Montag, 16. Juni 2014

Montagsmarkt in Manavgat
















Jeden Montag ist der große Markt in Manavgat, bei dem sich die Gassen der halben Stadt in einen Basar verwandeln. Da wir in der Urlaubszeit nur einen einzigen Montag haben ist klar, dass wir den sofort mitnehmen müssen. Letztes Jahr durften wir nach einer Stunde wieder umkehren um den Treffpunkt anzulaufen, dieses Jahr sind wir mit dem Dolmuş gefahren und können unsere Zeit selber einteilen. Der Touristenmarkt mit den hunderttausend gefälschten Markenklamotten, Uhren, Schmuck und anderem Gedöns interessiert mich dabei nicht, ich will auf den Bauernmarkt, wo die Einheimischen ihr Obst und Gemüse kaufen und verkaufen.

Trotzdem bin ausgerechnet ich derjenige der den ganzen Zug aufhält, weil mich eigentlich letztes Jahr schon interessiert hätte was eine maßgeschneiderte Lederjacke hier kostet. Folglich sitzen wir eine ganze Weile bei starkem türkischen Tee und Mineralwasser in einem Ledergeschäft und klönen mit dem Besitzer, der in Nürnberg aufgewachsen ist und uns während meiner Vermessung stolz von seiner Tochter erzählt, die immer noch in Nürnberg lebt und nach dem Studium einen gut dotierten Job bei einer großen deutschen Firma ergattert hat.

Tipps für den Markt möchte er uns trotzdem nicht geben, das wären alles nette Jungs da draußen und die wollen schließlich auch leben, deswegen spricht man da nicht drüber, nicht gut und nicht schlecht, am besten gar nicht. Aber vier Ledergürtel für 20 Euro bekommt man in der Türkei nicht einmal zum Einkaufspreis, daher verkauft er inzwischen keine Gürtel mehr, die billige Konkurrenz vor der Haustür ist zu groß. Wenn wir gut und günstig etwas kaufen wollen, dann am besten Obst und Gemüse auf dem Bauernmarkt, da kann man nichts verkehrt machen.

Worauf man allerdings achten sollte sind die Speisekarten der umliegenden Restaurants und Imbissbuden, deren Koberer einen permanent an die Tische lotsen wollen. Dort fehlen in fast allen Fällen die Preise, die man vorher erfragen sollte, damit man hinterher nicht das bezahlen muss was der Kellnerin gerade einfällt.

Nur hat man bei Vollverpflegung leider wenig Bedarf an Lebensmitteln, daher ist alles was wir am Ende mitnehmen ein Kilo der unverschämt leckeren Sesam Nüss mit Honig, die eigentlich keine Nüsse sind sondern Mandeln. Die Mädels dürfen derweil alles mögliche probieren, die Prinzessin Feigen und ihre Mutter hunderte Hundertwasserringe, während ich mich bei grausamsten Lichtbedingungen mit dem Marktleben beschäftige. Licht und Schatten liegen hier sehr eng beieinander, in jeder Hinsicht.

Marktmusik: Ekoostik Hookah - Dubbabuddah










Kommentare:

  1. Deine Fotos gefallen mir immer besser!
    Erstaunlich, was da alles auf Deutsch steht... In das Gewürzeangebot könnte ich mich glatt reinlegen. Ich hoffe, du hast dich da reichlich versorgt...

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    1. Ich arbeite an der Quelle, Gewürze bekomme ich zum Einkaufspreis. Da ist der Safran zwar nicht süper billig, aber echt. ;)
      Einzig Sumak haben wir mitgenommen, obwohl ich das bei unserem Türken um die Ecke sicher auch bekomme.

      Die Knipserei auf dem Markt ist eine Katastrophe, Du machst Dir kein Bild. Fast alles ist mit Tüchern abgehängt, jedes Tuch mit einer anderen Lichtdurchlässigkeit, und da wo Tücher fehlen oder durchhängen grellstes Sonnenlicht. Ich bin bald wahnsinnig geworden.

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    2. Ich muss mir kein Bild machen, ich habe meine eigenen versauten vor Augen *ggg*
      Hoher Kontrastumfang ist immer wieder eine Herausforderung, die du aber offensichtlich gut gemeistert hast.

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    3. sumak habe ich noch nie gehört. was macht man damit?

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  2. und? lederjacke gekauft? oder nur maß genommen und wieder gegangen? die gewürze finde ich auch toll, besonders das osmanisch fleisch gewürz für alles, da muss man sich beim kochen keine gedanken mehr machen *grins*

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    1. Gekauft.
      Orageno ist auch toll, oder das Barbükü-Gewürz.

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