Mittwoch, 29. September 2010

Mein portugiesisches Jahr
















Wenn sich die Gelegenheit ergibt schleppe ich auswärtigen Besuch immer gerne ins Portugiesenviertel, was auch immer sehr positiv aufgenommen wird, weshalb ich in diesem Jahr schon mehrfach mit Sagres anstoßen konnte.
Bei anderen Gelegenheiten nehme ich mir auch gerne mal ein paar Natas mit, dazu komme ich leider seltener, aber einen Vergleichstest habe ich mir fest vorgenommen, immerhin kenne ich jetzt die Spitzenklassenatas der Pastelarias an der Algarve, um so gespannter bin ich, ob die von den Natas im Transmontana noch übertroffen werden können, angeblich sollen die hierzulande das Nonplusultra sein.

Dazu die Woche in Portugal, mein persönliches Highlight in diesem Jahr, genau der Urlaub den ich nötig hatte, bei unglaublich lieben Menschen, die ich sicherlich öfter mal überfallen werde. Vielleicht klappt es ja mal zusammen mit Mr. und Mrs. Petesku, die ich, nur drei Tage nach unserem Besuch in Köln, heute in Hamburg wiedersehen konnte. Was lag da also näher, als zusammen irgendwo essen zu gehen, zumal ich als einheimischer Tippgeber gefragt war. Nach kurzer Hirnrecherche verwarf ich aber diesmal Portugal, es sollte eher in der Nähe von Eimsbüttel bleiben, also bot sich die Schanze an, etwas mehr Abwechslung im Speiseplan kann nicht schaden. Mit dem Auto keine gute Idee, aber es stand noch der Koreaner am Grindel zur Debatte und wenn das alles nicht klappt die Deichstraße, wo ich meinen neulich verpassten Nachtisch schon im inneren Auge hatte. Wenn alle Stränge reißen ist das Portugiesenviertel dann auch schon um die Ecke.

Das Schanzenviertel erkundet man am besten zu Fuß, erreichen kann man es am besten per Fahrrad oder ÖPNV, so ziemlich alles ist besser als Auto. Angedacht hatte ich zudem die Taverna Olympisches Feuer, dort am Abend einen Platz für 5 Leute zu finden ist ähnlich erfolgversprechend wie die Suche nach einem Parkplatz, so dass ich gedanklich schon die koreanische und die bretonische Karte verglichen habe.  

Sehr weit bin ich aber nicht gekommen, denn es gab eine Parklücke am Schulterblatt, direkt gegenüber dem Olympischen Feuer. Welch Glückes Geschick, tirili!
Einen Platz beim Kultgriechen gab es aber natürlich nicht, dafür den letzten freien Tisch nebenan im La Sepia, dem besten Portugiesen jenseits des Portugiesenviertels. Man entkommt ihnen einfach nicht in dieser Stadt, jetzt muss ich nur noch Natas im Transmontana besorgen, dann ist mein portugiesisches Jahr perfekt.

Das Foto zeigt weder Natas, noch die diversen leckeren  Fische und Schalentiere, die wir heute im La Sepia verspeisten. Dafür einen echten Tosta Mista aus Silves. Man müsste direkt mal eruieren, ob es bei den zahlreichen Portugiesen hier nicht auch irgendwo Tosta Mista gibt. Müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn nicht.

Schreibmusik: Pearl Jam - Vs.

Sonntag, 26. September 2010

Neu, jetzt mit Live Autobahnblog
















Tausend Meilen bis zum Meer quäkt irgendein Julisilbermondwasauchimmerclone aus dem Autoradio, dabei sind es nicht mal einhundert. Es hätte alles so schön sein können, keine Probleme auf dem Hinweg ins Rheinland, keine auf dem Rückweg. Die verlorenen Minuten durch Baustellen und einen Tankstop schnell wieder aufgeholt, weil das Wetter mitgespielt hat. Bis jetzt.

Blöderweise hat die Welt gerade beschlossen unterzugehen und damit in Soltau anzufangen, knappe 100 Kilometer vom Zielpunkt entfernt. Sturzbäche auf der Fahrbahn lassen keine 100 km Geschwindigkeit mehr zu, die Sicht ist gleich Null, selbst wenn die Scheibenwischer auf vollen Touren laufen. Nach zwei haarsträubenden Situationen durch Schnellboote von BMW die, vom Wasser natürlich völlig unbeeindruckt, mit hoher Geschwindigkeit vorbeizogen und eine meterhohe Bugwelle an meiner Windschutzscheibe zerschellen ließen, habe ich beschlossen eine längere Pause einzulegen.
Eineinhalb Burger und eine halbe Cola später sieht es immer noch nicht so aus, als würden sich die Schleusen des Himmels schließen. Der Burgerbräter hier hat natürlich kein W-Lan und mein Webstick zeigt nur eine schwache Verbindung über Edge an, schließlich sind wir mitten in der Pampa, da kann man keine Ansprüche stellen. Surfen als Zeitvertreib fällt also auch flach, auf Bildbearbeitung im Auto habe ich durch den Platzmangel schon wenig Lust, ob ich den Text überhaupt ins Netz bekomme werde ich gleich feststellen. Eventuell dauert das ja lange genug und ich kann danach weiterschwimmen, hoffentlich ohne von Irren in Schnellbooten gefährdet zu werden.

Sollte ich tatsächlich heil ankommen wird ein Bild nachgereicht.


Geschafft.

Samstag, 25. September 2010

Länderquiz
















Ein Land, in dem man scheinbar überwiegend mit Fahrrädern unterwegs ist, in dem man seinen Brand mit Brand löschen kann und ein massives Polizeiaufgebot für volksfestartige Stimmung sorgt, statt für Krawalle.
Hollandfans haben es sicher schon auf dem Bild erkannt, wir haben einen Abstecher nach Maastricht gemacht, wo der M. mit dem O. eine Damenboutique (ohne Papst) eröffnete.
Das Polizeiaufgebot, inklusive lärmender Panzerfahrzeuge, hatte seinen Ursprung in einem Polizeifest, was genau die zu feiern hatten blieb uns allerdings verborgen. Möglicherweise hat die Praxis des einscannens von Personalausweisen in den örtlichen Koffieshops ja für eine erhöhtes Freizeitangebot bei der Staatsmacht gesorgt.
Einen Besuch der berüchtigten Drogenhöhlen haben wir uns dann auch verkniffen, es gibt in Maastricht so schon genug sehenswertes zu entdecken, ganz besonders wenn man eine Stunde lang in der Altstadt umherirrt um sein Auto wiederzufinden. Angesichts der ohnehin knapp kalkulierten Zeit musste ich nicht nur auf Drogenhöhlen verzichten, auch mit den harmloseren Anbietern holländischer Suchterzeugnisse, wie Pommesbuden und Waffelbäckereien, hielten wir uns nicht lange auf.
       
Da Maastricht ein überaus hübsches Städtchen ist, wird das in den nächsten Freizeitplanungen ganz sicher berücksichtigt. So denn die Möglichkeit besteht dort irgendwann ein ganzes Wochenende zu verbringen, werde ich vielleicht auch meinen Ausweis in den Drogenhöhlen scannen lassen. Natürlich nur um dort einen Kaffee zu trinken.

Freitag, 24. September 2010

Auch Griechen schließen mal die Küche
















Die 400 Kilometer zwischen Hamburg und Plettenberg bei schönstem Sonnenschein hielten nicht eine einzige böse Überraschung bereit, keinen einzigen Stau, nicht einmal etwas, was man als zähfließenden Verkehr hätte bezeichnen können. Wenn der so schön fließt, dann soll man ihn nicht unterbrechen, weshalb ich auf den üblichen Stop-and-go-Burger verzichtet habe. Hunger und Durst kann ich über längere Zeit ignorieren, zumal der Inhalt des Kühlschrankes vom Herrn xs4all deutlich besseres versprach als Cola, und feste Nahrung lässt sich ja immer irgendwo auftreiben.
Überraschend fand ich später die Aussage, der Grieche nebenan hätte eigentlich immer geöffnet, der Pizzaservice liefert bis in die Nacht usw. usf., denn in Hamburg liefert der Pizzamann Donnerstags allenfalls bis 22 Uhr und wenn man nicht gerade auf dem Kiez oder in der Nähe eines der anderen, für nächtliche Vergnügungen bekannten, Stadtteile wohnt, kann es in der Woche durchaus ein Problem sein, ab 22 Uhr etwas zu beißen zu bekommen. Sollte ein Kaff eine Kleinstadt wie Plettenberg sich tatsächlich als fortschrittlicher herausstellen als die Millionenmetropole Hamburg?

Natürlich nicht. Wir hatten nachher das enorme Glück dass uns der benachbarte Pizzabäcker, zehn Minuten vor seinem Feierabend, noch zwei Fladen in einen Ofen schob, der mit seiner neckischen Tapete den Anschein eines echten Steinofens vorgaukeln wollte. Die Pizza entpuppte sich dann auch als wenig preisverdächtig, aber der Hunger treibts halt rein.

Dafür gibt es eine preisverdächtige Neuerung im Hause xs4all, man bekommt jetzt frisch gemahlenen Bohnenkaffee zum Frühstück, statt der üblichen Instantzuckerlösung mit Aroma. So werden wir uns gleich frisch gestärkt auf den Weg nach Köln begeben können, ohne Stop-and-go-Burger, denn die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln ist dort sicherlich gewährleistet. 

Schreibmusik: Tricky - Murder Weapon

Mittwoch, 22. September 2010

Bretonische Völlerei

















Mal wieder einer aus der Rubrik Restauranttipps. Immer wenn wir ins Ti Breizh gehen nehme ich mir vor, einen dieser sündhaft lecker aussehenden Galettes oder Crepes zu fotografieren, deren Anblick alleine schon das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Das fällt mir dann regelmäßig wieder ein, wenn alle Teller aussehen wie abgeleckt, dafür gibt es immerhin heute ein Foto der schönen bretonischen Schalen, aus denen der Cidre dort getrunken wird. Diese Schalen kann man da ebenso kaufen, wie den passenden Cidre und die Streifenshirts der Kellner. Denn außer der Creperie besteht das Ti Breizh auch noch aus einer Boutique für maritime französische Mode, was im maritimen Hamburg scheinbar gut ankommt.         

Da bretonische Streifenshirts viel zu figurbetonend sind, vor allem wenn man gerne Crepes isst, habe ich lieber nicht weiter reingeschaut. Dafür schau ich immer wieder in die Speisekarte, was eigentlich ebenfalls völlig überflüssig ist. Ich mach es trotzdem immer wieder, um für etliche Minuten zwischen Estivales (mit warmem Ziegenkäse, Honig, Cassis-Zwiebelkonfitüre und Salat) und Julian (Käse, Birne, luftgetrockneter Schinken, Roquefortsauce und Walnüsse) zu schwanken, um dann doch wie so oft der Cassis-Zwiebelkonfitüre den Vorzug zu geben. Da die Holde eigentlich immer den anderen nimmt spielt das selten eine Rolle, da der ohnehin zur Hälfte dem Dessert geopfert wird.

Heute hat es leider nicht mehr für einen Crepe zum Nachtisch gereicht, mit kleinen Kindern sollte man einfach frühzeitiger erscheinen, denn wenn der Laden brummt kann es schon eine Weile dauern bis die Bestellung aufgenommen wird. Dummerweise hat sich meine Enkeltochter dann auch noch für Schokolade und Banane entschieden, wo ich doch keine Bananen mag. In 13 Jahren kann ich sie ja vielleicht für Crepe Suzette begeistern. Mädels essen zwei von den Dingern erfahrungsgemäß nie auf. 

Schreibmusik: Jerry Garcia - Garcia

Dienstag, 21. September 2010

Keine Bratnudeln in Han Bao
















Die guten wirtschaftlichen Kontakte Hamburgs zu China schienen jäh abgerissen zu sein. Eigentlich war geplant, dem Chinamarkt auf dem Hamburger Rathausmarkt einen Besuch abzustatten, der mit traditionellem Kunsthandwerk, antiken Möbeln, chinesischer Massage und natürlich kulinarischen Spezialitäten lockte. Alles im Rahmen der Chinatime 2010, die laut diverser Internetrecherchen bis zum 25.9. in Hamburg stattfindet. Leider verschwiegen diese Seiten, dass der Markt seine Pforten bereits am 19. September schließt, oberflächliche Recherche rächt sich manchmal, aber wer kann schon ahnen, dass man sich für exakte Daten durch den ganzen Veranstaltungsplan graben muss.
 
So gab es dann nur eine "Cult Currywurst" mit Brot, die trotz des bescheuerten Namens nicht übel schmeckte, dazu eine Aufklärung über die fehlenden Pagodenzelte, von deren Verschwinden die Dame vom Currywurststand am Vortage ebenso überrascht war.

Immerhin konnten so, gänzlich unbehindert von Pagodenzelten, ganze Gruppen auf  Segways den Rathausmarkt unsicher machen, zusammen mit Gauklern, Straßenmusikern und dem üblichen Mischmasch aus Latte Togo trinkenden Shoppingbabes und Afterworkern im Businessdress, Inna City Gangstas, bettelnden Punks, Obdachlosen und Touristen.

So bunt wie China können wir auch ohne Pagodenzelte. Trotzdem hätte ich gerne mehr gesehen als einen chinesischen Blechdrachen und ein paar wehende Chinatimeflaggen. Und wenns ein Teller Bratnudeln gewesen wäre.

Schreibmusik: n8exzess auf DBWG Radio

Montag, 20. September 2010

Container voll Geschichte(n)
















Auf dem Platz vor der Südtribüne zeugte nur noch ein wenig blaue Farbe vom Spiel gegen den HSV am Vortage, es herrscht wieder die Ruhe nach dem Sturm. Das steinerne Wappen des FC hat die Attacke ebenso unbeschadet überstanden, wie das Containermuseum mit der Ausstellung zum Jahr100, das noch bis zum 31.Oktober zu besichtigen ist.
Im Juli muss in den Containern ein brutales Klima geherrscht haben, im August war ich zu beschäftigt, inzwischen friert man sich den Arsch ab, aber der Besuch lohnt in jedem Fall. Selbst wenn man das Jubiläumsbuch in- und auswendig kennt, die Vereinsgeschichte in den letzten 40 Jahren intensiv verfolgt hat oder sogar dabei war, gibt es hier für Mitglieder, Fans oder auch "nur" Sympathisanten viel zu entdecken, viel zu sehen und zu hören.
Keine Vitrinen voller Pokale, aber die wären auch wesentlich weniger interessant, als die vielen stummen Zeugen der wechselvollen Geschichte dieses kleinen Stadtteilvereins. Einhundert Jahre auf und ab, von schweren Krisen bis zu freudetrunkenen Feiern, von der Gründung der Fußballabteilung, deren Mitglieder man der krankhaften Fusslümmelei bezichtigte, bis zum Aufstieg im Jahrhundertjahr.
St. Pauli unterm Hakenkreuz wird ebenso thematisiert, wie die Pleitejahre und die vielen geplanten Stadien, die sich immer öfter als Luftschlösser entpuppten. Fanstrukturen und -aktivitäten, Streetart, Musik und Magazine, Fanclubs und Fangesänge, USP, Flaggen, Trikots, Fotos, Poster, Pins, das Tagebuch einer Afrikareise von Jens-Peter Box und die Buffer, mit denen Ralf Sievers 1991 den Siegtreffer gegen Bayern München erzielte. Dazu Unmengen an Lesestoff, oft genug so interessant, dass man schnell mal länger in einem Container verweilt und darüber fast die Öffnungszeiten vergisst.

Vergessen hab ich auch, nach dem Skatspiel mit den Spielern der Saison 76/77 zu gucken, aber ich glaube das war nicht ausgestellt. Ich hätte mal fragen sollen, vielleicht bin ich tatsächlich der einzige, der davon noch ein ansehnliches Original besitzt.

Schreibmusik: Alabama 3 - M.O.R.









































Samstag, 18. September 2010

Nasse Landpartie
















Einmal jährlich ist Verwandtenbesuch auf dem Land angesagt, angesichts des bescheidenen Wetters und der nervtötenden Strecke über die unfallträchtige B73, entschied ich mich für einen Umweg über die östliche Elbseite, mit Flußquerung per Fähre Glückstadt - Wischhafen. Unbekannte Strecken sind deutlich reizvoller als eine Route, die man schon gefühlte tausend mal gefahren ist, außerdem muss so ein Navigationsgerät ja für irgend etwas gut sein. So hab ich heute tatsächlich das erste mal in meinem Leben die Elbe mit dieser Fähre überquert, was mit der 20 Minuten langen Überfahrt plus Wartezeit genau 30 Minuten längere Fahrtzeit ausmachte, also nicht wirklich ins Gewicht fiel.

Der Rest bestand, wie immer bei Verwandtenbesuchen auf dem Lande, aus gewaltigen Portionen zum Mittag, bei denen man enorm auf  das Gleichgewicht  der Speisen auf dem Teller achten muss. Hat man nur noch ein Stück Fleisch auf dem Teller, werden sofort  Nudeln dazu offeriert, sind es nur noch ein paar Nudeln bekommt man den Fleischtopf gereicht. Ich hab es immerhin im dritten Anlauf geschafft zu einem Ende zu kommen, was auch dringend geboten schien, denn wie üblich warten ja kurz darauf schon Unmengen an Butterkuchen. Das alles fiel dann schon deutlich ins Gewicht.

Dat wöör aver jümmers mol wedder scheun n beten plattdüütschen Schnack to heurn, dor kunn ik den Rest ok för verknusen.

Schreibmusik: KingBaby - Find My Way

Freitag, 17. September 2010

Die im Süden essen Stäbchen
















Wir im Norden essen Lachs, wie es vor Jahren schon Fettes Brot in ihrem Hit Nordisch by Nature postulierten. Und wenn wir im Norden Lachs essen, dann am besten in der 75 Jahre alten Veddeler Fischgaststätte, malerisch gelegen neben Bahngleisen und einer Zollstation des Hamburger Freihafens, dessen Grenzen gerade fallen und damit die älteste Fischbratküche Hamburgs bedrohen, denn der Standort weckt Begehrlichkeiten, was einige Bezirkspolitiker schon auf die Idee brachte, das Haus unter Denkmalschutz zu stellen.
Was nicht etwa an dem schlichten Holzbau liegt, hier sind es eher die inneren Werte die zählen. Die ständig überfüllte Gaststätte mit dem Charme einer Eckkneipe, in der man mit wildfremden Menschen schnell Kontakt bekommt, bietet die wohl kleinste Speisekarte der Stadt. Begehrt sind hier hauptsächlich die Portionen Backfisch mit Kartoffelsalat in drei Varianten: Baby, Klein und Groß. Darauf warten Kenner vor der Tür auch schon mal über eine Stunde, wie uns in der Wartezeit ein Gast stolz erzählte. Es soll sogar Gäste geben, die für den Fisch extra aus dem Rheinland an die Elbe kommen, Stäbchen sind eben kein Ersatz für richtigen Fisch.
Heute war es auch mal wieder brechend voll, worauf unser Tischnachbar lakonisch auf den Wochentag und die vielen Katholiken in der Gegend hinwies. Leider sind Samstag und Sonntag keine Alternativen, denn geöffnet ist hier nur in der Woche zwischen 11 und 18 Uhr.

Wie ich heute beobachten konnte, gibt es aber auch Menschen die auf den weltbesten Backfisch verzichten und empört wieder abziehen, weil die letzten zwei Plätze an einem Fünfertisch nicht genehm sind. Wer mit der urigen Atmosphäre und der Enge ein Problem hat, der soll halt zuhause Stäbchen essen. Extrawürste für Graf Koks gibt es hier ebenso wenig wie andere Würste, und das ist auch gut so.

Schreibmusik: Fettes Brot - Auf einem Auge blöd

Donnerstag, 16. September 2010

Markante Köpfe
















Mein Kater sieht aus als hätte jemand auf ihn geschossen, so groß ist die Wunde an seinem Kopf, und das ist allein meine Schuld. Wäre ich sofort zum Arzt gegangen, dann hätte man den Tumor eventuell noch weglasern können, der sich über seinem Auge gebildet hatte.
Glücklicherweise erwies sich das ganze trotzdem nur als "Pillepalle", wie es Tierarzt Dirk Schrader nannte, Sorgen muss ich mir jedenfalls nicht machen, in 10 Tagen wird der Faden gezogen und der Rest wächst wieder nach, das wäre mehr ein kosmetisches Problem.
 
Schrader selbst ist ein ebenfalls ziemlich markanter Kopf, auch ohne Wunde, über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, halten ihn die einen für ein Arschloch, wie ich heute verblüfft von jemandem vernehmen musste, die anderen allerdings, zu denen auch ich mich zähle, halten ihn für den besten Arzt den man für sein Tier bekommen kann.

Die Arschlochfraktion bildet sich mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem konservativen Rahlstedter Bürgertum, denn Schraders Herz schlägt deutlich links, seine teils radikalen Ansichten zum Tierschutz, insbesondere der Hamburger Kampfhundeverordnung, gegen die er auch bei Günter Jauch zu Felde zog, stießen nicht überall auf Gegenliebe.

Wolfgang Poggendorf, den ehemaligen Vorsitzenden des Hamburger Tierschutzvereins, nannte er einen Lügner und Betrüger, wurde sogar, wegen eines allerdings ziemlich unpassenden Nazivergleiches, zu einer Geldstrafe verurteilt. Manchmal gehen halt die Pferde mit ihm durch. Zwei Jahre später musste Poggendorf allerdings deutlich mehr zahlen, als er wegen Untreue und Unterschlagung vor Gericht stand. Es gibt Veterinäre, die kennen sich nicht nur mit Tieren gut aus.

Die andere Fraktion weiß sein Haustier dort in den besten Händen, wechselt selbst bei einem Umzug ins Umland nicht den Arzt, oder kommt sogar mit dem ÖPNV aus der Schanze, weil sie ihre Tiere auch dann bestens versorgt wissen, wenn das Geld bei den Besitzern gerade mal knapp ist. Was zu Schraders Beliebtheit bei den Kollegen auch nicht gerade viel beitragen dürfte, aber ich glaube, das ist ihm egal.

Schade nur, dass seine Patienten nicht immer zu schätzen wissen was er für sie tut. Mein Kater war jedenfalls ziemlich knurrig als ich ihn abholen durfte, aber wenigstens hat er nicht die halbe Praxis zerlegt. Sein Vorgänger war darin ein wahrer Meister, aber mit dem war ich auch immer bei den falschen Ärzten.

Schreibmusik: Morcheeba - Blood Like Lemonade

Montag, 13. September 2010

Brisante Nachbarschaftsverhältnisse
















Um herausfinden zu können, ob die Nachbarn in dieser Straße sich nur mit dem Dreschflegel in der Hand aus dem Haus bewegen, sich wenigstens noch freundlich grüßen, oder eventuell sogar zusammen grillen, hätte ich entweder einen Presseausweis oder eine gehörige Portion Frechheit besitzen müssen. Bei beidem muss ich leider passen.

Interessiert hätt's mich schon, denn vor so ziemlich jedem Haus in Kirchwerder und Umgebung steht ein Fahnenmast, was von den ortsansässigen Fußballfans gerne zum Anlass genommen wird, mal richtig Flagge zu zeigen. Knapp eine Woche vor dem Derby liegt der FC etwas besser im Wind, was ich mal als gutes Omen für den nächsten Sonntag werte, schließlich haben wir gegen St.Ellingen endlich mal ein richtiges Heimspiel.

Die Raute wehte zwar in der Überzahl, aber auch in den abgelegensten Stadtteilen Dörfern Hamburgs gibt es kleine, aber feine Widerstandsnester.

In diesem Sinne: Forza!


Schreibmusik: Bob Marley - Exodus

Samstag, 11. September 2010

Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten
















Vielleicht sollte man am 11.September grundsätzlich nicht fliegen, das Datum weckt ungute Erinnerungen. Darauf aufmerksam wurde ich erst durch den Aufkleber auf dem Koffer des vor mir in der Schlange stehenden, sehr arabisch aussehenden Menschen.
Die Gefahr einem terroristischen Anschlag ausgerechnet auf der Strecke Faro - Lübeck zum Opfer zu fallen erschien mir dann aber doch zu gering um deswegen umzukehren, zumal mein Chauffeur zu diesem Zeitpunkt längst über alle Berge war.
Bei Flügen mit Ryanair scheinen die Gefahren auch an anderen Ecken zu lauern, als sich bei der Landung einige Teile der Deckenverkleidung selbständig machten erntete das zwar nur allgemeines Gelächter, aber wäre das schon beim Start passiert, das Lachen wäre wohl etwas verhaltener gewesen.

Den nächsten Trip nach Portugal habe ich zwar schon im Hinterkopf, aber über die Fluggesellschaft werde ich mir bis dahin noch ein paar Gedanken machen.

Freitag, 10. September 2010

Die letzte Bratwurst vor Amerika

















It's the end of the world as we know it, dieser R.E.M. Titel wäre vermutlich vor 1492 in dieser Gegend ein Hit gewesen. Steht man auf diesen Klippen und blickt auf das schäumende Meer, kann das schon den Eindruck vom Ende der Welt vermitteln. Nur Kolumbus, der alte Schlawiner, der hat's nicht geglaubt, hätte die Kirche sich mit ihrer Scheibentheorie behauptet, wer weiß was uns alles erspart geblieben wäre, ganz zu schweigen den Völkern Hinterindiens Amerikas.
 
Die Steilküste war natürlich nicht der einzige Grund des Ausfluges, nachdem ich ja das Restaurant am Ende des Universums schon vor längerer Zeit besucht habe, dazu letztes Jahr auf Fanø in der letzten Brauerei vor England einige Bierchen zischen konnte, war es naheliegend, auch die letzte Bratwurst vor Amerika mal zu essen. Dummerweise haben die nicht nur urdeutsche Bratwürste, sondern auch urdeutsche Öffnungszeiten, um 17:45 ging da schon die Klappe runter.

Der Wind weht an dieser Ecke auch ziemlich heftig, sehr zur Freude der Surfer, weniger zur Freude der Angler und Touristen, die dort manchmal einfach von der Klippe gepustet werden, wenn sie nicht aufpassen.

Leider weht er auch nur dort, nicht hier im Hinterland, was heute ab und zu recht angenehm gewesen wäre. Da der Backofen draußen aber mittlerweile ein wenig Temperatur verloren haben dürfte, werde ich hier nur noch ein paar Fotos anhängen und mich danach, mit ein paar handgemachten Frühlingsrollen und einem kalten Bier, wieder unter das grüne Tipi verziehen.






















































Mittwoch, 8. September 2010

Schlechtwetterfront
















In Portugal ist gerade der Herbst ausgebrochen, die Temperaturen sind schlagartig um gewaltige 10 Grad gefallen und die Einheimischen hüllen sich spätestens am Abend fröstelnd in lange Hosen und wärmende Jacken.
Für Nordeuropäer ein geradezu perfektes Klima, man kann bis in die Nacht mit Shirt und kurzen Hosen draußen sitzen und am Tage schon kürzere Ausflüge in die Umgebung machen, ohne die Befürchtung nach 30 Minuten zu kollabieren. Auf dem 902 Meter hohen Fóia, von dem man bei passendem Wetter einen grandiosen Ausblick bis zur Küste genießen kann, hätte sogar ich irgendwann zu einer leichten Weste gegriffen, aber so lang war der Aufenthalt denn doch nicht.
Auf der Rückfahrt stand eine der wahrscheinlich kuriosesten Ampeln Europas an der Straße, mitten in der Walachei, ohne dass auch nur eine eine einzige Einmündung oder ähnliches zu erkennen war. Einziger Zweck dieses Verkehrszeichens ist die Warnung vor den gewaltigen Wassermassen des nahen Stausees, falls der Damm tatsächlich einmal brechen sollte, was irgendwie kein gutes Licht auf Architekt oder ausführende Baufirma wirft, scheint das Vertrauen in den Damm doch nicht allzu groß zu sein.
      
Glücklicherweise zeigte sie grünes Licht, so dass wir zeitnah im Restaurant des Chefkochs auflaufen können, in dem uns ein exquisites 4 Gänge Menü erwartet, welches wir uns am Vortage auch noch selber zusammenstellen konnten. Bis dahin wirken hoffentlich die zwei Appetizer, die ich gerade unter dem schattigen Dach des Tipis zu mir genommen habe, sonst werde ich spätestens nach der zweiten Vorspeise mit Konditionsproblemen zu kämpfen haben. Ich bin da aber sehr zuversichtlich :D

Den letzten Absatz habe ich natürlich hauptsächlich für die Insider geschrieben, um den Neidfaktor noch ein wenig zu heben. Ich kann manchmal wirklich gemein sein, ich weiß.
Und um die Überschrift mal zu relativieren, es sind immer noch locker 30 Grad im Schatten, es ist genug Schatten da und der Himmel inzwischen wieder wolkenlos.

Schreibmusik: Gibt es in dieser Woche weiterhin nicht, hier herrscht himmlische Ruhe.

Dienstag, 7. September 2010

Kulinarische Grüße aus Portugal
















Mit Labskaus oder Birnen, Bohnen und Speck wird man hier im tiefen Süden sicherlich keinen Hund hinter dem Ofen hervor locken können, wobei ich mich bei dem einen oder anderen Hund natürlich täuschen könnte, aber das Angebot an hervorragenden einheimischen Speisen lässt so schon nichts zu wünschen übrig, steht dann noch ein Chefkoch an Herd oder Grill, kann man sich bald nur noch kugelnd fortbewegen. Geht das so weiter, und ich habe das Gefühl es geht so weiter, werde ich bei Ryanair einen extra langen Anschnallgurt beantragen müssen. 
Ob im "Restaurante Hamburg" tatsächlich so etwas wie Labskaus angeboten wird konnte ich noch nicht eruieren, halte aber Hamburger mit Pommes für wahrscheinlicher. Wenig reizvoll, hat man Alternativen wie eine pikante Chorizo vom Grill, die nicht im entferntesten mit dem aus Spanien importierten Zeugs deutscher Supermärkte zu vergleichen ist (nicht einmal mit der Chorizo, die ich aus Spanien kenne), oder Hähnchen Piri-Piri, angesichts dessen sich die frittierten Teile aus Kentucky in Grund und Boden schämen müssten, wären sie dazu fähig.
Sollte es mit den extra langen Gurten klappen, werde ich demnächst bei den unzähligen Portugiesen in Hamburg mal auf die Suche gehen, vielleicht lassen sich dort ja ähnlich leckere Pastéis de Nata wie in Silves auftreiben. Für die richtig genialen Speisen, wie Feigentarte mit Rotweineis, muss man dann wohl oder übel selber tätig werden.  

Sonntag, 5. September 2010

Nur, um etwas Neid zu erzeugen
















Der schönste Platz in Portugal, auf dem Sofa unter dem grünen Tipi, umgeben von Orangen- und Mandarinenbäumen, mit kalten Getränken und allerhand anderen sehr entspannenden Spezialitäten des Hauses (wahrhaft göttliches Rotweineis, aus eigener Herstellung natürlich) , wo bei 35 bis 40 Grad im Schatten auch mal ein kühlender Luftzug durch die Zweige streift, um die Schweißperlen im Nacken zu trocknen.
Gestern Abend habe ich kurz überlegt dort zu nächtigen, um ehrlich zu sein, habe ich es sogar für eine halbe Stunde intensiv getestet, bevor es dem Hausherrn gelang, mich mit eiskaltem Gin Tonic noch für einige Stunden Morpheus Armen zu entreißen. 
Wenigstens einer meiner wenigen Leser kennt diesen Platz, der wird mich jetzt furchtbar beneiden. Den anderen kann ich nur sagen, der Neid ist berechtigt. Hier kann man durchaus Wurzeln schlagen.

Samstag, 4. September 2010

Die Schlange der zahlenden Deppen
















Man sollte Prioritäten setzen, aber man sollte nicht dafür bezahlen, selbst wenn es sich nur um 8 Euro handelt. Das kostet nämlich das Priority Boarding bei Ryanair, verhindert aber keineswegs, dass man in Schlangen steht.
Zuerst bei der Gepäckaufgabe, dann bei der Gepäckkontrolle und dann beim Boarding. Man steht beim Boarding nur in der rechten Schlange, der Schlange der zahlenden Deppen, die linke Schlange steht zwei Minuten länger, hat aber dadurch immerhin 8 Euro gespart. Einen größeren Einfluss auf die Platzwahl im Flugzeug hat das nur, wenn man gewillt ist, sich rechtzeitig an die Spitze der Schlange zu setzen, diesen Platz zu verteidigen und nach Öffnung der Tore einen Spurt in Richtung Maschine einzulegen.
So richtig Sinn würde selbst das aber auch nur machen, könnte man dadurch komfortablere Plätze erobern, die sind bei Ryanair allerdings kaum vorhanden, die Fensterplätze haben nur den Vorteil, dass man nicht alle 15 Minuten näheren Kontakt mit den Flugbegleitern hat, die entweder ihren Snackwagen durch den engen Gang schieben (Sandwich anyone? Burgers, Snacks, Drinks?) oder anschließend die rollende Mülltone (Any Rubbischhhh?).

Nebenbei gab es noch diverse andere Angebote für Ryanfans, bis hin zum 1 Million Euro Gewinnspiel, nur auf den Heizdeckenverkäufer habe ich umsonst gewartet. Den braucht hier unten sowieso keiner, aber falls jemand einen Kühldeckenverkäufer entdeckt, das wäre eventuell ein Geschäftsmodell, bei 40 Grad im Schatten.

Freitag, 3. September 2010

Der letzte seiner Art
















Nachdem mir der Obst- und Gemüsebetrüger bei Edeka letztes Wochenende schnöde Ortenauer Zwetschgen als Bühler verkauft hat, mein Stammhändler ausverkauft und auch sonst nichts aufzutreiben war, hatte ich das Thema Leibgericht für dieses Jahr ad acta gelegt. Eigentlich.
Doch die großartige Frau Jegotka hat mir dann unverhofft noch einmal Glücksgefühle verschafft. Es ist kaum damit zu rechnen, dass ich in einer Woche nochmal zuschlagen kann, kurzfristig reifte in mir sogar der Gedanke, 1 Kilo mit nach Portugal zu nehmen, aber wer weiß schon, ob das überhaupt legal ist.
Nächstes Jahr im August gibt es ja wieder welche.

Schreibmusik: ElbtonalPercussions - Four Elements

Donnerstag, 2. September 2010

Alle Jahre wieder
















Da wird man in der Firma schon, wenn auch nur indirekt, mit Weihnachten konfrontiert, da kann die Firma Aldi ja nicht zurückstehen. Wann soll man auch Stollen, Weihnachtsgebäck und ähnliches in die Läden bringen, wenn nicht Anfang September.
Nur rot gekleidete Schokoladenhohlkörper waren noch nicht zu sehen, aber die werden sicherlich nicht mehr lange auf sich warten lassen, immerhin sind es nur noch knapp 4 Monate.

Mittwoch, 1. September 2010

Erste Grüße vom Weihnachtsmann
















Meine liebe Kollegin G. plant seit Jahren die Weihnachtsfeiern unserer Abteilung und muss regelmäßig heftige Kritik dafür einstecken, meistens von mir. Bierzeltatmosphäre im Hofbräuhaus liegt mir einfach nicht, egal ob auf dem Dom oder in der hiesigen Dependance der Bayern. Es nervt ungemein, wenn man über Stunden gegen Stimmengewirr und Blasmusik anschreien muss, nur um mit seinen unmittelbaren Nachbarn noch Kontakt halten zu können. Abgesehen davon, Blasmusik!
Das Steakhaus auf der Reeperbahn mit anschließendem Kiezbummel war auch so ein aus der Not geborener Gedanke, dem ich nichts abgewinnen konnte. Zumal mir von vornherein klar war, dass der Bummel ins Wasser fällt. Betriebsausflug zwischen Touristen wäre jetzt auch nicht meine erste Wahl gewesen, aber wenige Wochen vor dem Fest muss man nehmen was übrig ist.
Dieses Jahr überrascht sie mich mit einer extrem frühen Planung, was die Auswahl sichtlich erleichtern sollte. Die haben wir dann auch gehabt, zwischen Snacks und Fingerfood auf der Bowlingbahn, oder anschließendem Besuch des nahe gelegenen Brasilianers, wahlweise eines spanischen Portugiesen.
Voller Stolz überreichte sie mir heute die Karten der Restaurants und des Bowlingcenters, wobei ich als erstes anmerken musste, dass nur ein paar Meter weiter mit dem Ni Hao einer der besten Hamburger Chinesen verfügbar gewesen wäre.
Manchmal bin ich unerträglich.

Immerhin erschien der portugiesische Spanier El Pulpo recht vielversprechend, viele leckere Tapas, Fische, Krustentiere und andere Spezialitäten, sowie die meist positiven Kritiken im Netz, sprachen eindeutig dafür. Rodizio ist langweilig und völlig überschätzt, scheint aber bei einigen Menschen das Zauberwort für exotische und leckere Küche zu sein, auf dem Zettel führte Brasilien mit 4:3, und der dritte Treffer für Portugal entstand auch nur durch meine überzeugende Mithilfe.
Ein unhaltbarer Zustand, dem sofort Abhilfe geschafft werden musste, es galt, bei den restlichen Wahlberechtigten telefonisch etwas Stimmung zu machen, indem ich auf die wirklich hervorragende Speisekarte des Spaniers verwies, gegen die der Spießschnibbler aus Brasilien mit seinen lächerlichen acht alternativen Gerichten kaum eine Chance haben würde. Dachte ich.

Am Ende stand es 8:5 für Brasilien. Demokratie ist manchmal echt Scheiße.
Meine liebe Kollegin G. aber hat dazugelernt und mir heute vor Feierabend den Ausdruck von sehr vielen, ziemlich vernichtenden, Kritiken über den Spießschnibbler gezeigt. Cleveres Mädchen.
Jetzt bin ich ja gespannt, ob sich das Wahlvolk durch mehr Informationen zum umdenken bewegen lässt, noch sehe ich die Chance eines Sieges für Portugal. Oder Spanien.

Da ich gerade kein passenderes Foto hatte gibt es eins vom letztjährigen Weihnachtsmarkt. Ist ja wohl bald wieder so weit.