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Sonntag, 8. September 2019

Abgerechnet wird zum Schluss



















Eine Stunde steht man in der Küche um sich lecker Biryani zu köcheln, mit Shrimps, Huhn, Cashews, Rosinen und allem was so dazu gehört, nur um hinterher bei der Kalorienzählerei von der App die fette Rechnung zu bekommen. Der Pfanneninhalt hat locker 1700 Kalorien, dabei habe ich das zum Braten notwendige Ghee noch nicht einmal eingerechnet und das Zeug haut garantiert doller rein als Butter. Immer der gleiche Ärger mit dem Lieblingsfutter, genau wie die 1300 Kalorien beim Pflaumenpfannkuchen, sollte man nicht allzu oft machen.

Glücklicherweise ist die veranschlagte Menge ausreichend für zwei Tage und 872 Kalorien hören sich nicht mehr ganz so übel an, vor allem wenn das Frühstück dafür etwas schmaler ausgefallen ist.

Vor ein paar Monaten hätte ich noch nicht im Traum daran gedacht meine Kalorienzufuhr zu überwachen, doch die moderne Technik macht das inzwischen relativ einfach. Als Junior mit Lifesum um die Ecke kam, war ich durch die simple Bedienung schnell überzeugt. Lebensmittel einscannen und *zack* hat man (meist) exakte Ergebnisse, jedenfalls solange das Lebensmittel einen Barcode besitzt. Bei frischen Zutaten guckt man einfach mal in die große Internetdatenbank, der Arbeitsaufwand hält sich jedenfalls in Grenzen und ein bisschen mehr auf die Ernährung achten kann nicht schaden.

Unterwegs mal eben das kleine Hüngerchen mit einem "Premiumburger" von Macces bekämpfen überlegt man sich nämlich zweimal, wenn man feststellt, dass der auch nicht besser schmeckt als der Rest, nur für eine knappe Stunde sättigt, aber dafür mit fast 900 Kalorien zu Buche schlägt. Ein paar leckere Merguez vom Grill und dazu Pommes aus dem Ofen? Auch 900. Mayo auf die Pommes verdoppelt das Ergebnis. Ben & Jerrys kaufe ich, wenn überhaupt, nur noch in kleinen Bechern, weil ich bei 500ml gerne mal die Beherrschung verliere und sich 1225 Kalorien nur noch kompensieren lassen, wenn man sich den Rest des Tages von Feldsalat ernährt.

Sehr praktisch ist es, dass man seine eigenen Rezepte eingeben kann, gerade bei öfter gekochten Lieblingsrezepten fällt nur einmal kurz etwas Arbeit an, die man locker erledigt während der Reis kocht oder der Makkaroniauflauf mit Schinken im Ofen ist, den ich jetzt auch etwas seltener machen werde. 

Dabei stößt Lifesum leider an seine Grenze, will man mehr als zwei Rezepte speichern muss man zur Bezahlversion greifen, die in der günstigsten Variante jährlich 40 Euro kosten soll. Die Alternative kommt - ausgerechnet - von Under Armour, womit ich jetzt das erste Mal ein Produkt dieser Firma nutze. Für MyFitnessPal kann man zwar auch Geld ausgeben, die wichtigen Grundfunktionen sind aber in der kostenlosen Version nicht limitiert und die Werbung nervt nur so mittel, da kann man mit leben.    

Die Nahrungsmitteldatenbank soll über 300.000.000 Einträge haben, was mich nicht wundert, denn durch den regen Datenaustausch kennt die inzwischen auch den Slawischen Brotschmaus meines lokalen Edekahökers.

Der ist übrigens ziemlich lecker auf frischem Dinkel-Kürbis Brot vom Backhus. Ist alles in der Datenbank, kann man alles mal essen. Abgerechnet wird dann zum Schluss. 

Foto dazu: Biryaniphone - Canon SX 
Musik dazu:  Ahmedou Ahmed Lowla - Terrouzi

Montag, 4. Dezember 2017

Chefberater für Küchenluschen














Es gibt tatsächlich noch Menschen, die von meinen (lange nicht mehr ausgeübten) Fähigkeiten in der Küche schwärmen. Doch, wirklich. Gerade erst wieder gehört. Das sind die Leute, für die ich früher im Urlaub so grandiose Sachen wie Chili con Carne oder Spaghetti Bolognese gezaubert habe, manchmal sogar ein Gumbo aus Flusskrebsen oder, gegen einigen Widerstand, immerhin einmal Labskaus.

Alles Dinge, die jeder senile Trottel in der Küche hinbekommen sollte, weil man die Zutaten nur in der richtigen Reihenfolge in den Topf schmeißen und ordentlich umrühren muss. Solange man beim Kauf dieser Zutaten auf Qualität achtet, kann eigentlich nichts schiefgehen. Vorausgesetzt natürlich, man hat für das entsprechende Gericht auch die wirklich passenden Ingredienzen gefunden und vertraut nicht auf irgendein Dingsbums-Fix aus der Tüte.

Um dabei ganz sicher auf der richtigen Seite zu sein fragt man am besten Mutti. Die eigene, nicht Merkel. Ist Mutti nicht greifbar und die richtigen Kochbücher nicht im Schrank, hilft der Chefberater aller Küchenluschen im Netz: Chefkoch.de. Tolle Rezeptsammlung für jeden Schwierigkeitsgrad, sogar für Leute die zu doof sind hartgekochte Eier zu pellen.

Entsprechend viel abstruser Blödsinn selbsternannter Küchenkünstler wird dort natürlich auch veröffentlicht, aber wenn man alle Rezepte ignoriert in deren Zutatenliste Ketchup, Miracel Whip, Maggi, Fondor und ähnliches Zeug aufgeführt werden, kommt man einem vernünftigen Ergebnis schon recht schnell näher. So findet man bestimmt an die dreißig Rezepte für Coleslaw auf den Seiten, aber nur eins das mich wirklich überzeugt hat.

Auf der Suche nach neuen Küchenexperimenten hab ich mich dessen erinnert und mich gefragt, ob der Herr oder die Dame mit dem Nick "quargl" noch etwas taugliches beisteuern konnte und siehe da, das Nudelgericht *Wüstensonnenuntergang* klingt zwar irgendwie seltsam, aber schon die Liste der Zutaten ist recht vielversprechend. Zumal ich gereiften goldenen Tequila im Haus habe, den muss ich nicht extra kaufen.

Viel Knoblauch und ein wenig Chilischärfe mit ganz viel Koriander, Tequila, Limettensaft und ein paar Hühnerbrüste würfeln? Kann man mal machen. Lohnt sich am Ende auch, obwohl ich für den frischen Koriander nach Winterhude zu Stani musste, weil hier im Umkreis von zehn Kilometern keiner das Zeug hatte, aber ja, war lecker. Würde ich, trotz des relativ hohen Aufwandes, sogar irgendwann noch einmal machen.

Ein paar merkwürdige Ungereimtheiten sind mir trotzdem wieder einmal aufgefallen, aber die werden sich wohl nur klären lassen, falls "quargl" das hier zufällig eines Tages lesen sollte:

Arbeitszeit: ca. 25 Min.

Ernsthaft? Das brauche ich alleine für Knoblauch und den Koriander.

Die Nudeln bissfest kochen.

Ja, irgendwann. Wenn abzusehen ist, dass sich der Wüstensonnenuntergang seiner Fertigstellung  nähert. Nudeln brauchen zehn Minuten. Der Rest wesentlich länger, weil:

Vom Koriandergrün gut die Hälfte nehmen und mit dem Knoblauch und den Jalapenos in 2 EL Butter 5 Minuten anbraten. Den Hühnerfond, Tequila und Limettensaft angießen; aufkochen lassen und so lange weiterkochen, bis alles beinahe zu einer Paste wird, beiseite stellen.

Bei der angegebenen Flüssigkeitsmenge kann das eine halbe Stunde vor sich hinköcheln, ohne dass das jemals zu einer Paste wird, am Ende bleibt halt das Grünzeugs übrig. Warum man Fond, Limettensaft und Tequila vollständig verkochen sollte wird mir auch nicht ganz klar, weshalb ich das irgendwann abgebrochen habe, die Hühnerteile waren eh soweit.

Geschmeckt hat es trotzdem.

Fotos dazu: Samsung S5 Galaxy
Bier dazu: Ratsherrn Lazy in Red, Red IPA, 6.7%
Musik dazu: Shpongle -  Are You Shpongled?/ Tales Of The Inexpressible




Dienstag, 11. November 2014

Endlich reich













Hurra, ich bin Millionär! Also, beinahe jedenfalls, es sind "nur" 935.470 Euro, weil ich den großen Gewinn aus Bonos Lotto Programm (ich wusste gar nicht dass der jetzt auch Lottogewinner sponsert, da kann man mal sehen wie viel diese Rockmusiker verdienen) mit 27 anderen glücklichen Gewinnern teilen muss.
Das steht jedenfalls in der "Offiziellen Gewinn Mitteilung" die ich direkt VON SITZ DES PRASIDENTEN bekommen habe und wie käme ich dazu das anzuzweifeln, wenn die Mail direkt von nem Präsidenten kommt. Präsidenten sind über jeden Zweifel erhaben, weiß ich doch selbst. Jetzt muss ich nur noch meinen Anspruch-Agenten Luis Garcia kontaktieren, der für die Sicherheitsfirma arbeitet die auf mein Geld aufpasst. Sorgen muss ich mir nicht machen, denn die Kohle ist namenversichert, da kann eigentlich nichts schiefgehen.

Ein wenig beeilen muss ich mich trotzdem, denn wenn ich das Geld nicht bis zum 29.11. abgeholt habe bekommt es das MINISTERIO DE ECONOMIA Y HACIENDA. Das hört sich zwar an wie aus einem Lucky Luke Comic abgeschrieben, gibt es aber tatsächlich. Und wer gönnt schon seine schwer erschwindelte verdiente gewonnene Kohle einem Ministerium?
Morgen werde ich jedenfalls meinem Chef die Meinung geigen, die Klamotten packen und mir bei Aldi eine ganze Kiste feinsten Champagner holen. Das muss gefeiert werden.

Feiern mit: Eno & Hyde - High Life

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Wischdings


















Smartphone? Braucht kein Mensch hab ich immer gesagt, sag ich auch heute noch. Wenn ich nicht den alten Knochen von Junior geerbt hätte, das alte Handy wäre bis zum technischen Exitus weiter in Betrieb gewesen. Aber nu, wo man so etwas schon mal hat...
Jetzt kann ich auch auf sonem Ding rumwischen wenn ich in der Bahn sitze, ist bestimmt angenehmer auf ein Display zu gucken als in die Gesichter der ganzen Leute die auf ein Display gucken. Man fällt in der Masse nicht so auf.

Und es ist tatsächlich manchmal nicht unpraktisch, weil mir die Öffi-App nach dem letzten Heimspiel überraschend mitteilt, ich möchte doch eine Station früher aussteigen. Da muss ich nicht auf einen Bus warten und bin fünfzehn Minuten eher zu Hause, wäre ich von alleine nie drauf gekommen. Ein Stadtplan kann nützlich sein, wenn man sich in einem sehr sehr großen Park befindet und das drohende Unwetter keine aufwändige Suche des abgestellten Autos mehr zulässt. Und auf dem nächsten Flug in den Urlaub kann ich mir zwei Tatorte reinziehen, wenn der Akku überhaupt zwei Tatorte durchhält. Aber sonst?

Sonst ist es ein Zeitfresser, genau wie auf neuen Notebooks muss man erst den ganzen Müll deinstallieren den man nicht braucht. Dann bastelt oder klaut man ein anständiges Hintergrundbild in der passenden Größe und natürlich muss Hans Albers auch wieder drauf, was nicht so einfach ist weil ich den Klingelton nur auf dem toten Handy habe, also muss die mp3 neu geschnitten werden. Das Telefonbuch darf ich immerhin vom Chip installieren, warum danach alle Einträge doppelt sind ist mir zwar nicht klar, aber besser 50 Einträge löschen als 50 eingeben müssen.

Dann braucht man ein paar Apps, weil so ein Schmattfohn ja ohne Apps nix is. Also im Forum lesen was die Gemeinde so empfiehlt und feststellen, brauche ich (fast) alles nicht. Öffi für den Nahverkehr, Maps für ausgedehnte Spaziergänge, ein paar Fußballapps, Firefox - und natürlich die Apps, die man braucht um das Ding halbwegs zu kontrollieren.

Bleiben noch die Spiele, immer noch besser beim Arzt im Wartezimmer eine Runde zu zocken als den Locus lesen zu müssen, nur weil die spannenden Arztromane vergriffen sind. Aber guckt man sich das Angebot näher an bestehen 80% aller Spiele aus der Herausforderung, drei oder mehr farbige Luftballons/Edelsteine/Früchte/sonstwas in eine Reihe zu schieben oder irgendwelche Vögel durch hektisches antippen des Displays in der Luft zu halten. Ich bin zu alt für so'n Scheiß und für eine Runde Online-Skat habe ich so wenig Zeit wie für Quizspiele.

Ich brauche auch kein Whatsappgedöns, wer meine Nummer hat kann mich auf dem Ding anrufen, ich ruf unter Umständen sogar zurück, denn die 300 Minuten pro Monat der "Flatrate" verbrauche ich sonst nicht in einem halben Jahr.

Der hauptsächliche Einsatzzweck hat sich jedenfalls bisher nicht geändert, als Wecker ist das Ding sogar besser als das alte Handy. Was allerdings auch am neuen Weckton liegen mag.

Aus dem feinen Album von Ian Dury & The Blockheads - New Boots And Panties



Sonntag, 13. April 2014

Eine Frage der Einstellung





Es ist schon unglaublich was man für Verrenkungen machen muss, damit Gugel einem nicht in die Bilder pfuscht. Zwar werden die Fotos alle automatisch in Picasa Webalben gespeichert, doch in Picasa selber lassen sich, auch wenn man sich da anmeldet, keine Einstellungen machen. Man muss tatsächlich bei Gugelplus ein Konto eröffnen, sein Blog mit diesem Konto verknüpfen und dann in den Einstellungen die Häkchen für "Bildverbesserung" entfernen.

Dumm nur, dass Gugelplus sich bei der Anmeldung überaus restriktiv verhält, sobald es um den Namen geht. Es gibt zwar bei dem Laden schon vier Namensvettern von mir, aber Zaphod Beeblebrox will er partout nicht anerkennen. Es gibt ein Problem mit ihrem Namen. Tja, diese Klarnamenpflicht fand ich schon immer überaus bescheuert, wenn ich mich rücksichtslos durch das Internet pöbeln will ist es völlig egal, ob ich mich dabei Habakuk Tibatong nenne oder Gernot Schulze. Ob ich Beiträge in einem Forum oder Blog ernst nehme entscheidet sich am Geschriebenen, nicht am Namen des Schreibers.

Daher werde ich mich weiterhin im Netz als Zaphod Beeblebrox zu Wort melden und Erwin Lindemann auf seinem toten Gugelpluskonto versauern lassen, bis die sich wieder neuen Blödsinn ausdenken gegen den man sich wehren muss.

Wichtig ist einzig, dass ich mich ab heute nicht mehr über automatische Bildverschlimmbesserungen aufregen muss, deswegen gibt´s dazu ein schönes Beispiel aus der Reihe "Der Frühling wird bunt" (partiell).

Auch bunt, nicht nur partiell: Tamikrest - Chatma

Donnerstag, 10. April 2014

Entwicklungshilfe













Handbücher liest kein Mensch, zumal man sich Handbücher meistens kaufen müsste. Kauft man sich einen Fernseher, einen Computer oder einfach nur Software, liegt da meistens ein dreiseitiger Zettel mit den ersten Schritten bei und ein etwas dickeres Büchlein mit den Garantiebedingungen in 55 Landessprachen, das war´s. Wer mehr wissen will guckt auf die beiliegende CD, wer Glück hat findet dann ein Handbuch als pdf vor, doch selbst daran wird heute gerne gespart.

Infolgedessen durchsucht man das Internet nach Tipps und Tricks, lädt sich Handbücher als pdf von der Herstellerseite oder guckt nach Lehrvideos. Zu Lightroom zum Beispiel findet sich bei Adobe einiges an Material und auch bei youtube habe ich etliche mehr oder weniger nützliche Videos gefunden, weil es immer ein paar freundliche Menschen gibt, die ihr Wissen kostenlos weitergeben.

Einem dieser freundlichen Menschen widme ich heute diesen Blogpost, weil ich dermaßen begeistert bin von seiner Webseite, dass ich die allen fotobegeisterten Mitmenschen (mit einem zumindest rudimentären Verständnis der englischen Spache) wärmstens ans Herz legen möchte. Wer mit Lightroom, Photoshop oder Photoshop Elements arbeitet findet dort jede Menge Entwicklungshilfe.

Anthony Morganti ist Fotograf und Grafiker aus Buffalo/NY, hat recht früh das Hobby zum Beruf gemacht, irgendwann kurz vor dem Burnout das Handtuch geschmissen und 30 Jahre keine Kamera mehr angefasst. Gott sei Dank hat ihn die Fotografie nie ganz losgelassen und er ist irgendwann dem Reiz des digitalen Zeitalters erlegen.

Auf seiner Seite Learn Photography with Anthony Morganti finden sich inzwischen über 30 Lightroom Tutorials, vom kurzen Einstieg bis zu detaillierten Erklärungen der einzelnen Tools und Möglichkeiten,  Lightroom Plugins wie Photomatix, HDR Efex Pro, Silver Efex Pro, alles dabei. Wenn jemand etwas spezielles erklärt haben will macht er auch gerne Wunschvideos, was dazu führen kann, dass er sich mit dem Buchmodul beschäftigen muss und sich das erste mal für 60$ ein Fotobuch bestellt. Das Ergebnis fand er dann auch ganz okay, war aber nicht gerade Werbung für den Laden mit dem Adobe da in den USA verbandelt ist.

Wenn man sich einmal an das einleitende "Hey Guys, this is Anthony Morganti from anthonymorganti dot com" gewöhnt hat bekommt man einen fantastischen Erklärbären, der nicht nur in jedem Schritt erklärt, warum er was macht, sondern in späteren Videos auch, warum er das irgendwann doch anders macht, weil man ja selber nie auslernt bei der ganzen Geschichte. Denn erst wenn man den Leuten erklären soll, wie das mit dem Importieren und der Dateiverwaltung am besten funktioniert in Lightroom, stellt man fest, dass man sich vielleicht selber mal Gedanken darüber machen sollte.

Ob es kurze Videotutorials über gezielte Anpassungen mit Gradationskurve und HSL-Panel sind, oder die Frage gestellt wird wie man eine Nachtaufnahme entwickelt, Tony macht alles. Wenn er keine Nachtaufnahme hat geht er auch eben los und knipst schnell mal eine, wenn die völlig unterbelichtet ist macht das nichts, da können die Leute gleich mal sehen was man alles falsch machen kann.

Sehr viele Leute wollten genauer wissen was sie besser machen können und haben Tony ihre Fotos geschickt, für die Reihe Photo Critiques, in der er dann Verbesserungen oder Veränderungen vorschlägt, wobei ihm eins ganz besonders wichtig ist: Entwickel deinen eigenen Stil. Tu nichts so, nur weil ich es tue.
Nachher waren das so unglaublich viele Leute dass die Tutorials darunter litten, deswegen macht er das jetzt leider nicht mehr. Ich finde solche Seiten einfach immer zu spät.

In den inzwischen über 170 Photo Critique Videos findet man aber trotzdem haufenweise Anregungen, kann sehen welche Fehler man selber schon gemacht hat, aus Fehlern anderer lernen und manchmal findet man, wie Tony, unglaubliche Aufnahmen von 15jährigen Kids wie Aaron, bei denen man sich denkt, wow, das ist cool. Wie krieg ich das auch hin?



Musikalische Entwicklungshilfe: Dirtmusic - Lion City

Donnerstag, 20. Februar 2014

Noch 'ne Petition
















Onlinepetitionen sind schwer in Mode. Seit ich mich bei Campact registriert habe, um irgend etwas wichtiges zu unterzeichnen (was dann von der Bundesregierung trotz weiterer 250.000 Stimmen schlicht ignoriert wurde), werde ich mit einer Flut von Mails bombardiert. Am laufenden Band wird man auf neue Petitionen aufmerksam gemacht. Manche sind durchaus sinnvoll, daher habe ich auch die Petition gegen die Privatisierung der Wasserversorgung unterzeichnet und den Appell gegen den Verkauf von persönlichen Daten durch die Meldeämter, aber inzwischen gibt es für jeden Blödsinn eine Onlinepetition. Ernst nehmen kann man das kaum noch, daher landen Mails von change.org, campact oder onlinepetition.de inzwischen im Spamordner. Sollte es tatsächlich noch einmal etwas furchtbar wichtiges zu unterzeichnen geben wird mich mein politisch korrekter Freundeskreis sicher drauf hinweisen. Ob es hilft ist natürlich eine andere Frage.

Denn Mutti und ihre Rasselbande werden das ähnlich interessiert zur Kenntnis nehmen wie bisher, was in Neuland passiert. Das ZDF wird Markus Lanz sicher nicht entlassen, weil ein paar tausend Nasen sich über sein "Interview" mit Sahra Wagenknecht so unglaublich aufregen, dass sie sich der Mühe eines Mausklicks unterziehen. Ehrlich gesagt ist es mir auch völlig Wumpe, denn wer sich für diese inhaltsleere Laberbacke vor den Fernseher setzt hat es nicht besser verdient.

Mittlerweile kann jeder Kasper eine Petition starten, vom Wutbürger bis zum homophoben LehrLeerkörper. Für jeden Geschmack ist etwas zum unterschreiben dabei, von der Rettung historischer Hühnerställe bis zur Aufforderung an Heidi Klum, sie möge doch in ihrer Magermodelsendung über Magersucht aufklären. Es gibt sogar Erfolge zu verzeichnen. Bei der Vorratsdatenspeicherung nicht gerade, aber das Hotel Erbprinz verzichtet zukünftig auf französische Gänsestopfleber und führt dafür "faire" Gänseleber aus Italien ein. Hurra. Welch ein Fortschritt.

Und neulich lese ich, der Gerhard von der Gegengerade, der hat jetzt auch eine Onlinepetition am Start. Er möchte erreichen, dass die Rückennummer 17 nach dem Karriereende von Fabian Boll beim FC St.Pauli nicht mehr vergeben wird. Mann, denk ich, DAS ist jetzt wirklich ein wenig überzogen. Eine Onlinepetition, meine Güte, wie albern.
Ein wenig albern ist er ja öfter, aber wenn man das so liest, dann ist es dieses Mal sein voller Ernst. Er hat jedenfalls einen Haufen guter Argumente am Start.

Natürlich melden sich auch gleich ein paar mit Gegenargumenten, schließlich wird die 21 schon nicht mehr vergeben und so wahnsinnig viele Nummern gibt es im Fußball nicht, außerdem hätte man bei diesem und jenem dann auch die Nummer nicht mehr vergeben dürfen und überhaupt - ist diese "Tradition" nicht ursprünglich irgend so ein Amischeiß?

Mir egal, selbstverständlich habe ich unterschrieben. Ich kann nicht anders, ich bin befangen. Das einzige Fußballtrikot das ich je besessen habe (außer meinen eigenen in grauer Vorzeit) trägt die 17. Eine andere Nummer wäre nie in Frage gekommen. Am Ende der Saison werde ich das erste mal in meinem Leben eine Tapete basteln und sie wahrscheinlich hinterher nicht lesen können weil jemand massig Zwiebeln schneidet im Stadion. Sentimentaler Scheiß? Ja bitte.

Zwölf Jahre. Das ist eine Zeitspanne, in der andere Profis mindestens drei verschiedene Vereinswappen küssen beim Torjubel. Das hatte Boller nie nötig, weil jeder wusste, was es ihm bedeutet hat hier zu spielen. Bei dem Verein, bei dem er vorher als Fan in der Gegengerade stand. Für Boller war jedes Spiel bei "seinem" Verein ein Geschenk, und ebenso reichlich hat er zurückgezahlt, von der dritten Liga bis in die erste und (fast) wieder zurück, wenn es eine Konstante in dieser Zeit gab um die man sich keine Gedanken machen musste, dann war das Fabian Boll.

Wenn die Mannschaft einen Rückstand gedreht hat, dann war es oft genug Bollers Präsenz auf dem Platz, sein schier unglaublicher Wille, der die Truppe mitgerissen hat. Gegen Rostock, oder gegen Dresden, wo er kurz vor der Pause den Anschlusstreffer erzielt und die Jungs auf dem Weg in die Kabine auf die zweite Halbzeit einschwört. Nach Spielen in der Bundesligasaison lief er mit Eiswickeln um die kaputten Füße herum, weil sie nicht mehr in die Schuhe passten. Boller war immer da wenn es brannte, ob auf dem Platz oder in der Fanszene, man konnte sich beinahe darauf verlassen, dass der "Bulle" der einzige ist, der bei der "Bullen aus der Kurve" Diskussion die richtigen Worte findet, um die Gemüter zu beruhigen.  

Und dann wäre da noch sein oft knochentrockener Humor, der ist einfach unschlagbar. Es findet vielleicht nicht jeder in Hamburg lustig, dass er weiß wo Mordor liegt, aber mein Humorzentrum trifft er immer. Voll. Es gibt keine Interviews über die ich mich mehr freue, als über die mit Fabian Boll in der Vereinsflimmerkiste. Da muss ich meist schon grinsen bevor ich den Knopf gedrückt habe. Ob sich das Abo nach seinem Karriereende noch lohnt wird ganz davon abhängen, in welcher Funktion er dem Verein erhalten bleiben wird.


In meinen gut 40 Jahren als Fan dieses Vereins habe ich eine auch nur annähernd ähnliche Karriere nicht erlebt. Ich hatte immer meine Lieblinge, Walter Frosch, Volker Ippig, Thunder Zander oder Sonny Wenzel. Aber wenn ich irgendwann noch einmal eine Jahrhundertelf wählen darf, dann weiß ich jetzt schon, welcher Name dort als erstes auftaucht. Und wenn wir in den nächsten zwanzig Jahren noch einmal das unglaubliche Glück haben sollten, so einen Spieler in unseren Reihen zu haben, dann können wir gerne über die nächste Rückennummer reden.

Boller ist Sankt Pauli und 17 bleibt BOLL!


Geschrieben unter dem Einfluss der Black Seeds - Solid Ground & other Stuff

Montag, 30. September 2013

Hakuna Matata














Was auf den ersten Blick aussieht wie eine Liebeserklärung auf Swahili, von Maleika und/oder Kumi, könnte natürlich auch Werbung für Walt Disneys Musical König der Löwen sein. Möglicherweise auch für Urlaub in Kenia oder Sansibar, wobei ich momentan Letzterem den Vorzug geben würde, denn übersetzt heißt das so viel wie "Es gibt keine Probleme" und das lässt sich von Kenia gerade nicht behaupten.
Vielleicht ist es auch nur der Text des Liedes, aber wer sollte amerikanische Musicals auf Swahili übersetzen und warum?
Leider lässt sich dieses Rätsel nicht mit herkömmlichen Mitteln lösen, so nett der Service von xLingua auch ist, entweder ist die Datenbank nicht ausreichend mit Swahili gefüttert oder der Kreidekünstler leidet unter einer veritablen Rechtschreibschwäche, denn auch Google vervollständigt das alles ein wenig anders.

Kann man nur hoffen, dass wenigstens die Aussage stimmt. Da bin ich allerdings recht zuversichtlich, denn vorerst hat es ein Ende mit der Scheißsechstagewochenackerei und ich kann langsam wieder anfangen zu leben. Gleich Mittwoch fang ich damit an und der Pappenheimer wird mir dabei helfen.

Wird sicher anstrengend, daher hilft momentan noch Marce Lacouture - La Joie Cadienne

Dienstag, 6. August 2013

Mal ehrlich, liebe Phisher












Ich hab schon deutlich schlechtere Phishingversuche im Postfach gehabt, da hat scheinbar doch jemand die Hauptschule abgeschlossen. Links verbergen ist ebenfalls keine ganz schlechte Idee, das kriegen viele phishende Kollegen immer noch nicht gebacken.
Aber solange ihr Standard mit t schreibt glaub ich euch nix.

Ich glaub an Rod Picott - Welding Burns und freu mich affig auf das Konzert im Oktober.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Der zensierte Bademeister















WiFi auch auf dem Hotelzimmer, das hört sich gut an, ist aber meistens so schlapp, dass man nach wenigen Minuten schon die Lust daran verliert. Das Netbook habe ich eigentlich auch nur mitgenommen um Fotos zu sichern, was ich mangels Zeit dann doch nicht getan habe. 

Trotzdem war ich gewillt, der Forderung des Pappenheimers nachzukommen, wenigstens ein kurzes Lebenszeichen von mir zu geben und ihn über die Verwendungsmöglichkeiten eines vor dem Urlaub im Fanshop erstandenen "Multifunktionstuches" aufzuklären, dass meinen Schädel vor zu viel Sonneneinstrahlung bewahren sollte.

Hat auch prima geklappt, also das mit dem Schutz des Schädels vor zu viel Sonne. Das mit dem Internet leider nicht, denn in der Hotellobby war die Geschwindigkeit zwar recht anständig, aber nur auf anständigen Seiten. Mein Blog gehört scheinbar nicht dazu, auch nicht die Blogs der Kollegen, alle unanständig, vermute ich. 

Daher gibt es die Multifunktionstuchaufklärung leider etwas verspätet und auch die Reiseberichte werden ein wenig dauern, denn es sind 1176 Fotos zu sichten und sorgfältig auszuwählen, was ich so schnell nicht schaffen werde, denn dank der selten dämlichen Abflugzeit von 6:15 bin ich inzwischen seit weit über 36 Stunden auf den Beinen und als allererstes muss ich jetzt mal für längere Zeit ins Bett.

Vorab nur soviel: die Prinzessin wollte nach nur zwei Tagen schon dort wohnen bleiben und auch der Rest war, aus vielen verschiedenen Gründen, sehr angetan. In die Türkei muss ich wohl noch öfter mal.

Allein schon, um die Schwimmtechnik des besten Kindes von allen zu perfektionieren. Die Geschwindigkeit ist dank der "Hai und Krokodil" Spielereien schon recht beachtlich.


Donnerstag, 16. Mai 2013

Feel free to klei mi ann Mors!













Oscar Wilde scheint äußerst beliebt zu sein in Polen, oder wie ist es sonst zu erklären, dass ausgerechnet ein steinalter Blogeintrag in den letzten Tagen in den Fokus polnischer Spammer geraten ist? Während sich die Spambots aus Asien auf das Rock'n Roll Altersheim eingeschossen haben und dort fleißig versuchen für blaue kleine Helferlein zu werben (immerhin kann ich da einen Zusammenhang erkennen), enthalten die Texte der polnischen Spambots durchweg sinnloses Geschwafel. 
Und während die Asiaten relativ schnell aufgeben, sobald sie merken dass der Spamfilter funktioniert, versuchen es polnische Bots bis zu fünfmal hintereinander, natürlich auch erfolglos.

Ich wusste es ja schon immer, Software aus Polen ist einfach nicht ausgereift.

Ausgereift: The Orb (feat. Lee Scratch Perry) - The Orbserver in the Star House

Montag, 25. Februar 2013

alea iacta est















Herrschaftszeiten, was ist das für ein Akt heutzutage eine vernünftige Pauschalreise zu suchen. Mein alter Herr war ein wahrer Meister im wälzen von Urlaubskatalogen, der hat das ganze Jahr nichts anderes gemacht und auch immer die richtigen Perlen gefunden. Die Fallstricke in den Hotelbeschreibungen hat er mir schon vor dreißig Jahren haarklein erklärt, da wenigstens fall ich auf nichts mehr rein. Der konnte zu jedem denkbaren Urlaubsland die richtige Gegend für den perfekten Urlaub nennen, kannte jeden Reiseführer auswendig.  Leider fehlt mir die Beratung heute, dafür gibt es jetzt Onlineportale.

Darunter natürlich jede Menge Spacken, also sollte man sich vor dem Urlaubsziel erst einmal das richtige Reiseportal aussuchen und nicht nur bei den nächstbesten suchen. Hab ich natürlich versäumt, die Idee kam mir erst am letzten Tag, nicht einen Tag zu spät.

Beim Reiseziel allerdings bin ich umgefallen, muss ich gestehen. Aus rein persönlichen Gründen schwebte mir ja immer eine Familienzusammenführung in Portugal vor, aber wenn man zu viert in den Urlaub fährt muss man sich hinterfragen, ob der eigene Traumurlaub auch für den Rest ein ähnliches Vergnügen wäre. Wer weiß schon, ob die Gören Lust haben andauernd die Tante in Silves zu besuchen, nur weil Opa da im Garten so gerne chillt. Obwohl, Rotweineis ist natürlich immer ein Argument, wenn man das mal gegessen hat. Und die beiden Lütten mal zusammen zu sehen war auch ein reizvoller Gedanke, aber es war halt meiner. Einer von vielen, der mich viele Wochen grübeln ließ.   

Letztlich wäre das aber ein ziemlich anstrengender Urlaub gewesen, und unter Urlaub verstehen die meisten Menschen gerade das Gegenteil. Allein der Flug über Brüssel mit drei Stunden Aufenthalt hat mir nicht behagt, dann der Stress mit Selbstverpflegung, jeden Abend ins Auto setzen müssen um ins nächste Restaurant zu fahren, sogar zum Strand braucht man das Auto. Wobei der Atlantik um diese Zeit nicht mal wirklich angenehm ist. Ich glaub Portugal geb ich mir lieber alleine, das ist einfach entspannter ohne Kinder.

Also hab ich mich auf das erschlagende Angebot der Reiseportale gestürzt und nach Hotels mit Komplettbespassung, vernünftig großen Familienzimmern und ähnlichem gesucht. Maximaler Komfort halt, wenn ich schon mal so einen Pauschalurlaub buche. Es gibt Unmengen davon, ob auf Mallorca oder sonst wo, und in allen erdenklichen Preislagen. 5 Sterne Superschuppen mit Villen in Hanglage (Meerblick) und gewaltigen Poolanlagen, die mit gleich 20 Rutschen protzen. Für'n Appel und n Ei. Wär ich beinahe drauf reingefallen, das Angebot stach direkt ins Auge. Im Urlaub will ich aber nicht laufend den Berg hoch latschen und drei Kilometer bis zum Strand sind selbst mit dem Shuttlebus zu viel. Immerhin hat der Schuppen meine Aufmerksamkeit auf die Türkei gerichtet, da wollte ich immer schon mal hin.
Und die ist es jetzt auch geworden, ich hab die richtige Gegend gefunden glaub ich. Weil ein Arbeitskollege da seit ein paar Jahren eine Wohnung hat, die halbe Firma schon in der Ecke gewesen ist und alle begeistert waren, das hat eine andere Aussagekraft als Onlineportalbewertungen. Geht doch nichts über Tipps aus erster Hand.

Die Gegend bietet außer der Prinzessin noch genug schicke andere Motive für meine Kamera, da gibt es Stauseen, Flüsse, Wasserfälle, Amphitheater und alte Märkte, genug Umgebung für ein paar nette Fototouren. Und das Hotel hat außer Wasserrutschen auch noch Trampoline, das wird der Lütten extrem gefallen und meine Speicherkarten schnell füllen schätz ich. 

Da ihre erste Frage heute war, ob das der Urlaub ist wo man ganz viel Nachtisch, Eis und Kuchen umsonst essen kann, war die Entscheidung vielleicht nicht so verkehrt. Außerdem muss ich so nur die Kamera laufend mit rumschleppen und nicht noch dauernd das Portemonnaie zücken.

Dank der Entscheidung, in letzter Minute noch mal nachzusehen was Stiftung Warentest für Onlineportale empfiehlt, der Berücksichtigung dieser Testergebnisse, und dank einer richtig netten telefonischen (kostenlosen) Beratung hab ich das am Ende sogar noch mit Direktflug bekommen, daran bin ich vorher laufend gescheitert. 

Das einzige was mir grad ein wenig stinkt, ich verpass dadurch eines der wahrscheinlichen Konzerte des Jahres und muss mich mit der CD begnügen: Emmylou Harris & Rodney Crowell - Old Yellow Moon
 

Freitag, 18. Januar 2013

Ein Fremdwörterbuch und andere Änderungen















Nach zwei Jahren musste ich die Blogrolle mal etwas umorganisieren, denn leider haben sich einige meiner Favoriten aus dem Bloggerleben verabschiedet. Dafür sind gerade im Fußballbereich einige dazugekommen, was das ganze für mich langsam etwas unübersichtlich machte, denn hauptsächlich dient das Ding dazu, mich selber über Updates meiner Lieblingsblogs zu informieren.
Folglich hab ich den Fußballbereich deutlich erweitert und abgetrennt, den Rest bereinigt, und weil sich die wenigsten Leser für Blogrollen interessieren nutze ich diese Gelegenheit, euch explizit auf ein fremdwoerterbuch von Kübra Gümüsay aufmerksam zu machen, das ich seit einigen Monaten regelmäßig lese. Die Dame ist Kolumnistin bei der taz, ihr Blog dürfte also schon bekannter sein, zumindest bei taz-Lesern. Außerdem war sie 2011 für den Grimme Online Award nominiert, müsste also auf etlichen Best-of-Internet Listen auftauchen. So etwas lese ich leider nicht, daher hab das erst vor einigen Monaten zufällig entdeckt und finde das ganz fantastisch. Völlig egal ob sie über Medien, Internet, Politik, Gesellschaft, Feminismus, Islam, Filme, Kunst, Musik oder Kultur schreibt, oder einfach nur einen gefilmten Reisebericht mit großartiger Musik unterlegt, ganz fantastisch.

Außerdem unglaublich spannend, die Sichtweisen einer in Hamburg geborenen und in England lebenden praktizierenden Muslimin mit türkischen Wurzeln kennenzulernen, Islam und Feminismus hab ich ehrlich gesagt vorher nicht in einen Zusammenhang bringen können.  
Das, finde ich, sollten viel mehr Menschen lesen als es wahrscheinlich ohnehin schon tun, es könnte helfen verkrustete Denkstrukturen zu lockern. Und manchmal ist es auch nur ungemein lustig und unterhaltsam.

Ähnlich wie Richard Thompson - Live at Celtic Connections 2012

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Parkschildrückseitenwerbung hilft, manchmal















Mit Taiji und Qigong kann man in Eimsbüttel scheinbar kein Geld verdienen, das Interesse an der Adresse hielt sich auf jeden Fall in engen Grenzen. Dass sich niemand die Telefonnummer abreißen wollte könnte natürlich auch etwas mit den 130 Euro zu tun haben, die als Preis für einen 10tägigen Einführungskurs aufgerufen wurden, oder mit der sehr versteckten Platzierung, auf der Rückseite des Eingangsschildes zum Unna-Park.
Trotzdem kann Werbung auch an solchen eher ungewöhnlichen Orten den Umsatz ankurbeln, wenn das richtige Wort den richtigen Leser anspringt. Nein, nicht Taiji und auch kein Qigong, ich meditiere mit anderen Hilfsmitteln, aber - Hochklappdings? Was, zum Geier, ist ein Hochklappdings?

Vor 20 Jahren wär man wohl dumm gestorben, aber heute gibt es ja das Internet, das Internet weiß alles. Unter anderem auch, dass Hochklappdings ein Song von Phrasenmäher ist, erschienen auf der CD "Sehr verstörte Damen und Herren". Dass Phrasenmäher eine Hamburger Band ist, die außer Hochklappdings noch einen Haufen anderer lustiger Texte auf Lager hat und dass man, wenn man sich das Anhördings für 15 Euro bestellt, auch noch ein Ansehdings dazu erhält.
Wer auch immer das Aufklebedings da angepappt hat, er war mindestens einmal erfolgreich damit, ich habs bestellt. Vorgestern aus dem Briefkasten gefischt und festgestellt, dass die Songs zwar ganz lustig, aber die Musik nicht so meins ist. Was ich wiederum hätte wissen müssen, wenn mein Gedächtnis nicht so furchtbar mies wäre. Denn die hab ich doch tatsächlich 2010 auf dem Wutzrock Festival live gesehen, was ich eben anhand der Fotos verifizieren konnte. Die haben also damals schon keinen sehr tiefen Eindruck hinterlassen bei mir, was ich nicht unbedingt nur negativ bewerten würde, denn bleibenden Eindruck hinterlassen bei mir nur sehr gute oder sehr schlechte Bands, an die erinnere ich mich noch Jahrzehnte später.
Wer für Pop mit deutschen Texten etwas übrig hat, der wird die Jungs mögen.

Ich halte mich im Moment lieber an Los Lobos - Kiko

Sonntag, 25. September 2011

Ein Stern in der Trabantenstadt














Als ich in Hamburg aufwuchs gab es Norderstedt noch nicht, das wurde erst am 1. Januar 1970 durch den Zusammenschluss von vier Vorstadtgemeinden gegründet. Seither klebt diese Stadt irgendwie am Nordrand Hamburgs. Später habe ich zwar ein paar Jahre noch weiter nördlich gewohnt, aber trotz einiger Freunde aus dieser Ecke bin ich dort nie wirklich rumgekommen. Einen wirklich hervorragenden Griechen gab es mal, aber das ist lange her. Immerhin Segeberger Kennzeichen, besser als PI oder WL. Aber sonst?

Für mich ist Norderstedt immer die Trabantenstadt geblieben, der einzige Grund nach N-Town zu fahren wäre ein Besuch bei Freunden, aber die meisten wohnen dort schon längst nicht mehr.

Nur einem Zufall hab ich es zu verdanken, dass Norderstedt wieder auf meinem Radar aufgetaucht ist. Auf der Suche nach Konzertterminen von  Tish Hinojosa stolperte ich über den Musicstar.
Soso, Norderstedt hat also einen Liveschuppen, kaum zu glauben. Bisher hielt ich die Trabantenstadt für kulturelles Ödland, so kann man sich täuschen. Hab ich auch gleich wieder vergessen, bis vor ein paar Tagen.

Was für ein unglaubliches Glück, dass ich dann doch mal nach der Webseite gesucht habe. Der Laden müsste das reinste Paradies für mich sein. Rod Picott, Anne McCue, Gurf Morlix! Gurf Morlix! Und alles immer schön am Wochenende. Seltsamerweise stehen keine Eintrittspreise auf der Seite, aber die sollte eh mal überarbeitet werden. Sieht fast so aus, als sollte ich in nächster Zeit öfter nach N-Town fahren. Daher war ich auch recht gespannt auf den Laden, wer immer das Booking da macht, der liegt voll auf meiner Wellenlänge.

Und so hab ich tatsächlich mal wieder die Stadtgrenze überquert, direkt am Marktplatz jede Menge freie Parkplätze gefunden und den Musicstar gesucht. Und gesucht. Gesucht. Und gesucht.
Man muss in N-Town einfach in kleineren Maßstäben denken. Aber das hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht für möglich gehalten. Einkaufszentrum Tiefparterre mit Wendeltreppe und Anschluss an die Cafeteria. Eine Bühne, auf der zwar eine Band spielen kann, sofern sie gerne miteinander kuscheln, und ein Zuschauerraum in etwa der gleichen Größe. Drei Reihen Stühle vor der Bühne, mit den drei Stühlen an der Seite zusammen vielleicht 18 Sitzplätze, alle reserviert. Dazu vielleicht 10 Stehplätze, ab 15 wirds enger.

Von den knapp 30 Menschen im Raum sind gleich 5 für Technik zuständig, 3 Videokameras, Mischpult für die Anlage, Bildregie. Der Chef kündigt Rod Picott an, der Chef ist Nummer 6. Das muss Wolfgang sein, der Mann mit dem Musiksachverstand.
Womit hat der Rod Picott hergelockt? Den kennt doch hier kein Mensch, wer guckt sich den an, außer mir? Das offensichtliche Stammpublikum, das Wolfgangs Musikgeschmack vertraut. Alles so in gesetzterem Alter, ich falle nur auf, weil ich der Neue bin. Denn auf die Frage, wer denn heute das erste mal hier wäre, meldet sich außer mir nur noch eine Dame in der ersten Reihe. In der, neben den Kameramännern, auch offensichtlich Familienangehörige der Kameramänner sitzen. Bis in die zweite Reihe, es sei denn, die beiden Damen haben nur den gleichen Friseur. Rotwein und Bier sind die vorherrschenden Getränke, mehr Rotwein bei den Damen.
Bei denen hat Rod nach 5 Minuten schon schwer einen Stein im Brett, entpuppt er sich doch als äußerst sympathischer und unterhaltsamer Charmebolzen, der nach einhelliger Meinung der Mädels auch noch aussieht wie der hübschere Zwillingsbruder von Dr.House. Singen kann er auch besser. Begleitet wird er von Rob van Duuren auf der Pedal Steel, mehr oder weniger improvisiert, sie kennen sich erst seit zwei Tagen. Klappt aber. Ebenso mit dem Mann an der Mundharmonika, der wohl zu den Stammgästen gehört, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Auf jeden Fall war er nebenbei für den CD Verkauf zuständig.
Obwohl ich Rod Picott sehr mag war ich skeptisch, wie immer bei solchen Konzerten. Wenn die Kommunikation mit dem Publikum nicht klappt, dann kann ein Mann mit Gitarre leicht zu einem Langweiler werden, sind die Songs auch noch so gut. Aber hier klappt alles, das ist Bildungsbürgertum, mit denen kann man kommunizieren. Songwriter haben ja häufig ein paar Geschichten zu ihren Songs auf Lager, Dr.House Rod Picott  hat es auch im Nu geschafft alle damit zu fesseln. Charmebolzen halt, obwohl er ja nicht der Typ ist, der lustige Lieder schreibt. Aber eins hat er doch mal geschrieben, das wollte er uns nicht vorenthalten.
Nach zwei Sets a 40 Minuten war der Mann dermaßen durchgeschwitzt, als hätte er gerade einen Marathon hinter sich. Da half auch nicht der stete Griff zum wunderbar riechenden Handtuch, da konnte er nicht genug von kriegen. In Amerika kennt man scheinbar keine frühlingsfrischen Weichspüler, fragt deutsche Hausfrauen! The hardest sweating man in Showbiz. Er war jahrelang nur die Nummer zwei, aber dann ist James Brown gestorben. Am Ende hätten ihn nach den zwei Zugaben trotzdem alle gerne geknuddelt glaube ich, ganz besonders die Damen.

Ich hab mir lieber meine momentane Lieblingsscheibe signieren lassen. Die ist manchmal richtig traurig, aber wunderschön. Ich hätte mir Still i want you bad wünschen sollen, ich Idiot. Fällt mir jetzt auf.
Kann ich nur jedem empfehlen: Rod Picott - Welding Burns

In der Pause ging ein Sparschwein rum, das Geld bekommt der Künstler. Hochgerechnet könnte er wahrscheinlich nicht mal den Flug davon bezahlen, keine Ahnung wie das geht. Aber ich freu mich, dass sowas geht, dafür zahl ich auch gerne etwas mehr.
Der Laden sieht mich wieder, definitiv. Anne McCue fällt leider aus, aber Gurf Morlix!
Gurf Morlix!
Kennt auch keiner, was? Tja.



Dienstag, 24. Mai 2011

Luxus mit kleinen Abstrichen














Die erste Woche mit spontanen Abstechern und eher grob geplanter Route war anstrengend, hat aber trotzdem unglaublich viel Spaß gemacht. Zumal wir uns den Luxus erlaubt haben, auf keinen Fall an der Unterkunft zu sparen. Eigene Zimmer, Küche und Dusche im Haus sind nach langen Touren sehr empfehlenswert. Um diese Jahreszeit ist es glücklicherweise kein Problem in Norwegen eine angenehme Wohnmöglichkeit zu finden, es gibt überall freie Hütten auf den Campingplätzen, von der spartanisch eingerichteten Billigversion für Wanderer, mit lediglich zwei Schlafstellen unter dem Dach, bis hin zum Blockhaus für 6 Personen, mit Küche, Bad und mehreren Zimmern. Einige unserer Schlafgelegenheiten hatten fast schon Ferienhauscharakter.
Und sie hatten Internetzugang, selbst in der abgelegensten Ecke.

Ausgerechnet unser fest gebuchtes Ferienhaus, das wirklich fast alles an Annehmlichkeiten für die zweite Woche bereithält, ist in dieser Hinsicht eine Pleite. Trotz freier Zimmerwahl für die inzwischen auf 6 Personen angewachsene Bande, 2 Wohnzimmern, davon eines mit Fjordblick, Riesenküche, Sauna, Motorboot (nicht das auf dem Foto) und eigener Grillhütte vor dem Haus (besonders praktisch bei Stromausfall und strömendem Regen) und einem gewaltigen Balkon, der im ersten Stockwerk um das halbe Haus herumführt, gibt’s statt 5 Sternen nur 3 ½.
Kein Internet gibt dicke Abstriche.

Die selten dämliche Webseite, die behauptet hat in Norwegen wäre Prepaid Internet über UMTS auch für Touristen überhaupt kein Problem, muss das in Oslo ausprobiert haben. In Sandnes ist es schon schwierig jemanden zu finden, der weiß was das ist. Der Mensch bei Staples wollte uns einen Router verkaufen und der Mann im Hi-Fi Laden kannte ein großes Einkaufszentrum vor der Stadt, in dem es möglicherweise drei Geschäfte gibt, die sich damit auskennen. Etwas fitter war die ältere Dame in der Tourismuszentrale, die von einem McDonalds mit Hotspot wusste und von einem Geschäft für Mobile Phones.
In dem hätten wir dann einen Stick mit Simkarte kaufen können, für 500 Kronen. Die Karte alleine nur nach telefonischer Nachfrage, das würde aber zwei Tage dauern mit den Papieren. Hätte ich das alles letzte Woche geahnt, dann wäre so ein Ding hier schon vor unserer Ankunft im Briefkasten gewesen, schließlich hab ich gute Verbindungen nach Oslo.

So wird das wohl vorerst der letzte Eintrag aus Norwegen bleiben, ich kann leider nicht darüber schreiben, wie sich das Angelduell zwischen Mr.T und der einzigen Dame im Haus entwickelt (Zwischenstand 2:0 für die Dame), ihr werdet nicht erfahren ob ich es tatsächlich gewagt habe auf den Preikestolen zu wandern, auch nicht wie lange die letzte Flasche Jack Daniels noch gereicht hat und mehr Fotos von Wasserfällen, Fjorden und Gletschern wird es wohl auch nicht geben.
Jedenfalls nicht hier im Blog, denn schießen werde ich noch einige. Morgen ist Lysebotn und der Lysefjord geplant, vielleicht komm ich für die letzten beiden Einträge ja bei McDonalds vorbei. Dem mit dem Hotspot.


Freitag, 25. März 2011

Das ist der HAMMER!!!
















Und der kommt von einer jungen Lehrerin! Nicht!
Dafür per Kettenmail, von Leuten, die es immer noch nicht geschnallt haben, woran man einen Hoax erkennt. Viel schlimmer als die mangelnde Rechtschreibung und der kreuzdämliche Text ist aber, dass diese Ausländer raus Scheiße auch noch aus tiefster Überzeugung verteilt wird. Schon nach dem ersten Absatz wusste ich, was mich für ein Dreck erwartet, dementsprechend schnell wurde mir auch übel und mein Blutdruck ist jetzt schon wieder in ganz ungesunden Bereichen, wo ich das hier schreibe.

Sucht man im Web nach diesem Machwerk finden sich nicht nur schnell Hinweise auf den Hoax, sondern auch Unmengen an positiven Kommentaren an den Forenstammtischen. Ich krieg dann schon das kotzen, wenn Sätze anfangen mit "Ich bin ganz bestimmt kein Nazi/Ausländerfeind/whatever," um mit einem hintergehängten "aber..." sofort das Gegenteil unter Beweis zu stellen. Da nutzt auch der Hinweis auf den netten integrierten türkischen Gemüsemann nichts, bei dem man immer seine Avocados kauft. Fangt mal an zu denken, verdammt.

‚‚Im Namen Gottes' ist unser nationales Motto. Das ist nicht irgendein politischer Slogan der rechten Parteien. Wir haben dieses Motto angenommen, weil christliche Männer und Frauen diesen Staat nach christlichen Prinzipien gegründet und entwickelt haben. 

Die beste Antwort dazu stammt ausgerechnet aus einem Gamerforum: Ich speie einen Strahl.
Da sag noch mal einer was gegen die Jugend. Dort wurde dieser Schwachsinn auch sofort entlarvt, der peinliche Rest hat es mehr oder weniger abgefeiert, teilweise sogar noch als der Ursprung bekannt wurde.
Wenn man nur ein paar Foren überfliegt, kann man nicht so viel essen, wie man kotzen möchte.

Gott ist nun mal Teil unserer Kultur. Wenn Sie das Kreuz in der Schule empört, oder wenn Ihnen der christliche Glaube nicht gefällt, dann sollten Sie ernsthaft erwägen, in einen anderen Teil dieses Planeten zu ziehen, er ist groß genug.

Mir gefällt der Gedanke, alle Vollidioten würden ganz friedlich auf einen anderen Teil des Planeten ziehen.  Leider sind es immer erst die Vollidioten, die versuchen alle anderen rauszuschmeißen.
Und wenn die "lieben Ausländer" schon über so wichtige Teile unserer Kultur informiert werden, warum nicht gleich vollständig?
Blut und Boden, Bier und Bratwurst, hätte doch alles noch Platz gehabt in dem Pamphlet. Damit der Muselmane mal unsere Sitten und Gebräuche zu schätzen lernt. Wir essen hier Schwein.

Schade, dass man Mails nicht an einen Stein binden und zurückwerfen kann, an der richtigen Stelle getroffen hilft es vielleicht, ein paar Verkrampfungen zu lösen.

Gegen hohen Blutdruck gibt es James McMurtry -  Just Us Kids

Freitag, 11. März 2011

Die Rückkehr der Mulis
















Vor fast 30 Jahren schon wurde auf meinem Fernseher der Planet Irata ausgebeutet, ein ums andere mal saßen wir an den den Joysticks um Claims abzustecken, Energie und Nahrung zu gewinnen und um nach Erzen und Diamanten zu schürfen, die wir anschließend auf Auktionen möglichst gewinnbringend zu versteigern hofften.
M.U.L.E. (Multiple Use Labor Element) war die Bezeichnung des mechanischen Monstrums, das uns dabei zur Verfügung stand und auch gleichzeitig der Name des Computerspiels, eines der wenigen Spiele, das die vier Joystickports des Atari 800 ausnutzte.
M.U.L.E. hat in vielerlei Hinsicht Computergeschichte geschrieben, es war eine der ersten Multiplayer Wirtschafts- und Aufbausimulationen in "Echtzeit". Von dem Spiel wurden zwar nur 30.000 Exemplare verkauft, aber jeder hatte es, laut Wikipedia ist es bis heute eines der drei meistkopierten Spiele der Geschichte. Wenn ich die alte Kiste in den letzten Jahren tatsächlich wieder mal an den Fernseher angeschlossen habe, dann nur um mal wieder eine Runde M.U.L.E. zu zocken, denn das ist eines der wenigen alten Spiele die immer noch Heidenspaß machen, trotz der für heutige Verhältnisse bescheidenen Grafik. Stammt eben noch aus einer Zeit, in der man nicht durch Effekte ablenken konnte. Man musste mit Ideen und langfristigem Spielspaß überzeugen.
Eine Umsetzung für den Amiga war geplant, scheiterte aber an frühzeitiger Insolvenz der Programmierer, die sich mit einem eigenen Label übernommen hatten. Dafür gab es einige schlecht geklaute Umsetzungen von Billigfirmen, die alle nicht überzeugen konnten. Häufigstes Manko war der Multiplayermodus, denn die Gegner bei den Auktionen in der letzten Sekunde aufs Kreuz zu legen, die ganzen fiesen Tricks, das war nur mit den vier Joysticks des Atari möglich.

Vor ein paar Wochen habe ich dann mal wieder recherchiert, in der Hoffnung einen gewitzten Shareware Programmierer zu finden, der sich des alten Klassikers angenommen haben könnte. Das Ergebnis der Nachforschungen war dann noch weit besser als erhofft, man kann das inzwischen im Netz spielen, auf Planet M.U.L.E. Das Original, keine schlaffe Nachahmung. Die Grafik ist nur wenig verfeinert worden, was natürlich potenziellen Nachwuchs an neuen Spielern eher gering halten wird.
Dafür spielen die Freaks dort höchstwahrscheinlich schon seit Jahren nichts anderes mehr, ich seh keine Schnitte. Die sind  mir stets drei Monate voraus und ich kann spätestens nach sechs Monaten keine Mulis mehr bezahlen, weil meine ganze Kohle für Nahrung draufgeht. Die spielen Taktiken, die ich nicht für möglich gehalten habe, jedenfalls hat damals von uns keiner versucht so zu spielen.

Ich muss dringend Werbung machen und Nachwuchs an einen Klassiker heranführen, ich brauch ein paar Anfänger für ein erstes Erfolgserlebnis. D.A.N., J.I.M. und B.I.L.L. schlag ich immer noch, das trainiert aber nicht so richtig.

Ich werd jetzt noch eine Stunde mein Glück versuchen, so lange läuft BoDeans - Joe Dirt Car zur Untermalung. In einer Stunde werde ich meistens auch schon vernichtend geschlagen, passt ja.

Donnerstag, 3. März 2011

Zwangsverbindung
















Vor ein paar Monaten lagen haufenweise O2 Surfsticks auf dem Grabbeltisch bei Saturn, inklusive eines Gutscheins über 5 Tage gratis surfen, für nur 15 Euro. Da das Gerät auch noch ohne SIM-Lock angeboten wurde, habe ich den quasi geschenkten Stick mitgenommen, ohne das Angebot bisher zu nutzen. Bei meinem Congstar Stick muss ich im Notfall nicht erst Freischaltcodes freirubbeln, haufenweise Nummern eingeben und auf eine SMS zur Bestätigung warten, dazu benutze ich mobiles Internet ohnehin sehr viel seltener als ich ursprünglich mal angenommen hatte.
Das hat man inzwischen auch bei O2 bemerkt und mir die wichtigen Informationen zugeschickt, die ich wohl in dem Wust der Geschäftsbedingungen übersehen haben muss. Man sollte in solchen Läden nicht kurz vor Geschäftsschluss schnell einen Vertrag unterschreiben, wieder was gelernt. Damit ich weiterhin mobil surfen kann, soll ich mein Guthabenkonto spätestens bis zum 23.3. aufladen, sonst sieht man sich im Einklang mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen gezwungen, das Vertragsverhältnis zu beenden.
Kurios dabei die Begründung: Die Vorhaltung unserer Internetdienstleistungen ist für uns mit hohen Kosten verbunden, wir können diesen Service daher nur Kunden anbieten, die innerhalb von 6 Monaten ihr Guthaben aufgeladen haben. Mit anderen Worten: Es ist uns egal ob Sie surfen der nicht, aber zahlen müssen Sie trotzdem. Alle 6 Monate. Schließlich halten wir Frequenzen bereit und die Dame, die im Rechenzentrum ihren Computer an das Internetz anstöpselt, muss ja auch bezahlt werden..  

In diesem Moment fiel mir auch wieder ein, warum ich damals die Prepaidkarte für mein Handy nicht bei O2 geholt habe, aber eigentlich ging es mir ja auch nur um den Surfstick. Jetzt grübel ich eigentlich nur noch, ob ich die 5 Tage gratis surfen bis zum 23. noch ausnutze, oder die Rubbelkarte gleich durch den Schredder jage. Da die geplante Wochenendtour nach Köln ohnehin ausfällt, werde ich in diesem Monat sicher kein mobiles Internet benötigen.
Vorher muss ich aber doch noch einmal das Kleingedruckte raussuchen, nicht, dass ich mich bei dem SIM-Lock auch noch verguckt habe.

Derweil höre ich schon wieder etwas von meinem momentanen Favoriten:
Alejandro Escovedo - Bourbonitis Blues

Freitag, 11. Februar 2011

Auf der Suche nach Bullshit
















Bei Bildblog haben sie mal wieder ein augenscheinlich nützliches Tool verlinkt, den BlaBlaMeter, mit dem man testen kann wie viel Bullshit in seinem Text steckt. Oder in den Texten anderer Leute.
Da musste ich natürlich spontan meine eigenen Texte mit überprüfen, ohne auch nur einen Gedanken an ein eventuell niederschmetterndes Ergebnis zu verschwenden. Hätte natürlich gewaltig ins Auge gehen können, aber mit einem Bullshit Index von 0.09 (Ihr Text zeigt keine oder nur sehr geringe Hinweise auf 'Bullshit'-Deutsch) kann ich gut leben, damit liege ich immerhin noch unter dem Eingangstext der BlaBlaMeter Webseite. Ich werd das Blog also nicht einstellen, auch wenn mal ein paar Ausreißer bis 0.2 dabei sind.

Als nächstes musste ich meine Lieblingswortakrobaten mal auf Bullshit abklopfen. Matt Wagner liegt bei 0.15, es sei denn er will das revolutionäre Schnurtelefon™ an den Mann bringen, die Tücken der Werbung schlagen dann gleich mit 0.58 zu Buche. Die Qualität der Texte scheint also schon mal kein Kriterium zu sein.
Frl. Krise hätte ich eine deutlich höhere Wertung zugetraut, allein schon das Vokabular, vallah! 
Aber auch da sieht es mit 0.12 bis 0.2 ziemlich gut aus. Frau Nuehm erreicht fabelhafte 0.08,  die liebe Frau Nessy sogar 0.03. 
Ich lese also überwiegend hochwertige Blogs mit sehr geringem Bullshitanteil, was  mir wohl bewusst war, daher würde ich den ersten Test des BlaBlaMeters als gelungen bezeichnen.

Fehlt die Gegenprobe. Als erstes Negativbeispiel fällt mir Franz Josef Wagner ein, der sollte die 1.0 doch locker knacken können. Sein Brief an das liebe Ehepaar Guttenberg erzielt magere 0.14, nur geringe Hinweise auf Bullshit Deutsch. Sein Brief an die liebe Gorch Fock sogar nur unfassbare 0.04.

Womit eine These sich immerhin erhärtet hat, die Qualität der Texte ist kein Kriterium.

Von Norbert KotzKörzdörfer finden sich nicht genug zusammenhängende Sätze, und für Kai Diekmann hab ich irgendwie nicht mehr die Nerven. 
Die Rettung naht in Gestalt unseres Außenministers. Guido Westerwelles Rede vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarats riecht schon deutlich nach heißer Luft, 0.44 auf dem Bullshit Index.  
Da hier gerade der Wahlkampf tobt nehme ich mir die beiden SPD Abgeordneten vor, deren Wahlhelfer kackfrech das "Keine Werbung" Schild auf meinem Briefkasten  ignorierten.
Ekkehard Wysocki ist ähnlich untestbar wie Körzdörfer, zu wenig Inhalte. Seine erstmals kandidierende Kollegin Ulrike Hanneken-Deckert weiß schon etwas mehr über sich zu erzählen, schneidet dabei mit 0.44 aber exakt so schlecht ab wie Guido.

Ich hab keine Ahnung in welche Untiefen man hinabsteigen muss, um mal ein richtig deutliches Ergebnis zu bekommen. Vielleicht sollte ich einfach mal ein paar Passagen aus meinem SAP Handbuch abschreiben.

Schreibmusik: R.E.M. - New Adventures In Hi-Fi