Sonntag, 18. Juni 2017

Old Schmetterling




Gesehen auf der Nachtparade, Street Arts Melting Pot, Auftakt der Altonale 2017. Erst konnte ich mich nicht recht aufraffen, jetzt hab ich so viel Aufnahmen im Kasten das die Auswahl schwer fällt - und morgen ist auch noch ein Tag. Mit Straßenparade. Ich liebe Straßenparaden, ganz besonders die mit Kostümgedöns.

Aber nicht wenn die um Sonntags um 13 Uhr starten.

Foto dazu: Nikon D90
Bier dazu: Ratsherrn Lazy in Red, IPA 6.7%
Musik dazu: Bokanté - Strange Circles

Sonntag, 11. Juni 2017

Sägewerk-Rocker
















Vom größten und großartigsten Independent-Open-Air der Welt schreibt der Pappenheimer in seinem Blog und das ist ein wenig übertrieben, jedenfalls was die Größe angeht. Großartig ist es manchmal aber schon, vor allem wenn die Sonne scheint und die Sauerländer Blumenkinder verzückt durch die Wiesen taumeln, was in den letzten Jahren leider selten vorkam. Also das mit dem Sonnenschein. 

Großartig ist es manchmal auch auf der Bühne, wenn eine der vielen unbekannten Bands weitaus mehr begeistern konnte als man erwartet hat. Da fast immer (mir) unbekannte Bands auf diesem Festival spielen und das Programm sehr oft zwischen Ska, Punk und Skapunk liegt erwarte ich in der Regel nicht viel. Außer etwas spaßigen Lärm vielleicht, dem man sich am besten gechillt auf der Wiese hingibt, wenn sie denn trocken ist. 

In den letzten Jahren hat sich allerdings eine gewisse Müdigkeit bei mir eingeschlichen, was großartige Independent-Festivals mit unbekannten Bands betrifft. Wie schon im letzten Jahr nehme ich mir vor, spätestens nach dem obligatorischen Auftritt der Immecke Allstars zu gehen. Am besten schon vor der obligatorischen Zugabe, solange alle noch Iggys Passenger mitsingen bekommt man noch ein Taxi.

Wer konnte schon ahnen, dass in diesem Jahr wirklich alle Bands einschlagen. Von Ze Gran Zeft aus Frankreich kriegen wir nur noch die letzten drei Stücke mit, aber von dem Hippeldihopcrossovermetalgedöns hätte ich doch gerne mehr gehört, geht gut ab. Erst mal Bier holen und auf der Wiese was rauchen, wat gibbet denn als nächstes? Ah, Skapunk, wer hätt's gedacht. Deutschsprachig, aus Unterfranken. Die sprechen Deutsch in Unterfranken? Muss ich meiner Schwester erzählen.

Und wieder eine Überraschung, Rafiki machen richtig viel Spaß, mit Gitarre, Bass, Drums und Gebläse auch amtlichen Sound, könnte ich noch hüpfen ohne schwere Gelenkschäden zu riskieren, ich wäre glatt in Versuchung. Skapunk fängt schnell an mich zu langweilen, aber den Auftritt der Jungs zieh ich durch bis zum Ende.

Auf die jungen Hüpfer folgen mit PC Herman & The Destroyers 100 Jahre Bühnenerfahrung. Joe Funk, Hank Shame und Frank the Tank haben nämlich schon in drölftausend anderen Bands gespielt.  Unter anderem auch bei den Immecke Allstars, weshalb mir zumindest Frank ziemlich bekannt vorkommt. Rockmusik für alte Säcke, also wie gemacht für mich, so richtig mit Gitarrensoli und allem Pipapo. Auch nicht übel, hier kommt man zu keiner Pause.

Außer bei den Immecke Allstars, da gönne ich mir eine Currywurstpause, die habe ich schon dreimal zu oft gesehen. Auch wenn wieder der Dingens aus Schottland dabei ist, der gefühlt jedes zweite Mal dabei ist, ich kenne das Programm inzwischen auswendig. Ich brauch auch keine Coverversionen von den Foo Fighters, da mich schon das Original nicht aus den Socken haut. Wichtig ist eh nur, dass der Pappenheimer bei der Zugabe sein Lalala mitsingen kann. Eim se Passendschör, end ei reid end ei reid..la lala lalalalala was mach ich eigentlich noch hier? Wollte ich nicht jetzt in einem Taxi sitzen?

Glücklicherweise nicht, denn das Highlight des Tages hätte ich dann verpasst. Normalweise verzieht sich locker die Hälfte der Festivalbesucher nach den Allstars, doch auf Shirley Holmes (aus Bärlin!) sind nicht nur der Pappenheimer und ich neugierig, viele bleiben doch noch um sich "Heavy Chansons" anzuhören. Vielleicht aber auch für "Schnelle Nummern" vom zweiten Album, welche sie nun genau spielen erschließt sich mir nicht, denn schnell sind sie alle. Soll am Schlagzeuger liegen, der nicht langsam spielen kann, aber auch die beiden Mädels legen enorm los, wenn man jetzt noch die Texte verstehe könnte bei dem Lärm...

Punk ist doch noch nicht tot, die Mucke macht jedenfalls richtig Laune. Fotografieren nicht so, weil man laufend einen fliegenden Menschen ins Kreuz bekommt vor der Bühne, weshalb ich das nach den ersten beiden Stücken auch wieder aufgebe und mich auf das Wesentliche konzentriere. Das ist leider viel zu kurz, weil noch irgendwelche babylonischen Betrüger auf die Bühne sollen, um den Laden mit Reggae in den Schlaf zu wiegen. Doch sogar das hören wir uns noch für zehn Minuten an, bei den ganzen Überraschungen heute weiß man ja nicht. Die Entscheidung für das Taxi fällt aber relativ schnell.
Shirley hat abgeräumt.

Manchmal ist das (wahrscheinlich) größte Independent-Open-Air des Sauerlands wirklich großartig. Sogar auf der Bühne des Sägewerks.

Fotos dazu: 27. Immecke Open Air, Rafiki, Joe Funk, Frank the Tank, Shirley Holmes
Bier dazu: Hopper Bräu Landgang, Pils, 4.9%
Musik dazu: Shirley Holmes - Schnelle Nummern














 

Dienstag, 6. Juni 2017

Die Neue














Philipp und Cenk haben unterschrieben, Mats, Bernd, Sami und Clemens auch. Nur ich hätte es beinahe vergessen, dabei ist die neue Dauerkarte ohne Unterschrift auf der Rückseite gar nicht gültig.

Mit der Vorderseite hingegen kann man scheinbar machen was man will, man wird sogar dazu aufgefordert sie selber zu gestalten und bekommt dafür zwei Bögen Sticker mitgeliefert (ohne Aufpreis!). Das ist zwar nur so semi-kreativ, aber ideal für Menschen ohne künstlerisches Talent. Gut für mich also, da ich schon als Kind nie über Malen mit Zahlen hinausgekommen bin.

Sollte man mit seinem Design irgendwann nicht mehr zufrieden sein kann man das leicht ändern, im Laufe der Saison soll es sogar neue Motive geben. Wer dann immer noch nichts findet kann ja ein Foto seiner Katze draufkleben, verboten ist das glaube ich nicht.

Die Meinungen sind natürlich mal wieder gespalten. Die einen finden das einfallslos, albern und peinliche Hipsterscheiße, die anderen wollen schon eine Tauschbörse einrichten, weil von jedem Buchstaben nur maximal zwei vorhanden sind. Letzteres kann ich sogar verstehen, denn man könnte zwar problemlos ein dickes ACAB auf seine Karte pappen, aber für ACABAB reicht es dann nicht mehr.

Ganz egal wie das Ding am Ende aussieht, wichtig ist ohnehin nur, dass man damit ins Stadion kommt. Kann losgehen.


Bier dazu: Ratsherrn Dark Lantern, Pumpkin Ale, 6.5%
Musik dazu: Frank Carillo & The Bandoleros - Bad Out There




Dienstag, 30. Mai 2017

Landansichten: Stade















Stade hat übrigens eine wirklich schöne Altstadt. Diesen Satz hab ich grob geschätzt hundert Mal gehört, fast immer wenn wir daran vorbeigefahren sind, auf dem Weg zur ländlichen Verwandtschaft. Da blieb natürlich nie Zeit für einen Abstecher, weil man ja pünktlich um 12 zum Mittag da sein musste und keinesfalls vor dem Abendbrot wieder weggelassen wurde. Die Verwandtschaft ist im Laufe der Jahre leider deutlich weniger geworden, inzwischen komme ich an der schönen Altstadt nicht einmal mehr vorbei. Zeit für eine Exkursion...

Freiwillig fährt man da eigentlich nicht hin, auf die andere Elbseite. Stauverdächtige Autobahnabschnitte, die Dörfer gespickt mit Radarfallen, die B73 verschrien als Todesstrecke (Unfall ist der erste Vorschlag von Google) und fast immer nervtötender Verkehr, weil viele Leute Trecker fahren oder so tun als würden sie Trecker fahren, obwohl sie längst wieder in der Familienkutsche sitzen. Wenigstens geht es nur bis Stade, das erspart mir Düdenbüttel, Himmelpforten, Hechthausen und die ganzen anderen Dörfer auf der weiteren Strecke. Dank der neuen Autobahn sogar ein ganzes Stück der B73.

Trotzdem brauche ich gute eineinhalb Stunden um mir endlich selber ein Bild zu machen von der Stader Altstadt. Es gibt in unmittelbarer Nähe glücklicherweise reichlich Parkplätze, so dass sich die Latscherei in Grenzen hält. In den historischen Stadtkern gelangt man innerhalb weniger Minuten und auch der Rest an interessanten Bauwerken, wie das Gildehaus der Brauerknechte, das Rathaus oder das Johanniskloster befinden sich in fußläufiger Entfernung. 

Wenn der kleine Hunger kommt (oder der große Durst) laden zahlreiche Kneipen, Restaurants und Cafés zu einer Pause ein, trotz allerschönsten Wetters gibt es fast überall ein paar freie Plätze. Will man jedoch etwas ganz spezielles probieren kann man den kleinen Hafen auch gerne dreimal umrunden ohne Glück zu haben. Das Café im Goebenhaus ist jedenfalls ziemlich begehrt, entweder liegt das am Titel "Café des Jahres 200x" oder am Monopol für Stader Torte, die scheinbar niemand sonst hier im Programm hat.

Was ziemlich doof ist, denn alleine dafür könnte man durchaus wieder dort hinfahren.

Fotos dazu: Hansehafen, Knechthausen, Holzkran & Stadtwaage, St.Wilhadi, Schwinge, Johanniskloster & St.Cosmae-Nikolai Kirche, Lesender Mönch, Altstadtcafé, Rathaus, Fischfrau, Museum Schwedenspeicher, Baumhaus-Museum, Goebenhaus & Bürgermeister-Hintze-Haus
Bier dazu: Jever Pils, 4.9%
Musik dazu: Allman Brothers Band - Idlewild South / Gregg Allman - Laid Back. RIP Gregg Allman.



















Freitag, 26. Mai 2017

Brückentag (2)
















Der heutige Brückentag wird Ihnen präsentiert von: Eppendorfer Baum, U-Bahn Hamburg.


Brückentagbier: Heidenpeters BIPA, Schwarzbier, 6.1%
Brückentagmusik: Global Underground - John Digweed in Sydney 1998

Donnerstag, 25. Mai 2017

Verschollen im Hafen
















Eine Fotosafari mit dem allerbesten Fotosafariplaner überhaupt. Nicht. Zur Nachahmung daher nicht unbedingt empfohlen.

Die Hamburger Presse ist schnell dabei wenn es um irgendwelche Superlative geht, ganz besonders im Hafen. Das größte Dings und das längste Bums, diesmal eines das nicht unter die Köhlbrandbrücke passt und daher am Burchardkai festmachen muss, ein ganz großes Dingsbums. 400 Meter lang! Mehr als 20.000 Container! Die MOL TRIUMPH, eines der größten Containerschiffe der Welt! Im Hamburger Hafen! Weltsensation! Zwar ohne 20.000 Container, weil man die Elbe dafür noch ein paar Meter mehr ausbaggern müsste, aber trotzdem: Weltsensation!

Natürlich sind diese Berichte garniert mit schicken Bildern, unter anderem einer Nachtaufnahme vor der Köhlbrandbrücke, aus einer mir völlig unbekannten Perspektive. Das erweckt unglücklicherweise meine Neugier und ich beschließe, auch so ein Foto machen zu wollen. Zwei Tage habe ich Zeit bis der Pott wieder verschwindet, am ersten regnet es, am zweiten dummerweise nicht und ich mache mich auf den Weg.

Hafengebiet! Das erfordert seriöse Planung, wo ist dieser Standpunkt und wie kommt man da am besten hin? Kommt man da überhaupt irgendwie hin? Die moderne Technik bietet vielfältige Hilfsmittel, der Standpunkt ist mit der Hilfe von Google Maps relativ einfach zu ermitteln, jedenfalls wenn man weiß wo der Burchardkai ist. Laut Google Earth ist gegenüber unwirtliches Ödland mit Grünstreifen am Elbufer, aber die Aufnahmen sind von 2007, da kann inzwischen wer weiß was sein, Raffinerien, Tanklager, Containerstellplätze.

Wahrscheinlich kommt man mit dem Auto da hin. Man müsste auf die A7 und durch den Elbtunnel, was schon doof genug ist, dann Waltershof runter und darauf vertrauen, dass das Navi aktuell genug ist und man nicht irgendwann vor abgeschlossenem Firmengelände steht. Mit dem Auto im Hafen kann auch dazu führen, dass man eine halbe Stunde vor einer abgesperrten Kreuzung auf einen Schwertransporter warten muss und möglicherweise gibt es da überhaupt gar keine Parkplätze.

Beim genaueren Betrachten der Karten kommt mir die vermeintlich beste Idee überhaupt, ich fahre nach Altona, parke die Karre am Fischmarkt, setzte mit der Fähre über zum Bubendey-Ufer und geh die paar Meter einfach zu Fuß. Gedacht und ausgeführt. Dass ich erst einen Parkplatz kriege, der ungefähr mittig zwischen den Anlegern Fischmarkt und Dockland liegt, geschenkt. So kann ich mir wenigstens aussuchen wo ich ein- und aussteige, auch wenn ich dafür ein wenig laufen muss. Zurück zum Fischmarkt...


Die Fähre kostet eine Tageskarte, der anschließende Marsch eine Menge Nerven, denn die paar Meter am anderen Ufer entpuppen sich gefühlt als paar Kilometer, immer schön am Rand entlang, links die Flutschutzmauer, rechts eingezäuntes Ödland, geradeaus Weg ohne sichtbares Ende. Immerhin ein schattiger Grünstreifen unter Bäumen, was angesichts der immer noch 26 Grad ein Segen ist. Ein sehr kleiner, denn der Weg will nicht enden. Sogar Menschen kommen mir einmal entgegen, nur zwei, aber immerhin, ich bin nicht der einzige Bekloppte der hier am Arsch der Heide rumläuft.

Da ich praktisch veranlagt bin habe ich das Handy in der Firma vergessen, weiß also weder wie spät es ist, noch kann ich feststellen wo ich bin. Die Sonne steht schon ziemlich tief und bisher habe ich nur eine leise Ahnung, wo dieser Hotspot sein könnte. Die Planung erweist sich aber wenigstens in diesem Punkt als gelungen, denn der Weg führt tatsächlich direkt zum Ziel. Zuerst zu einer breiten metallenen Treppe mit einem Tor, das zur anderen Seite der Flutschutzmauer führt. Theoretisch, denn es ist mit Kette und Vorhängeschloss gesichert und klettertechnisch wahrscheinlich nicht einmal von sportlichen Mittzwanzigern zu bewältigen.

Wozu baut man so etwas, wenn man es dann nicht benutzen kann? Bleibt nur die rostige Leiter an der Mauer, eine dieser steilen Hafenleitern, die man freiwillig nur benutzen würde wenn man besoffen ins Wasser gefallen ist. Unerwartet bekomme ich dabei Hilfe von den Cops, die hier gleich mit vier Leuten zum Schiffe gucken vorgefahren sind, denn selbstverständlich gibt es hier eine Straße. Und Parkplätze ohne Ende, keine zehn Meter entfernt. Muss man wissen.

Die Uniformierten erweisen sich trotz anfänglich skeptischen Blicken als wahre Freunde und Helfer, ich muss nur meinen alten Kadaver über die Mauer hieven, die Ausrüstung wird mir gereicht. Sehr nette Leute, muss ich schon sagen. Wahrscheinlich haben sie mit professionellem Blick erkannt, dass ich schon von der Latscherei ziemlich fertig war und sich erinnert, dass man älteren Menschen helfen soll, auch wenn es Zecken sind.
Im Gegenzug können sie dann auf der Wache erzählen, sie hätten einem St.Pauli Fan mit FCK NZS T-Shirt geholfen und der hätte sich sehr höflich und in angemessenen Worten für die Hilfe bedankt, das erleben die bestimmt auch nicht so oft.

Der Hotspot auf der anderen Seite der Mauer ist schnell zu erkennen, einmal durchs Gebüsch und um die nächste Ecke, wo die ganzen Freaks mit den Stativen stehen hat man den besten Blick. Es sind auch noch diverse Standorte zu vergeben, also flugs das Stativ aufgebaut und ein paar Probeaufnahmen im Abendlicht gemacht. Danach heißt es rumstehen, mit den Umstehenden ein wenig vom Fach simpeln (alle mit dem Auto da, na klar) und auf die blaue Stunde warten.

Aber kaum gehen drüben die ersten Lichter an wird die Aussicht gestört, durch weitere 366 Meter Containerschiff, die CMA CGM ALASKA, von drei Schleppern langsam in den Hafen bugsiert. Mein Nebenmann ist wenig begeistert, lag ihm doch vor zwei Tagen schon ein Feeder stundenlang vor der Nase und nun dies, doch die Aufregung ist unbegründet: Innerhalb einer knappen halben Stunde haben sie den Kahn hinter den beiden anderen Giganten eingeparkt. Muss man können.


Wenn nicht gerade ein dämlicher blauer Schaufelraddampfer im Hafenbecken herumkurvt kann man hier ganz toll Containerfrachter fotografieren, was mich eine ganze Weile beschäftigt. Dadurch bin ich jetzt im Besitz von 50 mehr oder weniger ähnlichen Fotos in diversen Phasen des Sonnenuntergangs, von denen ich ungefähr die drei machen wollte, die ich letztlich auch behalten werde.

Inzwischen ist es dunkel, daher latsche ich auf dem Rückweg lieber über die alte Pflasterstraße, um mich auf dem Grünstreifen nicht noch auf die Nase zu legen. Super Idee, abgesehen vom harten Pflaster wähle ich damit den deutlich längeren Weg, weshalb ich den Anleger nicht auf Anhieb finde. Auf dem sitze ich dann irgendwann alleine rum und hoffe, dass ich nicht die letzte Fähre verpasst habe. Mein einziger Anhaltspunkt ist das Datum der Kamera, nur leider habe ich keine Ahnung ob die auf Sommerzeit eingestellt ist.

Ich stelle mich schon seelisch darauf ein, auf dem angrenzenden Parkplatz einen LKW Fahrer aus der Koje zu holen, sonst ist hier weit und breit kein Mensch der mir ein Taxi rufen könnte, doch der Notfall tritt nicht ein, die HADAG fährt noch.

Bis Dockland diesmal nur, in der Hoffnung die Karre könnte doch etwas näher dran sein als am Fischmarkt. Aber nein, es ist wirklich ziemlich genau in der Mitte zwischen den beiden Anlegern. Wenn schon verkacken, dann richtig.

Beklopptes Hobby, aber wenigstens kommt man mal an die frische Luft.

Fotos dazu: MOL TRIUMPH, Burchardkai Hamburg, Nikon D90
Bier dazu: Wacken Beer Baldur, Nordic Märzen, 5.5%
Musik dazu: Hattler - Live Cuts














Samstag, 20. Mai 2017

Ein Boot zum Schiffe gucken















Genau das ist es was man braucht, um beim Hamburger Hafengeburtstag ungehindert und möglichst bequem Schiffe gucken zu können: ein Boot. Möglichst eines, auf dem man nebenbei mit lauter netten Menschen klönen, feiern, futtern, Bierchen trinken und grillen kann. Gott (oder wem auch immer) sei Dank, dass wir jemanden kennen der so ein Boot hat - und der dazu auch noch Lust verspürt, an der Auslaufparade am Sonntag teilzunehmen. Mit allem Recht, denn die OMKA ist ja ebenfalls ein historischer Kahn, auch wenn es bis zum hundertsten Geburtstag noch ein paar Jahre hin sind. Möge sie (und ihr Kapitän) uns bis dahin erhalten bleiben, denn es ist immer ein abenteuerliches Vergnügen wenn man mit dem alten Schlepper unterwegs ist.

Natürlich stellen sich auch diesmal Hindernisse in den Weg, heute ist es der Schleusenwärter der Harburger Hafenschleuse, der entweder gerade ein Nickerchen hält - oder eine längere Sitzung auf dem Klo, wer weiß das schon. An der Schleuse tut sich jedenfalls über einen längeren Zeitraum nichts, nach zehn Minuten wird immerhin Wasser abgepumpt und weitere zehn Minuten später öffnen sich die Tore. Nachdem die Sportboote endlich raus sind dürfen wir einfahren, das Tor schließt sich und wieder passiert - nichts. Keine erkennbare Wasserbewegung, nicht hoch, nicht runter.

Wenn man es eilig hat ist eh alles zu langsam, uns kostet die extraordinär lahmarschige Schleusung jedenfalls eine halbe Stunde zu viel, die Öffnung der Kattwykbrücke um 16 Uhr schaffen wir nicht. Kreuzen, Kaffeepause, Kuchen auf den Tisch, Bier aufmachen und mit Herrn H. auf den Klassenerhalt anstoßen, das kann ja jetzt dauern...
Doch der unendlichen Güte des Brückenmeisters ist es zu verdanken, dass wir die Fahrt nach einer halben Stunde fortsetzen dürfen, er zieht das Ding außerplanmäßig noch mal hoch und wir laufen rechtzeitig zur Auslaufparade in die Norderelbe ein.

Der ideale Zeitpunkt, weil wir uns ganz hinten einreihen und so an dem ganzen Paradengedöns lustig vorbeischippern und fotografieren können wie blöd, bis hinter Oles Glaspalast und wieder zurück. Jede Menge historische Schiffe, ein paar die so tun als wären sie historische Schiffe, sehr viele Zwei- Drei- und sogar einen Viermaster gibt es zu sehen, zwei grinsende Sozialsiedlungen, ein rotes Feuerschiff und eine braun-weiße Barkasse, die blaue Küstenwache, viele schöne Yachten und ein paar hässliche Kriegsschiffe, die ich nicht fotografiere, weil  Kriegsschiffe nun mal hässlich sind, selbst wenn man sie bunt anmalen würde.

Während sich die zigtausend Sehleute an Land um die besten Plätze balgen wird bei uns der Grill angeheizt und mit leckeren hausgemachten Salaten als Beilage geht es zurück nach Harburg. Geht nix über ein Boot, wenn man Schiffe gucken will. Damit ihr mitgucken könnt gibt es hier eine kleine Auswahl.

Fotos dazu: Harburger Binnenhafen, Kattwykbrücke, Köhlbrandbrücke, Auslaufparade Hafengeburtstag Hamburg 2017
Bier dazu: Ratsherrn Lazy in Red, Red IPA, 6.7%
Musik dazu: Soundgarden - Badmotorfinger/Superunknown & Audioslave - same / RIP Chris Cornell