Sonntag, 9. Oktober 2016

Ein kleiner Ausflug zum Sport
















Die Rugbydamen des FC St.Pauli verlieren ihr Bundesligaheimspiel gegen den ASV Köln mit 10:31, ich tauge also nicht einmal beim Rugby als Glücksbringer, verdammt. Spaß gemacht hat es trotzdem, obwohl ich von diesem Sport immer noch nicht die leiseste Ahnung habe. Es ist schon interessant zu sehen, wie dort extrem verbissen um jeden Meter gekämpft wird. Es wird gezerrt und gezogen, geklammert und gehalten, zur Not auch an den Socken, geht aber alles ohne größere Blessuren ab und so ein richtig fieses Foul wie bei den Fußballern hab ich ebenfalls nicht gesehen.

Liegt möglicherweise auch daran, dass ich absolut keinen Plan habe was im Rugby als grobes Foul gewertet wird. Spielunterbrechungen gab es zwar reichlich, aber das kann ja auch andere Gründe gehabt haben. Dann stehen sich beide Mannschaften gegenüber und verknoten sich derart, dass es keinem so richtig gelingen will das darunter platzierte Ei zu erreichen, bis sich irgendwer das Ding schnappt und damit stiften geht. Wenn das niemand rechtzeitig bemerkt und der Gegner eine sehr schnelle Läuferin am Start hat, wie die Kölner an diesem Nachmittag, liegt man schnell mal hinten - und das dummerweise gleich mit 0:10.

Eine Zählweise, die mir immer noch etwas suspekt ist, denn natürlich hätte ich wahnsinnig gerne einundvierzig Tore gesehen, aber gezählt habe ich nur vier. Dafür sind die Einwürfe sehr viel spektakulärer als beim Fußball, weil sich die Ballfängerinnen mit erhebender Teamunterstützung schon in der Luft um das Sportgerät balgen dürfen.

Ansonsten liegen sie nämlich auch gern alle auf dem Rasen herum, manchmal derart gestapelt, dass einem schon vom Zugucken die Luft wegbleibt. Gibt es beim Fußball zwar auch ab und zu, aber eigentlich nur nach Toren und da bleibt wenigstens der Gegner außen vor...

Rugbier: Doggie Style Pale ALe, 5.5%, Flying Dog Brewery 
Rugmusik: Auf Der Maur - Out Of Our Minds
















Freitag, 7. Oktober 2016

Orangenstadt bei Nacht















Immer wenn ich nach Anbruch der Dunkelheit in Silves ankam, hab ich mir vorgenommen irgendwann ein paar Nachtaufnahmen davon zu machen. Sieht schick aus, wenn man Abends in die Stadt kommt. Blöderweise hat der verantwortliche Beleuchter die fettesten Strahler ausgerechnet auf die kalkweiße Wand der Kathedrale gerichtet und was noch dämlicher ist: Ich habe die beste Perspektive erst später auf alten Fotos gefunden und die ist weder oben an der Straße, noch auf der alten Römerbrücke.

Was nichts weiter heißt als: ich muss da nochmal hin. Gibt Dinge, die mir schwerer fallen.


Nachtbier: Firestone Walker Union Jack, West Coast IPA, 7.5%
Nachtmusik: Yello - Toy



Montag, 3. Oktober 2016

Ein kleiner Vorgeschmack auf den Weltuntergang
















Wenn hier auf der Erde mal so ein Supervulkan ausbricht, dann ist Schluss mit lustig sagen die Wissenschaftler. Erdbeben, Flutwellen und eine Klimakatastrophe unvorstellbaren Ausmaßes. Ein Vulkanischer Winter mit weltweitem Temperatursturz, ausgelöst durch die alles Leben erstickende Vulkanasche.

Dagegen ist so ein Waldbrand normalerweise natürlich nix, es sei denn er ist groß und nahe genug, die Auswirkungen sichtbar und fühlbar zu machen. Sichtbar war es schon gegen Mittag, als die Rauch- und Aschewolken aus dem zwanzig Kilometer entfernten Monchique das sonst so malerische Blau des Himmels immer mehr verdeckten.

Dort kämpften 400 Bombeiros gegen die Flammen, die dem Ort schon bedrohlich nahe kamen, wie wir auf verwackelten Handyfilmen bei Twitter sehen konnten. Der ganze Aufstand natürlich wieder nur, weil irgendein Idiot mit Geld einem anderen Idioten ohne Geld selbiges für effektive Brandrodung bezahlt hat. Eine Unsitte, die auch in Spanien gerade neu aufflackert, seit die Bebauung abgebrannter Flächen dort wieder erlaubt ist.

Da es in Monchique ganz sicher keinen Bedarf an Katastrophentouristen gab, bin ich lieber in die andere Richtung gefahren. An den Stauseen Funcho und Arade war der Himmel noch blau, die Bäume noch grün und der Ausblick derart grandios, dass es mich nicht wundern würde, wenn es hier irgendwann brennt. Man könnte dort ganze Dörfer errichten, oder zumindest Platz schaffen für einige schicke Villen mit guter Feuerversicherung.

Doch auch dort muss man sich warm anziehen, wenn der Himmel sich verdunkelt und die Sonne verblasst. Ein Temperatursturz von 35 auf 20° innerhalb weniger Stunden, nur durch einen Waldbrand. Das hat mich tatsächlich ein wenig geschockt, weit mehr noch als die Tatsache, zum ersten Mal in Portugal einen warmen Hoodie überziehen zu müssen. Dabei war der eigentlich nur Transportsicherung für die Flasche Tanqueray.

Für den Fall eines tatsächlichen Weltunterganges steht also schon fest was ich auf jeden Fall einpacken werde. Einen warmen Hoodie und eine Flasche Gin.

Untergangsfotos: Silves, Barragem do Funcho 
Untergangsbier: Hopper Bräu Weizheit, Weizen IPA, 5.4%
Untergangsmusik: Lorde - Pure Heroine










 


Freitag, 30. September 2016

Nichts mehr zu retten
















Meia Praia, Lagos. Spätnachmittag.


Retterbier: Brewdog Dead Pony Ale, West Coast IPA, 3.8%
Rettermusik: Bon Iver - 22, A Million

Mittwoch, 28. September 2016

Klappern gehört zum Handwerk















So an die zwanzig Storchennester muss es in Silves geben, wenn nicht mehr. Mit etwas Glück kann man ganze Schwärme am Himmel sehen, auf dem gemeinsamen Heimflug im Abendlicht, was allerdings in natura deutlich beeindruckender ist als auf Fotos. Fünfzig kleine Vögel vor blauem Hintergrund? Oder nur zwanzig (dafür etwas größere) Vögel vor blauem Hintergrund? Oder einfach zurücklehnen und das Schauspiel genießen? Letzteres.

Einer ließ sich dann noch herab. Und so guckt er irgendwie auch.


Klapperfoto: Nikon D90, Storks Nest Bar, Silves
Klapperfotogetränk: Gordons & Tonic
Klapperfotomusik:  Nick Cave & Warren Ellis - Hell or High Water (OST)

Montag, 26. September 2016

Am Ende der Welt















Praia do Amado, Portugal Westküste 


Endederweltbier: Jever Pils, 4.9%
Endederweltmusik: Anna Ternheim - The Night Visitor

Samstag, 24. September 2016

Sonntagsschuss


















Das konnte ja nicht gut gehen. Eine englische Woche trotz Brexit und ein Sonntagsschuss am Donnerstag, unter diesen Voraussetzungen kann man einfach nicht gewinnen. Die Vorzeichen waren ohnehin schon nicht besonders gut, seit die ungarische Nationalturnhose bei 1860 nicht mehr im Kasten steht haben wir gegen die nicht mehr gewonnen und was viel schlimmer ist: Heimsiege scheinen nur noch zu gelingen wenn ich nicht im Stadion bin.

Dabei fängt das sehr gut an, eine gute Viertelstunde haben wir alles im Griff, Ryo nutzt einen Fehler der Löwen, dribbelt sich in den Strafraum und den abgewehrten Ball befördert Buchti ganz trocken in die Maschen, 1:0. Woohoo, Song 2 und die ohnehin schon gute Stimmung bekommt nochmal einen ordentlichen Schub. Kurzzeitig, weil:

   











und keine zwei Minuten später muss es eigentlich bei uns klingeln, wenn der Skyman nicht diese himmlischen Reflexe hätte. Die Münchner sind auf einmal das aktivere Team und drücken ganz gewaltig, während unsere spärlichen Offensivbemühungen schnell im Sande verlaufen. Bis zur Halbzeit haben wir das defensiv dank Sobiech und Ziereis zwar ganz gut im Griff, aber kurz vor dem Pfiff der Pfeife auch eine Menge Glück, als ein Schuss nur ganz knapp den Kasten verfehlt.

Die zweite Halbzeit fällt einer heimtückischen Krankheit anheim, es grassiert die Gelbsucht. Es wird härter auf dem Rasen, aber nicht unbedingt schöner. Keine Frage, dass sich der Schiedsrichter schnell unbeliebt macht und selbstverständlich stelle ich auch ALLE seine Entscheidungen in Frage, ganz besonders als Aziz im Strafraum gefoult wird und noch viel mehr, als er kurz darauf einen mehr als fragwürdigen Elfmeter für die Münchner gibt. Nur deswegen steht es jetzt 1:1 statt 2:0, Pfeife. Und weil sie den Liendl haben schießen lassen, Olic hätte den bestimmt versemmelt.

Dass wir dann doch noch mal in Führung gehen, weil Nehrig im Strafraum einen Tieffliegerkopfball versenkt, sorgt leider nur für eine sehr sehr kurze Zeit der Freude, denn wie anfangs schon erwähnt:

Sonntagsschuss.
Echt mal, wie ein Strich. Bäng! Ab in den Winkel, aus vollem Lauf ins lange Eck. Keine Chance, nicht mit drei Torwarttitanen gleichzeitig. Da klappt einem glatt das Gebiss weg, dass der Andrade danach sein Trikot auszieht kann ich sogar nachvollziehen, so ein Treffer gelingt nicht oft im Leben. Er kassiert dafür eine der vielen gelben Karten und hätte eigentlich kurz darauf auch ganz gehen können, aber über einen Ellenbogencheck sieht die Pfeife hinweg.
Dass er in der Nachspielzeit Matze Hain auf die Tribüne schickt steigert die Beliebtheit des Fastunparteiischen noch ein wenig mehr, das ist schon sehr aytekinisch heute Abend. Bis hin zum Bierbecherweitwurf, glücklicherweise nach Abpfiff und ohne Treffer, manche lernen es nie. 

Letztendlich muss man das so hinnehmen, haste 'ne Pfeife kannste am Ende nur pfeifen, ändern tuste nix. Wären alle guten Chancen drin und alle Pfiffe korrekt gewesen, es wäre wohl auch dann ein Unentschieden geworden und das nicht unverdient. Angesichts des Münchner Kaders und deren Ambitionen ist das vielleicht sogar ein Punktgewinn, vor einem halben Jahr war das noch eine Gurkentruppe und wir haben trotzdem verloren.

Was sonst noch schlecht war:
Das Halbzeitbier wurde heute gereicht von den Aushilfen der Aushilfen die sonst da sind, es geht alles noch etwas langsamer als an den Wochenenden, selbstverständlich sind keine drei Bier vorgezapft und das vierte lässt auch auf sich warten, weil der Aushilfszapfer mit dem neuen Fass gekleckert hat und sich erst einmal umständlich säubern muss. Was für ein Glück, dass die meisten Gegengeradenopas erst auf die Toilette rennen, bevor sie sich um Nachschub kümmern können.

Was sonst noch gut war:
Dass der Don sich mal wieder im Stadion blicken ließ (unter Dauerkarte teilen hab ich mir was anderes vorgestellt), dass die jungen Damen hinter mir sich nicht in ihrem Brabbelbrabbel vom Spiel irgendwie ablenken ließen und somit immerhin ein klein wenig zur heute eigentlich ganz anständigen Atmosphäre beigetragen haben, denn auch Brabbelbrabbel ist ein Geräusch. Wie sich das wohl anhört wenn das 29.000 gleichzeitig machen?
Dass Herr B. mitten in der Woche noch einen Stick zur Spielnachbetrachtung vor der Gegengerade dabei hatte und Congstar das für die Fußballphilosophie nötige Getränk spendierte.

"Soooo schlecht fand ich uns jetzt nicht."
"Hm, nein. Aber sooo gut fand ich uns nu wieder auch nicht."
"Joo, die Münchner waren gut. Aber sooo schlecht war'n wir nicht."

Freibier zur Vertragsverlängerung ist keine schlechte Idee. Sollte sich durchsetzen bei Sponsoren.

Sonntagsschussfotos: Gegengerade Millerntor
Sonntagsschussbier: Berliner Berg, American Pale Ale 5.5%
Sonntagsschussmusik: Sheryl Crow - Tuesday Night Music Club / The Globe Sessions