Freitag, 17. Februar 2012

Internationale Fischtage















Es gibt einen neuen Rekord zu vermelden, ganze 40 Minuten mussten wir anstehen, damit ich an meine große Portion Fisch in der Veddeler Fischgaststätte kommen konnte. Denn wenn man mit fünf Leuten da aufläuft will man zusammen sitzen und zusammen essen, was sich häufig genug schon als schwierig erweist, wenn man nur zu zweit kommt.
Dank eines lustigen Rentnertrios aus Britannia, welches kurz nach uns erschien, gestaltete sich die Wartezeit äußerst kurzweilig. Dass der Laden auch außerhalb Hamburgs bekannt ist hab ich oft genug mitbekommen, aber Engländer? wtf?
Die beiden schon etwas angeheiterten Damen entpuppten sich als Schwestern, und ihr männlicher Begleiter als Ehemann, nur hätte ich nicht zu sagen gewusst, von welchem der beiden Mädels, denn er fummelte unentwegt an beiden herum.
Das war vielleicht die Belohnung für seinen Einsatz als Fahrer und Fremdenführer, denn zu Maggie Thatchers Zeiten war er einige Jahre im Auslandseinsatz, Gästarbeidörr in Germany, hehe. Dann ging es wirtschaftlich wohl mal besser und er kehrte zurück, wollte seiner Gattin aber immer mal this wonderful city zeigen, die Stadt, die er damals mit einem Fahrschein des HVV erkundet hat, weil das billiger war als nach Feierabend alleine in der Kneipe rumzuhängen. Schließlich arbeitet man nicht im Ausland um das Geld hier zu verprassen. Dabei hat er damals diese Gaststätte entdeckt, in der es endlich so etwas ähnliches wie Fish n Chips gab, nur viel besser als in Southampton, und günstig war es auch noch.

Ein Jahr hat er das durchgehalten, dann verstand er genug Deutsch für das Fernsehprogramm und hatte Freunde, mit denen er die Kneipen unsicher gemacht hat, und zum Fußball gegangen ist. Zu Sänkt Paulee, yeh. Bevor wir das Thema vertiefen konnten wurden leider drei Plätze frei und das lustige Trio entschwand hinter dem dicken Vorhang der Eingangstür.

Leider trog die Hoffnung, in deren unmittelbarer Nähe einen Platz zu erwischen, um das Gespräch weiterführen zu können. Das ist der einzige große Nachteil dieser Lokalität, man kann sich den Platz nicht aussuchen, man nimmt den der frei wird. Gleichzeitig auch ein großer Vorteil, denn diese bunte Mischung aus Hafenarbeitern, Touristen und Einheimischen, LKW-Fahrern, Rentnern und Handelsreisenden ist ziemlich einzigartig.
Zum Fisch und zum Astra bekamen wir dann Gesellschaft von zwei Herren, die ich spontan letztgenannter Personengruppe zugeordnet habe. Dem Dialekt nach zu urteilen kamen die zwar eindeutig aus Wien, aber Touristen laufen normalerweise nicht mit Anzug und Krawatte durch die Gegend.

Kein Wunder, dass man schlecht Plätze findet, wenn jetzt schon halb Europa in diesem kleinen Schuppen auftaucht, es gibt einfach zu viele Geheimtipps, die diesen Status nicht verdienen. Geheim ist da nix mehr. Glücklicherweise ist dieses Blog zu unbedeutend, als das es die Situation noch verschärfen könnte.

Auch kein Geheimtipp mehr, immer noch in Dauerrotation: Kettcar - Zwischen den Runden

Kommentare:

  1. das war total super, trotz der wartezeit. also wenn ihr da mal wieder hin fahrt kommen wir gerne wieder mit, dafür krieg ich sogar meinen mann aus dem haus :)).

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  2. Merkwürdig.
    Warum bekomme ich gerade jetzt Appetit auf Fisch ? :-)

    Gruß aus Pappenheim
    (auch v. Willnix - hocke grad da)

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  3. Hm. also ich lese hier und will da jetzt auch hin. Ich nehm auch jeden Platz, der frei wird, egal wo.

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  4. Fisch pur? Keine Beilagen?

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  5. @ Anonym:
    na sicher mit Beilagen (Astra und zwei Herren)... schreibt er doch.
    Zitat: "Zum Fisch und zum Astra bekamen wir dann Gesellschaft von zwei Herren,"

    ;-p

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    1. Ach! Das mit den zwei Herren habe ich wieder überlesen. Die gibt es dazu? Als Beilage? Ich bin mal schnell weg ne Fahrkarte nach Hamburg kaufen...

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  6. Ja, das macht Appetit, stelle ich auch gerade wieder fest.
    Die Beilagen sind bei der großen Portion auf einem Extrateller, wahlweise Pommes oder Kartoffelsalat. Der ist zwar ebenfalls lecker, aber eben nur eine Beilage, wichtig ist der Fisch.
    Und das Astra natürlich, wie der Pappenheimer richtig anmerkte.

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