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Donnerstag, 20. August 2020

Keintrittskarte

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

Da ist es endlich, das gute Stück. Sehr konservatives Design in diesem Jahr, nichts zum bekleben, keine doofen Sprüche und vor allem kein cooles, sehr gutes Saisonmotto. Kein Wunder, außer "Bleibt zu Hause" wäre mir momentan auch nichts passendes eingefallen und das wollen wir alle ja nicht wirklich.

Müssen wir aber voraussichtlich, zumindest für die ersten Heimspiele. Wahrscheinlich macht man es wie mit den Schulen, erst darf keiner hin und wenn sich dann niemand angesteckt hat wird wieder geöffnet. Logisch, oder? Bis dahin wird spekuliert  und diskutiert, zum Beispiel über den Ausschluss der Stehplätze, Alkoholverbot und personalisierte Tickets, was bei einigen Gestalten garantiert sofort für feuchte Hosen gesorgt haben wird, werden doch endlich lang gehegte Wunschträume wahr. 

Eventuell kommt man ja noch auf die zündende Idee Klatschpappen zu verteilen, weil dieses Gebrüll und dieser Dauergesang, das geht ja gar nicht. Schon wegen der Aerosole, ihr wisst ja. Fahnen nur mit Nachweis der chemischen Reinigung, nicht älter als eine Woche.

Was freue ich mich auf diese Saison. Nicht. Bestimmt kann ich mir wieder irgendwann aussuchen, ob ich das Geld für entgangene Spiele zurückfordere oder dem Verein spende, aber was ist wenn ich zwar darf, aber gar nicht will? Nicht, dass ich nicht wollen würde, aber:

Eng zusammengekuschelt in der Hochrisikogruppe Gegengeradenrentner auf der Tribüne sitzen und vor mir nur leere Stehplatzränge, will ich das? Okay, in Íngolstadt oder Sandhausen mag man leere Stadien gewohnt sein, aber ohne Ultras auf der Süd, ohne Gegengeradesupportblock und ohne Nordsupport wird das ebenso aufregend wie Geisterspiele, denn der Support auf den Sitzplätzen hält sich im Normalfall in engen Grenzen. Ist natürlich ganz im Sinne der Gesundheit, schon wegen der Aerosole, ihr wisst ja.

Selber schreien und singen? Mit oder ohne Maske? Mit der Nummer 27, Jan Philipp Kalla FUFFBALLGOBB! Ach nee, einen Fußballgott haben wir ja auch nicht mehr. Scheiße.

 

 

 



Samstag, 28. März 2020

Menschenleer am Wattenmeer

















Eine erholsame Woche in Dänemark, Füße hochlegen, Bücher lesen, Wattwandern und Menschenmengen aus dem Weg gehen, was im März auf Rømø kein Problem sein sollte bei den 20 Einwohnern und 30 Touristen, wird durch die Coronakrise erbarmungslos zunichte gemacht. Grenzen dicht am Anreisetag, da kann man sich das Benzin auch gleich sparen hab ich mir gedacht.

Herrn L. nimmt das weitaus mehr mit, der will ums verrecken raus aus dem Haus und in die Einöde. Die findet er auch recht schnell und bucht eine Ersatzhütte bei den wilden Nordfriesen im heimeligen Dagebüll, von wo aus die noch anwesenden dreieinhalb Touristen zwar auch nicht mehr nach Sylt oder Amrum dürfen, aber man kann die Inseln immerhin vom Deich aus sehen.

Am Dienstag teilt man uns dann mit, dass Touristen eigentlich überhaupt nicht mehr gerne gesehen sind und wir doch bitte am Mittwoch wieder verschwinden möchten. Der kürzeste und sinnloseste Kurzurlaub meines Lebens, aber hey, wir haben 2020 und werden voraussichtlich noch sehr viel schlimmere Dinge ertragen müssen als zwei abgebrochene Urlaube in einer Woche.

Die können wir laut Ferienhausvermietung irgendwann nachholen wenn wir den ganzen Mist überstehen und ich weiß dann immerhin schon, was ich als erstes mache: Fleischsalat vom Schlachter Hansen aus Ladelund kaufen und zum Kaffee dieses halbe Kilo Quarkbüddel aus der Niebüller Backstube besorgen.

Um die berühmten lokalen Spezialitäten kennenzulernen reicht halt auch ein Urlaubstag, wenn man mit den richtigen Tipps versorgt ist.


Fotos dazu: Dagebüll Nordfriesland: Nikon D7200 - Futterkram: Smartphone
Musik dazu: Tamikrest - Tamotaït












 










Mittwoch, 26. Februar 2020

Die Odyssee















Allenthalben wird ja gerne über die Deutsche Bahn gemeckert, über Verspätungen, volle oder kaputte Züge, schlechten Service und so weiter und das ist ganz sicher auch häufig berechtigt, doch in der Regel kommt man an. Irgendwann. Mit Bummelzügen oder auf Umwegen, aber man wird irgendwie schon transportiert werden.

Bei der Deutschen Flug respektive German- oder Eurowings kann so etwas allerdings sehr viel unangenehmer werden. Und teurer.

Aufstehen, morgens um vier, im Urlaub. Macht man nur einmal und auch nur, weil das Taxi zum Flughafen um fünf vor der Tür steht. Eine Stunde nach Faro, zwei Stunden Abfertigungszeremonien, drei Stunden Flug nach Köln, drei Stunden Wartezeit auf den Anschlussflug nach Hamburg und endlich im Flieger sitzen. Etwas beengt in den letzten Reihen, die lange nicht so viel Beinfreiheit haben wie die Sitze im vorderen Bereich, aber für die eine Stunde bis nach Hamburg wird es auszuhalten sein.

Nicht eingerechnet dabei die halbe Stunde auf dem Rollfeld, in der alle gespannt auf den Schub warten, bis der Kapitän einen Computerfehler meldet, der sich mal eben so nicht beheben lässt, weshalb wir da wieder verschwinden müssen. Zurück in der Parkposition würde man den Rechner dann neu hochfahren und er wäre recht optimistisch, dass wir dann unsere Reise fortsetzen könnten.

Eine weitere halbe Stunde passiert nichts, dafür bekommt eine Dame in der letzten Reihe schwere Panikattacken, wie das halt so ist in Flugzeugen die nicht fliegen wollen. Kann vorkommen. Sollten Flugbegleiter drauf vorbereitet sein, deren Privatgespräche wir erst unterbrechen müssen damit sie darauf aufmerksam werden.

Ein paar Minuten später geht es ihr wieder besser, beruhigender als der Schluck Wasser ist vielleicht auch die Nachricht des Flugkapitäns, dass sie heute nicht mehr fliegen muss. Sie nicht und alle anderen auch nicht, der Computerfehler ist leider immer noch da. Aussteigen bitte.

Und tschüss... und nun?

Erst einmal das Gepäck holen ist wohl die beste Idee, wo sich die Gepäckausgabe befindet lässt sich relativ schnell herausfinden, wo die Koffer ankommen nicht so ganz, denn eigentlich sollten die hier ja gar nicht ausgeladen werden. Kommt dann zusammen mit Zürich irgendwann alles angerollt, wird auf zwei Gepäckkarren verladen, Kinder an die Hand und los, den Schalter von Eurowings suchen.

Der ist schnell zu erkennen, an mindestens fünfzig Menschen vor und zwei völlig überforderten Mitarbeitern hinter dem Schalter, von denen einer hektisch telefoniert, während der andere versucht die inzwischen recht genervten Kunden zu beruhigen. Tickets & Service werden hier versprochen, danach sieht es gerade nicht aus. Per Warteschlangengeflüster machen beunruhigende Meldungen die Runde, einen sollen sie in den Flieger nach München gesetzt haben, da gäbe es dann einen Anschlussflug nach Hamburg, aber mehr Plätze nach München wären nicht frei gewesen. Einen Ersatzflug gibt es nicht und Hotelzimmer gäbe es auch keine, weil in Düsseldorf, Köln und einer weiteren Stadt gerade Messen stattfinden würden, im Umkreis von 100 Kilometern ist alles ausgebucht.

Erklärt die leichte Panik in den Augen des Eurowingers, der uns nach einer weiteren halben Stunde Warterei "nur das sagen kann, was ich allen bisher gesagt habe. Es gibt keinen Ersatzflug und es gibt keine Hotelzimmer weit und breit. Nehmen sie sich einen Mietwagen und schicken sie die Rechnung per Email an Eurowings. Ein Stockwerk tiefer gibt es jede Menge Mietwagenfirmen."

Hier begehe ich meinen ersten großen Fehler, das sollte man sich nämlich in jedem Fall schriftlich geben lassen.

Ein Mietwagen also. Einer für fünf Personen, mit Kindersitz und Platz für fünf Koffer und reichlich Handgepäck, das wird nicht einfach. Europcar hat noch einen Opel Corsa, davon bräuchte ich drei. Sixt hätte ein SUV von Jaguar, was zwar schick aber unpraktisch ist, weil man da nur das halbe Gepäck unterbringen könnte und bei Avis gäbe es zwar einen Transporter für das Gepäck, aber nur mit Vorderbank für drei Personen.

Die beiden Herren von Buchbinder beobachten unsere Versuche indessen scheinbar belustigt, sie grinsen jedenfalls beide breit als wir uns ihrem Stand nähern, wohl wissend, dass sie die einzigen sind die uns helfen können. Wir kriegen auch schnell raus, warum sie sich so freuen. "Ich hätte da noch einen Ford Galaxy S-Max" und ja, das hört sich gut an "aber der kostet 900 Euro" schüttet er sofort etwas Wasser in den Wein. Das muss der "Kunde-ist-verzweifelt-und-hat-keine-andere-Wahl Tarif" sein, den ich später auf sämtlichen Seiten vergeblich suchen werde. Der Renault Captur für zehn Tage an der Algarve hat nur die Hälfte gekostet, aber den habe ich halt in Lagos wieder abgegeben und nicht in Lissabon.

Nach inzwischen 16 Stunden auf den Beinen entlockt mir das nur ein "Scheißegal, muss eh Eurowings bezahlen" was mich zu den 900 Öcken für die Karre nochmal 250 Kaution kostet, da fragt man sich aber schon, was Leute machen sollen, die mit ihrer Familie in der Walachei stehen (sorry Köln) und das nicht mal eben latzen können. Bei Eurowings nachfragen hätte wohl keinen Erfolg schätze ich.

Wenigstens erweist sich die Karre als tauglich, wir kriegen Gepäck und Kinder gerade so eben verstaut, eiern trotz Navi bei Dunkelheit und Regen durch Köln bis zu irgend einer Autobahn, die uns zum nächsten und übernächsten Autobahnkreuz führt, bis wir irgendwann auf der richtigen Strecke sind. Glücklich bin ich gerade einzig darüber, bei dem Scheißwetter nicht fahren zu müssen, das übernimmt Junior, der sich schon in Portugal als ganz famoser Chauffeur erwiesen hat. In der Zeit kann ich im Kopf schon ein paar spitze Formulierungen für mein Schreiben an Eurowings entwerfen.

Eine Kindernotfütterung beim Kamener Burger King und drei Staus später erreichen wir Hamburg, nach einer 21stündigen Odyssee, die mit der Bahn vielleicht auch nicht länger gedauert hätte, aber bei dem dauernden Genörgel über die DB kann das ja keiner ahnen. Auf jeden Fall weiß ich jetzt, warum ich Direktflüge immer bevorzuge. Wäre die Kiste in Faro verreckt, hätten wir immerhin noch ein paar Tage an der Algarve verbringen können.   

Was man bekommt für den ganzen Stress:
Mehr graue Haare.
Laut FluggastrechteVO eine Entschädigung von 250 € pro Person, die man in solch glasklaren Fällen auf jeden Fall selber einfordern sollte, statt sie für 30% Provision an eine der zahlreichen Inkasso-Dienste zu verschleudern. In diesem Fall hat Eurowings jedenfalls ohne zu mucken gezahlt.

Was man nicht bekommt für den ganzen Stress:
Die Kohle für den Mietwagen, weil "zu Ihrem Fall keine Angabe in unserem System vorliegt, dass eine Sonderregelung getroffen wurde. Daher ist es uns nicht möglich, die von Ihnen erwähnte mündliche Vereinbarung nachzuvollziehen."

Danke Eurowings, legt euch gehackt.


Foto dazu: EW Schalter Köln
Musik dazu: Loop Guru - Loop Bites Dog

Freitag, 16. August 2019

Vorsicht Zwetschgenbeschiss















Der jährliche Pflaumenpfannkuchenerinnerungspost kommt diesmal eine ganze Woche zu spät, weil ich in den letzten Tagen damit beschäftigt war 2.5 Kilogramm der kleinen blauen Früchte zu entkernen und einzufrieren, sowie weitere 2.5 Kilogramm in mein Leibgericht zu investieren. Laut Kalorienzählerapp schlägt ein so'n Teil mit 1312 Kalorien zu Buche und über den Zuckergehalt darf man dabei auch nicht nachdenken, aber wenn man beim Frühstück etwas spart und eine Tagesmahlzeit ganz wegfallen lässt und überhaupt - es ist nur ja einmal im Jahr Zeit für Bühler Zwetschgen. Scheiß was drauf.

Eigentlich war das Thema damit durch, denn auch ein Leibgericht hängt nach sieben Tagen zum Hals raus, was schließlich der Plan war. Dennoch begehe ich den Fehler und schaue ein paar Tage später in Ahrensburg beim Obst & Gemüsehändler rein, nur weil zufällig daneben ein Parkplatz frei ist. Mit wenn und dann und einer geht noch im Kopf betrachte ich die Auslage. "Was ist denn das für eine Sorte?" frage ich die Dame hinterm Tresen. "Bühler!" entgegnet sie mir strahlend. Für Bühler sind die eigentlich etwas zu groß finde ich, aber nachdem sie mir mit entwaffnendem Lächeln erklärt, sie würden immer nur die großen nehmen und sie hätten auch letzte Woche schon welche gehabt und nächste bestimmt auch noch, werde ich weich.

Statt eine zu probieren, ich Idiot. Beim Entkernen der ersten Zwetschge wird mir schlagartig klar, dass das keine Bühler sein können. Viel zu festes, helles und furztrockenes Fruchtfleisch, null Saft. Wahrscheinlich irgendein billiges Zeugs aus Ungarn, Sorte Orbán oder so, auf keinen Fall taugt das für Pfannkuchen, die Dinger kann man nicht einmal pur essen.

Bei einem Gegenwert von dreifuffzig mache ich normalerweise keinen Aufstand, aber wenn man mich um mein Lieblingsfutter behumpst werde ich stinkig. Das ist wie früher von der Schule nach Hause kommen und sich auf Frikadellen freuen und dann gibt es doch nur Fischstäbchen, kann den ganzen Tag versauen, so etwas nehme ich persönlich.  

Das ist entweder Absicht oder Ahnungslosigkeit. Ersteres wäre mindestens eine Unverschämtheit, letzteres für den Fachhandel ein Armutszeugnis, erst recht wenn man behauptet das schon seit 30 Jahren zu machen. "Die Kunden waren immer zufrieden" ist auch kein Argument, bei der Menge an mittelmäßigem Pflaumenkuchen in den Bäckereien traue ich anderen Kunden noch weniger als dem Fachhändler.

Außer der Frau Unger im weltbesten Sengana Hofladen, die mich am nächsten Tag zu trösten wusste. Nachher also noch einmal 1312 Kalorien, dann ist aber auch gut.


Foto dazu: nur echte Bühler für die Pfanne
Musik dazu: Johnny "Guitar" Watson - Bow Wow


Donnerstag, 17. Januar 2019

Augen auf beim Gebrauchtwagenkauf
















Geht mal etwas größeres kaputt, dann meistens wenn keiner damit rechnet. Am besten kurz vor Weihnachten, das ist ein geradezu idealer Zeitpunkt. Gott sei Dank kann ich ganz gut rechnen und habe daher auch damit gerechnet, dass ein 21 Jahre alter Polo nicht mal so eben eine neue Plakette vom TÜV bekommt. Angesichts der schier endlosen Liste erheblicher Mängel war allenfalls verwunderlich, dass der Schrauber von nebenan noch eine Reparatur in Betracht zog. Einen Kostenvoranschlag von 1800 Euro erstellen, für eine 21 Jahre alte Rostlaube, da braucht jemand scheinbar verzweifelt Kunden.

Also muss eine neue alte Karre her, möglichst in den vier Wochen vor Weihnachten. Mit beschränktem Budget, was heutzutage kein Problem mehr sein sollte, man muss ja nicht mehr die Anzeigenteile der Tageszeitung durchforsten oder Händler abklappern, man gibt die Rahmendaten einfach bei den großen digitalen Gebrauchtwagensuchmaschinen ein und voilà, ein Schnäppchen jagt das andere. Oder so.

Alle Nase lang gibt es hier fantastische Angebote, die meist zu gut klingen um wahr zu sein und es dann auch nicht sind, wie der knallrote Focus mit den glänzenden 18 Zoll Alufelgen und 150 PS, scheckheftgepflegt und nur 18000 Kilometer gelaufen. In sieben Jahren? Stand der als Götze im Wohnzimmer oder zu lange in der Werkstatt? Ein näherer Blick und der warnende Satz mit den starken Lack- und Blechaufwerfungen enthüllte einen notdürftig mit der Lackspraydose ausgebesserten Totalschaden, Spaltmaße jenseits von Gut und Böse. Wer auch immer was auch immer mit der Karre angestellt hat, hier war schon sehr viel Lack ab.

Ganz groß auch der Polo mit 60 PS und Anhängerkupplung, der bei 54.000 Kilometern ein neues Getriebe bekam. Das hat jetzt aber auch schon 12.000 auf der Uhr und ich weiß nicht recht, vielleicht war der Wohnwagen doch etwas zu schwer für so ein kleines Auto?

Ab und zu findet man aber dennoch etwas in annehmbarer Entfernung, wie den Mazda 3 im Nachbarkaff vom Nachbarkaff, der einen näheren Blick wohl wert schien. Bombige Beratung, sehr nett, äußerst zuvorkommend, beantwortet sogar Fragen die man gar nicht hatte. Sehr gepflegtes Rentnerfahrzeug mit wenig Kilometern, Scheckheft, HU neu, keine Schramme am Lack und kein Fussel im Innenraum der da nichts zu suchen hätte. Fast perfekt, wäre der Preis verhandelbar gewesen, doch leider wird das Fahrzeug im Kundenauftrag verkauft, so wie der andere Mazda dahinter und der Skoda daneben und der Ford und und.. und so spart man sich als Zwischenhändler ein halbes Jahr Gewährleistung und ich mir weitere Verhandlungen.

Das ewige Problem beim Kauf von Gebrauchtwagen ist das mangelnde Vertrauen in eine Branche, die möglichst günstig erworbenes Altmetall möglichst gewinnbringend wieder verkaufen möchte, werden dann noch irgendwelche Fallstricke offensichtlich kann der Händler noch so nett und freundlich sein, stellt sich zwei Tage später heraus dass die Zylinderkopfdichtung im Eimer ist habe ich die Arschkarte.

Auf dem Rückweg einfach mal spontan den nächsten Autoverkaufsfriedhof angesteuert, jede Menge Zeugs für das angedachte Budget dabei und ein sehr informatives und sehr unterhaltsames Gespräch mit dem schon etwas angeheiterten russischen Schrauber geführt, von dem der Inhaber des Ladens hoffentlich nie erfährt, Ergebnis: Alles Schrott.

"Guckst den Benz da? Siehst du Rost schon von hier, alles Schrott Benz." Opel? "Bewahre Opel. Motor immer kaputt. Alles Schrott. VW auch Schrott, nur teurer." Und was ist mit Ford? "Nujaa, Ford hat man ja immer gesagt ist Türkentransporter, früher, weil Türken alles transportiert nach Istanbul mit Ford. Aber ist eigentlich zuverlässig."
Hurra, es gibt noch eine Marke die man in Erwägung ziehen könnte. Ist aber nichts da, außer Fiestas in zu klein und zu teuer. Was ist denn eigentlich mit Hyundai? Da hab ich neulich was nettes gefunden im Netz. "Jaa, nicht schlecht, Hyundai nicht schlecht, kann man kaufen, aber hab nix da."

Der Hyundai Vertragshändler um die Ecke war auch sehr nett und zuvorkommend, hat stolz die neuen Modelle vorgeführt, die natürlich noch toller sind als die alten Modelle, die aber auch noch toll sind und davon stehen jede Menge auf dem Hof. Leider steht heutzutage bei Vertragshändlern kaum noch etwas unter 10.000 Euro herum, wer sich einen Neuwagen leistet gibt meistens einen ab, der die neue Kiste halbwegs finanzieren hilft. Das Altmetall landet beim Höker mit den bunten Fähnchen oder gleich im Export, was viele logischerweise bevorzugen. Aus den Augen, aus dem Sinn. Was für 'ne Garantie?

Das Rennen machte am Ende der Toyota eines (von der AutoBlöd, aber immerhin) ausgezeichneten Toyota Vertragshändlers, weil der Inhaber von Protz-Mobil auf seiner Webseite hauptsächlich Fotos seines geilen AMG zeigte und ein Skoda Roomster zwar viel Platz bietet, aber 69 PS und eine Anhängerkupplung? Was sagt denn das Getriebe so dazu?

Jetzt hoffe ich nur noch, dass die legendäre Zuverlässigkeit meines alten Corollas auf den Auris auch ein wenig abgefärbt hat, das erste Jahr ist ja noch Garantie drauf.

Beispielfoto dazu: Dello Ahrensburg (hat nichts mit der Geschichte zu tun)
Musik dazu: Nils Koppruch - Caruso (aus der Reihe: Unverzichtbare Lieblingsplatten)

Donnerstag, 24. August 2017

Auf Kollisionskurs
















Das ist aber auch zu doof bei diesen Booten, dass man nach links lenken muss wenn man rechts abbiegen will.


Foto dazu: Giethoorn/NL - Nikon D7200 (es ist nichts passiert)
Bier dazu: Grimbergen Blond 6.7%
Musik dazu: Sade - Diamond Life

Donnerstag, 25. Mai 2017

Verschollen im Hafen
















Eine Fotosafari mit dem allerbesten Fotosafariplaner überhaupt. Nicht. Zur Nachahmung daher nicht unbedingt empfohlen.

Die Hamburger Presse ist schnell dabei wenn es um irgendwelche Superlative geht, ganz besonders im Hafen. Das größte Dings und das längste Bums, diesmal eines das nicht unter die Köhlbrandbrücke passt und daher am Burchardkai festmachen muss, ein ganz großes Dingsbums. 400 Meter lang! Mehr als 20.000 Container! Die MOL TRIUMPH, eines der größten Containerschiffe der Welt! Im Hamburger Hafen! Weltsensation! Zwar ohne 20.000 Container, weil man die Elbe dafür noch ein paar Meter mehr ausbaggern müsste, aber trotzdem: Weltsensation!

Natürlich sind diese Berichte garniert mit schicken Bildern, unter anderem einer Nachtaufnahme vor der Köhlbrandbrücke, aus einer mir völlig unbekannten Perspektive. Das erweckt unglücklicherweise meine Neugier und ich beschließe, auch so ein Foto machen zu wollen. Zwei Tage habe ich Zeit bis der Pott wieder verschwindet, am ersten regnet es, am zweiten dummerweise nicht und ich mache mich auf den Weg.

Hafengebiet! Das erfordert seriöse Planung, wo ist dieser Standpunkt und wie kommt man da am besten hin? Kommt man da überhaupt irgendwie hin? Die moderne Technik bietet vielfältige Hilfsmittel, der Standpunkt ist mit der Hilfe von Google Maps relativ einfach zu ermitteln, jedenfalls wenn man weiß wo der Burchardkai ist. Laut Google Earth ist gegenüber unwirtliches Ödland mit Grünstreifen am Elbufer, aber die Aufnahmen sind von 2007, da kann inzwischen wer weiß was sein, Raffinerien, Tanklager, Containerstellplätze.

Wahrscheinlich kommt man mit dem Auto da hin. Man müsste auf die A7 und durch den Elbtunnel, was schon doof genug ist, dann Waltershof runter und darauf vertrauen, dass das Navi aktuell genug ist und man nicht irgendwann vor abgeschlossenem Firmengelände steht. Mit dem Auto im Hafen kann auch dazu führen, dass man eine halbe Stunde vor einer abgesperrten Kreuzung auf einen Schwertransporter warten muss und möglicherweise gibt es da überhaupt gar keine Parkplätze.

Beim genaueren Betrachten der Karten kommt mir die vermeintlich beste Idee überhaupt, ich fahre nach Altona, parke die Karre am Fischmarkt, setzte mit der Fähre über zum Bubendey-Ufer und geh die paar Meter einfach zu Fuß. Gedacht und ausgeführt. Dass ich erst einen Parkplatz kriege, der ungefähr mittig zwischen den Anlegern Fischmarkt und Dockland liegt, geschenkt. So kann ich mir wenigstens aussuchen wo ich ein- und aussteige, auch wenn ich dafür ein wenig laufen muss. Zurück zum Fischmarkt...


Die Fähre kostet eine Tageskarte, der anschließende Marsch eine Menge Nerven, denn die paar Meter am anderen Ufer entpuppen sich gefühlt als paar Kilometer, immer schön am Rand entlang, links die Flutschutzmauer, rechts eingezäuntes Ödland, geradeaus Weg ohne sichtbares Ende. Immerhin ein schattiger Grünstreifen unter Bäumen, was angesichts der immer noch 26 Grad ein Segen ist. Ein sehr kleiner, denn der Weg will nicht enden. Sogar Menschen kommen mir einmal entgegen, nur zwei, aber immerhin, ich bin nicht der einzige Bekloppte der hier am Arsch der Heide rumläuft.

Da ich praktisch veranlagt bin habe ich das Handy in der Firma vergessen, weiß also weder wie spät es ist, noch kann ich feststellen wo ich bin. Die Sonne steht schon ziemlich tief und bisher habe ich nur eine leise Ahnung, wo dieser Hotspot sein könnte. Die Planung erweist sich aber wenigstens in diesem Punkt als gelungen, denn der Weg führt tatsächlich direkt zum Ziel. Zuerst zu einer breiten metallenen Treppe mit einem Tor, das zur anderen Seite der Flutschutzmauer führt. Theoretisch, denn es ist mit Kette und Vorhängeschloss gesichert und klettertechnisch wahrscheinlich nicht einmal von sportlichen Mittzwanzigern zu bewältigen.

Wozu baut man so etwas, wenn man es dann nicht benutzen kann? Bleibt nur die rostige Leiter an der Mauer, eine dieser steilen Hafenleitern, die man freiwillig nur benutzen würde wenn man besoffen ins Wasser gefallen ist. Unerwartet bekomme ich dabei Hilfe von den Cops, die hier gleich mit vier Leuten zum Schiffe gucken vorgefahren sind, denn selbstverständlich gibt es hier eine Straße. Und Parkplätze ohne Ende, keine zehn Meter entfernt. Muss man wissen.

Die Uniformierten erweisen sich trotz anfänglich skeptischen Blicken als wahre Freunde und Helfer, ich muss nur meinen alten Kadaver über die Mauer hieven, die Ausrüstung wird mir gereicht. Sehr nette Leute, muss ich schon sagen. Wahrscheinlich haben sie mit professionellem Blick erkannt, dass ich schon von der Latscherei ziemlich fertig war und sich erinnert, dass man älteren Menschen helfen soll, auch wenn es Zecken sind.
Im Gegenzug können sie dann auf der Wache erzählen, sie hätten einem St.Pauli Fan mit FCK NZS T-Shirt geholfen und der hätte sich sehr höflich und in angemessenen Worten für die Hilfe bedankt, das erleben die bestimmt auch nicht so oft.

Der Hotspot auf der anderen Seite der Mauer ist schnell zu erkennen, einmal durchs Gebüsch und um die nächste Ecke, wo die ganzen Freaks mit den Stativen stehen hat man den besten Blick. Es sind auch noch diverse Standorte zu vergeben, also flugs das Stativ aufgebaut und ein paar Probeaufnahmen im Abendlicht gemacht. Danach heißt es rumstehen, mit den Umstehenden ein wenig vom Fach simpeln (alle mit dem Auto da, na klar) und auf die blaue Stunde warten.

Aber kaum gehen drüben die ersten Lichter an wird die Aussicht gestört, durch weitere 366 Meter Containerschiff, die CMA CGM ALASKA, von drei Schleppern langsam in den Hafen bugsiert. Mein Nebenmann ist wenig begeistert, lag ihm doch vor zwei Tagen schon ein Feeder stundenlang vor der Nase und nun dies, doch die Aufregung ist unbegründet: Innerhalb einer knappen halben Stunde haben sie den Kahn hinter den beiden anderen Giganten eingeparkt. Muss man können.


Wenn nicht gerade ein dämlicher blauer Schaufelraddampfer im Hafenbecken herumkurvt kann man hier ganz toll Containerfrachter fotografieren, was mich eine ganze Weile beschäftigt. Dadurch bin ich jetzt im Besitz von 50 mehr oder weniger ähnlichen Fotos in diversen Phasen des Sonnenuntergangs, von denen ich ungefähr die drei machen wollte, die ich letztlich auch behalten werde.

Inzwischen ist es dunkel, daher latsche ich auf dem Rückweg lieber über die alte Pflasterstraße, um mich auf dem Grünstreifen nicht noch auf die Nase zu legen. Super Idee, abgesehen vom harten Pflaster wähle ich damit den deutlich längeren Weg, weshalb ich den Anleger nicht auf Anhieb finde. Auf dem sitze ich dann irgendwann alleine rum und hoffe, dass ich nicht die letzte Fähre verpasst habe. Mein einziger Anhaltspunkt ist das Datum der Kamera, nur leider habe ich keine Ahnung ob die auf Sommerzeit eingestellt ist.

Ich stelle mich schon seelisch darauf ein, auf dem angrenzenden Parkplatz einen LKW Fahrer aus der Koje zu holen, sonst ist hier weit und breit kein Mensch der mir ein Taxi rufen könnte, doch der Notfall tritt nicht ein, die HADAG fährt noch.

Bis Dockland diesmal nur, in der Hoffnung die Karre könnte doch etwas näher dran sein als am Fischmarkt. Aber nein, es ist wirklich ziemlich genau in der Mitte zwischen den beiden Anlegern. Wenn schon verkacken, dann richtig.

Beklopptes Hobby, aber wenigstens kommt man mal an die frische Luft.

Fotos dazu: MOL TRIUMPH, Burchardkai Hamburg, Nikon D90
Bier dazu: Wacken Beer Baldur, Nordic Märzen, 5.5%
Musik dazu: Hattler - Live Cuts














Donnerstag, 15. Oktober 2015

Schnapsidee
















Der Mensch ist ein Jäger und Sammler und weil es heutzutage nicht mehr so wahnsinnig viel zu jagen gibt, beschränkt sich das inzwischen meist auf die Sammelei. Welcher Teufel mich vor einigen Jahrzehnten auf die blöde Idee brachte, Miniaturen von Schnapsbuddeln zu sammeln, ich weiß es echt nicht mehr. In jedem Urlaub sind etliche Flaschen dazugekommen, Enzian und Bärwurz aus Österreich, Schokoladenlikör aus der Schweiz und Pfefferminzlikör aus Holland, aus Frankreich Cognac, Armagnac, Pastis und Calvados, wo immer ich war: Kaufrausch. Alles mitnehmen, zumindest alles was irgendwie schick oder selten ist - und in Norddeutschland war halt alles selten, außer Köm.

Auf Mallorca hab ich extra die Touristenfalle noch einmal besucht, die kleine Einkaufsnetze mit Miniaturen zum Sonderpreis anbot. Natürlich enthielten diese Netze höchstens eine der schönen mit Pisco gefüllten Skulpturen, aber dafür viel buntes Gedöns für die zweite und dritte Reihe. In der ersten Reihe standen die "wertvollen" Stücke, italienische Liköre mit echten Früchten, von der Walderdbeere bis zur Miniaturbirne, auf 3000 Exemplare limitierte Sonderauflagen für nur 10 Deutsche Mark pro Flasche, mit denen mich das Getränkeparadies Wolf in der Schanze regelmäßig versorgte, neben den preislich ähnlich gelagerten exquisiten Pullen und Miniaturkrugsonderauflagen mit Rum und Whisky. Dazu regelmäßig Mitbringsel von Freunden und Verwandten, die aus dem Urlaub lokale Spezialitäten anschleppten um mir eine Freude zu machen, rare Single Malts aus Schottland oder Zitronenlikör aus Korsika, die Sammlung wuchs und wuchs.

Dass man sich besser auf irgend etwas beschränken sollte habe ich dann irgendwann in Venedig gemerkt, in einem äußerlich winzigen Laden für Miniaturschnapsflaschensammler, über den wir rein zufällig gestolpert sind. Trilliarden italienische Liköre, die in bunten Farben aus allerlei verschieden geschliffenen Karaffen funkelten, ließen mich auf dem Absatz kehrt machen. Um da auch nur zehn oder zwanzig Flaschen auszusuchen hätte ich Tage benötigt, ich wäre entweder wahnsinnig oder eine irre Summe losgeworden, wahrscheinlich beides.

Seither beschränke ich mich auf Whisky, was meinen persönlichen Neigungen am ehesten entspricht. Der hält sich auch meist besser als die italienischen Liköre, bei denen inzwischen Trockenfrüchte in einer halb verdunsteten Brühe schwimmen, wenn sich der Flaschenboden nicht vorher schon völlig aufgelöst und den Inhalt freigegeben hat. Ausgetrocknete Whiskyflaschen kann man außerdem zur Not mit billigem Weinbrand auffüllen, bei Creme de Menthe oder französischem Brombeerlikör wird es schwieriger.

Durch die Renovierung bin ich endlich dazu gekommen, den ganzen Kram mal aufzuräumen und den Schrott zu entsorgen. Das nächstes Mal muss ich nur noch etwa sechshundert Flaschen abstauben. Für den einen oder anderen guten Whisky wäre jetzt allerdings wieder Platz...

Aber das ist eine Schnapsidee.  

Schnapsfoto: Sektion Schottland, erste Putzrunde
Schnapsgetränk: Myers Rum / Lumumba
Schnapsmusik: Bad Company - Bad Co. (2015 Special Edition)

Sonntag, 27. September 2015

Lego für Erwachsene
















Mein Ikea-Rohbau steht in knapp eineinhalb Stunden, zwei mal zwei Meter PAX Kleiderschrank inklusive der vier fachmännisch angebrachten Türen und einem Raumtrenner im Mittelteil, der später vier von insgesamt sechs ausfahrbaren Drahtkörben beherbergen soll. Später ist, nachdem der letzte der Renovierhelden auch noch das Verdunkelungsrollo und die Gardinenstange angebracht hat und sich nach Tagen der Renovierungsplackerei in den verdienten Urlaub verabschiedet. Den weiteren Innenausbau mache ich selber, trotz der vielfältigen Gerüchte über Ikea kann das so wild nicht sein. Das ist Lego für Erwachsene, wie Herr H. immer zu sagen pflegt, also auch von Doppellinkshändern wie mir zu bewältigen.

Bevor ich mich an die Arbeit mache übe ich mit dem Ablagetisch HURDAL. Seine Utensilien auf der Heizung ablegen zu müssen nervt, da hat das Tischchen oberste Priorität. Die Anleitungen erinnern tatsächlich an Lego, wahrscheinlich hätte sogar die Prinzessin das kleine Ding in einer halben Stunde fehlerfrei zusammengedengelt, aber die ist auch kein Doppellinkshänder. Idiotensicher ist der Anleitungscomic nämlich nur, wenn der Idiot den Comic mindestens dreimal gelesen hat. Dann sieht er auch, warum das gar nicht passen kann was er gerade versucht zu bauen.

Der Vorteil dieses Ikeasystems ist, dass es nichts bringt FAST alles richtig zu machen, der kleinste Fehler macht sich früher oder später bemerkbar. Schrauben, Holzdübel, Schraubdübel, Kontermuttern und das ganze Zeug ist in genau passender Anzahl vorhanden. Ist etwas übrig, hat man vergessen das irgendwo einzubauen. Vermisst man etwas, ist es nicht nötig. Wenn man nicht vergisst, die zwei Schrauben in der Bodenplatte einzusetzen, dann benötigt man auch keine Unterlegscheiben für die Halterungen der Drahtkörbe. Passt alles exakt, wie bei Lego.

Nur, dass so ein Star Wars Fighter aus sehr viel mehr Teilen besteht. Ikea wäre für Kinder wohl zu langweilig, sonst wüsste ich schon, wer meinen nächsten Schrank zusammenbauen darf.

Legofotos: Kompaktknipsendokumentation
Legobier: Auris 19, Riegele Biermanufaktur, Doppelbock 9.0%
Legomusik: Widespread Panic - Street Dogs


Montag, 27. Juli 2015

Das GANZE Stadion












Saisoneröffnung. Der einzige Zweitligaspieltag mit normalen Bundesligaanstoßzeiten, weil die erste Liga noch Pause macht. Dadurch kann ich halbwegs ausschlafen, denn Nachts kriege ich vor lauter Vorfreude kein Auge zu. Das ist so ein furchtbarer Wundertütentag, keine Ahnung was die Mannschaft aus der letzten Saison gelernt hat, keine Ahnung ob sie überhaupt was gelernt hat, ob die Jungs unter Ewald solche Fortschritte gemacht haben, dass man nicht wieder die ganze Saison über Ködel inner Büx haben muss. Keine Ahnung wie gut Bielefeld wirklich ist, außer der Aufstiegseuphorie und dem Stürmer, der letztes Jahr doch nicht zu uns wechseln wollte. Keine Ahnung warum die uns Görlitz und Nöthe abgekauft haben, aber wenn einer von denen spielt müssen wir mindestens zwei Tore schießen um zu gewinnen, kennt man ja. Wie soll man da in den Schlaf kommen?


Stadioneröffnung. Das Millerntor ist endlich fertig, alle Tribünen. Ein richtig schmuckes Wohnzimmer für fast 30.000 Menschen, ein Traum wird wahr, den man noch vor zehn Jahren kaum für möglich gehalten hätte. Dazu soll es eine, dem Anlass angemessene, Monsterchoreo geben, an der Ultrà Sankt Pauli, der Supportblock Gegengerade und Nord Support beteiligt sind. Gröni hat im Vorwege schon die Näherei fotografieren dürfen, sieht nach riesigen Blockfahnen für die drei Tribünen aus. Die wahrscheinlich größte und teuerste Choreo in der Geschichte des Vereins, darum nehm ich ausnahmsweise die dicke Knipse mit. Der Spaß soll mit extra angefertigten Schals zum Teil refinanziert werden, so ein Ding will ich unbedingt haben, also rechtzeitig da sein bevor die ausverkauft sind. Soll nicht für alle reichen, was man so hört.

U Bahn Feldstraße. Scheiß Sankt Pauli! Scheiß Sankt Pauli! Wasn das fürn Empfang bidde? Kaum erblickt man das Tageslicht, läuft einem die Bielefelder Dumpfbackenfraktion über den Weg, höchstwahrscheinlich mit Rautenunterstützung auf dem Marsch ins Stadion, immer tapfer begleitet von den Schildkröten. Was ich in diesem seltenen Fall durchaus als beruhigend empfinde, ich bin zu alt für diesen Scheiß. Hoffentlich verkacken wir das nicht, wenn ich etwas hasse, dann ist es gegen Vereine mit ner unsympathischen Fanszene zu verlieren. Auf dem Weg über den Dom laufen ein paar deutlich weniger gestresste Bielefelder herum, ich würde beinahe wetten, die haben heute mehr Spaß als ihre pubertären Adrenalinbrüder.

Gegengerade. Keine drei Monate ist es her, da ist mir hier der Quotenrocker nach dem glücklichen Sieg gegen Brause Leipzig freudestrahlend um den Hals gefallen und irgendwie war ich danach sehr optimistisch, dass mir das auch in dieser Spielzeit dann und wann passiert. Jetzt schafft er es doch nicht mehr ans Millerntor und der Gedanke daran tut weh, obwohl ich ihn eigentlich kaum kannte und wir uns nur durch einen Zufall vor drei Jahren im Knust über den Weg gelaufen sind, ich werde ihn vermissen. So ein unglaublich herzlicher und netter Mensch, es trifft immer die falschen. RIP Quote, ich hoffe auf Wolke 7 gibt es alle Spiele Deines geliebten Clubs live zu sehen. Leg ein paar gute Scheiben auf da oben und falls Dir mal der Fußballgott über den Weg läuft, leg ein gutes Wort für uns ein, auf Dich wird er hören.

Fanräume. Vor dem Eingang stehen ein paar völlig desorientierte Leute herum und die Pauliane hat ein Kondolenzbuch mit, in das ich mich eintragen darf. Ich müsste auch noch einen wirklich passenden Aufkleber dazupappen und habe sogar einen dabei, aber das fällt mir natürlich erst Stunden später ein. Noch ein paar kurze Biertipps mit KleinerTod ausgetauscht, der sich ein Ratsherrn Summer Ale gönnt, dann bin ich wieder unterwegs. Vernünftiges Bier im Stadion, DAS wäre mal eine bahnbrechende Neuerung. Wooo gibt es die Schals? Überall laufen Leute mit diesen schicken Choreoschals herum, aber auf die Frage nach einem Verkäufer gibt jeder eine andere Antwort. An dem Stand da vorne. Da hinten an der Ecke. Da links am Zaun. Die laufen hier rum. Vor der Südkurve. Ausverkauft. Aaaaaargh! Verdammt! Der letzte Tipp ist der beste: im Stadion. Also rein da jetzt.

Stadion. Ein Schal, ein Bier und ab dafür. Mal auf den Stehern gucken, ob die alten Nachbarn schon da sind und guten Tag sagen, bevor ich mich auf die Suche nach meinem schicken neuen Plastiksessel mache. Leider niemand anzutreffen, eine Stunde vor Anpfiff nur neue Gesichter, dann kann ich auch nach oben gehen. G2 und G6 hab ich schon gesessen, schaun wir mal wie sich von G4 aus gucken lässt. Scheinbar falscher Aufgang, ich hätte den anderen nehmen sollen, denn hier muss ich mich durch eine ganze Sitzreihe ackern bis zu meinem Platz. Exquisite Sicht auf die Mittellinie, heißa. Und auf das ganze Stadion! Das GANZE Stadion! Mit Herzsitzplätzen auf der Nord, die ich schon auf den Stehrängen fotografiert habe, solange die Herzen noch zu sehen waren, langsam wird es voller.

Neue Nachbarn. Scheinbar bin ich in der Kinderecke gelandet, die Jungs neben und hinter mir könnten jedenfalls meine Kinder sein, wenn ich so spät noch gewollt hätte. Wenigstens riecht das nach Support, die sind gut drauf, ich muss nicht alleine schreien und singen. "Sind Sie nicht der Fotograf vom Wutzrock gestern?" fragt mich jemand von hinten. Hihi, jetzt wird man schon wiedererkannt, nur weil man auf Festivals mit ner etwas dickeren Kamera rumläuft? "Naja," sag ich, "einer von vielen." Vielleicht verwechselt er mich auch nur mit dem Malzkorn, der lief da auch rum, hatte ebenfalls einen grauen Zopf, eine noch viel dickere Kamera und, was noch viel wichtiger ist, einen Presseausweis. Sollte ich mir fürs nächste Wutz auch mal besorgen, wozu hat man Kontakte.

Hamburger Wetter. Feinster Sonnenschein und fast tropische Temperaturen für unsere Verhältnisse, mit Aussicht auf blitzbeleuchtetes Schwarzgewölk und Nordsee von oben. Tropsdem! Einmal im Jahr muss man mit kurzer Hose und Leichtbekleidung ins Stadion gehen können! Dreiviertel der Saison finden gefühlt im Winter statt, also heute. Basta. Eine halbe Stunde vor Anpfiff geht es los, Himmelarschundwolkenbruch. Der Rasen wird naturgewässert, aber sowas von, sogar auf den Sitzplätzen kommen noch Tropfen an. Jedenfalls in der ersten Reihe *g*.
Das Stadion singt und feiert. "Hamburger Wetter, wir haben Hamburger Wetter." Ich versuche mich derweil krampfhaft zu erinnern, wann wir das letzte Spiel bei Schietwetter auch gewonnen haben. Eine Garantie für Heimsiege ist das schon länger nicht mehr.

Neue Nachbarn, schon wieder. Man ist das peinlich, aber wieso wundert sich auch niemand bis zehn Minuten vor Spielbeginn? Ich bin im falschen Block, ich hätte doch den nächsten Eingang nehmen sollen und dann rechts abbiegen statt links. Die Beschriftung ist aber auch dermaßen blöde, wieso kann man den Block nicht einfach auf den Boden malen irgendwo? Doch nicht Mittellinie, doch nicht Kinderecke mit Support, eher der ruhige Altherrenblock. Na da bin ich ja richtig aufgehoben. Kaum habe ich mich an den Gedanken gewöhnt, blökt mich jemand von hinten an. "Na, haste Dir mal was geleistet?" Wer zum Teufel kennt hier meinen Namen? Es ist Don Dege, der zwei Reihen hinter mir sitzt und den ich immer auf der Haupttribüne vermutet habe, weil wir uns dort während des Neubaus der Gegengerade öfter über den Weg liefen. Seit mir Koschi mal von einer HT-Loge aus auf die Mütze geklopft hat wundere ich mich in diesem Stadion nicht mehr über solche Zufälle, aber schön dass es sie gibt.

Die Mannschaft. Das ist so ungewohnt gewohnt, als würde die letzte Saison einfach weitergehen. Man muss sich nur an ein paar fehlende Namen gewöhnen, was mir ganz besonders bei Schachten schwerfallen wird. Christian Bönig geht auch und bekommt das übliche Gemälde zum Abschied, langsam könnten die sich mal etwas anderes einfallen lassen. Wie viel von den Dingern hat Helmut Schulte eigentlich inzwischen? Mit Ausnahme der paar schon bekannten Namen aus dem eigenen Nachwuchs hat sich nichts geändert. Unseren japanischen Zauberfuß hätte ich mir gegen Rayo ansehen können, nu isser verletzt. Dabei hätte ich so gerne bei der Mannschaftsaufstellung mal "Miyaichi" gebrüllt, das ist wesentlich einfacher als es zu schreiben. Buchti verletzt, aber Schnecke immerhin schon auf der Bank. Nehrig für Kalla, Ratsche, Alushi, Maier, vorne Lenny Thy, Halstenberg und Buballa auf der Achse gesetzt, das ist alles keine Überraschung. Meine ganze Hoffnung ist Ewald, der wieder seine Runde macht und die Ränge ein wenig aufwiegelt.

Unglaublich viel Stoff mal vier. "Das ganze Stadion!" skandiert die Südkurve. Fünf Minuten vor dem Anpfiff kommt der Countdown und der gilt tatsächlich dem GANZEN Stadion, denn auch für die Haupttribüne haben die an der Aktion beteiligten Jungs und Deerns eine gewaltige Blockfahne genäht. Auf allen vier Tribünen werden gigantische Stoffbahnen gleichzeitig hochgezogen und verhüllen zu den Klängen der Hells Bells das komplette Stadion, mit Ausnahme des Bielefelder Blocks, in braun-weißen Farben. Auf den anderen Tribünen glücklicherweise ein kleines bisschen schneller, so kann ich noch ein paar Fotos machen bevor es dunkel wird. Der Wahnsinn, mal echt, auch unter dem Lappen ist es der Wahnsinn, so laut war es hier noch nie. So eine Aktion hat es im Leben nicht schon mal woanders gegeben, würde ich drauf wetten. Nur schade, dass es kaum jemand sehen kann, außer den Bielefeldern. Und den paar hoffentlich schlauen Leuten mit teuren Kameras auf dem Spielfeld, die den Wahnsinn für die Nachwelt entsprechend eingefangen haben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass bei Gröni einiges zu sehen sein wird.
Nachtrag: Während ich hier schreibe hat er mir den Titel geklaut, aber ich ändere den trotzdem nicht mehr. Fantastische Bilder!

Erste Halbzeit. Erste Aktion, gelbe Karte für Gonther. Hoho. Für so'n Allerweltsfoul gleich die Karte, da will einer zeigen, dass ihn die Kulisse nicht beeindruckt. Eine Ich-bin-kein-Heimschiedsrichter-Karte. Kurz vorher hat jemand Ratsche gelegt und dafür gab es nicht mal einen Pfiff. Pfeife. Zehn Minuten später nervt der Herr Stark immer noch, nach drei weiteren Fouls kann man für die Gegenseite auch mal eine Karte zücken, aber nein, da bleibt sie in der Tasche. Bei einem Eckball der Bielefelder kaspert der eine Vogel mit erhobenen Armen dermaßen provozierend um Himmelmann herum, alleine das ist schon gelbwürdig. Robin boxt das Ding zwar raus, wird aber ohnehin wegen Foulspiels abgepfiffen. Das Spiel ist recht munter, mitunter gelingen uns nette Kombinationen bis zum 16er der Arminen und wenn sie den Ball mal verlieren holen sie ihn sich meistens schnell wieder zurück. Balleroberung gut, Pässe kommen an, allet schick, nu noch einen versenken. Ist bald soweit, die Jungs kommen richtig in Schwung, haben Fußball gelernt unter Ewald. Lenny ackert vorne rum und beschäftigt die halbe Bielefelder Abwehr, nach ein paar erarbeiteten halben Chancen kann er sich die Ecke aussuchen, aber wieder ist ein Bielefelder Bein im Weg. Ist bekannt dass die hinten eng stehen, aber doch nicht so eng, verdammt. Leider sind unsere Standards zu harmlos, die Eckbälle meist ungefährlich, die Freistöße in die Wolken. Geht es mit dem Einsatz weiter muss dabei was zählbares rausspringen. Auffällig finde ich Ratsche, der seine neue Position als 6er scheinbar mit Herzblut annimmt, so giftig wie er sich immer wieder die Bälle holt. Und Lenny, dem ich immer noch den Durchbruch zutraue, vielleicht ja diese Saison und in der nächsten die Torjägerkrone anvisieren. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt damit anzufangen, doch leider wird es in der ersten Halbzeit nichts. Dafür haut Ratsche den Ball in die Maschen, letzte Minute, woohoo, wieso freut sich nur so ungefähr die Hälfte des Stadions? Wegen Scheisndreckabseits, was die südliche Hälfte besser sehen kann. Auf die nächsten 45..

Halbzeitpause. Bier, frisch, in rekordverdächtiger Zeit. Sitzplätze sind schon wat luxuriös, woll. Mit meinen neuen Nebensitzern anfreunden kann ich mich trotzdem nicht, ist keiner von da. Also stehend ein wenig mit dem Don quatschen. Einen Zug aus der Pausensportzigarette lehnt er ab, aber sein Nachbar ist hoch erfreut über das Angebot. Schon wieder einen neuen Freund gewonnen, das wird schon in der Ecke, vielleicht krieg ich sie auch irgendwann zum singen. Bleibt mir Zeit ein paar Tapeten auf der Süd zu fotografieren, das klappt mit der SLR einfach alles schneller und besser als mit der Taschenknipse, das sollte ich mir angewöhnen, ist ja ne Ruhezone hier oben. Eigentlich ist das ganze Stadion heute eine Ruhezone, so viel kommt hier nicht an. Dass der Bielefelder Block lauter ist als die Nord bei Wechselgesängen ist mir ein Dorn im Auge, wir hätten vielleicht doch besser Flutlicht gehabt. Das ist auf jeden Fall ausbaufähig. So ausbaufähig wie das Geländer vor meinem Sitzplatz, da kommt ein Bierbecherhalter hin demnächst. Bei der dazu notwendigen Vermessung komme ich endlich mit meinem Nebensitzer ins Gespräch, jetzt kann ich gleich zwei davon bauen lassen. Das wird schon noch hier.

Zweite Halbzeit. Der Fußball ist auch ausbaufähig. Der große Elan ist irgendwie verpufft, oder Bielefeld groovt sich langsam ein hier. So zwei bis drei halbe Chancen hatten die in der ersten Hälfte ja auch, aber dolle war das nicht. Jetzt kommt ausgerechnet Görlitz durch, den hatte ich gar nicht mehr auf der Rechnung. Flanke kommt nicht an, weil Lasse wie immer Herr der Lüfte ist. Die beste "Neuverpflichtung" die wir jemals gemacht haben. Das Spiel passt sich der Wetterlage an, manchmal droht Unwetter, dann scheint für kurze Zeit die Sonne, aber man muss weder Sonnenbrand noch Hagelschlag befürchten. Mostly harmless, bis Lasse einen Ball eigentlich ideal serviert bekommt, doch der Kopfball misslingt ihm völlig. "Mist, verdammter"" entweicht mir ein Fluch. "Das kann er doch eigentlich besser." Zum ersten Mal bemerke ich zustimmende Reaktion neben mir, so langsam werden wir warm miteinander. Wenn man jetzt noch irgendwie den Gedanken des lautstarken Supports weitergeben könnte, aber außer mir schreit hier nur der Mann mit dem ich die Sportzigarette geteilt habe. Lenny zieht aus der Distanz ab, wieder abgeblockt. Lenny muss das machen jetzt, der muss sich für seinen Einsatz heute einfach belohnen, wie es so doof im Fußballsprech heißt. Das muss alles besser werden.
Das Spiel muss besser werden. So wie in der ersten Hälfte, als sie noch schick kombiniert haben, doch inzwischen stört Bielefeld früh und setzt uns so unter Druck. Nicht gut. Nicht gut! Niiiiiiiiiiiiicht gut, 0:1 Bielefeld, so eine sch.........Abseits. Meine Fresse. Aufwachen da unten. Wenn es nicht mit fummeln im Strafraum klappt, dann vielleicht direkt? Maier zieht ab, aber Hesl hat die Hand dran. Zweite Möglichkeit bei einem Freistoß, Halste und Maier stehen am Ball, wieder versucht es Basti, wieder ist Hesl dran. Verdammichnocheins. Bei uns kommt Choi für Sobota, das könnte ein Lichtblick sein. Sobota hab ich jetzt nicht so stark gesehen, guter Deal. Kurz darauf Verhoek für Buballa, die Achse hat heute nicht viel gebracht, aber Verhoek trau ich weniger zu ein Spiel zu entscheiden. Dann noch Kalla für Nehrig, sind die alle platt? Das geht ja Schlag auf Schlag hier.

Tut dem Spiel irgendwie nicht gut, das wirkt alles etwas zerfahren im Moment. Was die Jungs auch versuchen, vorne ist kein Durchkommen, immer ein Bein dazwischen und hinten fangen wir an zu schwimmen. Kalla ist kaum auf dem Platz, da kassiert er auch schon die gelbe Karte. Was für eine Aktion. Erst verliert er den Ball so dermaßen dämlich, dass mir wenigstens in Gedanken ein "Aaaaah..Kreisklasse!" herausrutscht, aber er holt sich das Ding dann so gut wieder, dass ich dem sofort ein "Aaaaah..Weltklasse!" anfüge. Trotzdem kommt der Einsatz für Schnecke wohl noch zu früh, begeistern kann er mich heute nicht. Hat er mich auf dieser Position ohnehin eher selten können, wir werden sehen.
Noch zehn verdammte Minuten und wir werden immer fahriger, Bielefeld will hier noch was holen. Himmelmann ist aber immer noch ein guter Torwart und Klos bleibt ohne Treffer. Viele Möglichkeiten hat er eh nicht gehabt gegen Lasse. Choi will sich nachhaltig Eindruck verschaffen und kriegt Szeneapplaus für Ballgewinn. Dafür kommt er einem Einsatz in der nächsten Startelf vielleicht näher, gönnen würde ich ihm das. Uns gönne ich mittlerweile den Schlusspfiff, denn wir wurschteln uns gerade hilflos durch die letzten fünf Minuten, keiner kriegt den Ball aus der Gefahrenzone, immer wieder Ecken und Kopfbälle, der einzige der die Nerven behält ist Himmelmann. Hexi Reflexi, langam glaube ich, wir haben wirklich den besseren Torwart behalten. Der rettet uns den Arsch dann auch durch die zwei Minuten Nachspielzeit, Ende Gelände, 0:0. Ein Punkt gegen einen eigentlich nicht so wirklich starken Gegner. Nuja. Een is beter as gor keen, das letzte Spiel haben wir gegen die verloren. Gegen eine Stadt die es nicht gibt, in einer Gegend die sie Ostwestfalen nennen, wahrscheinlich um den Suchenden zu verwirren.

Dritte Halbzeit. Noch ein Bier hier oben holen, weil es so bequem ist und schnell geht. Dass es hier auch nach dem Spiel nur Pfandbecher gibt ist zweifach dämlich. Einfach, weil es das Trinkgeld für die Bedienung deutlich schmälert und zweifach, weil ich den Becher mangels Viva con Agua Tonne vor den Fanräumen niemals loswerde. Herr L. ist für die nächsten Spiele wieder im Stadion und überrascht mich von hinten, bevor ich überhaupt auf die Idee komme ihn hier oben zu suchen, die Tresenkurve findet sich an der üblichen Stelle vor der Gegengerade, alles wie immer.

Endlich wieder Fußball. Bislang noch nichts, über das man sich groß aufregen müsste. Aber ein GANZES Stadion. Wir! Unglaublich, oder?

Stadionfotos: Gegengerade, Hamburg Sankt Pauli, klicken + F11 vergrößert.
Stadionbier: Astra. Was dagegen?
Stadionmusik: Bruce Springsteen & The E Street Band - L.A. Sports Arena, California 1988 (Official Bootleg Series)   
















 




























  








Zum Abschluss das offizielle Choreovideo aus der Flimmerkiste: