Donnerstag, 5. August 2010

Sex mit spitzen Ohren
















Es scheint momentan keine wirklich aufregenden Schlagzeilen zu geben @mopo, BP und Loveparade sind Schnee von gestern, Lothars Eheabenteuer landen inzwischen auf den letzten Seiten und der Hamburger Morgenpost fällt nichts besseres ein, als die Mimik- und Menschenkenntnis-Expertin Tatjana Strobel aus Zürich auf das Titelblatt zu hieven. Diese Frau sieht jede Lüge, ist allerdings weder zu Lothar und Gattin befragt worden, noch ermittelt sie, wer von den Verantwortlichen der Loveparade denn jetzt auch wirklich verantwortlich ist.
Der einzige erkennbare Grund, warum es Frau Strobel auf die ersten drei Seiten schafft, ist ein Workshop für 199 Euro und ein Vortrag für 40 Euro, die sie hier in einem Harburger Hotel halten wird. In der drei Seiten langen Anzeige dem drei Seiten langen Artikel gibt sie dann auch eine Kostprobe ihres Könnens ihrer Binsenweisheiten. "Ist die Unterlippe zum Beispiel dicker als die Oberlippe, nimmt man gerne, gibt aber wenig." Wenn ich mir die Fotos von Frau Strobel so angucke, dann den Preis für ihren Workshop betrachte und überlege, was ich wohl als Gegenleistung für die 199 Euro bekomme, dann kann da durchaus was dran sein. Trotzdem glaube ich, dass angewachsene Ohrläppchen und eine hohe Stirn nicht unbedingt auf einen rational und logisch denkenden Menschen hindeuten, sondern auf einen Menschen mit angewachsenen Ohrläppchen und hoher Stirn. Männer mit Falten zwischen Ohr und Wange haben möglicherweise ja wirklich ein Potenzproblem, ganz sicher aber nur ein Problem mit Falten. Spitze Ohren deuten immerhin auf ein sehr aktives Sexleben, in dieser Hinsicht habe ich Mr.Spock wohl immer unterschätzt.

Schreibmusik: Ozric Tentacles- Jurassic Shift

Kommentare:

  1. Es gibt da diese Simpsons-Folge, in der Smithers Mr. Burns darauf hinweist, dass Phrenologie schon vor Urzeiten als Unfug erkannt wurde. Aber wie das so ist mit Aberglauben: Er stirbt einfach nie ganz aus.

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  2. Wir leben ja in einem freien Land, da kann jeder glauben was er will, auch an den größten Blödsinn, aber man könnte es dem Aberglauben ruhig etwas schwerer machen. Bedenklich finde ich es, wenn durch Medien dieser Quatsch auch noch unterstützt wird, durch Artikel in Zeitungen oder gar durch Sender wie Astro TV. Wenn Omi an der Haustür von Trickbetrügern abgezockt wird greift man ja auch ein, aber die zahlen halt nicht für Sendelizenzen.

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