Sonntag, 21. Oktober 2018

Zimmer ist braun-weiß

















und rot natürlich auch, rot muss dabei sein. Schon weil es das Sofa nicht in braun gab, aber auch sonst.

Einer der wenigen großen Vorteile des Daseins als Single, man muss beim Renovieren auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen. Es ist kein Problem mehr wenn die CD Sammlung eine halbe Wand einnimmt, man kann die Seitenwand des Regals von oben bis unten mit Stickern des magischen FC vollkleistern, sich ohne Diskussionen eine große Schwenkfahne über die Couch hängen und eigentlich könnte man die Wände auch gleich in einem netten Braunton streichen, für ein Raucherzimmer ist das bestimmt auf Dauer von Vorteil. Das war die Idee, vor zwei Jahren eigentlich schon, und sie war gut.

Durch die vielen neuen Regale kann ich jetzt Bücher sogar nach Themen sortieren, die Comics endlich aus der dunklen Kammer befreien und habe am Ende sogar noch genug Platz, um nerdigen Kram zu beleuchten den ich mir erst kaufen musste, um ein paar Schreine zu bauen. Einen für Geralt, Cirilla und Rittersporn, einen für Bruuuuce und einen Schrein vom Verein.

Da der Wohlfühlfaktor im am häufigsten genutzten Zimmer nicht zuletzt von der Bequemlichkeit abhängt sind alle Latüchten selbstverständlich per Fernbedienung bedienbar, außer der Schreibtischlampe natürlich, das wäre etwas albern gewesen. Die hat ebenfalls einen praktischen Platz im Regal gefunden, wodurch ich inzwischen in der Lage wäre hier einen 32 Zoll Monitor hinzustellen. Ein Gedanke dem ich vielleicht folgen werde, aber erst wenn Junior seine Karre durch den TÜV gebracht hat.


Wäre für die Aktion nicht der komplette Jahresurlaub draufgegangen hätte ich mich bestimmt noch ein wenig mehr gefreut, aber am Ende hat sich der Aufwand gelohnt. Den ersten Gästezimmertest hat es jedenfalls unbeschadet überstanden und die Regalwand zur Wand der Nachbarn ermöglicht es scheinbar immer noch, Nachts um 3 bei leicht erhöhter Zimmerlautstärke Monster zu erschlagen oder die neue CD zu hören. Alles perfekt.


Fotos dazu: Schrankwand / Schrein von Geralt / Schrein von Bruce, Nikon D7200, Sigma 10-20mm
Musik dazu: Ry Cooder -  The Prodigal Son




   
  

Sonntag, 14. Oktober 2018

Herbstgold und andere Farben


















Mitte Oktober und in Hamburg ist immer noch so etwas wie Sommer, normal ist das nicht. Im goldenen Herbst könnte man ausnahmsweise mal Bäume fotografieren gehen, am besten also dahin wo es viele Bäume gibt. Mitten in die Stadt, in den Stadtpark natürlich, wir haben ja sonst keine Wälder hier. Jedenfalls wenige, in denen genug Platz bleibt für das Licht von dieser großen Solarzelle am blauen Himmel.

Abgesehen davon gibt es im Stadtpark auch viele Menschen, die Dinge machen, die man im Stadtpark halt so macht. Paddeln, joggen, sonnenbaden, chillen, spielen, grillen und dergleichen. Ganz besonders grillen ist schwer angesagt, auf einer Abkürzung quer über die große Festwiese werde ich gleich zweimal gebeten, Fotos von der Grillrunde zu machen. Von der ersten Runde wird mir dafür sogar ein großartig scharfer Kebabspieß offeriert, was ich natürlich niemals ablehnen würde. Komischerweise kommen solche netten Angebote immer von den angeblich nicht integrierten Menschen, aber auf Bratwurst hätte ich eh keinen Bock gehabt.

Eventuell liegt es auch nur am vertrauenerweckenden T-Shirt. FCK NZS kommt überall gut an habe ich festgestellt, im Stadtpark, beim Einkauf in Media Markt, sogar im Restaurant. Lässt mich ein wenig hoffen, dass "wir" wirklich mehr sind. Wahrscheinlich solange, bis ich dafür irgendwo auf die Fresse kriege.
   

Fotos dazu: Stadtpark Hamburg - Stadtparksee - Modellbootbecken - Planetarium - Blümchen - Eva in der Hecke - Rosengarten - Diana mit Hunden und Trinkhalle / Nikon D7200
Musik dazu: Klangstrahler Projekt - Im Rausch der Sinne/Surprise














Dienstag, 9. Oktober 2018

Currywurst für Obelix
















"Fahr einfach irgendwo hin" sagt der Pappenheimer, "am besten ans Wasser." Auch in Hamburg gar nicht so einfach, wenn man nur noch knapp zwei Stunden Sonnenlicht hat. Alster und Elbe fallen flach, dafür braucht man inklusive Parkplatzsuche schon eine gute Stunde, falls man Glück mit Parkplätzen hat.
In der anderen Richtung liegen Großen- und Lütjensee, aber auch das würde zu lange dauern, der Exilwestfale hat heute wenig Zeit, weil Schwatzgelb um 21 Uhr in der Glotze läuft. Eurobabokaaal! Also irgend etwas in der Nähe mit Wasser. Und Kneipe, selbstverständlich. Zum am Wasser sitzen.

Heißt, erst mal planlos in irgendeine Richtung fahren bis mir etwas einfällt, was Gott sei Dank noch passiert bevor wir die Stadtgrenze erreichen. Der Quellenhof im Rodenbeker Quellental! Auf jeden Fall gibt es da Bier und - wenn man die Quellen im Wald suchen will - auch Wasser. Man könnte sogar draußen sitzen und auf die Quellenteiche gucken, wäre es nicht inzwischen doch etwas zu frisch.

Also mehr am Fenster als am Wasser, aber niemand meckert. Gleich mal in die Karte gucken. Pannfisch, Forelle, Wildschwein, Currywurst. Oginool Hamburger Speisekarte, fehlt eigentlich nur noch Labskaus. Oder Birnen, Bohnen und Speck, aber das traut sich selbst in Hamburg kaum jemand.

Besonders reizvoll erscheint mir die Wildcurrywurst aus 100% Wild mit leichter Bärlauchnote, denn so etwas fehlt noch im lange vernachlässigten Currywursttest. Leider bin ich zu blöde eine Portion von Großmutters Bratkartoffeln zu bestellen und muss mich so mit den Pommes zufrieden geben.  Dennoch ist das keine ganz schlechte Wahl, zumindest die Wurst ist Klasse. Knackig, beinahe schon ein wenig zu bissfest, denn sowohl Messer als auch Kiefermuskulatur haben gut was zu tun - und sehr wild-würzig, Obelix wäre begeistert.

Von der Sauce vielleicht etwas weniger, denn die schmeckt leider als hätte man versucht ein Industrieprodukt etwas aufzupeppen und das will auch dem Currypulver nicht ganz gelingen. Dennoch unterm Strich durchaus empfehlenswert, falls mal wer beim Quellensuchen hier vorbeikommt. Nimmt man Großmutters Bratkartoffeln statt der Pommes taugt auch die Beilage, das wurde mir jedenfalls von zwei Seiten versichert.


Foto dazu: Samsung S5
Musik dazu: Kaya Project -  The Elixir Remixes