Mittwoch, 30. März 2011

Hopfen und Malz verloren









Hatte ich eigentlich irgendwo erwähnt, dass ich tatsächlich den letzten Fotowettbewerb gewonnen habe? Mit dem tristen Bild eines leerstehenden Einkaufszentrums, schwarz und weiß wie der Schneematsch zwischen den Bruchbuden.

Zu gewinnen gibt es zwar nichts weiter, aber man hat die Ehre, das nächste Thema aussuchen zu dürfen. Was sich eher als Bürde erweist inzwischen, denn das Thema Hopfen und Malz - Gott erhalts stößt auf recht wenig Begeisterung unter den Mitwirkenden Nichtmitwirkenden. Den Abgabeschluss habe ich schon zweimal verlängern müssen, noch peinlicher, dass ich es selber bisher nicht geschafft habe etwas einzureichen.
Der Brauereibesuch in Grönwohld fiel dem momentanen Arbeitsstress zum Opfer und mehr Ideen hatte ich einfach nicht. 

Notnagel war die recht übersichtliche Sammlung an Kronkorken, die ich im letzten haben Jahr für einen Sammler zusammengesoffen, aber glücklicherweise immer noch nicht abgeschickt habe.  

Mit dem heute kurz vor der Arbeit zusammengeschluderten Ergebnis werde ich nichts reißen können, aber damit habe ich wenigstens am eigenen Thema teilgenommen.
Ich hätte den Hopfen weglassen sollen, das Foto von meinem Allardice Malt gefällt mir wesentlich besser.

Musik gibt es gerade von Hermann Lammers Meyer - Nashville Is Rough On The Living und das höre ich auch echt nur, weil es Hermann ist. Aus alter Verbundenheit mit den Emsland Hillbillies..

Sonntag, 27. März 2011

Kein Frühsport am Sonntag
















Sonntag, Freizeit, Fußballwetter. Der ideale Tag um endlich mal das Teleobjektiv auszuprobieren, das ich mir irgendwann letztes Jahr gekauft habe. Bis jetzt ist mir als Verwendungszweck für das Teil nur Tierpark und Fußball eingefallen, im Winter ist Tierpark eher öde und meine SLR in die Gegengerade schleppen erschien mir bisher zu riskant, angesichts möglicher Bierduschen. Aber haben musste ich das damals unbedingt, dabei wäre mehr Weitwinkel definitiv wichtiger, jedenfalls mehr als meine 18 mm.

Heute morgen um 10 Uhr wollte ich eigentlich die erste Mannschaft beim Training durch das Objektiv betrachten, die Flasche Glendronach von gestern, sowie die Umstellung auf Sommerzeit,  haben das glücklicherweise verhindert.
Denn als Dankeschön für das 24:0 am Samstag, gegen irgend einen Bezirksligisten aus Schleswig-Holstein, durften die Jungs heute ausschlafen. Hätte ich vorher garantiert nicht nachgesehen.

Zeitlich wesentlich günstiger lag das Oberligaspiel der U23 gegen den TSV Wedel, 15 Uhr ist eine Zeit, die ich verkraften kann. Vielleicht bot sich ja auch so eine Gelegenheit, den FC St.Pauli mal wieder siegen zu sehen, wenn auch nur die zweite Mannschaft. Eine sichere Tabellenführung, seit 11 Spielen ungeschlagen, dazu das Spiel gegen einen Abstiegskandidaten, vielleicht drohte sogar ein Schützenfest?

Aber seit Ex-St.Paulianer/Concorde/etc Berkan Algan da Spielertrainer ist, rappeln die sich langsam auf. Außer Fousseni und Toksöz ist beim FC keiner weiter aufgefallen in der ersten Hälfte, Wedel hatte eindeutig mehr Chancen, konnte die aber nicht verwerten.
Nach der Pause kam St.Pauli besser in Spiel, in Führung ging aber der TSV, in der 67. Minute, nachdem beim FC nach einer roten Karte für Filipovic nur noch 10 Mann auf dem Platz standen. Ich hab schon gedacht, ich sollte vielleicht besser keine Spiele mehr besuchen und meine drei Karten verschenken. Ich bring der Mannschaft einfach kein Glück momentan, nicht mal der zweiten.

Ich hab dann aber noch mal Schwein gehabt und den Ausgleich kurz vor Schluss durch Toksöz geahnt. Meine ersten Torfotos, Sportfotografie macht Laune.
Wenn es nicht zu früh am Morgen sein muss.

Auch Laune machen die Bluebirds - South From Memphis

Fousseni setzt sich durch









































Klare Positionen auch in Wedel
















Senf und Ketchup Station, gute Erfindung

















Mr. Handschuh 2011, Arvid Schenk
















Berkan Algan, der alte Fuchs
















diskutiert auch gerne mit dem Schiedsrichter
















Freistoßgranate von Deran Toksöz
















85. Minute, der Ausgleich
















Toooooor!

Samstag, 26. März 2011

Wasser des Lebens
















SZ: "Was ist ein Whiskeyfeinschmecker?"
Kilmister: "Na, edle Tröpfchen aus'm Hochland, hundert Jahre in Eichenfässern von schwulen Pfarrern bewacht. Der ganze Scheiß."
Dieses alte Interview mit Lemmy Kilmister fiel mir heute ein, als ich vor den gut gefüllten Regalen der Weinquelle stand, in denen weitaus mehr Whiskys als Whiskeys zu finden sind. Der ganze Scheiß eben, hundert Jahre Eichenfässer und so.
Vor etlichen Jahren war ich da ein oft gesehener Kunde, lag der Laden doch praktischerweise auf dem Arbeitsweg. Nach einem versemmelten St.Pauli Spiel hat mich KleinerTod in seinem Blog wieder auf die Weinquelle aufmerksam gemacht, und natürlich haben die 15 Jahre später auch eine Webseite.

Es hat dann auch keine fünf Minuten gedauert und ich hab das Angebot des Monats entdeckt, den 18 Jahre alten Glenmorangie aus dem Sherryfass. Davon war hier seit Monaten nur noch ein kläglicher Rest vorhanden, einer dieser Reste, bei denen man zweimal überlegt, ob jetzt auch wirklich der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um dann doch zur Hausmarke zu greifen.
Die schmeckt auch, nur tut die Neuanschaffung nicht so weh.

Das Angebot des Monats hab ich letztlich sausen lassen, denn den Glenmorangie besorgt mir ein freundlicher Kollege, zollfrei aus dem Skigebiet. Nochmal 20 Euro günstiger, da kann die Weinquelle nicht mithalten. Darauf hätte ich es eigentlich beruhen lassen können.  

Aber unglücklicherweise liegt der Laden auf dem Weg zum Stadion, wo ich heute vor der Arbeit noch schnell die letzten Heimspielkarten der Saison abgeholt habe. Den Besuch habe ich dann, so in Gedanken, von einem möglichst nahe gelegenen Parkplatz abhängig gemacht. Denn ich kenn mich zu gut, nur mal gucken funktioniert bei mir nicht.

Der Schutzpatron des Einzelhandels wies mir dann einen Parkplatz direkt gegenüber zu, was ungemein häufig passiert, wenn ich etwas davon abhängig mache.

Wie man auf dem Foto unschwer erkennen kann, ist es beim gucken nicht geblieben. Glendronach, The Allardice, volle 18 Jahre in Oloroso Sherry Fässern gelagert. Benannt nach James Allardice, dem Gründer der Destillerie. Keine schwulen Pfarrer, höchstwahrscheinlich,  aber sonst - der ganze Scheiß eben.

Nichts für Lemmy, Eis und Cola. Aber ich krieg mich grad kaum noch ein vor Freude, ich muss aufpassen, dass da nicht schnell wieder so ein kläglicher Rest bleibt, den man nicht mehr anrühren mag.

Genussmusik:   
Bob Dylan - Bootleg Series Vol.5 - The Rolling Thunder Revue 
Bob Dylan - Time Out Of Mind

Freitag, 25. März 2011

Das ist der HAMMER!!!
















Und der kommt von einer jungen Lehrerin! Nicht!
Dafür per Kettenmail, von Leuten, die es immer noch nicht geschnallt haben, woran man einen Hoax erkennt. Viel schlimmer als die mangelnde Rechtschreibung und der kreuzdämliche Text ist aber, dass diese Ausländer raus Scheiße auch noch aus tiefster Überzeugung verteilt wird. Schon nach dem ersten Absatz wusste ich, was mich für ein Dreck erwartet, dementsprechend schnell wurde mir auch übel und mein Blutdruck ist jetzt schon wieder in ganz ungesunden Bereichen, wo ich das hier schreibe.

Sucht man im Web nach diesem Machwerk finden sich nicht nur schnell Hinweise auf den Hoax, sondern auch Unmengen an positiven Kommentaren an den Forenstammtischen. Ich krieg dann schon das kotzen, wenn Sätze anfangen mit "Ich bin ganz bestimmt kein Nazi/Ausländerfeind/whatever," um mit einem hintergehängten "aber..." sofort das Gegenteil unter Beweis zu stellen. Da nutzt auch der Hinweis auf den netten integrierten türkischen Gemüsemann nichts, bei dem man immer seine Avocados kauft. Fangt mal an zu denken, verdammt.

‚‚Im Namen Gottes' ist unser nationales Motto. Das ist nicht irgendein politischer Slogan der rechten Parteien. Wir haben dieses Motto angenommen, weil christliche Männer und Frauen diesen Staat nach christlichen Prinzipien gegründet und entwickelt haben. 

Die beste Antwort dazu stammt ausgerechnet aus einem Gamerforum: Ich speie einen Strahl.
Da sag noch mal einer was gegen die Jugend. Dort wurde dieser Schwachsinn auch sofort entlarvt, der peinliche Rest hat es mehr oder weniger abgefeiert, teilweise sogar noch als der Ursprung bekannt wurde.
Wenn man nur ein paar Foren überfliegt, kann man nicht so viel essen, wie man kotzen möchte.

Gott ist nun mal Teil unserer Kultur. Wenn Sie das Kreuz in der Schule empört, oder wenn Ihnen der christliche Glaube nicht gefällt, dann sollten Sie ernsthaft erwägen, in einen anderen Teil dieses Planeten zu ziehen, er ist groß genug.

Mir gefällt der Gedanke, alle Vollidioten würden ganz friedlich auf einen anderen Teil des Planeten ziehen.  Leider sind es immer erst die Vollidioten, die versuchen alle anderen rauszuschmeißen.
Und wenn die "lieben Ausländer" schon über so wichtige Teile unserer Kultur informiert werden, warum nicht gleich vollständig?
Blut und Boden, Bier und Bratwurst, hätte doch alles noch Platz gehabt in dem Pamphlet. Damit der Muselmane mal unsere Sitten und Gebräuche zu schätzen lernt. Wir essen hier Schwein.

Schade, dass man Mails nicht an einen Stein binden und zurückwerfen kann, an der richtigen Stelle getroffen hilft es vielleicht, ein paar Verkrampfungen zu lösen.

Gegen hohen Blutdruck gibt es James McMurtry -  Just Us Kids

Mittwoch, 23. März 2011

Neues aus dem Fastfoodlabor
















Gestern hat mich jemand mit einem Foto auf die neuen "Pfannkuchenbrötchen" eines bekannten Burgerbraters aufmerksam gemacht. Total lecker sollen die sein, was ich sofort geglaubt habe, wahrscheinlich aber nur, weil diese seltsamen Teile auf dem Foto mit vielen frischen Erdbeeren garniert waren. Bei Erdbeeren werde ich einfach immer schwach, auch wenn sie nur der Dekoration dienen.

Da ich mein Frühstück eigentlich nie in diesem Laden kaufe, sind mir die Sweet McGriddles bisher vollkommen entgangen. Um es vorwegzunehmen, das hätte auch so bleiben können. Aber da eine Filiale des Burgerbraters direkt neben meinem Bäcker liegt, habe ich kurzerhand außer einem Vollkornbrot auch zwei "Pfannkuchenbrötchen mit Ahorn-Geschmack" mitgenommen. Wodurch der Geschmack erzielt wird lässt sich auf der Webseite nicht herausfinden, ich schätze aber mal, nicht mit Ahornsirup. Dazu gibt es eine Portion Honig, mit dem man die ohnehin schon furchtbar süßen Teile endgültig auf über 1000 Kilojoule steigern kann.
 
Wer es deftiger mag, bekommt die McGriddles auch als Frühstücksburger, mit Schweinefleisch, Scheiblettenkäse und Rührei, eine Verbindung die mich leicht erschauern lässt. Meiner Meinung nach taugen die allenfalls als Dekoration zu einer Portion Erdbeeren.
Wobei ich in diesem Fall  auf den Verzehr der Dekoration verzichten würde.

 Schreibmusik: Souad Massi - Ô Houria

Sonntag, 20. März 2011

Der Weckterrorist
















Nicht einmal beim Exilwestfalen auf der Couch ist man vor den hinterhältigen Attacken des Herrn xs4all sicher. Wird man im Regenwald schon immer mit grauenvollem Singang aus den Träumen gerissen, schleppt er jetzt sogar Heinos Königsjodler auf seinem Netbook mit herum, nur um mich möglichst effektiv aus dem Schlaf quälen zu können. Dank der geradezu vorbildlichen tonalen Infrastruktur, die der Exilwestfale in seinem Heim geschaffen hat, ist man vor heimtückischen Angriffen nicht einmal in seinen wehrlosesten Momenten gefeit, denn auch das Badezimmer wird durchgehend beschallt.

Wann diese dämliche Sitte angefangen hat, seinen Gast mit furchtbaren Geräuschen aus dem Bett zu treiben, haben wir beide garantiert schon lange vergessen. Allerdings bin ich ziemlich sicher, dass ich nicht damit angefangen habe.
Dafür bin ich deutlich kreativer in der Musikauswahl. Während der Herr xs4all sich nur auf Steigerung der Grausamkeiten im Heinouniversum beschränkt, von der Schwarzen Barbara über die Haselnuß bis zum heutigen Königsjodler, durfte er hier schon Countryklassiker von Roy Rogers bis Merle Haggard genießen, wobei der Okie from Muskogee eigentlich vergebliche Mühe war, er versteht ja die Texte nicht.   

Ärgerlich auch, dass er es wohl nicht einmal bemerken würde, wenn statt Merle Haggard etwa Townes Van Zandt erklänge, Ignorant der er ist. Einer der Gründe, warum ich beim Brutalwecken inzwischen auf Country verzichte. Als weit wirkungsvoller erwies sich dann auch Hey Pippi Langstrumpf, schon beim zweiten Widdewidde ertönte lautes Wehklagen aus dem Gästezimmer. Die CD war eine hervorragende Investition, im Auto zur Unterhaltung der Prinzessin und im Heim für den gepflegten Weckterror, für nicht einmal 5 Euro. Da sind noch ein paar andere Klassiker drauf, die er sicher gerne mal hört.

Ich genieße zum Abschluss dieses harten Wochenendes einen wunderschönen Klassiker, den er verschmähen würde, weil er einfach nicht in der Lage ist großartige Songs zu erkennen.
Townes Van Zandt - For The Sake Of The Song

Anzumerken vielleicht noch, dass Herr H. der einzige war, der sich ein Mainzer Tor gewünscht hat. Ich habe es lediglich vorausgesehen.

Samstag, 19. März 2011

Lumpensammler
















Ins Haithabu? Das ist scheinbar die Standardfrage aller Taxifahrer im östlichen Hamburg, gibt man Meiendorf als Ziel an. Ganz besonders, wenn man schon schwer angesäuselt morgens früh um 3 Uhr in den Wagen steigt. Auch Ortsfremde fallen hier gerne zu später Stunde aus der U-Bahn und fragen nach dem Weg zu dieser ominösen Kneipe, an der ich schon tausend mal vorbeigelaufen bin, ohne jemals einen Blick hinein riskiert zu haben.
Aus gutem Grund, denn wenn Menschen wie der Herr xs4all und ich zur Zielgruppe gehören, dann muss ich erst einmal reiflich überlegen, ob ich solchen Leuten nach durchzechter Nacht in so einer abgelegenen Kneipe begegnen will.
Hätten wir allerdings heute morgen das Angebot noch angenommen, dann wäre ich wahrscheinlich nicht mehr in der Lage gewesen meinen Job zu machen und ich bin nicht der Typ, der seinen Kollegen ausgerechnet an einem Samstag zu einer Doppelschicht zwingt.

Momentan stinkt mir das trotzdem ganz gewaltig, denn statt jetzt beim Exilwestfalen auf der Couch zu lümmeln und Frankfurt gegen St.Pauli live zu sehen, kämpfe ich hier wieder einmal mit defekten Geräten und muss mich zwischendurch mit AFM-Radio bescheiden. Wenigstens kann ich so meinen Webstick mal nutzen.

Und kaum schreib ich diesen Satz steht es 2:1 durch Gekas. Ich geh jetzt erstmal raus und suche etwas, wo ich kräftig gegentreten kann.