Samstag, 8. September 2012

Rin in die Kartoffeln














Beschämend geradezu, dass ich in drei Wochen Urlaub nicht einen Tag mit der Prinzessin verbringen konnte.Wenigstens am letzten Wochenende vor der drohenden Maloche musste ich einen Tag haben, denn das erhellt mein Gemüt jedes mal auf unglaubliche Weise.

Dafür war ich sogar bereit mich bei verhangenem Himmel und drohendem Regen auf einen Kartoffelacker zu begeben, um Bio-Kartoffeln selber auszugraben. Solche Aktionen finden wohl mehr oder weniger regelmäßig auf dem nahen Gut Wulfsdorf statt, dem Versorger für bewusste Konsumenten, und gerade Kindern wird da einiges geboten.

Kartoffeln ausgraben ist für die Kleinen allerdings nur recht kurzfristig interessant, denn auf so einem Acker ist reichlich Getier zu entdecken, Kartoffelkäfer, Mistkäfer, Riiiiiesenregenwürmer der Sorte "Mamamamamamaguckmal", der immer gern gesehene Freund mit den schwarzen Punkten und bunte Blumen, die alle viel mehr hergeben als diese komische Knolle. Wenigstens wissen sie jetzt, dass Kartoffeln nicht im Supermarkt wachsen, das war das Ziel.

Verschwiegen hab ich ihr aber, dass das unglaublich leckere Bio-Schnitzel heute Abend von einem der Vorfahren der vielen niedlichen Schweine stammt, die ebenso wie Pferde, Rindviecher und Heidschnucken in diesem Paradies aufwachsen dürfen, bis der Tag gekommen ist. Das lernt sie noch früh genug.

Nicht nur für Kinder ein traumhafter Platz. Die Prinzessin braucht ohnehin nur Bäume und Felsen zum glücklich sein, aber wenn dazu noch ein großer Streichelzoo geboten wird ist das eine feine Sache. Ab sofort kauf ich Fleisch ausschließlich dort, die Nähe hab ich viel zu selten ausgenutzt. Bio-Rosmarin für die Kartoffeln war selbstverständlich ebenfalls erhältlich, und falls ich das demnächst noch einmal machen sollte kann man die Knollen dort auch bekommen ohne selber graben zu müssen.

Im Musikarchiv gegraben und gefunden: Fairport Convention - Liege & Lief/Unhalfbricking mit der unsterblichen Sandy Denny.










Kommentare:

  1. Ja solche Aktionen sind echt was für die Kleinen. Gerade wenn sie in einer Großstadt leben, gibt es dort soviel zu entdecken. Ich finde es zb immer wieder traurig, zu sehen das Kinder nicht einmal mehr eine Kuh erkennen. Wenn ich in die Wälder gehe, sorge ich meist dafür das mein Lütter mich begleitet.

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    1. Eigentlich sollte das in Hamburg kein Problem sein, es gibt im Stadtgebiet genug Höfe und Möglichkeiten für Kinder, das setzt allerdings voraus, dass die Eltern sich mal aufraffen etwas mehr in dieser Richtung mit den Kleinen zu unternehmen, und da sehe ich das Hauptproblem. Kinder vor der Glotze zu parken ist halt für viele bequemer.

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  2. Als ich den Tempelhofer Flughafen erkundet hab im Juni, war ich bei den Kleingärten, die dort entstehen. In einigen Pflanzkästen waren die typischen Spuren von Wühlmäusen zu sehen. Keiner der anwesenden Erwachsenen hat die Kinder darauf aufmerksam gemacht. Ich hab mich hingestellt und einfach nur in die Pflanzkästen geschaut. Kinder sind neugierig und haben sich zu mir gestellt. So haben sie mit etwas Geduld die eifrigen Mäuse zum ersten Mal "in echt" gesehen. Die Kinder waren ganz aufgeregt und haben fleissig beobachtet. Das hat mich gefreut

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    1. Ich muss gestehen, ich hab auch keine AHnung wie typische Spuren von Wühlmäusen aussehen. Hier waren es meistens die Kinder, die etwas ungeheuer spannendes entdeckt haben, ich bin mehr hinterhergelaufen.

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  3. Kühe? Das sind doch die großen Dinger mit den Lila Flecken oder?

    Gruß Hawk ;-)

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    1. Du solltest vielleicht mal wieder vor die Tür gehen, auch wenn es unangenehm warm, kalt oder nass ist *g*

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  4. Biohöfe sind auch ein Erlebnis für die Großen. Fleisch vom Biohof ist ein Genuss ohne Reue. Und wenn es dort noch so hübsch aussieht, wie auf deinen Bildern, wünscht man sich genau so einen Biohof um die Ecke.

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    1. Glücklicherweise haben wir hier an vielen Ecken im Stadtgebiet Biohöfe, ob Vegetarier das mit dem Genuss ohne Reue auch so sehen wage ich aber zu bezweifeln :D

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  5. Ich gebe sera Recht. Biohöfe sind auch für die Großen was. Und sei es nur um zu lernen, dass auch die "Produktion" von Lebensmitteln Arbeit macht und nicht für 49 Cent zu haben sind. So man es sich leisten kann natürlich.

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