Mittwoch, 18. April 2012

Es ist ein Mädchen!














Ihr dürft mir gratulieren, ich bin Onkel geworden. Naja, eigentlich nur Patenonkel, aber besser als nix.
Das kam gar nicht mal so aus heiterem Himmel, sondern war von langer Hand geplant, denn mit dem Gedanken laufe ich schon ein paar Jahre herum. Mein Kind konnte in relativer wirtschaftlicher Sicherheit aufwachsen, bei der Prinzessin wird es hoffentlich ähnlich sein, meine beiden Patenkinder sind erwachsen, da war ich nicht ausgelastet.
Und es hilft rein gar nichts, wenn man vor der Glotze hängt oder Zeitung liest und sich laufend über die ganze Scheiße in der Welt aufregt, aber nicht wirklich etwas dagegen tut. Nur, was soll man tun? Und wo soll man anfangen? Alle paar Jahre mal etwas spenden, weil in irgend einem Teil der Welt mal wieder eine Tragödie für Schlagzeilen und Solidaritätsfestivals mit Bono und Paul McCartney sorgt, das kann es nicht sein. Und unter den ganzen Hilfsorganisationen gibt es etliche suspekte Vereine, da muss man lange überlegen, ich will schon wissen was mit meinem Geld passiert.
Das Konzept von Plan International fand ich eigentlich recht überzeugend. Einzig die Vorstellung, sich einen Menschen quasi per Katalog auszusuchen, fand ich immer etwas abschreckend. Ob man das allerdings wirklich kann weiß ich jetzt nicht einmal, denn so weit bin ich gar nicht gekommen. Man kann zwar sein Kreuzchen machen bei Geschlecht, Kontinent, Land und noch irgendwas, kann das aber auch einfach von Plan International aussuchen lassen, was ich in jedem Fall für die bessere Lösung halte.
Tja, und nun bin ich Patenonkel. Es ist ein Mädchen, aus Ruanda. Ruanda? Da war doch was?
Genau: Hutu, Tutsi und der Völkermord. Ein unmenschliches Abschlachten. Wer den Film Hotel Ruanda gesehen hat wird annähernd ahnen können, was die Bevölkerung dort durchgemacht hat, von daher hätte ich die Wahl selber gar nicht besser treffen können. 

Die Wahl der Musik hätte ich grad auch nicht besser treffen können: Bruce Cockburn - Nothing But A Burning Light

Kommentare:

  1. Herzlichen Glückwunsch!
    Gute Entscheidung, Ich habe auch Plan International gewählt. Ich hatte jahrelang ein Patenkind, ein Mädchen, in Albanien, weil ich unbedingt eins im ehemaligen Ostblock haben wollte.
    Jetzt ist es ein Junge in Südamerika. Ein Junge, weil ich plötzlich das Gefühl hatte, Jungen würden etwas benachteiligt, weil doch ständig für Mädels "geworben" wird. Uns außerdem fanden wir, das ein Junge als Patenkind ganz gut zu unserem Weiberhaushalt "passen" würde.

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  2. Wie Du weißt seh ich das Konzept von Plan eher kritisch, fängt man einmal damit an ist man schnell in einer emotionalen Falle gefangen. Mir ist zwar bekannt, daß man ohne Angabe von Gründen die Zahlungen wieder einstellen kann wenns eng wird in der eigenen Kasse, aber wer macht das schon wenn das "eigene" Patenkind davon betroffen wäre. Trotzdem, herzlichen Glückwunsch "Onkel Zaphod" :p

    Gruß, N.

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  3. lass meinen mann ruhg sabbeln, der hat wie immer keine ahnung. ich freu mich das meine dauerwerbesendung bei dir angekommen ist :))
    willst du deinem patenkind auch schreiben? für den anfang sollte in der mappe ein vorgefertigter musterbrief sein, das erleichtert den einstieg ein wenig :)

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  4. Inch, die "Werbung" für Mädchen hat mich auch überlegen lassen, ob ich deshalb extra einen Jungen wähle, weil die dadurch wieder benachteiligt werden. Das ist aber auch blöde, weil es Mädchen meistens ja doch schlechter geht. Der Zwickmühle bin ich dann einfach durch die Zufallswahl (oder wer immer das dann entscheidet) entkommen. Mich hätte die Wahl der Länder schon überfordert, aber Ruanda ist schon gut, mit der Geschichte dort hab ich mich länger befasst, das war eine Schande für die Menschheit was dort passiert ist.

    Nobbi, das mit der emotionalen Falle halte ich für Blödsinn. Generell sollte man schon überlegen, ob man bereit ist längerfristige Verpflichtungen einzugehen, egal was es ist. Ihr bezieht doch auch relativ teuren Ökostrom aus Überzeugung, gehst du wieder zu Vaxxenfall zurück wenns eng in der Kasse wird?
    Wenn man sich nicht sicher ist ob man etwas ernsthaft durchziehen will, dann soll man es halt lassen. Außerdem sind die Summen vergleichsweise bescheiden, das hab ich in den letzten Jahren für Katzenfutter und Streu auch ausgegeben. Wenn am Ende des Monats nichts mehr in der Kasse ist, dann liegts meistens an mir selber und meinem zeitweiligen Bedürfnis nach Luxus und das sieht bei Dir ganz genau so aus mein Freund *g*. Das sind alles keine Argumente, nur faule Ausreden. Die kenne ich deshalb so gut, weil ich sie jahrelang selber verwendet hab.

    Meike, hab ich nicht als Dauerwerbesendung empfunden, ich hab ja nach deiner Mappe gefragt weil ich mehr Infos haben wollte. Schreiben? Hab ich ehrlich gesagt noch nicht drüber nachgedacht, aber vielleicht werd ich den Musterbrief irgendwann mal ausfüllen und abschicken, wenn ich ein taugliches Familienfoto gefunden habe.

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    1. Ich kann Dir nur empfehlen, zu schreiben. Ich glaube schon, dass das Patentkind sich da freut, wenn der anonyme Pate ein Gesicht, nicht nur im bildlichen Sinne, erhält. Außerdem ist Dir dann pesönliche Post vom Patenkind fast gewiss. Und das ist viel schöner, als die jährliche Info von Plan International über das Befinden und die Situation des Kindes und der Familie.Erhöht natürlich die von Anonym angesprochene emotionale Bindung ganz erheblich.
      Wir, *hüstel*. schicken auch immer eins dieser kleinen Geschenke zu Weihnachten.

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    2. Vor emotionalen Bindungen hab ich keine Angst *g* daher werd ich das wohl auch irgendwann machen. Mal gucken wie sich das entwickelt. Danke für den Tipp. :)

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