Montag, 18. Juni 2012

Altonale 2: Well, not bad!
















Nach den gefühlten vierzig Kilometern, die ich Samstag auf der Altonale abgelaufen sein muss, hab ich mich am nächsten Morgen echt gefragt, wer sich das ganze zwei Tage hintereinander antut.
Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: die Anwohner. Wenn man morgens aus der Haustür tritt und zwei Straßen weiter schon mitten im Trubel ist, dann kann man an dem Wochenende auch mal die Küche kalt lassen. Das hab ich Sonntag dann auch in vollen Zügen genossen, ausschlafen, ein gutes Frühstück mit frischen Walnußbrötchen, Serrano aus dem Markt in der Fabrik und merkwürdigem Auvergner Kuhkäse, der trotz optisch gewöhnungsbedürftiger Rinde wahrhaft lecker schmeckte.
Das alles ohne Zeitdruck, weil man nicht fahren und keinen Parkplatz suchen muss, das hat schon was. Denn einen Termin habe ich auf meiner in der Küche vergessenen Liste noch gefunden, den ich unbedingt wahrnehmen wollte. Der fabelhafte Daniel Welbat aka WellBad, dessen Album Beautiful Disaster zu meinen Favoriten auf die Scheibe des Jahres gehört, sollte eine lächerliche halbe Stunde auf der Rockbühne Große Bergstraße spielen, im Rahmen eines Bandwettbewerbs am Sonntag. Schon da hab ich mich gefragt ob jemand etwas verwechselt hat, oder ob der Mann vielleicht nur ein Solokonzert gibt, angesichts des engen Zeitplanes der Bühne zwar logisch, würde aber den Namen Bandwettbewerb ad absurdum führen.

Wenn man sich auf ein gemeinsames Schlagzeug geeinigt hat geht so ein Umbau aber recht fix, vor allem wenn man nicht mehr braucht als einen Standbass, zwei Gitarren und ein tragfähiges Keyboard.
Katalina Vudú hieß die Vorband und legte die Messlatte schon ziemlich hoch in meinen Augen, jedenfalls soweit ich Bandwettbewerbe einschätzen kann, das war mein erster.

Und dann kam dieses Highspeedbärchen auf die Bühne, brummte ein Loblied auf das Bier und auf Feste im Allgemeinen und legte los wie eine jüngere Ausgabe von Tom Waits auf Kokain. Den MUSS ich unbedingt in voller Konzertlänge sehen, dreißig Minuten geht ja gar nicht. Unfuckingbelievable. Ne richtig geile Band noch dazu, die CD hat durch dieses Minikonzert definitiv ein paar Punkte mehr auf der Habenseite.

Die Nachfolgegruppe war dann weniger spektakulär, auch wenn eine meiner beiden entzückenden Begleiterinnen anderer Meinung war durften wir nach drei Stücken gehen, sehr weinerlich das ganze. Mein Sieger stand eh fest, egal wer da noch spielen sollte. Zeit für etwas orientalische Küche, mit Sitzplatz und Aussicht auf ein demnächst beginnendes Bollywood-Tanzspektakel. Glücklicherweise interessieren sich Frauen für Tanzkram, ich eigentlich erst, seit ich bei Inch im Blog gesehen habe, dass man da ganz nette Fotos machen kann. Und Bollywood versprach bunte Motive.

Das Bollywoodgedudel gefiel den Damen tatsächlich auch noch, so dass ich keine Probleme hatte dort länger zu verweilen, das gelang mir später allerdings nicht mehr, die Big Band Bertha Blau fand ich leider alleine witzig, da half auch kein Prosecco.
Ich sollte nach Altona ziehen.

Im Player selbstredend nix anneres grad als WellBad - Beautiful Disaster 

















Kommentare:

  1. jaaaa ich finde auch du solltest nach altona ziehen. dann hätte ich immer jemanden mit dem ich um die häuser ziehen kann wenn mein liebster wieder nicht von der couch kommt :))
    nur die musikauswahl solltest du mir überlassen *fg*

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    1. Ich steh halt nicht so auf Deutschrockpopgeschrammel, mit wenigen Ausnahmen *g*.

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  2. ich seh schon, ich muss echt umziehen...

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    1. Hamburg steht wohl nicht zur Debatte, aber die Entfernung wird ja vielleicht kürzer ;).

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  3. Könntest Du evtl. eine Wiederholung der Altonale Mitte Juli arrangieren, Zaph ?

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    1. Du solltest das ernsthaft für nächstes Jahr in den Kalender aufnehmen.

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  4. Schwesterchen, der wird Dir fast alles überlassen, nur nicht die Musikauswahl *grins*

    Ich hab auf den Webseiten reingehört soweit möglich, WellBad find ich geil, wenn der live auch so gut war hab ich wirklich was verpasst. Das Popgedöns mit der Cowboyhutsängerin ist nicht mein Ding, ich brauch Stromgitarre.

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  5. Altona? Die Dänen können halt feiern ;-)
    BTW: Schöne Fotos!

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    1. Dänen können immer feiern wenn sie deutsches Bier bekommen. Es waren auch welche da, die hatten aber nur einen Hot Dog Stand *g*
      Ist halt doch lange her mit Altona...

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