Posts mit dem Label Kinderkram werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kinderkram werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 26. Dezember 2020

Weihnachtsgrüße aus Niedlingen


 

 

 

 

 

 

 

Früher war mehr Lametta? Von wegen! Man muss sich nur zu helfen wissen und normalerweise sehen Weidenranken auch aus wie Lametta, nur leider auf dem Foto nicht. Vielleicht hätte ich doch einen Screenshot machen sollen, statt diesen gemoddeten Fotoapparat zu benutzen, der ist halt keine Nikon, aber egal.... 

ICH HABE EINEN WEIHNACHTSBAUM! DEN ERSTEN SEIT BESTIMMT 20 JAHREN!

Latürnich bin ich nicht komplett wahnsinnig und stelle mir so ein nadelndes Ungetüm in die Bude, nur um drei Wochen später mit dem Staubsauger den Flokati zu durchforsten, weil's doch noch hier und da in der Socke piekst. Und ja, das ist wirklich so passiert, allerdings ist das auch 40 Jahre her, falls jemand nach dem Flokati fragt.

Deswegen ist der nur virtuell, steht in Niedlingen, und wird wahrscheinlich außer mir selber nur noch von meiner Enkeltochter bewundert, falls sie da vorbeikommt, weil außer meiner Familie niemand in Niedlingen wohnt.

Aber man kann ihn halt auch als Weihnachtskarte benutzen. 

Tja Loide, so geht Weihnachten im coronäischen Zeitalter, nix ist safer als das eigene Headset und ob man das jetzt für Videochats benutzt, weil man Freunde sonst nicht sehen kann, oder mit den Kiddies durch die Klötzchenlandschaft läuft und Monster verprügelt: 

Hauptsache wir haben Spaß und bleiben gesund, damit wir auch im nächsten Jahr noch Spaß haben können.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten

 (ich bin dreimal vom Gerüst gefallen beim schmücken, so viel zur Gesundheit *g*)

 

 

Montag, 1. Juni 2020

Soziale Distanzing

















Die Kinder wollen in den Heidepark und Junior fragt, ob ich vielleicht Lust hätte mitzukommen. Was für eine Frage, nachdem ich die Lütten seit etlichen Wochen höchstens über Videochats sehen oder ihnen vom Balkon aus zuwinken konnte, da nehme ich sogar einen Freizeitpark in Kauf. Was kann schon schiefgehen..

Zuerst einmal kommen wir zu spät für die uns zugewiesene Einlasszeit, weil zehn Kilometer vor Soltau jemand seine Karre auf der Autobahn zerlegt hat und eine halbe Stunde aufgeräumt werden muss. Reingelassen werden wir trotzdem, schließlich sind die Tickets bereits bezahlt und die Schlange vor den Eingängen dürfte auch ohne die Verspäteten nicht viel kürzer sein. Immerhin funktioniert das hier mit der sozialen Distanz noch ganz gut, Familien und andere kleine Gruppen stehen beisammen, ansonsten werden die Abstandsregeln eingehalten und jeder trägt seine Maske, die meisten sogar richtig.

Im Park sind die meisten Fressbuden geschlossen, der wilde Westen ausgestorben wie nach dem Goldrausch, was leider zu langen Schlangen beim Burgerbrater führt. Wohl dem, der von zu Hause ein paar belegte Brote und Getränke mitgenommen hat, denn die eingeschränkte Besucherzahl wirkt sich leider nicht auf die restlichen Wartezeiten aus, da die Fahrgeschäfte alle nur halb besetzt werden dürfen und nach jedem Durchgang erst einmal desinfiziert werden. Vor jedem Kinderkarussell lange anstehen, um nach drei Umdrehungen wieder rausgeschmissen zu werden, motiviert nicht einmal den Knirps zu einer zweiten Runde.

Das schwere Tele für die Actionfotos hätte ich ebenfalls zu Hause lassen können, weil man in den Fahrgeschäften ebenfalls Masken tragen muss. Ausgenommen sind nur Kinder unter 6 Jahren, die bekanntlich gegen das Virus immun sind und auch niemanden anstecken können. Der Mindestabstand im Park wird dann auch nur noch halbherzig umgesetzt und funktioniert immer nur dort gut, wo das Personal eingreifen kann. Von den überall aufgehängten Spendern für die Handdesinfektion machen wir dafür reichlich Gebrauch, schon weil nicht jedes Fahrgeschäft aus Zeitgründen desinfiziert werden kann.

Fazit: Hygienekonzepte sind etwas für Menschen, die das auch lesen, verstehen und umsetzen können, eingeschränkte Besucherkapazitäten ändern nichts an langen Wartezeiten (weit über eine Stunde bei den Hauptattraktionen) und solange dieses Vergnügen derart eingeschränkt bleiben muss gehe ich lieber in den Wildpark, das verläuft sich dort irgendwie besser und man findet außer den Enkelkindern noch ein paar andere Motive für die Knipse.

Wenn dir so ein kleiner Mensch in die Arme fällt und sagt, er hätte dich auch "ganz doll misst" in der letzten Zeit, dann lohnt sich das natürlich trotzdem, auch ohne Achterbahnfahrt.


Fotos dazu: Heidepark Soltau / Nikon D7200
Musik dazu: Sonny Landreth - Recorded Live In Lafayette












 

Freitag, 21. Juni 2019

Berufliches Ziel: Ritterfrau

















Wildwasserbahnen, Karussells, Achterbahnen, jede Menge Gedöns aus Legosteinen und das große Ritterturnier um den goldenen Legostein, das sind für Kinder eine ganze Menge Eindrücke an einem Tag, die muss man erst mal verarbeiten.
Wohl auch deshalb dauert es bis zum Frühstück am nächsten Tag, bis von der Prinzessin die unvermeidliche Frage gestellt wird, ob man eigentlich auch Ritterfrau werden könnte, so vong Beruf her. "Klar" sag ich "du kannst alles werden was du willst. Gute Voraussetzungen sind ja vorhanden, sportlich bist du und reiten kannst du auch schon, den Rest kann man lernen."
Von ihrem Vater kommt noch der Tipp, beim nächsten Ritterturnier einfach mal so eine Ritterfrau zu fragen, wo man den Rest am besten lernen kann - und jetzt guck ich laufend nach dem nächsten Mittelalterfest in der Gegend.

Dabei ist mir das eigentlich viel zu gefährlich, sowohl was die Ausübung dieser Tätigkeit als auch den wahrscheinlichen finanziellen Ertrag angeht, aber bis zur möglichen Realisierung dieses Berufszieles dürften ja noch einige Jahre ins Land gehen.

Abgesehen davon hab ich schon meinem Nachwuchs immer gepredigt, dass ein Job mit viel Spaß und weniger Geld auf Dauer einfach geiler ist als annersrum und ich kann mir gut vorstellen, dass die Lütte sehr viel Spaß daran hätte, irgendwelche Rittermenners aus dem Sattel zu fegen.

Da wäre ich dann auch gerne dabei.

Fotos dazu: Battle of the Brick, Legoland Billund - Nikon D7200
Musik dazu: WellBad - Heartbeast






Freitag, 7. Juni 2019

Im Land der kleinen bunten Steine

















Vor schätzungsweise 25 Jahren standen ein paar völlig bekiffte Menschen staunend vor der Amsterdamer Altstadt, bestimmt eine halbe Stunde, wenn nicht noch länger (der Zustand lässt keine genauen Angaben zu) aber: War das toll! Diese ganzen Details. Die kleinen Legoautos, die durch die Straßen fuhren, die Touristengondeln, die durch die Grachten schipperten, die öffnenden und schließenden Brücken und da kommt die Feuerwehr und das Männchen mit der roten Brille kommt doch bestimmt gerade aus nem Koffieshop und der Mann da hinten muss schon das dritte Mal jetzt die entgleiste Eisenbahn wieder auf die Schienen setzen und das ALLES AUS LEGO! War das toll!

Amsterdam war für uns jedenfalls DIE Attraktion im Legoland Billund, noch vor dem Flughafen oder den großen Schiffshebewerken, den Hafenkränen und was sich sonst noch alles so bewegt hat. Schätzungsweise 25 Jahre später und völlig nüchtern hat sich daran nichts geändert, Amsterdam ist immer noch toll.
Der Park allerdings, der hat schon etwas gelitten inzwischen, jedenfalls für Fans der kleinen bunten Steine. Die Fläche hat sich zwar mindestens verdreifacht, doch ausgewirkt hat sich das nur auf die Anzahl der Achterbahnen, Wildwasserbahnen, Kanubahnen, Karussells und Nochmehrachterbahnen. Würde man nicht hin und wieder über ein paar verstreute Figuren und Bauwerke aus Legosteinen stolpern, wäre es ein Park wie jeder andere.

Für die Kinder ist das natürlich trotzdem toll, schon allein weil man Wochentags im Mai keine Wartezeiten befürchten muss, egal wie begehrt die Attraktion ist. Der Stöpsel hat das Glück, dass er mit seinen genau 100cm in fast jedes Fahrgeschäft darf und er will auch in jedes rein, solange er die Hand seiner großen Schwester dabei ganz feste drücken kann. Das lässt sich in knapp acht Stunden auch locker bewältigen, weil die Wartezeiten überall unter fünf Minuten liegen.
In der Hauptsaison dürfte das anders sein, denn an der Kasse werden auch VIP Tickets angeboten, durch die man Wartezeiten vermeiden kann. Da so etwas nur zu Lasten derer gehen kann, die sich so ein Ticket nicht leisten können, ist das ein Grund diesen Park in Zukunft zu meiden.

Daran ändert auch die Bar von Mos Eisley nichts, der Park hat sehr viel von seinem alten Charme eingebüßt. Mit Legobauwerken alleine könnte man so etwas wohl auch kaum noch betreiben, denn so sehr Kult die bunten dänischen Bausteine auch sein mögen, was den Detail- und Einfallsreichtum angeht ist das Hamburger Miniaturwunderland inzwischen um Längen voraus und Achterbahnen gibt es an jeder Ecke. 

Fotos dazu: Legoland Billund, Dänemark / Nikon D7200
Musik dazu: Ray Wylie Hubbard - Crusades Of The Restless Knights / Dangerous Spirits










 




   


Sonntag, 5. Mai 2019

Müde Ziegen und anderes Getier

















Wildparks sind ein beliebtes Ausflugsziel mit Kindern, da wird einfach unglaublich viel geboten für die Kleinen. Rutschen, Sandkästen, Schaukeln und Klettergerüste gibt es zwar auch auf jedem mittelprächtigen Spielplatz, aber wo findet man schon Trecker, die pro eingeworfenem Euro eine ganze Minute Fahrspaß bieten? Oder Wasserkanonen, mit denen man Bälle durch ein Drahtlabyrinh schießen kann, solange das Kleingeld reicht? Nur im Wildpark Lüneburger Heide! 

Der Fairness halber muss ich eingestehen, dass Trecker und Wasserkanonen die einzigen kostenpflichtigen Zusatzangebote sind, abgesehen von den obligatorischen Futterpäckchen. Deren Inhalt kann man zur Not immer noch durch eine Futterrutsche in das Gehege von Büffeln und Hirschen kippen, wenn die eigenhändige Fütterung der harmloseren Streichelzoobewohner nicht klappt. 

Die bekommen das krümelige Zeug den ganzen Tag unter die Nase gehalten und reagieren entsprechend begeistert, was eine ziemliche Pleite gewesen wäre, hätte nicht ein älterer Herr seine Tüte mit Erdnüssen unter den Kindern verteilt. Was höchstwahrscheinlich verboten ist, auf müde Ziegen aber eine Wirkung hat wie Adrenalin und die Fütterung doch noch zu einem Erlebnis werden lässt.


Dafür geh ich schließlich in einen Wildpark, um Fotos von den Kindern zu machen, wie sie Ziegen füttern oder Trecker fahren. Für Fotos von Tieren ist so ein Park eher nicht geeignet, die befinden sich entweder hinter Gittern und Zäunen oder ziehen es in den großen Gehegen vor, sich hinter Bäumen zu verpissen, wofür ich mit der Zeit ein gewisses Verständnis entwickel. Mamaaa ich kann den Tiger nicht sehen. Da hinten rechts Leonie, siehst du den Schwanz? Naaahain. Da guck, eben hat er sich bewegt. Wow. Fast wie in Afrika und fast ebenso weit weg.

Der Bär immerhin ist sehr fotogen, wie er an der Kante auf und ab läuft und auf und ab und auf und ab und irgendwie wirkt das auf mich doch etwas manisch, aber wer will's ihm verdenken? Dafür genießt das Chamäleon wahrscheinlich eine stressmindernde Einfarbbeleuchtung, wirkt dadurch allerdings ähnlich müde wie die Ziegen.

Sechs Stunden dauert der Marsch, bergauf, bergab, bergauf und jetzt weiß ich auch, dass es Berge gibt in der Lüneburger Heide. Naja, zumindest Hügel, aber immerhin mit Panoramablick über die nächste Futterbude. Die Latscherei hier ist jedenfalls nicht weniger anstrengend als im näher gelegenen Wildpark Schwarze Berge. 

Der hat allerdings einen ganz entscheidenden Nachteil: keine Trecker! Und weil Trecker für den Stöpsel gerade das allergeilste sind, werden wir hier bestimmt nochmal aufkreuzen. Mit mehr Kleingeld.


Fotos dazu: Wildpark Lüneburger Heide / Nikon D7200
Musik dazu:  Nils Petter Molvær - Khmer / Hamada
 





Sonntag, 3. Februar 2019

Bunter geht immer

















Kindergeburtstage machen schon aus einem Grund viel Freude, man kann am Ende meistens jede Menge selbst gebackenen Kuchen mit nach Hause nehmen, weil Kinder erfahrungsgemäß nach einem Stück schon die Schnauze voll haben und die Erwachsenen maximal eins pro Sorte probieren. Ergo bleibt mindestens die Hälfte übrig und die wird einem meist noch eingepackt, damit man das Zeugs ja nicht alles selber wieder mitschleppen muss.

Weil ich ein vorsichtiger Mensch bin und zu viel davon nicht gesund ist, habe ich mich auf ein Stück Zitronen- und zwei Stücke Butterkuchen beschränkt, den man in dieser Qualität bei keinem Bäcker der Stadt bekommen kann, obwohl die angeblich mindestens drei Jahre gelernt haben sollen wie man so etwas herstellt.

Den bunten Brocken dagegen habe ich lieber nur fotografiert. Obwohl der gar nicht schlecht geschmeckt haben soll, schienen mir das überflüssige Kalorien zu sein. Also ungefähr das, was man bei jedem Bäcker im Überfluss bekommt, bunt und viel Zucker geht anscheinend immer.


Foto dazu: Bunte Bombe / Nikon D7200
Musik dazu: Colosseum - Daughter Of Time / Live

Sonntag, 4. Februar 2018

Kunterbuntes Hottehü














"Liebes Publikum. Machen sie gerne viele Fotos und Videos von unserer Show und laden sie die im Internet oder bei Youtube hoch. Nur auf Blitzgeräte bitten wir zu verzichten."
Na ja, und auf Spiegelreflexkameras oder Kameras mit Wechselobjektiv, jedenfalls alle Geräte mit denen man aus Reihe 10 bei diesem Licht vielleicht noch halbwegs brauchbare Ergebnisse hätte erzielen können. 

An diesem Abend ist mir das allerdings ziemlich egal, denn neben mir sitzt die Prinzessin mit leuchtenden Augen und kriegt sich überhaupt nicht mehr ein vor Begeisterung. Die Hände stets bereit und schon leicht erhoben, damit sie sofort in den sehr häufigen Zwischenbeifall des restlichen Publikums einfallen kann. Klatschklatschklatschklatsch. Zweieinhalb Stunden geht das so, die Lütte muss bald Blasen an den Fingern haben.

Die Geschichte der "Gefährten des Lichts" ist schnell erzählt. Blondes, langhaariges und (vermutlich) hübsches Mädchen sucht ein leuchtendes Herz damit die Welt nicht untergeht und reist nach Indien zu den Indern, nach Amerika zu den Indianern, nach China zu den Chinesen und alle können ganz toll reiten. Was mir von den Indern gar nicht so bekannt war, aber die Indianer reiten schon beeindruckend, auch wenn es keine echten sind. Manchmal legt das blonde Mädchen sich schlafen und verpasst dabei die schönsten Pferdedressuren, aber so eine Weltreise ist halt anstrengend.
In Spanien wird ihr dann das Amulett geklaut (was mir in Spanien auch schon passiert ist, allerdings mit Bargeld, shit happens) und in Brasilien bekommt sie es dann wieder, oder irgendwo zwischendurch, das hab ich vergessen.

Ist auch nicht so wichtig, denn der Schluss ist eh das Beste an der ganzen Dramödie. Natürlich gibt es ein Happy End und das langhaarige blonde Mädchen findet sein goldenes Herz. Bei einem orientalischen Reiter. Einem Wüstensohn. Mit Turban! Und fortan lebten sie glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage, die Welt war vor der Dunkelheit gerettet und wenn hier im Publikum tatsächlich irgendwelche Schlumpfnazis sitzen sollten, explodiert denen bestimmt gerade der Kopf und keiner weiß warum ich gerade lachen muss wie verrückt. 

Am Ende dürfen alle Pferde nochmal auf das Geläuf und Streicheleinheiten kassieren, ob sie wollen oder nicht. Dass die Begeisterung für diese Vierbeiner überwiegend im weiblichen Teil der Bevölkerung vorhanden ist kann man nicht übersehen, mindestens 80% der Besucher sind Frauen. Der Rest wahrscheinlich zum großen Teil so wie ich, einfach nur Begleitpersonal, der Streichelzoo ist jedenfalls fest in weiblicher Hand.


Mir sind die Viecher ja immer noch unheimlich, viel zu groß und viel zu große Zähne, mit denen sie sogar Lederjacken anknabbern wenn man ihnen zu nahe kommt. Für Mädels hingegen geht es bei Pferden wohl hauptsächlich darum, möglichst viele zu streicheln. Dafür hätte man allerdings einen der gedeckten Tische am Rand der Arena belegen müssen an denen man Bier bestellen konnte, das mach ich beim nächsten Mal besser, hab ich der Prinzessin versprochen.

Möglicherweise ist das Märchen im nächsten Jahr ja ähnlich amüsant.


Fotos dazu: Samsung Galaxy S5
Bier dazu: McGargles - Granny Mary's Red Ale, 4.4%
Musik dazu: Frank Zappa - Halloween 77: Live at the Palladium, NYC, Box Set Disc 5








  



Sonntag, 20. August 2017

Groningen
















Kaum ist man am Urlaubsort angekommen, muss man auch schon wieder los. Für die Woche etwas Verpflegung einzukaufen dürfte in den etwas größeren Städten einfacher sein, so einfach wie die Wahl zwischen Emmen und Groningen. Letztere ist nicht nur durch ihre Grachten und Bauten attraktiver, ausgerechnet an diesem Wochenende gibt es dort auch noch ein Fest. ZomerWelVaart nennt sich das und es verspricht neben historischen Schiffen in der Gracht noch verschillene activiteiten und muziekoptredens. Sieht nett aus und ist am Abend bestimmt schön illuminiert, also kommt das Stativ in den Kofferraum.

Die Familie will komplett mit, ist aber rücksichtsvoll mit dem eigenen Auto unterwegs, so dass ich mich weiterhin der Fotografie widmen kann wenn die Lütten keine Lust mehr auf Stadtbummel haben. Angesichts des einsetzenden Regens hätte ich die beinahe selber verloren, aber kaum sind wir an der Hooge der A angekommen reißt der Himmel etwas auf. Sonne und dazu ein kräftiger Wind, ideale Bedingungen für den Seifenblasenspielzeugverkäufer, der zur Begeisterung der Kinder aus dem Handgelenk gigantische Seifenblasengebilde erzeugt. Ich überlege kurz ob wir so etwas brauchen, da schlägt Junior auch schon zu. Zwei Schnüre, vier Bambusstäbe mit Halterung und dazu Seifenblasenkonzentrat für 5 Liter seifigen Vergnügens.

Die ZomerWelVaart entpuppt sich als so etwas wie der Hafengeburtstag, nur in klein. In sehr, sehr klein, mit nur wenig kommerziellen Futterbuden und - viel wichtiger - ohne die Massen an Alkohol und Menschen. Der einzige Bierstand befindet sich am Ende der Straße, neben der einzigen Bühne, auf der gerade die Oosterstörmer für Stimmung sorgen. Man kann viele der historischen Schiffe auch von innen besichtigen, worauf ich bei den augenscheinlich sehr engen und stark frequentierten Niedergängen lieber verzichte. Auf den alten Kähnen kommt nur jemand raus wenn gerade niemand rein will, weshalb Junior und der Stöpsel auch eine ganze Weile im Bauch einer Kogge verschwinden.

Wesentlich länger dauert es allerdings, wenn vier Kinder zwischen 1 und etwas über 30 im Bauch eines Spielzeugladens verschwinden und davon gibt es in den Niederlanden an jeder zweiten Ecke einen. Das gibt mir immerhin die Gelegenheit ausgiebig den Vismarkt zu erkunden, auf dem heute leider nur ein einziger Stand mit Visverkäufern zu finden ist, der Rest besteht aus langsam abbauenden Ramschhändlern, von denen leider immer noch viel zu viele den Markt bevölkern, so dass ich das angedachte Foto von Kornbörse und Aa-Kirche auf später verschieben muss.

Später findet dann leider nicht mehr statt, denn kaum ist die Familie auf dem Heimweg ist es vorbei mit Sonne, alle fünf Minuten Platzregen ist angesagt und mit am Ende völlig durchnässten Klamotten macht die Fotografie auch keinen richtigen Spaß mehr. Schnell noch einen Koffie shoppen, auf dem Weg zur Tiefgarage die nächsten Duschen kassieren und nach dem Zahlen der (für niederländische Verhältnisse lächerlichen) Gebühr bei strahlendem Sonnenschein aus dem Parkhaus fahren. Was für eine Grütze.

Manchmal sollte man bei Regen einfach sitzen bleiben und einen zweiten Koffie shoppen, das entspannt und behebt Probleme. Ganz sicher in Groningen.
Merke ich mir für's nächste Mal.

Fotos dazu: Groningen, Hooge der A, Lage der A, Aa-Kerk, Korenbeurs, Vismarkt, Martinikerk, Oude Ebbingestraat / Nikon D7200
Bier dazu: Lefthandbrewing Good Juju, Ginger Brew, 4.5%  
Musik dazu: Zaz -  Zaz / Recto Verso / Live