Montag, 13. August 2018

Wutzrock 40: Balkan Brass und Regenbogen

















Seit Monaten herrscht hier die Dürre und ausgerechnet zum 40sten Wutzrock spendiert uns das Wetter einen Regenbogen nach dem anderen, den dazugehörigen kleinen Schauer gibt's zwischendurch oben drauf. Aber das weltbeste antifaschistische umsonst-und-draußen Festival ist ein wetterunabhängiges Pflichtprogramm, weil immer mindestens eine Band spielt die ich unbedingt sehen muss, weil man sich immer auf positive Überraschungen und neue Eindrücke freuen kann - und nicht zuletzt, weil sich die Horde für drei Tage auf dem Campingplatz einquartiert und man so fast alle gleichzeitig sieht, die man gern hat.

Die Band, die ich unbedingt sehen muss, heißt Fanfare Ciocarlia und sollte eigentlich schon im letzten Jahr spielen. Eingesprungen sind damals Feine Sahne Fischfilet, die mir zwar politisch nahe stehen, aber musikalisch eher weniger zusagen. Mit Punk muss man auf dem Wutzrock allerdings rechnen und live geht das sowieso immer. Zur Abwechslung gibt es dafür auch jede Menge Seeräuberpolkaswing, Dubdrumnbasselektrogedengel, Reggaedancehallhiphopgehoppel und dergleichen mehr, für jeden was dabei.

Der Freitag fällt flach wegen Fußball und damit auch der Auftritt von Sookee, am Samstag bin ich zu spät für "Der Wahnsinn", von denen Herr H. so schwärmt, dass er sich gleich eine CD gekauft hat, in die ich wohl mal reinhören muss. Dafür bin ich positiv überrascht von Pecco Billo, so klingen also Hamburger Urban Grooves. Sehr jazzkantinig bemerkt die Jazzkantinenkennerin und fürwahr, Hippeldihopp mit gut Gebläse dabei bringt Schwung in die Beine und macht Laune.

Nach der Grillwurst, die heute aus der Pfanne kommen muss wegen Grillverbot, geht es auf die übliche Sonnenuntergangskitschrunde an die Dove Elbe und auf dem Rückweg an den Local Heroes vorbei. I-Fire hab ich inzwischen aber einmal zu oft gesehen, auch wenn die Dreadlocks vom Chefshouter inzwischen bis auf den Boden reichen, dafür drängel ich mich nicht bis an den Zaun.

Für den Sonntag fest auf meinem Plan steht Tante Polly, weil sich Seeräuberswing und Kneipenjazz aus St.Pauli recht vielversprechend anhört. Ungefähr so vielversprechend fängt das auch an, nach dem ersten Stück überlege ich schon den Merchstand nach einer CD abzuklappern, nach dem dritten oder vierten flacht das Interesse allerdings deutlich ab, ich bin vielleicht doch nicht frankophil genug und ein bisschen wenig Swing ist das irgendwie auch.

Durchhalten ist angesagt, weil die Fanfare leider erst um 17 Uhr erklingt. Als letzte Band auf einem Festival zu spielen ist schon recht unglücklich, aber wenn nach drei Tagen überhaupt noch jemand die Leute mitreißen kann, dann die Rumänen. Die treiben den Altersdurchschnitt der an diesem Wochenende auftretenden Künstler garantiert gewaltig nach oben, aber ihrem Monstersound ist keiner gewachsen, das geht ab wie Schmitz Katze. Was für ein höllisches Getröte, Heavy Balkan Highspeed. Äußerst schweißtreibend, was man besonders dem Schlagzeuger ansehen kann. Die Wiese ist proppevoll und wer überhaupt noch ein wenig Platz findet zum tanzen, der bewegt sich. Geht gar nicht anders, kommt von ganz alleine.

Manchmal lohnt es sich, bis zum Ende auszuharren.

Fotos dazu: Regenbogendoppel / Pecco Billo - Dove Elbe - I-Fire auf der Elb-Bühne - Schweineladen - Tante Polly - Festwiese - Fanfare Ciocarlia / Nikon D7200 
 Musik dazu: Fanfare Ciocarlia - Iag Bari / Queens & Kings
  




































Kommentare:

  1. die fotos sind gewohnt gut, die musik auf dem wutzrock wie immer überhaupt nicht meins, nur ingo pohlmann hätte ich mir vielleicht angesehen, aber bestimmt nicht mitten in der nacht. aber den hast du natürlich ignoriert wie ich dich kenne :p

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    1. Pohlmann hat mitten in der Nacht gespielt, als Schlummerle sozusagen. Für Uhlmann wäre ich geblieben *g*

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  2. Nicht schlecht Herr Specht, vor allem die Balkan-Fotos geben einen guten Eindruck wieder. Musikalisch wäre das wohl auch nicht mein Ding aber Lust auf Konzertfotos hätte ich schon mal.
    Gruß, N.

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    1. Bei Fasttageslicht ist das nicht so ein Problem eigentlich, so lange keine Langweiler auf der Bühne stehen, dann verliere ich schnell die Lust.

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  3. Hallo. Wollte bloß mal testen, ob ich hier wieder kommentieren kann, oder ob Google erst ne Komplettbiografie von mir verlangt, bzw. ne Erklärung wieviel ich von dir weiß. Vor ein paar Wochen war das jedenfalls spooky.

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    1. Blöde Anfragen zu ignorieren hat sich immer schon bewährt :D

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  4. Grmpfff... schon wieder nicht geschafft/verpennt.
    Näxtes Jahr dann... ;-)

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    1. Irgendwann spielen hier noch Orange und Patti Smith hintereinander, dann wirst Du wohl Urlaub nehmen müssen.

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