Sonntag, 6. Juli 2014

Quak
















Das wahrscheinlich geduldigste und freundlichste Entenfotomodell der Stadt hält sich am Modellbootbecken des Hamburger Stadtparks auf, der an diesem Wochenende seinen hundertsten Geburtstag feiert. Zu diesem feierlichen Anlass wurden viele der zahlreichen Skulpturen renoviert, weshalb ich da noch einmal auf Fototour gehen muss, waren doch glatt die meisten der Kunstwerke bei meinem letzten Besuch verhüllt und der Zugang zu zahlreichen Gartenanlagen versperrt. Folglich blieben mir nur Panoramafotos von Stadtparksee, Festwiese und  Planetarium, ein paar Blüten und Quak.

Quak kommt sofort angeschwommen, kaum dass man sich auf den Rand gesetzt hat, springt keine Armlänge entfernt mit einem eleganten Satz aus dem Wasser, guckt erwartungsvoll und macht "Quak". Das kann ich für ein paar Fotos ausnutzen, aber das Gegenlicht stört. Mein Platzwechsel stört sie nicht die Bohne, alles was kommt ist ein weiteres aufforderndes "Quak". Tja, hätt' ich dich heut erwartet hätt' ich Kuchen da. So schnallt sie es irgendwann doch, dass es bei mir nichts zu holen gibt außer Entenportraits und als sich ein Radfahrer ans andere Ende des Beckens setzt ist sie weg. Hoffentlich mit mehr Glück, es wäre ihr zu gönnen.

Schreiber gönnt sich Gitarre: Patrick Sweany - Every Hour Is A Dollar Gone




Freitag, 4. Juli 2014

Wildes Wasser und Verkaufstalente

















Auf eigene Faust das Landesinnere zu erkunden hat zwar seine Vorteile, aber dafür bekommt man bei geführten Touren häufig Erlebnisse geboten, die man alleine schwer planen kann. Dazu noch oft gute Tipps und Informationen von den ausgezeichneten Reiseleitern, die man sonst irgendwo mühsam sammeln müsste. Der Ausflug in den Köprülü Nationalpark erschien mir schon im letzten Jahr recht interessant, so dass ich nicht lange überlegen muss als Junior mir den vorschlägt. "Unsere Türkei" nennt sich das Programm und verspricht Kultur, Abenteuer und Landschaft satt, inklusive Besuch einer Moschee, Minikochshow mit türkischen Spezialitäten (die Deutschen lieben so etwas, die gucken das dauernd im TV) und eine Wildwasserfahrt für Anfänger durch den Köprülü-Kanyon. Dabei könnte man etwas nass werden, daher nehme ich vorsichtshalber ein zweites T-Shirt mit.

Knappe zwei Stunden dauert die Fahrt ins Taurusgebirge, ist aber recht kurzweilig, weil Hakan sehr amüsant über Land und Leute zu berichten weiß. Außerdem kennt er die besten Aussichtspunkte auf dem Weg und lässt dort regelmäßig eine Fotopause einlegen. Dabei habe ich den ersten Kontakt zu johlenden und kreischenden Menschen in Gummibooten, die allesamt sehr nass aussehen. Sehr sehr nass. Wie gut, dass ich auch noch die Jeans eingepackt habe.

Der Moscheebesuch fällt leider aus organisatorischen Gründen aus, Freitags wird viel gebetet, da bleibt keine Zeit für neugierige Touristen. Zwischendurch gibt es einen kleinen Fußmarsch, weil der Bus für die alte römische Brücke über den Köprüçay etwas zu breit ist und einen Umweg machen muss. Trotzdem muss das alte Ding eine enorm hohe Verkehrsfrequenz erdulden, ganze Kolonnen an Fahrzeugen der am Fluss ansässigen Raftinganbieter überqueren hier den Canyon, um die Ausrüstung wieder nach oben zu schaffen.

Unterwegs erfahren wir nützliche Dinge über die antiken Brücken nebst umliegender Vegetation, Olivenbäume und Olivenöl, über Johannisbrot, Myrrhe, Granatäpfel und was sonst noch so alles wächst hier unten. Ganz besonders die Kirschen sind Weltklasse sagt Hakan. Die besten Kirschen überhaupt, man sollte hier unbedingt die Kirschschorle probieren. Macht natürlich auch fast jeder, Hakan ist ein guter Verkäufer. Wer danach noch einen Happen verzehren möchte stellt sich bei der obligatorischen Fladenbrotmutti an, ich wähle Schafskäse-Spinat, die Prinzessin Apfel-Zimt und Junior schwarzen Tee. Mich würde schon interessieren, was Hakan so an Prozenten bekommt hier, und wie er wohl Kirschen aus dem Alten Land finden würde. Dafür bietet er eine gute Show und bewacht meine Kamera sowie alle anderen Wertsachen als wir in die Boote steigen, denn Hakan kommt nicht mit. Zu kalt und zu nass erklärt er grinsend, aber er hätte volles Vertrauen in die Bootsführer. Alles gute Jungs, am Fluss aufgewachsen, da kann nichts passieren.

Der gute Junge befördert mich sofort nach vorne, da muss scheinbar mehr Gewicht drauf. Junior sitzt mir gegenüber, die Prinzessin darf sich als einziges Kind in die Mitte kauern und keine zwei Minuten später sind wir klatschnass. Ganz ohne wildes Wasser, nur durch die Unsitte der Bootsführer einen Krieg mit anderen Booten anzuzetteln. Hurra, was für ein Spaß, wenn der Hintermann durch seine unkoordinierten Bewegungen mehr die eigene Besatzung trifft als den auserkorenen Gegner.

Ich bin mir noch nicht sicher ob ich das Programm jetzt lustig finden will, aber bei den ersten Stromschnellen wird mir klar, dass die uns mit dem Blödsinn nur an die Wassertemperatur gewöhnen wollten. Die erste Welle trifft mich voll, die Kälte raubt mir fast dem Atem. Ich hätte auch einen zweiten Satz Unterwäsche mitnehmen sollen, verdammt. Mein Hintermann trottelt immer noch mit seinem Paddel in der Gegend herum, es wird nur besser wenn der Bootsführer mal kurz den Takt vorgibt. Wo läuft das Wasser eigentlich wieder ab was hier laufend reinschwappt? Die Prinzessin findet das alles recht spannend, zittert aber inzwischen wie Espenlaub. Keine Ahnung was Gebirgsquellwasser so gemeinhin an Temperaturen hat, aber mehr als 10° sind das hier nicht.

Eine halbe Stunde später ist der Jux vorbei und wir gucken Hakans Minikochshow, es gibt in Weinblättern gegrillte Forelle und Tomaten-Zwiebel-Salat mit Sumak, von dem sogar die Prinzessin einen Nachschlag haben möchte. Sehr viel kochen muss Hakan dabei nicht, "hat die Küche alles vorbereitet" grinst er "wie bei euch im Fernsehen." Ebenfalls sehr lecker ist das Granatapfeldressing für den gemischten Salat, sollte man unbedingt mal probieren sagt Hakan, zusammen mit dem guten Olivenöl. Wirklich sehr schmackhaft alles, die gute Sumakmischung, Olivenöl und Granatapfeldressing kann man praktischerweise alles an Ort und Stelle erwerben, was viele natürlich ausnutzen. Hakan ist ein guter Verkäufer, ich habe jetzt auch einen Beutel Sumak zu Hause. Fehlen nur die guten Tomaten, daran habe ich natürlich in dem Moment nicht gedacht.

Ein wenig ärgerlich ist es natürlich, dass man bei der Wildwassertour nicht fotografieren kann, aber auch diesem Umstand wird abgeholfen, denn seit unserem kurzen Aufenthalt an der Moschee haben wir einen ständigen Begleiter (die Jungs aus dem Dorf wollen sich halt ein paar Euro dazuverdienen sagt Hakan), der mit zumindest semiprofessioneller Foto- und Videoausrüstung den ganzen Spaß festgehalten hat. Für nur 25 Euro kann man am Ende seine komplette Fotoserie inklusive DVD mitnehmen, was auch fast jeder macht. Hakan ist ein ziemlich talentierter Verkäufer, allein dafür hat er sich am Ende ein Trinkgeld verdient.


Gebirgsmusik: Hubert von Goisern & die Alpinkatzen - Live..wia die Zeit vergeht


















Dienstag, 1. Juli 2014

Mein Schatz
















Wir wollen ihn! Wir brauchen ihn! Wir müssen ihn haben, den Schatz! Und jetzt, wo wir ihn haben, geben wir ihn nie wieder her*! (Irres Gelächter)

*allenfalls tauschen wir ihn nächste Saison gegen einen Sitzplatz.

Montag, 30. Juni 2014

An der Pfanne















Vor mir bei der Zollkontrolle: "Was machst´n als erstes wenn Du wieder zu Hause bist?" "Ein saftiges Schnitzel essen. Kebab hängt mir langsam zum Hals raus." Bei solchen Dialogen frage ich mich immer, warum die nicht gleich zu Hause bleiben. Mir würde Kebab nach einer Woche sicherlich auch zum Hals raus hängen, aber ich esse auch zu Hause nicht die ganze Woche Frikadellen. Falsches Hotel könnte man vermuten, oder überzogene Ansprüche. Überzogene Ansprüche gibt es wahrscheinlich ähnlich häufig wie schlechte Hotels, da muss man schon mal näher gucken wenn man sich für eins entscheiden muss.

In irgend einem Hotelbewertungsdingens fand ich kritische Stimmen, die Verpflegung in unserem Hotel wäre wenig abwechslungsreich, nach einer Woche würde sich alles wiederholen. Das hätte mich nicht einmal gewundert, denn bei der täglich neuen Auswahl an Fleisch, Fisch und Gemüse muss sich zwangsläufig etwas wiederholen. Bestätigen kann ich es allerdings nicht, denn die Küche war durchaus kreativ, mit mexikanischen oder mediterranen Abenden, an denen Köstlichkeiten wie in Butter gebratene Obstwürfel mit viel Schnaps und Sahnebaiser oder scharf gefüllte Tortillas zubereitet wurden. Von mir aus hätte es auch gerne mehr mediterrane Spezialitäten geben können, auch wenn "Gebraten Herz" sicher nicht jedermanns Sache ist, einige haben dafür gleich zweimal zugeschlagen.

Wenn es in solchen Urlauben zu wenig Abwechslung gibt liegt das Problem meist woanders. Weil man nämlich zu Hause zu faul ist sich ein leckeres gefülltes Omelett zu backen stellt man sich hier jeden Tag wieder an, bis es einem zum Hals raus hängt. Und danach noch mal, weil man das ja ausnutzen muss, dass da jemand steht und einem die Dinger backt. Und wenn kleine Kinder am liebsten Spaghetti mit Tomatensauce essen, dann essen sie es auch dreimal hintereinander wenn man kein Veto einlegt.

Hat man keine Lust mehr auf Köfte, Döner und gegrillte Hähnchenspieße könnte man sich auch prima vegetarisch ernähren bei dem Angebot an Salaten und anderem Gedöns, wer da lieber ein Schnitzel isst hat echt einen an der Pfanne.

Heiß: Pearl Jam - 26/06/00 Sporthalle, Hamburg, Germany







Samstag, 28. Juni 2014

Alte Steine, volle Gassen
















"Abends ist es besonders schön in Side", hat jemand gesagt, "wenn die antiken Ruinen alle beleuchtet sind." Das klingt hochinteressant, schließlich habe ich das Stativ dabei. Damit wollte ich eigentlich das große antike Theater tagsüber mit ND-Filter fotografieren, um die in den Ruinen herumstolpernden Touristen auszublenden, aber wenn das auch Nachts geht...

Es dämmert schon als ich im Dolmuş nach Side sitze, zusammen mit einem lustigen weiblichen Kegelclub, der die Altstadt unsicher machen will. Da ich mich hier null auskenne schließe ich mich dem Tross einfach an, die Richtung stimmt ja schon. Keine fünf Minuten Fußmarsch später lasse ich die Damen ziehen, ich habe die erste beleuchtete Ruine gefunden. Recht spärlich beleuchtet zwar, aber immerhin etwas, denn der Rest liegt vollständig im Dunkel. 

Dafür wird das große Tor zur Stadt sehr häufig in Licht getaucht. Scheinwerferlicht, ein Verkehr wie in der Hamburger Innenstadt. Bei 30 Sekunden Belichtung dürfen da höchstens zwei bis drei Autos durch, sonst wird das zu hell. Klappt, nach zehn Minuten zwei brauchbare Aufnahmen, auf mehr habe ich keine Lust. Wo ist das Theater?

Ich finde Mauerreste. Stadtmauer wahrscheinlich. Die Lichtdesigner konnten sich nicht einigen, eine Ecke wird grellweiß angestahlt, aus der nächsten leuchtet es schön bunt. Sehr alte Steine, das muss man sich immer wieder vor Augen führen, damit man etwas beeindruckt ist. Ich mach ein HDR davon, vielleicht kann man wenigstens damit imponieren. Aber sonst eher so naja.. wo ist das scheiß Theater? Das muss riesig sein, da passen 20.000 Leute rein.

Geh ich halt erst einmal in den Hafen, den Apollon-Tempel fotografieren, bzw. die Reste davon. Einmal Altstadt Hauptstraße runter, ist tatsächlich nett hier. Viel Urlaubsflaniererei natürlich, die üblichen Shops, Kneipen, Restaurants, aber gemütlich im Gegensatz zu den ganzen Shoppingtempelneubauten an der Touriküste. Die Gemütlichkeit des Hafens wird leider durch die Laserstrahlwerbung auf den Kaimauern etwas gestört, aber den Tempel lassen sie damit in Ruhe.

Damit ihn niemand ganz kaputt machen kann haben sie ihn dafür eingezäunt. Maschendraht, zwei Meter hoch und Treffpunkt unendlich vieler Pärchen, die sich dort gegenseitig mit dem Handy fotografieren. Vorzugsweise mit Blitz, damit man auch was sieht vom Zaun. Leider verweilen sie dort auch ziemlich lange, weshalb sich Schatten nicht ganz vermeiden lassen. Mach ich halt noch ein HDR und nehm das mit den wenigsten Fotohandyfotografen als Referenz. Auf der anderen Seite das gleiche Bild, zwei Meter Zaun, aber dafür ein schlechterer Hintergrund und Laserstrahlen.

Auf dem Rückweg bastel ich an den Kameraeinstellungen herum um ein paar Aufnahmen von dem Gewusel in den Gassen machen zu können und biege an der Stadtmauer links ab, da wo der Wachmann steht, der sicher etwas wichtiges bewacht. Das Theater eventuell. Ich trau mich nicht zu fragen, der sieht so offiziell aus. Tatsächlich gehts nur zur Küstenlinie. Bars, Restaurants, Shops und Liegestühle am Strand. Direkter Blick auf Side und ein unfassbares Lasergewitter am Himmel. Da drüben muss jeder zweite Laden eine Laserkanone auf dem Dach haben, ich weiß schon warum ich da keinen Urlaub machen möchte. Könnte ein Motiv sein, aber so viel Zeit habe ich nicht, und auch keinen Bock dafür an den Kameraeinstellungen zu fummeln. Der letzte Dolmuş fährt um Mitternacht, wo ist das verdammte Theater?

Auf dem Rückweg spielt das Paar in der Pegasis Bar immer noch Venus von Shocking Blue. Eine 20 Minuten lange Version ist für das Liedchen vielleicht etwas viel, aber wer weiß was ich für ein Solo verpasst habe. Der Wachmann ist weg, kein Mensch den man fragen könnte. Die Schilder weisen Richtung Bushaltestelle. Ich hab zwar keine Ahnung wie der Dingsbumsbrunnen aussieht, aber die Pfeile sind eindeutig, alles an Sehenswürdigkeiten > diese Richtung. Ich laufe eine halbe Stunde an irgendwelchen alten Steinen vorbei, eine Säulenstraße liegt im Halbdunkel, wenn man da einfach rumlatscht bricht man sich wahrscheinlich die Beine, oder man wird verhaftet. Ist eh zu dunkel da.

Das nächste Schild ist ähnlich, bis auf die Pfeile. Alles an Sehenswürdigkeiten < diese Richtung. Jetzt hab ich keine Lust mehr, leckt mich doch Theater. Theater wird überbewertet. Außerdem habe ich einen scheiß Durst, ich brauche ein Bier. Ein kaltes Bier. Eiskalt. Der Dolmuşfahrer erkennt an meinem Bändchen zu welcher Hotelherde ich gehöre und setzt mich um halb eins vor der Haustür ab. Er hupt noch ein wenig vor sich hin, weil ich eigentlich 50 Cent zurückbekomme, aber als ich abwinke hat er es begriffen und fährt von dannen.

Auf der Veranda sitzt Junior und daddelt auf seinem Smartphone. Schon erfreulich wenn man erwartet wird und sein eiskaltes Bier nicht alleine trinken muss. Am nächsten Tag finden wir anhand einer Postkarte heraus, dass ich ungefähr vier mal am Theater vorbeigelaufen bin, weil das natürlich nicht beleuchtet ist und irgendwo jenseits der Säulenstraße liegen muss.

Aber das ist wirklich beeindruckend, was ich so gesehen habe auf den Postkarten. Sollte man besser am Tage hinfahren. Oder gleich nach Rom, da muss man sicher nicht so lange suchen.

Auch steinalt, aber immer noch beeindruckend: Crosby, Stills, Nash & Young - Déjà Vu / 4 Way Street








Mittwoch, 25. Juni 2014

St.Pauli leuchtet jetzt auch hier
















Arsenal London, Manchester United, FC Barcelona, Real Madrid, Borussia Dortmund und natürlich die Bayern, wer in der Türkei das billige Trikot eines teuren Vereins sucht, der wird an jeder Ecke fündig. Für nur zehn Euro kann man Messi, Ronaldo, Ibrahimovic oder Lahm auf dem Rücken herumtragen, in Kindergrößen gibt es meist noch die passende Hose obendrauf, weshalb die Prinzessin jetzt als  Manuel Neuer herumläuft. Nicht etwa weil sie Manuel Neuer besonders toll findet, aber die Farbe ist einfach am schicksten.

Eine Wahl hatte sie ja nicht wirklich, denn die Trikots echter Bolzplatzhelden wie Marius Ebbers, Fabian Boll oder Florian Bruns sind nicht sonderlich gefragt im Süden, zweite Liga findet hier nicht statt. Im Kleindevotionalienbereich allerdings hat sich das seit dem letzten Jahr geändert, es gibt allerhand Tand (manchen sogar beleuchtet), Fußballwappenküchenuhren und natürlich Feuerzeuge, die sogar weit eleganter sind als die offiziell in Deutschland erhältlichen Einweglösungen. 

Musste ich natürlich haben. Alles, außer der Küchenuhr. Im nächsten Urlaub hoffe ich dann auf ein Kindertrikot von Tschauner, damit dieses Bayerngedöns wieder in der Versenkung verschwindet.

Leuchtet auch: Jason Elmore & Hoodoo Witch - Upside Your Head 



Sonntag, 22. Juni 2014

Im Piratenkindergarten















Die Piratenfahrt im letzten Jahr war soooo unglaublich spannend, das müssen wir unbedingt wiederholen. Die Prinzessin tritt gleich mit Vollausstattung an, extra von zu Hause mitgebracht. Mit Augenklappe, Bandana, Hakenhand und Totenkopfshirt erregt sie sofort die bewunderte Aufmerksamkeit der mit uns auf den Bus wartenden Mitreisenden, sie ist halt Profi was die Piraterie angeht - und endlich mal mit Opa im Partnerlook. Muss natürlich sofort im Bild festgehalten werden, jetzt habe ich den perfekten Desktophintergrund und muss nicht mehr zwischen St.Pauli und Glückskind wählen.

In Manavgat entern wir unser Schiff, die River Pirate. Etwas kleiner als der Kahn im letzten Jahr und ohne Wasserrutsche, aber die hat ohnehin niemand von uns benutzt und wird nicht groß vermisst. Ich äußere die Hoffnung, diesen netten melancholischen Piratenkindergärtner vom letzten Jahr wiederzusehen, aber Junior meint, er würde für die Kleinen doch einen etwas weniger depressiven Berufskollegen bevorzugen.

Nach kurzer Zeit schon muss ich ihm beipflichten. Der neue Käpt'n macht Programm ohne Ende, die Gören werden permanent mit irgendwelchen Spielchen beschäftigt, tanzen, hüpfen, singen, springen, fechten, die Eltern bemalen, es gibt Belohnungen in Form von Schlüsseln für den später zu suchenden Piratenschatz, alles nur kurz unterbrochen durch das Mittagessen und die Badepause vor dem Apollon-Tempel von Side. Die muss leider ein wenig gekürzt werden, da einigen der erwachsenen Flusspiraten das leichte Geschaukel auf offenem Meer nicht bekommt, wir müssen zurück zur Mündung und ankern.

Kurz vor Schluss überrascht der Kahn uns mit Schaumkanonen, was die Begeisterung auf die Spitze treibt, für einen neuen Dezibelrekord in Mädchenkreisch sorgt (mit einer Ausnahme, denn Prinzessinnen kreischen NIE) - und mir und meiner Kamera alles abverlangt. Die Schatzsuche verläuft ebenfalls erfolgreich, am Ende bekommt jeder sein Piratenpatent und ich etwa 300 Aufnahmen von tanzenden, springenden, kletternden, fechtenden, hüpfenden Kindern. Speziell von einem natürlich, weshalb ich immer noch vor sehr viel Entwicklungsarbeit stehe.

Ein Lightroom-Preset für "spielende(s) Kind(er) auf Piratenschiff/am Strand/am Pool/im Wasser in meist gleißendem Sonnenlicht mit/ohne Schaum" oder ähnliches wäre echt hilfreich gewesen, aber so etwas ist wohl zu speziell. 

Piratenmusik: Roger McGuinn - Cardiff Rose pull away me lads o'the Cardiff Rose and hoist the Jolly Roger...