Dienstag, 23. Oktober 2012
Der große vollkommen überflüssige Schokopuddingtest
Erfahrungen aus dem letzten Jahr haben gezeigt, dass man sich nach Zahnoperationen mindestens eine Woche halbflüssig ernähren muss, also Suppe, FertigPü, Babybrei und ähnlich schreckliches Zeugs. Macht keinen Spaß, aber man kann wenigstens beim Nachtisch fast hemmungslos zuschlagen. Leider habe ich nicht daran gedacht mir die genießbaren Schokoladenpuddingsorten zu notieren, also alles auf Anfang.
Was als erstes auffällt bei dem Zeug ist die wabbelige bis flüssige Konsistenz, überhaupt kein Vergleich zu selber gekochtem Schokopudding. Der mir bei dem Gedankengang als nächstes einfiel, zwar ist es schwierig ohne entsprechende Massen an kleinen Behältern das in handliche Portionen zu verpacken, aber fürs traute Heim wäre das die bessere Lösung gewesen.
Nach ausführlichen Tests bin ich jedenfalls zu der Überzeugung gelangt, dass man von dem ganzen Fertigzeugs nur die diversen Mousse au Chocolat Varianten essen kann, der Rest liegt irgendwo zwischen mittelprächtig und ungenießbar. Ob das jetzt der Klassiker Dany & Sahne ist oder der Kram von Ehrmann, Oetker und Konsorten, trotz Landliebe mit Sahne, alles eine Grütze.
Als größtes Verbrechen an meinen ohnehin in Mitleidenschaft gezogenen Caliculi gustatorii erwies sich allerdings Monte von Zott, wobei es sich dabei wahrscheinlich überhaupt nicht um Schokoladenpudding handelt, sondern um eine ominöse braune Nusspampe, die schamhaft von einer helleren Schicht noch ominöserer Milch(?)pampe bedeckt wird. Einziger Vorteil: Das Zeug kommt in acht kleinen Portionspäckchen, so dass man nach dem ersten Test die übrigen sieben sauber entsorgen kann.
Oder an die Kollegen verschenken, ich frag morgen mal. Geschmäcker sind ja durchaus unterschiedlich.
Grandiose Schokoladenmusik: Massive Attack - Live @ Melt Music Festival 2010. In dem Fall nehm ich sogar Bootlegqualität in Kauf. Das noch schokoladigere Video dazu gibt es in voller Länge auf youtube, leider nur in 360p. Falls jemand damals zufällig zdf.kultur mitgeschnitten hat...
Sonntag, 21. Oktober 2012
Herbstfarben
Den ganzen Tag in der Bude hocken, nur weil die Kauleiste schmerzt? Irgendwie keine Option bei diesem Wetter, außerdem tödlich langweilig. Ist ja nicht so, dass mir nichts einfallen würde um die Zeit totzuschlagen, ich müsste die Waschmaschine mal wieder füttern, könnte Fotos sortieren, oder Radio hören, der FC spielt in Paderborn. Letzteres fällt flach, ich greif dann garantiert irgendwann vor Nervosität zur Kippe, und rauchen darf ich nicht.
Der HVV macht Programm für Nostalgiker les ich in der Presse. Verkehrshistorischer Tag nennt sich das, es gondeln ein paar alte U-Bahnen und Busse durch die Stadt, für 15 Euro dürfte ich den ganzen Tag mitfahren. Auch auf Alster und Elbe mit den alten Kähnen, aber alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln rumeiern macht keinen Spaß, außerdem müsste ich erst in die Stadt fahren um mir das Ticket zu besorgen. Am Ende gurkt man für ein paar Fotos von alten Fahrzeugen stundenlang in der Gegend herum, wenn man Pech hat muss man auch noch Stunden auf irgendwelchen Bahnhöfen und Haltestellen ausharren, das mach ich mal wenn ich fitter bin.
Also Rekonvaleszenzprogramm, sutje spazieren gehen im Wald, wo das Laub gerade so schön in herbstlichen Farben leuchtet. Ist bei den fotografierenden Kollegen gerade sehr beliebt und Wald hab ich in der nahen Umgebung reichlich, muss ich wenigstens nicht lange fahren. Gute Idee, haben andere auch. Sehr viele andere, man bekommt nicht mal einen Parkplatz, alles drängt auf Wald und Wiese um die letzten Sonnenstrahlen des Oktobers zu genießen. Dadurch entgehe ich wenigstens der Versuchung irgendwo ein Stück Käsesahnetorte zu lutschen, vor den ganzen Waldcafés und Restaurants stehen die Leute Schlange um einen Platz zu ergattern.
Im Rodenbeker Quellental schneit es Laub, bei dem Tempo wird es bis zur völligen Kahlheit nicht mehr lange dauern. Trotzdem ist das Laub an den Bäumen noch dicht genug um die Sonneneinstrahlung zu verhindern, will man leuchtende Farben fotografieren muss man mit der Kamera nach oben zielen, oder den Wald außen umrunden, da geht noch was. Ein kleines Mädchen weist mich freundlicherweise auf eine Kröte hin, die unter einer alten Baumwurzel vor den menschlichen Horden Schutz gesucht hat, und schon wieder vermisse ich ein Makro-Objektiv. Mein Hut erweist sich dafür erneut als großartige Investition, schützt er doch bei Sauwetter nicht nur zuverlässig vor Regen, auch vom Baum fallende Kastanien sind ohne Kopfbedeckung sicherlich schmerzhaft. So bleibt es bei einem kurzen Schrecken, als das Ding mit einem lauten "Tock" vom Oberstübchen abprallt.
Herbstfarbenmusik: Linda Ronstadt & Ann Savoy - Adieu False Heart
Freitag, 19. Oktober 2012
Dicke Lippe, schwere Schunge
Als ich kurz durchschnaufe und mir den leichten Schweißfilm von der Stirn wische grinst der Arzt mich an. "Hier kommt keiner cool rein und sagt: Machen sie mal. Aber das wird schon." Überhaupt ist der Mann ziemlich fit, erklärt jeden einzelnen Schritt und ist auch durch kleinere Komplikationen nicht aus der Ruhe zu bringen, die sich dann irgendwann auf mich überträgt.
Hilft ja alles nix, man kann dem Elend auf Dauer einfach nicht entrinnen. Nachdem ich die Zahnbehandlung im letzten Jahr aus diversen Gründen abbrechen musste darf ich jetzt weitermachen, hab mich ordentlich bevorratet mit Suppe, Püree und Pudding für die nächsten Tage und werd mir gleich einen nassen kalten Lappen auf das schiefe Gesicht pressen.
Doppelseitig, denn ich hab mich für die radikale Tour entschieden, noch einmal geh ich da nur noch hin um die Fäden ziehen zu lassen.
Jetzt bin ich auch den Rest meiner Weisheit los. Mal sehen was das für Auswirkungen hat.
Donnerstag, 18. Oktober 2012
Wechselnde Perspektiven
Herr Ärmel berichtet in seinem Blog gerade von der fotografischen Gestaltung mit Weitwinkelobjektiven und den besonderen Herausforderungen, da fällt mir ein, dass ich meins so gut wie nie benutze. Hätte durchaus auf dem Gebrauchtmarkt landen können, heute würde ich das Geld wahrscheinlich für etwas anderes ausgeben.
Vielleicht sollte ich dem Ding noch einmal eine Chance geben, obwohl ich eigentlich immer lieber mit langen Brennweiten unterwegs bin, denn solange die Sichtachse nicht durch irgendetwas versperrt wird eröffnen sich häufig spannendere Perspektiven.
Fotos: Museumshafen Oevelgönne (26/105mm)
Musik: Los Lobos - Kiko Live
Labels:
Fotosafari
Standort:
Neumühlen 51, Hamburg, Deutschland
Dienstag, 16. Oktober 2012
Ein Brief aus Afrika
Prokrastination ist eine üble Sache, das findet sogar meine Rechtschreibkorrektur, die kennt das Wort nicht mal. Ich schon, zur Genüge eigentlich, aber jetzt wird's richtig peinlich. Denn seit mehreren Monaten bin ich Patenonkel, hab es aber immer noch nicht gebacken bekommen einen simplen, vorgefertigten Zettel auszufüllen, ein Foto beizulegen und ein paar persönliche Zeilen zu verfassen.
Mein Patenkind in Ruanda ist da wesentlich fleißiger, die hat gleich im Mai eine ganze Seite geschrieben und setzt mich damit jetzt enorm unter Zugzwang. Das ist das einzige was bei fortschreitender Prokrastination hilft, Zugzwang. Trotzdem werde ich einen Weihnachtsgruß nicht mehr schaffen, denn scheinbar sind Briefe aus Ruanda mal eben fünf Monate unterwegs. Das wird so höchstens ein Frühlingsgruß, selbst wenn ich es in den nächsten Tagen schaffen sollte, was eher unwahrscheinlich ist bei meinem Tempo.
Den vorgefertigten Standardbrief kann ich jetzt auch knicken, das wäre zwar schön bequem gewesen, ist mir jetzt aber als Antwort zu peinlich nach dieser Vorlage. Irgendwie bin ich total unsicher, ich pflege normal keinen Briefkontakt zu achtjährigen Mädchen, was schreib ich nur? Und sollte ich den Brief dann auch mit einem "god bless you" abschließen, obwohl ich mit dem Herrn eigentlich nichts zu tun habe? Kann das Kind ja nicht wissen. Und für das Foto, sollte ich da lieber eins ohne St.Pauli T-Shirt nehmen? Nicht, dass sie mich noch für einen Piraten hält oder so. Ich könnte ihr das natürlich erklären, mit dem Fußballverein und allem, dann hätt ich schon mal eine halbe Seite beisammen. Für kleine Mädchen in Ruanda aber wohl weniger interessant.
Am besten ich kümmer mich erst einmal um das Foto, das ist der einfachere Teil. Danach werd ich dann an meiner Handschrift feilen müssen, lesen können soll man das ja auch noch.
Briefschreibmusik: Jupiter Coyote - Here Be Dragons/Waxing Moon
Sonntag, 14. Oktober 2012
Abends ist mit Niederschlägen zu rechnen
Meine Kameraausrüstung sollte ich unbedingt mitnehmen in den Regenwald, dabei fahre ich da eigentlich nur hin um Freunde zu treffen und
Wahrscheinlich hatte ich es nur der Anwesenheit von Herrn Ärmel zu verdanken, dass ich nach Jahren das erste mal die beschwerliche Wanderung zum sagenumwobenen Engelbertstuhl auf mich nehmen durfte. Die nur dann wirklich beschwerlich sein dürfte wenn man unten im Ort startet, was angesichts eines Parkplatzes auf dem Berg ziemlich unsinnig wäre.
Der Rest des Weges ist in einer halben Stunde locker abgefrühstückt, inklusive einer kurzen Besichtigung der Burgruine Schwarzenberg (ohne Burgfräulein). Man könnte also wirklich ohne Probleme, wie vom Pappenheimer behauptet, eine Kiste Bier dort hintragen. Es lockt ein schöner Blick über das Tal und eine Holzbank, auf der man die himmlische Ruhe (und die Kiste Bier) genießen könnte, würden nicht alle fünf Minuten wieder Menschen auftauchen, die wahrscheinlich ähnliches über uns dachten.
Aus lauter Sorge um meine leider nicht wasserdichte Nikon (und mit Kennerblick in Richtung Himmel) riet der Pappenheimer irgendwann zum Aufbruch, und nach meiner Erfahrung befolgt man am besten die Empfehlung der Einheimischen. Allerdings hab ich nicht daran gedacht, dass der Mann ja eigentlich kein Einheimischer ist. Selbstverständlich hat es nicht geregnet, ein Glücksfall für mich, so bin ich der Pentax Demonstration entgangen auf die er wahrscheinlich spekuliert hat *g*.
Mit Niederschlägen ist im Regenwald nach meiner Erfahrung sowieso eher am Abend zu rechnen, was sich auch an diesem Wochenende wieder einmal bestätigte. Freitag durch die ungewohnte Kombination aus Ebbelwoi und Sportzigaretten, die mich zwischenzeitlich beinahe auf die Bretter geschickt hätte, was glücklicherweise außer dem Dorfscheff keiner bemerkte.
Samstag dann real, bemerkbar als prasselndes Geräusch auf dem Dach der Häuptlingsveranda, wenn Musik oder angeregte Gespräche nicht gerade lauter waren.
Wieder einmal ein äußerst erquickender Abend an einem meiner Lieblingsorte, nicht zuletzt durch die anwesenden Personen, bei denen ich mich auf diesem Wege noch einmal für Gastfreundschaft, Genuss und Geschichte(n) bedanken möchte. Sollten wir unbedingt wiederholen.
Fotografisch war ich eher unmotiviert unterwegs, von der Ruinentour abgesehen ist die Kamera im Rucksack geblieben und im Wald fällt mir meistens als erstes auf, dass mir immer noch ein Makro fehlt. Mehr Bilder vom Wochenende im Regenwald finden sich beim Pappenheimer auf Schnittmengen, oder auf Hippos Hippolytikum und ganz sicher auch beim Herrn Ärmel, der gerade sein erstes (südwestfälisches) Regenwaldabenteuer erlebt.
Im Musikabspielgerät: Grayson Capps - Stavin' Chain
Labels:
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Herbst
Samstag, 13. Oktober 2012
Regenwaldbloggertreffen
Heute morgen kam mir der Gedanke, das vom Herrn Ärmel spendierte Getränk des gestrigen Abends lobend zu erwähnen. Das Stöffsche wurde zwar im Laufe des Abends immer saurer und zeigte in Verbindung mit anderen Spezialitäten auch deutlich seine Wirkung, aber mir ging es trotzdem erstaunlich gut nach dem Aufstehen. Keinen Kopp, keinen ausgetrockneten Hals, überhaupt keine der unangenehmen Nebenwirkungen die eine größere Menge Alkohol eigentlich hervorruft.
Scheint aber konditionsabhängig zu sein, denn der Pappenheimer griff noch vor dem Frühstückskaffee zur Familienpackung eines bewährten Hausmittels. Dabei ist der doch angeblich Hesse, der müsste das zumindest theoretisch besser verkraften als ein ungeübter Norddeutscher.
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