Dienstag, 3. Juni 2014

Hinterhofidylle
















Ab und zu findet man auf Streifzügen unglaublich idyllische Plätze, in die man sich spontan verliebt, in den Bergen des Regenwalds ebenso wie in den Hinterhöfen Hamburgs. Allerdings folgt meinem ersten begeisterten Gedanken "hier möcht ich wohnen" meist kurz darauf ein einschränkendes "Urlaub machen" oder "mal ein Wochenende verbringen", denn diese Idyllen haben meist auch auf Dauer unangenehme Nachteile, wie Chemieklos (oder gar keine) und oft einen sehr eingeschränkten Platz.

Ob das obige Hinterhofidyll (mit Uferzugang zum Osterbekkanal!) nur eine Wochenendlösung ist, oder das Refugium eines Fasttotalaussteigers, weiß ich nicht, aber Menschen die solche Idyllen schaffen bewundere ich zutiefst. Da war unzweifelhaft ein Künstler am Werk, es passt alles, der alte Bus zur alten Badewanne, das bemooste Holz zum rostigen Blech, sogar der grüne Naturteppich fügt sich in das Muster. Alles sieht aus wie zufällig abgestellt und trotzdem ergibt das Ganze ein äußerst harmonisches Bild. Das war garantiert auch der Plan.

Auch krass harmonisch: Fanfare Ciocarlia & Marcovic Orchestra - Balkan Brass Battle

Sonntag, 1. Juni 2014

Wasserstraßenfotografie...
















...ist das nächste große Ding. Straßenfotografie macht inzwischen ja jeder.


(gesehen in Winterhude und Uhlenhorst - klicken + F11 macht Wasserstraßen groß)






 

Donnerstag, 29. Mai 2014

U wie Urlaub
















Meine Fresse, inzwischen bin ich so etwas von durch, das glaubt man kaum. Zwei Monate Nachtschicht fordern ihren Tribut. Bis 3, 4, sogar bis 6 Uhr morgens malochen, danach kein vernünftiger Schlaf, weil irgendwas ist ja immer und viel zu hell sowieso und in Notfällen kommt man auch am Wochenende, denn man hat ja Verantwortung und die Kollegen sind auch nicht besser dran blablabla....
Für solche Fälle hat sich das System wahrscheinlich die ganzen all inklusive Pauschalurlaube überhaupt ausgedacht. Zuerst lässt man die Leute ackern wie blöde um ihnen, wenn sie dann völlig fertig sind, das sauer verdiente Geld für ein kurzes Rundumsorglospaket mit Freibier wieder abzunehmen. Und ich bin voll drin im System. Verdammt, sie haben mich gekriegt.

Naja, die Sachzwänge, kleine Kinder und so.. mit kleinen Kindern ist man dem System eher ausgeliefert. Vermutlich ist es dazu noch das Alter und meine immer schon vorhandene Bequemlichkeit, die mich solchen Verlockungen gegenüber empfänglich gemacht haben.
Andererseits weiß ich auch nicht, ob ich vor 20 oder 30 Jahren bei einer Agentur für neue Reiseerfahrungen gebucht hätte, bei der das zu erwartende Abenteuer so offensichtlich zu sehen ist.

 (Wer trotzdem Lust hat auszureißen, die URL steht auf der Windschutzscheibe.)

Ausreißermusik: Rodney Crowell - Tarpaper Sky

Dienstag, 27. Mai 2014

Der Frühling bleibt bunt (3)
















Gefunden im Stadtpark, wo man bei schönem Wetter jede Menge Drohnen fotografieren kann. Rhododendrohnen vor allem. 

 Dröhnt auch gut: Ben Harper & The Blind Boys Of Alabama - Live at the Apollo

 (Fotos großklicken dröhnt bunter)





Sonntag, 25. Mai 2014

Arbeitswege














Wie viele Arbeitstage hat das Jahr eigentlich? Gefühlt fünfhundert, ich weiß, aber realistisch sind wohl irgendwas mit über zweihundert. Das heißt zweihundert mal im Jahr zur Arbeit fahren und wieder zurück, vierhundert mal die Strecke in zwanzig Jahren, macht achttausend. Achttausend!

Und immer die gleiche Leier, man steigt ins Auto, dreht den Zündschlüssel und kurze Zeit später steigt man wieder aus. Dazwischen? War da was? Die Kutsche kennt den Weg, man achtet auf nichts mehr, kennt man alles schon. Achttausendmal gesehen. Mindestens.

Aber wenn die Sonne hoch am Himmel steht, keine Wolken zu sehen sind und die beknackte Schicht einem keine andere Wahl lässt, dann kann man ruhig mal eine Stunde früher losfahren und gucken, was man so an Motiven findet auf dem Arbeitsweg. Sind gar nicht mal so wenige, trotz der relativ kurzen Strecke.

Noch drei mal hin und zurück...

Arbeitsmusik: Mickey Jupp - Juppanese / Long Distance Romancer










Freitag, 23. Mai 2014

Altes Mädchen, herb gehopft
















Als der Pappenheimer mich über Ostern besucht will er natürlich wieder in die Schanze. Er liebt die Schanze, die rote Flora, die vielen Stützpunkte und die Leute. Ein paar Tage vorher hat er sich mit einem obdachlosen Pfandflaschensammler angefreundet, den er mir unbedingt vorstellen will. Der Horscht ist ein echter Waldmensch, und andere echte Waldmenschen wie der Pappenheimer schließen so jemanden schnell ins Herz.

Mir ist die Schanze zu voll, gerade am Wochenende treibt sich da oft ziemlich nervtötendes Partyvolk herum, aber einen guten Grund zuzustimmen finde ich: das Alte Mädchen. Das in den historischen Viehmarkthallen des alten Hamburger Schlachthofs errichtete Restaurant ist ein Paradies für Bierliebhaber, mit mehr als 60 Sorten im Ausschank, davon das gesamte Ratsherrn Sortiment aus dem Fass. Wo ich doch gerade das Ratsherrn Pale für mich entdeckt habe, ein herbhopfiges Argument für den Besuch alter Mädchen.

Platz gibt es trotz des schönen Wetters noch reichlich, etwas merkwürdig ist allerdings die, je nach Sitzplatz, eingeschränkte Bestellmöglichkeit der Speisen. Es gibt eine Tages- und eine Abendkarte, und als wäre das nicht schon kompliziert genug, eine sehr kleine Drinnen- und eine nicht größere Draußenkarte. Das von mir präferierte Pulled Pork im Maisbrötchen mit Barbecuesauce, Rotkraut und Schmand gibt es nur draußen, Pappenheimers gebratenen Zander auf Spargelrisotto nur drinnen. Eigentlich müsste ich nur meinen Stuhl um einen halben Meter hinter die komplett geöffnete Fassade verschieben, dann wäre ich mit meinem Brötchen draußen und der Pappenheimer könnte seinen Fisch bestellen, doch das Pulled Pork ist leider aus.

Blöde Sache, denn wenn ich mich auf etwas freue und das dann nicht bekomme bin ich sehr schnell eingeschnappt und will dann garnix mehr. Doch es ist 16 Uhr und der Magen sagt, es ist Zeit für ein Frühstück, ein möglichst reichhaltiges Frühstück. Eigentlich habe ich null Bock auf Fisch mit Risotto, was sich erst ändert als der Pappenheimer seinen Teller bekommt. Sieht nicht nur gut aus, schmeckt auch so und wird nachbestellt, zusammen mit ein paar leckeren Bierchen, damit der Fisch auch schwimmen kann.

Für das Pulled Pork im Maisbrötchen muss ich wohl nochmal da hin. Angesichts der (weit mehr als sechzig) handwerklich produzierten Biersorten im Ladengeschäft wird das eine teure Angelegenheit, soviel ist mal sicher.

Hopfenmusike: Rio Reiser - Rio I. / Über alles












Mittwoch, 21. Mai 2014

Mondjagd

















Bescheuerte Arbeitszeiten haben manchmal auch ihre Vorteile. Nachts um 3 Uhr auf dem Heimweg leuchtet der Mond strahlend hell auf vorbeiziehende Wolkenfetzen, das sieht richtig genial aus, American Werewolf Style. Da passt es ganz gut, dass ich mir neulich Creedence Clearwater Revival auf den Stick fürs Auto gezogen habe. There´s a bad moon on the rise dengelengeleng, den muss ich unbedingt ablichten. Zwar ist sie noch nicht ganz voll die Kugel, aber das fällt bestimmt niemandem auf. Karre parken, ab nach oben, Objektiv wechseln, Stativ aufbauen, Kamera einstellen und auf den Balkon.

Erstes Foto: zu hell.
Zweiter Versuch: immer noch zu hell.
Dritter Versuch: kein Mond mehr da. Der Nachteil von stimmungsvollen Werwolfwolkenfetzen, sie können sich jederzeit in eine undurchdringliche blaugrauschwarze Fläche verwandeln.

In der nächsten Nacht das gleiche Bild, ein strahlend heller Mond scheint auf vorbeiziehende Wolkenfetzen, und diesmal ist er sogar voll. Richtig rund, wie sich das gehört in Werwolfnächten, ahuuuuu. Karre parken, ab nach oben, Stativ aufbauen, Kamera einstellen und auf den Balkon.

Kein Mond mehr da. Verdammte Hacke, das ist ja wohl voll die Verarsche mit der blöden Mondfotografie, so macht das keinen Spaß.

In der dritten Nacht habe ich ihn dann erwischt, er konnte sich nicht mehr hinter einer blaugrauschwarzen Fläche verstecken, es war keine da. Leider auch keine stimmungsvoll angestrahlten Werwolfwolkenfetzen, weshalb ihr mit einem popeligen nicht so ganz vollem Mond vorliebnehmen müsst, von dem es Fantastillarden ähnliche Fotos gibt.
Zumindest, bis ich in langen Werwolfmondnächten auf dem Heimweg wieder angestrahlt werde von dem Ding. Ahuuuu.

Mondmusik: Creedence Clearwater Revival – Bayou Country / Green River