Sonntag, 20. März 2011

Der Weckterrorist
















Nicht einmal beim Exilwestfalen auf der Couch ist man vor den hinterhältigen Attacken des Herrn xs4all sicher. Wird man im Regenwald schon immer mit grauenvollem Singang aus den Träumen gerissen, schleppt er jetzt sogar Heinos Königsjodler auf seinem Netbook mit herum, nur um mich möglichst effektiv aus dem Schlaf quälen zu können. Dank der geradezu vorbildlichen tonalen Infrastruktur, die der Exilwestfale in seinem Heim geschaffen hat, ist man vor heimtückischen Angriffen nicht einmal in seinen wehrlosesten Momenten gefeit, denn auch das Badezimmer wird durchgehend beschallt.

Wann diese dämliche Sitte angefangen hat, seinen Gast mit furchtbaren Geräuschen aus dem Bett zu treiben, haben wir beide garantiert schon lange vergessen. Allerdings bin ich ziemlich sicher, dass ich nicht damit angefangen habe.
Dafür bin ich deutlich kreativer in der Musikauswahl. Während der Herr xs4all sich nur auf Steigerung der Grausamkeiten im Heinouniversum beschränkt, von der Schwarzen Barbara über die Haselnuß bis zum heutigen Königsjodler, durfte er hier schon Countryklassiker von Roy Rogers bis Merle Haggard genießen, wobei der Okie from Muskogee eigentlich vergebliche Mühe war, er versteht ja die Texte nicht.   

Ärgerlich auch, dass er es wohl nicht einmal bemerken würde, wenn statt Merle Haggard etwa Townes Van Zandt erklänge, Ignorant der er ist. Einer der Gründe, warum ich beim Brutalwecken inzwischen auf Country verzichte. Als weit wirkungsvoller erwies sich dann auch Hey Pippi Langstrumpf, schon beim zweiten Widdewidde ertönte lautes Wehklagen aus dem Gästezimmer. Die CD war eine hervorragende Investition, im Auto zur Unterhaltung der Prinzessin und im Heim für den gepflegten Weckterror, für nicht einmal 5 Euro. Da sind noch ein paar andere Klassiker drauf, die er sicher gerne mal hört.

Ich genieße zum Abschluss dieses harten Wochenendes einen wunderschönen Klassiker, den er verschmähen würde, weil er einfach nicht in der Lage ist großartige Songs zu erkennen.
Townes Van Zandt - For The Sake Of The Song

Anzumerken vielleicht noch, dass Herr H. der einzige war, der sich ein Mainzer Tor gewünscht hat. Ich habe es lediglich vorausgesehen.

Kommentare:

  1. Aha, der Herr fotografiert in "fremden" Badezimmern! Der Handy Wecker des Herrn H. hat mich deutlich mehr terrorisiert, zumal es mich an Weckorgien im Urlaub erinnerte, da Herr H. ja unbedingt mitten in der Nacht (11:00 Uhr) durchgeknetet werden wollte.

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  2. Selbstverständlich nur völlig unverfängliche Aufnahmen, keinesfalls intime Einblicke und sowieso eigentlich höchst selten. Genau genommen erst ein einziges mal.
    Wenn man mit Herrn H. in den Urlaub fährt ist die Investition in ein Einzelzimmer keine ganz schlechte Idee. Sparen am falschen Ende rächt sich manchmal.

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