Sonntag, 11. Oktober 2015

Klein Britannien
















Seit ich vor ein paar Jahren die British Flair in Groß Flottbek entdeckt habe wollte ich da immer mal wieder hin, aber entweder war das Wetter nicht tauglich für eine Open Air Veranstaltung oder sie fiel auf einen Heimspieltag. Dieses Jahr klappt es immerhin am Sonntag und damit Muddern mal aus ihren vier Wänden kommt nehme ich sie kurzerhand mit. Die Aussicht auf live gespielte Dudelsackmusik zieht bei ihr immer und wenn man da was essen kann - gibt es vielleicht sogar Haggis? Das will ich nicht hoffen, nur weil ihr das Zeug in Schottland geschmeckt hat muss das noch lange nichts heißen. Vor drei Jahren beschränkte sich das Angebot auf Gerichte der ehemaligen Kolonie Indien, damit könnte ich auch heute gut leben.

Nach einer halben Stunde Fußmarsch über Groß Flottbeker Kopfsteinpflaster und Sandwege gönnen wir uns dann doch lieber eine Tüte Fish & Chips und das Zeug ist wirklich recht lecker, jedenfalls wenn man Remoulade verwendet statt Essig. Muddern verwickelt unsere Stehtischnachbarn sofort ins Gespräch und glücklicherweise sind es Engländer, endlich kann sie mal wieder ihre Sprachkenntnisse anwenden. Gott sei Dank kommen die beiden aus Hamburg, so dass das Gespräch nicht gleich im Sande verläuft. Am Nebentisch beklagt ein sonnenbebrillter Blondling sein schweres Leid in lauten Tönen. Den Kalender voll mit Terminen und keine Zeit den Porsche aus der Werkstatt zu holen, das ist fast so hart wie den Mini der Freundin fahren zu müssen. Definitiv kein Engländer, Understatement geht anders. Ich fühle mich versucht ihn zu fragen, ob Papi auch für die Werkstattkosten aufkommt, aber in einem Zeitalter, in dem jedes Pickelgesicht für eine dämliche Internetidee Trilliarden Dollar kassiert...man weiß es halt nicht.

Vor der Fischbude läuft das Showprogramm. Rituelle Tänze der Kiltträger oder so etwas, wobei sich nur zwei echte Kiltträger unter den Tänzer/innen befinden. Was mich nicht im Geringsten wundert, Frauen standen schon immer mehr auf dieses Tanzdings als Männer, war bestimmt auch bei den ollen Schotten schon so. Auf der anderen Hälfte des Rasens rasen tollkühne Männer in alter englischer Technik umher, sie versuchen eine halbe Stunde im Kreis zu fahren ohne dass etwas kaputt geht - und fast hätte es geklappt, nur ein einziges Fahrzeug ist kurzfristig ausgefallen.

Wer sich in englischen Sportarten versuchen will kann gegen einen geringen Obolus mit Gummistiefeln werfen und wahrscheinlich sogar etwas gewinnen dabei, Muddern kauft lieber ein paar Lose und prompt ist ein Gewinn dabei, den wir später am Ausgang abholen können. Hoffentlich eine Tüte englischer Toffees und nicht irgend ein unbrauchbarer Blödsinn, denn davon gibt es hier unheimlich viel. Gefühlt dreimal mehr Pavillonzelte als beim letzten Mal, von englischen Chips bis zur Englandreise, vom Fahrrad bis zum Bentley, Anzüge aus Tweed, Chutneys, Pickles, Fudge und Haggis. In der Dose und höchstwahrscheinlich schon deshalb ungenießbar, weil die seit Stunden in der prallen Sonne steht. 

Muddern findet das Rahmenprogramm nicht sonderlich aufregend, kann ich schon deshalb nicht widersprechen, weil ich das alles schon kenne. Die Damensatteldamen auf ihren Pferden, den Schäfer mit seinem Hund und den drei Schafen, die im Kreis fahrenden Oldtimer. Vor ein paar Jahren gab es wenigstens noch Rugby und Greifvögel zu sehen, es mangelt eindeutig an Action, nicht einmal Hunderennen steht heute auf dem Programm. Dafür gibt es auf der kleinen Bühne Musik von London Pride, zwar nicht mit Dudelsäcken, aber elektrisch verstärkt und schön laut. Beatles, Stones, Chuck Berry. Muddern ist völlig begeistert, endlich mal Rock'n'Roll, hier bleib ich stehen, geh Du mal fotografieren. Waren die Beatles wohl doch nicht ganz so schlecht, hat nur irre lange gedauert bis es gezündet hat, früher auf meinem Plattenspieler war das noch furchtbares Gejammer.

Das furchtbare Gejammer folgt kurz darauf, die Baul Muluy Pipes & Drums marschieren auf. Dudelsackmusik! Endlich! Leider nicht ganz so beeindruckend wie gedacht, weil es halt nicht die schottischen Dudelsackfestspiele sind, wo gleich zweihundert Mann in die Tröten tröten. Schmale Besetzung, vor drei Jahren waren das auch deutlich mehr. Nach dem vierten Titel beginnt Muddern langsam die Geduld zu verlieren. Ihr Lieblingsstück wurde noch nicht gespielt und das ist eigentlich das einzige Lied, was ganz toll klingt mit Dudelsäcken, der Rest ist halt doch ziemliches Gedudel auf Dauer. Aha. Doch nicht so gut wie Beatles und Chuck Berry, wer hätte das gedacht. Bevor ich ihr Lieblingslied erraten kann wird es auch schon gespielt, denn natürlich gehört Amazing Grace zum Repertoire jeder Dudelsacktruppe weltweit, der Tag ist gerettet.

Der Nachwuchs des Hamburger Polo Clubs, der das Gelände freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, demonstriert am Ende der Veranstaltung noch wie so ein Polospiel aussehen könnte, würde nur jemand mal diese verflixte kleine Kugel richtig treffen. Da das niemand so richtig zu beherrschen scheint, endet die Partie mit einem leidlich spannenden 0:0, aber immerhin mit einem umgerittenen Torpfosten.

Für Fish & Chips, kalten Cider vom Fass und Dudelsäcke mit Amazing Grace muss ich da jedenfalls nicht noch einmal hin, trotz des karitativen Zwecks der Veranstaltung ist mir das inzwischen zu viel Kommerz und zu wenig Abwechslung. Vielleicht, wenn ich mal einen Anzug aus Tweed brauche..

Fotos: British Flair 2015, Hamburg Groß Flottbek
Bier: Peak Organic Amber Ale, 4.9%
Musik: The String Cheese Incident - Rhythm of the Road: Live from Las Vegas































































Montag, 5. Oktober 2015

Oh lecker, Cracker
















Auf der Käsetheke steht ein Tablett mit Häppchen herum, Cracker mit Frischkäse und bunten Fähnchen. Die Käsethekendame ermuntert mich, doch gerne alles einmal zu probieren. Das rosa Zeug schmeckt lecker, was ist das? "Cranberry-Pfeffer" sagt die Dame, da nehme ich doch gleich 100 Gramm von mit. "Sehr gerne der Herr. Darf es sonst noch etwas sein?" Ich kaue noch, aber der hier ist fast noch besser. "Das ist Birne-Senf, ganz neu im Angebot." Gut, davon auch 100 bitte. "Wenn Sie es etwas schärfer mögen kann ich ihnen den Mexican Hot Chili empfehlen, oder vielleicht etwas mit Lachs, wie unser Lotsenfrühstück?"

Der Lotse schmeckt zu sehr nach Fischkäse, das ist nicht mein Ding, aber eine etwas pikantere Sorte rundet den Einkauf ab. Jetzt rolle ich mit 300 Gramm Frischkäse zur Kasse, obwohl ich eigentlich nur Bier holen wollte. Was mach ich mit dem ganzen Zeug? Schmeckt das überhaupt auf Brötchen? Auf Cracker wars ganz lecker. Zurück zur Käsedame. "Die Cracker finden sie hinter den Spirituosenregalen beim Knabberkram."  Reicht eine Packung für 300 Gramm Frischkäse? Oder nehme ich lieber zwei? Will ich überhaupt 300 Gramm Frischkäse auf Crackern essen? Wahrscheinlich nicht, eine sollte reichen.


Zu Hause dämmert dann langsam die Erkenntnis, mal wieder voll in die Konsumfalle getappt. Solche Crackerhäppchen kann man machen, wenn man mindestens zwanzig Leute auf eine Party einlädt - oder Kunden zum Frischkäsekauf animieren will. Nach 5 Crackern mit Frischkäse hab ich die Nase schon gestrichen voll, mehr als 50 würde ich also nicht vorbereiten für die Party.

Ich kaufe zu viel unnötigen Scheiß, das muss aufhören. 

Crackerfoto: Canon Powershot Stilleben ohne künstlerischen Wert
Crackerbier: Jever Pilsener, 4.9%
Crackermusik: Frank Zappa - You Can't Do That On Stage Anymore, Volume 3

Samstag, 3. Oktober 2015

Goldener Oktober?


















Dreckswetter, dämliches. Den ganzen Tag blauer Himmel und Sonnenschein mit angenehmen Temperaturen, aber wenn man mitten in der Nacht von der Maloche kommt friert man sich im T-Shirt den Arsch ab. Das beschert mir seit drei Tagen eine hartnäckige Erkältung, die hauptsächlich auf die Stimme schlägt. Gestern gar nicht vorhanden, klingt sie heute wenigstens ansatzweise nach Lee Marvin, aber ob ein geröcheltes "Wandrin' Star" unten auf dem Platz ankommt ist doch sehr zu bezweifeln. Mein Support fällt eher flau aus heute, das ist mal sicher.

Drecksnahverkehr, dämlicher. Die App sagt 11:28, der Aushang an der Haltestelle sagt 11:30, die Rücklichter des in der Ferne verschwindenden Busses sagen ungefähr 11:24. Der nächste fährt in einer halben Stunde, die andere Linie an Feiertagen gar nicht. Fängt ja gut an der Tag, also den Bus in die Gegenrichtung nehmen und mit der Regionalbahn fahren. Mit der "Verspätung ist immer drin" Regionalbahn, dieses Mal nur fünf Minuten, macht zusammen 20 Minuten Wartezeit. Der nächste Bus in die richtige Richtung fährt sofort, braucht aber alleine bis Wandsbek Markt schon eine halbe Stunde, das rechnet sich nicht. Glaube ich jedenfalls, denn mit meinem verrotzten Schädel fällt die Rechnerei schwer. Wenigstens ist die Bahn, wenn sie denn fährt, einigermaßen fix am Hauptbahnhof und die U3 fährt alle fünf Minuten. Ist das an Feiertagen normal oder hat da jemand mitgedacht?

Schon wieder ein Schal. Kaum bin ich im Stadion hält mir eine junge Dame einen Schal vor die Nase, ach ja, da war doch was. Refugees Solischal für nen Zehner. Wo ich jetzt diesen praktischen Schalhalter vom schwedischen Steuerhinterzieher habe nehme ich einen mit, trotz der gewöhnungsbedürftigen Farbkombination, die den wohl für immer in den Schrank verbannen wird. Der gute Zweck heiligt nicht jedes Mittel.

Dreckskaltes Bier, mistiges. Tee wäre jetzt gut, heiß, mit Zucker und Zitrone Rum. Hilft aber nur, wenn man danach ins Bett geht und schwitzt - und davon bin ich meilenweit entfernt. Ich könnte neben dem Dartmeister in Block 2 sitzen weil der Skipper heute nicht da ist, entscheide mich nach kurzer Überlegung aber für meinen eigenen Platz, der ist besser ausgestattet. Die Idee des Bierbecherhalters ist bei den Veteranen inzwischen zwar angekommen, aber damit noch lange nicht umgesetzt (btw: war da nicht mal ein Banner im Gespräch?). Wenn ältere Herren etwas planen...

Das Herz von Sankt Pauli ist definitiv nicht die Tonlage von Lee Marvin, ich schone den Hals besser für eventuelle Pöbeleien während des Spiels, das sollte gerade noch machbar sein. Wer zu spät kommt hat keinen Plan von der Aufstellung, muss aber auch keine Auswärtshymne ertragen. Was da unten zu den Hells Bells auf den Rasen läuft sieht sehr nach Stammelf aus, mit Buchti auf Alushis Position und Dudziak neben Maier und Sobota. Kann losgehen.  

Drecksfußball, dämlicher. Vier Minuten lang sieht das gut aus, dann spielt Ratsche einen katastrophalen Pass in des Gegners Beine, ein kurzer Pass auf den freien Mann und zack steht es 0:1.  Nach dem ersten Schock sacht der Nachbar doch ganz trocken "besser ein frühes Gegentor als ein spätes", da kann der nächste Sandmann völlig unbedrängt in den Strafraum flanken, zack steht es 0:2. Nach nur sieben verfixxten Minuten, ich glaubs ja nicht. "Besser zwei frühe Gegentore..." grinst der Nachbar leicht gequält "wir haben noch viel Zeit das zu drehen."
Das allerdings gestaltet sich schwierig, denn Sandhausen macht das ziemlich geschickt. Eklig, aber geschickt. Vorne immer sofort auf den Mann, hinten die Räume eng machen, kommt die Mannschaft überhaupt nicht mit klar. Das ziehen die jetzt das ganze Spiel durch, kannste drauf wetten. Rennen, hakeln, schubsen, fallen, das volle Programm und unsere Jungs halten dagegen. Der Schiedsrichter würzt das Geschehen mit seltsamen Entscheidungen und gelben Karten, vorerst nur für uns, obwohl Sandhausen auch da klar führen müsste. Dudziak muss lange behandelt werden, Sobiech liegt ewig im Strafraum herum nachdem der Sandhäuser Torwart ihn aus der Luft gerammt hat, das ist Fußball mit Brechstange. Nicht schön, aber erfolgreich wenn die Pfeife nicht pfeift. Am Ende haben wir noch Glück, dass es zur Halbzeit nicht das dritte Mal klingelt, hoffentlich fällt Ewald etwas ein.

Das Pausenbier das schenk ich mir, sitzen bleiben, gemütlich Pausenrolle dampfen und Tapeten knipsen. Gegen Dosen, gegen Bild, aber cool mit RTL!? gefällt mir ganz besonders, denn was dem Verein eine Kooperation mit RTL Interactive bringt würde ich auch gerne erfahren. Ich bin ja geneigt dem Vorstand ein gewisses Vertrauen entgegenzubringen nach den letzten Monaten, aber RTL ist für mich so etwas wie BILD für TV-Glotzer. Was soll dabei rauskommen, außer so einem Mist wie Spielerfrauentausch oder Trainercontainer?

Drecksfußball, immer noch, denn Sandhausen ändert die erfolgreiche Spielweise logischerweise nicht. Attackieren, zerstören, blitzschnell die Lücken schließen, immer noch einen Fuß oder ein Bein dazwischenstellen - und die Artisten in der Zirkuskuppel sind ratlos. Treffen reihenweise die falschen Entscheidungen, gehen entweder die falschen Wege oder die richtigen Wege zu spät. Erkämpfen sich einen Eckball nach dem anderen, machen aber nichts draus. Der Schiedsrichter pfeift weiterhin eine Grütze zusammen, das ist nicht mehr feierlich. Durchaus möglich, dass die Partie mit zehn gegen zehn zu Ende gespielt wird, ist nur die Frage wen es zuerst erwischt.
Bei uns wird Dudziak durch Choi ersetzt und kurz darauf kommt John Verhoek für Ratsche in Spiel, was den Nachbarn sichtlich freut. "Ich mag ja seine Spielweise" sagt er, "der geht sofort drauf, macht immer viel Alarm vorne. Leider schießt er keine Tore." Tja, da sind wir geteilter Meinung, ich mag seine Spielweise ganz und gar nicht, würde mich aber damit anfreunden, wenn er wenigstens Tore schießen würde.
Noch knapp fünfzehn Minuten plus Nachspielzeit und Freistoß für uns, aussichtsreiche Position für Basti. "Wir können das noch drehen" meint der Nachbar in wenig überzeugendem Tonfall. "Ja" pflichte ich ihm bei, "wenn er das Ding jetzt in den Winkel nagelt und damit das Stadion aufweckt, das erwachte Stadion dann wiederum die Mannschaft aufweckt und die bis zum Ende Vollgas geben, dann können wir das noch drehen. Aber so leise wie es hier inzwischen ist glaubt da niemand mehr dran, außer dir." 
Bastis Freistoß kommt guuuut, aber der Keeper kriegt die Hand dran, Mist. Ecke. Kommt rein, wird rausgehauen und fällt Choi vor die Füße. Jetztjetztjetzt....jaaaaaa. Choi! Anschlusstreffer! 1:2 und jetzt gehts los, wenigstens einen Punkt retten, allez ihr Säcke. Letzte Auswechslung bei uns, Schnecke Kalla kommt für Sobota, der sich immer mehr verzettelt in seinen Dribblings. Auf gehts Jungs, das wird noch was. Nicht.
Weil ein Sandhäuser geschickt über Buballas Beine stolpert und der Schiri das als elfmeterwürdig ansieht. Ganz großes Kino heute, ich werd zum Elch. Robin ist in der richtigen Ecke, mit der Hand noch dran, aber keine Chance, 1:3, das war es dann wohl.
Dabei haben wir den nächsten Anschlusstreffer auf dem Fuß, genauer gesagt hätte ihn John Verhoek auf dem Fuß gehabt, wenn Verhoek einen Fuß hätte mit dem er Fußball spielen kann. "Den hätte meine Oma gemacht" schimpft der Nachbar, der nach nur zehn Minuten nicht mehr ganz so überzeugt ist von Johnnys Qualitäten. Die letzte Chance hat Maier, scheitert aber am Torwart und dann spielt Sandhausen das locker zu Ende.


Wenn das ein goldener Oktober werden soll, hätte er besser mit Scheißwetter und drei Punkten anfangen sollen. Schon sehr bezeichnend, wie sich Trainer und Spieler von Sandhausen überschwänglich beim Schiedsrichtergespann bedanken. Zumindest einen Teil ihrer drei Punkte haben sie den Pfeifen zu verdanken, der andere Teil ist unsere schlichte Unfähigkeit Tore zu erzielen. Auf Dauer werden wir uns da oben nicht halten, dazu fehlen ein bis zwei erstligataugliche Stürmer und das wir das eine oder andere Spiel noch verlieren werden stand auch schon lange fest, nur nicht wann und wo. Die Aufstiegsfantasten in den Redaktionsräumen können endlich wieder in ihre Höhlen kriechen und sich anderen Themen widmen bis wir 40 Punkte haben.

Ein Bier geht immer noch rein. Die Tresenkurve hat hohen Besuch, Koschi hat seine Eltern dabei und Vaddern ist ganz entsetzt von dem, was er da sehen musste auf dem Rasen. Wenn der wüsste, was wir uns hier schon alles angetan haben. Das Kleeblatt hat gerade noch viel derber verkackt, so etwas passiert halt auch anderen. Schnell noch in die Fanräume und etwas Lektüre besorgen für die Rückfahrt, der Kiezkieker hat wieder einen dollen Sticker im Heft den ich unbedingt haben muss. Leider passt der so gar nicht zum heutigen Spiel, auch wenn die drei Jungs auf dem Cover nicht unbedingt dran Schuld waren.

Oktoberfotos: Bahnhof Rahlstedt, Gegengerade Millerntor, YNWA, Michel, Kiezkieker
Oktoberbier: Gruthaus Pumpernickel Porter, 5.6%
Oktobermucke: Los Lobos - Gates Of Gold / Patrick Sweany - Daytime Turned To Nighttime











































Mittwoch, 30. September 2015

Oles Glaspalast

















"Was ist jetzt eigentlich teurer, die Elbphilharmonie oder der Berliner Flughafen?"  Dolle Frage, das wäre etwas für die erste Runde bei Günter Jauch. Die Antwort des Begleiters der jungen Dame bekomme ich nicht mit, aber ich hoffe mal, dass er Konzerthaus und Flughafen in richtige Relationen setzen kann und die 50 Euro Hürde nimmt. Auch wenn es kein Trost ist, dass Berliner noch dusseliger sein können als Hamburger, das wusste ich schließlich vorher schon.

Der Initiator des Hamburger Schwachsinns, Ole von Beust, beklagte doch neulich in der Presse tatsächlich die fehlenden Visionen seines Nachfolgers auf dem Hamburger Bürgermeisterstuhl. Gott sei Dank kann ich da nur sagen, der Scholz ist auch ohne Wahnvorstellungen schon schlimm genug. Nicht auszudenken wenn der ähnliche Visionen entwickeln würde wie von Beust, denn die waren durch die Bank eine einzige Katastrophe für die Stadt.

Seine größte Vision ist seit acht Jahren im Bau und seit ein paar Wochen das erste Mal ohne Baukräne zu sehen. 77 Millionen Euro sollte die Elbphilharmonie kosten, 789 Millionen sind es geworden, fertig ist das Ding aber noch lange nicht. Einen größeren Beweis für völlige Unfähigkeit könnte es eigentlich gar nicht geben, hätten die Berliner das nicht nahezu gleichzeitig überboten.

Ein Touristenmagnet scheint es immerhin zu werden, denn ich bin bei weitem nicht der einzige, der Oles Glaskiste ohne Kräne fotografieren will. Nähere Informationen zum Bau bekommt man durch Gesprächsfetzen von der Wasserseite, "zwanzigtausend Euro, jedes einzelne Fenster" tönt es aus dem Lautsprecher einer vorbeifahrenden Barkasse. Den Hafenclowns ist zwar bei ihren Aussagen grundsätzlich nicht zu trauen, aber in dem Fall glaube ich mal nicht an eine Übertreibung, denn soweit ich weiß sind diese nach außen gewölbten Spezialkonstruktionen noch um einiges teurer gewesen.


Immerhin, das muss ich gestehen, ist der Kasten fotogen. Die 789 Millionen Euro hätte man zwar gerade jetzt deutlich sinnvoller verwenden können, aber wenn das Ding schon mal steht...


Glaspalastfotos: Elbphi HDR aus 6 Aufnahmen - Cap San Diego/Elbphi -  Elbphi/Marco Polo Tower/Elbbrücken - Glasfronten
Glaspalastbier: Simco 3, Riegele BierManufaktur, American Pale 5,0%
Glaspalastmusik: Bruce Springsteen - The Wild, the Innocent & the E-Street Shuffle/Born To Run / Darkness On The Edge of Town








Sonntag, 27. September 2015

Lego für Erwachsene
















Mein Ikea-Rohbau steht in knapp eineinhalb Stunden, zwei mal zwei Meter PAX Kleiderschrank inklusive der vier fachmännisch angebrachten Türen und einem Raumtrenner im Mittelteil, der später vier von insgesamt sechs ausfahrbaren Drahtkörben beherbergen soll. Später ist, nachdem der letzte der Renovierhelden auch noch das Verdunkelungsrollo und die Gardinenstange angebracht hat und sich nach Tagen der Renovierungsplackerei in den verdienten Urlaub verabschiedet. Den weiteren Innenausbau mache ich selber, trotz der vielfältigen Gerüchte über Ikea kann das so wild nicht sein. Das ist Lego für Erwachsene, wie Herr H. immer zu sagen pflegt, also auch von Doppellinkshändern wie mir zu bewältigen.

Bevor ich mich an die Arbeit mache übe ich mit dem Ablagetisch HURDAL. Seine Utensilien auf der Heizung ablegen zu müssen nervt, da hat das Tischchen oberste Priorität. Die Anleitungen erinnern tatsächlich an Lego, wahrscheinlich hätte sogar die Prinzessin das kleine Ding in einer halben Stunde fehlerfrei zusammengedengelt, aber die ist auch kein Doppellinkshänder. Idiotensicher ist der Anleitungscomic nämlich nur, wenn der Idiot den Comic mindestens dreimal gelesen hat. Dann sieht er auch, warum das gar nicht passen kann was er gerade versucht zu bauen.

Der Vorteil dieses Ikeasystems ist, dass es nichts bringt FAST alles richtig zu machen, der kleinste Fehler macht sich früher oder später bemerkbar. Schrauben, Holzdübel, Schraubdübel, Kontermuttern und das ganze Zeug ist in genau passender Anzahl vorhanden. Ist etwas übrig, hat man vergessen das irgendwo einzubauen. Vermisst man etwas, ist es nicht nötig. Wenn man nicht vergisst, die zwei Schrauben in der Bodenplatte einzusetzen, dann benötigt man auch keine Unterlegscheiben für die Halterungen der Drahtkörbe. Passt alles exakt, wie bei Lego.

Nur, dass so ein Star Wars Fighter aus sehr viel mehr Teilen besteht. Ikea wäre für Kinder wohl zu langweilig, sonst wüsste ich schon, wer meinen nächsten Schrank zusammenbauen darf.

Legofotos: Kompaktknipsendokumentation
Legobier: Auris 19, Riegele Biermanufaktur, Doppelbock 9.0%
Legomusik: Widespread Panic - Street Dogs


Freitag, 25. September 2015

Viel schneller als sonst


















Urlaub für Fußball? Dienstags im Pokal, Montags gegen Duisburg und Düsseldorf und dazwischen eine englische Woche mit Mittwochsspiel - und das nur die erste Saisonhälfte. Fußballfans sollten sich also eine ganze Woche Urlaub aufsparen, als ob man davon genug hätte. Danke DFL. Danke auch für die schwachsinnige Anstoßzeit  um 17:30, die ich tatsächlich nur deshalb nicht verpasse, weil ich zufällig wirklich Urlaub habe. Dank der tatkräftigen Hilfe von Herrn H. und seinem profunden Wissen über das Zusammenzimmern von Ikeamöbeln habe ich zweieinhalb Stunden vor Spielbeginn wenigstens einen fast fertigen Schlafzimmerschrank und das Bett im richtigen Zimmer. Schnell noch die Karre zum Schrauber bringen, mal sehen was eine neue behördliche Segensplakette kosten würde und kaputte Latüchten auswechseln, die Tage werden wieder kürzer.

Mitten in der Woche fährt sogar die Regionalbahn in relativ kurzen Abständen und das Ding ist deutlich schneller als die U-Bahn, möglicherweise sollte ich die Fahrtzeiten zum Stadion doch etwas intensiver vergleichen wenn die HVV App das vorschlägt, von Tonndorf aus habe ich ohnehin keine andere Möglichkeit. Bier auf nüchternen Magen taugt nicht, also am Hauptbahnhof schnell noch einen Burger-Test einschieben, so etwas kann man auf dem Weg zur U-Bahn wegdrücken. Burger King Extra Long Chili Cheese, scharf, furztrocken und langweilig, letzter im Test bislang. Was zu erwarten war, bei McDonalds war ich noch nicht. Die U3 ist nicht so voll wie befürchtet und sofort verfügbar. Fünfminutentakt. Wochentag. Ratzfatz im Stadion, viel schneller als sonst.

Das Feld vom heiligen Geist ist ein blöder öder Parkplatz ohne den Dom, bietet dafür eine traumhaft unverbaubare Aussicht auf das Stadion und das ist viel wert. Trotzdem könnte man mal langsam darüber nachdenken ein paar Bäume zu pflanzen, vor der alten Gegengerade standen immer welche, da gehören neue hin. Auf dem Weg zum Einlass stolpere ich über den Skipper und gucke unwillkürlich auf die Uhr, so früh ist der sonst nie da. Bleibt die Zeit für ein längeres Gespräch, bei dem ich erfahre warum er sonst nie da war und mir vornehme, nicht mehr so häufig über meine Zipperlein zu jammern, so oft wie der dem Sensenmann schon in der letzten Minute den Mittelfinger gezeigt hat. Eine lebenslange Dauerkarte ist latürnich auch ein triftiger Grund, da tritt man nicht einfach so ab. An den Eingängen drängt sich nix, keine Wartezeit. Wüsste ich nicht wo ich bin, man könnte glatt denken Mittwochs kommt hier keiner, das geht alles viel schneller als sonst.

Noch ein Bier und ab dafür. Die Bierversorgung ist zwar nicht schneller als sonst, aber das ist jammern auf sehr hohem Niveau, das zweite kann ich ganz gemütlich in meinen Bierbecherhalter einhängen und den abgezogenen Sticker ersetzen. Der Gästeblock ist winzig, die Nordkurve trotzdem voll. Ich schätze mal fast ausverkauft, trotz Mittwoch 17:30. Gegen Heiii-denheim mit der grausamen Hymne. Es schüttelt mich, das ist Pur pur. Das ist nicht nur textlich Pur, auch der Rest kommt hin. Bevor der Refrain einsetzt sind 90% der Hörer eingeschlafen oder hören nicht mehr hin. Wie kann man sich das antun? Wehrt Euch dagegen, Heidenheim! Wer einen Kiosk in das Stadion einbaut hat bessere Hymnen verdient.

#Bildnotwelcome an jeder Ecke und überall Tapeten und lustige Sprüche über den doofen Kai und hastenichgesehn? Denkste. Sogar KleinerTod steht ein paar Reihen über mir und tippert auf seinem Smartphone herum, es gibt nix zu knipsen. Wer soll das auch alles basteln, mitten in der Woche? Tapete hätte ich zwar noch übrig gehabt von der Renoviererei, aber weder die passende Farbe und schon gar nicht die Zeit, das Thema ist eh langsam durch. Mein #Bildnotwelcome T-Shirt ist trotzdem zeitlos, garantiert. Der Gästeblock hat ein ganz anderes Anliegen, die finden Mittwochsspiele um 17:30 so richtig Scheiße, weil sie zusätzlich 1312 Kilometer dafür zurücklegen müssen. Erstaunlich genug, dass noch einige Hundert das mitmachen. Guter Spruch natürlich, aber eben auch wahr, dem Kapital waren Menschen schon immer scheißegal. Auch Menschen mit Tapeten.

Unser Trainer Ewald Lienen hat für das heutige Spiel folgende Mannschaft aufgestellt. Mit der Nummer 30 Robiiiin  HIMMELMANN. Undsoweiterundsofort. Alushi, Sobiech, Ratsche, Sobota, Maier, Buchtmann, Verhoek. VERHOEK?
Echt jetzt? Ist Lenny verletzt und ich hab das nicht mitbekommen? Auf der Bank Dudziak, Picault, Thy, also nicht verletzt - und Jan-Philipp Kalla (Fußballgott, was dem Skipper nicht schmecken wird). Ist Lenny so durch dass er ne Pause braucht? In einer englischen Woche vielleicht keine schlechte Idee den Jungen zu schonen, Ewald wird schon wissen was er tut. Hoffentlich, denn unsere Bilanz gegen die defensiv starken Heidenheimer ist beängstigend schlecht, wir haben bisher alle Spiele gegen die verloren. Mit einem Sieg könnten wir die Bilanz wenigstens prozentual enorm verbessern, denn bisher waren es nur zwei Begegnungen.

Lärm! Messung bitte jetzt! Haben wir die behördlichen Auflagen eigentlich erfüllt? Heute wäre ein guter Tag für die Lärmmessung gewesen, das Herz von St.Pauli ist leise wie lange nicht, alle geschlaucht von der Arbeit? Waren gegen Duisburg andere Leute da? Ich versteh das manchmal wirklich nicht. Hells Bells. Konfetti. Anpfiff und -

Fußball gucken ist voll super, vor allem wenn die meiste Action in der Hälfte des Spielfelds stattfindet die man gut einsehen kann. Im Süden sieht man fast nix, die Sonne blendet unglaublich, aber direkt vor meiner Nase nehmen sie Heidenheim auseinander. Spielerisch. Immer wieder unfassbar was Ewald aus den Jungs gemacht hat, das sieht von mal zu mal mehr nach Fußball aus. Muss nur noch ein Tor fallen, aber erst fällt Ratsche und ein Heidenheimer sieht den gelben Karton dafür. Ratsche war zu schnell. Die sind irgendwie alle viel schneller als sonst, es ist ein pures Vergnügen dem Spiel zuzusehen, wenn sie jetzt noch in die Kiste treffen würden...

Fast zwanzig Minuten sieht das gut aus, dann liegt Alushi am Boden. Dudziak kommt für ihn ins Spiel, sieht aus als müsste Buchti zurück in die Defensive. Die wird inzwischen öfter mal gefordert von Heidenheim, geht dabei aber meistens ziemlich souverän mit um. Die IV mit Ziere und Lasse ist mittlerweile so gut geworden, da werden uns viele Vereine drum beneiden.
Nach einer halben Stunde die nächste gelbe Karte für Hoffenheim und fast das 1:0. War das tatsächlich Verhoek, der den Pfosten getroffen hat? Bevor sich die Aufregung gelegt hat ist der Ball tatsächlich im Tor, allerdings auf der anderen Seite. Waaas für ne Sch... was für n Glück, Abseits. Maaaan ey, macht mich nicht wahnsinnig. Ihr hattet mal die Spielkontrolle, lief doch alles..

Ratsche ist der Mann des Spieles, bis jetzt jedenfalls. Noch so ein Geniestreich von Ewald, den auf die 6 zu stellen, geackert hat er ja immer schon, aber jetzt ackert er deutlich effektiver. Nur durch Fouls zu stoppen heute, der kämpft um jeden Zentimeter Rasen. Und dann ist er durch und passt auf Basti. Und Basti überlegt und überlegt und als gefühlt das halbe Stadion brüllt "schieß doch" haut er das Ding in den Winkel. Hammerbastiiiii! Woohoo! 1:0 und hochverdient, was für ein Strahl.

Der Schiedsrichter ist kein Heimschiedsrichter und die Heidenheimer keine wilde Tretertruppe, trotzdem hagelt es gelbe Karten, weil sie häufig einfach den Schritt zu spät kommen. Unsere Jungs sind einfach viel schneller als sonst. Effektiver leider nicht, jetzt hätte ich doch gern lieber wieder Lenny da vorne, der ist technisch einfach deutlich besser als Verhoek und macht viel mehr Alarm. Ein zweites Tor vor der Pause wäre nett, aber Heidenheim ist nicht zu knacken.

Halbzeitpausenweisheiten. So langsam lebe ich mich ein hier, ich hab meine Nachbarn wiedererkannt! Also einen jedenfalls, der andere kann beruflich nicht und wird durch eine entzückende junge Dame vertreten. Von anderen Nachbarn werde ich inzwischen auch wiedererkannt, man liest sogar mein Blog, in Zukunft muss ich also höllisch aufpassen was ich hier schreibe *g*
Leider kann ich heute in der Pause nur fußballerische Halbweisheiten teilen, bei dem engen Zeitplan hat es für andere Dinge nicht gereicht, ich bin völlig nüchtern wenn man das Bier nicht zählt. Möglicherweise vergeht die Pause deshalb auch viel schneller als sonst und man kann wieder..

Fußball gucken, zweite Hälfte. Könnte durchaus spannender sein. Wir haben die Heidenheimer gut im Griff, aber nach vorne passiert zu wenig. Sobota kassiert die erste gelbe Karte auf unserer Seite, da steht es inzwischen 4:1 für Heidenheim. Die Standards sind meistens mehr gut gedacht als gemacht, weder Freistöße noch Ecken sind bei uns ansatzweise gefährlich. Nicht, dass das nachher wieder so ein Kackspiel wird, wo der Gegner in der letzten Minute seine einzige Chance nutzt und dann sind zwei Punkte weg. Spielverlauf, Kopf stellen und so..nee, lieber doch nicht spannend und drei Punkte im Sack.
"Es plätschert" sagt der Nachbar und da kann man nicht widersprechen. Mostly harmless alles, ich hätte doch vorher ein paar entspannte Rollen rollen sollen, auf die zehn Minuten wär's auch nicht angekommen. Heidenheim wechselt Frahn aus, der hat keine Schnitte gesehen heute, kurz darauf darf dann auch einer endgültig unter die Dusche. Gelb *2 = Rot. Jetzt wird das erst recht nix mehr. Wenn ich daran denke, wie die in den ersten 15 Minuten des Spiels kombiniert haben, jetzt noch mal so eine Phase gegen zehn Mann, die Lücken ausnutzen die sich zwangsläufig ergeben müssen, dann den Sack zumachen. 2:0, 3:0 und aus die Maus. Wäre echt gerechtfertigt, vom Spielverlauf her. Was für ein schöner Traum.
Für Heidenheim gibt es noch eine gelbe Karte, wenn das so weitergeht können wir so etwas gegen neun Mann vielleicht einmal versuchen. Mit Lenny, der endlich für Verhoek auf den Platz darf, die Lücken aber ebenfalls nicht mehr findet. Und mit Schnecke Kalla (Fußballgott), der sein Comeback nach Verletzung geben darf und das sofort zu würdigen weiß, indem er sich die nächste gelbe Karte abholt.
Und dann wird verwaltet. Kann man mal machen, ist zwar nicht schön, aber immer noch besser als in einen Konter zu laufen und dann dumm aus der Wäsche zu gucken. Drei Minuten Nachspielzeit, Abpfiff, drei Punkte, alles was zählt. Gegen so eine zähe Truppe holt die nicht jeder.

Viva con Agua hat heute Glück, dass ich keinen der neuen Becher mit Ewald bekommen habe, obwohl ich weiß, dass es eigentlich schwachsinnig ist Plastikpfandbecher zu sammeln. Hier stehen schon Naki, Bruns und Boller und stauben in einer dunklen Ecke ein, trotzdem will ich einen Ewaldbecher haben. Vielleicht gebe ich Naki dafür heimtückisch in den Kreislauf zurück, wer weiß was Ewald aus dem machen könnte.

Das Mittwochspätnachmittagsfeierabendabschiedsbier könnte man vor den Fanräumen trinken, vorausgesetzt man trifft jemanden, mit dem man eins trinken kann. Das sind nachher so erstaunlich viele, dass ich mich langsam frage ob Mittwoch 17:30 nicht die ideale Fußballzeit ist, bringe das Thema aber lieber nicht zur Sprache. Gott sei Dank bin ich hier unter halbwegs vernunftbegabten Menschen, die sich über 17 von 40 nötigen Punkten mehr freuen als über den zweiten Tabellenplatz. Trotzdem bin ich langsam gespannt auf den Tag, an dem jemand das A-Wort sagt. Mein letztes Bier teile ich brüderlich mit Koschi, damit ich mich vom Acker machen kann, die heimische Baustelle wartet und bei so Renovierungsgedöns vergeht der Urlaub leider auch viel schneller als sonst.  

Schnelle Fotos: Gegengerade Millerntor 
Schnelles Bier: Ratsherrn Moby Wit, Belgian White Ale, 5.1%
Schnelle Musik: Left Lane Cruiser - Bring Yo' Ass To The Table / All You Can Eat / Dirty Spliff Blues