Freitag, 16. September 2011

Fehlt nur noch die Schnabeltasse
















Alter Falter, was tut mir die Schnauze weh. So ungefähr muss es sich anfühlen, wenn man als einsamer St.Pauli Fan einer Horde Rostocker Hools in die Arme gelaufen ist. Die Kauleiste schmerzt wie Hölle, überall neue Lücken, wo vorher noch Zähne waren und dann ständig dieser Geschmack von Blut im Mund, ätzend. Kein Wunder, dass Vampire aggressiv sind.
Wären irgendwelche Spacken für meinen Zustand verantwortlich, hätte ich wenigstens die Genugtuung denen ebenfalls ordentlich eingeschenkt zu haben, aber beim Kieferchirurgen wäre es wohl sinnlos auf Notwehr zu plädieren. So hab ich die Prozedur über mich ergehen lassen und verspüre jetzt 2 mal weniger Weisheit als zuvor und das tut weh. Wozu, zum Teufel, gibt es überhaupt Weisheitszähne, wenn der Homo Sapiens eigentlich darauf verzichten könnte?

Für das Wochenende hab ich vorgesorgt. Suppe, Suppe und Suppe. Vielleicht irgendwann Kartoffelpü mit Geschmack oder Pudding, wenn Suppe den Hunger nicht mehr zügeln kann. Aber momentan mag ich so etwas wie Nahrung nicht einmal denken  Stattdessen werde ich jetzt leidend auf die Couch kriechen und mir ein paar DVDs reinziehen.

Auf keinen Fall Komödien. Lachen ist ungesund.
Spätestens Montag werd ich mir ne Frikadelle pürieren.

Hilft leider auch nicht so wirklich gerade: Frank Zappa - The Grand Wazoo/Waka Jawaka

Dienstag, 13. September 2011

Luftpost
















Lagerplatz kostet nichts mehr und Porto war schon immer zu billig, anders kann ich mir solche Verpackungen nicht erklären. Bei Duftwässern ist man das gewohnt, der extravagant gestaltete Flakon mit den teuren 15 ml Inhalt muss schließlich aufwendig und sicher verpackt werden. Aber warum man einen USB Hub in eine Schachtel steckt, in der locker 30 von den Dingern Platz gefunden hätten, das will sich mir nicht so recht erschließen. 
Nur deshalb passte das blöde Ding nicht in meinen Briefkasten und ich musste es in der Filiale abholen. Das gibt Punktabzug.

Sonntag, 11. September 2011

Emotionale Achterbahnfahrt
















Vorher
Was war ich stinkig heute morgen, Sonntag ist Garantiertausschlaftag, das Letzte was ich da brauche, ist ein Wecker der um 10 Uhr klingelt. Geldautomat, Bäcker, Frühstück, alles sehr gehetzt und dazu traumhaftes Wetter, blauer Himmel, Sonne, man könnte sonstwas machen an diesem Tag, wenn man schon so früh auf den Beinen ist.
Aber was willste machen, man hat ja ein Fußballteam zu supporten, wie Thees Uhlmann auf seiner Soloscheibe singt. Wenn das in der zweiten Liga unterwegs ist, dann muss man sich an bescheuerte Anstoßzeiten gewöhnen, oder es lassen.

Wirklich gebessert hat sich meine Laune auf der Fahrt auch nicht, diese dämliche U-Bahn Baustelle geht mir auf den Zeiger, wenn man Hauptbahnhof umsteigen muss ist die Bahn brechend voll und mein Nebenmann roch wie das Innere einer alten Telefonzelle. Den ersten Bus hab ich verpasst, war viel zu spät dran und überhaupt...1860 München. Starker Gegner. Kein gutes Gefühl, seit Tagen schon. Im Kopf blöde Sätze wie: "Man kann auch ein Heimspiel mal verlieren."  Münchentrauma? Wer weiß.
Im Stadion kurzen Klönschnack am Bierstand, für das zweite Bier hats nicht mehr gereicht, Spiel ist wichtiger. Ein Fußballteam supporten.

Middendrin
Das erwies sich als nicht so einfach, obwohl unsere Jungs loslegten wie die Feuerwehr. Aber als die Anfangsoffensive nach 10 Minuten versiegte, konnte ich gerade noch die Südkurve vernehmen. Und während das Spiel so vor sich hin lief und mehr und mehr Chancen vergeben wurden, auf beiden Seiten, fielen mir die ganzen Sprüche über die Gegengerade ein. Die alten Kiffer, die in Ruhe Fußball gucken wollen. Oder dass die Gegengerade nur laut ist, wenn sie besoffen ist, also vorzugsweise zu Abendspielen. Und manchmal sind die auch berechtigt. Mir graut auch schon vor alkoholfreiem Bier gegen Rotzstock.
Nach 44 Minuten denkt man langsam an sein Pausengetränk und während ich noch mit mir hadere, senst Torre einen Münchner im Strafraum um, nur weil die vorher den scheiß Ball nicht richtig rausspielen.
Elfmeter, der talentierte Herr Lauth verwandelt gegen seinen alten Kumpel Tschauner, 0:1. Scheiße.

Halbzeitbier in rekordverdächtiger Zeit abgegriffen, Lunte geraucht und schoooon wieder diesen blöden Satz im Kopp gehabt. Und kaum ist die zweite Hälfte angepfiffen, kassieren wir das 0:2, durch ein saublödes Eigentor. Na, das kann ja was werden. Eins direkt vor und eins direkt nach der Halbzeit ist oft so ein moralischer Genickbruch. Was für ein Scheißtag.
Und auf einmal fangen die an zu spielen, München findet nicht mehr statt für die nächste halbe Stunde. Und auf einmal wird es laut. Und auf einmal schießen wir den Anschlusstreffer und es wird noch lauter und dann sind sie auf einmal alle wach.
Welcome to the Hell of Sankt Pauli. Erinnerungen an die letzten 20 Minuten gegen Duisburg werden wach, das Stadion ist da, die Mannschaft ist da und auf einmal steht es 3:2, das Spiel gedreht in nicht einmal 10 Minuten. Weil Ebbe wieder trifft, ich habs meinem Nebenmann noch prophezeit. Ebbers für Saglik, das wär die beste Lösung. Dafür hat er nach dem 4:2 von Kruse Bier geholt, was zu diesem Zeitpunkt dringend nötig war, man kann seine Stimmbänder durchaus auch in einer Halbzeit ruinieren. Man muss nur ein Fußballteam supporten.
Verpasst hat er nur zwei Chancen der Münchner, die mich nicht mehr aufregen konnten, wir haben auch die eine oder andere noch liegen lassen. Klar hätts auch 4:4 enden können, aber auch 6:2 mit etwas mehr Glück. Was für ein geiler Tag, da fällt einem doch sofort wieder ein, warum man sich um 10 aus dem Bett gequält hat. Man hat keine Wahl, St.Pauli ist die einzige Möglichkeit.

In diesen grandiosen 92 Minuten haben dann alle noch den richtigen Alkoholpegel erreicht, für gehobenen Blödsinn. Trainer interviewen, direkt vor der Gegengerade, wenn die mit dem Mann gerade die Welle machen will? Nicht möglich. Schubert hats dann irgendwann eingesehen, etwas halbherzig aber nur. Nicht zufriedenstellend, also weiterhin kein Interview. Die Mannschaft musste ihm dann tatsächlich zu Hilfe eilen und den Job übernehmen. Hätte er das gleich vernünftig über die Bühne gebracht wär schnell Ruhe gewesen, das wird er  noch lernen müssen. Jedenfalls, wenn die so weiterspielen.

Hinnerher
Ich wunder mich manchmal, was da an Kindern mitgenommen wird zu Spielen, ich muss mir den Familienblock direkt mal angucken. Die Deern vorm Stadion war allerhöchstens vier Jahre alt, also etwa wie die Prinzessin, die ich garantiert noch nicht für Stadionbesuche begeistern könnte. Dafür trug sie ein allerliebstes "Einfach mal glücklich sein" T-Shirt und da ich grad einfach mal glücklich war, musste ich unbedingt so etwas erstehen. Schnell mal telefonisch Größe erfragen und ab in den Fanshop.
Leider bin ich mit solchen Ideen immer zu spät, natürlich gibt es das nicht mehr. Dafür hat sie jetzt einen warmen Kapuzenpulli für die kommende Jahreszeit. Da sie schon länger unter dem Namen Pippi Piratentochter Langstrumpf unterwegs ist, ist sie für Kiezpiraten sicher auch eher zu begeistern.

Ich begeister mich gerade für Robbie Robertson - Contact From The Underworld of Redboy

Freitag, 9. September 2011

Für Nussallergiker nicht geeignet















Zum Essen eingeladen werden ist an und für sich schon eine feine Sache, wesentlich schöner ist es, wenn man sich auch noch das Restaurant aussuchen darf. Griechisch stand nach zwei Wochen Urlaub dort unten ganz sicher nicht zur Debatte, aber den Hauschinesen hatte ich in letzter Zeit zu oft besucht, als das der mich noch reizen könnte. Ich vertraute einfach mal auf meine Überredungskunst, denn mir stand der Sinn eher nach leckeren Speisen aus Indien, woran der Herr Wagner mal wieder nicht ganz unschuldig war, der mir mit der Beschreibung des besten Mango Lassi diesseits von Kalkutta den Mund wässrig zu machen wusste. Wobei die Worte "Mango Lassi" bei mir im Normalfall völlig reichen, auch wenn man sie schreibt wie einen berühmten Fernsehhund.
Außerdem benötigte ich dringend einen Ersatz für meinen alten indischen Lieferservice, der ein so köstliches Kashmiri Biryani in die Aluschale zu zaubern wusste, dass ich seither einfach keine Notwendigkeit mehr sah ein indisches Restaurant aufzusuchen. Leider hat ihn das nicht vor der Pleite retten können.

Die Speisekarte des Raj Mahal schien dem Abhilfe verschaffen zu können. Ein Scheitern meiner Überredungskunst wäre fatal gewesen, nach etlichen Tagen geistiger Vorbereitung hab ich einfach keinen Appetit mehr auf etwas anderes. Glücklicherweise musste ich mich nicht mal wirklich anstrengen, sieht man mal von der Suche nach einem Parkplatz in der Gegend ab.

Da ich mir die Ecke vor Tagen schon bei Streetview angesehen hatte (geistige Vorbereitung!) war ich vom äußeren Erscheinungsbild nicht sehr überrascht, vor zwei Jahren befand sich da noch ein Thai/China/Vietnam Restaurant, wahnsinnig viel verändert hat sich das nicht. Rustikal auch die Innenausstattung, die man so in jedem Schweinske findet, Holztische und Papiertischdecken, Stühle, Bänke, fertig.  Und völlig leer. Kein einziger Gast an einem Wochenendabend.

Das darf auf keinen Fall so bleiben. Alle hin da. Das Mango Lassi ist umwerfend, drei Stück hab ich geschafft. Leider ist es auch extrem gehaltvoll und sehr sättigend, was sich bei den aufgefahrenen Portionen bitter gerächt hat. Auf eine Vorspeise werde ich nächstes mal verzichten, auch wenn wir uns das Chicken Tikka geteilt haben, diese monströse Portion Chicken Biryani schaff ich nur, wenn ich den ganzen Tag gehungert habe. Und alles voll mit Nüssen und Mandeln, das trainiert enorm die Wangenmuskeln.

Training für die Hörmuskeln: The Wolfgang Press - Funky Little Demons

Mittwoch, 7. September 2011

Glückstag mit Wüstensöhnen














Auch Glückstage können ziemlich strapaziös sein, vor allem wenn man sein Glück erzwingen muss. Das ging um 8 Uhr morgens schon los, mit dem allwöchentlichen Heimspielkartenhotlineterror. Sage und schreibe 104 Minuten habe ich diesmal gebraucht um durchzukommen. Das ist eindeutig zu lang für Stehplatzkarten auf der Gegengerade, ich konnte gerade noch die letzte vorhandene GG-Karte gegen Düsseldorf erstehen, hoffentlich geht da nichts schief. Gegen Aue und Frankfurt muss ich in die ungewohnte Nordkurve ausweichen. Da stand ich zuletzt in der Regionalliga gegen Werder Bremen 2, aber besser Nord als völlig leer ausgegangen.

Um das Konzert von Tinariwen in der Fabrik sehen zu können musste ich das Glück wieder erzwingen, zuvorderst alles tun, um spätestens um 20 Uhr aus der Firma verschwinden zu können. Danach Gas geben. Eine Stunde bis Altona muss machbar sein, inklusive Halt am Geldautomaten.

Ersteres klappt normal nie. Wenn ich mir in der Woche etwas vornehme, dann geht irgendwas in die Grütze. Fast immer, Murphys Gesetz konnte ich selten außer Kraft setzen, daher plante ich die Pleite schon ein, doch heute war tatsächlich ein Glückstag. Die letzte Stunde hab ich mir gespart, die darf der Kollege morgen früh machen, und schon war ich weg. Eine Stunde bis Altona ist machbar, wenn man wenig Rücksicht auf die Straßenverkehrsordnung nimmt, ich habs in 50 Minuten geschafft und war pünktlich um 21 Uhr in der Fabrik, suchte mir ein nettes Plätzchen vor der Bühne und durfte mir noch locker ein Bier holen, weil die Söhne der Wüste auch nichts von Pünktlichkeit halten.

Dafür haben sie den Laden gerockt, noch besser als vor zwei Jahren, bis zur Ekstase. Und alles gespielt, was ich auf einer Best Of CD von Tinariwen  unterbringen würde. Schade, dass wieder nur etwa 150 Nasen in Hamburg sich für Wüstenrock aus Mali interessieren, dabei hätte es nach dem letzten grandiosen Konzert vor zwei Jahren genug Mundpropaganda geben müssen, um die Anzahl mindestens zu verdoppeln. Diese Musik ist wie geschaffen für das Publikum in Deutschland, man darf mitklatschen. Glücklicherweise geben die Jungs schon klatschend den Takt vor, man kann also nicht mal etwas falsch machen.
Dazu gibt es vor der Bühne immer hübsche Yallagirls, die sich geschmeidig zu der Musik bewegen und in die trällernden Jodler einfallen, auch dem Auge wird einiges geboten.

Einzig der Mensch vor mir nervte mit seinem unorthodoxen Tanzstil. Wenn man schon versucht so etwas wie Bauchtanz zu imitieren, dann bitte ohne um die Hüften gehängte Taschen und Jacken. So viel Wert auf dauernden Körperkontakt verspüre ich eigentlich nicht.

Es gibt zwei Möglichkeiten wie man so jemandem begegnet, wenn Missfallenskundgebungen nicht fruchten. Entweder man wird irgendwann handgreiflich, oder man lässt sich auf den Fuß treten, in der Hoffnung auf etwas mehr Rücksicht in der Folge. Da ich festes Schuhwerk trug entschied ich mich für die zweite Variante. 
Heute war eindeutig auch sein Glückstag.

Und hier läuft immer noch Tinariwen - Tassili


Montag, 5. September 2011

Stadtansichten: Außenalster














An diesem Wochenende hat sich wahrscheinlich halb Hamburg um die kleine Binnenalster versammelt, dicht gedrängt zwischen Fressbuden und Bierständen, beim jährlichen Alstervergnügen. Eine Veranstaltung, die ich meide wie der Teufel das Weihwasser, seit ich vor Jahren mit einem Verrückten aus Bayern und anderen Gästen den Gröningerstand leergesoffen habe. Aber das ist eine andere Geschichte.
Nachdem ich mich bisher auf meinen Fotoexkursionen in Stadtteilen herumgetrieben habe, die dem gemeinen Touristen normalerweise verschlossen bleiben, gibt es heute mal eine der Hauptattraktionen Hamburgs zu sehen, die Außenalster. Ein 1.64 km² großer See, mitten in der Stadt, an dem die Touristen meist in Bussen kurz vorbeigefahren werden. Genutzt von Ruderern, Kanuten, Seglern, Tretbootfahrern und Hunden, soweit es die Wasseroberfläche betrifft. Da die Uferbereiche fast vollständig der Öffentlichkeit zugänglich sind, kommen noch Sonnenanbeter, Griller, Spaziergänger, Jogger und Radfahrer dazu.
Eisesser, Biertrinker etc. versteht sich von selbst, wenn man bereit ist etwas höhere Preise zu bezahlen. So exorbitant hoch wie immer behauptet sind die aber auch nicht, deshalb nutze ich die Gegend gerne mal als Treffpunkt und konnte so das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.

Und da gestern ein paar Getränken und längeren Gesprächen sehr viel Zeit geopfert wurde, habe ich den heutigen Nachmittag noch einmal für das rechte Ufer genutzt. Und dabei festgestellt, dass ich für einige Aufnahmen anderes Licht brauche. Frühmorgens-um-9-scheint-die-Sonne-bei-wolkenlosem-Himmel-Licht.
Ganz schlechte Voraussetzungen.

Sehr gute hingegen gerade Kettcar - Du und wieviel von deinen Freunden/Von Spatzen und Tauben





















Samstag, 3. September 2011

Lauter nette Menschen














Heute morgen erwisch ich sofort eine Parklücke vor dem Fischmann und will gerade aussteigen, da hält dicht neben mir ein Fahrzeug mit heruntergelassener Scheibe und einem wild fuchtelnden Beifahrer, der irgendeinen Zettel in der Hand hält. Bis ich gemerkt habe, dass der mir nur die 20 Minuten Restlaufzeit auf seinem Parkschein schenken wollte, muss ich ziemlich dämlich aus der Wäsche geguckt haben.
Parkscheine verschenken ist eine nette Angewohnheit, die ich auch schon des öfteren bei Freunden festgestellt habe. Solche Gedanken kommen mir nie, allerdings hab ich auch selten einen Parkschein. Für 20 Minuten lass ich es drauf ankommen und wenn ich eine Stunde bezahle, dann komm ich selten vor Ablauf zurück.

Überaus liebreizend auch die Kasseuse im Media Markt, wo ich kurz anhielt um ein größeres Backupsystem für meine Fotosammlung zu erstehen. Strahlendes Lächeln an der Kasse sieht man eher selten. Das Fachpersonal erzählt immer noch viel Blödsinn, aber dafür wenigstens sehr charmant.
20 Meter vor dem Fanshop am Millerntor fragt mich ein Schweizer Paar freundlich nach eben diesem. Ich hoffe, die haben da nicht etwas verwechselt, der FC spielt doch gerade in der Schweiz. Heimspiel, Kinners. Im Shop selber auch lauter freundliche Gesichter, ich hab jetzt einen neuen Ohrstecker, den ich hoffentlich vertrage, normal geht nur Ring bei mir. Und einen kuscheligen Wendeschal, für die kalten und nassen Heimspiele, die irgendwann kommen werden.

Überhaupt scheint das Wetter einen tiefen Eindruck auf die Menschen in Hamburg zu machen, endlich ein Wochenende mit Sonne, kurz bevor der "Sommer" endgültig geht, das muss man ausnutzen, da geht hier jeder vor die Tür.

Oder investiert die Zeit in eine spontane Grillsession, wie Herr G., bei dem ich Abends auf  eine ganze Meute netter Menschen traf. So nett, dass sie extra für mich eine ganz abenteuerliche Spezialität besorgt hatten.
Erdbeerbier. Genauer: Porter mit Erdbeersirup. Den Plan, mir das irgendwie unbemerkt unterzujubeln, mussten sie aber begraben. Ich trinke nichts aus unbekannten Flaschen und auch als ausgewiesener Erdbeerfreund muss man nicht jede Perversion mitmachen.
Aber wo es schon mal da war musste auch jeder dran nippen. Den Rest wollte komischerweise trotz späterer Getränkeknappheit (Becks Gold ist untrinkbar) niemand leeren.
Für die vom Herrn G. im Garten gezogenen Chilischoten wollte sich anfänglich auch kein Tester finden, bis Hawk anfing an den Dingern rumzuschnippeln und sich nach ersten Kostproben sehr positiv äußerte. Die rote Schote war tatsächlich sehr aromatisch und lecker, mit einer feinen Schärfe, so etwas in der richtigen Größe wäre ideal für allerhand Füllungen geeignet. Grün fand ich hingegen eher belanglos, von Schärfe keine Spur.

So etwas macht unvorsichtig. Vor Gelb hatte ich noch gewarnt, aber da Hawk nach dem ersten Bissen anfing schallend zu lachen, hab ich das Ding unterschätzt. Ich hätte ahnen müssen, dass es eher ein Lachen der Verzweiflung war. Während ich noch an der Schote kaute, schaufelte er sich schon Kartoffelsalat rein. Der übrigens tatsächlich die Schmerzen kurzfristig zu lindern vermag, wenn man ihn an den wunden Stellen platziert. Sobald allerdings die kühlende Wirkung nachlässt muss man runterschlucken und nachlegen. Herr G. tat dann das einzig Richtige und besorgte trockenes Brot.

Nachdem der Pott Kartoffelsalat leer war. Musste der weg? *g*

Hier werde ich gerade in den Schlaf gesungen mit Goodnight Irene auf Johnny Cash - The Very Best Of The Sun Years