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Donnerstag, 1. April 2021

Nimm mich mit, Kapitän







 

 

 

 

Nicht unbedingt in die weite weite Welt und schon gar nicht über den Suezkanal, das dauert aktuell einfach noch zu lange und ich will auch gar nicht nach Asien, aber gerne weit weg von diesen vielen korrupten dummdreisten Versagern in Deutschland und der restlichen Pest, die sich "das Volk" nennt und die korrupten dummdreisten Versager alle Jahre wieder ins Amt wählt, oder noch schlimmeres, weil sie das für eine Alternative halten. Blöder geht halt immer.

Neuseeland wäre eine gute Idee, da gibt es eine Regierungschefin die ich gerne adoptieren würde. Als Begrüßungsgeschenk nehme ich auch gerne eine Spritze von was auch immer die da unten verimpfen, bis ich hier eine bekomme werde ich alt und grau. Ach nee, bin ich ja schon. Noch grauer geht auch gar nicht, aber ein paar Jahre älter wäre schon nicht schlecht und wenn das hier so weitergeht sinken meine Chancen, weil man ja trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein AHA-Erlebnis haben kann, nur weil irgendwer nicht geschnallt hat was mit AHA gemeint ist.

Von diesen Spinnern sieht man, zumindest hier in den Läden, inzwischen keine mehr, dafür rennen sie jede Woche zu tausenden maskenlos durch irgend eine verkackte Stadt, um gegen Maßnahmen zu protestieren, die ihnen das Leben retten sollen. "Ich bin doof und steh dazu" wäre die einzige Parole, die sie vor sich her tragen dürften, aber Selbsterkenntnis ist zwar der Weg zur Besserung, doch in diesen Kreisen ist die definitiv nicht in Sicht. 

Wenn sich Einzeller für die herrschende Spezies des Planeten halten, weil sie zwar quer denken können, aber nicht merken dass nur Stuss dabei herauskommt, dann ist das Ende wirklich nahe und ich glaub der nächste Containerfrachter ist dann meiner... 


Fotos dazu: Museumshafen/Schlepperbrücke Hamburg - Nikon D7200

Musik dazu: Tamikrest - Chatma





Sonntag, 20. Oktober 2019

Halbzeitgänsehaut



















Das war mal wieder ein echter Gänsehautmoment in der Halbzeit, die Solichoreos zu Rojava auf der Süd und der Gegengerade, die kurdischen Farben, die Sprechchöre "alle zusammen gegen den Faschismus", da wusste man gleich wieder warum man hier steht bzw. sitzt. Leider stellt sich auch schnell wieder dieses beschissene Gefühl ein, das einem sagt: Es wird sich nichts ändern, das Morden geht weiter und du kannst noch so wütend sein darüber, du änderst nichts daran, weder an deutschen Waffenexporten noch an Terror-Erdolfs Allmachtsfantasien, niemand wird Mord, Vergewaltigung und alle anderen möglichen Gräuel in diesem Krieg verhindern und das kotzt mich einfach unglaublich an, alles. Trotz Halbzeitgänsehaut.

Und sonst so?

Wenn einem nach dem Aufstehen als erstes das dämliche Rollo auf die Füße fällt, der Kaffee durch eigene Dusseligkeit zur Hälfte auf Schreibtisch und Tastatur landet und der HVV scheinbar unsinnige Streckenvorschläge macht, bis du merkst, es ist mal wieder ein Streckenabschnitt gesperrt wegen irgendwelcher Bauarbeiten und du darfst Regionalbahn fahren, was soll da noch kommen? Fußball?

Könnte sein. Immerhin ist das Selbstbewusstsein nach den letzten Spielen nicht gerade gering und einer Mannschaft wie Darmstadt wird man ja wohl fußballerisch Paroli bieten können. Denk ich mir so und dann kommt es doch wieder ganz anders, weil ich ganz vergessen habe, dass wir traditionell gerne Aufbauhelfer für glücklose Teams spielen und wer wäre bisher glückloser gewesen als Darmstadt?

Natürlich war das vollkommen unnötig, aber leider auch irgendwann abzusehen. Eine dieser eigentlich typischen Nullnummern, die dann durch ein blödes Kacktor entschieden werden, weil man es selber trotz deutlich mehr Ballbesitz nicht schafft, in den vorhergehenden 80 Minuten mal einen einzuschenken.
 
Dafür steht Darmstadt defensiv einfach zu gut und die seltenen Torchancen, die man durch die selten entstehenden Lücken bekommt, werden mehr oder weniger kläglich vergeben. Ein Abseitstor von Waldi und ein schöner Hackentrick von Mats, den Becker direkt auf den starken Schuhen zieht, das ist zu wenig, das ist nicht wirklich gefährlich und dann braucht's nur noch eine Ecke bei der Himmelmann wieder auf der Linie klebt und niemand den Kopfball verhindert, schon haste verkackt. 
 
Unnötig ist das vielleicht auch, weil zwei bis drei Prozent mehr Laufbereitschaft, Wille, Reaktion, Konzentration oder whatever, die dem Team gegen Stellingen und Sandhausen anzusehen waren, heute einfach fehlen. Zu wenig Druck auf dem Kessel geht in dieser Liga nicht, wenn man oben mitspielen will. Das wollen schon wieder so viele, dass der Dämpfer vielleicht noch rechtzeitig kommt. Wenigstens nicht gegen einen unsympathischen Verein, das ist ja auch was.

13 von 40. Nachlegen!

Was sonst noch gut war:
Die rote Karte vom Netzwerk Gegengerade. Schlecht ist eigentlich nur, dass so etwas bei uns nötig ist.
Mal wieder bei den alten Säcken gesessen, ordentlich Konfetti aus dem Bier gefischt und Skippers Spielkommentare genossen *g*
Buballa. Bis auf die letzten 10 Minuten vielleicht, da lief er schon auf Felge. Ein paar mehr auf Augenhöhe und wir hätten das gewonnen.

Was sonst noch schlecht war:
Ich weiß ja dass ich keine Ahnung vom Fußball habe, aber sollte man, wenn man doch noch gewinnen will, nicht lieber einen Stürmer einwechseln? Einen Diarra oder Gyökeres vielleicht?
Die vielen hässlichen Pauli-Schals, die vor dem U-Bahn Eingang verkauft werden, haben hässlichen Derbysiegernachwuchs bekommen und es gibt verwirrte Menschen, die diesen Scheiß tatsächlich kaufen.

Fotos dazu: Gegengerade Millerntor, FC St.Pauli - SV Darmstadt 98, 0:1
Musik dazu: Faithless - Sunday 8PM / Outrospective

 
Schickere Fotos bei Gröni: Gegen den Faschismus aber nicht gegen Darmstadt
Der Magische FC trinkt darauf ein Astra (wie verzweifelt muss man sein)























Sonntag, 8. Juli 2018

Lauter Optimisten
















Die Optimisten-Jolle, idealer Bootstyp für Anfänger und Leichtmatrosen. Bei diesem Anblick kam mir spontan die Idee, unsere derzeitigen Leichtmatrosen Seehofer, Söder und wer alles noch gerne den Ausdruck "Asyltourismus" verwendet, in solch einen Optimisten zu setzen, um die Strecke von Cuxhaven nach Helgoland im Alleingang zu bewältigen. Vorzugsweise im Herbst, ein bissl Abenteuer sollte beim Asyltourismus schon sein.

Sollten sie es wider Erwarten bis nach Helgoland schaffen, können sie von mir aus gerne ihr üppiges Asylgehalt an den dortigen Hummerbuden verprassen. Hauptsache sie bleiben dort (sorry Helgoland) und kommen nie mehr wieder.

Ach ja, die Seenotrettungskreuzer bleiben natürlich solange im Hafen, wegen der Chancengleichheit und wegen FCK CSU.


Bild dazu: Anleger Uhlenhorster Fährhaus - Nikon D7200
Musik dazu: Florence + the Machine - High As Hope (auf dem Weg zur Platte des Jahres)


Sonntag, 9. Juli 2017

Wadde hadde Dudde da?

















Is dat da Wasser da watter da hat und wenn dat da Wasser ist, wat hatter damit vor?

Seit Tagen hänge ich nur noch im Netz, verfolge geschockt das Geschehen in Hamburgs Parks und Straßen und dröhne mich nonstop mit allen Scheiben von Rage Against The Machine zu die ich habe, was vielleicht nicht die geschickteste Wahl ist, weil es mich unaufhörlich in einen pulsierenden Sprengkopf verwandelt.

Was wirklich nicht verwundern sollte, wenn hier tagelang Bürgerrechte außer Kraft gesetzt werden, vorgebliche Gesetzeshüter auf Gerichtsurteile einen Scheiß geben, Menschen aus Grünanlagen und durch die Stadt gejagt und am Schlaf gehindert werden, Anwaltsvereine diskreditiert und Journalisten bedroht und an der Arbeit gehindert werden, man weiß nach drei Tagen gar nicht mehr wo man anfangen oder wieder aufhören soll mit der Kotzerei.. 

Zu verdanken haben wir das hauptsächlich drei Leuten. Einem großkotzigen Bürgermeister Scholz, der die G20 Festspiele scheinbar für eine etwas anstrengendere Version des Hafengeburtstags hielt und wohl dachte, er könnte mit Mutti in der Schanze mal nen Galao trinken gehen, seinem unfähigen Innensenator Grote, der angesichts dieser Aufgabe wohl dermaßen die Hose voll hatte, dass er sie anscheinend komplett seinem Kettenhund übertrug, dem Eskalationsspezialisten Dudde, einem kreativen Rechtsausleger, dessen Einsätze schon in der Vergangenheit öfter für rechtswidrig erklärt wurden. Was kein Hindernis ist für eine Karriere bei der Hamburger Polizei.

Der hielt es für eine besonders kluge Idee eine genehmigte Demonstration aus fadenscheinigen  Gründen aufzulösen, quasi mit Ansage und mit Gewalt, und einen Block möglicher Gewalttäter in einen Block hochwahrscheinlicher Gewalttäter zu verwandeln. Die kriegen dann überflüssigerweise auch noch reichlich Zulauf von allen hochgradig gestörten Riottouristen zwischen Palermo und Pinneberg und legen die schönsten Ecken meiner Stadt in Schutt und Asche, während die Cops aus Bayern und Berlin mit Stadtplänen doof an der Ecke stehen oder gefährliche "Linksextreme" jagen, die möglicherweise nicht ganz so übel drauf gewesen wären, hätte man sie nicht seit Tagen behandelt wie den letzten Dreck. Grandiose Taktik, wär ich nie drauf gekommen.

Heute darf ich selber an die frische Luft, die letzte große NoG20 Demo zwischen Deichtor und Millerntorplatz. 75.000 Leute, alte, junge, ganz junge, bunte, blaue, lustige, friedliche - und seltsamerweise keine Schildkröten weit und breit. Nur in den Nebenstraßen sieht man ein paar Einsatzfahrzeuge, meist im Hintergrund. So wie es aussieht braucht man bei dieser Demo höchstens ein paar Verkehrskasper, das ist alles ungemein entspannt. Kaum zu glauben eigentlich nach der letzten Nacht.

Ändert sich schlagartig am Zielpunkt, da haben sie wieder alles aufgefahren was das Arsenal hergibt, dazu das permanente Gedröhne der bis zu acht Hubschrauber über uns. Wasserwerfer auf jeder Seite, Räumfahrzeuge und Mannschaftswagen in Massen. Mit Mannschaft natürlich - und da es auf Dauer langweilig ist in den Blechkisten zu sitzen, verschaffen die sich irgendwann Bewegung. Am intensivsten bewegen sich die maskierten und behelmten Kameraden, das müssen die sein, die immer die vermummten Gewalttäter verfolgen.

Dafür brauchen sie natürlich Platz und den verschaffen sie sich, gerne rigoros und im Laufschritt, immer schön den Knüppel dabei eingesetzt, immer rein in die Menge. Muss höllisch Spaß machen mit Schildkrötenklamotten. Manchmal wird dabei auch scheinbar jemand verhaftet, obwohl weit und breit keine vermummten Gewalttäter ohne Helm zu erkennen sind, nur Leute die bei Musik und Bier im Park chillen. Egal, verdächtig sind hier wohl alle, das Thema macht's halt.

Als sich langsam Unmut breit macht über die eskalierende Gangart bei einer völlig friedlichen Veranstaltung darf Kanonier Schulze auch noch seinen Wasserwerfer ausprobieren und nach inzwischen sechs Stunden auf den Beinen beschließe ich zu gehen, bevor auch Müller, Meier und die anderen Kanoniere ihr Spielzeug auspacken dürfen.

Eigentlich wollte ich noch Slime sehen und noch lieber Rainer von Vielen, aber wer weiß wat der Dudde da noch alles hat.


Fotos dazu: NoG20 Demo,  Deichtor, Willy-Brandt-Straße, Millerntorplatz
Bier dazu: Ratsherrn Lazy in Red, Red IPA, 6.7%
Musik dazu: Rage Against The Machine - Rage Against The Machine/The Battle Of Los Angeles/Renegades

Trump und Erdogan haben sich übrigens sehr lobend über die Hamburger Polizei geäußert. Lob aus berufenem Munde, wer freut sich da nicht.