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Freitag, 23. August 2024

Der Hochsicherheitstrakt

 









KI ist ja inzwischen ein ganz großes Thema, bei Spielen wie Minecraft ist es das schon sehr lange, vor allem, weil sie leider so gut wie nicht vorhanden ist. Das Dorf im Pilzland ist für Handelsgeschäfte einfach zu weit entfernt und selbst auf vermeintlich sicherem Terrain ist Bevölkerungsschwund zu erwarten, weil sich wieder einer verlaufen hat. Meist verschwindet gerade der Buchhändlermeister, den man gerade zehn Minuten lang gesucht hat. Statt dessen hat man wieder einen Neuling am Hals, das ist alles wenig effektiv.

Dorfbewohner (und ich beziehe mich hier ausdrücklich nur auf Minecraft) sind einfach komplett dämlich, sogar wenn man ihnen einen eigenen Garten und eingeschränkten Auslauf gestattet, schaffen sie es immer wieder sich in Gefahr zu bringen. Schäfer werden zum Zombie weil sie es nicht rechtzeitig ins Bett schaffen, killen ihren Kollegen und verbrennen tagsüber in der Sonne, Schlachter rennen bei Gewitter zwischen ihren Schweinen herum und werden vom Blitz getroffen, eigentlich kann man die nur einsperren. Und genau das war der Plan.

Geplant war eigentlich nur eine einstöckige Bücherhalle mit 14 Buchhändlern, doch nach mannigfaltigen Änderungswünschen und dem Einwand von Frau K., man müsse das Geld schließlich auch verdienen, was man beim Buchhändler ausgeben will, ist das am Ende ein ziemlicher Klotz geworden. Jetzt findet man im oberen Stockwerk einen kompletten Bauern- und Handwerkermarkt und wenn ich in die Truhe der Marktleitung sehe, dann sind wir inzwischen reich. So viele Smaragde können wir niemals ausgeben und nachdem noch das Nebengebäude dazugekommen ist, in dem Fred und Barney ihre feinen Steine verkaufen, könnte ich meine große Wüstenpyramide sogar mit Quarzsteinen bauen.

Damit die Bevölkerungszahl stabil bleibt dürfen die Jungs ihre Arbeits- und Wohnzimmerchen nicht verlassen, dafür sind die immerhin alle individuell und gemütlich eingerichtet. Nicht zuletzt der kurze Arbeitsweg ist sehr vorteilhaft, niemand kann sich verlaufen und man muss niemanden mehr suchen gehen. 

Ein eher unfreiwilliger Test hat ergeben, dass der Bau bei Überfällen absolut sicher ist und man als Held des Dorfes nicht nur traumhafte Preise erzielt, sondern auch noch viele Geschenke der dankbaren Bevölkerung empfängt, nachdem man die Banditenhorden heldenhaft geschlagen hat.

Seit der zweite Wachturm steht kauf ich nur noch günstig.


Screenshots dazu: Minecraft Forge 1.19.2

Musik dazu: Kettcar - Gute Laune ungerecht verteilt







Samstag, 20. April 2024

Ein feuchtes Grab in der Tiefsee

 








Indirekte Beleuchtung für die Rüstungsvitrinen in der großen Pyramide, das sieht ganz sicher am besten aus mit Seelaternen. Vier Stück finde ich in alten Ruinen, mindestens zwölf brauch ich noch, besser sechzehn. In Ozeanmonumenten gibt es mehr, aber dafür müsste man die drei großen Wächter erledigen, was schon vor einigen Jahren gründlich in die Hose ging, weshalb das als Plan ausscheidet.

In der Nähe eines dieser Monumente finden sich jedoch ein paar Wrackteile im Wasser und ich habe die brillante Idee, mir von dort einen Steg bis zum Unterwassertempel zu bauen, um von dort aus sicherer Entfernung mit einem verzauberten Neptuniumbogen (den ich in optimistischer Voraussicht Wächterschlächter nenne) die ganzen Mistfische wegzuballern, die dort herumschwirren. Den Loot aus Scherben und Kristallen hinterher schnell mit dem Boot aufsammeln, um sich daraus Seelaternen zu basteln, das könnte klappen. 

Das ist zwar relativ mühsam, weil die kleinen Mistviecher bei ihrem Ableben weit mehr Scherben als Kristalle fallen lassen und man eigentlich das umgekehrte Verhältnis bräuchte, funktioniert aber erstaunlich gut für eine ganze Weile. Hätte mich nicht ein Wächterstrahl getroffen und direkt in ein Rudel Haie katapultiert. Ich hasse Ozeanmonumente. Immer noch.

Dank der installierten Gravestone-Mod kann ich meine wertvollen Klamotten theoretisch holen, indem ich unter Wasser den Grabstein abbaue, durch die von den großen Wächtern verursachte Abbaulähmung ist das unmöglich. Ich bin an der einzigen Stelle im Spiel gestorben, an der ich nicht hätte sterben dürfen. Geschickt, wie immer.

Als ich Frau K. mein Mißgeschick beichte hält sie das für kein großes Problem, mit ihrem verzauberten Dreizack sollten auch große Wächter keine Hürde sein und schließlich wären wir zu zweit. Der war wirklich gut der Dreizack, ein seltenes Stück. Liegt jetzt zusammen mit den Klamotten von Frau K. auf dem Meeresgrund, direkt neben meinem zweiten Grabstein. 

Da werden die Sachen wohl auch noch länger liegen, bis wir eine Lösung für das Haiproblem finden.


Screenshots dazu: Minecraft Forge 1.19.2 

Musik dazu: Sea Level - On The Edge / Long Walk On A Short Pier 

 



 

Donnerstag, 15. Februar 2024

Die meisten Unfälle passieren auf Baustellen

 








Level 67, du meine Güte! Ziemlich lange nicht gestorben in Minecraft, was keinesfalls heißt ich hätte es nicht versucht. Bei einer dieser schwachsinnigen Aktionen (bei denen man sich hinterher fragt wie man so blöde sein konnte) habe ich immerhin festgestellt, dass man sogar den Sturz in absurd tiefe Höhlen überleben kann, wenn die Stiefel mit Federfall IV verzaubert sind.

Dieses Wissen hätte mir zwar bei meinem alten Baumhaus nichts gebracht, weil ein Sturz von der Wolkengrenze selbst für eine gute Rüstung etwas zu anspruchsvoll gewesen wäre, hat sich aber bei aktuellen, nicht ganz so gewaltigen Bauprojekten als durchaus hilfreich erwiesen, denn die meisten Unfälle passieren bekanntlich im Haushalt und auf Baustellen.

Etwa wenn man gerade dabei ist, die Decke der geplanten Amphibienhöhle zu verkleiden und das Bambusgerüst mal wieder kürzer ist als gedacht. Es klatscht zwar immer noch gut wenn man aufkommt, hat aber nur noch geringe Auswirkungen auf die Gesundheit.

Damit wir in Zukunft alle mit vollverzauberten Superrüstungen herumlaufen und einfach blind in dunkle Höhlen springen können, bauen wir jetzt eine Markthalle mit angeschlossener Bücherei. In der wird zukünftig ein Haufen von Bibliothekaren verzauberte Bücher verkaufen, während die übrigen Berufsstände für das nötige Einkommen sorgen, damit wir uns diese auch leisten können.

Denn so nett das mit dem Dorf in den Pilzen auch ist, so nervig ist es den richtigen Handwerker in dem Gewusel zu finden. Abgesehen davon sind freilaufende Dorfbewohner auch auf harmlosen Pilzinseln stets durch ihre eigene Dummheit gefährdet, weshalb es Sinn macht wenn die einfach in ihren Zimmern bleiben.

Wird auch bestimmt gemütlich.

Screenshots dazu: Minecraft Forge 1.19.2 

Musik dazu: Sofi Tukker - Soft Animals / Treehouse


 

Donnerstag, 21. Dezember 2023

Dreimal Hölle und zurück

 








"Hell ain't a bad place to be" kreischte Bon Scott vor einem Vierteljahrhundert in sein Mikrofon, aber der hat ja auch nie Minecraft gespielt, sonst hätte er das vielleicht anders bewertet. Seit Version 1.19 soll es noch ein paar unangenehmere Orte geben als die Hölle, allerdings ist eine Erkundung des "Deep Dark" ja eher freiwillig, wenn man nicht gerade eine Karriere als Schatzsucher anstrebt. Ein Besuch in der Hölle aber ist obligatorisch, früher oder später.

Nachdem wir etliche Wochen mit Landwirtschaft und Dorfbau beschäftigt waren, wird es Zeit für ernsthaftere Projekte. Wir brauchen Lohenstaub, um endlich Tränke brauen zu können und vor allem brauche ich endlich ein paar Endertruhen, um nicht immer alles schleppen zu müssen. Folglich müssen wir eine Netherfestung finden und darin erweist sich Frau K. glücklicherweise als äußerst geschickt.

Das erste Netherportal entsteht in unserem Hausberg und erweist sich als völlige Pleite, wir landen mitten in einem gewaltigen Basaltdelta, hier gibt es nichts als Basalt, Lava und hüpfende Magmawürfel, die man immerhin als Froschfutter nutzen könnte. Vorausgesetzt es gelingt mir irgendwann, die bis zum Gartenteich zu locken.

Am äußersten nördlichen Rand der Karte befindet sich ein Seelensandtal, da könnte man Seelenerde abbauen um Netherwarzen zu züchten, eine weitere Kleinigkeit die man zum Brauhandwerk benötigt, was mir fast entfallen wäre. Statt sich mit Spitzhacken mühsam einen Weg durch das Basaltdelta zu buddeln zieht Frau K. eine App zu Rate (es gibt für ALLES eine App), die Koordinaten von Oberwelt und Nether ins richtige Verhältnis setzt. Fan-tas-tisch! Garantiert besser als sich selber zu verrechnen.

Das zweite Netherportal bauen wir mitten in einem Birkenwald, irgendwo weit im Norden bei den ausgerechneten Koordinaten und tatsächlich landen wir direkt im Seelensandtal, werden von Ghasts beschossen und von Piglins angegriffen, weil natürlich keiner daran gedacht hat eine goldene Rüstung zu tragen. Wir finden ein paar seltsame Gebäude mit Schatztruhen, die wahrscheinlich den Piglins gehören, deren Horden immer zahlreicher werden, weshalb wir uns vorerst verpissen. Das wird zu anstrengend. 

Eine weitere intensive Suchaktion auf der Karte zeigt mir nur, dass ich eine neue Brille benötige. Frau K. hingegen fndet etwas, das wie eine lange gerade Brücke über dem Lavameer aussieht und wenn das nicht Teil einer Netherfestung wäre dann wüsste sie auch nicht..

Das dritte Netherportal entsteht an den von der App ausgerechneten Koordinaten auf einer Almwiese im Osten und ist nahezu perfekt. Wir landen in einem Turm der Festung, direkt gegenüber einem der beiden Lohenspawner und prügeln uns einen ganzen Haufen Lohenruten zusammen, bevor wir den Spawner mit Fackeln stillegen und die weitere Festung erkunden.

Dort finden wir noch die benötigten Netherwarzen mit denen wir jetzt endlich den Trank der Feuerresistenz brauen können, den man eigentlich nur in der Hölle braucht, in die wir jetzt so schnell nicht mehr müssen...

Vorerst ist dreimal Hölle genug. Ich suche jetzt Axolotl für die geplante üppige Höhle unter der geplanten Wüstenpyramide und dabei helfen mir leider keine Apps.

Screenshots dazu: Minecraft Forge 1.19.2

Musik dazu: Dope Lemon - Kimosabé





 

 


 


 

Donnerstag, 23. November 2023

Das Dorf in den Pilzen

 








"Das Pilzland ist ein seltenes Biom, das schwer zu finden ist" lautet der erste Satz im Minecraft Wiki. Da habe ich wohl Glück gehabt, relativ schnell zwei Pilzinseln im Eismeer zu finden, doch was anfangen damit? Man kann die seltsamen Kühe dort melken und erhält Pilzsuppe statt Milch, ansonsten wachsen dort halt viele Pilze und es spawnen keine Monster, weshalb man dort auch während der Nächte unbehelligt bleibt.

Das wäre natürlich ideal für ein eigenes Dorf und das existiert sogar schon irgendwo, denn Frau K. hat dem fahrenden Händler für sagenhafte 37 Smaragde eine Mushroom Village Map abgekauft, von der ich nicht einmal geahnt habe dass so etwas überhaupt existiert. Ein Dorf in den Pilzen? Sechser im Lotto!

Ganze sieben Tage marschieren wir in Richtung Norden, überqueren diverse Gewässer, schlagen uns durch Sümpfe und Mangrovenwälder, die noch viel anstrengender sind als der Dschungel, bis wir wieder an einer Eismeerküste landen. Noch fünf Minuten rudern und wir landen auf der größten Pilzinsel, die ich je gesehen habe. Wobei das allerdings auch erst die dritte überhaupt ist, aber sie hat ein Dorf, mit ziemlich vielen Bewohnern. Hauptsächlich Bauern, Priester und Gerber, also sehr ausbaufähig. 

Helfen könnte da eine Händlerflotte, die direkt neben einer kleinen Nachbarinsel ankert, eventuell können wir da noch ein paar Villager rekrutieren, falls das mit der Dorfbewohnervermehrung nicht auf natürliche Weise klappen sollte.

Vorerst aber gilt es das Gelände abzusichern, auch ohne Monster ist das Leben von Dorfbewohnern in steter Gefahr. Die tiefe Schlucht, die das Dorf in zwei Hälften schneidet, muss als erstes geschlossen werden. Schon um die Wege kurz zu halten, aber auch weil jeden Tag ein Trottel da reinfällt. Die Steilküste im Norden wird auf voller Länge mit Zäunen gesichert, damit die MLRG nicht täglich in die Boote muss und weil der Priester immer hektisch auf dem Kirchturm herumspringt, bekommt auch dieser eine absturzsichere Spitze, auf besonderen Wunsch sogar mit Kreuz.

Nachdem mehrere Tage niemand gestorben oder irgendwo ins Wasser gefallen ist, machen wir uns an den Ausbau des Dorfes. Mir steht der Sinn nach Bibliothekaren, bei denen ich schöne Zauberbücher kaufen könnte, Frau K. bevorzugt Maurermeister, weil sie ihre Quarzsteine lieber kauft, statt das Zeug im Nether abzubauen. Ein paar Fischer wären auch ganz gut, dann könnte man die vollen Kisten aus der Fischerhütte endlich gewinnbringend nutzen.

So kommt es, dass außer den vielen Bauern inzwischen auch jede Menge Bibliothekare und Maurer in Psilocybingen unterwegs sind und damit die ordentlich arbeiten, werden wir uns auch so eine kleine Pilzhütte zulegen, vielleicht etwas luxuriöser und geräumiger als die Bauernkaten. 

Das Baumaterial dafür schießt ja schließlich wie Pilze aus dem Boden.

Screenshots dazu: Minecraft 1.19.2

Musik dazu: Thea Gilmore - Songs From The Gutter







Freitag, 27. Oktober 2023

Das Dschungelcamp

 








Würde man eine Beliebtheitsumfrage zu möglichen Haustieren starten und hätte die freie Auswahl unter der Fauna dieses Planeten, der Panda wäre mit ziemlicher Sicherheit ganz vorne dabei. Während das in der Realität kaum möglich ist, solang man sich nicht gerade für den Beruf eines Tierpflegers entschieden hat, sollte es wenigstens in Minecraft zu schaffen sein, ein paar Pandas durch den heimatlichen Garten tollen zu lassen.

Die Suche nach den knuffigen Bärchen gestaltet sich dann leider aufwendiger als gedacht, der erste Bambusdschungel liegt so weit südlich, dass an einen Transport der Tiere nicht zu denken ist, zumal ich nur die Hälfte des Weges mit dem Boot zurücklegen könnte. Bei dem atemberaubenden Tempo, das die Viecher an Land zurücklegen, würde es Tage dauern auch nur einen einzigen Panda nach Hause zu schaffen. Leider sind die nicht nur unglaublich drollig sondern auch furchtbar dumm, so dass ein Purzelbaum an der falschen Stelle das Vorhaben auch auf den letzten Metern noch zunichtemachen kann.

Diese Zeit kann man auch sinnvoller investieren, wenn das Haustier nicht zum Haus kommt, muss das Haus halt zum Haustier. Eine normale Hütte kommt dabei nicht in Frage, da man im Dschungel den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen würde und in den dichten Bodenbewuchs müsste man Schneisen schlagen, damit man sich da überhaupt bewegen kann, was aber unfein aussehen würde.

Des Rätsels Lösung ist eine mittelgroße Flussinsel, die vorerst von jeglichem Grünzeug befreit wird, dann ein paar Riesentropenbäume gepflanzt, unter deren Blätterdach man jeweils ein schönes Zimmerchen zusammendengeln und mit Hängebrücken verbinden kann, ein paar Tropenbäume für die Kakaoernte, massig Bambus für die Tierchen, fertig ist das Dschungelcamp. 

Auf der anschließenden Tierfangexpedition gleich noch drei Papageien aufgegabelt, die sich gut im Wohnzimmer machen und der Ausblick von da oben ist auch nicht zu verachten. Alles was mir noch fehlt ist ein Name für den Nachwuchs, den MaoTse und LaoTse inzwischen in die Welt gesetzt haben. 

Screenshots dazu: Minecraft Forge 1.19.2

Musik dazu: The Rolling Stones - Hackney Diamonds




 

 

 


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Die Sound-Funktion ist auf 200 Zeichen begrenzt

Mittwoch, 27. September 2023

Willkommen im Zombie Zoo

 








Erschossen, erschlagen, vergiftet, verbrannt, erstickt, ertrunken, in die Luft gesprengt oder schlicht aus zu großer Höhe abgestürzt, was die Anzahl der möglichen Todesarten angeht ist Minecraft wahrscheinlich führend in der Computerspielwelt. Neuen Spaß versprechen Pulverschnee (erfrieren) und fallende Stalaktiten in den Tropfsteinhöhlen, weshalb ich nach einmaliger Erfahrung keine Tropfsteinhöhlen mehr aufsuche wenn es sich vermeiden lässt.

Nicht ganz neu und dennoch anders sind einige Bauwerke, wie zum Beispiel der Wüstentempel, der dank der Repurposed Structures Mod jetzt auch in anderen Biomen auftauchen kann und statt der bekannten Sprengfalle neue fiese Überraschungen bereit hält. Im Falle des Tafelbergtempels ist das eine Sprengfalle mit Tageslichtsensor, an die man aber erst herankommt wenn man sich durch Horden von Wüstenzombies gekämpft hat, deren Spawner in den beiden Türmen des Tempels verborgen sind.

Zwei Spawner direkt nebeneinander, das schreit geradezu nach einer XP-Farm. Während Frau K. mir das lästige Pack vom Hals hält gelingt es mir, beide Spawner freizulegen und mit Fackeln zu sichern. Anschließend wird der halbe Tempel abgerissen, die Farm mit Mauern und Zäunen abgesperrt, die Fackeln entfernt, et voilà, fertig ist der Zombie Zoo.

In der Mitte kann man sich jetzt risikolos aufhalten und fröhlich Wüstenzombies schlachten, massig Erfahrungspunkte kassieren und ohne Ende Gammelfleisch ernten. Fehlen nur noch ein paar Priester, bei denen man das Zeug gegen Smaragde tauschen kann. Das wird dann wohl unser nächstes Projekt.

 Screenshots dazu: Minecraft Forge 1.19.2

Musik dazu: Meute - Puls


 


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Sonntag, 20. August 2023

Wo der Landwirt schafft

 








Abenteuer machen hungrig und da ich der einzige bin der über genügend Zeit verfügt, darf ich die Versorgung der Truppe komplett übernehmen. Jede Woche ein neues Feld anlegen, Hühner- und Pferdestall bauen, Schafe und Kühe füttern, Weizen und Gemüse ernten, inzwischen ist aus dem kahlen Tal ein kleines ökologisches Paradies geworden.

Denn selbstverständlich ist hier alles bio und öko, die Felder werden nur mit 1A Knochenmehl gedüngt, gewonnen von ausgesuchten Skelettbogenschützen und Eiswanderern, alles mit Zombiezertifikat. Die Viecher haben nicht nur genügend Auslauf sondern erreichen auch ein exorbitant hohes Lebensalter, weil ich von Hühnern eigentlich gar nichts und von Schafen höchstens mal etwas Wolle brauche, einzig die Kühe müssen zwecks Lederbeschaffung ab und zu dran glauben.

Ganz besonders freue ich mich über Maja, Willi und ihre zahlreichen Kinder und Enkel, die mich mit lecker Wildblütenhonig versorgen und nebenbei die Weizenfelder bestäuben. Was nicht ganz so gut klappt ist die Ansiedlung von Fröschen im Gartenteich. Von ursprünglich fast vierzig Fröschen sind gerade mal zwei noch übrig und das auch nur, weil ich sie am Gartenzaun angeleint habe. Was hoch und weit springen kann macht das halt auch und ist dann schnell wieder weg.

Schnell wieder weg wollte ich hier eigentlich auch, aber wenn man eine Basis hat die einem alles bietet was man braucht, dann muss man erst mal etwas besseres finden.

Screenshots dazu: Minecraft Forge 1.19.2

Musik dazu: We Invented Paris - Rocket Spaceship Thing

 



 

Mittwoch, 2. August 2023

Wir starben vor Madagaskar

 








Frau K. ist abenteuerlustig. Eigentlich müssten wir mal in die Unterwelt absteigen um Netherquarz und Leuchtsteine zu besorgen, aber dafür ist sie dann doch nicht abenteuerlustig genug. Ihr ist mehr nach Wracktauchen, Schatzkisten suchen und die weitere Gegend erkunden, also die etwas harmlosere Art des Abenteuers, in dem man nicht dauernd von irgendwelchen Monsterhorden belästigt wird.

Das klappt anfänglich ganz wunderbar, wir finden ein Wrack, eine Schatzkarte im Wrack, nach etwas Buddelei die dazugehörige Schatzkiste und nach ein paar geruderten Seemeilen ein weiteres Wrack, leider mit der gleichen Schatzkarte, was uns immerhin die Buddelei erspart. 

Ein drittes Wrack in unmittelbarer Nähe, wieder die gleiche Karte, aber diese Küste scheint ein für Seefahrer gefährliches Gebiet zu sein, da wird man vielleicht noch mehr finden, also suchen wir weiter. Den Blick immer schön auf den Meeresboden gerichtet, damit uns auch kein Mast entgeht und dann beinahe gegen die Bordwand eines Dreimasters gestoßen, der nicht aussieht wie ein Wrack. 

Ganz im Gegenteil, es ist an Bord äußerst lebendig. Nachdem wir vorsichtig dreimal um das Ding herumgerudert sind, werden wir von oben mit einem Pfeilhagel begrüßt. Plünderer! Ein Piratenschiff! Wie großartig, das verspricht eine Menge Spaß. Wenn dort die üblichen 5 bis 10 Typen herumlungern wie in jedem anderen Plünderer-Außenposten, dann sollte das kein Problem sein. Den Kahn müssen wir uns unbedingt genauer ansehen.

Der Entervorgang verläuft relativ unspektakulär, wir erschießen jeden der über die Bordwand guckt und der Rest macht auch keine Probleme. Selber plündern ist angesagt, unter Deck finden wir zwar keine sagenhaften Schätze, dafür verlieren wir das Orientierungsvermögen. Es ist recht eng und verwinkelt hier unten, während oben schon wieder das Leben tobt wie man hören kann.

Wir entern das Deck, erledigen im Handumdrehen die neue Besatzung, killen den Captain und lösen einen Überfall aus. Das kommt etwas überraschend und hätten wir die drei gefangenen Dörfler unter Deck gefunden, die das Schiff gleichzeitig zu einem Dorf machen, hätten wir das vielleicht auch geahnt, genutzt hätte es nicht viel.

Nachdem der erste Schreck überwunden ist verschanzen wir uns im Heck, das nur zwei Aufgänge hat und sich gut verteidigen lässt, erledigen mit Pfeil und Bogen die gefährlichsten Gegner aus der Distanz und was am Ende übrig ist wird unter Deck mit dem Schwert erledigt. Die Taktik klappt erstaunlich gut, vor jeder angekündigten Angriffswelle postieren wir uns wieder am Heck, warten auf die Horde der Gegner und erledigen den Job wie zwei gut eingespielte Minecraftprofis. Eine epische Schlacht! Das hätte man auf Twitch streamen sollen.

Die epische Blamage folgt auf dem Fuße, denn die letzte Angriffswelle inklusive Zauberern, Hexen, Verwüstern und was das Arsenal noch zu bieten hat, erscheint direkt über unseren Köpfen im Heck und noch bevor mir der Gedanke kommt, einfach über Bord zu springen, bin ich auch schon tot. Immerhin erfahre ich, dass mich ein Plagegeist getötet hat, bei Frau K. war's der Magier.

Hätten wir uns nicht aufgeführt wie die Minecraftprofis, sondern wie die Angsthasen die wir normalerweise sind, wären wir vor jeder neuen Welle einfach über Bord gesprungen und in die Boote geklettert. Diese Angsthasentaktik kann man natürlich nicht auf Twitch streamen ohne sich völlig zu blamieren, dafür ist sie durchaus erfolgreich.

Genau damit haben wir unsere Klamotten wiedergeholt und genau so werden wir vorgehen, sollten wir irgendwo noch ein Piratenschiff finden.

Screenshot dazu: Minecraft Forge 1.19.2, Repurposed Structures Mod

Musik dazu: RIP Randy Meisner: Eagles - Desperado / One of these Nights 

 



Donnerstag, 20. Juli 2023

Auf den Hund gekommen

 








Dank des ungebrochenen Einfallsreichtums der Minecraftmodderszene habe ich fast ein Jahr damit zugebracht, mehr oder weniger sinnvolle Ergänzungen und Verbesserungen zu testen, für ein möglichst perfektes Spielerlebnis - und dazu gehören auf jeden Fall Haustiere. Man konnte zwar schon immer Wölfe zähmen und hatte dann einen Wolf mit Halsband der sich Hund nannte, aber bis auf die Farbe des Halsbands änderte sich nicht viel. 

Mit dem Better Dogs Texture Pack hat man jetzt die Chance auf eine von 38 Hunderassen in 125 Fellvariationen, von der Dänischen Dogge bis zum West Highland Terrier. Weil ich, aus Gründen, unbedingt einen Dackel haben wollte und Modbeschreibungen selten vollständig durchlese, habe ich einfach einen Haufen Knochen in die Taiga geschleppt um Wölfe zu zähmen und deshalb jetzt fünf Hunde am Hals. 

Damit bin ich noch glimpflich davongekommen, mit etwas Pech hätte ich ein Hundehotel mit 38 Zimmern errichten können. Trotzdem überlege ich, dem Rudel einen gemütlichen Zwinger am anderen Ende des Weizenfeldes zu bauen, das Gebell von fünf Hunden ist auf Dauer doch etwas anstrengend. Meine Dackeldame bleibt selbstverständlich im Haus, genau wie Jackson, der Australian Shepherd. Man hat selbstverständlich auch bei Pixelhunden eine Fürsorgepflicht, wenn man sich schon für ein Haustier entscheidet.

Natürlich gibt es auch weniger zart besaitete Gemüter, die schaffen sich einen Husky an und lassen dafür 17 andere Hunde einfach im Wald zurück, aber das wäre mir selbst bei Pixelhunden zu herzlos. 

Screenshot dazu: Minecraft Forge 1.19.2

Musik dazu: Trio Abozekrys - Don't Replace Me By A Machine



Montag, 3. Juli 2023

Der verfluchte Gartenteich

 








Eine der entspannendsten und gleichzeitig lohnenswertesten Beschäftigungen bei Minecraft ist das Angeln, geradezu ideal für tiefsinnige Gespräche oder eine Sportzigarettenpause. Man bekommt Erfahrungspunkte bei jedem Fang, dazu jede Menge Fische, die man in den Ofen stecken kann für noch mehr Erfahrungspunkte - und mit etwas Glück und einer verzauberten Angel einige recht brauchbare Schätze. Unter anderem verzauberte Angeln, die den ganzen Vorgang etwas beschleunigen und die Anzahl der Schätze erhöhen können. 

Damit man diesem Hobby auch in der Nacht frönen kann, ohne von Zombies, Skeletten und ähnlichem Pack belästigt zu werden, bietet sich ein Gartenteich auf sicherem Gelände an, also am besten direkt vor der eigenen Haustür. Weil Zombies zu doof sind um Gartentore zu öffnen kann man das röchelnde Gesocks getrost ignorieren, oder mit dem Schwert ein paar zusätzliche Erfahrungspunkte generieren. Jedenfalls eine ganz großartige Idee, die ich sofort in die Tat umsetzen musste.

Zwei Teichvergrößerungen, drei Teichvertiefungen und etwa 20 zerschlissene nicht verzauberte Angeln später war klar, dass aus dem Tümpel außer Fischen, Blechdosen und abgenutzten Lederstiefeln nichts zu holen ist. 

Für Schätze muss der wahrscheinlich eine Mindestgröße von wasauchimmer haben, aber bevor ich jetzt den Garten noch weiter umgrabe zimmere ich mir lieber am nächst gelegenen See eine Angelhütte zusammen.


Screenshot dazu: Minecraft Forge 1.19.2

Musik dazu: Caroline Lacaze -  En Route





Donnerstag, 22. Juni 2023

Im Schatten des Berges

 








Auf Dauer ist es doch etwas deprimierend in einem Erdloch zu hausen und auf kahle Wände zu starren, außerdem brauche ich ja auch Nahrung, Leder, Papier, lauter so Zeugs und wenn ich schon landwirtschaften muss, dann will ich dem Weizen wenigstens beim Wachsen zusehen. Also bau ich mir letztlich doch 'ne Hütte, das dauert hier wohl doch länger als gedacht. Irgendwo muss man ja eine Basis haben und so übel ist diese Ebene dafür nicht. 

Die Bibliothek mitsamt Zaubertisch muss schließlich  auch irgendwo hin und solange ich keine Gegend für meine Traumimmobilie gefunden habe, werd ich's mir halt hier so gemütlich machen wie es geht. Da Frau K. lieber auf Entdeckungsreise geht und mit ihrer Strandvilla nicht so recht in die Puschen kommt, hab ich vorsichtshalber ein zweites Bett reingestellt. 

Wo man die Truhe mit den Diamanten findet weiß sie inzwischen. Ob sie auch weiß, dass man die abschließen kann? 😛

Screenshot dazu: Minecraft Forge 1.19.2

Musik dazu: Nightmares On Wax - Mind Elevation

Samstag, 10. Juni 2023

Leben wie ein Maulwurf

 








Etliche Tage bin ich jetzt unterwegs und erkunde die Gegend, zu Fuß, mit dem Boot und seit ich einen Sattel in einer Dorftruhe gefunden habe sogar auf dem Rücken eines Pferdes, aber den richtigen Platz für meine Hacienda zu finden gestaltet sich schwieriger als gedacht. Zu zerklüftet ist die Landschaft, zu viele dichte Wälder, zu viele hohe Berge, zu viele tiefe Schluchten, das wird so schnell wohl nichts mit Hausbau und Siedelei.

Während sich Frau K. irgendwo im Osten immerhin eine bessere Strandhütte baut, muss ich mich langsam mal um eine vernünftige Ausrüstung kümmern. Eine simple Eisenrüstung ist jedenfalls kaum ausreichend um einen Pillager-Outpost einzunehmen, was vor ein paar Tagen beinahe mein vorzeitiges Ableben zur Folge hatte. Ich brauche Diamanten, ich brauche Eisen, Kohle, Lapislazuli und mal etwas anderes als trockenes Brot als Nahrung.

Folglich hab ich mir jetzt ein Loch in einen dieser großen Berge gegraben, ein Bett und eine Werkbank reingestellt und werde buddeln was das Zeug hält, zumindest bis Werkzeuge, Waffen und Rüstung in ausreichender Qualität und Stückzahl vorhanden sind. Die davor liegende spärlich bewachsene Ebene bietet alles was man sonst zum Überleben braucht, ein paar Kühe und Schafe die (noch) frei herumlaufen, genügend Platz für ein paar Weizenfelder, damit man das Viehzeug auch füttern kann und ein nahes Dorf für den Tauschhandel. 

Bis ich einen Platz für unsere Siedlung finde werd ich also leben wie ein Maulwurf, wie immer kommt vor dem Erfolg erst die harte Arbeit. Wie gut, dass die nur virtuell ist. 

Screenshot dazu: Minecraft Forge 1.19.2

Musik dazu: Funky Destination - I Do Voodoo / Bless Da Planet


Mittwoch, 31. Mai 2023

Endlich wieder mit Bauklötzen spielen

 







 

Gerade mal vier Jahre ist es her, dass ich den Monsterjäger Geralt von Riva in Rente schicken musste. In diesen vier Jahren habe ich ein Hanf-Imperium aufgebaut, war gefürchteter Pirat in karibischen Gewässern, diabolischer Monsterschlächter im Battlenet, Auftragskiller in Ägypten, Revolvermann im Wilden Westen und spartanische Soldatin in Athen. Das war zwar alles durchaus unterhaltsam, kam aber nicht mal im Ansatz an die epische Geschichte des Witchers heran.

Aus genau diesem Grunde habe ich beschlossen, dass ich ab heute keine Geschichte von irgendwelchen Spieledesignern mehr brauche, ich schreibe einfach meine eigene. In Minecraft und unterstützt von Frau K., die dafür ihren alten Account wieder reaktiviert hat und jetzt ganz überrascht ist, was sich in den letzten Jahren getan hat.

Was allerdings auch daran liegt, dass ich mich seit gut einem Jahr mit Mods und Resource Packs beschäftige, um in der besten aller Klötzchenwelten ums Überleben kämpfen zu können.  

Unendliche Wälder und Wüsten, riesige Meere, gewaltige Schluchten, gruselige Höhlen und höllische  Gegenden, in die man freiwillig keinen Fuß setzen würde, wäre da nicht diese Gier nach seltenen Erzen...

Das wird ein Spaß 😊 

 

Screenshot: Minecraft Forge 1.19.2   

Musik: Cha Wa - My People

Freitag, 5. Mai 2023

Abenteuerland für Geizkragen

 








Es gibt sie wohl noch immer, diese Computerfreaks, die beim matten Schein ihres Monitors mit bleichem Gesicht, viel Chips und Cola irgendwelche Codes in ihre Tastatur hacken und am Ende kommt dann ein Computerspiel dabei raus. Zu meiner Zeit hat man das Ergebnis dann meist an irgendeine Computerzeitschrift geschickt, in der Hoffnung unter den Top 10 der eingereichten Basic-Ballerspiele zu sein und war dann enttäuscht, weil Pucman für den C64 und Froggy für den Sinclair ZX81 das Rennen gemacht haben.

Natürlich waren unsere Möglichkeiten damals sehr eingeschränkt, wir hatten ja nix außer einem 6502 und ein paar kryptischen Büchern über Assembler, die man sich in Amiland bestellen musste. Sehr viel mehr als eine Punkte fressende Schlange oder die drölfzigste Version von Space Invaders konnte dabei nicht entstehen. Die besseren Coder konnten ihren Kram verkaufen oder wenigstens als Shareware vertreiben, Geniestreiche waren eher selten dabei.

Heutzutage aber gibt es Typen, die basteln gleich ein ganzes Oldschool-RPG zusammen, mit allem was dazugehört, mehrere Charakterklassen mit Skilltrees, mehrere Fraktionen mit ihren eigenen Questreihen, abwechslungsreich gestaltete Landschaften mit Wüsten, Wäldern, Gebirgen, Sümpfen, mit Dörfern und einer Hauptstadt, Dungeons mit knackigen Rätseln und heftigen Bossgegnern, Zombies, Geistern, Banditen, Nekromanten, Trolle, Riesenskorpione und Drachen, so ziemlich alles was die Menagerie zu bieten hat und zu guter Letzt eine komplett englisch synchronisierte Hauptgeschichte, die gar nicht mal so doof erzählt ist.

Man muss, wie jeder anständige RPG-Held, sehr viele bunte Blümchen pflücken um Tränke brauen zu können, sehr viel kostbare Erze abbauen um Rüstungen schmieden zu können, darf seine Waffen mit gefundenen Edelsteinen verzaubern und vor allem darf man relativ oft ins Gras beißen, da mancher Bossgegner nur mit der alten Hasenfußtaktik zu besiegen ist: Pfeile reinschießen und schnell abhauen. Insbesondere in den Dungeons segnet man gerne mal das Zeitliche, wenn die Rüstung nur einen einzigen Treffer verkraftet.

Da heißt es für mich als versiertem Feigling, die kleinen Schwächen in der Programmierung hemmungslos auszunutzen und wenn der Drache mir nicht bis ins Gebirge folgt, mein Bogen ihn aber vom Gipfel aus immer noch erreichen kann, dann ist es nur noch ein Geduldsspiel bis ich der Drachentöter bin. Nicht gerade das, was man sich unter einem epischen Kampf vorstellt, aber wat willze machen. 

Wer genug Goldtaler gesammelt hat darf sich sogar vor der Stadt ein Haus aus Presspappe bauen, Gärten anlegen, Vieh züchten und diverse Reittiere sammeln, vom Bauernhofklepper bis zum eigenen Drachen, mit dem man dann endlich problemlos auch die höchsten Gipfel erreichen kann, denn die Kletterei bei Gedonia ist eine der größten Schwächen des Spiels.

Im Angebot knappe 6 Euro, hat für locker 60 Stunden Spielspaß im Abenteuerland gesorgt. Das nenn ich mal gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. 


Screenshots dazu: Gedonia

Musik dazu: Acid Arab - Jdid

   






 


Samstag, 28. Januar 2023

Eine mordsmäßig schreckliche Familie

 








Wer klettert absurd glatte Felswände hoch wie eine Eidechse, springt aus noch absurderen Höhen herunter ohne sich einen Knochen zu brechen, balanciert auf dem Mast eines im Sturm schwankenden Schiffes, massakriert haufenweise Athener, Spartaner und andere Gangster, ist aber zu doof die klapprige Holztür eines bäuerlichen Anwesens einzutreten? Kassandra von Sparta, Tochter des Pythagoras, angebliche Enkelin von Leonidas und Protagonistin in Assassin's Creed Odyssey. Nach Origins der zweite und höchstwahrscheinlich letzte Teil der Serie den ich durchgespielt habe. Aus diversen Gründen.

Habe ich bei Origins noch die simple Handlung bemängelt, war der Rachefeldzug Bayek von Siwas wenigstens nachvollziehbar und die Charaktere einigermaßen glaubwürdig. Aber wer sich die völlig schwachsinnige Geschichte dieser Spartanerfamilie ausgedacht hat, muss ein wahrhaft teuflisches Kraut geraucht haben. Was für eine Sippe. Alles Schlampen, außer Mutti. Weil Mutti aber gerne ihre Familie glücklich vereint sehen will, geben wir uns alle Mühe und verschonen das Pack für ein Happy End, nur weil ich das aus purer Gewohnheit immer anstrebe.

Erst Vati, der uns als Kind nach alter Spartanersitte über die Klippen geworfen hat, dann das arrogante Arschloch von Stiefbruder und am Ende sogar den leiblichen Bruder, der sich inzwischen zur Nummer zwei des feindlichen Templerordens hochgemordet hat. Dann hat man zwar am Ende eine sehr fähige Schiffsbesatzung für die Adrasteia, aber sollte ich jemals in Versuchung kommen das noch einmal zu spielen mach ich sie alle kalt. Ist mir dann auch egal was Mutti dazu sagt.

Das wird höchstwahrscheinlich aber nie passieren, denn Griechenland ist, verglichen mit dem Ägypten in AC Origins, nicht halb so interessant und nicht halb so abwechslungsreich. Alexandria und der Leuchtturm von Pharos schlagen Athen mitsamt Akropolis um Längen, die Pyramiden von Gizeh sind ohnehin unerreicht und lieber reite ich im Galopp durch die Wüste oder das Nildelta, als wieder vor der Felswand eines griechischen Gebirges zu stehen, das ich dann entweder weiträumig umreiten oder erklettern kann, je nachdem was schneller erscheint. Schlimmer als Norwegen.

Hat mich AC Origins noch durch seinen Detailreichtum beeindruckt, ist es bei Odyssey die schiere Größe der Karte die einen erschlägt, der drölfzigste griechische Tempel auf dem Berg gegenüber wird aber irgendwann langweilig. So ganz überzeugt waren die Programmierer wohl auch nicht, weshalb einen die Hauptmission nicht einfach in den Hafen von Piräus einlaufen lässt, was ja naheliegend wäre, will man nach Athen. Statt dessen ankern wir irgendwo vor der Küste und müssen einen Berg besteigen, der zufällig einen beeindruckenden Blick auf Athen samt Akropolis bietet. Ist man in dem von Sparta belagerten Loch allerdings erst mal drin, will man da auch schnell wieder weg.      

Was mich bei Laune gehalten hat waren die Nebenquests um Hippokrates, Sokrates, Alkibiades, Perikles und anderen Figuren der griechischen Geschichte, die zwar nicht minder blödsinnig, aber stellenweise immerhin witzig waren, die Seeschlachten mit der voll aufgerüsteten Adrasteia gegen legendäre Piratenschiffe und die ziemlich herausfordernden Kämpfe gegen Wesen der griechischen Mythologie. Als nicht besonders geschickter Spieler bin ich immer noch überrascht, dass ich den Zyklopen, die Medusa und den Minotaurus (fast) immer beim ersten Versuch erledigen konnte.

Es wären auch noch genug Nebenmissionen und Herausforderungen für zehn bis zwanzig Spielstunden vorhanden, aber inzwischen geht mir das seltsam emotionslose Wachsgesicht von Killer-Kassandra ein wenig auf den Zeiger, ich war auf jedem Gipfel und auf jeder Insel Griechenlands, hab 1000 Tempel besucht, 1000 Soldaten getötet und die Adrasteia und ihre Besatzung können es mit jeder Flotte aufnehmen, es reicht.

Vielleicht guck ich mich demnächst mal ganz woanders um. Der wilde Westen wäre vielleicht eine Möglichkeit, endlich mal Cowboy spielen und wenn man schießt fällt wirklich einer um, so etwas hatten wir ja damals nicht und Red Dead Redemption sieht schon krass geil aus.

Allerdings bin ich noch nicht sicher ob es mir gefällt Banken auszurauben, Postkutschen zu überfallen und armen Farmern auf's Maul zu hauen, weil die ihre Schulden nicht bezahlen können. Das ist nicht mein Stil, normalerweise schieß ich lieber untoten Unterweltfürsten einen Pfeil ins Auge. 

Fotos dazu werden auch immer realistischer, jetzt sogar mit Sensorflecken: Assassins Creed Odyssey

Musik dazu: Klangstrahler Projekt - The Secret Files