Posts mit dem Label Lötzinn werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lötzinn werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 11. Mai 2022

Sylt für Anfänger

 









Glaubt man Aufrufen in den sozialen Medien, wird die Insel der Schönen und Reichen demnächst überflutet vom anarchistischen Pöbel, dem 9 Euro Ticket sei Dank. Ob das die arbeitende Bevölkerung Sylts irgendwie beunruhigt, oder nur die Schampus trinkende, ist mir bisher nicht zu Ohren gekommen. Bevor sich jedoch verzweifelte Villenbesitzer im Juni mit Handschellen an den Hindenburgdamm ketten, werde ich hier als profunder Kenner der örtlichen Verhältnisse (drei Tagesbesuche in drei Jahren!) versuchen, ein paar Tipps zu geben.

Anreisen kann man im Notfall auch ganz bequem über Dänemark, die Fähre von Rømø nach Sylt kostet nur geringfügig mehr als 9 Euro, dafür kann man aber eine ganze Packung zollfreie Kippen ergattern, was das wieder ausgleicht.

In diesem Fall beginnt die Reise im Norden der Insel, im lauschigen Örtchen List, bestehend aus Mehrfamilienhäusern, Ferienwohnungen, Fischbuden, Fischbuden, Souvenirläden und Fischbuden, die sich allesamt am Hafen um die Touristenströme kümmern und wahrscheinlich zu mehr als 90% dem Entdecker und Gouverneur der Insel Jürgen "Jünnes" Gosch gehören, dessen Biografie im örtlichen Buchladen erhältlich ist. Inzwischen hat man ihm (oder er sich) sogar eine Art Denkmal vor die Haustür gestellt. Noch eine Touristenattraktion!

Bereisen lässt sich die Insel sehr bequem mit dem öffentlichen Nahverkehr, der ja im 9 Euro Ticket enthalten ist. Will man bis an den nördlichsten Punkt der Insel, den Ellenbogen, muss man allerdings Fahrrad oder Auto nehmen, für letzteres ist dann wieder eine Mautgebühr fällig, weil Privatbesitz. Interessant ist das allerdings höchstens für Menschen die Leuchttürme mögen und für Kitesurfer, denn das Badevergnügen wird hier durch gefährliche Strömungen leider verhindert.  

Unbedingt ansehen sollte man sich Kampen, die historische alte Arbeitersiedlung mit den vielen hübschen Reetdachhäusern, die Gouverneur Gosch für seine Fischer und Fischzerleger errichten ließ. Sogar die Bushaltestellen haben hier ein Reetdach, was damals halt ein sehr billiges Baumaterial war, dadurch aber letztlich zur DER Touristenattraktion Sylts wurde.

Erwähnenswert wäre noch das Künsterlokal Kupferkanne, in dem man den weltbesten Blechkuchen bekommen kann, ebenfalls für nur 9 Euro (2 Stück!) aber man sollte 4 mitnehmen, sonst bedauert man das hinterher. Um sich der Kalorien bestmöglich wieder zu entledigen ist ein Spaziergang zum Strand, über die Dünenlandschaft zum Roten Kliff (Touristenattraktion!), keine schlechte Idee. Eine Wanderung ins nächstgelegene Wenningstedt über den Strand verbrennt noch mehr Kalorien, die sich dort leicht in einem von Jünnes Läden wieder auffüllen lassen. Ob Kaviar und Champagner im Juni auch für hartzige 9 Euro angeboten werden wage ich jedoch zu bezweifeln, da sollte man sich vielleicht doch besser eine Stulle einpacken.

Anschließend kann man gestärkt in Westerland einfallen, der Inselhauptstadt. Eine Stadt, die wie keine zweite im dreißigjährigen Krieg unter dem Bombenhagel der Normannen gelitten hat, was man ihr heute noch ansieht. Nur sehr wenig alte Bausubstanz ist noch vorhanden, der Rest ist Beton, dafür immerhin mit vielen Geschäften, in denen man allerhand Tand für garantiert mehr als 9 Euro bekommt, wenn man sich nicht auf Fischbrötchen beschränkt. Damit der (kostenpflichtige!) Strand angesichts des Elends nicht auch noch abhaut, hat man ihn vorsorglich mit Resten des normannischen Bombenhagels gesichert und damit gleichzeitig ein beeindruckendes Mahnmal geschaffen, was wie immer keinen interessieren wird wenn es um Mahnmale geht.

Das Beste an Westerland ist die Straße in den Süden und den Osten, in das Um-Land, nach Tinnum, Rantum, Keitum, Hörnum und Morsum, Orte die wenigstens teilweise noch so aussehen wie sie heißen und im Zuge der Klimakrise ähnlich berühmt werden könnten wie Rungholt. Falls dann jemand ein Gedicht über sie schreiben will mangelt es jedenfalls nicht an Reimmöglichkeiten.

Besonders schade wäre es um das Morsumer Kliff, das zumindest in der Spätnachmittagssonne sehr viel roter leuchtet als das in Kampen und von dem man aus einen guten Blick auf das Spektakel am Hindenburgdamm hätte, wenn sich die Reichen und Schönen an die Schienen ketten, aber die fliegen wohl einfach für mehr als 9 Euro nach Malle solange.


Fotos dazu: List Hafen/Goschdenkmal/Ellenbogendünen/Leuchtturm List-Ost/Ellenbogenstrand/Quermarkenfeuer Rotes Kliff/Arbeitersiedlungen in Kampen/Rotes Kliff/Strand Wenningstedt/Westerland und Strand/Leuchtturm Hörnum/Morsum Kliff/Hindenburgdamm

Musik dazu: Jesse Malin - Glitter In The Gutter/New York Before The War - Jimmy Page & Robert Plant - Walking Into Clarksdale



































Montag, 24. September 2018

Hafenkranservicetechnikerin


















Hafenkranservicetechnikerin mit (wahrscheinlich antikem) Engländer, gesehen am Harburger Binnenhafen. Da sag noch mal einer im Hafen gäb es keine Jobs für Frauen..


Foto dazu: Nikon D7200
Musik dazu: Fischmob - Power

Sonntag, 14. Januar 2018

Kein Cyberzauber

















Alle paar Jahre gönne ich mir eine neue Tastatur, spätestens wenn sich die in langen Jahren gebildete Fettfinger-Staub-Nikotin-Kruste nur noch mit Hilfe von leicht entflammbaren Flüssigkeiten und Spachtel entfernen lässt, das ist einfach zu viel Aufwand. Alle paar Jahre kann man mal 70 Euro investieren für das meistgenutzte Stück Hardware.  

Doch bevor ich auf den Bestellknopf drücken kann, macht mich der Pappenheimer auf eine möglicherweise günstigere Lösung aufmerksam. Man benutzt heutzutage keine Q-Tips mit Alkohol mehr, sondern eine wabbelige Masse namens Cyber Clean, die man einfach nur auf die Tastatur pappen und wieder abziehen soll, schon is allet wieder schick.   

Das klingt so dermaßen nach Cyber-Esoterik, dass sich mir sämtliche Nackenhaare sträuben, ein untrügliches Warnzeichen. Dennoch war ich so blöd bin ich das finanziell überschaubare Risiko eingegangen, habe eine Dose von dem Cyber-Wabbel bestellt und was soll ich sagen, die sträubenden Nackenhaare lagen wie immer richtig.

Das Zeug erinnert ein wenig an Slime und es macht auch fast so viel Spaß damit zu spielen, aber der Reinigungseffekt liegt natürlich im erwartbaren Bereich. Oberflächlich anhaftenden Staub und etwas losen Schmutz zwischen den Tasten kann man damit entfernen, doch am optischen Gesamteindruck einer fünf Jahre alten Tastatur ändert sich dadurch nur wenig.

Alles andere wäre allerdings auch Cyberzauber gewesen.

Bier dazu: Boulevard Brewing - Tank 7 Farmhouse Ale, 8.5%
Musik dazu: Ryan Adams - Prisoner

Mittwoch, 12. April 2017

Viel lernen Du musst, junger Padawan






















Statue eines unbekannten Jedischülers, für die theoretische Ritterprüfung büffelnd.
Möglicherweise aber auch nur einer von Schneewittchens sieben Zwergen.
Oder Francis Kaner, der alte Weißbierschlurch.

Auflösung demnächst, vielleicht.


Foto dazu: Nikon D90, Adobe LR, Silver Efex Pro
Bier dazu: Brew Age Affenkönig, Imperial IPA, 8.2%
Musik dazu: Pat Metheny - Works I

Samstag, 11. Februar 2017

James Dean, Marilyn und der King
















Ob die drei es zu Lebzeiten in das kleine niedersächsische Städtchen Stade geschafft haben ist nicht überliefert, aber beim Anblick ihrer "Doppelgänger" in den Fenstern von Rons Pannekoken-Hus hätten sie sich, genügend Humor vorausgesetzt, vor Lachen auf die Schenkel geklopft. Oder beim nächsten Rechtsverdreher eine Beleidigungsklage eingereicht, was angesichts der nicht so ganz perfekt gelungenen Figuren ebenfalls im Bereich des Möglichen läge. Aber, hey, das ist ein Pannekoken-Hus und kein Wachsfigurenkabinett, als etwas amateurhafte Hommage eines glühenden Bewunderers mag das durchgehen.

Den King hat es dabei noch am Besten getroffen, zwar ist die Stratocaster ein etwas ungewohnter Anblick, aber er hat das Ding tatsächlich ab und zu gespielt. Die Physiognomie erinnert allerdings mehr an eine Comicversion von Elvis auf Speed, was immer noch besser ist als die Mischung aus Wolverine und Heino (ohne Brille), die als James Dean herhalten muss. Ob die lässig im Mundwinkel hängende Kippe und die Lederjacke ausreichende Identifikationsmerkmale gewesen wären, bei diesem Gesicht? Vielleicht noch den Kotflügel eines Porsche 550 Spyder danebenstellen..

Diesbezüglich schien Ron auch nicht ganz sicher zu sein, daher hat er vorsichtshalber die Namen seiner Idole verraten. Bei Marilyn hat man glücklicherweise auf einen Gesichtsrekonstruktionsversuch verzichtet, wäre ganz sicher auch nicht nötig gewesen. Blond, weißes Kleid und Luftzug, das sollte sogar cineastischen Kostverächtern als Erklärung reichen.

Wochenendfoto: Rons Pannekoken-Hus, Stade
Wochenendbier: Buddelship Mr.K, White IPA, 6.7%
Wochenendmusik: Tinariwen - Elwan



Freitag, 29. Juli 2016

Rapunzel has left the building
















Bunthäuser Spitze, Hamburg-Wilhelmsburg. Klick auf Foto macht noch bunter.
 
Rapunzelfoto: HDR/Photomatix Pro 5.0
Rapunzelbier: Kehrwieder SHIPA HBC 431, 7.5%
Rapunzelmusik: Brooklyn Funk Essentials - In The Buzz Bag

Mittwoch, 27. Juli 2016

Achtern Diek..

















..is dat jümmers mol n beten scheef. Licht bestimmt anne Schoop.


Schafschildfoto: Elbinsel, Hamburg Wilhelmsburg
Schafschildbier: Heidenpeters American IPA, 6.5% 
Schafschildmusik: Jackson Browne - Lives In The Balance

Freitag, 8. Juli 2016

Schon wieder 'ne Ecke smarter
















Alle zwei Jahre schließt das Kind einen neuen Mobilfunkvertrag ab, weshalb ich alle zwei Jahre ein "neues" Schmattfohn erbe, dieses Mal sogar eins mit funktionierender Kamera und noch halbwegs aktuell, denn das Galaxy S5 wird immerhin noch verkauft. Für über 300 Euro, dafür mit 16 GB Speicher, von denen ich einen kleinen Teil nutzen darf.  Den Teil, der nicht von überflüssigem Schrott belegt wird wie MyMagazine, das man zwar vom Bildschirm schubsen kann, aber im Hintergrund fröhlich weiter Speicher und Prozessor beansprucht. Wieso man hunderte von Euros für einen Minicomputer ausgeben soll, bei dem man haufenweise unnütze Programme nicht einfach deinstallieren kann, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben.

Natürlich könnte man das rooten, jailbreaken und werweißnochwas, Garantie hat die Funke eh nicht mehr, doch wer zahlt mir die verschwendeten Stunden? Hat schon lange genug gedauert die alten Einstellungen zu übernehmen. Dafür spart man beim zweiten Smartphone wiederum eine Menge Zeit, weil man nur noch die Apps installiert, die man wirklich braucht - und die kann ich inzwischen an einer Hand abzählen.

Naja, an zwei Händen, wenn ich nachzähle. Durch die funktionierende Kamera, die zumindest bei unkritischen Lichtverhältnissen akzeptable Parkplatzfotos macht, hab ich mir doch tatsächlich noch Dropbox installiert, die einfachste Möglichkeit irgendwelchen Kram auf den Rechner oder zurück zu bekommen.

Falls man einen leeren Parkplatz fotografieren möchte.

Smartphoto: Feierabend, Samsung Galaxy S5
Smartbier. Pöhjala Must Kuld, Porter Cherry Edition 7.%, Island, Huh! 
Smartmusik: Garbage - Strange Little Birds


Dienstag, 5. Juli 2016

Kabel? Was für Kabel?
















Wäre ich doch bloß nach Altona gefahren. Aber eine Straßenparade fotografieren, wenn es alle zehn Minuten schüttet wie aus Eimern? Den inneren Schweinehund gerade noch in einer kurzen Sonnenphase überwunden sitze ich im Auto und fahre auf eine immer dunkler werdende Wand zu, die nach sehr sehr viel Regen aussieht. Also doch zurück und Fußball gucken. Unglücklicherweise entschließe ich mich in dem Augenblick zu wenden, in dem ich mich vor dem großen roten Elektromarkt befinde. Wenn man schon mal hier ist...

..kann man die fünfte Staffel Game of Thrones als BluRay mitnehmen, die kostet hier 3 Euro weniger als bei den Amazonen. Und wenn ich heute Abend schon Schland gegen Italien gucken muss, dann wenigstens mit Sound, diese dünn schnarrenden Quäken in den modernen Flachbildschirmen sind einfach ein Graus. Also Soundbar, unkompliziert, passend, wireless, fertig. Wireless? Jaaa, sagt der Verkäufer, doch schon, aber um die Steckdose käm man halt noch nicht herum. Strom ist nicht das Problem..

Da wäre auch gerade etwas passendes im Angebot, mit einer DVD von der MANNSCHAFT dabei. 54-74-undsoweiter, die großen Erfolge. Hurra! Guck ich mir im Leben nicht an, aber vielleicht freut sich der Fanladen über so etwas. Passt aber preislich und ist von LG wie meine Glotze, das heißt keine weitere Fernbedienung auf dem Tisch. Bestes Argument ever, also Karton geschultert und ab nach Hause. Knapp 190 Euro, auf der STAMP in Altona hätte ich maximal ein paar Münzen für 'ne Kumpir gezahlt, scheiß Wetter.

Das wird wie auf Kommando wieder sonnig, als ich den Karton auspacke, die reinste Verarsche heute. Geht so weiter, denn das erste was mir entgegenrollt sind ein paar Batterien, für die beiliegende Fernbedienung. Muss ich das Ding auch nur einmal benutzen geht der ganze Krempel wieder zurück, das ist mal sicher. Das zweite ist die Kurzanleitung in Googledeutsch: Drahtlos Sound Bar (Tonleiste).
Anleitungen zu den erweiterten Funktionen finden in der Bedienungsanleitung, die sie unter www. readthefuckingmanual. com herunterladen können. Logisch, wer sich eine Tonleiste leistet hat auch Internet. Aber was kann in einer Tonleistenanleitung schon groß stehen, das Teil hat gerade mal drei Knöpfe...

Zum Beispiel, dass der Subwoofer zwar drahtlos kommuniziert, die Tonleiste jedoch nicht. Schließen sie die Sound Bar an das Fernsehgerät über ein optisches Kabel an. Ach was. Warum ist dann keins dabei? Wäre deutlich sinnvoller gewesen als eine DVD über vergangene Glanztaten der Nationalmannschaft, deren abendliche Glanztat gegen Italien ich dafür ohne vernünftigen Ton gucken muss. Auch wenn sich hier im Laufe der Jahre schier unendliche Mengen an Kabeln angesammelt haben und ich so ziemlich Alles mit Allem irgendwie verbinden kann, ein optisches Kabel ist noch nicht darunter.

Damals™ bei den Transistorradios waren die Batterien nie enthalten, aber sie hatten wenigstens eine Antenne.




Kabelfoto: LGs fast kabellose Tonleiste
Kabelbier: Pöhjala Uus Maailm, San Diego Session IPA, 4.7%, Island. Huh!
Kabelmusik: Neko Case, k.d. lang & Laura Veirs - case/lang/veirs




 

Dienstag, 14. Juni 2016

FlieWaTüüt?
















War mein erster Gedanke, aber das ist natürlich Blödsinn. Das Ding kann niemals Fliegen, dass es sich länger als ein paar Sekunden über Wasser hält ist äußerst unwahrscheinlich und nach längerer Betrachtung bin ich selbst beim Tüüt nicht mehr sicher.

Sollte der Motor allerdings tatsächlich mit Himbeersaft oder Lebertran laufen, dann fliegt und schwimmt das bestimmt auch irgendwie.

Bahnhof? Klick.


Nach ersten Recherchen ist das eine fahrbereite Skulptur des Künstlers Knud Plambeck, ein Muldenkipper von Twaight mit Pettermotor, vom Schrott gerettet, Ventile neu eingeschliffen und auf Pinnenlenkung umgebaut. Mehr Objekte von Knud Plambeck findet man hier.


FlieWaTüütfoto: Harburger Binnenhafenfest 
FlieWaTüütbier: Rügener Insel-Brauerei, Insel Saison, 5.5%
FlieWaTüütmusik: Ejigayehu 'Gigi' Shibabaw - Gold & Wax

Mittwoch, 8. Juni 2016

Keine Angst vor Moscheen
















Im Urlaub hab ich mir die Dinger mal näher angesehen und festgestellt, ist auch nix anderes als Kirche. Die Türme sind etwas schlanker und statt Bim-Bam um sechs gibt's arabisches Gejodel um fünf, dafür wird es wenigstens nicht stündlich wiederholt. Statt auf harten Holzbänken zu sitzen muss man auf einem weichen Teppich (garantiert echt Orient) knien und natürlich vorher die Schuhe ausziehen, woran man sich erinnern sollte bevor man morgens seine Socken aussucht.

Das war es dann auch schon fast mit den Unterschieden. In beiden sitzen überwiegend alte Männer, die einen unsichtbaren Schöpfer irgendwo im Himmel anbeten, den Inhalt steinalter Bücher für der Weisheit letzten Schluss halten und an ein Paradies nach dem Tode glauben, weshalb viele es für überflüssig halten, dieses Paradies jetzt und hier schon zu erschaffen.

Also alles ganz normal :D

Moscheefotos: Moscheen von Avsallar (1,4) und Çeltikçi (2,3)
Moscheegetränk: Hendricks Gin & Tonic
Moscheemusik: Garbage - Not Your Kind Of People



Donnerstag, 19. Mai 2016

Haarige Aussichten

















Sehen? Wieso sollte ich was sehen wollen? Ich spiel mein Instrument blind Digga!

Eradicator, Thrash Metal aus Olpe, woll und Apewards aus Marburg, live auf dem Immecke Open Air 2016.

Haariges Getränk: Bulldog Dry Gin & Tonic
Haarige Musik: Faithless - Sunday 8PM / Saturday 3AM





 

Donnerstag, 5. Mai 2016

Hamburg ist überall
















In einer kleinen türkischen Stadt wie Avsallar dürften die Mieten deutlich günstiger sein als z.B. auf dem Hamburger Kiez. Wobei sich dieser Vergleich eigentlich verbietet, denn Avsallar hat zwar einiges zu bieten, aber ganz sicher kein Rotlichtviertel.
Dafür eine original Hamburger Tätowierstube mit angeschlossenem Nagelstudio, in das die Touristen während der Hauptsaison ganz sicher in Scharen strömen werden. Strömen müssen, denn in den Stunden die wir gegenüber in Bakis Sportsbar saßen um Fußball zu gucken (und das waren einige Stunden), sah das nicht wirklich nach einer glänzenden Geschäftsidee aus.
Es sei denn man hält es für eine glänzende Idee, den ganzen Tag in der Sonne zu sitzen, Tee zu trinken, Saz zu spielen und mit den Nachbarn zu klönen. Auf jeden Fall machte der Chef dort einen ungeheuer entspannten Eindruck, trotz oder wegen der nicht vorhandenen Kundschaft. Möglicherweise habe ich einfach nur den falschen Job, ich hätte vielleicht tätowieren lernen und in die Türkei auswandern sollen.

Von den Türken kann man ohnehin eine Menge lernen, unter anderem wie man garantiert unkaputtbare St.Pauli Tags an Strommasten anbringt. Sollte man versuchsweise mal in Stellingen einführen.

Hamburgtattoofotos: Avsallar, Türkei
Hamburgtattoogetränk: Bombay Sapphire, Schweppes Tonic, Eiswürfel
Hamburgtattoomusik: Underworld - Barbara Barbara, We Face A Shining Future














Dienstag, 5. April 2016

Der Lappen
















Hurra, da ist sie wieder, die Erlaubnis ein Kraftfahrzeug mit Antrieb durch Verbrennungsmaschinen zu führen, auch kurz Führerschein genannt.

Bestimmt seit mehr als zehn Jahren war er in den Untiefen einer der vielen Dokumentenschubladen verbuddelt und wurde nie gebraucht, nicht einmal bei Kontrollen der Ordnungsmacht großartig angemahnt, obwohl das Nichtmitführen laut Bußgeldkatalog immerhin 10 Euro kosten soll. Will man allerdings eine Probefahrt machen, um zu sehen ob das neue Auto auch zu den Hosenträgern passt, muss man ihn vorweisen, den Lappen. 

Diesen Namen hat meiner jedenfalls noch verdient, quasi ein Museumsstück, das nicht einmal ein Liter ausgelaufene Fanta und die Trocknung in spanischer Sonne gänzlich zerstören konnte, nur die Stempel haben damals etwas gelitten. Ob ich nicht mal daran gedacht hätte mir einen neuen zu holen, fragt der freundliche Händler, aber dafür müsste man zum Verkehrsamt. "Ausschläger Weg?" sag ich, "da fährt doch keiner freiwillig hin." Ich erinnere mich an stempelbewaffnete Beamte hinter schusssicheren Scheiben mit Sprechschlitz und ein Rohrpostsystem wie in den 50er Jahren in Vadderns Büro, aber ganz so schlimm soll es nicht mehr sein, inzwischen hätten die dort auch Computer.

Da der Lappen jetzt wieder in der Schublade verschwinden wird kann ich mir das allerdings auch sparen, zwei Fragen bewegen mich aber doch, nachdem ich das Ding wiedergefunden habe.
Hieß der Lappen eigentlich auch schon vor 1933 Führerschein - und kann ich damit auch Elektroautos fahren, wo doch im Text explizit von Verbrennungsmaschinen die Rede ist?

Lappenbier: Anchor IPA, 6.5%, Anchor Brewing San Francisco
Lappenmusik: Jason & The Scorcherss - Halcyon Times


Dienstag, 23. Februar 2016

Fraktalgemüse
















Mathematische Vitamine? Hat es doch früher nicht gegeben so etwas. Wenn Muddi was gekocht hat, dann Blumenkohl, Kohlrabi, Erbsen und Möhren, Rot- Weiß- oder Rosenkohl, mit viel Pech Spinat, aber kann sich irgend jemand an so etwas wie Romanesco erinnern? Dieses seltsam grüne Spiralzeugs? Sieht schon völlig unnatürlich aus der Kram, das KANN überhaupt nicht gesund sein.

Wenn ich Mathematik essen will, dann allenfalls ein Mandelbrot.

Fraktalfotos: Tokina AT-X 2.8/100mm Makro
Fraktalbier: Von Freude Ale Primeur, 5.8%
Fraktalmusik: Fraktus - Welcome to the Internet





Freitag, 8. Januar 2016

Schnee von gestern
















"Überraschung" ruft Petrus, "ich kann doch noch Winter!" Das kommt davon, wenn man vier Stunden vor Feierabend die Jalousien runterfährt. Man kriegt nix mit, aber es muss kurz darauf angefangen haben zu schneien und es fällt immer noch in dicken Flocken vom Himmel. Der heftige Wind hat den Rest erledigt, der Parkplatz ist eine weiße Dünenlandschaft, meine Karre der letzte farbige Fleck, jedenfalls das, was noch unter dem Schneemantel herausguckt. Mindestens vier Zentimeter Schnee überall, nur an den flachen Stellen, die Dünen weit höher und alles ist völlig unberührt, keine Fuß- oder Reifenspuren weit und breit. Ich würde mich glatt darüber freuen, hätte ich Kamera und Stativ dabei, so überwiegt leider der negative Aspekt: ich hab immer noch Sommerreifen drauf.

Der Vorteil sehr großer und sehr leerer Parkplätze liegt allerdings auf der Hand, man kann prima Parkplatzrallye fahren und mal gucken, wie sich die Sommerreifen so verhalten auf dem Untergrund. Sobald ABS und Traktionskontrolle ausgeschaltet sind funzt auch die 180° Wende mit angezogener Handbremse wunderbar, ich komm mir vor wie Walter Röhrl. Trotzdem ist so eine Traktionskontrolle nicht übel, wenn man in einer Schneewehe feststeckt zum Beispiel. Schneewehen! Winter! Morgen geh ich raus, Winter fotografieren!

Doch Petrus, der alte Scherzkeks, macht mal wieder einen Strich durch die Rechnung. Nur noch Schnee von gestern und der ist, sieht man etwas genauer hin, sogar im Kern ganz schön verdreckt. Mal ganz abgesehen davon, dass die innere Struktur eines schmelzenden Schneeballs nicht annähernd die feine kristalline Struktur echten Gletschereises besitzt, weshalb ich unbedingt mal wieder nach Norwegen muss, aber das ist ein anderes Thema..


Schneefotos: Schnee von gestern, Tokina 100mm Makro
Schneebier: Ratsherrn Lumberjack Winter Ale, 5.5%
Schneemusik: Townes Van Zandt - The Nashville Sesions