Mittwoch, 11. Mai 2016

Einparkhilfe?
















Braucht kein Mensch. Millimetergenau geht auch von Hand, wenn das Blech nicht so empfindlich ist.



Parkfoto: Avsallar, Alanya/Türkei
Parkbier: Wilderen Goud, Bierre Blonde, 6.2%
Parkmusik: Frank Zappa - One Size Fits All

Sonntag, 8. Mai 2016

Balkonwetterlagen
















Wer dem Regen entfliehen will macht am besten Urlaub in der Türkei, da ist immer schönes Wetter. Bestimmt sogar schon im April, die haben schließlich dreihundert Tage Sonne im Jahr! Dreihundert!

Von den restlichen Tagen kann man im April schon mal einen oder zwei erwischen, aber so kommt wenigstens etwas Leben in die Balkonfotosammlung, immer nur blauer Himmel wäre ja auch stinklangweilig gewesen.

Balkonfotos: Avsallar, Alanya/Türkei
Balkongetränk: Tanqueray & Tonic
Balkonmusik: Frank Zappa, Captain Beefheart & The Mothers Of Invention - Bongo Fury








 

Donnerstag, 5. Mai 2016

Hamburg ist überall
















In einer kleinen türkischen Stadt wie Avsallar dürften die Mieten deutlich günstiger sein als z.B. auf dem Hamburger Kiez. Wobei sich dieser Vergleich eigentlich verbietet, denn Avsallar hat zwar einiges zu bieten, aber ganz sicher kein Rotlichtviertel.
Dafür eine original Hamburger Tätowierstube mit angeschlossenem Nagelstudio, in das die Touristen während der Hauptsaison ganz sicher in Scharen strömen werden. Strömen müssen, denn in den Stunden die wir gegenüber in Bakis Sportsbar saßen um Fußball zu gucken (und das waren einige Stunden), sah das nicht wirklich nach einer glänzenden Geschäftsidee aus.
Es sei denn man hält es für eine glänzende Idee, den ganzen Tag in der Sonne zu sitzen, Tee zu trinken, Saz zu spielen und mit den Nachbarn zu klönen. Auf jeden Fall machte der Chef dort einen ungeheuer entspannten Eindruck, trotz oder wegen der nicht vorhandenen Kundschaft. Möglicherweise habe ich einfach nur den falschen Job, ich hätte vielleicht tätowieren lernen und in die Türkei auswandern sollen.

Von den Türken kann man ohnehin eine Menge lernen, unter anderem wie man garantiert unkaputtbare St.Pauli Tags an Strommasten anbringt. Sollte man versuchsweise mal in Stellingen einführen.

Hamburgtattoofotos: Avsallar, Türkei
Hamburgtattoogetränk: Bombay Sapphire, Schweppes Tonic, Eiswürfel
Hamburgtattoomusik: Underworld - Barbara Barbara, We Face A Shining Future














Samstag, 30. April 2016

Die Luft ist raus


















Spieltagvorbereitung. Gegen die äußere Kälte zwei Lagen T-Shirts unter dem Hoodie, einen Schlauchschal zum Abdichten und einen normalen als Halswickel. Gegen die innere Hitze zwei Aspirin, einen heißen Tee mit Zitrone und für den Hals ein paar Drops. Für knapp drei Stunden sollte das reichen, also hinfahren, Spiel gucken, zurückfahren und wieder ins Bett legen. Gibt es eigentlich auch Tee im Stadion? Am liebsten wäre mir natürlich so etwas wie Marokkanischer Kräuterteehazee, denn rauchen macht auch gerade keinen Spaß.

Zehn Minuten vor Anpfiff stellt sich die Frage: Bier oder kein Bier? Beantwortet wird sie durch das Personal, wenn ich den Anstoß nicht verpassen will muss ich auf ein Kaltgetränk verzichten. Fällt mir nicht schwer, schmeckt wahrscheinlich sowieso nach nichts, wie alles im Moment. Das Herz von Sankt Pauli ist irgendwie erbärmlich leise heute, oder es liegt an meinen Ohren, denn links höre ich immer noch schlecht. Scheiß Männerschnupfen.

Alle Farben sind schön, ganz besonders bunt ist die Gegengerade heute, der genaue Anlass ist von hier aus zwar nicht zu erkennen, aber dafür haben wir ja den Profi vom Spielfeldrand. Die Nord hingegen trägt Trauer und hüllt sich in schwarze Farben. Wieder jemand viel zu früh gegangen, da wird es auch kein Trost sein, dass im Himmel wohl gerade die derbsten Jamsessions laufen. 

Die Nachbarn freuen sich dass ich wieder da bin, das ist mal schön zu hören. "Hat Erdogan dir das Biertrinken verboten?" fragt mein Nebenmann, mit Blick auf den leeren Becherhalter. Ich murmel was von vollen Bierständen, Erkältung und der Unsicherheit, ob mir ein kaltes Bier überhaupt schmecken würde, aber wenn er sowieso gerade welches holen geht würde ich mich auch nicht dagegen wehren, versuchen kann man es ja mal. Nach fünf recht stürmischen Anfangsminuten tapert er los zur Zapfstelle und verpasst dadurch

die beschissene achte Minute, in der Enis einen superdämlichen Querpass vor der Abwehr direkt in den Lauf eines Münchners spielt. Der fackelt dann auch nicht lange und es steht 0:1. Frühe Gegentore kann man aufholen, Zeit genug ist ja da. Versucht wird es auch, von Maier, der ein ziemliches Pfund abfackelt aber nur die Bande erschüttert, von Buchti, der den Löwenkeeper mit einem Freistoß beschäftigt und von Alushi, bei dem sich ein Münchner in die Schussbahn wirft. So richtig vom Sitz reißen kann das alles nicht, denn wie immer sind wir offensiv viel zu harmlos und verdaddeln reihenweise die Bälle, der einzige der ab und zu für Gefahr sorgt ist Fafa Picault. Oft genug nur durch ein Foul zu bremsen, sorgt er schnell für ein paar gelbe Karten. Eine davon gleich für Buchtmann, dessen erweiterter Redebedarf von Schiri Kircher wohl nicht goutiert wird. Der Halbzeitrest ist das immer gleiche Lied, der Gegner macht hinten dicht und nichts geht mehr.

Wären wenigstens unsere Standards halbwegs gefährlich könnte man ja hoffen, aber manchmal kann man nur noch mit dem Kopf schütteln wenn man das sieht. Ich hasse kurze Ecken, die sicherste Möglichkeit einen Eckball gegen einen Einwurf zu tauschen. Und diese Freistoßtricks mit Selbstüberlistung gehen mir noch mehr auf den Sender. Gibt es eigentlich eine Spielregel die besagt, wie viele Spieler über den ruhenden Ball springen dürfen, bevor einer schießt? Wenigstens kann man den Jungs nicht absprechen sich zu bemühen, kurz vor der Halbzeit versucht es Fafa sogar mit dem Kopf, aber den hat der Keeper sicher.   

Die zweite Hälfte macht noch weniger Spaß, wir kriegen einen Handelfmeter nicht, obwohl sich das Stadion geschlossen dafür ausspricht, weil Kircher das scheinbar doch etwas besser gesehen hat. Maier, in der ersten Hälfte noch einer der wenigen Aktivposten, findet nicht mehr statt. Buchtmann verstolpert reihenweise die Bälle, die Freistoßtricks werden noch peinlicher, die Ecken noch harmloser. Als Ewald mit den Wechseln anfängt, hab ich nur noch die Hoffnung er möge bitte Picault verschonen, das ist der einzige, der hier noch was reißen könnte. Sieht Lienen wohl ähnlich, bringt Dudziak für den enttäuschenden Sobota und Choi für Ratsche. Die nächste Möglichkeit hat wieder Fafa, pflückt sich den Ball elegant aus der Luft, tanzt den Gegenspieler aus und zieht ab.
Leider zu spitz der Winkel und der Torwart in der richtigen Ecke, aber das war mal ne Aktion zum Zunge schnalzen, einer kann da unten noch mit der Kugel umgehen. Der einzige unserer Boys, der nicht nur die 1:1 Situation sucht, sogar 1:2 kommt er mit klar. Dumm nur, wenn das Zuspiel dann nicht verwertet wird. Auch blöde dass Fafa der einzige ist, der bei einem von Robin abgefangenen Ball nach vorne sprintet, während der Rest noch gemächlich durch den Strafraum schlendert. Wie soll ein Torwart das Spiel schnell machen, wenn keiner laufen will außer den Giesingern?

Als letzter Wechsel bei uns kommt Bernd Nehrig für Maier, der in einem Tempo vom Platz schleicht, als würden wir mit einem Treffer vorne liegen. Krasser Gegensatz dazu Fafa, der zehn Minuten vor Schluss mit Wadenkrämpfen zu kämpfen hat. Das soll schon mal vorkommen, wenn man seinen Beruf ernst nimmt. Zwei bis drei mehr von der Sorte heute und die hätten hier eine Packung bekommen, doch am Ende kommt es wie es kommen muss, wenn man darum bettelt. Noch zwei Minuten auf der Uhr, wieder ist Alushi in der Verlosung, haut neben den Ball und ermöglicht einen Münchner Konter, 0:2.

Und dann muss man noch vier Minuten Nachspielzeit ertragen. Mein letztes Heimspiel in dieser Saison habe ich mir echt anders vorgestellt, wenn man sich schon mit ner fetten Erkältung ins Stadion quält. "Etwas Gutes hat das" sagt jemand im Vorbeigehen, "wir können nächste Saison wieder auswärts nach München." Genau daran hatte ich auch schon gedacht, ich bezweifle nur langsam, dass nach den Erfahrungen der letzten Jahre noch jemand mitkommen will.       

Vor den Fanräumen noch schnell die Tresenkurve gesucht und gefunden, zusammen meckern macht mehr Spaß, doch die Meckerecke ist am Ende der Saison gütig geworden. "War doch klar" sagt Koschi, "die Luft ist raus. Scheiß drauf, unterm Strich eine super Saison, das ist alles was zählt." Bei mir ist die Luft auch langsam raus, ich verabschiede mich, nur um kurz darauf noch eine Auswahl an Stickern zu erwerben und dazu gleich zwei Exemplare des Kiezkiekers, der mit dem Aufkleber des Jahres das einzige echte Highlight bietet an diesem Tage. Immerhin dafür hat sich der verschnupfte Ausflug gelohnt.

Luftfotos: Millerntorstadion Hamburg St.Pauli
Luftgetränk: Tee
Luftmusik: Steve Winwood - Back In The High Life








































Mittwoch, 27. April 2016

Gottverdammter Männerschnupfen, geh weg!

















Jedes Jahr das gleiche Drama, man kommt aus dem warmen Süden zurück in den kalten Norden, wird auf dem Weg noch mit unzähligen Keimen aus den zahlreichen Luftdüsen der Flugzeugklimaanlage beschossen und spätestens ein paar Tage später liegt man flach. Der Kopf brummt, die Augen tränen, die Glieder schmerzen und durch den angeschwollenen Hals passen höchstens noch Kalt- oder Heißgetränke: Männerschnupfen!

So etwas passiert natürlich auch grundsätzlich zum ungünstigsten Zeitpunkt. Nicht, dass es überhaupt einen günstigen Zeitpunkt gäbe für Männerschnupfen, aber ausgerechnet zwei Tage vor dem nächsten Heimspiel? Eine Woche vor einem der seltenen Sachenmacherwochenenden, an denen man genug Zeit hätte um Sachen zu machen, die an einem kurzen Wochenende unmöglich sind? Die freie Zeit hüstelnd und schwitzend im Bett verbringen? Niemals! Das muss weg!

Also bekämpft man den Männerschnupfen mit allem was man hat, sogar mit dem vom Pappenheimer letztens hier vergessenen marokkanischen Minztee, der gar nicht einmal so schrecklich schmeckt wie befürchtet (aber natürlich auch nicht wirklich gut, sonst wäre es ja keine Medizin), verzichtet auf Kippen, Kaffee und alle anderen Arten von Drogen und legt sich lieber für 12 Stunden am Stück ins Bett, statt Urlaubsfotos am Rechner zu bearbeiten oder sich von der Glotze berieseln zu lassen.

(Mehr Tipps und Empfehlungen zur Bekämpfung des Übels gerne in den Kommentaren. Es eilt!)

Samstag, 23. April 2016

Wunderbar wach mit Windows















Die Schweißperlen auf der Stirn bilden sich vermehrt beim zweiten vergeblichen Bootvorgang, der Alptraum verschwindet also nicht von alleine, nur weil man den Rechner neu startet. Unautorisierte Änderungen am Betriebssystem? Ich war's nicht. Auch nicht an der Firmware oder irgendwelchen Treibern. Was habe ich überhaupt gemacht gestern, wie alt ist das letzte Backup und wo bekomme ich auf die schnelle eine neue SSD, falls die alte abgeraucht ist? Und wo ist die dämliche Windows CD oder eine Alternative, mit der ich die Kiste hochfahren kann?

Wenigstens den Lightroom Katalog muss ich irgendwie sichern können, sonst sind drei Tage Arbeit umsonst. Ach was Tage, Wochen! Monate! Schweißperlen! In den letzten Urlaubstagen den Rechner neu aufsetzen war nicht der Plan und das Image ist älter als ein Jahr, das lohnt nicht einmal den Gedanken. Mehr Schweißperlen! Kalter Kaffee, den ich nicht mehr brauche, denn durch den Stress bin ich inzwischen wach genug. Frühstück wird überbewertet. Wer kann schon an Brötchen denken, wenn der Rechner nicht bootet? Meine Rechner booten IMMER, seit ich Rechner zusammenbaue ist das so, verdammt.

Was ist das überhaupt für eine Scheiße, diese Secure Boot Violation? Ein Virus? Hatte ich zuletzt vor 30 Jahren auf dem Amiga, aber soll es inzwischen auch vermehrt für Windows geben wie man hört. Schnell mal den Laptop hochfahren und nach Informationen suchen. Der war seit Wochen nicht im Netz und will natürlich sofort jede Menge Windows Updates ziehen. Ah! Updates! Da war doch was? Kann das sein?

Kann sein! Es ist tatsächlich ein Patch von Mitte April, der etliche Besitzer von Rechnern mit Asus oder AsRock Boards in die Schockstarre versetzt haben dürfte. Unautorisierte Änderungen am Betriebssystem durch den Hersteller des Betriebssystems, darauf muss man erst mal kommen.

Jetzt würde mich nur noch interessieren, wie viele Rechner in den letzten Wochen völlig unnötig auf den Servicetresen der Händler gelandet sind - und ob man von Microsoft wenigstens einen Teil der dadurch entstandenen Kosten zurückfordern könnte, denn ich gehe jede Wette ein, dass 90% aller PC Besitzer noch nie ihr BIOS gesehen haben. Wenn sie überhaupt wissen, dass es so etwas gibt.

Windowsbier: Snake Dog IPA, 7.1%, Flying Dog Brewery
Windowsmusik: Prince - The Hits 1 & 2

Mittwoch, 20. April 2016

Über den Wolken

















Eine schmackhafte Currywurst mit Brötchen bietet Condor als warme Mahlzeit über den Wolken an, für den geringen Preis von nur 6.50 Euro muss ich da unbedingt zuschlagen. Einen Currywursttest in knapp 10 Kilometern Höhe kann ich mir nicht entgehen lassen, zumal die im Flugpreis inbegriffene Bordration nur aus einem (wahrscheinlich) furztrockenen Minischokocroissant besteht, den man sich dafür immerhin mit Kaffee oder Wasser satt runterspülen kann, wenn man häufiger die Bordtoilette benutzen möchte.

Die Mikrowellenmahlzeit kommt mit einem Extratütchen Curry und einem steinharten Brötchen, weil Brötchen sich einfach nicht für Mikrowellen eignen. Man könnte den Teigklumpen in der dünnen Suppe aufweichen, doch leider ist das ebenso wenig eine geschmackliche Verbesserung wie das "Currypulver" aus dem Tütchen. Um die schlaffen Wabbelwurstscheiben aufzupeppen bräuchte man extrascharfen Madrascurry und keine Mischung aus Pfeffer, Salz und Senfmehl oder was immer das sein soll.

Den Kram kleckerfrei in den Mund zu bekommen ist problematisch genug, erschwerend kommt noch hinzu, dass man den halb abgerissenen Plastiklappen über der Menüschale ständig wieder einklappen muss, weil man sonst zwangsläufig das schmale Klappbrettchen vollsaut.

Fazit und Tipp an alle Flugreisenden mit Condor: esst das Schokocroissant. Kann man wunderbar mit Gin Tonic runterspülen, der kostet nur nen Fünfer. Beefeater mit Paderborner Dosentonic, aber kalt und auf Eis.

Currywurstfoto: Smartphoneknipse vom Exilwestfalen
Currywurstgetränk: Bombay Sapphire w/ Thomas Henry Tonic Water
Currywurstmusik: Nick Lowe - Nick the Knife / Pinker And Prouder Than Previous