Freitag, 14. September 2012

Frühstück bei Dittsche und andere Pleiten















Freier Freitag, voller Zettel. Unglaublich was sich da angesammelt hat, da kann man höchstens von arbeitsfrei reden, zu tun hab ich genug. Also verzichte ich auf das Frühstück, genehmige mir nur einen Kaffee und mach mich auf zu Saturn, da gibt es heute Star Wars, die komplette Ausgabe auf BluRay für 49 Euro, fast 40 Euro unter Normalpreis. Nicht.
Denn die angeblich 1000 Exemplare sind in allen Hamburger Filialen ausverkauft, nach nur einer Stunde. Also werden da wieder etliche Leute das Zeug stapelweise rausgetragen haben um die bei Ebay zu verticken. "Was soll ich machen," sagt der Verkäufer. "wenn jemand vier Fernseher kaufen will sag ich auch nicht nein." Damit ist Saturn für mich endgültig gestorben, denn die Erfahrung hab ich vor Jahren schon mit einem Softwareangebot gemacht, ich hätte mich erinnern sollen.
Stinksauer und hungrig mach ich mich auf den Weg zum Stadion, wenn der Tag so weitergeht kann ich mich auf was gefasst machen. Ist aber wohl doch so, dass viele den langen Weg nach Regensburg an einem Freitag scheuen, ich bekomme problemlos die nötigen fünf Stehplatzkarten. Auswärts allez.

Als ich vom Hof fahre erinnert mich mein Magen an das fehlende Frühstück, das ist etwas zu spät, ich hätte die Karre stehen lassen sollen, bis zur Kleinen Pause ist es nicht weit und die Currywurst dort käme gerade recht. Einen Parkplatz gibt es natürlich nicht, also wird das Frühstück verschoben. Ich muss nach Eppendorf, der dämliche Kaffeevollautomat muss wieder mal zum Service, was für ein Glück dass der teure Haufen Schrott nicht meiner ist.
Bei der Gelegenheit könnte ich direkt die vorgebliche Königin der Currywürste besuchen, die angeblich einzige Currywurstbude die es in den Gault-Millau geschafft hat, das wäre mal was für den Currywursttest. In Eppendorf gibt es aber auch keine Parkplätze, ich stell mich mit Warnblinker in die zweite Reihe und schlepp das Monstrum ächzend zum Reparateur. Das geht einigermaßen fix, aber für eine Frühstückspause ist der Parkplatz nicht geeignet.
Erst etliche Straßen weiter finde ich einen. Auf dem weiten Weg zur Curry Queen fällt mir eine Alternative ins Auge, zwar nicht so edel, dafür dreimal so "kultig". Mindestens.
Die Eppendorfer Grill-Station, mit Deppenbindestrich. Drehort der "Kultserie" Dittsche, der ich ehrlich gesagt nie wirklich viel abgewinnen konnte. An Drehtagen sollen ganze Horden von Fans in Schlappen und Bademänteln den Eingang säumen, heute ist Normalbetrieb, ohne Schauspieler.

Das Angebot liest sich recht gut für einen Imbiss, die Curry gibt es auch in einer Variante mit Chili, direkt aus Finkenwerder wie der Chef anmerkt. Frisch vom Kutter hört sich gut an sag ich, die nehm ich. Scharf mit Bratkartoffeln und die hausgemachte Frikadelle dazu. Eigentlich zu viel, aber hausgemacht muss ich probieren, gute Frikadellen gibt es normalerweise nur zu Hause.

Daran hat sich auch heute nichts geändert, Frikadellen kommen heiß aus der Pfanne oder gar nicht. Bratwürste können zur Not auch aus der Pfanne kommen, noch besser kommen sie vom Grill. Auf gar keinen Fall aber sollten sie aus der Fritteuse kommen, schon überhaupt nicht wenn der Laden Grill-Station heißt, ob mit oder ohne Deppenbindestrich. 

Die Konsistenz von Fritteusenwürstchen ist einfach zum abgewöhnen, aber der Hunger treibts rein. Immerhin ist die Sauce durch einen Kick Chilisauce gut aufgepeppt und die Bratkartoffeln sind lecker und gut gewürzt. Hoffentlich kommt nie jemand auf die Idee, Bratkartoffeln in der Fritteuse zu machen.
Fazit: Super nettes und freundliches Personal, die Bratkartoffeln sollte man mit etwas anderem kombinieren als Currywurst. Die großen Schnitzel in der Auslage sahen gut aus, ich fürchte nur die landen ebenfalls im Frittenfett. Beste Wahl wäre wohl ein Hähnchen, denn das kommt tatsächlich vom Grill.

Als nächstes stehen türkische Gewürzspezialitäten auf dem Plan, die bekomme ich in der Firma nicht. Eppendorf ist multikulti genug, hier wird es ja wohl irgendwo einen türkischen Gemüsehändler geben, die gibt es schließlich an jeder Ecke. Überall. In jedem Stadtteil eigentlich.

Hier nicht. Dafür auf fünfhundert Metern gleich drei Asiaten, bei denen ich von der Currypaste bis zum Reiskocher alles bekommen kann, aber die Türkei ist leider nicht asiatisch genug und einen Türken in der Umgebung kennt auch niemand.

Inzwischen bin ich vom Nieselregen feucht, die Brille beschlagen, und wieder am Auto. Genervt fahre ich zum Steindamm, zum größten Türken den ich kenne, parke direkt vor dem Laden und hole mein Zeug. Wenn die Leute wüssten was Gewürze beim Türken kosten, könnten die in den Supermärkten ihre Regale abbauen. Jetzt fehlt mir nur noch das Lammhack für mein Adana Kebap.

Wenigstes das ist kein Problem, frisch vom Knochen geschnitten und durch den Wolf gedreht beim Bioschlachter um die Ecke. Morgen gibts endlich mal wieder richtig anständiges Futter. Hab ich mir verdient.

Hab ich mir auch verdient, anständigen Rap: Gangstagrass - Rappalachia



Kommentare:

  1. Ich wohne zwar schon seit Dekaden nicht mehr in Eppendorf, aber das nächste mal lohnt vielleicht ein Blick in den Ländershop (Geschwister-Scholl-Straße, kurz vor der Erikastraße). Ist kein reiner Türke, aber in Punkto Lebensmittel/Orient habe ich dort früher immer gerne eingekauft, nicht nur, weil Mengen auf- und Summen abgerundet wurden. Supernette Leute, ausgezeichnete Qualität und was nicht da war, war's garantiert am nächsten Tag. Ob das heute noch so ist, keine Ahnung. Aber du testest ja gerne. ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für den Tipp, ich komm zwar auch nur alle paar Monate mal nach Eppendorf, aber "Ländershop" hört sich schon mal an als würde ich da gerne stöbern.

      Löschen
  2. Buah, Currywurst aus der Fritteuse ist ja nun wirklich zum xxxxxx. Zumindest aber hast Du ja alles erledigt bekommen was auf dem Zettel stand, also verwöhn Dich dann heute selber mit Deinem Adana Kebap.
    Bon Appetit!

    AntwortenLöschen
  3. Die elaboriertere Esskultur soll Richtung Norden/Westen langsam abnehmen. Körrie mit Bartkartoffeln zum Frühstück? Klar, wenn man die Nacht durchgemacht hat, mag das angehen ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hinsichtlich Esskultur/Frühstück sprechen wir uns nach der Regenwaldtour wieder *g*

      Löschen
    2. Da bin ich mal gespannt. Sauberes Besteck, ein feiner Croissant (Blätterteig aus Butter!), Marmelade selbstredend sortentein und hausgemacht, ein Stück frische Butter und ein starker Milchkaffee reichen mir vollauf für das anstehende Tagewerk. Wenn erstklssige Eier da sind nebst Tomaten, Zwiebeln, frischem Petersilie und einigen ausgewählten Gewürzen dürfens auch huevos rancheros sein ;-)) (kann ich dir gerne mal zeigen)

      Löschen
    3. Nach Huevos Rancheros hab ich grad mal gegoogelt, ich sollte die nötigen Zutaten besorgen scheint mir *g*
      Was das Frühstück betrifft nehme ich an, Du hast im einzigen 5 Sterne Hotel des Ortes gebucht? *gg*

      Löschen
    4. aha, du bist noch wach - jetzt gib mal kurz Ruhe - ich hab ein Konzert fotografiert (360Fotos - das sollten 5-10 was geworden sein / hoffe ich jedenfalls) - ich fotografiere nie Konzerte, ich geh nicht mal hin, weils mir zu laut ist. Das hab ich probehalber gemacht - für dich! - um mal zu zeigen, was ein 50-200er aus 30 Metern und von der Bühne aus der Hand kann. Die Fehler und das Rauschen nehm ich auf meine Kappe. Prost!!! ;-)

      Löschen
  4. Was gibbet denn an dem kulinarischen Angebot des Regenwaldes auszusetzen? tztz diese verwöhnten Möchtegernhauptstädter :p

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Solltest Du das in die Hände nehmen an diesem Wochenende besteht allerdings Grund zur Hoffnung.

      Aber Möchtergernhauptwas? Wer möchte denn hier Hauptstädter sein? Freie und Hansestadt Hamburg!

      Löschen
    2. Freie und Hauptstadt Hansestadt oder wie? - - Hier spricht die strenge Stimme vom Schwarzen Berg: aus der Dunkelkammer der Hauptstadt. Ich glaube, einige Fotos könnten dein erfahrenes und kritisches Auge durchaus erfreuen: wilde "Zigeuner"-musik ;-)

      Löschen
  5. Strenge Stimme? Schwarzer Berg? Leicht verwirtt ich nun bin.

    @zaph, ich werde mal schaun was omas kochbücher hergeben ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. uiuiui - Verwirrung zu stiften lag meiner Absicht fern. Möge dein Sonntag sonnig sein ;-)

      Löschen
    2. Ach für Verwirrung sorgen ist doch immer gut ;)

      zum kulinarischen Angebot im Regnwald hier eine Sonderausgabe:

      http://hippolytikum.blogspot.de/2012/09/der-viktualienorakelzeremonienmeister.html

      Löschen