Montag, 15. Mai 2017

Alles ist gut wenn Vicky wieder singt









Sommerliche Temperaturen in Hamburg, blauer Himmel und irgendwas um die 20 Grad, dazu fanfreundliche Anstoßzeiten, die es ermöglichen auszuschlafen und gut zu frühstücken. Erstligaluxus, hat man ja nicht so oft. Noch viel besser aber ist die entspannte Gelassenheit mit der man zum Spiel fahren kann, kein nervöses Magendrücken, keine Angst vor dem Absturz, einfach mal Fußball genießen. Oder wenigstens die Sonne, falls das mit dem Fußballgenuss nicht klappt.  Durchaus drin bei einem Spiel, bei dem es um nichts mehr geht, außer um die Fernsehgeldtabelle. Denn erzähl mal einem Läufer, der gerade beim Marathon mit Ach und Krach die Ziellinie überquert hat, dass er nächstes Jahr mehr Geld bekommt wenn er noch 'ne halbe Stunde weiterläuft.

Hätte alles drin sein können heute, dass sie ganz befreit einfach nur Fußball spielen und die Fürther vom Platz ballern. Oder die uns, wenn der befreite Fußball voll in die Hosen geht. Mit Chance ein unterhaltsames 4:3, oder von mir auch ein 3:4, Hauptsache wir haben Spaß. Am Ende ballert aber niemand irgend jemanden vom Platz, weil wir in der ersten Hälfte in den schnarchigen Hinrundenstil fallen und das 0:1 in der zweiten Hälfte wieder aufholen können. Ein Spiel wie die ganze Saison, bis zur Hälfte völlig öde aber am Ende dann doch mit Grund zum Jubel.

Natürlich wäre ein engagierterer Auftritt schön gewesen und selbstverständlich hätte ich gerne einen Sieg im letzten Heimspiel gesehen, aber das wäre wohl nur der Fall gewesen, hätten wir noch um den Klassenerhalt zittern müssen. Musste ich lange genug, brauche ich nicht mehr. Als Einstieg in eine längere Erholungsphase ist so ein lahmes Unentschieden vielleicht gar nicht verkehrt. Scheißegal, Klasse gehalten.

Was sonst noch gut war:
Das YNWA bei der Verabschiedung von Rainer Wulff, weltbester Stadionsprecher seit 1910, in den wohlverdienten Ruhestand. Viel Spaß auf der Tribüne, der Nachwuchs hatte den denkbar besten Lehrmeister, kann nix schiefgehen.
Sollte ich seine Stimme vermissen lege ich einfach eine CD von ihm auf, sehr empfehlenswertes Ding übrigens, sehr viel Spaß für geradezu lächerliche 10 Euro.  

Die Choreos. Rabauken! Und durch Edelfan Nico inzwischen auch auf der Haupttribüne!

Der Flitzer, der kurz vor Schluss unbedingt Heerwagen umarmen musste und danach alle Ordner abgehängt hat um einen satten Torjubel vor der Süd hinzulegen. Abgesehen von Lasses Ausgleich der Höhepunkt des Spiels, möge seine Strafe nicht allzu hoch ausfallen.

Höchstwahrscheinlich die Abschlussparty vor dem Knust mit 1000 Litern Freibier, wobei die Frage ist wie viel davon noch vorhanden gewesen wäre, hätte ich mich nur entschließen können..


Was sonst noch schlecht war:
Dass die Fürther das 0:1 unbedingt dann machen mussten als sich das Stadion gerade so schön warmgesungen hat. Scheißegal, Klasse gehalten.

Cenk. Wäre mein erster Wechsel gewesen. Scheißegal, Klasse gehalten.

Ich bin nicht mehr fit genug für Abschlusspartys vor dem Knust. Scheißegal, Klasse gehalten.

Was sonst noch schlecht wird: 
Sommerpause. Mehr als zwei Monate mit Gerüchten über mögliche Transfers, wünschenswerte Transfers und warum-haben-wir-den-nicht-verpflichtet Transfers, verlängerte, nicht verlängerte und zum-Teufel-nochmal-warum-nicht verlängerte Verträge. Garniert mit der überraschenden Erkenntnis, dass bei uns wieder so gar nichts nach außen dringt bis der Fisch im Netz ist und daher gespickt mit Kommentaren über die nicht zu Potte kommenden Freunde aus Präsidium/Sportchef/Trainerstab/Aufsichtsrat etc..  die alle Schuld daran sind wenn die nächste Saison noch schlimmer wird, weil wir die einzigen sind die mal wieder keine vernünftigen Spieler verpflichten und überhaupt, wir werden alle sterben!

Ach was, werden wir nicht. Alles ist gut wenn Vicky wieder singt.


Fotos dazu: Gegengerade Millerntor, FC St.Pauli - SpVgg Greuther Fürth 1:1
Bier dazu: Ratsherrn Lazy in Red, Red IPA, 6.7%
Musik dazu: Schäl Sick Brass Band - Majnoun / Tschupun / Maza Meze / Kesh Mesh

Ach ja: Abstiegsangst nur alle zwei Jahre,  also sollten wir besser aufsteigen :)













































Sööööören! Wenn sie Dir einen Vertrag vorlegen, dann unterschreib den bitte. Du hast uns die Leandros beschert, jetzt musst Du auch bleiben!

Freitag, 12. Mai 2017

Sehleute
















Tausende standen an den Hängen und Pisten Uferpromenaden, mehr als eine Million Besucher sollen es an den drei Tagen des Hafengeburtstags wieder einmal gewesen sein. Einen großen Teil davon durften wir als Teilnehmer der Auslaufparade von Bord aus bestaunen, was sehr viel entspannter ist als unter den Menschenmassen an der Hafenkante. Bei diesem Anblick fällt mir auch sofort wieder ein, warum ich diesen Geburtstag eigentlich seit Jahren meide.

Eine Ausnahme mache ich nur noch, wenn der Käpten den Diesel der alten Omka anwirft um ein paar Stunden durch das Hafenbecken zu schippern. Im Sonnenschein, mit einer handvoll netter Menschen, Wurst vom Grill, 'ner Kiste Bier und viel Abstand zu den Kommerzbudenmeilen, sind sogar solche Massenveranstaltungen ein Vergnügen. Erst recht wenn man unterwegs mit guten Freunden auf den Klassenerhalt anstoßen kann.

Abgesehen davon sind sehr viele schöne alte Schiffe für See- und Sehleute immer ein Argument diese Veranstaltung zu besuchen, das findet man sogar in der Hafenstraße.
Demnächst gibt es hier auch mehr davon zu sehen.

Fotos dazu: Hafengeburtstag 2017, Nikon D90
Bier dazu: Wacken Beer Mjölnir, Nordic Lager, 5.3%
Musik dazu: Earl Scruggs, Doc Watson & Ricky Skaggs - Three Pickers







 

Montag, 8. Mai 2017

Regenbogenkanonenboot
















Wer schon immer mal wissen wollte wie Regenbögen gemacht werden: es ist die Feuerwehr! Damit das so schnell niemand bemerkt wird die Aktion anschließend verschleiert.

Fotos dazu: Auslaufparade Hamburger Hafengeburtstag
Bier dazu: Buddelship Brouge Saison Hibiscus, Farmhouse Ale, 5.6%
Musik dazu: Rich Hopkins & Lisa Novak - Loveland 


 

Sonntag, 30. April 2017

Drin? Das ist ja einfach!










Dass ehemalige Spieler gerne gegen uns treffen ist Legende, dass sie den Ball ins eigene Netz bugsieren eher selten. Stürmer im eigenen Strafraum sind halt immer eine latente Gefahr. Tut mir ja irgendwie schon leid, der John Verhoek. Vor allem, weil er damit seine Kollegen scheinbar völlig verunsichert und wir in wenigen Minuten noch zwei Treffer nachlegen können. Einen, weil der Torwart den Ball in Bedrängnis unserem Wuselmats in die Beine spielt und einen, weil Aziz halt immer eine Bude macht. Habemus Torjäger. Hätte er sogar noch höher schrauben können, macht er dann vielleicht nächste Saison oder besser noch im nächsten Spiel.

"Das war ja einfach" sagt mein Nachbar, "hätten wir nicht schon in der Hinrunde so spielen können?" Tja, Fahrradkette. Wäre wahrscheinlich in der Form nicht einmal möglich gewesen, wenn wir Vorbereitung und Hinrunde ohne Verletzte hätten spielen können. Bis dahin hatten wir leider kein Mittelfeld, dafür eine laufend veränderte Viererkette. Keiner kam vorher auf die grandiose Idee Jerry in die AV zu stellen und sicher hat auch keiner damit gerechnet, dass der auf dieser Position so einschlägt. Sahin war noch nicht der nur durch Fouls zu stoppende Turbodribbler und überhaupt: manchmal dauert es halt etwas länger, bis alles zusammenpasst. Wenn man viel Pech hat dauert es zu lange, wir haben hingegen wohl gerade noch die Kurve gekriegt, so wie es aussieht.

Weil es jetzt alles passt, auch mit dem Einsatz. Allein was Nehrig in der ersten Halbzeit alles abräumt, dieser unbedingte Wille den Ball zu erobern, das ist so 100% Bollerstyle, das steckt die Kollegen irgendwann an. Zwangsläufig. Heute dauert es etwas länger, aber den zweiten Treffer machen wir auch nur, weil Mats und Atze sich mit Hurra auf den Gegner stürzen und ihn so zu Fehlern zwingen. Angriff war schon immer die beste Verteidigung, mit dem Rücken zur Wand hat man eh keine Wahl.   

Eine halbe Stunde vor Schluss mit 3:0 führen, gegen einen Gegner der bis dahin offensiv so gut wie nichts zustande gebracht hat, das ist echt mal chillig. Ein lange nicht mehr genossenes Gefühl, man kann sich bequem zurücklehnen und ganz entspannt auf den Schlusspfiff warten. Machen heute scheinbar ganz schön viele, dabei wäre  gerade dieses Spiel wirklich ein Grund für mehr fröhliche Gesangseinlagen. Leider lassen sich außer mir nur noch drei bis vier Stimmen im direkten Umfeld darauf ein, was ganz schlecht ist, weil ich so ein miserabler Solist bin. Eine 6 in Musik fällt in der Südkurve sicher weniger auf.

Immerhin hat mein Nachbar mich heute nach dem Text von diesem "Aux Armes" Dingens gefragt, jetzt kennt er ihn und kann beim letzten Heimspiel mitmachen, aber vielleicht druck ich das sicherheitshalber doch mal aus vorher. Wir brauchen mehr Support, denn noch sind wir nicht durch, auch wenn sich die Stimmen nach dem Spiel nicht darauf einigen können ob wir noch 2, 3 oder 4 holen müssen um sicher drin zu bleiben. Einig sind sich nur alle, dass wir die nötigen Punkte sicher noch holen werden.

Nichts zu meckern, nicht mal in der Meckerecke. Einfach mal glücklich sein, sagt sogar Herr B. - und das will was heißen.


Was sonst noch gut war:
Eigentlich alles. Guter Tag. Sehr guter Tag sogar.

Was sonst noch schlecht war:
Dass sich niemand aufraffen wollte auf der G20 Demo mitzulaufen vielleicht. Vielleicht war das aber auch gut, wer weiß das schon.


Fotos dazu: Gegengerade Millerntor, FC St.Pauli - 1.FC Heidenheim 3:0
Bier dazu: Kehrwieder SHIPA Hüll Melon, 7.5%
Musik dazu: Dub FX - Everythinks A Ripple / Live in the Street