Freitag, 18. Juli 2014

So alt wird kein Schwein
















Aber ein Baum, der kann so alt werden. Mindestens 400 Jahre, vielleicht sogar 1000 Jahre alt, in diesem Rahmen jedenfalls bewegen sich die Schätzungen bei der Effeltricher Tanzlinde. In Effeltrich geht man von 850 Jahren aus, das steht jedenfalls auf der Infotafel. Damit der Baum noch ein wenig älter wird scheut man keine Kosten und Mühen, das Innenleben ist ausbetoniert und die gewaltige Krone wird durch ein Gerüst am Zusammenbruch gehindert.

Ein faszinierendes Naturdenkmal, wenn man sich überlegt was dieser Baum alles überlebt hat. Sogar die gegenüberliegende Wehrkirche wurde in den zahlreichen Kriegen beschädigt, nur an der Linde hat sich scheinbar niemand vergriffen.

Meine drei Anläufe den Baum (in HDR mit Kirche im Hintergrund) abzulichten wurden leider immer durch parkende Autos zunichte gemacht. Muss ich noch mal hin bevor es zu spät ist, in diesem Alter kann man nie wissen..

Leider nur 70 geworden: Johnny Winter - John Dawson Winter III / White, Hot & Blue / Live in NYC 97

Dienstag, 15. Juli 2014

Sauerei und Spaß dabei
















Ausgerechnet am Samstag soll/muss/darf ich kurzfristig als Babysitter einspringen, dabei bin ich schon zum Wutzrock fest verabredet. Was macht man da? Kind mitnehmen natürlich. Seit zwei Jahren versuche ich Junior davon zu überzeugen, dass so ein antifaschistisches antirassistisches antisexistisches linkes Open Air Festival wie das Wutzrock außer guter Musik auch allerbeste Familienunterhaltung bietet. Immerhin veranstalten die täglich ein Kinderfest und bei gutem Wetter kann man zwischendurch auch mal in die Elbe springen. Abgesehen davon kann so ein bisschen Punk und linke Kultur zwischendurch ganz sicher nicht schaden, als kleine Vorbereitung auf ihr erstes Heimspiel in ein paar Wochen.

Die Wagenburg wird jedes Jahr größer und luxuriöser, diesmal stehen gleich zwei WoMo-Flaggschiffe neben dem Bulli von Herrn H., und es gibt ein Außenklo! Man muss nicht mehr in die Büsche, hätte ich das geahnt wäre sogar eine Übernachtung drin gewesen. Das zweite Flaggschiff gehört einer lieben und viel zu lange nicht gesehenen alten Freundin, auf die ich mich schon seit Tagen freue wie doof. Die hat ihre ebenso nette Freundin mitgebracht und alle beide ihre Töchter. Mr.T erscheint auch noch mit Familie, noch ne Tochter. Ich dachte immer die Jungs wären in der Überzahl bei den Geburten, das muss woanders sein.

Glücklicherweise hat irgend jemand auch einen Knaben in der Wagenburg geparkt, den ich niemandem zuordnen kann, und der will unbedingt Fußball spielen. Das ist was für die Prinzessin denk ich mir und spiele ein paar Minuten den Animateur, bis die mit sich selber beschäftigt sind und ich Fotos davon machen kann. Viel Platz hier, da kann man mal anständig gegen den Ball treten. Und wenn der Ball neben einem schlafenden Hund landet kann man fünf Minuten lang anschleichen und diskutieren, wer denn jetzt so mutig ist und den holt. Super Motive, ich freu mir n Ast.

Mit Motiven auf der Bühne sieht es hingegen schlechter aus. Die Anzahl der Mütter denen ich mein Kind anvertrauen würde ist zwar außergewöhnlich hoch, aber wenn ich es dann mal kurz vor die Bühne schaffe, dann spielen die gerade ihre letzten zwei Stücke. Acoustic Laundry sind gut, scharfe Version von Whole Lotta Love mit Cajon und akustischer Gitarre, aber dann : Umbaupause. Kinderanimation, Fußball, Verstecken spielen. Die Prinzessin fragt nach zwei Euro für ein Armband. Ich grins und sag, Du hast doch aus der Türkei schon gefühlte zwanzig Armbänder mit nach Hause geschleppt, da ist sie auch schon weg. 

Nach den letzten 20 Minuten der goldigen Jungs von Chäirwalk (albernes Outfit aber knackstarker Rock, leider: wir spielen jetzt unser letztes Stück) treffe ich sie wieder. Mit Festivalarmband. Na DAS ist doch verständlich. Statt alberne goldene Rockmusiker zu knipsen hätte ich mal lieber mitgehen sollen, dann hätte ich jetzt massig Fotos von Kind in Elbe (immerhin bis zum Knie) und Kind auf Rollenrutschbahn. Die Prinzessin ist jedenfalls begeistert und will gar nicht nach Hause. 

Wenn ich mir die fotografische Ausbeute des gesamten Wochenendes ansehe, und da ist noch der Sonntag ohne Kind dabei, dann sind das vielleicht 20% Konzertfotos in diesem Jahr. Aber wen interessieren schon Typen mit Gitarren, wenn man lachende Kinder fotografieren kann. Außerdem ist es auf so einem Festival ohnehin viel wichtiger liebe Menschen zu treffen, Musik hören kann ich auch zu Hause.

Zum Beispiel super Typen mit Gitarren aus Frankreich: Kat Onoma - Far From The Pictures / Billy The Kid

Acoustic Laundry, Hamburg
Chäirwalk, Hamburg
Capitan Tifus, Argentinien
Wutzrock Family
Holstenhund
Radau!, Hamburg
King Ayisoba & Band, Ghana 

Foto anklicken + F11 wutzrockt.
 

























Freitag, 11. Juli 2014

Der Durst und der Glaube
















In Bayern liegen sie wirklich sehr eng zusammen. In Franken, wo ganz besonders gläubige Menschen wohnen, hat immer noch jedes dritte Kaff eine eigene Brauerei, mindestens. Unzählige Biergärten in Kirchennähe gehören dazu, schließlich muss man nach dem Kirchgang möglichst schnell an die Tränke. Und dann diese ganzen Klöster mit ihren Klosterbrauereien..

Das ist wahrscheinlich der ganze perfide Plan. Erst erzählt man den Leuten einen vom Pferd und hinterher lässt man sie saufen wie Ebendieses, damit sie über den Blödsinn nicht nachdenken. In Franken funktioniert das ganz ausgezeichnet wie ich feststellen konnte, doch dazu später mehr. Wenn ich mit den Prozessionsfotos fertig bin.

Macht auch Durst: Ry Cooder & Corridos Famosos - Live At The Great American Music Hall

Donnerstag, 10. Juli 2014

Neulich beim Fischessen
















Muddern: "Hast Du Dir das T-Shirt in der Türkei gekauft?"
Ich: "Nee das ist von hier, wieso?"
Muddern: "Und was soll dann ACABAB heißen?"

Meines Wissens hat sie die Nürnberger Zeitung nie gelesen.


Sonntag, 6. Juli 2014

Quak
















Das wahrscheinlich geduldigste und freundlichste Entenfotomodell der Stadt hält sich am Modellbootbecken des Hamburger Stadtparks auf, der an diesem Wochenende seinen hundertsten Geburtstag feiert. Zu diesem feierlichen Anlass wurden viele der zahlreichen Skulpturen renoviert, weshalb ich da noch einmal auf Fototour gehen muss, waren doch glatt die meisten der Kunstwerke bei meinem letzten Besuch verhüllt und der Zugang zu zahlreichen Gartenanlagen versperrt. Folglich blieben mir nur Panoramafotos von Stadtparksee, Festwiese und  Planetarium, ein paar Blüten und Quak.

Quak kommt sofort angeschwommen, kaum dass man sich auf den Rand gesetzt hat, springt keine Armlänge entfernt mit einem eleganten Satz aus dem Wasser, guckt erwartungsvoll und macht "Quak". Das kann ich für ein paar Fotos ausnutzen, aber das Gegenlicht stört. Mein Platzwechsel stört sie nicht die Bohne, alles was kommt ist ein weiteres aufforderndes "Quak". Tja, hätt' ich dich heut erwartet hätt' ich Kuchen da. So schnallt sie es irgendwann doch, dass es bei mir nichts zu holen gibt außer Entenportraits und als sich ein Radfahrer ans andere Ende des Beckens setzt ist sie weg. Hoffentlich mit mehr Glück, es wäre ihr zu gönnen.

Schreiber gönnt sich Gitarre: Patrick Sweany - Every Hour Is A Dollar Gone




Freitag, 4. Juli 2014

Wildes Wasser und Verkaufstalente

















Auf eigene Faust das Landesinnere zu erkunden hat zwar seine Vorteile, aber dafür bekommt man bei geführten Touren häufig Erlebnisse geboten, die man alleine schwer planen kann. Dazu noch oft gute Tipps und Informationen von den ausgezeichneten Reiseleitern, die man sonst irgendwo mühsam sammeln müsste. Der Ausflug in den Köprülü Nationalpark erschien mir schon im letzten Jahr recht interessant, so dass ich nicht lange überlegen muss als Junior mir den vorschlägt. "Unsere Türkei" nennt sich das Programm und verspricht Kultur, Abenteuer und Landschaft satt, inklusive Besuch einer Moschee, Minikochshow mit türkischen Spezialitäten (die Deutschen lieben so etwas, die gucken das dauernd im TV) und eine Wildwasserfahrt für Anfänger durch den Köprülü-Kanyon. Dabei könnte man etwas nass werden, daher nehme ich vorsichtshalber ein zweites T-Shirt mit.

Knappe zwei Stunden dauert die Fahrt ins Taurusgebirge, ist aber recht kurzweilig, weil Hakan sehr amüsant über Land und Leute zu berichten weiß. Außerdem kennt er die besten Aussichtspunkte auf dem Weg und lässt dort regelmäßig eine Fotopause einlegen. Dabei habe ich den ersten Kontakt zu johlenden und kreischenden Menschen in Gummibooten, die allesamt sehr nass aussehen. Sehr sehr nass. Wie gut, dass ich auch noch die Jeans eingepackt habe.

Der Moscheebesuch fällt leider aus organisatorischen Gründen aus, Freitags wird viel gebetet, da bleibt keine Zeit für neugierige Touristen. Zwischendurch gibt es einen kleinen Fußmarsch, weil der Bus für die alte römische Brücke über den Köprüçay etwas zu breit ist und einen Umweg machen muss. Trotzdem muss das alte Ding eine enorm hohe Verkehrsfrequenz erdulden, ganze Kolonnen an Fahrzeugen der am Fluss ansässigen Raftinganbieter überqueren hier den Canyon, um die Ausrüstung wieder nach oben zu schaffen.

Unterwegs erfahren wir nützliche Dinge über die antiken Brücken nebst umliegender Vegetation, Olivenbäume und Olivenöl, über Johannisbrot, Myrrhe, Granatäpfel und was sonst noch so alles wächst hier unten. Ganz besonders die Kirschen sind Weltklasse sagt Hakan. Die besten Kirschen überhaupt, man sollte hier unbedingt die Kirschschorle probieren. Macht natürlich auch fast jeder, Hakan ist ein guter Verkäufer. Wer danach noch einen Happen verzehren möchte stellt sich bei der obligatorischen Fladenbrotmutti an, ich wähle Schafskäse-Spinat, die Prinzessin Apfel-Zimt und Junior schwarzen Tee. Mich würde schon interessieren, was Hakan so an Prozenten bekommt hier, und wie er wohl Kirschen aus dem Alten Land finden würde. Dafür bietet er eine gute Show und bewacht meine Kamera sowie alle anderen Wertsachen als wir in die Boote steigen, denn Hakan kommt nicht mit. Zu kalt und zu nass erklärt er grinsend, aber er hätte volles Vertrauen in die Bootsführer. Alles gute Jungs, am Fluss aufgewachsen, da kann nichts passieren.

Der gute Junge befördert mich sofort nach vorne, da muss scheinbar mehr Gewicht drauf. Junior sitzt mir gegenüber, die Prinzessin darf sich als einziges Kind in die Mitte kauern und keine zwei Minuten später sind wir klatschnass. Ganz ohne wildes Wasser, nur durch die Unsitte der Bootsführer einen Krieg mit anderen Booten anzuzetteln. Hurra, was für ein Spaß, wenn der Hintermann durch seine unkoordinierten Bewegungen mehr die eigene Besatzung trifft als den auserkorenen Gegner.

Ich bin mir noch nicht sicher ob ich das Programm jetzt lustig finden will, aber bei den ersten Stromschnellen wird mir klar, dass die uns mit dem Blödsinn nur an die Wassertemperatur gewöhnen wollten. Die erste Welle trifft mich voll, die Kälte raubt mir fast dem Atem. Ich hätte auch einen zweiten Satz Unterwäsche mitnehmen sollen, verdammt. Mein Hintermann trottelt immer noch mit seinem Paddel in der Gegend herum, es wird nur besser wenn der Bootsführer mal kurz den Takt vorgibt. Wo läuft das Wasser eigentlich wieder ab was hier laufend reinschwappt? Die Prinzessin findet das alles recht spannend, zittert aber inzwischen wie Espenlaub. Keine Ahnung was Gebirgsquellwasser so gemeinhin an Temperaturen hat, aber mehr als 10° sind das hier nicht.

Eine halbe Stunde später ist der Jux vorbei und wir gucken Hakans Minikochshow, es gibt in Weinblättern gegrillte Forelle und Tomaten-Zwiebel-Salat mit Sumak, von dem sogar die Prinzessin einen Nachschlag haben möchte. Sehr viel kochen muss Hakan dabei nicht, "hat die Küche alles vorbereitet" grinst er "wie bei euch im Fernsehen." Ebenfalls sehr lecker ist das Granatapfeldressing für den gemischten Salat, sollte man unbedingt mal probieren sagt Hakan, zusammen mit dem guten Olivenöl. Wirklich sehr schmackhaft alles, die gute Sumakmischung, Olivenöl und Granatapfeldressing kann man praktischerweise alles an Ort und Stelle erwerben, was viele natürlich ausnutzen. Hakan ist ein guter Verkäufer, ich habe jetzt auch einen Beutel Sumak zu Hause. Fehlen nur die guten Tomaten, daran habe ich natürlich in dem Moment nicht gedacht.

Ein wenig ärgerlich ist es natürlich, dass man bei der Wildwassertour nicht fotografieren kann, aber auch diesem Umstand wird abgeholfen, denn seit unserem kurzen Aufenthalt an der Moschee haben wir einen ständigen Begleiter (die Jungs aus dem Dorf wollen sich halt ein paar Euro dazuverdienen sagt Hakan), der mit zumindest semiprofessioneller Foto- und Videoausrüstung den ganzen Spaß festgehalten hat. Für nur 25 Euro kann man am Ende seine komplette Fotoserie inklusive DVD mitnehmen, was auch fast jeder macht. Hakan ist ein ziemlich talentierter Verkäufer, allein dafür hat er sich am Ende ein Trinkgeld verdient.


Gebirgsmusik: Hubert von Goisern & die Alpinkatzen - Live..wia die Zeit vergeht


















Dienstag, 1. Juli 2014

Mein Schatz
















Wir wollen ihn! Wir brauchen ihn! Wir müssen ihn haben, den Schatz! Und jetzt, wo wir ihn haben, geben wir ihn nie wieder her*! (Irres Gelächter)

*allenfalls tauschen wir ihn nächste Saison gegen einen Sitzplatz.