Ein paar Wochen vor den Feiertagen machte mich Herr H. freundlicherweise auf die traditionelle Osterausfahrt der Omka aufmerksam, denn leider bin ich beim Käptn immer noch nicht im Mailverteiler. Nach Stade sollte es diesmal gehen, mit Altstadtbesichtigung und pünktlicher Rückkehr zu den Osterfeuern am Blankeneser Elbstrand. Da sich der Pappenheimer ohnehin zum Spiel des magischen FC gegen Paderborn angemeldet hatte, genau die richtige Vorbereitung für südwestfälische Landratten. Mit wasserdichtem Kameragehäuse kann ja nicht viel passieren, und für Pappenheimer gibts zur Not einen Rettungsring an Bord, jetzt musste ich ihm nur noch das frühe Aufstehen am Ostersamstag verklickern.
Nach einem kurzen Telefonat mit Käptn Stefan und der Platzreservierung war auch das kein Problem mehr, denn Stade wurde zu Gunsten des neu eröffneten Hafenmuseums vom Plan gestrichen, 12:45 Abfahrt sollte auch mit Herrn xs4all machbar sein, sogar mit Frühstück.
Drei Bier und eine Stunde S-Bahn später pünktlich am Harburger Binnenhafen angekommen und mit einer sehr überschaubaren Anzahl an Mitreisenden an Bord der Omka gegangen, das ließ viel Platz zum fotografieren, denn der überwiegende Teil der Gäste hielt sich bei der Witterung lieber im Innenraum auf. Nur die Knipser ließen sich von zeitweiligem Schneetreiben nicht vertreiben, Frühling in Hamburg rockt.
Nach der wie immer herzlichen Begrüßung durch den Schiffsführer und Eigner die kleine Hafenrundfahrt durch den Harburger Binnenhafen, diesmal leider ohne weckendes Tuten für Gunter Gabriel, der sich inzwischen eine ruhigere Ecke gesucht hat für sein Hausboot. Dafür ist mir aufgefallen, dass die Motivsuche sich sehr viel schwerer gestaltet, wenn man diese Strecke schon bei weit besserem Wetter gefahren ist. Für schöne Schleusenfotos ist daher xs4all zuständig, demnächst (hoffentlich) auf Schnittmengen.
Bei der Fahrt entlang des schick verklinkerten Kohle-von-Beust-Kraftwerks gab es wieder ein paar neue Informationen über die Vernichtung funktionierender Ökosysteme, das wirkt immer so schön auf den Blutdruck. Reisen bildet und hält gesund. Unter Kattwyk- und Köhlbrandbrücke hindurch auf die Norderelbe. Im Magen eine heiße Käse-Hack-Suppe, im Hafen die übliche Mischung aus Containerriesen, Kreuzfahrern, Barkassen und Fähren, am Millionengrab Elbphi vorbei zur angemeldeten Führung im erst zwei Tage zuvor eröffneten Hafenmuseum.
Also erst einmal über Bordwände klettern, über Tampen und Rohre steigen, Treppen rauf und runter, direktemang hinein in die Cafeteria der MS Bleichen. Alles unter fachkundiger Führung eines Herrn, den wir für unseren gebuchten Museumsführer hielten, der sich am Ende der Tour allerdings als Fachmann für die MS Bleichen (und ihr gastronomisches Angebot) herausstellte. Andere Tour, anderes Museum, andere Kasse. Kobern kannte ich bisher nur vom Kiez, aber Museen gehts ja ähnlich schlecht wie dem Rotlichtgewerbe.
Zur Ehrenrettung der Bleichenbesatzung muss man sagen, dass ein Euro für den Pott Kaffee durchaus ein reeller Preis ist, den Euro für den Kuchen habe ich mir angesichts der gedeckten Apfeltorte auf der Omka trotzdem gespart. Und solange das Hafenmuseum nicht gewaltig aufgeräumt wird, ist eine Führung auf dem alten Kahn nicht weniger interessant, denn das Museum sah zumindest im Außenbereich noch sehr nach Baustelle aus. Bei der komplizierten Anreise wird das kein durchschlagender Publikumserfolg werden, aber solange das nicht so viel kostet wie die Baustelle auf der anderen Seite solls mir egal sein.
Höhepunkte des Tages waren eindeutig die Osterfeuer am Blankeneser Elbufer, dazu kaltes Astra und ne Wurst vom Grill, alleine dafür hat sich die Tour schon gelohnt, da lass ich einfach mal die Bilder sprechen. Und da ich keine Zeit habe für diesen Tag drei kurze Versionen zu schreiben, nur um die Fotos aufzuteilen, gibt es gleich die volle Dosis. Wie immer macht ein Klick die Fotos groß. Ganz neu: sogar mit Bildunterschrift.
Großer Dank an den Käptn und die Mitreisenden für die angenehme Fahrt in netter Gesellschaft, wenn ich es endlich mal in den Mailverteiler schaffe bin ich öfter dabei. Ich kenn auch noch ein paar geeignete Kandidaten für solche Ausflüge, wenn die nicht gerade Rücken haben, so im Sommer vielleicht...
Osterfeuermusik: The Touré-Raichel Collective - The Tel Aviv Session
Update: Endlich bin ich im Mailverteiler, die nächste Tour mit dem feinen kleinen Schiffchen werde ich mir auch nicht entgehen lassen, am 1. Mai zur Apfelblüte ins Alte Land fahren, hört sich gut an, wenn es denn schon blüht im Obstgarten.




















































