Sonntag, 28. Juni 2015

Ein Park am Arsch der Heide
















Eine um 20° höhere Außentemperatur, dann kommt man sich vor wie in der Karibik, jedenfalls im Center des Centerparcs. Alles sehr südländisch aufgemacht hier, sogar Palmen haben sie angepflanzt. Karibische Innentemperaturen herrschen dafür im großen Hallenbad, mit Rutschen und allem Pipapo. Schon ein ganz anderes Kaliber als das winzige Becken im letzten Ferienpark.

Diese seltsamen Urlaubsenklaven scheinen eine typische Spezialität der Niederländer zu sein, wer hier keine Anhängerkupplung hat mietet sich für den Urlaub eben ein wohnwagengroßes Haus. Denn mit Ausnahme des festen Daches über dem Kopf und der eigenen Dusche unterscheiden sich diese Parks nicht sehr von luxuriösen Campingplätzen. Das Maß der Privatsphäre wird durch die Auslastung bestimmt, sind die angrenzenden Stellplätze leer hat man niemanden, der einem die Brötchen vom Tisch gucken kann. Ansonsten ist alles vorhanden was man im Urlaub braucht, man muss den Platz nicht verlassen. Wozu auch, man ist eh schon am Arsch der Heide hier, der nächste Bauernhof 10 Kilometer weg, die nächste Stadt 30.

Gibt ja genug Einkaufsmöglichkeiten im großen Supermarkt, dazu Strand für den schönen Sommer, Hallenbad für den normalen Sommer und jede Menge Restaurants, die Pizzeria sogar mit Lieferservice. Für Unterhaltung wird ebenfalls gesorgt, Sportmöglichkeiten ohne Ende, Tennisplätze, Golf und Minigolf, Bolzplätze, Bowling, Ruder und Tretboote und an jeder zweiten Ecke Spielkram für den Nachwuchs, vom Hochseilklettergarten bis zum Streichelzoo mit Ziegen und Eseln, mit Kindern wird es nie langweilig und wer Abenteuer sucht kann sich in der Marina ein Boot mieten und auf dem Eemmeer segeln.

Man kann sich sogar die Brötchen zum Frühstück liefern lassen, wenn man keine Lust hat den zehnminütigen Fußmarsch am Morgen auf sich zu nehmen. Oder man leiht sich für die Woche halt ein Fahrrad oder Tandem, eine Rikscha oder sogar ein Elektromobil, denn das eigene Auto darf hier nur an zwei Wochentagen bewegt werden, das sind die An- und Abreisetage. Wenn man erst einmal begriffen hat, dass die großen Symbole für den Autoverkehr und die kleinen für die Fußgänger gedacht sind, halten sich die Entfernungen aber in erträglichen Grenzen. Immerhin gehört ein Hackenporsche zur Hausgrundausstattung, damit kann man schon eine Kiste Grolsch über den Platz bewegen.

Die sollte man sich jedoch besser im Supermarkt des nächsten Ortes besorgen, denn wenn man tatsächlich alle Annehmlichkeiten des Parks ausnutzt kommt man der Karibik auch preislich langsam näher. Außer dem normalen Campingplatzsupermarktaufschlag sind die Preise mehr als abgehoben, bei knapp 30 Euro pro Person für ein Frühstücksbuffet muss man als Mensch mit Familie nicht lange rechnen, da dürfte zumindest die türkische Karibik um einige Taler günstiger werden.

Parkfotos: Centerparc De Eeemhof, Zeewolde
Parkbier: Crew Republic Roundhouse Kick, Imperial Stout, 9.2%
Parkmusik: The Rolling Stones - Exile On Main Street, Remastered Special Ed. 2010












Kommentare:

  1. ein wohnwagengroßes haus? *lol* hattest du nicht umgebucht?
    der park wirkt ziemlich ausgestorben, machen die in holland etwa auch siesta während der großen mittagshitze? *g*

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    1. War schon etwas größer und luxuriöser als ein Wohnwagen, nur die Ausstattung mit Küchenutensilien war katastrophal. Der Park war nicht mal halb ausgebucht glaube ich, von den drei Nachbarbungalows war nur einer kurz übers Wochenende belegt.

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  2. Auha, gibts tatsächlich noch Fotos aus Holland? Damit habe ich ja überhaupt nicht mehr gerechnet *fg*

    Gruß, N.

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    1. Alles zu seiner Zeit. Die Hälfte davon sind ohnehin Fotos von der Lütten, deshalb dauert das auch so lange :p

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  3. Also, das mit den Parks, das Konzept verstehe ich nicht. Das ist wie ein Campingplatz, nur die Bingalows stehen schon da? Und dann gibts Restaurants und Supermärkte und Bespaßung und Bad draußen und Bad drinnen? Das klingt wie so ein superteurer Regenbogencampingplatz an der Ostsee. Nur dass man da auch seinen eigenen Wohnwagen oder Zelt mitbringen muss. Das ist jetzt wirklich eine ernste Frage

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    1. Im Prinzip schon, in den günstigen Ferienparks vermieten die sogar Wohnwagen, ansonsten gibt es von der Bungalowreihe bis zum Einzelhaus so ziemlich alles im Angebot. Das ist aber alles so geschickt angeordnet, dass man durchaus seine Privatsphäre hat. Wobei wir halt keine direkten Nachbarn hatten, in der Hochsaison möchte ich da keinen Urlaub machen.
      Die Centerparcs mit großer Schwimmhalle sind da schon die Luxusversion, der Park liegt mitten im Wald, da ist sonst weit und breit nichts. Man soll seine Kohle möglichst da ausgeben, dafür bieten die volles Programm bis zum Barbecuekomplettpaket für den Grill oder das Raclettepaket inkl. Käse und Gerät, lauter teuren Kram.
      Dafür ist die Ausstattung mit Küchengerätschaften so dermaßen dürftig, dass man schnell die Lust verliert selber zu kochen.

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  4. Oh, hier funzt es auch. Da versuche ich es jetzt nochmal mit dem neunen Blognamen.
    Achtung!
    ....
    Wow

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  5. Klasse Fotos. Aber dort Urlaub machen?
    Ist das nicht ein bisschen wie Dies-nee-Land?
    Wusste garnicht, dass du schon wieder im Urlaub bist *ggg*

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    1. Nee, leider nix mit Urlaub, das ist alles Nachlieferung. Im Urlaub blogge ich (fast) nichts mehr, da hab ich Urlaub.

      Dieses Disneylandvorurteil habe ich übrigens auch schon vom Pappenheimer vernommen *g* und es trifft durchaus zu, da liefen sogar zeitweilig Maskottchen rum, allerdings keine Mickymäuse. Ich kann mir auch vorstellen dass der Ursprung dieser Feriencamps in der USA liegt, in einigen soll man sogar schmutzige Tänze lernen können *gg*.
      Ich seh das ganz pragmatisch, die Kinder sind beschäftigt, man hat ein Bett, ein festes Dach überm Kopf, einen Kühlschrank für kaltes Bier, Herd, Kaffeemaschine und Internet. Als Stützpunkt für Tagesausflüge in die Umgebung ist das durchaus tauglich.

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    2. Deine Argumente kann ich gut nachvollziehen.
      Mal sehen, sollten sich da jemals Enkel ankündigen, könnte das vielleicht auch auf mich zukommen.
      Mag sein, dass es in derlei Örtlichkeiten dann auch Pflegestationen für Altopps gibt *g*

      Das mit der Bloggerei habe ich auch verändert. Nix mehr Notenbuchschlepperei.
      Insofern sind meine Berichte dann auch Nachlieferungen.
      Wie das eben zu Ende gegangene Überwochenende bei einer gemeinsamen Bloggerbekannten in Leipzig *ggg*

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