hält sich hartnäckiger als Corona. Wo bin ich hier nur gelandet? Nur noch gnadenloser Optimismus, mal gucken wie das auf meinem Stammplatz aussieht.

Nach mehreren Wochen Abwesenheit bekomme ich dort von meinem Nachbarn sogleich ein Getränk ausgegeben und entscheide mich für Bier, weil das Wasser nur so mittelkalt temperiert war und Fassbier immerhin etwas mehr Kühlung verspricht. Böser Fehler, weil mittelkaltes alkoholfreies Holsten mit 0.0% zu den widerwärtigsten Getränken zählt, die Mensch sich vorstellen kann. Etwas auch nur annähernd vergleichbar Übles habe ich in meinem Leben bisher noch nicht nicht ausgetrunken, auch nicht geschenkt. 

Trotzdem muss man ab und zu mal nippen an der Brühe, weil man viel schreien muss beim Spiel. Nach nur drei Minuten muss man schon Toooooor schreien und woohoo und all das, keine zehn Minuten später gleich nochmal und das alles weil Borni uns vielleicht schon längst den Knipser besorgt hat, nur dass niemand wusste dass es Johannes Eggestein ist. Könnte sein. Würde ich möglicherweise sogar glauben, hätte er seine anderen Chancen nicht versemmelt. Aber besser er macht in jedem Spiel mal ein bis zwei Buden, statt 4 in einem und dann nie wieder, das hatten wir schon. Außerdem kann bei uns fast jeder Tore erzielen, sogar Marcel Hartel wenn er nicht aus der Distanz schießen muss. 

Die Mannschaft macht unglaublich viel Spaß, auch wenn sie in der zweiten Halbzeit mal wieder ihren kleinen Nürnberger Moment hat und nur mit viel Glück und Alu nicht den Ausgleich kassiert, aber der Rest ist einfach Spielfreude pur. Sollte ich jemals wieder ein Trikot beflocken lassen wird es mit ziemlicher Sicherheit die 7 werden, weil Jackson Irvine einfach ein seltener Glücksgriff ist für das Team und den Verein. Wenn Paqa und Jakov bleiben, dann könnte ich mich eventuell vom Optimismus einiger Herren anstecken lassen, aber wichtig ist mir eigentlich nur, dass wir weiter Schulle-Fußball spielen, mit Herz, mit Einsatz und manchmal auch mit Verstand.  

Dann wird das eine gute Saison.


Fotos dazu: Gegengerade Millerntor, FC St.Pauli - 1.FC Magdeburg, Endstand 3:0

Tore dazu: Eggestein, Eggestein, Hartel

Links dazu: Drei Tore, drei Punkte - Zwei Treffer nach EggeKeine T-Shirts, keine Tore - Millernton Kurzbericht

Musik dazu: Wolf Alice - Blush / Creature Songs / My Love Is Cool

 

 












Freitag, 29. Juli 2022

Ist das Kunst oder kann das weg?

 









Ein verlängertes Wochenende im Ruhrgebiet, was könnte man da nicht alles machen, außer auf Hochöfen herumlungern. Man könnte zum Beispiel nach Wuppertal fahren, um mal mit der Schwebebahn über die Wupper zu schweben, aber meine Begleiter sind immer noch auf dem Kulturtrip und haben den Skulpturenpark Waldfrieden als Ziel auserkoren. Der Name würde auch gut zu einem Friedhof passen und ähnlich lebhaft geht es hier zu am Sonntagnachmittag, die meisten Besucher sind wohl bei dem Wetter schon am Eiscafé vor dem Eingang gescheitert und eigentlich wäre das auch mein präferiertes Ziel gewesen weil...

Skulpturen.

Puh.

Als bekennender Kunstbanause ordne ich Skulpturen ganz grob in drei Kategorien ein, a. würde ich mir in den Garten stellen, b. würde ich mir nicht in den Garten stellen und c. was zum Geier soll das überhaupt darstellen? Wobei die Schnittmenge von a und c deutlich größer ausfällt, denn egal was der Künstler sich dabei gedacht hat, wenn man als erste Assoziation ein krass großes Pissoir vor Augen hat taugt das so wenig als Gartendeko, wie ein in den Wald kackender Blechmann.

Arnolds wetterfest eingepackte Fat Boy aus Terminator 2 ist zwar eine coole Idee, aber da hätte ich doch lieber das Original, das kann auch nicht teurer sein als so ein dicker Klumpen Bronze. Ein paar der (wahrscheinlich schon vom Materialwert her unerschwinglichen) Objekte sind ja durchaus schick anzusehen, aber warum sich jemand für ein Kunstwerk begeistern kann, das aussieht wie das Innenleben von Joseph Beuys Fettverdichter, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben.

Mit dem überwiegenden Teil der Ausstellungsstücke kann ich wenig bis nichts anfangen, was sich relativ schnell auf meinen fotografischen Elan auswirkt. Während die Kollegen sich für die Kunst sogar auf dem Rasen wälzen und dabei wahrscheinlich erstklassige Fotos schießen, suche ich permanent nach in der warmen Sonne liegenden Rentnerbänkchen, auf denen man mal einen durchziehen könnte.

Und weil ich mein Makro nicht mitgenommen habe, entdecke ich den ersten bunten Schmetterling seit mindestens zehn Jahren. Immerhin.

Für die Schwebebahn muss ich wohl noch mal vorbeikommen.

 

Fotos dazu: Skulpturenpark Waldfrieden, Wuppertal/ Nikon D7200

Musik dazu: Ryan Adams - Heartbreaker / Gold

 

 














 

 



Sonntag, 17. Juli 2022

Jedem Anfang wohnt ein Feuerzauber inne

 










Es ist gerade erst zwei Monate her seit dem letzten Heimspiel und einerseits kommt es mir vor als wär es gestern erst gewesen, andererseits ist heute so viel anders als gestern noch, ohne einen Buchtmann auf der Bank, ohne Makienok, ohne Dittgen, Kyereh und Burgstaller und deshalb auch nicht gerade mit dem optimistischen Gefühl, heute auf jeden Fall drei Punkte einfahren zu können, weil man die Wundertüte nicht so recht einschätzen kann, die uns Bornemann gepackt hat. 

Und jetzt ist auch noch Ewald weg, der wie kaum ein anderer zu diesem Verein gepasst hat und von dem ich gedacht hab, sollte uns eines Tages der Himmel auf den Kopf fallen wäre zur Not immer noch ein Ewald Lienen an Bord, als so eine Art Schutzheiliger des Vereins. Schön, dass er sich wenigstens noch mit einer echten Ewaldehrenrunde verabschiedet hat, war 'ne schöne Zeit. Meistens jedenfalls.😊

Die Neuzeit beginnt mit Orientierungsproblemen, dabei sitzt die Mehrzahl der neuen Spieler noch auf der Bank. Wer ist denn jetzt eigentlich dieser Eggestein, der die Tore von Burgi machen soll?  Der Skipper weiß Bescheid, unser Sturm trägt blaue Schuhe. Da Matanovic auch mit Bart immer noch aussieht wie George McFly, muss der andere also Eggestein sein. Dann wäre da noch Saliakas und die Hoffnung, dass mit dem auch über rechts mal was geht und der Rest kommt mir doch noch bekannt vor nach ein paar Minuten.

Ganz besonders auffällig ist Jakov und das ist blöd, weil mein geschätzter Nachbar zwar gerne und oft auch unberechtigt über Jakov meckert, aber mit der Bemerkung "jetzt muss er nur noch ausrutschen, dann hat er alle Katastrophen durch" leider recht hat. Sind wir zu laut im Stadion oder wieso kommt es zu solchen Abstimmungsproblemen? Braucht Jakov ein Hörgerät oder Dennis ein Megaphon? Wieso ist Nürnberg ein Aufstiegskandidat, wenn die zu blöde sind solche Slapstickeinlagen zu nutzen? Und vielleicht war es doch ganz gut, dass wir den Daferner nicht geholt haben aber Mats hätte ich immer noch gerne zurück, am besten JETZT.

Inmitten dieses spielerisch eigentlich nicht sehr erbaulichen Abschnitts fangen wir jedoch plötzlich an Tore zu schießen, so ganz unverhofft und beinahe am Fließband. Ein Freistoß, ein Elfmeter und ein Kullerball der Marke "mein Name ist Daschner, lassen sie mich bitte kurz durch, dankeschön" und innerhalb von 15 Minuten steht es 3:0.  Damit hat nun wirklich niemand rechnen können, aber für unser Rentnerbänkchen kann ich sagen: Ein Halbzeitstand von 3:0 ist totaaal super für Herz und Kreislauf, es regt an und nicht auf, ist enorm beruhigend und senkt den Blutdruck, man hat gleichzeitig etwas Gymnastik weil man dreimal aufspringen, klatschen und woohoo schreien kann, also könnten wir das in Zukunft immer so handhaben? 

Zwei gingen vielleicht auch, aber dreinull ist schon echt super für Menschen mit koronaren Problemen.

Dabei hätte es auch gerne in der zweiten Halbzeit bleiben können, man muss nämlich keine unnötigen Gegentore kassieren, sonst würden sie ja nicht UNNÖTIGE Gegentore heißen. Andererseits kann man natürlich auch froh sein, wenn man dreimal im Spiel tierisch Bockmist baut und der Gegner nur einmal danke sagen kann. Für Jakov tät's mir leid weil ich den Jungen mag und der auch oft genug gezeigt hat, dass er es besser kann, aber ich hätte doch gerne eine stabilere Innenverteidigung ohne brenzlige Eigentorversuche. Könnte irgendwann wichtig werden.

Wahrscheinlich, das ist die Hoffnung, wird sich das alles noch zurechtruckeln, mit der Abstimmung, den Spielzügen und auch mit den Menschen am Millerntor, das angesichts einer sehr komfortablen Halbzeitführung noch nicht ganz so euphorisch roart wie eigentlich erwartet und die beiden Gegentore in der zweiten Hälfte nur erstaunt zur Kenntnis nimmt.

3 von 40. Wenn wir die haben denk ich noch mal nach.  

Was sonst noch gut war:

Es ist immer schön, Teil einer schicken Choreo zu sein, blöd ist halt nur dass man vom Gesamteindruck nicht viel mitbekommt, aber dafür gibt's ja Stefan Groenveld, der das dann für die Nachwelt festhält.   

Der HVV ganz ohne Baustellen und Schienenersatzverkehr.

Was sonst noch schlecht war:

Meine definitiv letzte Bratwurst im Stadion, es sei denn man führt eine vegane Variante ein, dann musste für diese Unverschämtheit wenigstens kein Tier sterben. Dass so etwas überhaupt als Lebensmittel zugelassen wird ist unbegreiflich.

 

Fotos dazu: Gegengerade Millerntor - FC St.Pauli - 1.FC Nürnberg, Endstand 3:2

Links dazu: Erfolgreiche Standortbestimmung vom Millernton

Tore dazu: Jackson Irvine, Leart Paqarada, Lukas Daschner 

Musik dazu: LTJ Bukem - Logical Progression













 


















Dienstag, 12. Juli 2022

Stahl*Zeit*Reisen

 









Als norddeutsches Heimatkind verschwendet man relativ selten Gedanken an Eisen und Stahl, das sind allerhöchstens Dinge, die im Hafen verladen werden und inzwischen wahrscheinlich häufig aus China kommen. Dabei ist das Zeug gar nicht mal so unwichtig, denn woraus sollte man sonst Schiffe, Container und Hafenkräne bauen? 

Früher kam der Stahl irgendwo aus dem Ruhrgebiet und wurde bei aberwitzigen Temperaturen von Menschen in sogenannten Hochöfen produziert, die dabei in Holzschuhen herumlaufen mussten, weil ihnen sonst die Schuhsohlen geschmolzen wären. Kein Scheiß! 

Solche Geschichten hört man jedenfalls, wenn man an einer Stahlzeitreise im Industriemuseum Henrichshütte teilnimmt und man könnte noch viel mehr erfahren, wenn man zwei Tage mehr Zeit hätte, um die ganzen Informationen aufzusaugen die einem hier angeboten werden. Führungen, Rundgänge, Bilder, Videos und Barcodes für's Smartphone, damit man unterwegs noch 'nen Podcast hören kann.

Stattdessen laufe ich (bei fast aberwitzigen Temperaturen) zwischen allerhand monströsen Gerätschaften hin und her und versuche mich mehr oder weniger erfolgreich in Industriefotografie, weshalb ich zwar nach drei Stunden jede Menge Fotos habe, aber absolut keinen Plan von was eigentlich genau. 

Da das Museum so freundlich war einen Fahrstuhl einzubauen, bin ich jetzt immerhin schon mal auf dem ältesten Hochofen im Revier gewesen, ohne dass ich jetzt genau wüsste was da wo genau in den Ofen gekippt werden muss, damit am Ende irgendwo Eisen oder Stahl rauskommt. Ich weiß nur, dass ich mit meinen Jobs im Leben eine Menge Glück gehabt habe, weil die Jungs hier damals bestimmt noch keinen Fahrstuhl hatten. 

Und mit Holzschuhen hätte ich höchstens nasse Füße bekommen.

 

Fotos dazu: Henrichshütte Hattingen-Historische Gebläsehalle-Hochofen-Blick über das Gelände / Nikon D7200

Musik dazu: Jah Wobble's Invaders Of The Heart - Rising Above Bedlam

 

 









 


Sonntag, 26. Juni 2022

Spontanschippernachmittag

 









Freizeitgestaltung ist gar nicht mal so eine einfache Sache, wenn das Leben nur noch aus Freizeit besteht. Schließlich kann man nicht am laufenden Band in den Urlaub fahren, aber das muss man ja auch nicht, wenn man in Hamburg lebt. Da fährt man einfach in den Hafen und guckt zu, wie andere Leute in den Urlaub fahren. Kann man natürlich auch am Flughafen machen, ist aber weniger romantisch.

Schiffe gucken ist immer noch die Rettung, wenn mir nichts mehr einfällt, was man noch fotografieren könnte. Das geht am besten und bequemsten auf dem Wasser, aber da mein Lieblingskapitän seit geraumer Zeit vollauf mit der Rettung der Ilmenauschiffahrt beschäftigt ist, sind entspannte Abenteuertouren rar geworden. Es muss eine Alternative her und die "Große Hafenrundfahrt" an den Landungsbrücken ist es nicht.

Was mich hingegen schon länger reizt sind die Elbinseltouren von Maike Brunk. Die hat so viel Spaß an Hafenrundfahrten gehabt, dass sie das kurzerhand zu ihrem Beruf gemacht hat und das alleine reicht eigentlich schon als Empfehlung. Außerdem fährt sie auch mal in Ecken, für die sich seltsamerweise früher kein Mensch interessiert hat. Inzwischen interessieren sich sogar ziemlich viele, weshalb das eigentlich immer ausgebucht ist wenn ich mal gucke. Für die Idylle auf der Bille muss ich wohl irgendwann in den sauren Apfel der langfristigen Planung beißen.

Folgt man Maike auf Twitter geht es manchmal auch spontaner. Wie es der Zufall will, gibt es freie Plätze auf einem zweistündigen Hafentörn zu einer äußerst angenehmen Tageszeit. Fast schon blaue Stunde. Der Hafen ist zwar nicht unbedingt idyllisch, aber da ich ohnehin zum Stadion will um meine neue Dauerkarte abzuholen, liegt das beinahe auf dem Rückweg und da kann man das Angebot mal eben wahrnehmen

Als geradezu ideal erweist sich der Anleger Kajen weil es, anders als an den Landungsbrücken, jede Menge Parkplätze gibt, was ganz sicher zur Entscheidungsfindung beigetragen hat. Als ebenfalls ideal stellt sich die Barkasse Hansa heraus, mit einer Plattform auf dem leicht erhöhten Achterdeck, die genug Bewegungsfeiheit bietet für Menschen mit Kamera. Allet schick, kann losgehen.

Wir passieren drei der wichtigsten Schiffe im Hamburger Hafen, die Cap San Diego und die Rickmer Rickmers, von denen ich jeweils bestimmt schon drölfzig Fotos geschossen habe, aber sie sind halt da, was will man machen. Die Branddirektor Westphal aber ist einigermaßen neu und Menschen mit Hafengeburtstagsallergie könnten die verpasst haben. Also ich höchstwahrscheinlich schon.

Wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe, ist die Branddirektor Westphal das zweitallerbeste Löschboot der ganzen Welt und wenn ich sehe, wie oft irgendwelche Everdingsdas den Hamburger Hafen anlaufen, war die Anschaffung bestimmt keine schlechte Idee. Am Burchardkai liegt auch prompt wieder eins von den Dingern, beim letzten Fototermin mit der Mol Triumph bin ich noch stundenlang durch die Pampa gelatscht, einfach mal rumschippern lassen ist deutlich entspannter.

Und man kommt wirklich überall rum, denn Barkassen haben gegenüber alten Hafenschleppern einen großen Vorteil: Keinen Mast, der einen irgendwo an der Durchfahrt hindert. Dadurch lerne ich tatsächlich ein bis zwei bislang unbekannte Ecken des Hafens kennen, in denen unser Exportschlager nach Afrika gelagert wird: Schrott. Bergeweise Schrott, bei denen man sich fragt, wo wir das alles hätten lassen sollen, wenn wir das nicht einfach in andere Länder kippen könnten. 

Das Kontrastprogramm liegt dann zwei Hafenbecken weiter, kostet 5 Mio pro laufendem Meter Hochglanzpolitur und kann von seinem Besitzer nicht genutzt werden, weil sein Obermufti gerade rumhitlert. Aber wahrscheinlich haben solche Typen alle irgendwo eine Zweityacht, lustig könnte es höchstens werden, wenn sie nur noch auf dem Baikalsee damit protzen dürfen.      

Zum Abschluss geht es noch in den Hansahafen zur Peking. Der Hamborger Veermaster kann sich zwar mangels Motor und Segeln nicht mehr aus eigener Kraft bewegen, dafür hat er mit ca. 38 Millionen für Überführung und Sanierung weniger gekostet als acht Meter Oligarchenschüssel und sieht sehr viel schicker aus. Da werde ich wohl nochmal hin müssen, weil alle vier Masten auf einem Foto schon eine Herausforderung sind, wenn man kurz dran vorbeischwimmt.

Höchstwahrscheinlich fahre ich dann wieder mit der Frau Brunk und kann das auch allen anderen empfehlen, die mal wieder ohne die HADAG durch den Hafen schippern wollen. Kostet 'nen Zwanni mehr als die HVV Tageskarte, macht aber deutlich mehr Spaß.

 

Fotos dazu: Nikon D7200

Musik dazu: Prince - Sign O' The Times /  Diamonds And Pearls / Musicology