Donnerstag, 26. Dezember 2013

Wo geht's denn hier zum Licht?




















Was machen vier Fotoamateure über die Feiertage in der Provinz? Wald fotografieren ist auf Dauer nicht befriedigend, aber der Pappenheimer weiß Rat. Lüdenscheid wäre erleuchtet mit irgendwelchen Lichtinstallationen, alles schön bunt, da könnte man nach Einbruch der Dunkelheit ein wenig das Geraffel spazierenführen.

Folglich juckeln wir die 25 Kilometer in die Provinzhauptstadt, den Kofferraum voller Stative und Kamerarucksäcke, stellen das Auto am nicht so doll erleuchteten Altstadtparkhaus ab und wandern planlos durch die Gassen. Das erste Haus neben der Kirche sieht schon ganz nett aus, es wird geknipst was das Zeug hält. Die Kirche nehmen wir auch noch mit, obwohl die Beleuchtung nicht sonderlich spektakulär ist, aber wenn man schon mal da ist...

In den restlichen Gassen überwiegen Sterne, Lichterketten, Rentiere und beleuchtete Weihnachtsmänner. Was ist denn jetzt Lichtkunst und was Christfestkommerz? Der Pappenheimer stürzt sich am Weihnachtsmarkt auf ein Kinderkarussell, wird aber von einer Meute aus Frauen und Kindern behindert und ist erst mal beleidigt. Herr Ärmel blitzt mangels Stativ in der Gegend herum und der Hügellandgnom kriecht auf Knien über den Rathausplatz, wer uns beobachtet hält uns wahrscheinlich für einen autistischen Fotoclub. Super irre beleuchtet ist jedoch nichts weiter, das macht aber nichts, denn wir stoßen völlig unverhofft und ungeplant auf das Brauhaus Schillerbad.

Außer einer Kirche, einem Haus und ein paar beleuchteten Bäumen ist nichts im Kasten, aber die Jungs wollen Bier und Blodworscht. Ich tendiere kurz zur Rehleber, entscheide mich aber kurzfristig für Cordon Bleu mit Bratkartoffeln. Bei der Verdauungskippe fällt dem Pappenheimer ein stark angetrunkener Einheimischer um den Hals. "Ichkenndich" lallt er ihm in Ohr, "ichkenndichirgnwoher" aber der Pappenheimer leugnet hartnäckig die Bekanntschaft. Wir fragen nach den Lichtinstallationen, aber "dasisvorbei, hicks, dawarschon, un das is auch nur eima im Jahr."    

Besoffene sagen zwar angeblich immer die Wahrheit, aber zur Sicherheit fragen wir die Kellnerin. Ihre Antwort ist leider nicht erbaulicher, scheinbar sind wir Tage oder gar Wochen zu spät. Verdammt, Lüdenscheid! Wieso steht das nicht auf der Webseite?

Weil, wie ich nach Abbruch des Abends feststelle, man weder Besoffenen noch Kellnerinnen Glauben schenken sollte. Natürlich gibt es überall Lichtinstallationen, man muss nur in die richtige Richtung laufen.

Damit das schnell für diesen Blogpost herausgesuchte Foto nicht das einzige bleibt (und ich doch noch in den Genuss von Rehleber an gebratenen Apfelspalten komme) quengel ich solange herum, bis eine weitere Tour beschlossen wird. Mit Plan! Mühevoll ausgearbeitet! Und wehe, es brennt nachher keine einzige Funzel in diesem ominösen Park oder am Kulturhaus.

Dann, Lüdenscheid, werde ich den Beschwerdebrief doch noch aufsetzen. Schließlich kommen Menschen bis aus Montenegro um die berühmten Lichtinstallationen zu fotografieren, für Weihnachtsmänner muss man heute nicht das Land verlassen. 

Blogpostmusik: Schäl Sick Brass Band - Maza Meze / OTT - Blumenkraft

Kommentare:

  1. Ganz so völlig unverhofft und ungeplant war das Brauhaus Schillerbad ja nu doch nich grad.
    Und in der Stadt des Lichtes friert sich ein wohltemperierter Montenegriner bei hiesiger Witterung schonmal gerne die Griffel ab. Den muss man dann ja schliesslich auch irgendwann mal aufwärmen, gell ? Nordlichter sind da wesentlich temperatur- und windbeständiger, in der Tat.
    Die Himmel+Erde Blutbratwurstinstallation war da übrigens wesentlich erhellender.
    Und das Karussell gabs auch noch, im zweiten Anlauf.
    Da wurden störende Elemente dann allerdings höflich aber konsequent hinwegkomplementiert.

    Zum Bild: "Hosang!" Hollaröhdulliöh ! Für nen Stativbild nich schlecht, vallah !
    Geht aber auch ohne... Beweis folgt. ;-p

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    1. Wodennwodennwodenn? :p
      Mit High ISO kann ich das auch, aber wer will das schon, wenn er ein Stativ dabei hat. Mit etwas weniger Temperaturfühligkeit und etwas mehr Engagement hätte man das auch an einem Abend abhaken können, allerdings wäre mir dann die Rehleber entgangen.

      Frostködel allesamt :p

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  2. Wo immer Sie herkommen mögen, was immer Sie bewogen haben mag unsere schöne Stadl zu besuchen: Nehmen Sie diesen unseren wohlgemeint mahnenden Hinweis zur Kenntnis, dass wir weitere Verunglimpfungen nicht kommentarlos hinnehmen werden, woll!
    Es gibt hier "Besoffene" noch haben wir nach Einbruch der Dunkelheit elektrisches Licht...

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    1. Als kleines Präsent senden wir Ihnen für die dritte Zeile noch ein "weder" ~~~

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    2. Ich erlaube mir mal das "weder" an die vierte Zeile weiter zu reichen, wenn's recht ist. ;-p

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  3. Sehr geehrter Herr Müller-Lüdenscheid. Ihr Ordnungssinn in Ehren, es steht jedoch zu vermuten, dass Sie einen engeren Satzspiegel verwenden. Kommen Sie doch gerne mal auf einen Äppler ins Nebenzimmer, dann soll Ihnen gerne die "Zeile drei" zur Kenntnis gezeigt werden *g*

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  4. Kommen meine Kommentare hier eigentlich an?

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    1. Ja, allerdings trifft Blogger gerade seltsame Entscheidungen und ich muss so manchen Kommentar aus dem dunklen Ordner des Vergessens befreien. Aber hier geht nix verloren, da passe ich auf.

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    2. Gut. Dann kommentiere ich jetzt weiter

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