Sonntag, 25. April 2010

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf
















Die Begeisterung, die manche Menschen anscheinend empfinden, wenn sie bei einer Affenhitze 42 Kilometer möglichst schnell durch die Stadt laufen, ist etwas, was ich nicht nachvollziehen kann. Wenn ich tatsächlich mal Sport getrieben habe, dann war auf jeden Fall ein rundes Spielgerät dabei, ob Handball, Fußball oder Billardkugel. Laufen war höchstens akzeptabel beim 100 Meter Sprint, aber das war zu Schulzeiten. Trotzdem ist der Hamburg Marathon eine Veranstaltung, die ich mir immer mal ansehen wollte. Ähnlich wie beim Christopher Street Day, scheiterte das bisher am unchristlich frühen Beginn dieser Veranstaltungen, wobei die Sportler noch 3 Stunden früher anfangen als die Schwulen. Deswegen hab ich beim letzten CSD immerhin auch den Anfang mitbekommen, beim Marathon heute nur das Ende. Die letzten der 20.000 Läufer, die es nach über 6 Stunden ins Ziel schafften, sahen dann auch reichlich gequält aus der Wäsche. Für einen Nichtsportler wie mich völlig unbegreiflich, wie man sich so etwas antun kann, aber Respekt für das Durchhaltevermögen, ich würde diese Strecke nicht mal wandern. Immerhin gab es zur Belohnung wohl noch für jeden eine Tüte Obst von Rewe.

Bei der Abschlussparty auf dem Heiligengeistfeld humpelte der eine oder andere Kämpfer dann auch recht müde und hüftsteif vom Platz, während die ganz harten Jungs sich schon ein paar Bierchen gegönnt und gefeiert haben. Zwei Läufer wagten sogar noch ein paar flotte Tanzschritte vor dem NDR Zelt, angesichts der dort spielenden furchtbaren Partyband wirklich ein Wagnis.      

Wirklich faszinierend finde ich ja die Marathonjunkies, die für viel Geld in der Welt rumreisen, nur um auch mal in Barcelona, Sydney oder New York 42 Kilometer zu laufen. Ich hab aber auch schon von Leuten gehört, die so etwas machen um Flugzeuge zu fotografieren. In meinen Augen ist das zwar ähnlich seltsam, aber wenigstens nicht ganz so anstrengend.

Schreibmusik: Xavier Rudd - Dark Shades of Blue

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