Freitag, 16. November 2012

Immer noch Spitzenreiter














Bei unangenehmen Arztterminen gab es als Kind immer etwas zum Trost, und wenn es nur Schokoladenpudding zum Nachtisch war. Eine Tradition, die man unbedingt auch als Erwachsener beibehalten sollte. Und da ich schon einen unangenehmen Termin in Eilbek hatte kam mir der Gedanke, man könnte anschließend mal wieder den bisherigen persönlichen Spitzenreiter der Currywurstbuden besuchen.  Nachdem das Edelcurry ziemlich eingeschlagen hat ist eine Gegenprobe beinahe schon Pflicht, Frühstück war vorher eh nicht drin, das passte.
Ich hatte ja immer befürchtet, dass der Laden sich trotz seiner Qualität nicht halten kann, zu abgelegen ist die Ecke. Aber Qualität braucht keine Laufkundschaft, nur treues Stammpublikum. Keine halbe Stunde geöffnet und schon gut besetzt, durch Stammpublikum natürlich. Das wartet gerne länger auf die Wurst, schließlich ist das hier kein Schnellimbiss, in dem die in der Fritteuse landet, falls sie nicht schon vorher totgegrillt wurde. Hier ist alles frisch, von der Mayonnaise bis zu den dicken belgischen Pommes mit Pyramidensalz. Okay, das wird nicht ganz so frisch sein, aber darauf kommt es bei Salz auch nicht an.
Diese Kombination erwies sich jedenfalls wieder einmal als nahezu unschlagbar. Schade nur, dass ich die Wurst der Woche danach einfach nicht mehr schaffe. Vielleicht sollte ich nächstes mal auf die Pommes verzichten.

Abgesehen davon war mir der Name Curry Pirates schon immer sehr sympathisch. Den Jolly Roger sollten sie allerdings dringend wieder ins Programm aufnehmen.

Currypiratenmusik: Tom Waits - Frank's Wild Years

Mittwoch, 14. November 2012

Kein Eis für Diebe














Und auch keine Pommes und kein Kaffee. So!


Taschendiebenichtfütternmusik: Heather Nova - Siren

Dienstag, 13. November 2012

Sehr viel Aufwand, wenig Ertrag










Vorspiel
Montags könnt ich kotzen, jaja alte Leier. Das Lied werden wir noch in Jahren singen fürchte ich. Um vier Uhr nervt der Wecker, wenigstens hab ich einigermaßen gepennt, normalerweise kann ich nicht einschlafen wenn ich Frühschicht hab. Der Arbeitstag ist erträglich, ich hau um halb zwei ab, nicht ohne vorher Herrn L. eventuelle Anrufe zu verbieten, ich will mich aufs Ohr legen. Die beiden fahren eh Regionalbahn, wir treffen uns eine Stunde vor dem Spiel U-Bahn St.Pauli. Lebt sich gut als Kartendiktator.

Der Mittagsschlaf ist erquickend, ich treffe letzte Vorbereitungen, Sportrollen vorbauen, Kamera verstauen, Objektive einpacken, ich hab mir vorgenommen diesmal die Spiegelreflex mitzunehmen, mal sehen was man mit 10mm Brennweite so aufs Bild bekommt. Ein Flutlichtspiel mit Dom und Sitzplatz auf der Haupttribüne ist ideal, auch wenn man durch die neue Gegengerade vom Rummel kaum noch etwas sieht.

Im Bus steigt eine atemberaubende Schönheit zu, lange Beine, lange Haare, dunkle Augen, leider riecht der ganze Bus sofort wie eine Filiale von Douglas. Sehr viel Aufwand, aber ich fürchte wenig Ertrag, es sei denn sie will jemanden damit betäuben. Die fünf Minuten Wartezeit auf dem Bahnsteig sind eine Erholung, ich bekomm den Geruch von Schatto Schanell langsam aus der Nase und die duftende Rose des Orients nimmt glücklicherweise einen anderen Wagen.

Die Jungs sind tatsächlich etwas früher da als gedacht und wir können gleich ins Stadion, endlich mal früh und ohne Gedrängel am Eingang, geht doch. Herr L. braucht seine Wurst, ich nehm eine Curry, gegen Bochum ist Currywurst angesagt, etwas anderes fällt mir nicht ein, sieht man von den Bochumer Glückssocken ab, das muss als Orakel reichen, hat letztes mal auch geklappt. Mit Bier geht es dann auf den Platz und ich pack das Kamerageschleuder aus. Nervt mich jetzt schon, ich glaub das mach ich nicht wieder, ich bin eigentlich mehr zum Fußball gucken hier.

Da ja anfangs immer schick Choreo ist hab ich vor dem Spiel das Tele drauf, und sofort erweisen sich die 70mm Anfangsbrennweite als zu lang für die ganze Breite der Südkurve. Ich krieg die Kotztapete nicht ganz drauf, also versuch ich ein paar Schwenks und hoffe daraus kann man später ein halbwegs anständiges Panorama basteln. Wenn ich das schon drauf hab, dann kann ich auch ein paar Aufnahmen vom Spiel machen sag ich mir, geb das aber nach wenigen Minuten auf und pack die Kamera weg, denn wir schießen gleich ein Tor wenn ich mich nicht irre.

Spiel (1)
Die erste Action gibt es vor unserem Tor, aber dann, aber dann. Wie in München geht das hier weiter, unglaublich. Wir schnüren Bochum völlig ein und erarbeiten uns eine Chance nach der anderen, ganz besonders Daniel Ginczek ist eifrig dabei, Bartels und Kringe ebenfalls. Dem merkt man langsam an, dass er lange erste Liga gespielt hat, der gefällt mir immer besser. Der kleine Bochumer Fanblock versucht sich am Klassiker: Scheiß Sankt Pauli! Scheiß Sankt Pauli! und erntet den für diese kreative Idee verdienten Beifall, was sie einigermaßen verwirrt. Währenddessen schießen unsere Jungs sich ein, Ginczek ganz knapp daneben, den wollen wir schon reinbrüllen, kurz danach versucht er es ein weiteres mal und jetzt passt der genau, 1:0 und Woohoo. Weiter so, dann gibt es heute ne große Feier.
Tommi nutzt die Gelegenheit sein Bier wegzutragen und neues zu holen, verpasst dabei nichts. Mittelfeldgeplänkel, hohe Bälle, irgendwie ist langsam die Luft raus verdammt, wie kann sowas angehen? Ich hätte gern vor dem Halbzeitpfiff ein zweites Tor, das muss doch machbar sein.
Nach zehn Minuten schlaffer Kickerei merken die Bochumer, hier könnt man vielleicht doch was holen, und geben mehr Gas, während sich bei uns die Fehlpässe häufen. Überhaupt spielen sich die letzten zehn Minuten zu sehr auf der falschen Seite des Spielfelds ab. Hallo? Dafür hab ich nicht bezahlt, spielt gefälligst hier drüben weiter! Ein paar Szenen sehen mir zu brenzlig aus, aber es geht mit 1:0 in die Pause.

Zwischenspiel
Boll fehlt mir, nicht mal einen Bierbecher mit Boll gibt es, ich bekomme einen Schubert. Tommi assistiert mir beim Objektivwechsel, ich schraub den 10er Joghurtbecher drauf. Nun denn, man bekommt ne ganze Menge aufs Bild bei der Brennweite, aber irgendwie bin ich nur so mittelbegeistert. Was soll man schon groß fotografieren damit, als das ganze Stadion, das ganze Stadion und das ganze Stadion. Sehr viel Aufwand, wenig Ertrag, ich schraub wieder um auf das Tele und pack den Kram weg. Fußball gucken.

Spiel (2)
Wir kommen nicht so richtig zum Zug, der Schiedsrichter tut dazu noch sein Möglichstes das Spiel zu verpfeifen. Unnötiger Freistoß gegen uns, darauf folgt ein völlig unnötiges Tor und es steht 1:1, verdammte Hacke! Mit dem Rücken, so ein richtig unnötiges beknacktes Scheißtor, das kann man auch nur einmal im Leben so machen. Immerhin ist das so etwas wie ein Weckruf, die Jungs sind erkennbar sauer und reagieren entsprechend, leider ohne Fortune. Ginczek mit dem Kopf und wieder knapp daneben, Buchtmann zieht ab, knapp daneben, dann kriegt Bartels den Ball und ich fast nen Herzinfarkt, völlig frei schießt der die Pille in die Arme von Heerwagen. Ach Fin, wärst Du doch ein klein wenig mehr Torjäger.
So geht das munter weiter, auch Bochum ist durchaus ab und zu beteiligt, das Spiel ist jedenfalls ziemlich unterhaltsam, wenn wir führen würden täts aber weitaus mehr Spaß machen.
Dafür sorgen soll Ebbers, der 15 Minuten vor Schluss für Schindler kommt, was Herrn L. sichtlich begeistert. "Ebbe" brüllt er, "ihr müsst nur Ebbe anschießen" und amüsiert sich danach königlich über das Gekicher der Mädels hinter uns.
Leider zeigt Ebbers, warum er zur Zeit nicht in die erste Mannschaft gehört, mit seinem Jubiläumstreffer wird das auf absehbare Zeit nichts werden. Ich lass die Hoffnung so langsam fahren, nur zwei Minuten Nachspielzeit. Die bringen uns noch glatte zwei Ecken, nur den Sieg in der letzten Minute, den bringen sie leider nicht. Nur ein Punkt am Millerntor, wenig Ertrag für so viel Aufwand. Nach München hab ich wohl zu viel erwartet.

Nachspiel
Kurz wie immer an einem Montag Abend, ein Glühwein im Stadion und ein paar kleine Dombratwürstchen auf dem Rummelplatz. Herr L. ist scharf auf eine Eierlikörtasche, will aber nicht mehr zum Eierlikörtaschenstand zurücklaufen. Klebrige Finger bleiben uns trotzdem nicht erspart, es gibt mehr Eierlikörtaschenstände auf dem Dom als man glaubt. Ich nehm trotzdem lieber eine mit Apfelfüllung, ein Blick in das merkwürdig gelbe Innenleben der anderen bestärkt mich in der Meinung, die bessere Wahl getroffen zu haben.
Leider gibt es in der Liga keinen Verein der mit Verpoorten auf der Brust rumläuft, dann wären die Dinger wenigstens orakelfähig.

Montagsmusik, inzwischen schon am Dienstag, ein Haufen alte Klassiker: The Rolling Stones - Out Of Our Heads/Aftermath/Beggars Banquet/Let It Bleed




















Sonntag, 11. November 2012

Blitzeschneller Marktbesuch














Super, ein Markt mit regionalen Spezialitäten, Sonntags von 12 bis 18 Uhr, ideale Zeit. Stand in der Morgenpost, als einer der 5 Tipps für das Wochenende, auf der großen Doppelseite. Regional! Vielleicht ist ja die Marmeladenfrau dabei, momentan schaff ich es nicht zum Markt in der Fabrik. Auf dem Hansaplatz in St.Georg, den man wohl wieder einmal versucht damit aufzuwerten, vielleicht vermag der Trubel eines Marktes ja die Junkies, Trinker und Prostituierten zu vertreiben, damit man endlich die Mieten erhöhen kann. Die Altbauten sind ja nicht schlecht dort.
In der Langen Reihe, wo es keine Junkies, Trinker und Prostituierten gibt, werden Ladenmieten jetzt schon gerne von 1400 auf über 4000 Euro im Monat erhöht, von alteingesessenen Bücherhandlungen wird man sich wohl oder übel verabschieden müssen, die können das nicht aufbringen. Vielleicht schaffen es die Edelrestaurants und Boutiquen, für die neuen solventen Mieter, wenn die Gentrifizierung abgeschlossen ist. 

Auf dem Weg zum Markt standen die Damen des horizontalen Gewerbes Spalier, glücklicherweise sprach mich keine an, ich hätte nicht einmal höflich ablehnen können, denn Gespräche mit Prostituierten kosten hier bis zu 800 Euro inzwischen. Ohne großes Stöhnen, zahlbar an die Staatskasse.
Auch wenn ich derartige Dienste nicht in Anspruch zu nehmen gedenke, irgendwie wird es unter dieser SPD Regierung immer schilliger hier. 
Die Trinker saßen wie immer unter dem Hansabrunnen, wer hätte sie auch stören sollen? Die 20 Besucher des großen regionalen Spezialitätenmarktes? Wurst, Käse, Brot, Senf und Apfelsaft, ganze fünf Marktstände verloren sich auf einer Platzhälfte. Wenn so etwas im Mittelteil der Zeitung als Tipp für das Wochenende steht, dann fühlt man sich bei dem Anblick ein wenig verarscht. Die Morgenpost wird wirklich immer schlechter.

Ein paar neue Senfsorten konnte ich mir allerdings nicht verkneifen und der Fünf-Sprachen-Käse war auch ziemlich lecker. Leider lässt die olfaktorische Wahrnehmung unter freiem Himmel sehr zu wünschen übrig, im Kühlschrank musste ich den erst mal luftdicht verpacken. Durch den kurzen Kaufrausch hat sich der Marktbesuch doch tatsächlich auf eine gute halbe Stunde ausgedehnt, nochmal fall ich aber nicht drauf rein.

Marktbesuchmusik: Indian Summer Reloaded auf Radio DBWG mit switch, weil ich die Sendung verpasst hab. Das nenn ich Service.



Samstag, 10. November 2012

Lat: 53.7 Lon: 9.11667














Zwei Jahre war ich nicht mehr an einem prägenden Ort meiner Kindheit, dem Ort, den Thees Uhlmann auf seiner Platte so kryptisch mit Längen- und Breitengrad umschrieben hat. Irgendwo im Nirgendwo zwischen Hamburg und Cuxhaven, plattes Land, auf dem noch echte norddeutsche Namen wie Hinrich und Meta die Grabsteine zieren und der wichtigste Mann neben dem Bürgermeister der Kreisbrandmeister der freiwilligen Feuerwehr ist.
Heute war mal wieder ein Besuch angesagt. Leider ohne die Zeit ein paar mehr Orte der Kindheit aufzusuchen, um mal zu sehen was sich verändert hat. Was aus den alten Bunkern geworden ist, die man nach dem Ende des Krieges mit Müll zugeschüttet hat.
Ein unerschöpflicher Abenteuerspielplatz, auf dem wir mit Luftgewehren (und wenn Onkel Herbie nicht aufgepasst hat auch mit Kleinkaliber) auf riesige und extrem gefährliche Ratten schießen wollten, die wir allerdings nie zu Gesicht bekamen. Dafür suchten wir in den angrenzenden Bewässerungsgräben der Felder nach noch riesigeren und noch gefährlicheren Bisamratten, für die es angeblich sogar eine Schwanzprämie geben sollte. Konnten wir nie verifizieren, wir haben glücklicherweise auch nie eine Bisamratte gesehen.  Dafür konnte man wunderbar üben, indem man so lange die Kolben vom Schilfrohr geschossen hat, bis die mitgenommene Munition verballert war. Das ging auch mit Luftgewehren.
Oder wir haben mit primitiven selbst gebastelten Angeln die Gräben leergefischt. Aus der alten Badewanne im Garten wurde so ein Aquarium, etwas eintönig zwar, weil außer Barschen und Stichlingen nichts zu holen war, aber eigene Fische im Garten sind was tolles. Kein Schwein kam auf die Idee uns zu sagen, dass Fische in Badewannen nicht sehr lange überleben. Überhaupt hat uns niemand gesagt was wir zu tun haben, niemand hat sich Sorgen gemacht wenn wir einen halben Tag völlig von der Bildfläche verschwanden, niemand hat gewusst wo wir waren, heute in der Stadt völlig undenkbar. 
Einmal haben wir sogar einen richtig dicken Fang gemacht, einen Aal, den wir in stundenlangem Kampf versucht haben im Eimer nach Hause zu tragen, was bei Aalen nicht so einfach ist wenn der Eimer keinen Deckel hat. Den Ringelnattern, die sich in an sonnigen Plätzen wärmten, sind wir mit etwas mehr Respekt begegnet. Ungefährlicher waren die Millionen Grashüpfer auf dem großen Feld vor dem Haus, wenn es länger nicht gemäht wurde.
Vor und hinter dem Haus ein unerschöpflicher Vorrat an Vitaminen, Johannisbeeren, Brombeeren, Kirschen, Rhabarber, Birnen und Stachelbeeren, irgend etwas war immer gerade reif. Meistens Stachelbeeren, ich glaub beinahe das ist eine ganzjährige Frucht. Die Erbsen kamen nicht aus der Dose, die wurden auf der Veranda gepult und verschwanden nebenbei in unsern Mündern.

Ich erinner mich an ein Jahr, in dem Erbsen bei uns groß in Mode kamen. Die erste Erbsenpistole meines Lebens erstand ich beim jährlichen Schützenfest, dass außer einem Kettenkarussell recht wenig Attraktionen zu bieten hatte, aber mit Erbsenpistolen konnten wir uns prima die Zeit vertreiben. Nachdem wir die teure silberne Erbsenmunition von der Rummelbude durch ein Kilo vom Kaufmann ersetzt hatten war nichts und niemand vor uns sicher. Mich würde heute noch interessieren welchen Effekt etwa 100 grüne Erbsen auf das Spiel des Tubisten beim Abendtäterä gehabt haben. Es hat niemanden interessiert was wir im Saal der Dorfkneipe gemacht haben, und die große Öffnung einer Tuba ist ein ideales Ziel.

Das Paradies hatte ein paar kleine unbedeutende Schönheitsfehler wie Plumpsklos mit schrecklichen Jauchegruben, Herde auf denen man nur kochen konnte wenn die Kohlen glühten oder fließend eiskaltes Wasser, aber letzteres änderte sich zum Glück auch in heißen Sommern nicht, was die Brausepulverbrause deutlich aufwertete.

Die Dorfkneipe ist heute ein Baumarkt, die Grube von Portland Zement, dem ehemals größten Arbeitgeber im Ort, Freizeitsee und ein bei Tauchern in aller Welt beliebtes Revier. So beliebt, dass jedes Jahr mindestens einer unten bleibt. Die alten Schlachter, Bäcker und Gemischtwarenhändler haben längst ihre Geschäfte geschlossen, meistens aus Altersgründen. Auch auf dem platten Land regieren die Ketten, da wird es schwer Nachfolger zu finden.

Ich fürchte sehr viele Fahrten in diese Richtung werde ich nicht mehr unternehmen, man sollte es ausnutzen, solange die lebende Verwandtschaft zahlreicher ist als die auf dem Friedhof. Inzwischen hält es sich schon die Waage.

Hemmoormusik: Thees Uhlmann


Freitag, 9. November 2012

Gottverdammte Ruhestörer














Nach zwei Wochen endlich mal wieder richtig ausschlafen, den Wecker abstellen, die Ruhe im eigenen Bett genießen, sich noch einmal umdrehen können, herrlich. Prompt klingelt es an der Tür, um 9 Uhr, also sozusagen Mitternacht. Das ist doch garantiert so ein Werbezettelverteiler, die klingeln immer bei mir, dabei bin ich der einzige im Haus bei dem ganz fett "Keine Werbung" auf dem Briefkasten steht. Wo ist die Baseballkeule wenn man sie mal braucht?  Vielleicht der Postmensch mit der bestellten Kabelfernbedienung? Nee, DHL kommt immer erst Abends.
Ich dreh mich um und ignoriere die Ruhestörung, doch der Vogel ist hartnäckig, der klingelt doch glatt ein zweites mal. Da fällt mir die Notiz im Hauseingang wieder ein, was war das noch? Heizung? Die wollen immer gleich Geld wenn sie wiederkommen müssen, also raff ich mich auf.
"Einen Moment" brüll ich in den Flur und springe in die Klamotten. Nichts ist aufgeräumt, auf dem Tisch noch die Mische von gestern Abend, der Boden bedeckt von der Wäsche der letzten Arbeitswoche, wenigstens die Küche ist aufgeräumt, die hab ich ja seit zwei Wochen nicht mehr benutzt. "Nur die Ruhe" tönt es gemütlich zurück, der Mann zeigt Verständnis.

Und ist nach fünf Minuten wieder weg, es war nur der Rauchmelderkontrolleur, alle Geräte piepen, alles ist gut. Damit hab ich Schornsteinfeger und Rauchmelder in diesem Jahr vom Hals, der Heizungsfritze kommt erst im Dezember. Nummer vier wär der Mann von der Wassergütekontrolle, das ist der allerneuste Streich. Den muss ich wohl irgendwann anrufen, denn selbstverständlich war ich nicht im Haus als der seine Probe nehmen wollte. Es wird immer schlimmer hier, man braucht inzwischen fast eine Woche Urlaub, nur um die zahlreichen Kontrollen zu überstehen.

Rauchmeldermusik from deep in the heart of Hämbörg: Bad News Reunion - Live im Logo

Donnerstag, 8. November 2012

Pipi Deluxe
















"Das ist auf jeden Fall eine der Top 3 Toiletten auf denen ich jemals gewesen bin" schwärmte Herr L. nach dem ersten Gang zur Bierentsorgungsanlage im Wirtshaus in der Au, und das lag sicher nicht nur am wohligen Gefühl der Erleichterung. Seiner mehrfachen Aufforderung zum Toilettengang kam trotzdem niemand nach, ohne den nötigen Druck wäre das ja auch ziemlich witzlos.
Als dann der nächste Kandidat das stille Örtchen in den höchsten Tönen lobte griff ich denn doch heimlich zur Kamera und hoffte nur, dass nicht jemand in die Fotosession platzt und das irgendwie missversteht.

Allerdings muss ich zugeben, wenn es überhaupt ein Pissoir gibt das man ablichten sollte, dann dieses. Herr L. ist davon immer noch so schwer beeindruckt, dass er sich tatsächlich über das fehlende Foto im letzten Beitrag beschwert hat.

Nur ihm habt ihr es also zu verdanken, dass wir dieses Wissen jetzt mit euch teilen.