Freitag, 13. Februar 2015

Hans, Edgar und Henry
















Wenn man einige Tage über den Ohlsdorfer Friedhof wandert, fällt man zwangsläufig irgendwann über prominente Namen. Viele dieser Namen werden nur Hamburgern etwas sagen, einige, wie Wolfgang Borchert, Fritz Stavenhagen oder Kurt W. Marek, nur Literaturkennern geläufig sein.

Natürlich sind auch weitaus bekanntere Prominente darunter, wie Heinz Ehrhardt oder Inge Meysel, aber Grabstellen von irgendwelchen Schauspielern, Dichtern oder Musikanten zu besuchen würde mir nicht im Traum einfallen, so lange sie nicht Duane Allman, Jimi Hendrix oder Stevie Ray Vaughan heißen, von denen liegt hier bloß keiner.

Gesucht habe nur die von Hans Albers und der Familie Hagenbeck, wobei beide Gräber nicht sonderlich spektakulär sind, der blonde Hans liegt ganz beschieden in einem Familiengemeinschaftsgrab, und seit irgendwelche Vandalen den Hagenbecks ihren Bronzelöwen geklaut haben stehen da halt nur noch große Steine.

Mehr zufällig gefunden habe ich den Gründer des Ohnsorg-Theaters und zwei seiner größten Schauspieler. Henry Vahl, die Hamburger Volksschauspiellegende schlechthin, als Schustergeselle Matten in "Meister Anecker" so unfassbar witzig, dass ich beim ersten Mal vor Lachen fast gestorben wäre. Und über die Rose auf dem Grab von Edgar Bessen habe ich mich nicht nur wegen des zusätzlichen Motivs gefreut, den konnte ich schon immer gut ab. Abgesehen davon ist Edgar Bessen der einzige Schauspieler, bei dem ich mich erinnern kann ihn live auf der Bühne gesehen zu haben.

Bei Musikern wären das weit mehr, von denen liegt hier nur keiner.

Musik (lebt noch): Left Lane Cruiser - Bring Yo' Ass To The Table






Kommentare:

  1. Eine der wenigen Sendungen, die ich mit meinen Eltern vor der gleichen Glotze ertragen habe: Das Ohnsorg Theater. Bis ich fünfzehn war, oder so.
    Und als Schüler versuchten wir dann den Dialekt nachzuahmen. Als dritte Fremdsprache. Hochdeutsch und sächsisch konnten wir da schon *g*

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    1. Die meisten "Auswärtigen" kennen das Ohnsorg-Theater ja nur in der ARD Fassung, das ist ja quasi Hochdeutsch was da gesprochen wird. Im NDR wurde glaube ich das Original übertragen, die normalen täglichen Aufführungen sind jedenfalls op platt. Die Klassiker sehe ich heute noch gerne, ich überlege gerade mir eine Kollektion auf DVD zuzulegen wenn es so etwas gibt.

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  2. wolfgang borchert kennt in hamburg jedes kind, draußen vor der tür ist glaube ich immer noch pflichtlektüre an der schule. und wenn edgar bessen der einzige schauspieler ist an den du dich erinnern kannst warst du wohl nicht sehr oft im theater *fg*
    kulturbanause :-D

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    1. Heute immer noch? Ich erinnere mich das gelesen zu haben und dass es nicht freiwillig war, aber auch nicht ganz schlecht für Pflichtlektüre.
      Und das mit dem Theater ist so eine Sache, bei den meisten Stücken kennt man ja das Ende, das versaut es etwas. Das kennt man zwar auch vom Hobbit, aber mit den Effekten tun sie sich auf der Bühne etwas schwer. Und der Hobbit ist deutlich spannender als z.B. Effi Briest oder Mutter Courage.
      Aber Edgar war gut.

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  3. ps: die rose ist wirklich schön. apropos schön, schön gewählt heute? *g*

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    1. Ja. Vor angeblich ausgeschalteten Kameras.

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