Samstag, 24. September 2016

Sonntagsschuss


















Das konnte ja nicht gut gehen. Eine englische Woche trotz Brexit und ein Sonntagsschuss am Donnerstag, unter diesen Voraussetzungen kann man einfach nicht gewinnen. Die Vorzeichen waren ohnehin schon nicht besonders gut, seit die ungarische Nationalturnhose bei 1860 nicht mehr im Kasten steht haben wir gegen die nicht mehr gewonnen und was viel schlimmer ist: Heimsiege scheinen nur noch zu gelingen wenn ich nicht im Stadion bin.

Dabei fängt das sehr gut an, eine gute Viertelstunde haben wir alles im Griff, Ryo nutzt einen Fehler der Löwen, dribbelt sich in den Strafraum und den abgewehrten Ball befördert Buchti ganz trocken in die Maschen, 1:0. Woohoo, Song 2 und die ohnehin schon gute Stimmung bekommt nochmal einen ordentlichen Schub. Kurzzeitig, weil:

   











und keine zwei Minuten später muss es eigentlich bei uns klingeln, wenn der Skyman nicht diese himmlischen Reflexe hätte. Die Münchner sind auf einmal das aktivere Team und drücken ganz gewaltig, während unsere spärlichen Offensivbemühungen schnell im Sande verlaufen. Bis zur Halbzeit haben wir das defensiv dank Sobiech und Ziereis zwar ganz gut im Griff, aber kurz vor dem Pfiff der Pfeife auch eine Menge Glück, als ein Schuss nur ganz knapp den Kasten verfehlt.

Die zweite Halbzeit fällt einer heimtückischen Krankheit anheim, es grassiert die Gelbsucht. Es wird härter auf dem Rasen, aber nicht unbedingt schöner. Keine Frage, dass sich der Schiedsrichter schnell unbeliebt macht und selbstverständlich stelle ich auch ALLE seine Entscheidungen in Frage, ganz besonders als Aziz im Strafraum gefoult wird und noch viel mehr, als er kurz darauf einen mehr als fragwürdigen Elfmeter für die Münchner gibt. Nur deswegen steht es jetzt 1:1 statt 2:0, Pfeife. Und weil sie den Liendl haben schießen lassen, Olic hätte den bestimmt versemmelt.

Dass wir dann doch noch mal in Führung gehen, weil Nehrig im Strafraum einen Tieffliegerkopfball versenkt, sorgt leider nur für eine sehr sehr kurze Zeit der Freude, denn wie anfangs schon erwähnt:

Sonntagsschuss.
Echt mal, wie ein Strich. Bäng! Ab in den Winkel, aus vollem Lauf ins lange Eck. Keine Chance, nicht mit drei Torwarttitanen gleichzeitig. Da klappt einem glatt das Gebiss weg, dass der Andrade danach sein Trikot auszieht kann ich sogar nachvollziehen, so ein Treffer gelingt nicht oft im Leben. Er kassiert dafür eine der vielen gelben Karten und hätte eigentlich kurz darauf auch ganz gehen können, aber über einen Ellenbogencheck sieht die Pfeife hinweg.
Dass er in der Nachspielzeit Matze Hain auf die Tribüne schickt steigert die Beliebtheit des Fastunparteiischen noch ein wenig mehr, das ist schon sehr aytekinisch heute Abend. Bis hin zum Bierbecherweitwurf, glücklicherweise nach Abpfiff und ohne Treffer, manche lernen es nie. 

Letztendlich muss man das so hinnehmen, haste 'ne Pfeife kannste am Ende nur pfeifen, ändern tuste nix. Wären alle guten Chancen drin und alle Pfiffe korrekt gewesen, es wäre wohl auch dann ein Unentschieden geworden und das nicht unverdient. Angesichts des Münchner Kaders und deren Ambitionen ist das vielleicht sogar ein Punktgewinn, vor einem halben Jahr war das noch eine Gurkentruppe und wir haben trotzdem verloren.

Was sonst noch schlecht war:
Das Halbzeitbier wurde heute gereicht von den Aushilfen der Aushilfen die sonst da sind, es geht alles noch etwas langsamer als an den Wochenenden, selbstverständlich sind keine drei Bier vorgezapft und das vierte lässt auch auf sich warten, weil der Aushilfszapfer mit dem neuen Fass gekleckert hat und sich erst einmal umständlich säubern muss. Was für ein Glück, dass die meisten Gegengeradenopas erst auf die Toilette rennen, bevor sie sich um Nachschub kümmern können.

Was sonst noch gut war:
Dass der Don sich mal wieder im Stadion blicken ließ (unter Dauerkarte teilen hab ich mir was anderes vorgestellt), dass die jungen Damen hinter mir sich nicht in ihrem Brabbelbrabbel vom Spiel irgendwie ablenken ließen und somit immerhin ein klein wenig zur heute eigentlich ganz anständigen Atmosphäre beigetragen haben, denn auch Brabbelbrabbel ist ein Geräusch. Wie sich das wohl anhört wenn das 29.000 gleichzeitig machen?
Dass Herr B. mitten in der Woche noch einen Stick zur Spielnachbetrachtung vor der Gegengerade dabei hatte und Congstar das für die Fußballphilosophie nötige Getränk spendierte.

"Soooo schlecht fand ich uns jetzt nicht."
"Hm, nein. Aber sooo gut fand ich uns nu wieder auch nicht."
"Joo, die Münchner waren gut. Aber sooo schlecht war'n wir nicht."

Freibier zur Vertragsverlängerung ist keine schlechte Idee. Sollte sich durchsetzen bei Sponsoren.

Sonntagsschussfotos: Gegengerade Millerntor
Sonntagsschussbier: Berliner Berg, American Pale Ale 5.5%
Sonntagsschussmusik: Sheryl Crow - Tuesday Night Music Club / The Globe Sessions






























Donnerstag, 22. September 2016

Orangenstadt
















Vier Besuche in den letzten sechs Jahren, ich hab gerade mal nachgesehen. Eigentlich kenne ich alles in Silves und wahrscheinlich hab ich auch alles schon einmal fotografiert, aber da ich ohnehin das Kind dort abliefern und irgendwo frühstücken muss, kann ich auch gleich dableiben. Ein Ausflug auf die Burg würde sich anbieten...

Nach wenigen Minuten wird schnell klar, das ist keine wirklich dolle Idee bei den Temperaturen. Es geht bergauf, in den engen Gassen staut sich die Hitze erbarmungslos und auf den schattenlosen Plätzen brezelt mir die Sonne derart auf den Kopf, dass ich versucht bin schnellstens irgendwo Unterschlupf zu suchen. Gelegenheiten gäbe es genug, auf dem Weg sind an allen strategisch günstigen Positionen Bars und Restaurants zu finden. Ich muss an den Pappenheimer denken und wie lange es wohl dauern würde ihn bis zum Castelo dos Mouros zu schleppen, bei diesen Angeboten und den höllischen Temperaturen.

Die Pforten der Kathedrale Sé de Silves sind leider geschlossen, davor stört gerade eine Stadtführung mit mindestens dreißig englischen Touristen das Bild. Das muss eine der Busladungen sein, die unten am Central Cafe laufend ausgekippt werden. Englische Touristen, das hat mir meine Gastgeberin mal verraten, kann man ganz einfach an ihren rot leuchtenden Köpfen erkennen und das sieht vor diesem Hintergrund einfach nicht gut aus.

Vor der Burg wird die Statue von König Sanchos I. schwer belagert, Männer mit Schwertern sind wohl aktuell gerade sehr beliebt. Ein Foto mit Vati, ein Foto mit Mutti, ein Foto mit den Kindern, ein Foto mit Vati und den Kindern und ääääh, excuse me sir, could you please....
Klar, kein Problem. Wenn ich danach den Sancho mal 'ne Weile für mich alleine haben könnte..

Endlich am Castelo angekommen wird man sogleich schockgefrostet, im Eingangsbereich mit den Kassen herrschen geradezu eisige Temperaturen, die Klimaanlage läuft garantiert auf Anschlag. Hier könnte ich glatt länger verweilen, doch nach Entrichtung des fälligen Obolus wird man sogleich wieder in die unbarmherzige Hitze entlassen.

Eigentlich besteht die ganze Burg nur noch aus Mauern, Zinnen und ein paar Türmen, das war mir ganz entfallen. Der gesamte historische Innenbereich besteht aus ein paar abgesperrten Quadratmetern mit wenig fotogenen Ausgrabungen, die in den letzten sechs Jahren scheinbar nicht fortgesetzt wurden. Der Rest ist ein modern gestalteter Park mit gemauerten Wegen, gestutzten Hecken, Feigen-, Orangen- und sonstigen Bäumen. 

Ein Rundgang auf den alten Mauern gibt mir den Rest, mir wird irgendwie blümerant. Liegt wahrscheinlich an dem noch nicht genossenen Frühstück, kein Kaffee und nix im Magen kann auf Dauer nicht gut gehen. Die Rettung scheint nahe, denn es gibt ein Burgcafé mit ganz erquickenden Extras: Auf der Terrasse läuft ein riesiger Ventilator, der zudem noch einen feuchten kühlen Nebel versprüht - und nur wenige Meter davor ein freier Tisch. Naja, eigentlich sind fast alle Tische frei, weil nicht viele so bekloppt sind in der Mittagszeit auf einer Ruine herumzulaufen.

Der Service in Portugal ist nicht gerade berühmt für seine hohe Motivation, die einzig erkennbare Servicekraft schnippelt schwer beschäftigt mit einer kleinen Schere minutenlang in ihren Minzetöpfen herum, bevor sie sich dazu bequemt wenigstens einige Worte über ihre Schulter zu bellen. Meine Rettung erscheint in Gestalt einer niedlichen kleinen Krawallhaarschnittpunkerin und nimmt die Bestellung auf, einmal Tosta Mista und einen Galao, den sie aber nicht hätten. "we do the Latte Sir". Egal, Milch und Kaffee halt, passt schon.

Mir ist immer noch blümerant, trotz der gelegentlichen Erfrischungen aus dem Ventilatorsprühnebel. Nach fünf Minuten schon bedauere ich meine Bestellung, eigentlich habe ich überhaupt keinen Appetit. Zehn Minuten später bedauere ich die Bestellung noch weit mehr, denn der Tosta Mista ist wahrscheinlich der schlechteste ganz Portugals.

Zwei sehr dicke Scheiben sehr fluffiges Toastbrot, leicht gebräunt und furztrocken, die sich im Mund zusammen mit dem Klebekäse und etwas dünnem Schinken in einen widerspenstigen Brei verwandeln. Mit dem dünnen Milchkaffee lässt sich der gerade eben noch runterspülen. Nach drei Bissen ist der Kaffee alle und ich gebe auf, an dem Brot könnten sogar Elefanten ersticken. Ich brauche ein Krisenüberwindungsgetränk, aber Gin Tonic fällt aus naheliegenden Gründen aus,


Mein Blick fällt auf eine Werbetafel der Stadt. Silves, Capital da Laranja. Hauptstadt der Orangen. Das ist bestimmt keine Übertreibung, die ganze Umgebung besteht mehr oder weniger aus Orangenbaumplantagen, ich selber wohne gerade inmitten einer solchen. Man sollte sich etwas kaltes aus Orangen bestellen, damit kennen die sich vielleicht sogar hier im Burgcafé aus.

Und das ist auch die beste Idee des ganzen Tages. Für den Homemade Orange Blossom Icetea würde ich sogar noch einmal wiederkommen, das Zeug kann Leben retten.

Orangenstadtfotos: Silves, Portugal / Rio Arade, Markthalle, Kathedrale, Castelo / Nikon D90
Orangenstadtbier: Propeller Aufwind, Double Pale Ale, 6.5%
Orangenstadtmusik: Rilo Kiley - Under The Blacklight
































Montag, 19. September 2016

Ganz schön affig
















Fünf Lagen Fleisch auf einem Burger? Wer soll das denn essen? King Kong höchstpersönlich vielleicht, möglicherweise auch der amtierende Weltmeister im Burgerwettessen, wenn man ihm vorher den Kiefer ausrenkt, aber ganz sicher nicht ich.

Der Pappenheimer hatte mich schon am Freitag mit der bahnbrechenden Neuigkeit beglückt, in Plettenberg gäb's jetzt einen neuen Fresstempel. Mit anständigen Burgern und noch viel anständigeren Öffnungszeiten, bis morgens um vier! Hallelujah! Ich hätte also ohne weiteres noch ein paar Stunden länger im Stau stehen können. Wäre diese Information vor der Fahrt an meine Ohren gedrungen, der Würgerking an der Raststätte hätte schlechte Karten gehabt, so muss der dringend anstehende Burgertest bis Samstag warten.

Und so stehen wir Tags darauf in Abdul Mubariks nigelnagelneuem blitzeblanken King Kong Burgerladen und studieren die nicht allzu ausufernde Speisekarte. Hamburger, Cheeseburger, alles dazu in der doppelten Ausführung, besagter King Kong mit fünfhundert Gramm Hackfleisch aus der vertrauenswürdigen örtlichen Dorfmetzgerei, alles auch im Menü mit Pommes und Softdrink erhältlich. Macht die Auswahl nicht gerade schwer.

Wir entscheiden uns für Cheeseburger in der vom Hulk propagierten wütenden Ausführung mit Jalapeños und beobachten fasziniert, wie Abdul derweil einen Doppelstöcker zusammenbaut. Mit Sauce und Salat und Fleisch und Käse und Tomaten und Fleisch und Käse und Gurken und Zwiebeln und wieder Salat und Sauce.. und einem langen Holzspieß der den ganzen Turm zusammenhält.

Ein Messer & Gabel Burger, an dem sich der Gast sogleich sägend zu schaffen macht. "Profis essen sowat ja aus der Hand" flüstere ich dem Pappenheimer eher halblaut zu, damit ich nicht in die Verlegenheit komme das an Ort und Stelle beweisen zu müssen. 

Wäre wohl auch eine Blamage geworden, denn der normale Cheeseburger geht gerade noch so rein in meine große Klappe. Dafür rutscht er super runter, saftig, lecker, gute hausgemachte Patties, was will man mehr.

Die Provinz holt auf, jedenfalls was Burger betrifft. Bei der nächsten Fahrt in den Regenwald verkneife ich mir einen Zwischenstopp. Und vielleicht bestell ich mir dann den King Kong, allein um zu sehen wie Abdul den zusammenbaut.

Kingkongfotos: King Kong Burger Plettenberg/Angry Cheeseburger (Samsung S5)
Kingkongbier: Mashsee Beverly Pils, kaltgehopft und unfiltriert, 4.7%
Kingkongmusik: Bob Marley & The Wailers - Kaya



 









Freitag, 16. September 2016

Erholungsurlaub
















Erholung muss sein, einmal im Jahr eine Woche fast nichts tun, nur entspannen. Die Algarve hat mich vor einigen Jahren wahrscheinlich vor einem Burnout gerettet, seitdem ist sie geradezu ein Synonym für Entspannung, trotz der teilweise grenzwertigen Temperaturen. Was nicht zuletzt natürlich ganz entscheidend an den Gastgebern liegt, der fast himmlischen Ruhe am Ende der Welt und den unermesslichen Gaumenfreuden die mich hier jedes Mal erwarten...

Denn nicht zuletzt soll man seine Ruhe ja auch genießen - und da man sich hierzulande mit Genuss gut auskennt, habe ich auch das befolgt und viel genossen. Leckeren Tosta Mista zum Frühstück, fantastische Burger an abgelegenen Strandbars, fantastische Mengen an Gin Tonic zu handgeschnitzten Kartoffelchips, opulente Abendspeisungen in den besten Restaurants der Gegend und dergleichen mehr.

In den etwas bewegungsreicheren Tagen sind trotzdem eine ganze Menge Fotos entstanden, aber weil man die heute nicht mehr seinem Fotohändler in die Hand drücken und nach ein paar Tagen wieder abholen kann, werde ich damit noch eine Weile zu tun haben.

Das ist der Nachteil so einer Woche purer Erholung, sie zieht einen ganzen Rattenschwanz an Arbeit nach sich und Zeit hat man keine mehr dafür.

Erholungsfotos: Chillout Area (Nikon D90), Tosta Mista (Central Café, Silves), Beachburger (Kalu Beach Bar, Ferragudo), Gin & Chips: (Monkey 47/ Taberna Almedina, Silves)
Erholungsbier: Brauhaus Gusswerk, Salzburg. Nicobar IPA 6.4%
Erholungsmusik: Feist - The Reminder / Metals






 

Mittwoch, 7. September 2016

Heiß auf Eis
















Die Eiswürfel in der Wacholderbrause sind innerhalb von fünfzehn Minuten geschmolzen, vorausgesetzt es sind sehr viele Eiswürfel - und damit geizt man hier besser nicht. Nach weiteren fünf Minuten ohne Eis ist das Getränk nämlich völlig ungenießbar, folglich hat man knapp zwanzig Minuten pro Gin Tonic, benötigt hochgerechnet pro Stunde also drei Gläser um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen, denn so schnell wie man das Zeug getrunken hat schwitzt man es auch wieder aus.

Dummerweise ohne den Allohol, der bleibt im Kopp.

Samstag, 3. September 2016

Hamsterkäufe




haben wenig Sinn, wenn man sich dabei auf leicht flüchtige Stoffe beschränkt.

Hamsterfoto: Samsung Galaxy S5
Hamsterbier: Jever Pils, 4.9%
Hamstermusik: Beginner - Advanced Chemistry

Dienstag, 30. August 2016

Die Schweiz in drei Tagen (mit Torte und Bergen)
















Die beiden größten Städte der Holsteinischen Schweiz sind abgehakt, Seen und Ufer hab ich reichlich, was noch fehlt sind Berge. In eine Schweiz gehören zwingend Berge, sonst ist es keine Schweiz. Der höchste Berg in der Gegend ist dann auch gleich der höchste Berg Schleswig-Holsteins überhaupt, der Bungsberg. Fast 168 Meter hoch immerhin, da kann man bestimmt weit gucken.

Die anderen Berge sind nämlich so klein, dass man sie glatt übersehen kann. An der auf einem echten Weinberg gelegenen Grebiner Mühle fahre ich zweimal vorbei, weil man es nicht für nötig hält an der entscheidenden letzten Weggabelung ein Hinweisschild zu errichten. Es haben sich trotzdem einige Menschen eingefunden um die Spezialitäten des Hauses zu verkosten, gefüllte Windbeutel. Süß oder deftig, mit Spinat, Schafskäse und anderen leckeren Zutaten, die ich mir in einem Windbüdel nicht so wirklich vorstellen kann.

Aus diesem Grunde und auch weil es doppelt gemoppelt ist, entscheide ich mich für eine mit gefüllten Windbeuteln gefüllte Windbeutelkirschtorte und die ist wirklich sehr lecker. Und so reichlich dass ich mich frage, ob das wesentlich kleinere Reststück noch einen Käufer findet. Den Wein der hier oben angebaut wird kann man sogar kaufen, abgefüllt in Flaschen mit dem lustigen Namen "So mookt wi dat!" Bei gerade einmal zwei Hektar Anbaufläche auf jeden Fall ein seltener Tropfen.

Der Vorteil einer kleinen Schweiz mit ganz kleinen Bergen ist ja, dass man nicht stundenlang in Serpentinen bergauf fahren muss um irgend einen Gipfel zu erreichen, die meisten bemerkt man wahrscheinlich nicht einmal. Zum Bungsberg führen immerhin zwei etwas steilere Waldwegpassagen und wie es sich für den größten Berg von irgendwas gehört, gibt es kurz vor dem Gipfel auch ein Bergrestaurant.

Daneben ein unglaublich hässlicher großer Funkturm mit Aussichtsplattform, von der aus man wahrscheinlich sogar den höchsten Berggipfel Schleswig-Holsteins von oben fotografieren könnte, wäre die nicht vor genau fünfzehn Minuten für heute geschlossen worden. Mein Ehrgeiz das Ding zu erklimmen hätte sich ohnehin in Grenzen gehalten, der Weg zum Gipfel entpuppt sich jedenfalls als wesentlich weniger mühselig als hunderte stählerner Stufen.

Der Ausblick allerdings entschädigt dafür. Auch nicht so wirklich. Eigentlich nur in eine Richtung, weil man in allen anderen Richtungen dämliche Strom-, Funk-, Schlepplift- und sonstige Masten im Blickfeld hat und es nicht hilft, die nur mit Photoshop zu entfernen, da muss die große Säge ran.

Aber die Holsteinische Schweiz hat so viel schöne Ecken, um die zu entdecken muss man nicht unbedingt auf einen Berg, einfach ein wenig in der Gegend rumgondeln reicht völlig aus. Nur bei der Seetouristik muss man aufpassen, dass man die richtige Straßenseite erwischt.


Bergfotos: Grebiner Mühle, Grebiner See, Schierensee, Fissauer Fährhaus/Kellersee, Elisabethturm/Bungsberg
Bergbier: Rügener Inselbrauerei, Baltic Ale, 7.5%
Bergmusik: Steeleye Span - Hark! The Village Wait