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Sonntag, 8. Juli 2018
Lauter Optimisten
Die Optimisten-Jolle, idealer Bootstyp für Anfänger und Leichtmatrosen. Bei diesem Anblick kam mir spontan die Idee, unsere derzeitigen Leichtmatrosen Seehofer, Söder und wer alles noch gerne den Ausdruck "Asyltourismus" verwendet, in solch einen Optimisten zu setzen, um die Strecke von Cuxhaven nach Helgoland im Alleingang zu bewältigen. Vorzugsweise im Herbst, ein bissl Abenteuer sollte beim Asyltourismus schon sein.
Sollten sie es wider Erwarten bis nach Helgoland schaffen, können sie von mir aus gerne ihr üppiges Asylgehalt an den dortigen Hummerbuden verprassen. Hauptsache sie bleiben dort (sorry Helgoland) und kommen nie mehr wieder.
Ach ja, die Seenotrettungskreuzer bleiben natürlich solange im Hafen, wegen der Chancengleichheit und wegen FCK CSU.
Bild dazu: Anleger Uhlenhorster Fährhaus - Nikon D7200
Musik dazu: Florence + the Machine - High As Hope (auf dem Weg zur Platte des Jahres)
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Mittwoch, 20. April 2016
Über den Wolken
Eine schmackhafte Currywurst mit Brötchen bietet Condor als warme Mahlzeit über den Wolken an, für den geringen Preis von nur 6.50 Euro muss ich da unbedingt zuschlagen. Einen Currywursttest in knapp 10 Kilometern Höhe kann ich mir nicht entgehen lassen, zumal die im Flugpreis inbegriffene Bordration nur aus einem (wahrscheinlich) furztrockenen Minischokocroissant besteht, den man sich dafür immerhin mit Kaffee oder Wasser satt runterspülen kann, wenn man häufiger die Bordtoilette benutzen möchte.
Die Mikrowellenmahlzeit kommt mit einem Extratütchen Curry und einem steinharten Brötchen, weil Brötchen sich einfach nicht für Mikrowellen eignen. Man könnte den Teigklumpen in der dünnen Suppe aufweichen, doch leider ist das ebenso wenig eine geschmackliche Verbesserung wie das "Currypulver" aus dem Tütchen. Um die schlaffen Wabbelwurstscheiben aufzupeppen bräuchte man extrascharfen Madrascurry und keine Mischung aus Pfeffer, Salz und Senfmehl oder was immer das sein soll.
Den Kram kleckerfrei in den Mund zu bekommen ist problematisch genug, erschwerend kommt noch hinzu, dass man den halb abgerissenen Plastiklappen über der Menüschale ständig wieder einklappen muss, weil man sonst zwangsläufig das schmale Klappbrettchen vollsaut.
Fazit und Tipp an alle Flugreisenden mit Condor: esst das Schokocroissant. Kann man wunderbar mit Gin Tonic runterspülen, der kostet nur nen Fünfer. Beefeater mit Paderborner Dosentonic, aber kalt und auf Eis.
Currywurstfoto: Smartphoneknipse vom Exilwestfalen
Currywurstgetränk: Bombay Sapphire w/ Thomas Henry Tonic Water
Currywurstmusik: Nick Lowe - Nick the Knife / Pinker And Prouder Than Previous
Freitag, 5. Februar 2016
Das Blumenkohlmassaker und andere Gemüsepleiten
Man sollte sich gesünder ernähren, was heißt man, ICH sollte mich gesünder ernähren. Während der Woche ist das so gut wie ausgeschlossen, aber am Wochenende ist Gemüse angesagt. Gemüse ist lecker und gesund gleichzeitig, außerdem habe ich ewig keinen Blumenkohl gegessen. Mit viel Semmelbröselbutter drauf hmmmm, dafür könnte ich sogar auf das Schnitzel verzichten. Natürlich nehme ich den Bio-Blumenkohl, der einzige, der in Plastikfolie eingewickelt ist. Macht Sinn, dadurch wird er nicht von den (wahrscheinlich mit Pestiziden belasteten) Nachbarblumenköhlen kontaminiert. Und das bisschen Plastik mehr oder weniger...
Ausgepackt sieht er leider nicht mehr ganz so gut aus, die drei schwarzen Flecken am Rande entpuppen sich nach der vollständigen Entblätterung als ganz viele schwarze Flecken mit kleinen Löchern in der Mitte - und nach den ersten radikalen Schnitten stelle ich fest, das schwarze Gedöns setzt sich im inneren des Kohls weiträumig fort. Zwar sind mit bloßem Auge keine lebenden (krabbelnden) Organismen zu erkennen, doch irgend etwas hat hier mal fleißig gegraben. Schwarze Pest statt Pestizide ist irgendwie auch keine Lösung, zumal dadurch am Ende so wenig Blumenkohl übrig ist, dass sich dafür kein Aufwand mehr lohnt. Für einen halben Strunk mit zwei Röschen mach ich kein Wasser heiß.
Also doch nur Schnitzel mit Bratkartoffeln, wäre da nicht die Gemüsenotration aus dem Tiefkühler. SÜSSKARTOFFELN mit gelben Karotten in Rosmarinbutter, da konnte ich nicht widerstehen. Das Zeug von Frosta ist meist nicht übel und Vitamine sind da sicher auch noch ein paar drin. Bestimmt mehr als Süßkartoffeln schätze ich, denn die machen nur 26% des Inhalts aus und verlieren sich fast in der Übermacht von 62% gelben Karotten. Der Name ist, gelinde gesagt, irritierend. Jedenfalls fühle ich mich ausreichend verarscht, als die fünf oder sechs frittierten Süßkartoffelscheiben zwischen dem ganzen Rest in die Pfanne purzeln.
Geschmeckt hat es trotzdem, aber gesunde Ernährung ist gar nicht so einfach wie man manchmal denkt.
Massakerbier: Hopfen Royal,6.9%, Brau-Manufactur Allgäu
Massakermusik: Steven Wilson - Transience / 4 1/2
Freitag, 18. September 2015
Leere Zimmer, hohle Birnen
Das Gästezimmer erinnert mich an Kai Diekmann, so ungefähr muss es in seinem Kopf aussehen. Nicht viel drin außer etwas Restmüll, der unbedingt raus muss.
Zumindest beim Zimmer besteht baldige Aussicht auf Besserung.Sollte von der Tapete noch etwas übrig bleiben, kann ich bis Mittwoch vielleicht sogar noch eine Grußkarte schreiben. FCK BLD benötigt ja nicht so viel Platz.
Fettes Dankeschön an meine "Renovierhelden" für die Hilfe
Bier: BrauKunstKeller Amarsi IPA, 7.1%
Mucke: Public Image Ltd. - What the World Needs Now...
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Dienstag, 30. Juni 2015
Hollands fiese Fallen
Boaa, ey das Zeugs is furztrocken.
Jo.
Klebt aba trotzdem anne Finger ohne Ende.
Kommt mir irgendwie bekannt vor der Geschmack.
Jo. Mir auch. Das isn Amerikaner. Nur ohne Zuckerguss drauf.
Amerikaner fand ich schon immer Scheiße.
Und ohne Zuckerguss sind die echt noch übler.
Klebt aber auch ohne den Guss wie Hulle.
Pappensüßes Zeugs, echt ma.
Willznochwas? Einer is noch übrig.
Hm. Jo, gib rüber.
Es gibt so einige Dinge, die würde man zu Hause niemals machen. Die macht man einfach nur in Holland, zum Beispiel Schokoladenstreusel auf Weißbrot essen. Zum Frühstück oder überhaupt. Das ist fast zwanghaft, das erste was im Einkaufskorb landet ist Chocoladehagel. Dann will meistens jemand noch eine andere Sorte, in diesem Fall hätte die Prinzessin lieber das Vlokfeest, die dicken Chocoladevlokken in puur, melk en wit, die dann doch nicht aufgegessen werden, weil der Hagel besser schmeckt. Am letzten Tag in Almere entdecke ich noch eine kleine teure Packung mit Goldaufdruck. Specials Intens Puur, mit 60% meer cacaobestanddelen. Muss auch mit, steht jetzt im Schrank und wird vermutlich niemals gegessen.
Die nächste Entdeckung machen wir auf der Suche nach Chocomel, dem Standardfrühstücksnebenbeigetränk neben Kaffee und Karnemelk mit Sirup: es gibt inzwischen eine dunkle Variante. Meer cacaobestanddelen schätze ich, muss mit. Überraschung zwei folgt im Kühlregal: Chocomel gibt es nun auch in Vers, was wohl frisch heißen soll, denn umgekehrt macht keinen Sinn. Muss selbstverständlich alles ausprobiert werden, muss alles mit.
Die Supermärkte in den Niederlanden sind tückische Fallen, ein Paradies für Menschen die auf unbekannte oder für deutsche Verhältnisse exotische Dinge abfahren, die dort meistens sehr kalorienreich, bunt, fett oder sonstwie gesundheitsschädlich sind, meistens alles zusammen. In jedem Supermarkt fällt man schon am Eingang über Kuchen, Torten und Gebäck, von der versen Appeltaart aus dem oven bis zur bunt dekorierten Sahnetorte im eingeschweißten Karton. Gefühlt ist hier jedes zweite Regal mit irgendwelchen Süßigkeiten gefüllt, der Rest ist Hilfe für das perfekte holländische Fastfoodmenü. Satésaucen für Mikrowelle oder Kochtopf von mindestens zehn verschiedenen Herstellern in zig Varianten und Schärfegraden und dazu Biersorten, bei denen Verfechter des Reinheitsgebotes in bittere Tränen ausbrechen würden. Don't read the fucking label.
Trotz des üppigen Angebots bunter Dickmacher sieht man erstaunlicherweise recht wenig übergewichtige Niederländer und dafür kann es eigentlich nur einen Grund geben. Sie fahren unglaublich viel Fahrrad.
Fallenfoto: Souvenirshop in Amsterdam + Serviervorschlag / Abendlicht auf Terrassien
Fallenbier: Riedenburger Dolden Dark Bio, Porter 6.9%
Fallenmusik: Lester Young with the Oscar Peterson Trio / Verve 1952
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Standort:
Almere Stad, Almere, Niederlande
Freitag, 15. August 2014
Eine Überdosis Zucker
Auf und mit den Rothenburger Stadtmauern kann man sich schon ein paar Stunden beschäftigen, aber irgendwann muss man ja auch wieder runter. Die Touristenhorden auf dem Marktplatz haben sich etwas gelichtet, hält man zehn Minuten lang die Kamera ans Auge und wartet, besteht durchaus die Chance dass mal niemand direkt vor die Linse latscht. Eigentlich wollte ich dafür Stativ und Graufilter mitnehmen, aber mit etwas Geduld geht es auch so. Ganz menschenleer hätte der Platz wohl auch merkwürdig gewirkt und in den engen Gassen wäre das Stativ nur ein Hindernis gewesen.
Mensch, ist das süß hier. Alles. Die Fachwerkhäuser, die Tische und Stühle vor den Cafés, die ganzen schiefen Türmchen, eines sogar wie bestellt mit Storchennest. Zuckersüß, wie im Märchen. Wäre da kein richtiger Adebar gelandet, man müsste einen installieren. Würden sie hier wahrscheinlich sogar machen, denn die Stadt hat sich zu 100% dem Tourismus verschrieben und ich vermute, die Zielgruppe ist klar umrissen. Sind in Bamberg noch Brauereien und Biergärten vorherrschend, sind es hier Cafés bzw. Zuckerbäckereien, die eine anscheinend ortsübliche Spezialität anbieten. Schneeballen. Im Hochsommer.
Die Dinger sehen auf den ersten Blick aus wie überdimensionierte Berliner, bestehen aber unter der vielfarbigen Glasur aus Mürbeteig, hergestellt mit Zwetschgenwasser und wahlweise gefüllt mit allen möglichen Dingen, Marzipan, Schokolade, Nuss, Vanille oder Zitronencreme, ein gewaltiger Verkaufserfolg. In den zehn Minuten, die ich für ein Foto von der Schneeballenverkäuferin warten muss, gehen unglaubliche Mengen über den Ladentisch. Bunte zuckersüße Kugeln sind der Hit bei den Amis, denn zu 90% kaufen das amerikanische Touristen, die restlichen 10% bin ich, denn selbstverständlich muss ich den Kram auch mal probieren und kaufe gleich eine Viererpackung für stolze 12 Euro. Mit drei Leuten sollte das zu schaffen sein.
Am Plönlein heißt es wieder einmal Geduld haben. Die beiden Stadttore mit dem Fachwerkhaus an der Weggabelung sollen eines der weltweit meistfotografierten Motive sein, ähnlich wie das Bamberger Rathaus. Jede Minute bleiben hier Menschen stehen und zücken ihre Handys oder Kameras, erst nach einer halben Stunde und mehreren Anläufen bin ich zufrieden mit dem Ambiente. Kein anderer Fotograf auf dem Bild und auch kein Auto, denn sogar hier gibt es Autoverkehr.
Wären das nur Anwohner hätte ich dafür noch Verständnis, aber hier darf jeder Honk durch die Straßen kurven. Der größte Vollhorst fährt mit seinem vollgepackten Volvo Kombi prompt durch eine der wenigen Straßen die als Fußgängerzone ausgewiesen sind. Meinen freundlichen Hinweis darauf beantwortet er, indem er wortlos seine Fensterscheibe hochfährt. Das ärgert mich, weil es dadurch keinen Sinn mehr macht unfreundlich zu werden. Bei klar erkennbaren Idioten sollte man sich gleich deutlicher ausdrücken.
Versöhnlich stimmt allerdings der Umstand, dass er kurz darauf den ganzen Weg rückwärts fahren muss. Da niemand daran denkt, die Tische und Stühle in den immer noch vollen Straßencafés zu räumen, kann ich ihm auf seinem Rückweg den verdienten Beifall spenden. Man sieht sich halt immer zweimal, und manchmal sind die Abstände sehr kurz.
Ob Rothenburg mich zweimal sieht wage ich zu bezweifeln, das ist zwar alles unglaublich süß, erst recht die Schneeballen, aber so eine Überdosis Zucker kann ich nur einmal vertragen.
Auch Zucker: Miles Davis - 'Round About Midnight / Miles Ahead
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Freitag, 21. März 2014
Resteverwertung
Vor fünf Jahren ist Richard Wright gestorben. Damit kann ich mir einen Auftritt von Pink Floyd endgültig abschminken, selbst wenn Gilmour und Waters sich noch einmal zusammen auf die Bühne trauen würden, die Chancen stehen schlecht. Dumm gelaufen, denn das ist so ziemlich die einzige "große" Band, die ich nie live gesehen habe. Na gut, die Beatles fehlen auch, dafür war ich ein paar Jahre zu jung. Ähnlich ist es mit ABBA, obwohl da noch niemand gestorben ist und es mich auch nicht besonders reizt ein Konzert der alten Schwedenpopper zu besuchen, auf einer Bühne wird man die wohl nicht mehr erleben. Queen allerdings, die habe ich gesehen, mit einem jungen Freddie Mercury, als sie noch eine richtige Rockband waren. Schon damals eine große Show auf der Bühne, den kommenden Bombast konnte man erahnen, das Operettengesäusel fehlte noch.
Wer dieses Glück nicht hatte muss sich heutzutage mit Coverbands zufrieden geben. Meistens lokale Helden auf kleineren Bühnen, die versuchen ihren musikalischen Vorbildern möglichst nahe zu kommen. Das klappt manchmal richtig gut, und wer auf eine Vielzahl musikalischer Gassenhauer zurückgreifen kann, der hat bei Straßen- oder Stadtfesten das Publikum schnell im Griff.
Im Falle von Floyd, ABBA und Queen kann man sich sogar alle Jahre wieder die volle Dröhnung geben, mit Lightshow, fliegenden Känguruhs, bunten Kostümen und Feuerwerk. Wobei wenigstens die Australian Pink Floyd Show eine ernsthafte Alternative darstellen könnte, immerhin haben die schon auf David Gilmours Geburtstag spielen dürfen, aber Schwedenpopper auf 70er Plateaustiefeln oder einen Sänger, der sich in Freddies Glitzeranzug zwängt und den Mercury mimt? Selbst wenn der noch so schön Baaai-sickle baaai-sickle schmettern kann, das ist einfach nur noch Resteverwertung.
Den Vogel schießt jetzt ein Mensch namens Toby Gough ab, seines Zeichens Resteverwerter des Buena Vista Social Club Hypes und Initiator diverser "landestypischer" Musikshows. Der steckt ein paar optische Fastdoppelgänger (immerhin "richtige Vollblutmusiker") in Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison und Kurt Cobain Kostüme und bringt den ominösen Klub 27 auf die Musicalbühne. Was für ein Heidenspaß, wir feiern die Drogenleichen der Rockgeschichte. Ein in flatternde Hippiegewänder gekleidetes blondes Stimmchen identifiziert man als Janis Joplin, weil sie Piece of my heart singen muss, und Jimi Hendrix (an Hautfarbe, Frisur und Stirnband sofort zu erkennen) spielt dazu Gitarre, während man nur hofft dass er sich nicht irgendwann an Voodoo Chile versucht. Wer guckt sich so etwas an? Augenscheinlich Menschen, für die man hinter den Namen Brian Jones in Klammern (Rolling Stones) setzen muss, damit sie wissen wer das ist. Hätten sie bei Jim Morrison vielleicht auch machen sollen fürchte ich.
Rock'n'Roll ist vielleicht nicht tot, aber in manchen Ecken stinkt er ganz erbärmlich. Jede Wette, wenn der Drogist und der Breitmaulfrosch einmal tot sind, wird irgend jemand mit der großen Rolling Stones Show viel Geld verdienen. Dazu passt dann vielleicht ein cooles Ballett der Bad Boys of Dance, am besten zu Street Fighting Man.
Auch schon tot, wird aber nie resteverwertet: Kevin Coyne - Case History...Plus / Marjory Razorblade / Matching Head & Feet
Donnerstag, 13. März 2014
Ein Ring für Dinosaurier
Dat Backhus liefert gerade moralische Unterstützung für gebeutelte Rauten. Zu den blau-weiß-schwarz gesprenkelten Donuts für Anhänger des Vorstadtvereins gibt es passende Rettungsringe, was aus kaufmännischer Sicht natürlich sehr geschickt ist, werden die meisten doch zur Sicherheit gleich zwei der klebrig-süßen Dinger mitnehmen, Fußballfans sind abergläubisch. Dass die Größe ausreichend ist um das Absaufen eines ausgewachsenen Dinosauriers zu verhindern wage ich allerdings zu bezweifeln.
Die Namensgebung könnte sich ebenfalls als Hindernis herausstellen, denn wahrscheinlich können viele der jüngeren Fans (Zielgruppe!) mit dem Namen "Volkspark" überhaupt nichts mehr anfangen. Andererseits klingen Namen wie "Nordbank" oder "Imtech" auch nicht gerade nach leckerem Gebäck, da muss man abwägen. Wäre ich Leiter einer Backhusfiliale, mir würde ganz sicher etwas passendes einfallen.
Aber sehr wahrscheinlich würde ich mich auf nur eine Variante beschränken. Die braucht zur Zeit weder einen Rettungsring noch ist eine Namensfindung nötig:
![]() |
| Sieht besser aus, hat den richtigen Namen, schmeckt trotzdem nicht. |
Dinosaurierabsaufmusik: Whiskeytown - Faithless Street
Montag, 13. Januar 2014
Graunebelnieselfeuchtklammkaltesdrecksregenwetter, hau ab!
Mütze "Sankt Pauli" für warme Birne: 19.95 Euro
Reifenwechsel auf Winterschlappen: 50 Euro
Daunenwinterjacke für kalte Fußballspiele: 300 Euro
Echter Winter mit Schnee und Eis: Unbezahlbar.
Graunebelnieselfeuchtklammkaltesdrecksregenwettervertreibungsmusik: Filter - Short Bus / Title of Record
Freitag, 11. Oktober 2013
Nachts auf dem Kirchturm
Ein abendlicher Besuch auf dem Kirchturm des Michel war schon länger in der Planung, wurde aber bisher verhindert von Schlechtwetter, Scheißsechstagewochenackerei oder schlichter Faulheit. Dank der ungebremsten Unternehmungslust des Pappenheimers habe ich es nun doch endlich geschafft, mit überschaubaren Ergebnissen.
Wenn ich ehrlich bin hat mich die Aussicht von dort oben nie wirklich begeistert, das ist alles so klein aus über 100 Metern Höhe, alles so weit weg, und alles furchtbar dunkel, außer Elbe und Hafen. Wenigstens war es nicht so voll wie befürchtet, so dass wir in aller Ruhe mit unseren Stativen rumklappern konnten. Eine ziemlich lange Klapperei, denn der dämliche Zaun war höher als in meiner Erinnerung und schränkte die Bewegungsfreiheit der Objektive zusätzlich ein. Was den Pappenheimer nicht weiter anfocht, der sich gleich einen Stock höher verzog.
Folglich habe ich den Hafen fotografiert, von links und von rechts und von vorne, mit Dock, mit Cap San Diego, mit den Bauten für die Musicals gegenüber und mit allem zusammen, was im Endeffekt für recht wenig Abwechslung gesorgt hat. Wo ist der Dom wenn man ihn mal braucht...
Der Park mit dem ollen Bismarck war mir zu dunkel, die Häuserschluchten zu uninteressant, und auf die Idee mal eine längere Brennweite zu benutzen bin ich nicht gekommen. Vorsorglich habe ich das große Rohr gleich zu Hause gelassen, wenn Dummheit und Bequemlichkeit aufeinander treffen...
Sieht so aus, als müsste ich noch mal auf den Nachtmichel, beim zweiten Anlauf kann man auch ein paar kleinere oder größere Fehler vermeiden.
Zum Beispiel den (im Preis inbegriffenen) alkoholfreien Punsch, den der Pappenheimer mir (trotz Alkoholfreiheit) wärmstens empfahl. Das hätte mich schlagartig misstrauisch machen sollen, denn Geschmackssicherheit beweist der Mann eigentlich nur ab 4.9%.
(Btw: momentane Geschmackssicherheit bei der Musikauswahl: Tony Joe White - Hoodoo)
Bild 1: Blick auf das Portugiesenviertel und die Cap San Diego, gegenüber König der Löwen und ein Neubau für das nächste Musical. Rechts im Hintergrund die Köhlbrandbrücke, linker Teil.
Bild 2: Portugiesenviertel, Landungsbrücken (winzig) und Docks. Beide Fotos HdR aus drei Aufnahmen, bearbeitet mit Photomatix.
Möglicherweise gibt es beim Pappenheimer irgendwann mehr Fotos davon, der hat sogar den schicken neuen Expressfahrstuhl geknipst, der einen in einem Affenzahn auf 106 Meter befördert.
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Donnerstag, 15. August 2013
Teufel und Beelzebub
Fenchel ist mir in unguter Erinnerung, Junior bekam damals immer Fencheltee bei irgendwelchen Erkältungen, gruseliges Zeugs. Anis bekomme ich seit ungefähr zehn Jahren nicht mehr wirklich runter, nur weil der Grieche beim damaligen Gelage keine Lust mehr hatte seine Lokalrunden einzuschenken, und kurzerhand ein paar Flaschen Ouzo auf den Tisch stellte. Und Kümmel ist seit je her ein ekelhaftes Zeug, wenn in einer Laugenbrezel auch nur ein Kümmelkorn eingebacken ist, ich beiße garantiert genau drauf, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Davon abgesehen hielt ich Tee schon immer für ein Scheißgesöff. Aber wenn man 48 Stunden lang unterwegs aufs stille Örtchen ist, in 30 Minuten Abstand, dann muss man seine Grenzen überwinden. Das nennt man dann wohl den Teufel mit dem Beelzebub austreiben, die letzte Urlaubswoche habe ich mir deutlich anders vorgestellt.
Leider hat es nicht gereicht mich bis heute auf die Beine zu bekommen. Ausgerechnet heute, wo ich mit dem Herrn Ärmel auf fotografische Exkursion in Hamburg hätte gehen können, bei allerschönstem Wetter, blauer Himmel, Sonne, nicht zu warm, beinahe perfekt alles. Ich hätte echt kotzen können, wäre noch was drin gewesen im Magen.
Dass ich überhaupt in der Lage bin, das hier zu schreiben, liegt einzig und allein an einem anderen Hausmittel, dass ich leider viel zu spät beachtet habe. Es entkrampft spürbar, belastet weder Magen noch Darm und eigentlich, finde ich, riecht und schmeckt es auch ganz gut. Es ist nur leider völlig kontraproduktiv, wenn man sich seit drei Tagen nur von Zwieback und Ekeltee ernährt.
Was für ein Glück, dass meine übervorsorgliche Krankenschwester mich mit zwei Familienpackungen eingedeckt hat, mit einem ganzen Kilo Zwieback werd ich schon nicht verhungern.
Welche Fotos ich heute hätte machen können, kann man bestimmt demnächst hier sehen. Derweil tröste ich mich, inspiriert von Inchs großartigem Greyhoundtrip, mit linksökologischer Cowboymusik von Donna the Buffalo - Tonight, Tomorrow and Yesterday. Eine Scheibe die sich schon lohnen würde, wäre da nur Why You Wanna Leave Me drauf.
Dienstag, 2. Juli 2013
Ein kleines bisschen Weisheit
Der Spruch auf dem Glückskekszettel ist steinalt, trifft den Nagel aber auf den Kopf. Weisheit kommt nicht immer mit dem Alter, aber häufig mit der Erfahrung. Ein kleines bisschen weiser bin ich jetzt geworden, nachdem ich genug Erfahrungen gesammelt habe, mit den hiesigen asiatischen Lieferdiensten. Derzeit vier an der Zahl, der Vietnamese hat ganz anständige Frühlingsrollen, der Chinese passables Schweinefleisch süß-sauer, der Thai bietet Gerichte an, die nicht im entferntesten an die Küche Thailands erinnern - und beim letzten gibt es Spezialitäten aus allen asiatischen Ländern und zu jeder Bestellung einen Haufen dämlicher Glückskekse.
Eins haben alle gemeinsam, das in Sojasauce ertränkte Fleisch- und Gemüsegemetzel kann man erst essen, wenn man mindestens einen Esslöffel Sambal hinzufügt, aber selbst dann ist es kein Vergnügen. Wobei mir durchaus klar ist, dass man eine anständige knusprige Ente mit Erdnusssauce nicht für acht Euro anbieten kann, ohne das Vieh bei einem polnischen Mastbetrieb zu klauen und illegal über die Grenze zu schaffen. Das verlange ich auch nicht, ich will keine Ente für acht Euro, ich will eine anständige und bin bereit dafür auch entsprechend bezahlen.
Mit Lieferdiensten ist das aber nicht zu machen, daher hat die gewonnene Weisheit dazu geführt, dass ich jetzt sämtliche Speisekarten durch den Schredder gejagt habe. Weisheit muss ich in Zukunft ohne Glückskekse erlangen.
Vielleicht hilft die Musik von Boy - Mutual Friends
Mittwoch, 17. April 2013
Jetzt auch noch Dosenwurst
Die Vorliebe der Deutschen für Currywurst treibt echt seltsame Blüten. Vor Jahren hab ich sogar mal so ein Tütenfixgedöns für Currywurst entdeckt, wo man außer einer Bratwurst und etwas Wasser nichts weiter hinzufügen sollte, keine Ahnung ob es das noch gibt. Für Kochlegastheniker ideal, vom Schwierigkeitsgrad her immerhin schon eine Stufe höher als Tubendrücken, man muss auch in der Küche mit den simplen Dingen anfangen. Um die Antwort vorwegzunehmen, nein, ich hab es nicht getestet. Das ist selbst mir zu peinlich für den Warenkorb.
Die bisher eindeutig unterste Stufe des Currywurstverzehrs ist der Mikrowellenfraß aus der Plastikschüssel gewesen, dass es den Kram immer noch gibt ist nur mit den vielen sich selber versorgenden Schulkindern zu erklären, die so etwas als Überbrückung vorgesetzt bekommen bis Mutti oder Vati von der Schicht kommen. Oder die sich, wenn sie Pech haben, davon dauerhaft ernähren müssen, weil weder Mutti noch Vati sich an den Herd stellen. Hat aber im Currywursttest nichts verloren, weil das weder mit Curry noch mit Wurst etwas zu tun hat.
Ähnlich erschreckend finde ich eigentlich Wurst aus der Dose, obwohl das nicht ungewöhnlich ist und keinesfalls ein Merkmal für schlechte Qualität sein muss, wenn sogar Birnes Hofschlachter seinen Saumagen in Dosen verschickt. Aus diesem einfachen Grund (und der geschickten Aufmachung mit Sternchen plus Versprechen auf "Best German Quality") hab ich zugegriffen, gleich zweimal. Best Bratcurry X-Treme und Best Oriental Currywurst, mit Sucuk. Letztere war dann gar nicht mal so übel für Dosenfutter, nur die Sauce etwas zu salzig für meinen Geschmack, allerdings ess ich Sucuk dann doch lieber ohne Ketchup. Enttäuschend dagegen die Bratcurry, dünne Schrumpfbratwurststücke in dünner Suppe, da drück ich nach dem Grillen lieber auf die Tube. Mit der Currywurst von McDonalds kann sie zwar konkurrieren, aber das ist eher ein Armutszeugnis für den Burgerbrater.
Die Firma bietet ihre Saucen auch im Alleingang an, ohne wurstähnliche Bestandteile, unter anderem eine "Best Highway To Hell Sauce" und damit dürften sie genau die richtige Zielgruppe ansprechen. Wer ein paar Tage Schlammbad in Wacken auf sich nimmt ist vielleicht nach zwei Tagen Ravioli dankbar für die Abwechslung. Und für einen Aschenbecher hat die leere Dose auch gleich die richtige Größe.
Dosencurrytestmusik: Daby Touré & Skip McDonald - Call My Name
Mittwoch, 27. Februar 2013
Currywurstversager
Der Hamburger hat eindeutig mit starker Konkurrenz auf dem Schnellfressmarkt zu kämpfen, die wieder erstarkte Currywurst läuft ihm so langsam den Rang ab. Sogar die besseren Burgerbuden wie die Hollywood Canteen schließen Filialen, in der Bramfelder gibt es dafür jetzt Currywurst. Eine edle Variante natürlich, hausgemachte Sauce, Wurst vom Schlachter des Vertrauens und so, mit 08/15 lockt man niemanden mehr hinter dem Ofen vor. Muss ich demnächst mal testen, ob das auch alles Gold ist was da angeblich glänzt.
Heute hab ich einen Schnelltest eingelegt. Den ich mir hätte sparen können, aber was wäre eine Testreihe ohne Ausreißer nach unten. McDoof ist jetzt auf den Trichter gekommen selber Currywurst anzubieten. Der Amiburgerbräter verkauft die McCurrywurst für 2.99 Euro - mit Brötchen! In scharf oder mild! Und mit einem Tütchen Curry zum drüberstreuen, was man nicht macht, wenn man es erst später unter den Servietten findet.
Rausgerissen hätt's das sicher auch nicht mehr, allenfalls den Geschmack der dunklen Suppe etwas übertönt, in der eine der schrecklichsten Würste schwamm, die ich je gegessen habe. Man sollte nicht den Fehler begehen, vor lauter Schreck in das beigelegte Brötchen zu beißen, das macht die Sache keineswegs besser. Wenn ich tippen würde, dann auf nicht ganz durchgebacken und vor zwei Tagen beim Discounter die Reste eingesammelt.
Eine Stufe tiefer geht eigentlich nur noch mit Mikrowellencurrywurst. Die seltsamerweise niemals unter Pferdefleischverdacht stand, was die Frage aufwirft, wie viel Fleisch da überhaupt drin ist in den Dingern.
Ich glaub, demnächst probier ich mal eine vegetarische Variante.
Wenigstens ist die Feierabendmusik ganz superfantastischextremgenial: Townes Van Zandt - Sunshine Boy: The Unheard Studio Sessions & Demos 1971-1972
Samstag, 23. Februar 2013
Im Vollrausch
Vorspiel
Seit Tagen versuche ich die Dauerkarte loszuwerden, aber ich kriege keinen zu fassen. Der Dartmeister ist sich sicher, der Lange kann nur im Skiurlaub sein, die Karte könnte ich benutzen. Ich bin sicher, etwas vom Auswärtsspiel in Aalen auf der Hinreise gehört zu haben, der muss noch in Hamburg sein. Und solange ich nicht sicher bin kann ich meine Stehplatzkarte nicht verschenken, dabei wüsst ich grad jemanden. Nachmittags klärt sich das, Übergabe vor dem Stadion, kein Sitzplatz heute. Ich bin hundemüde, aber Mittagsschlaf lohnt nicht mehr bei Anpfiff um 18 Uhr, ich guck ne Folge Warehouse 13, bau meine Rollen vor und mach mich auf den Weg, mit einem unguten Gefühl, weil viele schon von der dritten Liga unken. Steckt langsam an. Außerdem ist es schon spät, mir fallen die langen Schlangen vom letzten Spiel ein, das werden die heute hoffentlich im Griff haben.
U-Bahn St.Pauli treff ich die Jungs, der Lange bekommt seine Dauerkarte vor dem Stadion wieder und ich trete in Hundescheiße. Ich trete nie in Hundescheiße, es sei denn es ist ein Abendspiel am Millerntor und man kann nicht sehen wohin man latscht, das ist schon das zweite mal inzwischen, können die ihre Köter nicht woanders ausführen? Als wenn es nicht reicht, dass unsere Jungs gerade Scheiße am Schuh haben.
Soll ja Glück bringen, aber so richtig optimistisch ist niemand. Es wird gemeckert was das Zeug hält, über Frontzeck, die Spieler und überhaupt wird das ganz übel heute, mit Kalla in der Innenverteidigung, das geht nie gut. Zu allem Überfluss fängt sich der Käptn auch noch ne Grippe und kann wieder nicht mitspielen, mit einem Punkt können wir glücklich sein. Die sind garantiert besser als die blinden Kölner. Die nackte Abstiegsangst, das Schreckgespenst von Spielen gegen Hansa Rostock, die Hölle in Stufe 3.
Die Abfertigung vor dem Stadion geht in rekordverdächtiger Zeit vor sich, die haben aus dem Fiasko gelernt, kaum zu glauben. An meinem Ordner liegt es nicht, ich fürchte beinahe dass er bei der Kontrolle in meinen Armen zusammenbricht und einschläft. Dann sind wir drin, auch an den Versorgungsständen geht es recht entspannt zu, ich entscheide mich bei der Kälte für einen doppelten Glühwein im Pfandbecher, kein Bock auf arschkaltes Bier, ich krieg das bei diesen Temperaturen einfach nicht mehr runter.
Der Block links vom Mundloch ist voll, wir gehen rechts rum und orientieren uns oben wieder nach links, das funktioniert, gute Plätze fast direkt vor den Kollegen im Sitzbereich. Den Standort werde ich mir merken, zumal die Stimmung schon vor dem Spiel ziemlich prächtig ist. Der Süden glänzt mir einer schwarzen Choreo, schickes Motiv, hätte ich gerne direkt von vorne aufgenommen. Man kann nicht alles haben, der Glühwein allerdings ist nicht schlecht, die Finger wärmt er recht gut.
Spiel (1)
Auf der Bank sitzen mit Startsev und Kulikas gleich zwei Spieler aus der U23, das letzte Aufgebot. Ich beruhige mich mit einer Sportzigarette, der Glühwein hat sich unterdessen in kaltes Zuckerwasser verwandelt, große Becher haben halt nicht nur Vorteile. Trotzdem zieh ich mir das Zeug rein, Stimmbänder ölen ist nötig, denn die Gegengerade ist präsent wie selten direkt nach Anpfiff. Wir wissen, es geht langsam ans Eingemachte, die Mannschaft braucht Unterstützung und sie verdient sich das von der ersten Minute an, mit Einsatz und Laufbereitschaft. Klappt nicht immer alles, aber sieht schon wesentlich besser aus als gegen Köln. Nach zehn Minuten setzt Ginczek einen Ball an den Posten, maaaan ey wieso immer Pfosten, wieso kann das Ding nicht einfach mal reingehen. Kurz darauf noch mal Buchtmann, Außennetz, wir haben einfach kein Glück. Aber wir erarbeiten uns Chancen und selbst die Defensive steht, Kalla wirkt recht sicher auf seiner Position, wer hätte das gedacht. Avevor hat das ja auch schon mal ganz ordentlich gemacht, die Frankfurter bringen uns jedenfalls nicht wirklich in Verlegenheit.
Für kurze Zeit droht das Spiel dann in Mittelfeldgedaddel zu versinken, es fehlt der kreative Schub. Dreimal hin und her und dann aus Verzweiflung lang nach vorne, das kanns nicht sein. Die Gegengerade macht Dampf, wir liefern heute das Liedgut, der Süden fällt nach kurzer Zeit, ein denn übertönen können sie uns nicht. Sogar die Haupttribüne wird zu Wechselgesängen animiert, wenn man nicht gerade die Mannschaft nach vorne peitschen muss. Unfassbar laut heute, das ist die Gegengerade die ich mir erträumt habe.
Zeigt auch Wirkung, wir erhöhen den Druck und dann ist es Danieeeeeeeeeeel Ginczek, der nach einer eigentlich für uns ziemlich gefährlichen Situation auf einmal vorne durch ist und den Frankfurter Torwart verlädt. Wooohooo, ich wusste überhaupt nicht mehr wie sich das anfühlt, 1:0. Führung, Tor, endlich. Wooohooo, den Song 2 hab ich gefühlte Ewigkeiten nicht mehr gehört. Darauf noch einen Glühwein. Und ein zweites Tor vor der Halbzeit bitte, ich sing auch gerne noch lauter wenns hilft.
Hilft aber nix, trotzdem haben wir Frankfurt ganz gut im Griff, wenn nach vorne etwas geht dann meistens über Ginczek, der ist ein ständiger Gefahrenherd. Dagegen kann man die Bälle bei Gogia meistens abschreiben, das ist alles zu harmlos und wenig effektiv. Punkt 45 ist Halbzeit und ich hab derbe einen in der Krone.
Zwischenspiel
Tommi liefert mir noch einen doppelten Glühwein an dem ich mir sofort die Zunge verbrenne. Nullkommavier Liter Glühwein im Pfandbecher reichen für ungefähr 20 bis 25 Minuten, sind davon 5 Minuten zu heiß, 3 Minuten trinkbar und die restliche Zeit zu kalt. Ich will mich lieber wieder über die Biertemperaturen im Sommer aufregen. Hinter mir hat jemand eine Flagge von Penya Sport aufgehängt, was immer das ist. Mein Hintermann freut sich über die Gäste, endlich kein Kartenproblem mehr am Millerntor mit der neuen Gegengerade meint er. Der Süden zeigt Solidarität mit Tim, der scheinbar Nazis blockiert hat, was ich grundsätzlich für eine sehr gute Idee halte, es müsste viel mehr Tims geben. Ich hab unfassbar gute Laune, kaum zu glauben was so ein Tor bewirken kann. Zur zweiten Hälfte fackeln die Pyromanen wieder einmal gefährliches Brennzeug ab, das wird noch ein schlimmes Ende haben mit uns allen. Weltuntergang. Ach nee, der war ja erst.
Spiel (2)
Frankfurt kommt engagierter aus der Kabine und mehrfach gefährlich vor unser Tor, jetzt bitte keine dummen Fehler machen. Aufwachen! Die Südkurve singt irgend etwas einschläferndes vor sich hin, das ist nicht gut. Die Gegengerade feuert dagegen, hier ist der Teufel los und auf dem Platz der Ginczek, der ist richtig geil auf noch einen Treffer und lässt die gesamte Frankfurter Hintermannschaft alt aussehen. Ein Traumtor zum 2:0, Wooohooo was geht das ab, die können es ja doch noch. Fußball spielen, und wie. Die spielen sich gerade in einen Rausch scheint mir, oder bin ich das? Ich brauch ne Sportzigarette, der Glühwein ist schon wieder kalt und pelzt auf meiner Zunge rum. Was für ein Spiel, dass ich das noch erleben darf. Wir leben noch, allen Unkenrufen zum Trotz. Die Gegengerade singt sich in den Vollrausch, die neue Macht am Millerntor. Klaun, klaun, Äppel wüllt wi klaun, ruck zuck övern Zaun, endlich wieder Folklore im Stadion. Mein Hintermann ist völlig aus dem Häuschen, das hat er schon mit 9 Jahren im Stadion gesungen, Papa war Zeuge.
Ich zieh mir die restliche kalte Plörre rein und verliere gerade ein wenig den Boden unter den Füßen, weshalb ich den Rest der Sportzigarette verschenke und meine Nebenleute damit ziemlich glücklich mache. Mir hingegen wird äußerst blümerant, dabei wollte ich die Jungs eigentlich weiter nach vorne schreien, die sind dran, doch was will man machen wenn der Kreislauf spinnt, ich setz mich vorsichtshalber auf den Hintern. Meine nähere Umgebung reagiert besorgt und erkundigt sich nach meinem Befinden, aber ich kann sie beruhigen. Jedenfalls für kurze Zeit, dann springen sie wie verrückt herum und schreien wieder Wooohooo. Den Torschützen bekomm ich nachgeliefert, es ist wieder Daniel Ginczek. Mitkriegen tu ich nix, ich trink nie wieder Glühwein verdammt. Jedenfalls nicht aus 0.4 Liter Bechern, das hab ich völlig unterschätzt.
Nachspiel
Irgendjemand hat den Rettungsdienst alarmiert und ich beschließe denen wenigstens aufrecht entgegenzutreten, mit etwas Hilfe steh ich auf den Beinen als das Rote Kreuz kommt. Die kommen auf allerhand schräge Ideen und wollen mich am liebsten ins Krankenhaus verfrachten. Ich erklär ihnen die Lage und dass ich sie spätestens in 30 Minuten wieder vollständig im Griff habe, aber sie hätten mich doch wenigstens gerne mal verarztet, also geh ich mit obwohl ich eigentlich noch nicht gehen kann. Sie schleifen mich Treppen hoch und runter, die Nordkurve entlang bis in die Haupttribüne, als wir im Sanitätsbereich ankommen bin ich durch den Gewaltmarsch wieder halbwegs fit und stelle fest das Tommi uns hartnäckig gefolgt ist, sehr beruhigend wenn man sich auf jemanden verlassen kann.
Mein Blutdruck weist geradezu fantastische Werte auf staunt der Sani. "Kein Wunder" grins ich ihn an, "wenn der normal zu hoch ist, dann muss der nach nem Kreislaufzusammenbruch logischerweise großartig sein", kann aber nicht erkennen ob ihn meine medizinische Kompetenz irgendwie beruhigt. Er will mich noch pieksen, mein Blutzucker ist zu hoch. Leicht zu erklären nach der verhafteten Menge zuckersüßen Glühweins, das Zeug ist definitiv gesundheitsschädlich. Das ist das erste mal, dass ich nach einem Sieg die Mannschaft nicht verabschieden konnte, ab sofort gibts nur noch Astra, egal wie kalt das ist.
Ich entlass mich dann mal selber aus der Obhut und bedanke mich für die nette Hilfe, Herrn L. treffen wir am verabredeten Punkt, die Tresenrunde schenken wir uns, genug Vollrausch für einen Tag. Ist die richtige Entscheidung, mit Minirolwoder gehts mir inzwischen deutlich besser.
Aufregen könnte ich mich grad nur über die nicht erreichbare Flimmerkiste, das letzte Tor hätt ich schon noch gerne gesehen. Und das zweite noch mal, das war so phantastisch das man es kaum glauben kann. Wird uns viel Geld kosten am Ende der Saison schätz ich.
Vollrauschmusik: The Slackers - The Question/Peculiar

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Sonntag, 17. Februar 2013
Alles so schön bunt hier
"Au weia, das gibt voll Mecker" war sich Herr Willnix sofort bewusst, kaum dass er Gesicht und Arme des schlafenden Pappenheimers mit wasserfestem Edding verziert hatte. Neunzehn Jahre hätte er auf die Gelegenheit warten müssen. Nun denn, die Unsitte des "Schmückens" betrunkener Personen hielt ich eigentlich für ausgestorben, aber im Regenwald wird sie noch von Zeit zu Zeit praktiziert.
Dieser Gefahr war ich mir allerdings stets bewusst, wenn der Frühstückskaffee schon mit 73%igem Rum geschmacklich verfeinert wird muss man den Rest des Tages enorm aufpassen, dass das nicht aus dem Ruder läuft. Zumal die da unten laufend irgendwelche alten Schätze unbestimmten Alters ausgraben, die einem dann als Original Sauerländer Spezialität angeboten werden, selbst wenn das angenommene Mindesthaltbarkeitsdatum erkennbar um Jahre überschritten wurde. Omas neongrüner Quittenlikör erinnerte von der Konsistenz dann auch eher an püriertes Quittengelee, intensiv süß duftend. Ungefähr die halbe Flasche ist im Ausguss gelandet, bevor jemand auf die Idee kam Alkohol könne unmöglich schlecht werden, das könne man ganz sicher wenigstens noch als Topping für Vanilleeis benutzen und überhaupt wären alte abgelagerte Spirituosen zu wertvoll um sie in der Kanalisation zu versenken.
Abgesehen davon kommt ja auch öfter mal Besuch, dem man das Zeug dann aufschwatzen kann, wenn sich die Idee mit dem Vanilleeis als Trugschluss erweisen sollte. Großmutters Holunderlikörchen wenigstens war noch flüssig, und was flüssig ist muss weg, bevor es noch wirklich schlecht werden kann.
Ein sehr bunter Abend, der wahrscheinlich nur dank Hippos Käse-Lauch-Suppe nicht auf den Magen geschlagen ist. Die wäre bei der Chefvisite am nächsten Abend auch durchaus willkommen gewesen, aber solange das Grundnahrungsmittel in ausreichender Menge vorhanden ist muss man nicht auf irgend etwas rumkauen, woll?
Trotz der üblichen Schwächen *fg* wieder mal eine sehr amüsante Zeit im Regenwald. Danke für die Frühstyxeier und den lecker Kaffee. Wenn ich wiederkomme werde ich mal gucken, wie viel von dem Quittenpüree noch in der Flasche ist.
Großartige Mitbringselmusik: Nick Cave & The Bad Seeds - Push The Sky Away. Leider nichts für den Pappenheimer diesmal, der Nick Cave.
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Freitag, 1. Februar 2013
Tütenfüllungen
Irgendwann lern ich es noch den Inhalt der Tüte zu kontrollieren, wenn ich sie am McDoofdrive-Schalter in Empfang nehme. Denn um Mitarbeiter am McDoofdrive-Schalter zu werden muss man maximal bis drei zählen können und das ist manchmal zu wenig.
Vielleicht ist das auch nur Teil des Geschäftsmodells und der erfolgreichste McDoofdriver wird Mitarbeiter des Monats, am Tresen ist mir das jedenfalls noch nie passiert.
Vielleicht sollte ich in Zukunft auch ganz auf den Mist verzichten, denn trotz des fehlenden Burgers ist mir schlecht, und das liegt nicht daran, dass ich mir gerade überlege was ich für die Kohle beim Inder alles hätte bestellen können.
Die besten Tüten füllt man sowieso immer noch selber. In diesem Sinne...
*bastel*
Wochenendeinleitung: Roebuck 'Pops' Staples - Peace To The Neighborhood/Father Father
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Freitag, 21. Dezember 2012
Welcome to the Pleasuredome
An meine Geburt kann ich mich selbstverständlich nicht erinnern, aber von diesem Zeitpunkt an versuchte ich standhaft Krankenhausaufenthalten oder gar Operationen aus dem Weg zu gehen. Recht erfolgreich eigentlich, sieht man mal von der Herzkasperei vor zwei Jahren ab. Naja, da waren die zwei Wochen Dorfkrankenhaus mit gebrochenem Sprunggelenk damals, als das Baugerüst meines Schwagers unter uns zusammenbrach, aber das war mehr betreutes Wohnen im besten Alter. Früher musste man noch um Entlassung betteln oder Fluchtversuche unternehmen, heute wird man oft schon nach zwei Tagen rausgeschmissen, Gesundheit ist teuer geworden.
Nur vor Operationen konnte ich mich über die Jahre erfolgreich drücken. Mit dem Messer in meinem betäubten Körper herumschnibbeln? Niemals! Jedenfalls bis vor ein paar Tagen, denn wenn Schmerzen nicht mehr zu ertragen sind fällt auch die letzte Bastion der Verweigerung und man begibt sich irgendwann freiwillig unters Skalpell. Der nächste freie OP-Termin wäre am 7. Januar, völlig illusorisch, bis dahin halte ich das niemals aus. "Dann müssen sie sich halt in der Notaufnahme melden." sagt die Dame am Telefon. Hektisch die Klamotten gepackt und ab in die Klinik. Hier der (nicht repräsentative) Bericht aus einem Hamburger Krankenhaus:
Notaufnahme
Hab ich unverschämtes Glück, oder sind die hier alle so? Gleich zwei Ärzte kümmern sich um mich, der behandelnde Chirurg, ein Strahlemann vor dem Herrn, erklärt freundlich und geduldig jedes Detail. Was er wo wegschneidet und warum, und dass danach langsam alles sehr viel besser werden wird. Seine Kollegin ist die wahrscheinlich schönste rothaarige Chirurgin der Republik, Herr L. bräuchte bei der sicher keine Narkose, die Frau allein ist umwerfend genug und nimmt mir die letzten Zweifel und Ängste. Ja, ich hab Schiss, ich war schließlich noch nie auf dem Tisch. Dauert auch noch ein wenig, so zwischen dreißig Minuten und drei Stunden etwa, bis dahin gibt es ein Bett und ein schickes Exhibitionistennachthemd, vorne Blümchen, hinten offen. Kurz darauf noch ein informelles Gespräch mit dem Narkosearzt, ich kann mir die Art der Betäubung aussuchen und entscheide mich für die volle Dröhnung. Live dabei muss nicht sein, trotz der rothaarigen Chirurgin.
Narkose/OP
Zum OP-Saal geht es über einen Tresen, alles vollautomatisch, der Tresen bewegt sich und ich falle sanft ins Operationsbettchen. Von der verabreichten Beruhigungspille merke ich nichts, hoffentlich ist das Narkosemittel besser. Ich versuche mir ein paar Details einzuprägen, flachse ein wenig mit den beiden Damen in den grünen Klamotten und das nächste was ich höre ist "Da sind sie ja wieder. Alles überstanden." DAS nenn ich mal einen Filmriss. Völlig geblitzdingst, mir fehlt eine ganze Stunde. Jetzt muss nur noch jemand die Langzeitnarkose erfinden, zwei Wochen durchschlafen und fit wieder entlassen werden, das wärs doch.
Station
Zweibettzimmer mit WC und Dusche, vor 25 Jahren noch Luxus für Privatpatienten, heute scheinbar Standard. Ich vermisse die fünf Zimmergenossen aus der Sprunggelenkzeit, das war ein derbe lustiger Haufen damals. Mein Bettnachbar ist eher der schweigsame Typ, nur in der Nacht deutlich wahrnehmbar. Gott sei Dank bringt ihm seine Frau am nächsten Tag ein Anti-Schnarch-Set für die geräuschlose Kopfhaltung. Sachen gibt's...
Tagsüber sorgen die ins Zimmer gelieferte Zeitung oder der Flachbildschirm an der Stirnwand für Abwechslung. Mir reicht das gedruckte Wort, mein Zimmergenosse hingegen liebt Zoosendungen. Alle Zoosendungen. Wie viele gibt es davon eigentlich? Glücklicherweise lässt er sich später zum DFB Pokal überreden, am Abend gibt es wohl keine Übertragung aus dem Tierpark.
Personal
Ärzte sieht man nur vor der Operation etwas länger, die tägliche Visite dauert hingegen nur eine knappe Minute und endet mit den Worten "das sieht doch schon sehr gut aus". Es ist dafür völlig unerheblich, ob der Arzt die Operation selber durchgeführt hat und ob es sich auch schon gut anfühlt.
Krankenschwestern sieht man dreimal täglich, wenn sie die Medikamente verteilen. "Naschies" nennt sie mein Zimmergenosse und ich weiß nicht genau ob er wirklich die Medikamente damit meint. Krankenschwestern sind grundsätzlich hübsch, sexy, perfekt gestylt und zwischen 18 und maximal 25 Jahre alt. Ältere Schwestern sind inzwischen entweder Arztfrauen oder landen auf der Geriatrie.
Das Serviceteam kommt ebenfalls dreimal täglich und verteilt die Nahrung. Als Nahrungsverteiler werden hauptsächlich Migranten eingesetzt, wahrscheinlich damit man sie schlechter bezahlen kann. Müsste man sie anständig bezahlen würde die Qualität des Essens darunter leiden, was vollkommen unmöglich ist.
Verpflegung
"Knackfrische Backwaren" und "hohe Standards bei der Verpflegung" verspricht der Beipackzettel. Das Frühstücksbrötchen ist durchaus in Ordnung, und Brot soll ja ohnehin nicht so gesund sein wenn es frisch ist. Es gibt aber sicher bessere Möglichkeiten ein Gulasch herzustellen, als das Schwein mit der Handgranate zu sprengen. Ob Schupfnudeln mit Wirsingkohl und Röstzwiebeln besonders förderlich ist bei Darmerkrankungen? Man müsste einen Arzt fragen können. Immerhin gibt es ein wenig Abwechslung bei den Desserts, nach drei Tagen Kirschjoghurt kommt die Ananasvariante auf den Tisch. Meinem Nachbarn wäre die Sorte wohl egal, der bekommt jeden Morgen erneut einen von der Verpflegungsfachkraft angeboten, darf aber leider nur Tee und Brühe.
Fazit
Operationen sind gar nicht so schlimm wie man immer denkt, die Begleitumstände sind nur etwas lästig. Krankenhausaufenthalte sind anstrengend, selbst wenn man den ganzen Tag nur im Bett liegt. Dafür hat man den unbestreitbaren Vorteil, von Schmerzen weitestgehend befreit zu werden. Man wird den ganzen Tag unter Drogen gesetzt und wenn die nicht mehr ausreichen gibt es andere, irgendwas geht immer. "Welcome to the Pleasuredome" pflegte mein Zimmergenosse zu sagen, der darin deutlich mehr Erfahrung besaß. Auf weitergehende Erlebnisse in dieser Richtung würde ich trotzdem gerne verzichten, die nächsten Wochen der Heimtherapie werden anstrengend genug, denn mein Drogenarsenal zur Schmerzeindämmung ist überschaubar.
So kann ich nur auf die Worte des Chirurgen vertrauen und hoffen, dass das Licht am Ende des Tunnels schnell heller wird. Von der dunklen Seite hab ich nämlich die Schnauze inzwischen gestrichen voll.
Freitag, 30. November 2012
Sau in Dosen
Das, liebe Freunde, ist nicht einfach nur ein Pfälzer Saumagen, das hier ist ein Pfälzer Saumagen von Helmut Kohls Hauslieferant! Und wenn es überhaupt einen Menschen gibt, dem ich zutraue einen anständigen Saumagen zu erkennen, das ist das die Bimbesbirne (nebenbei ist das auch so ziemlich alles was ich ihm zutraue, aber das ist eine andere Geschichte).
Das wahrscheinlich legenderbste Leibgericht eines deutschen Kanzlers (nach Schmidts Mentholkippen) soll sich sogar als Grundlage für einen pangalaktischen Donnergurgler bewährt haben. Nebenbei wohl die beknackteste Idee für ein Orakelfrühstück die ich jemals hatte, immerhin ist der Kram noch rechtzeitig geliefert worden.
Dass muss unbedingt für einen Heimsieg gegen Kaiserslautern reichen, vorausgesetzt ich schaff es nach dem Genuss dieser äußerst fremdartigen Speise noch ins Stadion.
Aber da bin ich ganz optimistisch, ich vertrag ja auch Donnergurgler.
Saumagenmusik: Fünf Sterne Deluxe - Sillium / Neo.Now
Nachtrag 1.12.: Kann man essen, gut gewürzt, kein fettiges Gezottel drin.
Dienstag, 23. Oktober 2012
Der große vollkommen überflüssige Schokopuddingtest
Erfahrungen aus dem letzten Jahr haben gezeigt, dass man sich nach Zahnoperationen mindestens eine Woche halbflüssig ernähren muss, also Suppe, FertigPü, Babybrei und ähnlich schreckliches Zeugs. Macht keinen Spaß, aber man kann wenigstens beim Nachtisch fast hemmungslos zuschlagen. Leider habe ich nicht daran gedacht mir die genießbaren Schokoladenpuddingsorten zu notieren, also alles auf Anfang.
Was als erstes auffällt bei dem Zeug ist die wabbelige bis flüssige Konsistenz, überhaupt kein Vergleich zu selber gekochtem Schokopudding. Der mir bei dem Gedankengang als nächstes einfiel, zwar ist es schwierig ohne entsprechende Massen an kleinen Behältern das in handliche Portionen zu verpacken, aber fürs traute Heim wäre das die bessere Lösung gewesen.
Nach ausführlichen Tests bin ich jedenfalls zu der Überzeugung gelangt, dass man von dem ganzen Fertigzeugs nur die diversen Mousse au Chocolat Varianten essen kann, der Rest liegt irgendwo zwischen mittelprächtig und ungenießbar. Ob das jetzt der Klassiker Dany & Sahne ist oder der Kram von Ehrmann, Oetker und Konsorten, trotz Landliebe mit Sahne, alles eine Grütze.
Als größtes Verbrechen an meinen ohnehin in Mitleidenschaft gezogenen Caliculi gustatorii erwies sich allerdings Monte von Zott, wobei es sich dabei wahrscheinlich überhaupt nicht um Schokoladenpudding handelt, sondern um eine ominöse braune Nusspampe, die schamhaft von einer helleren Schicht noch ominöserer Milch(?)pampe bedeckt wird. Einziger Vorteil: Das Zeug kommt in acht kleinen Portionspäckchen, so dass man nach dem ersten Test die übrigen sieben sauber entsorgen kann.
Oder an die Kollegen verschenken, ich frag morgen mal. Geschmäcker sind ja durchaus unterschiedlich.
Grandiose Schokoladenmusik: Massive Attack - Live @ Melt Music Festival 2010. In dem Fall nehm ich sogar Bootlegqualität in Kauf. Das noch schokoladigere Video dazu gibt es in voller Länge auf youtube, leider nur in 360p. Falls jemand damals zufällig zdf.kultur mitgeschnitten hat...
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