Freitag, 16. März 2012
Fitnesstraining für Sportmuffel
Für meine Kondition sollte ich dringend etwas tun, hab ich heute festgestellt. Es ist zwar gerade noch ausreichend für eine mehrstündige Wanderung zu norwegischen Gletschern oder einen Tag im Treppenviertel, aber drei Stunden mit einer Vierjährigen auf Klettergerüsten herumtoben ist deutlich schweißtreibender. Ich frag mich jetzt schon, welche Muskeln morgen unter einem Kater zu leiden haben, ich vermute, mehr als nach der Gletscherwanderung.
Dabei hätte man heute besser irgendeinen Spielplatz aufsuchen sollen, ausgerechnet bei Sonnenschein und fast 20 Grad Außentemperatur müssen wir ins Indoo. Umdisponieren war nicht drin, wenn man Kindern vorher etwas verspricht muss man das halten. Die Prinzessin wäre wohl auch arg enttäuscht gewesen, denn auf normalen Spielplätzen gibt es weder große Drachenrutschen noch Trampoline oder Klettervulkane.
Das ist, zugegeben, nicht nur deutlich reizvoller als Schaukel und Sandkiste, das ist auch deutlich reizvoller als der ganze Murks, der in den Muckibuden und Fitnesscentern rumsteht. Insofern frag ich mich, ob da nicht eine Zielgruppe vergessen wurde. Denn wenn ich mir die Gesichter der Eltern heute so angesehen habe, dann sahen die alle deutlich entspannter drein, als die ganze Eifohnträger auf den Laufbändern von MacFit, und das bei garantiert ähnlichem Kalorienverbrauch.
Dadurch kann ich dem morgigen Abend auch deutlich entspannter entgegensehen und mir auf dem Geburtstag vom Herrn L. ein paar Bierchen gönnen.
Musikalisch gönne ich mir derweil Die Fantastischen Vier - Live und direkt
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Dienstag, 13. März 2012
Eckensteherschicksal
Vorspiel
Das wohl letzte Spiel bei Flutlicht auf der alten Gegengerade will ich in vollen Zügen genießen, noch einmal diese Atmosphäre aufsaugen, einen ganzen Haufen Erinnerungsfotos machen, vor dem Spiel, nach dem Spiel, und zwischendurch einen überzeugenden Sieg der Boys in Brown sehen, das wird einfach mal wieder Zeit nach der schmalen Kost in den letzten Wochen.
Mein Kollege ermöglicht mir den frühen Feierabend und somit eine frühe und stressfreie Anfahrt, zusammen mit Herrn L., der das erste mal seit etlichen Jahren wieder am Millerntor aufschlägt. Leider trennen sich unsere Wege nach dem Einstandsbier, da ich für ihn bei der Lotterie für Karlsruhe nur die Nordkurve gezogen habe. Nachdem die erste Serie Fotos im Kasten ist, entscheide ich mich für Block 1, da sind noch ein paar halbwegs anständige Stehplätze frei, 30 Minuten vor Anpfiff. Auch so eine vage Hoffnung, dass man auf der neuen Tribüne nicht eine Stunde vorher auf die Plätze streben muss, will man vom Spiel etwas sehen. Schon bin ich wieder Eckensteher, wie gegen Braunschweig, diesmal auf der entgegengesetzten Seite. Sehr viel enger, sehr viel lauter, das gefällt mir.
Der Süden will den DFB entblödifizieren, der 5.800 Menschen diesen Abend nicht gönnen will, Gott sei Dank aber noch die Hürde des Einspruchs meistern muss. Langsam mahlende Mühlen sind manchmal von Vorteil, mal sehen ob bis zum endgültigen Urteil ein paar Leute in Frankfurt entblödifiziert werden, ich hab da meine Zweifel. Ob Theo Zwanziger das wirklich anders gesehen hätte weiß ich nicht, die Dankestapete kommt für mich etwas überraschend und ich frag mich die ganze Zeit über vergeblich, ob das vielleicht ironisch gemeint sein könnte. Der Karlsruher Anhang begeistert kurz vor Anpfiff durch starke Rauchentwicklung, mal etwas ganz Neues.
Spiel (1)
Fängt gut an, nach zwei Minuten die erste Ecke für uns, scheinbar steh ich hier gerade richtig, wo wir doch bei Standards immer gefährlich sind. Diesmal leider nicht, dafür macht Zambrano kurz darauf gefährlichen Blödsinn in der eigenen Hälfte, doch der schlimme Fehlpass hat keine Folgen. Der nächste Angriff über Kruse hat leider auch keine, der Winkel ist ungünstig und die Pille geht vorbei. Im Gegenzug kassieren wir fast das 0:1, aber Bene reagiert glänzend. Mein Umfeld ist begeistert, hier gibts scheinbar keine Benekritiker, endlich mal muss ich ihn nicht verteidigen.
Karlsruhe geht danach aggressiv zur Sache, kämpft um jeden Ball, die wollen hier was reißen. So ungefähr hab ich das befürchtet, wir rennen wieder vergeblich gegen eine Abwehr an. Das Fehlpassfestival verärgert meine Nachbarn, Chancen sind Mangelware, Unmut macht sich breit. Der resultiert im üblichen Gemecker und Gepöbel, schlägt aber sofort in begeistertes Gebrüll um, sobald es mal in Richtung Strafraum geht. Klingt schon manchmal nach Millerntor Roar, sogar die Chorfraktion ist hier vertreten, ich muss nicht alleine singen wenn mir danach ist. Daher hab ich nach einer halben Stunde eine trockene Kehle, frag wie immer den nächsten Bierholer in der Nachbarschaft ob er mir eins mitbringen würde, und schon ist das Problem gelöst.
Kaum hab ich den ersten Schluck genommen kommt von hinten Nachschub durch eine Bierdusche, Tooooooooooor. Direkt vor meinen Augen jagt Volz das Ei in die Maschen, guter Platz hier. "Aus dem Spiel heraus" ruft Rainer ganz begeistert in das Stadionmikro, das muss man wohl direkt erwähnen, weil es so selten vorkommt. Immerhin eine Führung zur Halbzeit und Ebbe sitzt ja noch auf der Bank..
Zwischendrin
Ich verzichte auf das Halbzeitbier, die Ecke hier ist so eng, da darf man seinen Platz keine Minute verlassen. Ist auch nicht nötig, irgendjemand geht immer Bier holen, eins ist immer übrig für mich. Wirklich ein guter Platz hier. Schafft man es auf eine exponierte Stelle, kann man unter Umständen sogar ein T-Shirt geschenkt bekommen, oder wenigstens Kinder fotografieren, die gerade ein T-Shirt geschenkt bekommen haben. Zwischendurch kommt der beim KSC gefeuerte Florian Lechner vorbei und bekommt den verdienten Zuspruch. Danke Lelle, wir vergessen Dich nicht. Kurzer Smalltalk und schon gehts weiter, ich rechne noch mit Ebbe, der Knoten muss endlich platzen.
Spiel (2)
Eckensteherschicksal. Die Sicht ist weiterhin gut, aber nicht mehr auf unsere Offensivaktionen. Die bleiben weiter Mangelware, dafür hab ich jetzt direkten Blick auf Bene und der macht seine Sache ordentlich, entschärft ein paar kritische Aktionen und bekommt Szenenbeifall, dass ich das noch erleben darf.
Karlsruhe ist weiter harmlos, unsere Distanzschüsse ebenfalls, spielerisch läuft selten was zusammen, dann kommt der Erlöser, Marius Ebbers steht wieder auf dem Platz, in der 60. Minute hatte ich sein Erscheinen vermutet, um nur eine Minute verschätzt. Jetzt gehts los, denk ich mir, und kurz darauf wäre die Gelegenheit dagewesen, aber auch Ebbe zielt vorbei. Doch alleine seine Anwesenheit auf dem Platz scheint alle zu inspirieren, zeitweise ist richtig Alarm in der Hütte. Als auch noch Bartels für Bruns auf den Platz kommt hab ich die Hoffnung auf einen letzten Sturmlauf, bekomme aber nur ein weiteres Bier. Auch nicht schlecht, noch einmal Stimmbänder ölen für die letzte Viertelstunde. In der weiterhin nichts richtig gelingen will, ich werd dann vom Schlusspfiff beinahe überrascht. Kein zweites Tor? Also dann halt nur 1:0. Sind auch drei Punkte.
Nachspiel
Ich fotografier noch den feiernden Bene beim Abgang aus dem Stadion, entscheide mich für eine weitere Runde durch die sich leerende Gegengerade und strapaziere damit wohl die Geduld vom Herrn L., denn der ist später vor dem Bierstand nicht zu finden. Ich hol mir trotzdem noch eins, dazu den neuen Übersteiger und hab so wenigstens was zum lesen in der U-Bahn.
Ich bin froh, wenn wir nicht aufsteigen. Wird merkwürdig genug sein auf einer neuen Betontribüne zu stehen, dazu noch den Stress der ersten Liga, darauf kann ich verzichten. Mit der Spielweise sehen wir da kein Land, in meinen Träumen sind sie zwar auch immer Europacupsieger, aber wenn ich aufwache seh ich uns momentan nur in Liga 2.
Auch eher Liga 2, aber trotzdem nicht übel: Fun Lovin' Criminals - Come Find Yourself
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Samstag, 10. März 2012
Lady Marmelade
So langsam bin ich Stammkunde beim Markt in der Fabrik, was dieser zum größten Teil der Frau Lachmund zu verdanken hat. Mit diesem Namen ist man geradezu prädestiniert Glück unter die Menschen zu bringen, und genau das macht die Frau Lachmund dort alle zwei Wochen: Glück im Glas verkaufen. Marmelade die glücklich macht, ganz besonders mich, denn dort gibt es zwei nahezu unschlagbare Sorten, die Kleene Helene (Birne/Rum) und Paulchens Pampelmusenpunsch (Pampelmuse/Grand Marnier), und damit gleich zwei meiner Lieblingsfrüchte, alkoholisch verfeinert. Sagte ich nahezu? Absolut unschlagbar. Was die anderen Sorten keineswegs ins Abseits stellen soll, bisher war jede Kostprobe ein Geschmackserlebnis, am Ende des Jahres werde ich sicher jede einmal mitgenommen haben.
Leider habe ich heute vergessen ihr zu sagen, dass sich Pflaume ganz hervorragend mit Gin verfeinern lässt, damit wäre die Top 3 meiner Favoriten komplett, aber die Gelegenheit wird sich irgendwann bieten. Heute hab ich mich erst einmal mit Paul, Helene und dem noch nicht alkoholisierten Zwetschgenjockel eingedeckt, das sollte eine Weile reichen.
Beim Gedanken an das Frühstück morgen werd ich jetzt schon glücklich. Hoffentlich finde ich anständige Brötchen.
Anständige Musik hab ich schon: Bruce Springsteen & The E-Street Band - London Calling:Live at Hyde Park. Vielleicht hätte ich mir doch ein Ticket für Köln holen sollen.
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Mittwoch, 7. März 2012
Heimspiel mit Gänsen
Vor zwei Tagen haben sie noch in Köln gespielt, erzählt Kettcar Bassist Reimer Bustorff, gestern hätte er seine Eltern in Niendorf besucht. Ein freier Tag, und das zu Hause. Was kann es schöneres geben auf einer Tour?
Dazu drei ausverkaufte Konzerte in einer Woche, Hamburg liebt seine Indiehelden.
Die hatten dann auch eine ganze Menge zu bieten, bei inzwischen vier Platten kommt schon ein erkleckliches Best Of Programm zusammen. Angefangen mit meinem neuen Lieblingstitel Rettung, und viele alte Klassiker wie Deiche, Balu (für die Mädchen) oder Money left to burn, von einem textsicheren Publikum inbrünstig begleitet. Was kann es schöneres geben als ein Heimspiel?
Denn bei den letzten beiden Zugaben hab ich mich gefragt, wie so etwas in Köln oder München wirken mag, Titel wie Schrilles buntes Hamburg oder Landungsbrücken raus, vor Leuten, die Deiche höchstens aus dem Urlaub kennen.
Ich kenn Kölner Fans, die sind recht zahlreich sogar, auch das E-Werk war ausverkauft, aber irgendwie kann das nicht dasselbe sein wie ein Heimspiel.
Vielleicht täusche ich mich aber auch ganz gewaltig, und Kettcar Konzerte in Köln oder München sind noch besser, weil da die dauersabbelnden Elbletten fehlen, die ihre letzten Abenteuer lieber laut schnatternd zu Stücken wie Im Taxi weinen zum Besten geben, statt sich auf das eigentlich dafür vorgesehene Damenklo zurückzuziehen. Man kann auf Konzerten mitsingen, mitgröhlen, klatschen, tanzen, oder einfach nur Musik hören, aber sabbeln? Warum geht dieses entsetzliche Labervolk eigentlich auf Konzerte? Da muss man doch gegen die Verstärker anbrüllen, das kann auf Dauer keinen Spaß machen.
Während ich noch an einer möglichst scharfen Bemerkung feilte, erspähte ich glücklicherweise drei Meter weiter eine passende Lücke. Um des lieben Friedens willen nahm ich das Angebot wahr, nur um kurz darauf festzustellen, dass mir die Schar schnatternder Gänse folgte.
Wenigstens haben sie während der Zugaben die Klappe gehalten, sonst hätte ich sie an den Haaren aufs Damenklo geschleift.
Dafür sing ich jetzt mit, es ist Graaaaaceland Baby, nur ohne Hüftschwung, denn hier läuft natürlich Kettcar - die nachgebastelte Setlist des heutigen, wirklich großartigen Konzertes in der Großen Freiheit.
Gleichzeitig der erste Härtetest für meine neue Taschenknipse, den hat sie bestanden.
Montag, 5. März 2012
Die Milch macht's
Als ich beim Bäcker meine Frühstücksbrötchen hole fällt mir ein, ich hab beim letzten Einkauf die Milch vergessen. Mist. Ich kauf immer nur einen halben Liter für den Kaffee, Frischmilch, nicht dieses ultrahocherhitzte, längerhaltbare, totgequirlte Zeugs, da passiert das schon mal.
Strafe für die Vergesslichkeit ist 1 Liter fettarme vom Netto, und eine betagte Dame vor mir, die mindestens einen halben Wocheneinkauf auf das Kassenband legt.
Dabei dreht sie sich ab und zu um, guckt auf die Packung Milch in meiner Hand, und räumt weiter ihren Wagen aus. Sie kommt dabei keinesfalls auf Idee mich vorzulassen, oder wenigstens zu fragen ob ich es eilig habe. Dann hätte ich zwar gelogen, aber zehn Minuten mehr Zeit für das Frühstück gehabt.
Als sie fertig ist dreht sie sich um, deutet auf die Milch und sagt: "Die würde ich vorher abkochen."
Aha, denk ich, seit in Blankenese drei Kinder an EHEC erkrankt sind greift die Paranoia wieder um sich. "Ach" frag ich harmlos, "warum denn?" "Ich hab das mal in Bayern gesehen" klärt sie mich auf, "da haben die Bauern die ganze Gülle auf der Wiese verteilt. Und hinterher grasen dann die ganzen Kühe auf der Wiese. Da kommt das her." "Naja," versuche ich sie zu beruhigen, "wir sind hier ja nicht in Bayern. Und die Milch ist schon ganz furchtbar doll abgekocht."
Darauf geht sie nicht ein, schüttelt nur den Kopf und packt ihre Einkäufe wieder in den Wagen.
Tja, jetzt wisst Ihr wo es herkommt. Die Milch macht's.
Die Musik macht: Bruce Springsteen - London Calling: Live in Hyde Park
Samstag, 3. März 2012
Im Grapparadies
Wahrscheinlich wäre ich von alleine nicht auf den Gedanken gekommen, jemals nach Billbrook zu fahren. Dieser Stadtteil ist eine einzige Gewerbefläche, hauptsächlich belegt durch Speditionen. Außer Lagerhäusern und Sattelschleppern gibt es dort nichts zu sehen, aber es soll ja Leute geben die Ikea schon für eine Sehenswürdigkeit halten, die würden dort ebenfalls fündig.
Da Muddern aber verzweifelt auf der Suche nach italienischem Walderdbeerlikör war, nebenbei bemerkt ein wirklich leckeres Zeug wenn man auf Likör steht, hatte ich irgendwann einmal versprochen mit ihr dort hinzufahren, denn außer Ikea und Speditionen befindet sich dort eine Dependance des italienischen Großhändlers Andronaco, und wer, wenn nicht der, sollte dieses Zeug doch vorrätig haben.
Da freie Freitage ohnehin meist Einkäufen und ähnlichem vorbehalten sind hab ich die Gelegenheit heute mal ergriffen, nach dem Frühstück bei Muddern vorbei, eingeladen und ab. Den Geldautomaten hab ich mir gespart, wenn ich zu viel Scheine in der Tasche habe werd ich nur leichtsinnig.
Warum der in Billbrook residiert wird schnell klar, in diesen Ausmaßen sind Mieten in der Stadt wohl kaum bezahlbar. Brechend voll war schon der nicht gerade kleine Parkplatz, ebenso das vorgelagerte Bistro, das mich an anderen Tagen sicher gereizt hätte, aber da war auf den ersten Blick schon kein Platz zu finden.
Auf den ersten Blick auch kein Walderdbeerlikör, dafür Grappa in einer Menge und Vielfalt, dass einem gewissen Herrn im südwestfälischen Regenwald ganz warm ums Herz geworden wäre, hätte er das sehen können. Geradezu grapparadiesische Zustände, für jeden Geldbeutel, auch für den ganz großen. Wahrscheinlich ist dort jede halbwegs bekannte Brennerei Italiens vertreten, eine solche Auswahl kenne ich sonst nur bei schottischen Malts. Kann natürlich auch daran liegen, dass ich mich normalerweise mehr für Single Malt begeistere als für Grappa, auch wenn es durchaus interessante Tropfen gibt.
Was ich nicht erwartet habe war eine Frischetheke. Dafür muss man eine Nummer ziehen und warten, bis man aufgerufen wird, schließlich können Einkäufe im Großhandel auch mal länger dauern. Alsdann kann man sich durch eine Auswahl feinster Spezialitäten quälen, vom edlen Parmaschinken bis hin zu etlichen Sorten Pecorino und was es sonst noch an italienischen Käsesorten gibt.
Bei Parmaschinken und Parmesan darf das dritte italienische P natürlich nicht fehlen, Pasta. Pasta ohne Ende. Ich hab immer gedacht, ich kenn inzwischen alle Sorten, aber das war ein großer Irrtum. Jede nur denkbare geometrische Form gibt es auch als Hartweizennudel. Dazu selbstverständlich alle Arten von Pestos und Sugos, Hasen-, Reh- und Wildschweinbolognese, nichts ist unmöglich.
Eis? Klar. Von der Portionspackung im Sektglas bis zur Festtagseistorte. Antipasti von der gefüllten Olive bis zum Thunfischcarpaccio, Cantuccini und Amaretti für den Espresso danach, oder gleich den Espressokocher dazu, falls man noch keinen hat.
Ganz Italien auf ein paar hundert Quadratmetern, Billbrook hat tatsächlich eine Sehenswürdigkeit. Lohnt sich auch, wenn man keine Verwendung hat für ein ganzes Kilo Black Tiger Prawns oder Stockfisch. Manchmal tun es auch Kleinigkeiten wie sizilianische Zitronenkonfitüre, Erdbeeren in Balsamico oder eine anständige Flasche Rotwein oder Grappa.
Für den Parmaschinken fahr ich da ganz sicher mal wieder hin, spätestens wenn Muddern ihre Flasche Fragoli di Bosco ausgetrunken hat. Den hatten sie natürlich auch, etwas versteckt zwischen etwa zehn Sorten Limoncello und anderen Likörchen.
Heute morgen im Briefkasten, schon unterwegs im Player, und läuft jetzt immer noch, die großartige neue Scheibe von Bruce Springsteen - Wrecking Ball
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Donnerstag, 1. März 2012
Es kann nur einen geben
Die Sonne scheint, da kann selbst der trübe Himmel nichts dran ändern, denn sie scheint mir gerade aus dem Arsch. Ehrlich.
Geburtstag, Weihnachten, Ostern - alles an einem Tag. Denn ich habe ein Trikot, ein Heimtrikot des magischen FC! In meiner Größe! Das steht seit 1910 Jahren an der Spitze meiner Wunschliste für solche Tage. Mein erstes Fußballtrikot überhaupt, sieht man mal von den Lappen meiner aktiven Zeit in der Tresenliga ab, die schon seit über 30 Jahren vorbei ist.
Trikots in meiner Größe gibt es eigentlich nicht, daher habe ich mich damit abgefunden, dass dieser Wunsch auf ewig unerfüllt bleibt. Zeitweilig habe ich mit dem Gedanken gespielt den Schneider um die Ecke zu fragen, ob der vielleicht aus zwei Trikots ein etwas größeres schneidern könnte, hab den Gedanken aber unter Blödsinn eingeordnet und wieder verworfen.
Wenigstens besitze ich seit Ende letzten Jahres ein paar schwarze Totenkopfshirts in meiner Größe, durch den unglaublich guten persönlichen Service eines großartigen T-Shirt Verkäufers, der es möglich machte, ein paar in meiner Größe mit durch den Drucker zu schicken. Das alleine hätte durchaus gereicht, um ein paar Jahre glücklich zu sein.
An ein Trikot hab ich dann keinen Gedanken mehr verschwendet, bis per Mail die Anfrage kam, ob ich Interesse an einem Heimtrikot in meiner Größe hätte, da würde zufällig noch eins rumliegen, das wollte nie jemand haben. Ob ich Interesse hätte? Gute Güte! Das würde ich zu Fuß abholen wenn es nötig sein sollte, so schnell hab ich glaub ich noch nie eine Mail beantwortet.
Das allerschärfste an der Sache, ich konnte zwischen dem aktuellen Sponsor und Fanräume als Aufdruck wählen, die Wahl fiel selbstverständlich nicht schwer.
Noch weniger schwer fiel mir die Wahl der Beflockung für die Rückseite, das war schon seit Jahren klar, es kann nur einen geben. Den fabelhaften Fabian, meinen Lieblingskommissar, noch weit vor dem Herrn Thiel aus Münster. Nebenberuflich Fußballspieler und Nummer 1 Kämpferherz des magischen Vereins, der Mann der niemals aufgibt. Dazu noch der Spieler mit dem größten Unterhaltungswert auch außerhalb des Platzes, Interviews mit Fabian Boll sind regelmäßig Sternstunden des Internetfernsehens, der Mann trifft genau mein Humorzentrum. Noch mehr als der Thiel aus Münster mit seinem Pathologen. Mal ehrlich, dagegen sind die Messis und Ronaldos der Welt blasse Figuren, egal wie gut sie daddeln können.
Nicht ganz so einzigartig, aber trotzdem gut, die aktuelle Schreibmusik: Kirsty MacColl - Electric Landlady
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