Samstag, 11. Januar 2014

Stadtansichten: Speicherstadt















Wenn es in der Lügenscheider Provinz schon nicht so recht klappt mit der Illuminatenknipserei holt man das halt zu Hause nach. Lohnenswertes Ziel dafür ist die Hamburger Speicherstadt, die ich in den letzten Jahren schon mehrfach mit Kamera und Stativ durchstreift habe. Dabei sind zwar schon einige nette Aufnahmen entstanden, aber so richtig ausgereizt habe ich das noch nicht.

Diesmal nehme ich mir vor reichlich Belichtungsreihen zu schießen, um hinterher ein wenig HDR basteln zu können. Das erste was ich bemerke ist die falsche Jackenwahl. Fünf mal belichten, fünf mal auf die Kamera warten, das ganze aus drei unterschiedlichen Blickrichtungen und schon steht man mehr oder weniger bewegungslos minutenlang herum. Ganz besonders unangenehm ist das auf Brücken, da kann man sich nicht einmal durch Bewegung aufwärmen, weil sich die Schwingungen auf den Boden übertragen könnten. Wind und Kälte kriechen durch jede Ritze, ein idealer Standpunkt um Outdoorjacken zu testen, meine fällt gerade mit Pauken und Trompeten durch.

Trotzdem bietet die Speicherstadt für derlei fotografische Exkursionen sehr viel. Die meisten Motive sind in angenehmer Reichweite für Fußmärsche, und da wo sie es nicht sind fährt man eben mit dem Auto hin. Parkplatzprobleme nach Einbruch der Dunkelheit hatte ich noch nie, von den wenigen Menschen die einem dort ab 20 Uhr noch begegnen ist die Hälfte mit Kamera und Stativ unterwegs.
 
Das wahrscheinlich bekannteste und meist fotografierte Motiv ist das Wasserschloss zwischen den beiden Hauptfleeten, hier ist immer was los. Auf der Poggenmühlenbrücke stehen zwei Südeuropäer, vom Dialekt her würde ich auf Österreich tippen, und warten auf das Licht. Auf mehr Licht. Ob ich wüsste, wann das angemacht wird. Sowohl das Wasserschloss als auch die Außentreppen der Lagerkomplexe sind beleuchtet, die Frage irritiert mich etwas. Ich hab das Ding bestimmt schon zwanzig mal fotografiert in den letzten Jahren, aber mehr Licht habe ich noch nie gesehen, außer vielleicht bei Vollmond.
Er hätte gehört, auch das Wasser wäre beleuchtet zu bestimmten Zeiten. Von unten, mit so Strahlern, er wüsste nur gern wann, sie stünden dort schon länger. Ich muss ihn leider enttäuschen und so ziehen sie unverrichteter Dinge weiter. Schon erstaunlich was die Leute so glauben, andererseits, ich war auch zweimal in Lüdenscheid, ich sollte ganz still sein...

Mir reicht die Beleuchtung jedoch voll und ganz. Vier Stunden, fünfzehn Fotos, kann ich mit leben. Am Fleetschlösschen verliere ich beinahe die Contenance und kurz darauf meine Augenmuschel, die auch nach intensiver Taschenlampenillumination der letzten Wegstrecke nicht zu entdecken ist, weil diese mistigen Gummidinger wahrscheinlich gleich mindestens einen Meter zur Seite hüpfen wenn sie runterfallen.

Und wie bei eigentlich jeder Fototour habe ich wieder etwas gelernt: Ich brauche unbedingt einen Kugelkopf.

Brauchte ich auch unbedingt: Bruce Springsteen - High Hopes












Kommentare:

  1. Ziemlich geschwätzig bunt, aber die #3 und #5 tät ich nehmen.
    Mit ner High-Iso fähigen Kamera in gutfestbrennweitenscharf abgelichtet auch als Druck für die Wand getackert und gerahmt, ;-p

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    1. Man braucht eine High ISO Kamera um Fotos mit 100 ISO zu machen? Das sind ja ganz neue Erkenntnisse *g*
      Drei der Fotos sind übrigens in gutfestbrennweitenschärfe abgelichtet, Du darfst gerne raten welche.:P

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    2. Die #3 ist zumindest etwas verschwommen/unscharf, schade.
      Und ein wenig grisselig, ich hatte da eher auf ne hohe ISO getippt.

      @ Herrn Ärmel: selbstverständlich in Farbe. In s/w geht gar nicht.

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    3. Dachte ich mir, dass wir uns verstehen ;-)

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    4. Wenn auf den Fotos irgend etwas grisselig erscheint liegt das an blogger, ausgefransten Himmel z.B. sieht man in den Originalen nicht, nicht einmal bei den für das Web komprimierten Dateien, aber sobald man das hochlädt ist er wieder da. Alternative wäre vielleicht flickr oder ähnliches und dann verlinken, aber das ist mir zu stressig.

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    5. Erinnert mich an eine Diskussion beim herzensguten Gastgeber im Regenwald. Bei mir sind die Fotos auf meinem Blog gleich wie im Ordner. Ich speichere ein entwickeltes Foto in *.jpg (ca. 3200x2400, 4-6MB) und verkleinere auf 1920x1440 in irfanview (+Rahmen) für Blogger - ferrdisch iss die Supp

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    6. Also ich habe schon Fotos hochgeladen bei denen mir anschließend die Suppe wieder hochkam so schlecht war die Qualität. Blogger schraubt da eindeutig dran rum, denn wenn ich die Fotos wieder runterlade haben die Dateien einiges an Größe verloren (ist auch sichtbar)

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    7. Ich bin ja eigentlich (und schon das Wörtchen eigentlich ist eigentlich die Einschränkung) am Arbeiten tztztz...
      Aber weil es mich grundlegend interessiert. Du hast recht: ich habe ein Foto zum Hochladen genommen (wie gesagt 1920x1440) und dann aus dem Blog das gleiche hochgeladene Foto (Einzelansicht) wieder runtergeladen ->1600x1240, also verkleinert. Die beiden Foto nebeneinander angesehen, ist für mich, was Farbwerte, Schärfe etc. angeht, kein Unterschied sichtbar.

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    8. Das hatten wir über Weihnachten schon bei mir getestet, Ihr erinnert Euch ?! Auch die Dateigrößen waren/sind exorbitant geschrumpft.

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    9. Schrieb ichs nicht gerade - ich wollte es zur Ablenkung von der Arbeit nur gerade mal selbst ausprobieren...
      Beim Tatmord heute Abend musst du besser aufpassen :-p

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    10. Beim 'Polizeiruf', mit Verlaub, werter Herr. 110 ja ?
      Hundertzehn !
      Ich muss doch sehr bitten...

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    11. Asche auf mein Haupt - Kotau - ich wälze mich Unwürdigen und den dazugehörigen zerfallenden Körper im Dreck der Müllkippe...
      Aber spannend war der Polizeiruf heute Abend, nedd wohr ;-)

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  2. Die Fotografie 7 ist mein absoluter Favourit. Aber auch die anderen gefallen mir gut, in s-w, Meister XS, kann ich mir die Fotos nur schwer vorstellen, denn Nachtfotos sind doch sehr kontrastarm. Ne Überlegung wert wären eventuell Detailfotos, um Licht und Schatten zu betonen und das Auge nicht allzusehr auf dem Foto herumirren zu lassen. Ach so, fast ich das Nörgeln vergessen: Das 7er Foto hat eine Entzerrung jedenfalls verdient ^^ (Nörgelmodus aus :-)

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    1. Eine Entzerrung? Ich kann mir echt nicht vorstellen was ich da entzerren sollte, auf Bild 7 *gg*

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    2. Die stürzenden Linien rechts und links ^^

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    3. Stürzende Linien? Guck mal genauer hin *g*

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    4. Gerade deshalb *g* - die Senkrechten laufen nach oben hin einwärts, zugegeben nicht übertrieben sondern nur ein wenig, aber sie laufen einwärts.
      Bin ich der Einzige, der das wahrnimmt? Hippo + XS schaut euch das Foddo doch auch mal an.... (Ist mein Bildschirm etwa konkav statt plan...)

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    5. Da habe ich gestern mühselig 6 Fotos entwickelt und entzerrt um sie hinterher wieder zu einem HDR zuammenzufügen und Du siehst immer noch Verzerrungen, das kann eigentlich nur mit einer verzerrten Brille zusammenhängen. Die Frage ist nur welche Brille, Deine oder meine. Möglicherweise hülfe es ja die Seite neu zu laden.

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    6. Wenn du magst, schickst du mir das Foto mal per Mail zu - ich schicke es dir dann wieder zurück - Und falls du dich noch an die vorletzten Seiten der alten HörZu erinnerst: du kannst dann Original&Fälschung spielen *g*

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  3. Ihr ollen Nörgler :)

    Schöne Serie, bei der ich auch die entzerrte Version der 7 mitnehmen würde.
    Ich hoffe Du hattest diesesmal keine "ich muss mich mal vor die Kamera stellen" Begegnungen.

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    1. Für Bildergucker und Nichttextleser: Alle Begegnungen fanden an einem Abend statt.;)

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  4. wow! keine ahnung worüber die kollegen hier nörgeln, ich finde die aufnahmen sind der hammer. ich wusste gar nicht das die speicherstadt so toll aussieht, ich war da nachts noch nie.

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    1. Nachts sind da fast nur Fotografen unterwegs, ab und zu auch Touristen in Fahrradrikschas, wodurch man kostengünstig den Erläuterungen des Fahrradrikschafahrers folgen kann.

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  5. Na, hier ist ja was los...
    Da mir der Galaxen-Präsi im Real-life gerade noch zugesteckt hat wie gerne er hier liest also nochmal hier:
    Mein musikalischer Tipp zu solchen Aufnahmen erst gestern gehört: "Mond über Hamburg" live vom Elbjazz, Gwildis und NDR Big Band, Wow !
    Das musste jetzt sein, und das mit der Illuminiererei wollt ich denn auch genauer wissen:
    klicken macht klick im Kopf:
    http://www.lichtkunst-speicherstadt.de/
    soll bis 23:30 gehen.
    So.
    Und wenn wir an der Omka am Mast sägen passt die da auch rein, wollja !!!

    Und Kugelköpfe nur mit ohne Augenschalen ;-)
    HausA

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    1. Mond über Hamburg ist ein altes furchtbares Stück von Ted Herold, was Du meinst ist wahrscheinlich Mondglanz aus dem Album mit der NDR Bigband. Der Gwildis ist nicht schlecht, kann singen, die Texte sind auch nicht unbedingt peinlich, die NDR Bigband sowieso große Klasse... aber ich kann da nicht so drauf. Trotzdem. Weil, Moondance, das geht bei mir nur mit Van Morrison, und die Regennacht in Hamburg ist mir in Georgia von Tony Joe White einfach lieber.
      Live würde ich mir das gerne mal geben, da geht der richtig steil, aber die Konzerte sind ja immer binnen Millisekunden ausverkauft.

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