Donnerstag, 24. Dezember 2015

Ein fast orientalischer Heiligabend
















Was wären wir nur ohne unsere ausländischen Mitbürger? In Plettenberg zum Beispiel würde man an Heiligabend glatt verhungern, hätte der nette Libanese von nebenan nicht ein Herz für seine christlichen Kunden. Er ist (Allah sei Dank) noch nicht zu 100% integriert, sonst hätte er von der guten alten Sauerländer Sitte des Bürgersteighochklappens bestimmt schon gehört und würde zu Hause auf dem Sofa liegen.

Lieferservice wäre leider nicht mehr möglich, aber bis 22 Uhr stünde er noch hinter dem Tresen und würde uns etwas brutzeln. Fan-tas-tisch. Der Pappenheimer hat sogar eine Speisekarte und empfiehlt die Pizza mit Sucuk, Oliven, Schafskäse, doppelt Knoblauch und Sardellen. Typisch für den Mann, hat einen libanesischen Imbiss vor der Nase und bestellt Pizza. Mir läuft angesichts der arabischen Spezialitäten das Wasser im Mund zusammen. Falafel, Manakish, Sfiha, Laham Bil Ajeen, Kibbeh (3 Stück mit Salat), Tabbouleh, ich will das. Alles.

Ich habe absolut keinen Plan was das ist, außer Falafel kenn ich nix, aber schmeckt bestimmt alles super und ist endlich mal etwas anderes als Würstchen mit Kartoffelsalat. Man muss auch mal mit Traditionen brechen, abgesehen davon kommen Falafel dem Speiseplan von J.C. wahrscheinlich sehr viel näher als Karpfen oder Gänsekeule, so viel zu Traditionen.

Leider Gottes sind all diese leckeren Spezialitäten heute nicht mehr möglich, weil das alles frisch zubereitet wird und die frischen Zutaten fehlen, daher bleibt es bei der merkwürdig zusammengestellten Pappenheimerpizza und (in meinem Falle) überbackener Pasta, aber immerhin sind wir satt.

Trotzdem irgendwie schade, da hätte man mal so richtig stilecht Weihnachten feiern können, mit orientalischen Speisen und ohne Weihnachtsbaum. Fürs nächste Jahr wäre das echt ein Plan, vielleicht gibt es bis dahin mehr syrische Restaurants. Wäre wünschenswert, die haben Mezze, da träumste noch Nachts von...

In diesem Sinne: Refugees Welcome + Frohe Weihnachten.  

Foto: Kompaktknipsendokumentation
Bier: Krombacher Pils (was sonst hier)
Musik: Solex vs. Christina Martinez & Jon Spencer - Amsterdam Throwdown, King Street Showdown



Kommentare:

  1. Immerhin ist der Libanon ein Schmelztiegel der Religionen. Paritätisch sogar im sogenannten Parlament bei Ruth. *g*
    Jesus hätte wohl aber auch kein Problem damit gehabt, sich einen Döner reinzuziehen. Und die Pizza war nicht merkwürdig zusammengestellt, der neue Scheffe (Cousin vom alten Scheffe) hat einfach nur doppelt Knoblauch vergessen draufzupacken. (Dein Glück!)
    Unchristliche Musik läuft auch gerade, während Du Christstollen futterst, btw.
    Hoffentlich kein "Dresdner", das sind die Refugees nämlich nicht so willkommen. ;-p
    Die hätten nicht mal Jesses-Maria-und-Josef geholfen.

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    1. Omas Quarkstollen hat nix mit Christ zu tun und noch viel weniger mit Dresden :P

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  2. Weihnachten im Regenwald, wenn das nicht märchenhaft ist. Lasst es Euch gutgehen.

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    1. Märchenhaft nieselig. Aber morgen soll's besser werden. Da gibt's dann 'ne Fahrt ins Blaue. ;-)

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    2. Das ist so unglaublich märchenhaft, das glaubt man gar nicht wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat *g*

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  3. harhar, kriegste hier alles, für orientalische weihnachten fährt man halt nicht in die provinz :p
    kibbeh sind bulgurklopse mit füllung, manakisch ist gewürztes fladenbrot und tabouleh ist salat (seit wann isst du salat?) haut alles nicht so vom hocker, auf jeden fall nicht so wie mein truthahn :p
    aber hauptsache ihr hattet spaß ;)

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    1. Ich kann nicht zum essen laufend nach Ottensen fahren.

      Truthahn wird übrigens sehr überschätzt, genau wie das restliche Weihnachtsgeflügel :p.

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  4. Antworten
    1. Da musste ich erst mal googeln was Makdous sind. Wir haben einen einzigen Syrer in Hamburg, der ist aber schon seit Jahrzehnten für seine gute Küche bekannt und nicht gerade günstig. Ein einziges Mal habe ich es geschafft und im Bistro ein paar Happen gegessen, da war wahrscheinlich auch Makdous dabei, irgendwas mit Auberginen auf jeden Fall.

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