Donnerstag, 28. September 2017

Der schönste Platz ist immer am Hafen
















Wo wohnt man auf Mallorca, wenn man dem Massentourismus so weit wie möglich aus dem Weg gehen will? Am besten wahrscheinlich in Boris Beckers Finca, aber bei den unklaren Besitzverhältnissen weiß man ja gar nicht wen man fragen müsste. Also ein Ort ohne Strand, dann fehlen schon mal die Verrückten, die nur kommen um sich von der Sonne grillen zu lassen. Sóller war in der engeren Auswahl, das Örtchen gefiel mir schon immer, hat zudem eine Straßenbahnanbindung zum Hafen und ist ziemlich genau im Zentrum der geplanten Exkursionen.

Natürlich sollte der Ort auch eine kleine, aber feine, Auswahl an Bars und Restaurants haben. Möglichst ohne Bier- oder Sangriakönige und dafür mit einem guten Ginmixer, man will ja schließlich nicht durstig ins Bett. Wie meine Erfahrung lehrt, gibt es die besten Kaschemmen immer im Hafen. Der hat dafür zwar wieder so etwas wie einen Strand, aber durch seinen steinigen Grund glücklicherweise keinen der die Massen anzieht, eher etwas für Wellenreiterlehrlinge und Dämmerungsschwimmer.

Überhaupt ist alles recht sportlich hier, wer in Sóller und Umgebung Urlaub macht hat entweder ein Boot im Hafen, geht wandern in der Serra de Tramuntana, oder strampelt auf dem Rad die Serpentinen der Insel hoch und runter, es gibt beinahe mehr Rad- als Autoverleiher. Diese vielen Sportler gehen bestimmt alle um acht ins Bett, die Bars sind unser, auf nach Port de Sóller..

Das gebuchte kleine Hostal entpuppt sich als Glücksgriff, familiäre Atmosphäre statt anonymer Hotelklotz ist unbezahlbar, dafür kostet der Parkplatz gegenüber leider 6 Euro am Tag. Eine Haltestelle der Straßenbahn ist ebenfalls direkt vor der Haustür, angesichts des Preises von 7 Euro für die einfache Fahrt kann man die paar Meter bis zur Hafenpromenade aber auch laufen.  

Zumal wir auf Anhieb die Bar mit dem wahrscheinlich besten Mojito finden, die strategisch günstig ungefähr auf halber Strecke zur wahrscheinlich besten Gin-Bar des Hafens liegt und nebenbei ganz anständige Tapas und Paellas offeriert, was den Hinweg zwar immer etwas erleichtert, den Rückweg aber deutlich erschweren kann.

Dafür bekommt man hier jeden Abend einen anderen Sonnenuntergang geboten, in immer neuen Farben und Eskalationsstufen. Wenn alle Wolken brechen schnappt man sich halt eine der sechs Taxen des Ortes, kostet auch nicht mehr als die Straßenbahn.


Fotos dazu: Port de Sóller, Mallorca / Nikon D7200
Getränk dazu: Cabraboc Ginebra de Mallorca, Wacholder, Zitronenverbene, Fever Tree Indian Tonic
Musik dazu: Rachid Taha - Diwan / Made in Medina / Diwan II




























 




Kommentare:

  1. das sieht wirklich nett aus da, aber ein urlaubsort ohne richtigen sandstrand geht gar nicht. wandern und rad fahren geht auch gar nicht, schließlich will ich mich erholen. :P.

    und außerdem schmeckt eine gute sangria immer noch besser als gin tonic, so! :p

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Auf der linken Buchtseite ist Sandstrand. Glaube ich jedenfalls, wir sind immer rechts rum.

      Löschen
  2. Alter Verwalter, die dicke Jacht mit Hubschrauber würde ich auch als Domizil wählen. Ansonsten ist das sicher ein guter Standpunkt für Fototouren, aber wie man oben lesen kann der Holden wohl nicht zu vermitteln *g*
    Ein Boot hätte ich mir allerdings ausgeliehen, schon um das alles mal von der Wasserseite aus fotografieren zu können.
    Gruß, N.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ein paar Tage mehr, dann hätte ich wahrscheinlich auch ein Boot genommen oder einen der Ausflüge nach Sa Calobra die dort angeboten wurden, aber da sind wir überall mit dem Auto hin. Der Strand dürfte für Deine Holde vollkommen ausreichend sein und man muss sich nicht durch die Massen kämpfen wenn man mal ins Wasser will.

      Löschen
  3. "Wellenreiterlehrlinge und Dämmerungsschwimmer"... das klingt nach einem Qualitätsmerkmal.
    Auf Mallorca war ich noch nie. Dass der Norden das Ziel sein sollte, davon habe ich vorher schon gehört.
    Deine Fotos sind sehr stimmungsvoll. Die Strassenbahn und die mehrfach abgelichtete GinBar - fein fein.
    Dass der Gin im Glas durch die gefrorenen Wasserwürfel schrecklich verdünnt wird - geschenkt. Die Vesap und die engen schmalen Gassen reissen das wieder raus... weitergugge (und -lesen versteht sich)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Der Gin wird vorher schon mit Tonic verdünnt. Das Geheimnis ist nur, den auszutrinken bevor die Eiswürfel geschmolzen sind *g*
      Das ist auch nicht wirklich ein Problem ;)

      Löschen
    2. "Das Geheimnis ist nur, den auszutrinken bevor die Eiswürfel geschmolzen sind" - dass ich da nicht selbst draufgekommen bin *ggg*

      Löschen
  4. Sehr schön. Und weil ich ja auf Öffentliche stehe, will ich mit der Straßenbahn fahren. Dort, in Söller.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sollte man unbedingt machen. Für Öffis ist das aber relativ teuer, also sollte man das nicht unbedingt machen müssen ;)

      Löschen