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Donnerstag, 23. Oktober 2025

Kühlschrank to go

 













So manch einer wird das Problem kennen: Man sitzt bei sommerlichen Temperaturen im Garten und hat sich gerade ein kaltes Bier eingeschenkt, da fällt einem ein, dass man ja noch den Rasen mähen wollte. Eine Stunde später ist der Rasen gemäht – und das Bier pisswarm und ungenießbar. Oder man sitzt vor dem Rechner und hat beim Zocken alle Hände voll zu tun, sich der Monsterhorden zu erwehren, während die Eiswürfel im Gin Tonic fröhlich vor sich hinschmelzen und das Getränk verwässern.

Für Liebhaber eiskalter Erfrischungen ein untragbarer Zustand. So kam ich schon auf die Idee, den doch eher selten genutzten Flachbettscanner gegen einen Tischkühlschrank einzutauschen. Aber mal ganz abgesehen vom zusätzlichen Stromverbrauch – will man wirklich am laufenden Band einen Kühlschrank öffnen und schließen, nur um einen Schluck zu nehmen?

Hätte ich mich letztes Jahr auf Teneriffa stärker für die stylischen Trinkflaschen der Mädels interessiert, in denen die Eiswürfel auch nach zwei Stunden am Pool kaum an Masse eingebüßt hatten, wäre ich wohl schon früher auf die Lösung gekommen. Denn die Firma Stanley stellt neben diesen schicken Trinkflaschen auch allerlei andere Gefäße her, die Getränke zuverlässig kühl halten.

Unter anderem den Stanley Adventure Vacuum Stein Bierkrug mit einem idealen Fassungsvermögen von 0,7 Litern – darin bleibt das Bier auch nach einer Stunde Rasenmähen eiskalt, und die Eiswürfel überstehen sogar den zweiten Gin Tonic.

Ob das bei sommerlicher Hitze ebenso gut funktioniert, werde ich leider erst nächstes Jahr testen können. Aber da kein vernünftiger Mensch sein Trinkgefäß in die pralle Sonne stellt, bin ich da durchaus optimistisch.

 

Foto dazu: Stanley Beer Stone / Samsung A33

Musik dazu: Frightened Rabbit -  Painting Of A Panic Attack

Montag, 18. März 2024

Mal grün, mal blau, doch meistens grau

 








 

Einmal jährlich Dänemark im März ist nach ein paar Jahren schon beinahe Tradition, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und Schneeregen in der ersten Nacht frage ich mich allerdings langsam, warum? So eine dänische Blockhütte kostet im Mai auch nicht viel mehr und man müsste sich nicht den Arsch abfrieren, wenn man mal auf der Terrasse einen schmöken will.

Natürlich ist es ausgesprochen hyggelig, wenn auch nicht besonders umweltfreundlich, am Abend ein paar Holzscheite in den Kamin zu werfen bis die Bude glüht, dafür hätte man sich bei freundlicheren Temperaturen mal in das Kanu setzen und ein paar Runden über den Fjord paddeln können, wenn so ein Ding schon im Garten liegt.

Höchstwahrscheinlich hätte die Gegend um Norsminde auch mehr Motive geboten als nur den Garten des Ferienhauses, suchen muss man da aber schon - und so mancher Abenteurer ist auf der Suche knöcheltief im Morast versunken. "Strand" ist im März auch ein sehr schwammiger Begriff. Zumindest wir haben einen eigenen Steg, der im Sommer bestimmt für das eine oder andere erquickende Bad im Norsmindefjord genutzt wird. Womit wir wieder bei den Temperaturen wären..

Immerhin hab ich beim Pappenheimer gelernt, dass man bei trübem Wetter immer noch ganz anständige Fotos machen kann, wenn man die wenigen Farben einfach ganz weglässt. Und immerhin gibt es traditionell im März auch immer den einen Tag, an dem die Sonne sich mal blicken lässt.

Den haben wir uns allerdings für Aarhus aufgehoben.


Fotos dazu: Norsminde Dänemark, Nikon D7200

Musik dazu: Kacey Musgraves - Deeper Well

 



 

Dienstag, 21. März 2023

Männer die auf Wellen starren

 









Wer Dänemark im März als Urlaubsziel wählt, der hat garantiert keinen Badeurlaub an nordischen Traumstränden im Sinn, eher dicke Jacken, prasselndes Kaminfeuer am Abend mit korrespondierenden Getränken, leckere dänische Boller oder Birkes zum Frühstück und möglicherweise sogar ein von der Natur großzügig unterstütztes Wellnessprogramm. 

Herr L. hat jedenfalls einen Schrittzähler am Arm und ist fest entschlossen, seine täglichen 10.000 Schritte abzuspulen, manchmal schon vor dem Frühstück. Wenn es nicht gerade regnet, schneit oder schneeregnet stolpern wir zu dritt durch die idyllische Landschaft, die zu ungefähr 50% aus momentan recht kahlen Feldern und zu 40% aus Ferienhaussiedlungen besteht. Die restlichen 10% sind der Strand, an den man immer kommt, egal in welche Richtung man geht, denn Als und Kegnæs sind Inseln.

Würde man es mit der Aktivität auf die Spitze treiben, könnte man sogar die zwei Hauptattraktionen der näheren Umgebung zu Fuß erreichen, das Migges Café in Skovby und Kegnæs Fyr, einen 1896 erbauten Leuchtturm, der bestimmt einen herrlichen Ausblick auf Strand, Felder und Ferienhaussiedlungen bietet, wenn man zu den Öffnungszeiten des Turmes kommt. 

Die Treppen von Kegnæs Fyr können aber garantiert auch nicht anstrengender sein, als ein Strandspaziergang bei Gegenwind, gefühlt mindestens Stärke 10, grobes Gesichtspeeling inklusive. Eine halbe Stunde bei niedrigen einstelligen Temperaturen an der Küste und man sieht aus, als hätte man gerade einen halben Liter Rotbäckchen auf ex gekippt. 

Dänemark im März ist pure Naturkosmetik.

 

Fotos dazu:   Skovmosestrand, Kegnæs Fyr, Dänisches Wetter, Migges Café, Hørup Hav - Nikon D7200

Musik dazu: Kamasi Washington - The Epic

 








 

 



Mittwoch, 29. Dezember 2021

Von Elfies und Selfies

 









Zwei Tage blauer Himmel über Hamburg - und das an den Feiertagen. Während ich bei der Familie bin, läuft der Pappenheimer am Hafen herum und ist begeistert. Sonnenschein, Abendsonne, Polfilterwetter. Man kann ganz tolle Schwarzweißfotos machen! 

Am nächsten Tag muss ich mit, der Herr möchte die Elbphilharmonie fotografieren. Am günstigsten wäre es bei Sonnenuntergang auf der anderen Elbseite, wenn Oles Glaspalast voll im Licht steht. Sieht bestimmt schick aus, mit Glitzerfenstern und glühend rotem Backstein. Bis dahin üben wir schon mal etwas rote Fotografie mit albernen Selfies an der Cap San Diego Bordwand.

Der Plan hat leider einen Haken, denn die Fähren zu den Musicalzelten fahren nicht und ein Marsch durch den alten Elbtunnel ist mir die Sache nicht wert. Eine nachdenkliche Nachdenkpfeife später kommt der Pappenheimer auf die grandiose Idee, einfach auf den Pontons im Niederhafen herumzuturnen und mal zu gucken, wie weit man denn auf denen an die Elphie herankommt.

Mit einem 31mm Limited Festbrennweitenfeenstaubobjektiv muss man halt öfter auf den bewährten Ichgehdannmalzufußzoom zurückgreifen. Weil ich den Glaskasten zwar schon -zig Mal fotografiert habe, aber noch nie aus dieser Perspektive, klettere ich hinterher, immerhin muss man heutzutage keine Baukräne mehr wegstempeln.

Die ganze Angelegenheit erweist sich als heikles Unterfangen. Zwischen den stillgelegten Touristenschaukeln ist es stellenweise aalglatt und eine Eisfläche zu überqueren, bei der man sich allenfalls an einem leeren Rollcontainer festhalten kann, erscheint mir nicht besonders klug. Weil der Pappenheimer vorweg geht und wahrscheinlich als erster auf die Fresse fällt, sehe ich mich klammheimlich nach Rettungsringen um, aber trotz der vielen Schiffe sind die hier rar gesäht.

Selbstverständlich muss er auch noch die allerletzte Barrikade überwinden, aber da das Glück bekanntlich mit die Doofen ist geht alles gut. Wir kommen heil zurück und es gibt endlich wieder neue Fotos von der Elbphilharmonie. Mit Abendsonne. Hallelujah.

Andere Elbseite wär geiler gewesen, aber naja.


Fotos dazu: Überseebrücke, Cap San Diego, Niederhafen, Elbphilharmonie / Nikon D7200 (kein Feenstaub)

Musik dazu: Morcheeba - Who Can You Trust / Big Calm

 
















Dienstag, 16. Februar 2021

Schneekatastrophe light


 

 

 

 

 

 

 

 

Auf den scheiß Wetterbericht kann man sich auch nie verlassen. Als die letzte Woche den großen Schneefall ankündigten hab ich mich direkt mal über etwas Abwechslung gefreut, wenn man nicht vor die Tür muss kann es einem schließlich völlig wurscht sein wie viel Schnee vor der Hütte liegt, irgendwer wird's schon wegräumen.

Letztendlich ist es auch völlig unerheblich ob hier zwei oder zwanzig Zentimeter Schnee fallen, für die meisten Hamburger Autofahrer beginnt die Katastrophe schon, sobald irgendein weißes Zeug durch die Luft fliegt, sofort ist überall Tempo 30 angesagt.

Dafür würde es sich eventuell lohnen mit der Kamera durch dicht verschneite Schneelandschaften zu stapfen, ganz besonders wenn nach dem großen Schneefall die Sonne scheint und es knackig kalt wird, dann bleibt das Zeug wenigstens ein paar Tage liegen.

Die Wetterlage für das Wochenende erinnert an die Schneekatastrophe im Winter 1978/79 haben sie geschrieben. Sibirische Kälte und gewaltige Schneeverwehungen. Was für ein Witz, wenn man zwei Tage später schon wieder Schnee suchen muss und den höchstens noch in zwanzig Zentimeter Breite findet, weil die Katastrophe hauptsächlich auf niedersächsischen Autobahnen stattgefunden hat.

Im NSG Wohldorfer Wald reicht es gerade noch für Eishockey und ein paar Hardcorelangläufer, deren Bretter gnadenlos über den Waldboden geschliffen werden, solange noch ein bisschen weißes Pulver zu erkennen ist. Möglicherweise schmieren dampfende Pferdeäpfel ja ein ganz gut, davon liegen hier auch mehr als genug.

Zur nächsten Schneekatastrophe gehe ich jedenfalls erst wieder raus, wenn ich mich vorher freischaufeln muss. 

Fotos dazu: Rodenbeker Quellental /Naturschutzgebiet Wohldorfer Wald 

Musik dazu: The Killers - Day & Age

 









 

 

Sonntag, 20. Januar 2019

Der Hafen, die Lichter, der Nebel

















..begleiten das Schiff in die Ferne hinaus, wie es in einem wunderschönen alten Lied heißt. Okay, es heißt Sehnsucht, nicht Nebel. Wobei es mit der Sehnsucht nicht immer hinhaut in Hamburg, vor allem dann nicht, wenn man Sehnsucht nach Sonnenschein hat, ein Blick aus dem Fenster strahlend blauen Himmel verspricht und man sich denkt, der Akku ist voll, fährste an den Hafen, machste paar Fotos, gehste vor allem ordentlich Sonne tanken. Bei dem Wetter lohnt sich vielleicht sogar eine Fahrt mit der Touristenkutsche, ist eh gerade Flut, da fahren die auch durch die Speicherstadt.

Keine halbe Stunde später fällt der Nebel schneller als bei Asterix in Britannien. In den Alpen soll das ja normal sein, aber hier hab ich das in dem Tempo noch nicht erlebt. Von Sonne zu Suppe in einer halben Stunde? Was soll man machen, der Arzt hat Bewegung verordnet. Auto fahren meint er damit wohl nicht und bei dem Wetter zahl ich bestimmt keine 15 Euro für eine Hafenrundfahrt. Folglich laufe ich einmal von der Speicherstadt zu den Landungsbrücken und zurück ohne Sonne zu tanken und sammel etwas Material für den Nebelordner, da sind erst drei Bäume drin.

Unterbrochen wird der Spaziergang kurz durch ein Baustellenkonzert von Denmantau, die trotz klirrender Kälte immer noch ihre Zupfinstrumente beherrschen, obwohl der Bassmann in den Pausen schon arg seine Finger kneten muss. Das klingt gar nicht mal so übel was die machen, der Bandname ist auch sehr sympathisch, aber dummerweise haben die schon 3 CDs im Koffer und wenn ich nur eine nehme ist es garantiert die falsche, nehme ich hingegen alle drei, klingen die im Studio nicht halb so gut wie im eisigen Wind an den Landungsbrücken, man kennt das schon vom Straßenkauf. Für die zwei Songs gibt es immerhin zwei Euro von mir, dafür kriegt man bei Starfucks bestimmt schon einen halben Kaffee zum aufwärmen.

Gibt es hier irgendwann nochmal blauen Himmel guck ich trotzdem vorher auf den Wetterbericht, Sonne tanken geht zur Not auch vor der Haustür.

Fotos dazu: Wasserschloss - Speicherstadt - St.Katharinen - Hafenlinie U3 - Cap San Diego - Rickmer Rickmers - Elbphilharmonebel - Schiff in die Ferne hinaus / Nikon D7200
Musik dazu: Tom Waits - Nighthawks At The Diner / Rain Dogs / Frank's Wild Years
















Freitag, 26. Oktober 2018

Der kolossale wahrhaftig unabhängige Schokoladeneistest


















Vanille? Langweilig. Stracciatella? Langeweile mit Schokoraspeln. Erdbeer? Bestenfalls in der natürlichen Form essbar. Haselnuss, Amarenakirsche, Pistazie, sogar Malaga - kann man alles mal essen, aber nach ein bis zwei Kugeln reicht es meistens auch. Bleibt der einzige wahre Eisgenuss: Schokoladeneis.

Darf (oder sollte) man nicht so wahnsinnig viel Naschkram in sich hineinstopfen, bietet das dem Süchtigen zwei große Vorteile, denn erstens ist es Eis und zweitens ist es Schokolade. Zwei Fliegen mit einer Klappe sozusagen. Jetzt müsste man nur noch wissen welches das beste Schokoladeneis ist, denn selbstredend gibt es auch dort gewaltige Unterschiede.

Damit ihr, um das herauszufinden, nicht alle so viel Schokoladeneis essen müsst wie ich, habe ich mich diesen Sommer geopfert (harhar) um einen kolossalen wahrhaft unabhängigen (garantiert influenzafreien) Schokoladeneiscremetest durchzuführen - und hier ist das Ergebnis*:


REWE feine Welt Schokoladeneiscreme wirbt mit "nur 5 Zutaten" und tatsächlich, man kann nur aus Milch, Sahne, Zucker, Ei und Kakao ein wirklich anständiges Schokoladeneis zaubern, dafür sind also weder Stabilisatoren noch Emulgatoren nötig, wer hätte das gedacht. Schon dafür verdient es am Ende den sehr guten dritten Platz, ein etwas höherer Kakaoanteil als 3% wäre allerdings nicht verkehrt.

SIA Glass Choklad, Schokoladeneis mit Kakaosauce, kommt aus Schweden und verwendet den guten schwedischen Rahm eigener Kühe statt billiger Pflanzenfette, das ist toll. Keine Ahnung ob der schwedische Rahm nun so viel besser ist als anderer, aber zumindest wird er für die Eisherstellung nicht durch halb Europa gekarrt. Außerdem verwendet SIA diverse Stabilisatoren und Emulgatoren wie Guarkernmehl und Johannisbrotkernmehl, Aroma, Rapsöl etc. etc. also eigentlich nichts, was man selber in sein Eis mischen würde. Trotz 4% Kakao und schwedischem Rahm geschmacklich eher mager.

Luicella's kommt aus Hamburg und bietet neben sehr viel ungewöhnlichen Kreationen auch ein Schokoladeneis mit Extras an. Schoko-Haselnuss-Pralinensosse nennen sie das, in der Zutatenliste wird die aufgeführt als Sahne-Zucker-Soße (22%) und ist nicht so auffällig wie die gerösteten Haselnüsse (0.5%) auf denen man ständig herumkauen muss. Schokoladig ist das mehr so mittel, trotz der 7% Kakao im Eis.

Häagen Dazs Belgian Chocolate. Der amerikanische Fakedäne mischt neben den erwartbaren Zutaten auch Butterreinfett, natürliches Vanillearoma und Sojalecithin in sein Eis, dazu allerdings auch 23% belgische Schokolade in so feinen Splittern, dass die für den Schmelzvorgang im Mund nur wenige Sekunden länger brauchen als das Eis. Sehr lecker, äußerst schokoladig und ganz sicher der erste Platz im Test, weil die noch interessanter klingende Sorte Dark Chocolate & Almonds leider nicht zu bekommen war.

Edeka Belgische Schokolade bietet sich zum direkten Vergleich geradezu an, wirbt mit 3.5% Schokoladenstückchen und 3.5% Milchschokoladentrüffeln und fällt gleich beim ersten Vergleich durch, weil man ewig auf knüppelharten dicken Schokoladenbrocken herumkauen muss, zart schmelzen tut da leider nichts außer der Eiscreme. Molkenerzeugnis, Glukose-Fruktose-Sirup, Magermilchpulver, Vollmilchpulver, Johannisbrotkernmehl und Sonnenblumenöl sind weitere Inhaltsstoffe die, siehe REWE, nicht unbedingt nötig wären.

Alnatura Schoko-Eiscreme ist die einzige Bio-Eiscreme im Test, Magermilch, Sahne, Rohrohrzucker, Eigelb, Kakaopulver (4%), sogar das Johannisbrotkernmehl stammt aus biologischer Landwirtschaft. Ideale Voraussetzungen eigentlich, doch leider bewahrheitet es sich wieder einmal, dass Bio nicht unbedingt besser schmecken muss. Keine Ahnung was da schief läuft, vielleicht ist Rohrzucker im Eis nicht die beste Idee, vielleicht taugt der Kakao nichts oder 4% sind zu wenig, aber die sensorische Prüfung im direkten Vergleich mit zwei anderen Sorten sagt: durchgefallen. Beinahe das schwächste Eis im Test.

Ben & Jerry's Chocolate Fudge Brownie. Schwarz wie die Nacht, mit Pecan- und Walnüssen, vor ein paar Jahren noch hätte es diesen Test überhaupt nicht gegeben, doch leider haben die nicht-mehr-Hippies das fabelhafte New York Super Fudge Chunk aus dem Programm genommen. Jetzt also Schokoladeneis mit Schokoladenkuchenstücken, das sollte harmonieren. Dadurch finden sich in den Inhaltsstoffen natürlich auch seltsame Dinge wie Weizenmehl und Backtriebmittel, geschmacklich ist das dennoch überzeugend und nebenbei auch noch politisch äußerst korrekt. Die Zutaten aus fairem Handel, die Eier aus Freilandhaltung und die Brownies von einer New Yorker Bäckerei, die obdachlosen Menschen einen Arbeitsplatz bietet. Liest sich jedenfalls sehr gut alles und schmeckt zumindest gut genug für Platz zwei. Etwas mehr Eis und etwas weniger Brownies wären trotzdem schön.

Casa del Gelato Bis Ciocco. Endlich ein Italiener! Italiener machen sowieso das beste Eis! Gilt möglicherweise für die Eisdiele nebenan, nicht unbedingt für Industrieprodukte. Schokoladeneis mit Brownies, im direkten Vergleich mit B&J nicht ganz so viel Kuchenstücke, was mehr Eisvergnügen versprechen würde, wäre das ganze nicht so wässrig. Mag an den Zutaten liegen, unter denen als erstes Wasser und rehydrierte entrahmte Milch aufgeführt werden, was mehr nach Wasserleitung und Milchpulversilo klingt, als nach Rahm von glücklichen italienischen Kühen. Neben allerhand Emulgatoren, Stabilisatoren, Aromen und diversen Pflanzenfetten (die zum Teil den Brownies geschuldet sind) keine Ruhmesleistung italienischer Gelatiere und letzter Platz.



* mir ist durchaus bewusst, dass andere Menschen unter anderen Geschmacksempfindungen leiden, aber wer den Testergebnissen misstraut (die nur und ausschließlich meine persönliche Einschätzung wiedergeben) kann sich ja selber durch zehn bis zwölf Eisbecher futtern und das Testergebnis korrigieren. Kalorien habe ich nicht gezählt ;).


Foto dazu: Eisbechersammlung - Nikon D7200
Musik dazu: Hillstomp - Monster Receiver



Dienstag, 6. März 2018

Unter Rindern
















Die Speicherkarte bringt es an den Tag, seit mehr als fünf Monaten habe ich die Kamera nicht angefasst, sieht man von den Enkelkinderfotos an Heiligabend ab, aber das zählt nicht. Das heißt, seit Mallorca gab es hier fünf Monate durchgehend Scheißwetter - und wenn nicht, war ich anderweitig beschäftigt, meistens mit Arbeit. Davon gibt es mittlerweile derart viel, dass es an fußballfreien Wochenenden oft nur noch für die Couch reicht und nicht mehr für irgendwelche Exkursionen mit der Kamera.

Immerhin habe ich es geschafft während der Nachtschichtwoche eine gute Stunde durch die verschneiten Wege im NSG Höltigbaum zu schlendern, bei knackigen -12° Celsius am Spätnachmittag. Auch wenn man angesichts der (leider nicht mehr schneebedeckten) dürren Bäume kaum von einer Winterlandschaft sprechen kann, aber mit viel Glück erwischt man ja ein zotteliges schottisches Hochlandrind im norddeutschen Flachlandschnee. Mit dampfendem Odem in der winterkalten Luft, latürnich.

Natürlich nicht, weil man für solche Fotos wahrscheinlich tagelang dort herumlungern müsste, ich hab nur 'ne Stunde und komme gerade zur Fütterungszeit, alles im Stall. Große zottelige Schotten gibt es auch keine mehr, nur reichlich Galloways und eines dieser schnuckeligen Hochlandkälber, deren Lockenköpfe ich immer sofort knuddeln würde, wenn ich nur sicher wüsste dass die nix dagegen haben.

Die Ausbeute war dann auch eher so naja, außer niedlichen Kuhbabys nur etwas Schnee von links und rechts und von vorne und von hinten, was man halt in einer Stunde hinbekommt, wenn außer Schnee und blauem Himmel nicht viel geboten wird.

Wobei das eigentlich nicht stimmt, denn trotz der lausigen Temperaturen sind hier eine ganze Menge Leute unterwegs und jeder, wirklich jeder, grüßt mit einem freundlichen Moin zurück. So kann man gleich viel besser in den Tag starten. Oder in die Nacht, je nachdem..


Fotos dazu: Naturschutzgebiet Höltigbaum / Haus der Wilden Weiden - Nikon D7200
Bier dazu: Ratsherrn Cherry Pie, Kirsch-Dubbel, 7.5%
Musik dazu: Wovenhand - Refractory Obdurate










 

Dienstag, 9. Januar 2018

Klookschieters
















An die zwei Klugscheißer, die sich (telefonisch!) beschwert haben, dass hier gerade nix los ist: Jo, gut erkannt! Wetter ist bescheiden und wenn's Wetter mal nicht bescheiden ist (ein Tag bisher), dann ist es garantiert ein Wochentag. Ich bin Schönwetterfotograf, wisst ihr doch. Für einen Currywursttest würde ich eventuell nach Eppendorf fahren, um die selbsternannte Königin der Currywürste auseinanderzunehmen, aber der Laden ist ja inzwischen pleite und die beste Currywurst gibt es eh immer noch in der Mozartstraße.

Natürlich hätte ich über meine spannenden Abenteuer im Möbelhaus berichten können, aber außer "Laden voll, Sessel lieferbar in fünf Wochen" war da leider nichts. Dafür habe ich immerhin im Archiv ein passendes Foto für Euch gefunden. Sogar mit schönem Wetter! 

Ich krieche derweil wieder unter meine Decke :D. 


Foto dazu: Hafen Friedrichstadt, Nikon D90
Bier dazu: Landgang Hopfnung, American Pale, 6.2%/45 IBU (sehr lecker)
Musik dazu: Ryan Adams - Prisoner (neben Kettcar meine CD des Jahres)

 

Sonntag, 11. Dezember 2016

Abenteuer auf der Longshadow Ranch
















Kleine Mädchen, die alle Folgen von Bibi und Tina rezitieren können, landen höchstwahrscheinlich irgendwann selber auf einem Pferderücken. Nachdem die Prinzessin sich jeweils ein Jahr lang mit Kung Fu, Hockey und Fußball beschäftigt hat, sind jetzt die Pferde dran. Zweimal die Woche wenn möglich, im Urlaub auf den Ponyhof und wenn man schon Geburtstag hat, dann kann man den am besten auch gleich in einer Reitschule verbringen. Was bei den anderen kleinen Mädchen auf der Geburtstagsparty schon auf dem Hinweg für aufgeregte Begeisterung sorgt, mehr als die Hälfte bringt eine eigene Ausrüstung mit, Helm, Reithosen, Stiefel, alles dabei.  

Diese Faszination für Pferde haben Mädchen in dem Alter scheinbar exklusiv, Jungs hab ich da jedenfalls noch nie gesehen. Auch die anderen beiden Kindergeburtstage auf dem Hof sind rein weiblich, kein zukünftiger Franke Sloothaak dabei. Ob das früher anders war, als Winnetou und Old Shatterhand noch die Helden waren?

Die Feierlichkeiten sind straff durchorganisiert, nach einer kleinen Stärkung mit Kuchen und Brause geht es zur Besichtigung über den Hof. Das dauert eine ganze Weile, weil erst einmal alles gestreichelt werden muss was nicht bei drei auf den Bäumen ist - und davon gibt es hier reichlich, ob Hofkatzen, Babyschweine, Kaninchen oder Ziegen. Nur das Geflügel ist aus Sicherheitsgründen hinter Gittern, damit es sich nicht mit der Pest anstecken kann.

Anschließend ist Pferdepflege angesagt, mit Bürsten und anderen Werkzeugen macht sich die ganze Gesellschaft über ihre Ponys her. Wer sich mit dem Striegeln und Hufe auskratzen noch nicht so auskennt flechtet den Viechern derweil ein paar Zöpfe in die Mähne. Das zieht sich alles endlos in die Länge und weil wir mit dem Spaß erst um 15 Uhr angefangen haben ist das Licht natürlich weg, als die Gören endlich im Sattel sitzen.

Folglich sind alles was ich zusammenkriege ein paar High ISO Standbilder und kein Pferdchen lauf Galopp. Aber für glückliches Kinderlachen, saftigen Zitronenkuchen und einen netten Sonnenuntergang kann man sich schon mal ein paar Stunden den Arsch abfrieren.


Ranchfotos: Anikas Reitschule, Großensee
Ranchbier: Wildwuchs Brauwerk, Fastmoker Pils, 4.9%
Ranchmusik: Frank Zappa - Chicago '78 / ZAPPAtite: Frank Zappa's Tastiest Tracks