Sonntag, 14. Juni 2015

30 Mann und ne Buddel mit Rum

















Klingt etwas wenig und wäre es (trotz Haselünner Frauenquote) wohl auch gewesen, denn die erste Flasche ist schon leer als wir die Kattwykbrücke endlich passieren dürfen. Wie es scheint gerade noch rechtzeitig, denn da hinten braut sich etwas zusammen. Auf der Flucht sind wir meistens den einen wichtigen Knoten schneller als die Unwetterwolken, sogar die Sonne lässt sich zeitweilig sehen und beleuchtet die Villen und Parks am Elbufer, aber am Horizont sind die Wolkenbrüche deutlich sichtbar. Nur wenige Kilometer entfernt schüttet es wie aus Kübeln.

Richtig unangenehm wird es, als wir in die Este einbiegen. Die OMKA liegt quer zur Strömung und der böige Seitenwind verteilt Elb- und Regenwasser gleichmäßig über die Passagiere im Heck, da hilft auch kein Sonnensegel. Wer keinen Platz mehr gefunden hat im engen Ruderhaus zieht den Kragen hoch und die Mütze ins Gesicht. Vorsichtige machen sogar ihre Bierflasche zu, damit auch nix verwässert wird. Ich äußere die Hoffnung, dass zumindest der Wind auf der anderen Seite des Estesperrwerks durch die Deiche aufgehalten wird, aber erst müsste diese dämliche Brücke mal öffnen.

Tatsächlich bleibt nicht nur der Wind zurück, auch der Regen bleibt draußen. Kaum haben wir das Sperrwerk passiert findet man am Himmel nur noch malerische Wolkengebirge, die sogar den Pappenheimer zu wilder Knipserei anregen. Er sitzt zwei Meter vor mir auf dem Vorderdeck in der Sonne und fotografiert alles was ihm vor die Linse kommt, die alte Sietas Werft, Hafenkräne, Schiffswracks, den Anleger der Hafenfähre in Cranz, nur mich nicht. Dabei sitzt die Prinzessin seit einer gefühlten halben Stunde auf meinem linken Oberschenkel und drückt mir die Blutzufuhr ab. Bevor das Bein ganz abstirbt hätte ich davon gerne ein paar schöne Aufnahmen gehabt, die Werft habe ich selber schon hundertmal fotografiert. "Tritt den Dicken da vorne mal in den Hintern" fordere ich die Lütte auf.  Sie guckt mich mit großen Augen an. "Eheeecht?" "Ja, nicht so doll natürlich, aber so dass er's merkt." Und zack.

Leider zu spät. "Achte ma auf Motive Digga. Motiiiive!" versuche ich ihn mit den Augen auf das Wesentliche aufmerksam zu machen, aber da schreit im Heck jemand nach Bier. Wäre angeblich alle, also muss ich das Geheimfach öffnen unter der Klappbank und die nächsten Kisten ans Tageslicht zerren. Oder zerren lassen, klappt alles wie geschmiert heute, noch nix in der Hand außer Bier, Rum und Sportzigarette. Dafür schaffe ich es selbst im dritten Anlauf nicht den Käptn zu fragen wo wir eigentlich hin wollen, bei jedem Versuch das Ruderhaus zu entern werde ich entweder nach vorne oder nach hinten durchgereicht. Alle sind in bester Laune, alle haben was zu trinken, so langsam fange ich an den Tag zu genießen.

Die Wolken sind wie gemalt für diese Landschaft, äußerst fotogen alles heute. Wir ziehen vorbei an Apfelbaumplantagen, Häusern hinterm Deich, Kanälen, Booten und der Mercedes unter den mit der Blechschere designten Luxusyachten. Mit Dachterrasse! Wenn es in der Seefahrt auch einen TÜV gibt haben die da sehr viel Humor, aber wahrscheinlich kann und darf das Ding die Este niemals verlassen. Allet schick, Klönschnack hier, Klönschnack dort, noch n Bier, noch n Wort. Die erste Ansage kommt von den Mädels, die Kinder hätten Hunger. Was denn nu wäre mit dem Grill. Wir ziehen laufend an irgendwelchen Anlegern vorbei, aber entweder ist das Privatbesitz oder besetzt. An einigen davon würde ich nicht einmal festmachen wollen, wäre ich dazu befugt.

"Wenn nicht gleich gegrillt wird schmier ich den Kindern ein paar Brötchen." Jetzt wird es ernst, doch bevor ich den Käptn auf die Notlage aufmerksam machen kann steuert er schon Land an. Ein Anleger ohne Verbotsschild, zwar ziemlich vom Grünzeug überwuchert, dennoch vergleichsweise vertrauenerweckend, hat man die anderen gesehen. Um die Stabilität zu prüfen werden die Kinder vorgeschickt und während die halbe Besatzung sich im Grünen die Beine vertritt kümmere ich mich um den Grill. Besser gesagt kümmere ich mich um jemanden für den Grill. 

Denn mit dem Grill kann so ziemlich jeder hier besser umgehen als ich, doch ganz sicher keiner besser als Herr G., der zwar inzwischen mit halbterrassengroßen Grillmaschinen arbeitet, aber das Kohlehandwerk sicher nicht verlernt hat. Das zeigt sich auch gleich mit jedem Handgriff. Ein Sack Kohle und der halbe Grill reichen dem Mann, um in Nullkommanix einen ausreichenden Haufen an Grillwursttestsiegern perfekt durchzugaren. Dabei erweist er sich nebenbei noch als professioneller Würstchenzähler, am Ende bleibt nur ein einzige Wurst auf dem Grill liegen. Während ich mir ganz gechilled mit Bierchen und Röllchen einen Lenz mache stürzen sich alle auf Wurst, Brötchen und die von den Mädels mitgebrachten leckeren Salate, die den Kauf schnöden Aldikartoffelsalates glücklicherweise unnötig machten.  

Was für ein Anblick. Alle am futtern, alle Bierchen inne Hand, alle gute Laune, die Sonne scheint. Perfekt, ich liebe es wenn ein Plan aufgeht. Nur mit der Beschallung hapert es, dabei habe ich extra einen USB Stick mit allerhand Gassenhauern zusammengestellt, volle 10 Stunden Playliste für die ganze Tour. Von Hells Bells bis Zick Zack Zeckenpack, das wär bestimmt gut angekommen in dem Haus mit der Rautenfahne im Garten. Mudders Küchenghettoblaster spielt jedoch nur Springsteen und den auch nur immer die ersten 30 Sekunden, dann geht er aus. Nix mit Bullenwagen klaun und die Innstadt demoliern. Stromprobleme und die Batterien sind in der Luke mit den restlichen Bierkästen, auf der gerade zehn Leute sitzen oder stehen und etwas essen. Also gibt es Waterboys vom Exilwestfalen über Bluetoothhandygedöns, was fast niemanden stört weil der Diesel wieder anspringt. Die Sandbank droht, wir müssen zurück.

Das heißt, wir müssen wenden. Mit der OMKA auf kleinen Flüssen immer ein Abenteuer, klappt natürlich auch heute erst im dritten Anlauf, als der Käptn die Ruderhacke in den Modder setzt und sich von der Strömung drehen lässt. Das ist jedenfalls seine nachträgliche Erklärung, jetzt im Moment knirscht es sehr unangenehm und zaubert ein paar Sorgenfalten auf seine Stirn. Scheint aber eine bewährte Methode zu sein, wenn man gerade niemanden hat der die Achterleine um einen drei Meter hohen Poller legen kann während das Heck vorbeidriftet.

Den tückischen Sandbänken hinter dem Sperrwerk sind schon Elbfähren zum Opfer gefallen, doch auch diese Hürde meistern wir, lassen Kinder und (wenige) leicht angeschlagene Erwachsene am Fischmarkt raus und schippern so gemütlich nach Harburg zurück, dass sich Herr G. die halbe Stunde vor der Kattwykbrücke sogar noch mit der Angel vertreiben kann. Mit dem Grill ist er deutlich besser :D.

Mit der OMKA auf Tour ist eigentlich immer ein Erlebnis, wenn man die "Besatzung" selber rekrutieren kann geradezu unbezahlbar. Wie gut, dass es das nicht ist. Danke Stefan.    

Und dann war da noch der Moment, als sich ein paar Jungs und Deerns alberne Papierhütchen aufsetzten und mir ein derart unfassbares Geschenk machten, dass ich doch ein wenig die Fassung verlor. Aber das gehört hier nicht mehr hin.

Fotos zur Verfügung gestellt von den Pentax Boys: xs4all und Hippo, außer Bild 25 (Stefan Arndt), Bildbearbeitungen von mir. Mehr von der Hanseantarktischen Expedition beim Herrn Ärmel.
Musik zur Verfügung gestellt von Underworld - Dubnobasswithemyheadman/Born Slippy/Everything Everything










































Montag, 8. Juni 2015

Das große Fest im kleinen Hafen
















Der Wetterbericht schon wieder. Gewitter soll es diesmal sein, spätestens am Nachmittag und Regen wär auch wahrscheinlich, wie es halt so ist bei Gewittern. Da aber erfahrungsgemäß die Sonne (fast) überall scheint wo unser allerliebster Kapitän seine OMKA durch die Gegend schippert ist Harburg heute bestimmt ein Sonnenloch, denn es ist wieder einmal Harburger Binnenhafenfest. Das große Fest im kleinen Hafen, wesentlich gemütlicher als der Hafengeburtstag an den Landungsbrücken. Hier wird man nicht von Millionen Touristen überrannt, bekommt an jeder Schänke noch locker einen Tisch mit Sitzgelegenheit, das Bier ist billiger und die Hafenrundfahrt zwar von recht kurzer Dauer, dafür immerhin mit mindestens zehn historischen Schiffen möglich. Und der OMKA, natürlich.

Was in Harburg ebenfalls überaus praktisch ist: man kann mit dem Auto hinfahren. Das Parkhaus kostet heute zwei Euro und ist nur einen Steinwurf vom Kanalplatz entfernt, wo mir beinahe eine fast historische Aufnahme des historischen Schleppdampfers Claus D. geglückt wäre, hätte sich die Wasserwacht mit ihrer Plastikschüssel mal verpisst. Naja und die Fahrzeuge am anderen Ufer hätte man gegen historische LKWs austauschen können, aber das wäre wohl zu viel verlangt. Von der OMKA keine Spur, dabei ist die doch der Hauptgrund für meinen Besuch.

Der andere Grund ist Herr H., der mit seinen drei kleinen Nichten und dem dazugehörigen Schwager auf der anderen Kanalseite weilt, wie er mir telefonisch mitteilt. Ein etwas längerer Fußmarsch über die Zugbrücke über den Lotsekanal, bei dem ich verzweifelt nach Motiven Ausschau halte. Es ist ja nicht so dass es hier nichts gibt, es gibt nur nichts mehr was ich nicht schon fotografiert habe in den letzten Jahren. Wenigstens kann ich die OMKA knipsen die gerade von der Rundfahrt kommt, mit musikalischer Begleitung, wahrscheinlich Country. Wäre was für den Pappenheimer.

Außer Bier, Wurst und Gedöns steht in Harburg viel soziales, karitatives, politisches und sonstwie engagiertes Volk herum, der große Hafengeburstagskommerz findet hier nicht statt. Jedes Jahr dabei - die Hafenpozilei! Lieblingsstand vom Herrn H., der hier immer seine Caps kauft. Hinter das Geheimnis dieser merkwürdigen Vorliebe bin ich nie gekommen, entweder hofft er damit minderjährige Kiffer erschrecken zu können, oder auf mildernde Umstände bei der nächsten Fahrzeugkontrolle. Ein kurzer Blick auf den Tisch der Cops reicht, entweder hat Herr H. den kompletten Bestand aufgekauft oder die Zeit mit Pozileicäppi ist vorbei, die haben nur Prospekte im Angebot.

Zwischendurch könnte man ein zweites Frühstück einnehme, da ich mit der Karre hier bin ausnahmsweise kein Bier. Crêpe mit Erdbeeren und Nutella, hört sich gut an, wenn man Nutella weglässt. Schmatzend beobachte ich, wie eine etwas ältliche Dame den (wahrscheinlich historischen) Wohnwagen einer selbsternannten Wahrsagerin betritt. Sehr zögernd ins Halbdunkel vortastend, als könnte sie die Wahrsagerin mit ihrem plötzlichen Erscheinen erschrecken. "Kehr um!" möchte ich ihr zurufen, "Du wirst auch so glücklich werden. Das Glück ist mit den Doofen!" - aber die Erdbeeren hindern mich leider. Schon wieder jemand in die Falle getappt.

Auf der Bühne hinter dem Kulturkran spielt eine der nicht so weltberühmten Bands, trotz des originellen Namens spielen LazZappeln wenig originell Coverversionen bekannter Hits mit akustischen Instrumenten, aber immerhin keine schlechten Hits und auch nicht schlecht gespielt. Entschieden besser als die Bierstandschlagerkagge auf dem großen Geburtstag. Interessieren tun sich dafür trotzdem keine fünf Leute, bei der Hitze will sicher niemand das Tanzbein schwingen.

Herr H. und sein Schwager stehen an. Die Mädels wollen hüpfen, an so einem Gummibandtrampolindings, für unglaubliche 6 Euro. Das muss ich ausnutzen, endlich mal Motive. Wenn es etwas gibt was ich gut kann inzwischen, dann sind das Kinderfotos. Lange geübt, nur für Gummibandtrampolinactionfotos hatte ich noch keine Gelegenheit. Kann ich gleich mal ausnutzen, falls ich mit der Prinzessin über so ein Ding stolpere. Außerdem weiß ich ja, dass er sich immer freut über nette Fotos "seiner" Mädels. Kamera auf Dauerfeuer, kurze Belichtungszeit und ab dafür, das gibt wieder Arbeit für Stunden am PC, als ob ich nicht genug davon hätte. Bei der kleinsten der drei unglaublich fotogenen Grazien sieht das auf den ersten Blick schon sehr vielversprechend aus, die anderen beiden müssen leider im Gegenlicht hüpfen, aber irgendwas ist ja immer wie der Pappenheimer zu sagen pflegt.

Nebenbei informiert mich Herr H. über seinen vergeblichen Versuch eine Polizeimütze zu erstehen, einen herumschleichenden Halunken mit Entermesser und ein paar historische Fahrzeuge, die man für ein historisches Foto ganz gut an den Kanal stellen könnte, falls die Claus D. wieder vorbeischwimmt. In der Kaffeerösterei gibt es tatsächlich noch zwei freie Tische, einen für die Erwachsenen und einen für die Mädels, ziemlich leckeren Kaffee aus der Pumpkanne, auf dem Rückweg ein paar Stempel für das Abenteuerrallyeheft und der Tausch desselben gegen funkelnden Mädchentand.

Dann ist es endlich so weit, eine weitere Abenteuerreise mit der OMKA steht an. Die große Binnenhafenrundfahrt, die der Käptn als Erklärbär begleitet, während uns eine überaus entzückende junge Dame das Getränkeangebot unterbreitet, von der ich hoffe dass sie eine Festanstellung als Bestmann bekommt. Astra, Alster, Wasser, Cola, Fanta, Prosecco. Wein müsste auch da sein, ich hab vier Pullen an Bord gelassen, trinkt hier eh keiner. Dolle Auswahl für so ein kleines Schiff, oder?

Reicht trotzdem nicht, die stark bemalten Damen neben uns wollen Red Bull oder nix, einzig der Prosecco lässt sie kurz überlegen, doch... nee. Red Bull. Mit sächsischem Dialekt vorgetragen hätte ich das durchaus als Provokation aufgefasst, aber die Damen kommen aus Kolumbien, sind hier nur kurz zu Besuch und ansonsten ebenfalls überaus entzückend, wer sich an Bord dieses Schiffes begibt ist einfach immer auf dem Sonnendeck. Auch ohne Red Bull.

Daher will ich natürlich wie immer am Ende der Fahrt einen schmalen Obolus entrichten, damit uns der Kahn noch möglichst lange erhalten bleibt, doch das lehnt der Käptn kategorisch ab. "Nu is aber mal gut" sagt er, "ich freu mich schon auf den Schiffsbericht."

Nun denn, hier isser. Mit viel Fotos zum drufklicken ;)

Fotos: Historischer Claus - Ein Mann und sein Schiff - Omka am Kanalplatz - Omka - Chillen am Kanal 1 - Maritimes Leben 1 & 2 - Uns Ewer - Kulturkran auf den ich das nächste mal für ein Foto steigen muss - Historische Fahrzeuge 1,2 & 3 - Halunke - Maritimes Leben 3 - Feuerland - Lotsekanalbrücke - Lotsekanalbrücke mit Marxen - Chillen am Kanal 2 - Rock'n'Roll 1 & 2 - Lieblingshausboot - Repsold vor Harburger Hafenschleuse - Pottwal aus Sassnitz - Maritimes Leben 4
Bier: Maisel Chocolate Bock 
Musik: Stray Cats - The Masters / Brian Setzer - Rockabilly Riot



 


















































Mittwoch, 3. Juni 2015

Auf der Flucht
















Da plant man einmal im Leben eine etwas größere Veranstaltung, hat die ganze Woche davor nett Sonnenschein und erträgliche Temperaturen - und wat secht der Wetterbericht für den Stichtag? Sturmwarnung auffe Elbe! Wechselhaft mit Schauern! Wetterberichtdeutsch, heißt übersetzt: Wir haben nicht die leiseste Ahnung wann und wo es regnet oder auch nicht, aber es gibt auf jeden Fall ordentlich was von oben, irgendwo scheint vielleicht sogar die Sonne, aber garantiert nicht da wo ihr gerade seid. Den Kapitän, bei dem wir am Vortag den Großeinkauf aufs Boot schleppen, ficht das nicht im Mindesten an. "Ach, wenn's Sturm gibt, dann gibt's auf keinen Fall Regen." Der Mann ist immer derart entspannt, dagegen erscheint selbst Buddha hyperaktiv.

Ich habe leise Zweifel an Käptn Stefans Qualitäten als Wetterprophet, die mich Nachts um drei schweißgebadet aus dem Schlaf erwachen lassen. Ich sehe dreißig Leute auf einem viel zu kleinen Boot, die sich an den wenigen vom Regen halbwegs geschützten Stellen aneinander drängen, durchnässt und frierend. Kuchen ist auch viel zu wenig da, das Bier reicht bestimmt doch nicht und wieso zum Teufel habe ich eigentlich nur zwei Flaschen Rum gekauft? Der Dartmeister alleine atmet ja schon eine Pulle weg. Ich muss früher aufstehen und zum Bäcker, vielleicht doch noch irgend einen großen Pott Kartoffelsalat kaufen, obwohl die Fertigsalate alle nicht schmecken und der Edeka um die Ecke hat eventuell noch Captain Morgan im Regal... an Schlaf ist kaum noch zu denken.

So etwas passiert, wenn man 30 Leute einlädt und denkt, 30% kommen eh nicht, weil zu kalt, zu nass, zu anstrengend, zu weit weg, zu lange und überhaupt, diese Sauferei immer. Aber nix, seit Wochen freut sich die ganze Bande wie Bolle und die wenigen Lücken der wirklich verhinderten sind schnell gefüllt. Und das bei diesen wenig erbaulichen Voraussetzungen, da hab ich mir was eingebrockt.

Selbstverständlich regnet es, wie aus Eimern. Gewaltige Wassermassen stürzen vom Himmel. Auf der Flucht vor den drohenden Wolken Mordors, die schon vorzeitig das Überleben des Dinozombies zu verkünden scheinen, bekommen auch wir manchmal ein wenig davon ab. Meistens ist es aber ganz woanders, wodurch wir sogar im Sonnenschein grillen können. Man sollte dem Wetterbericht einfach den Mittelfinger zeigen.

So wie es die 30 Menschen an Bord der fabelhaften OMKA getan haben, die mir einen wahrhaftig unvergesslichen Tag bescherten, ich hatte mehr als einmal Pipi inne Augen. Danke für Alles.

Danke auch an den Käptn, der sich mal wieder eine grandiose Tour ausgedacht hat. Perfekt die Lücken ausgenutzt die von den Wolken gelassen wurden, dafür diesmal die zwischen den Sandbänken gut getroffen. Hoffentlich ist die Ruderanlage nicht zu stark beschädigt, was Abenteuertouren angeht ist die OMKA die einzige Möglichkeit. Wir sehen uns auf dem Binnenhafenfest.

Danken muss ich auch den beiden Herren, ohne die das hier eine rein textliche Angelegenheit geworden wäre, denn an diesem Tag wollte ich außer einer Flasche Bier und einer Sportzigarette nichts weiter in den Händen halten. Mein exzessivster Kumpel von Allen und sein kleiner hippolytischer Freund waren dafür im fotografischen Dauereinsatz und haben für fast 800 Rohlinge gesorgt, die ich jetzt sortieren und bearbeiten darf. Mit dem vom Käptn immer sehnsüchtig erwarteten vollständigen "Schiffsbericht" hier im Blog wird es also noch ein wenig dauern.

Auf der Flucht bin ich nu nicht mehr.

Mehr Fluchtfotos: Vom dunklen Gewölk
Fluchtmusik: Massive Attack - Live @ Melt Music Festival 2010











Freitag, 29. Mai 2015

Und was macht Ihr so am Wochenende?
















Feiern ist immer eine gute Idee. Irgend etwas. Anlässe gibt es genug, und wenn es nur die Relegationstore ehemaliger Spieler sind. Zum Beispiel.

Feierfoto mit freundlicher Genehmigung des Fotografen
Feierbier (noch): Prototyp Hamburg Style Lager
Feiermusik (noch): Frank Zappa - A Token Of His Extreme

Donnerstag, 28. Mai 2015

Zickezacke Vogelkacke




Wer sich in die Natur begibt kommt darin um. Zumindest muss er damit rechnen, dass ihm auf den Kopf geschissen wird. Das muss auch der Pappenheimer erfahren, als wir beim gemütlichen Spätnachmittagsbierchen auf der Terrasse der Fischerklause sitzen. Bei der Unmenge an Schwalben, Mauerseglern oder was immer hier durch die Lüfte schwirrt musste es irgendwann jemanden treffen. Natürlich den ohne Mütze.

Den fluchenden Pappenheimer beim Entfernen des grünen Glibbers zu fotografieren könnte eskalierend wirken, wenn der Mann schon droht arme kleine Vögel zu massakrieren lass ich das lieber. Heute ist Ruhetag, der einzige Tag in der Woche an dem ich garantiert nichts machen will, außer verstärkt zu chillen. Und auf dem Rückweg vielleicht eine extraleckere Flasche Bier zu kaufen, für die Restchillung am Abend.

Für die knappe Stunde Restsonne ist die Fischerklause jedenfalls eine gute Wahl. Wir sitzen direkt am Ufer des Lütjensees, ein frisch gezapftes zweites Frühstück vor der Nase (im Norden geht das auch), und schauen den im Wasser treibenden Booten bei ihrem Treiben zu. Den größten Lärm macht dabei ein wahrscheinlich nicht ganz kleiner Fisch, der in unmittelbarer Umgebung nach Insekten schnappt.

Eigentlich sehr beruhigend, wenn einem nicht gerade auf den Kopf gekackt wird. Soll aber Glück bringen und davon kann man nie genug haben.

Chillfoto: Lütjensee / Stormarn
Chillbier: Maisels Cocolate Bock (schon wieder)
Chillmucke: Ozric Tentacles - Technicians of the Sacred

Mittwoch, 27. Mai 2015

Bock auf Bismarck?
















Ob Johanna ihrem alten Otto jemals die Hörner aufgesetzt hat? Eher unwahrscheinlich, wenn man sich die Biografie der beiden ansieht. Dafür hat ein Wiener Künstler-Kollektiv dem eisernen Kanzler gleich einen ganzen Steinbock auf den Kopf gesetzt. Provokant, wat? Damit wollen sie eine Diskussion über dieses Denkmal und den Park anregen, dabei ist die schon längst im Gange.

Denn so manch einer in Hamburg fragt sich, ob man die 13 Millionen Euro nicht sinnvoller verwenden könnte, die für die Sanierung dieses baufälligen Klotzes aufgewendet werden sollen. Vielleicht sollte man den Bock einfach mal umstoßen.

Bockfoto: Nikkor 70-300mm
Bockbier: Maisels Chocolate Bock
Bockmucke: Fink - Mondscheiner / Haiku Ambulanz