Samstag, 20. Mai 2017

Ein Boot zum Schiffe gucken















Genau das ist es was man braucht, um beim Hamburger Hafengeburtstag ungehindert und möglichst bequem Schiffe gucken zu können: ein Boot. Möglichst eines, auf dem man nebenbei mit lauter netten Menschen klönen, feiern, futtern, Bierchen trinken und grillen kann. Gott (oder wem auch immer) sei Dank, dass wir jemanden kennen der so ein Boot hat - und der dazu auch noch Lust verspürt, an der Auslaufparade am Sonntag teilzunehmen. Mit allem Recht, denn die OMKA ist ja ebenfalls ein historischer Kahn, auch wenn es bis zum hundertsten Geburtstag noch ein paar Jahre hin sind. Möge sie (und ihr Kapitän) uns bis dahin erhalten bleiben, denn es ist immer ein abenteuerliches Vergnügen wenn man mit dem alten Schlepper unterwegs ist.

Natürlich stellen sich auch diesmal Hindernisse in den Weg, heute ist es der Schleusenwärter der Harburger Hafenschleuse, der entweder gerade ein Nickerchen hält - oder eine längere Sitzung auf dem Klo, wer weiß das schon. An der Schleuse tut sich jedenfalls über einen längeren Zeitraum nichts, nach zehn Minuten wird immerhin Wasser abgepumpt und weitere zehn Minuten später öffnen sich die Tore. Nachdem die Sportboote endlich raus sind dürfen wir einfahren, das Tor schließt sich und wieder passiert - nichts. Keine erkennbare Wasserbewegung, nicht hoch, nicht runter.

Wenn man es eilig hat ist eh alles zu langsam, uns kostet die extraordinär lahmarschige Schleusung jedenfalls eine halbe Stunde zu viel, die Öffnung der Kattwykbrücke um 16 Uhr schaffen wir nicht. Kreuzen, Kaffeepause, Kuchen auf den Tisch, Bier aufmachen und mit Herrn H. auf den Klassenerhalt anstoßen, das kann ja jetzt dauern...
Doch der unendlichen Güte des Brückenmeisters ist es zu verdanken, dass wir die Fahrt nach einer halben Stunde fortsetzen dürfen, er zieht das Ding außerplanmäßig noch mal hoch und wir laufen rechtzeitig zur Auslaufparade in die Norderelbe ein.

Der ideale Zeitpunkt, weil wir uns ganz hinten einreihen und so an dem ganzen Paradengedöns lustig vorbeischippern und fotografieren können wie blöd, bis hinter Oles Glaspalast und wieder zurück. Jede Menge historische Schiffe, ein paar die so tun als wären sie historische Schiffe, sehr viele Zwei- Drei- und sogar einen Viermaster gibt es zu sehen, zwei grinsende Sozialsiedlungen, ein rotes Feuerschiff und eine braun-weiße Barkasse, die blaue Küstenwache, viele schöne Yachten und ein paar hässliche Kriegsschiffe, die ich nicht fotografiere, weil  Kriegsschiffe nun mal hässlich sind, selbst wenn man sie bunt anmalen würde.

Während sich die zigtausend Sehleute an Land um die besten Plätze balgen wird bei uns der Grill angeheizt und mit leckeren hausgemachten Salaten als Beilage geht es zurück nach Harburg. Geht nix über ein Boot, wenn man Schiffe gucken will. Damit ihr mitgucken könnt gibt es hier eine kleine Auswahl.

Fotos dazu: Harburger Binnenhafen, Kattwykbrücke, Köhlbrandbrücke, Auslaufparade Hafengeburtstag Hamburg 2017
Bier dazu: Ratsherrn Lazy in Red, Red IPA, 6.7%
Musik dazu: Soundgarden - Badmotorfinger/Superunknown & Audioslave - same / RIP Chris Cornell



 




































Montag, 15. Mai 2017

Alles ist gut wenn Vicky wieder singt









Sommerliche Temperaturen in Hamburg, blauer Himmel und irgendwas um die 20 Grad, dazu fanfreundliche Anstoßzeiten, die es ermöglichen auszuschlafen und gut zu frühstücken. Erstligaluxus, hat man ja nicht so oft. Noch viel besser aber ist die entspannte Gelassenheit mit der man zum Spiel fahren kann, kein nervöses Magendrücken, keine Angst vor dem Absturz, einfach mal Fußball genießen. Oder wenigstens die Sonne, falls das mit dem Fußballgenuss nicht klappt.  Durchaus drin bei einem Spiel, bei dem es um nichts mehr geht, außer um die Fernsehgeldtabelle. Denn erzähl mal einem Läufer, der gerade beim Marathon mit Ach und Krach die Ziellinie überquert hat, dass er nächstes Jahr mehr Geld bekommt wenn er noch 'ne halbe Stunde weiterläuft.

Hätte alles drin sein können heute, dass sie ganz befreit einfach nur Fußball spielen und die Fürther vom Platz ballern. Oder die uns, wenn der befreite Fußball voll in die Hosen geht. Mit Chance ein unterhaltsames 4:3, oder von mir auch ein 3:4, Hauptsache wir haben Spaß. Am Ende ballert aber niemand irgend jemanden vom Platz, weil wir in der ersten Hälfte in den schnarchigen Hinrundenstil fallen und das 0:1 in der zweiten Hälfte wieder aufholen können. Ein Spiel wie die ganze Saison, bis zur Hälfte völlig öde aber am Ende dann doch mit Grund zum Jubel.

Natürlich wäre ein engagierterer Auftritt schön gewesen und selbstverständlich hätte ich gerne einen Sieg im letzten Heimspiel gesehen, aber das wäre wohl nur der Fall gewesen, hätten wir noch um den Klassenerhalt zittern müssen. Musste ich lange genug, brauche ich nicht mehr. Als Einstieg in eine längere Erholungsphase ist so ein lahmes Unentschieden vielleicht gar nicht verkehrt. Scheißegal, Klasse gehalten.

Was sonst noch gut war:
Das YNWA bei der Verabschiedung von Rainer Wulff, weltbester Stadionsprecher seit 1910, in den wohlverdienten Ruhestand. Viel Spaß auf der Tribüne, der Nachwuchs hatte den denkbar besten Lehrmeister, kann nix schiefgehen.
Sollte ich seine Stimme vermissen lege ich einfach eine CD von ihm auf, sehr empfehlenswertes Ding übrigens, sehr viel Spaß für geradezu lächerliche 10 Euro.  

Die Choreos. Rabauken! Und durch Edelfan Nico inzwischen auch auf der Haupttribüne!

Der Flitzer, der kurz vor Schluss unbedingt Heerwagen umarmen musste und danach alle Ordner abgehängt hat um einen satten Torjubel vor der Süd hinzulegen. Abgesehen von Lasses Ausgleich der Höhepunkt des Spiels, möge seine Strafe nicht allzu hoch ausfallen.

Höchstwahrscheinlich die Abschlussparty vor dem Knust mit 1000 Litern Freibier, wobei die Frage ist wie viel davon noch vorhanden gewesen wäre, hätte ich mich nur entschließen können..


Was sonst noch schlecht war:
Dass die Fürther das 0:1 unbedingt dann machen mussten als sich das Stadion gerade so schön warmgesungen hat. Scheißegal, Klasse gehalten.

Cenk. Wäre mein erster Wechsel gewesen. Scheißegal, Klasse gehalten.

Ich bin nicht mehr fit genug für Abschlusspartys vor dem Knust. Scheißegal, Klasse gehalten.

Was sonst noch schlecht wird: 
Sommerpause. Mehr als zwei Monate mit Gerüchten über mögliche Transfers, wünschenswerte Transfers und warum-haben-wir-den-nicht-verpflichtet Transfers, verlängerte, nicht verlängerte und zum-Teufel-nochmal-warum-nicht verlängerte Verträge. Garniert mit der überraschenden Erkenntnis, dass bei uns wieder so gar nichts nach außen dringt bis der Fisch im Netz ist und daher gespickt mit Kommentaren über die nicht zu Potte kommenden Freunde aus Präsidium/Sportchef/Trainerstab/Aufsichtsrat etc..  die alle Schuld daran sind wenn die nächste Saison noch schlimmer wird, weil wir die einzigen sind die mal wieder keine vernünftigen Spieler verpflichten und überhaupt, wir werden alle sterben!

Ach was, werden wir nicht. Alles ist gut wenn Vicky wieder singt.


Fotos dazu: Gegengerade Millerntor, FC St.Pauli - SpVgg Greuther Fürth 1:1
Bier dazu: Ratsherrn Lazy in Red, Red IPA, 6.7%
Musik dazu: Schäl Sick Brass Band - Majnoun / Tschupun / Maza Meze / Kesh Mesh

Ach ja: Abstiegsangst nur alle zwei Jahre,  also sollten wir besser aufsteigen :)













































Sööööören! Wenn sie Dir einen Vertrag vorlegen, dann unterschreib den bitte. Du hast uns die Leandros beschert, jetzt musst Du auch bleiben!