Donnerstag, 10. April 2014

Entwicklungshilfe













Handbücher liest kein Mensch, zumal man sich Handbücher meistens kaufen müsste. Kauft man sich einen Fernseher, einen Computer oder einfach nur Software, liegt da meistens ein dreiseitiger Zettel mit den ersten Schritten bei und ein etwas dickeres Büchlein mit den Garantiebedingungen in 55 Landessprachen, das war´s. Wer mehr wissen will guckt auf die beiliegende CD, wer Glück hat findet dann ein Handbuch als pdf vor, doch selbst daran wird heute gerne gespart.

Infolgedessen durchsucht man das Internet nach Tipps und Tricks, lädt sich Handbücher als pdf von der Herstellerseite oder guckt nach Lehrvideos. Zu Lightroom zum Beispiel findet sich bei Adobe einiges an Material und auch bei youtube habe ich etliche mehr oder weniger nützliche Videos gefunden, weil es immer ein paar freundliche Menschen gibt, die ihr Wissen kostenlos weitergeben.

Einem dieser freundlichen Menschen widme ich heute diesen Blogpost, weil ich dermaßen begeistert bin von seiner Webseite, dass ich die allen fotobegeisterten Mitmenschen (mit einem zumindest rudimentären Verständnis der englischen Spache) wärmstens ans Herz legen möchte. Wer mit Lightroom, Photoshop oder Photoshop Elements arbeitet findet dort jede Menge Entwicklungshilfe.

Anthony Morganti ist Fotograf und Grafiker aus Buffalo/NY, hat recht früh das Hobby zum Beruf gemacht, irgendwann kurz vor dem Burnout das Handtuch geschmissen und 30 Jahre keine Kamera mehr angefasst. Gott sei Dank hat ihn die Fotografie nie ganz losgelassen und er ist irgendwann dem Reiz des digitalen Zeitalters erlegen.

Auf seiner Seite Learn Photography with Anthony Morganti finden sich inzwischen über 30 Lightroom Tutorials, vom kurzen Einstieg bis zu detaillierten Erklärungen der einzelnen Tools und Möglichkeiten,  Lightroom Plugins wie Photomatix, HDR Efex Pro, Silver Efex Pro, alles dabei. Wenn jemand etwas spezielles erklärt haben will macht er auch gerne Wunschvideos, was dazu führen kann, dass er sich mit dem Buchmodul beschäftigen muss und sich das erste mal für 60$ ein Fotobuch bestellt. Das Ergebnis fand er dann auch ganz okay, war aber nicht gerade Werbung für den Laden mit dem Adobe da in den USA verbandelt ist.

Wenn man sich einmal an das einleitende "Hey Guys, this is Anthony Morganti from anthonymorganti dot com" gewöhnt hat bekommt man einen fantastischen Erklärbären, der nicht nur in jedem Schritt erklärt, warum er was macht, sondern in späteren Videos auch, warum er das irgendwann doch anders macht, weil man ja selber nie auslernt bei der ganzen Geschichte. Denn erst wenn man den Leuten erklären soll, wie das mit dem Importieren und der Dateiverwaltung am besten funktioniert in Lightroom, stellt man fest, dass man sich vielleicht selber mal Gedanken darüber machen sollte.

Ob es kurze Videotutorials über gezielte Anpassungen mit Gradationskurve und HSL-Panel sind, oder die Frage gestellt wird wie man eine Nachtaufnahme entwickelt, Tony macht alles. Wenn er keine Nachtaufnahme hat geht er auch eben los und knipst schnell mal eine, wenn die völlig unterbelichtet ist macht das nichts, da können die Leute gleich mal sehen was man alles falsch machen kann.

Sehr viele Leute wollten genauer wissen was sie besser machen können und haben Tony ihre Fotos geschickt, für die Reihe Photo Critiques, in der er dann Verbesserungen oder Veränderungen vorschlägt, wobei ihm eins ganz besonders wichtig ist: Entwickel deinen eigenen Stil. Tu nichts so, nur weil ich es tue.
Nachher waren das so unglaublich viele Leute dass die Tutorials darunter litten, deswegen macht er das jetzt leider nicht mehr. Ich finde solche Seiten einfach immer zu spät.

In den inzwischen über 170 Photo Critique Videos findet man aber trotzdem haufenweise Anregungen, kann sehen welche Fehler man selber schon gemacht hat, aus Fehlern anderer lernen und manchmal findet man, wie Tony, unglaubliche Aufnahmen von 15jährigen Kids wie Aaron, bei denen man sich denkt, wow, das ist cool. Wie krieg ich das auch hin?



Musikalische Entwicklungshilfe: Dirtmusic - Lion City

Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Ein bescheiden kleiner Tipp meinerseits. LR neigt dazu, bei grösseren Bildmengen langsamer zu werden. Dies verhindert man, wenn man nach dem Hochladen der Fotos in LR im Bibliotheksmodus folgende Schritte klickt: Bibliothek, Vorschauen, 1:1 Vorschauen erstellen. Das kann dann ein Weilchen dauern, dafür läuft die folgende Entwicklung reibungslos und zügig.
    Deine Empfehlung werde ich mir natürlich anschauen, ich lerne gerne dazu...

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    1. Werde ich mal testen, bisher habe ich da keine Notwendigkeit gesehen, meine Kiste ist bisher schnell genug. Was extrem helfen soll ist mehr Speicher, am besten auf 16 GB aufrüsten, dann flutscht das angeblich richtig gut.

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    2. Meinen Video-Cache habe ich auf 25GB hochgeschraubt. Beide Caches lösche ich beim Verlassen der Dunkelkammer jedesmal. Extrem hat das jedenfalls bei mir noch nie geholfen. Ich wüsste gerne mal, was die Anwender stückmässig auf einen Hieb entwickeln. Es macht schon einen Unterschied, ob das zehn, fünfzig oder zweihundert Fotos sind.

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  3. das ist doch schummelei wenn man den himmel einfach blauer machen kann als er in wirklichkeit war :p

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    1. Und wenn die Kamera die Bläue des Himmels nicht so hinkriegt, wie er in Wirklichkeit war?

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    2. ich dachte ihr habt alle so teure kameras die das können, aber bevor ich mich als komplett ahnungslose iphoneknipserin hier vollständig blamiere halte ich zu dem thema lieber die klappe *g*

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    3. Blamieren kann man sich nur wenn man die Klappe hält. Fragen aller Art bringen bestenfalls alle weiter. Insofern sind deine Kommentare wichtig.

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    4. Natürlich können anständige Kameras das besser als ein eifohn, aber außer der Technik gibt es noch ein paar mehr Faktoren die da eine Rolle spielen. Guck Dir einfach mal alle Deine Bilder an und zähl die Fotos auf denen der Himmel wirklich so aussieht wie Du ihn gesehen hast ;)

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  4. Ist das so ein Programm bei dem man seine Frau in ein Supermodel verwandeln kann? Dann hätte ich das auch gerne :))

    Gruß, N.

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    1. Nur in ein normales Model. Für ein Supermodel bräuchte man Photoshop. Kommt natürlich auch ein wenig auf das Motiv an *fg*
      Wie das geht wird hier erklärt: http://bit.ly/1gfkjCI

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