Montag, 17. Juli 2017

Ein Nachmittag mit Wutz
















Für drei Tage Festival am Stück bin ich einfach nicht fit genug, dabei hätte ich dieses Jahr sogar einen relativ bequemen Schlafplatz im Bulli haben können. Dennoch entscheide ich mich für einen Tagesbesuch am Samstag Nachmittag und bleibe nüchtern, den schwachen Bierkonsum kann man ja leicht durch den Kauf von Merch kompensieren, T-Shirt und Kaffeepott müssen ohnehin immer mit.

Das Shirt gibt es gleich nach Ankunft von Herrn H. überreicht, im Austausch gegen eine kurzfristig besorgte Kiste Bier. Nicht zu glauben, dass man auf dem Wutzrock jetzt schon sein Bier einschließen muss, gleich zwei Kisten aus dem Vorzelt geklaut, dazu noch den Gaskocher für den morgendlichen Kaffee. Also echt mal, wer anderen so derbe an die Grundbedürfnisse geht hat auf solchen Festivals einfach nix verloren, für Arschlöcher gibt es doch genug Alternativen.

Musikalisch sagt mir das alles wieder nix heute, außer Feine Sahne Fischfilet, die für Fanfare Ciocarlia als Headliner eingesprungen sind, aber die spielen erst nach Mitternacht. Ob es an den Rostockern liegt, oder ob die ganze linke Szene einfach nur ein entspanntes Wochenende ohne Prügelcops sucht, es ist voll. Vollvoll. Bei Ela Querfeld auf der kleinen Seebühne komme ich das letzte Mal an den Bühnenrand, bei Egotronic auf der Elbbühne habe ich schon keine Lust mehr, mich durch die Massen zu drängeln. 

Schade eigentlich, denn die gefallen mir richtig gut. Hätte ich jetzt auch nicht gedacht, dass Elektro-Punk was für mich ist, aber live geht das auf jeden Fall. Kann man sich aber auch mit einem Bierchen in der Hand aus den hinteren Reihen gut anhören. Dass hier inzwischen gezapft wird ist ein wirklich gewaltiger Fortschritt gegenüber den handwarmen Flaschen von früher.

An den Bierständen geht die Versorgung recht flott vonstatten, wer hier Hunger verspürt muss allerdings anstehen. Obwohl es nicht gerade wenige Futterversorger gibt, sind die Schlangen an den Ständen gewaltig. Sogar auf dem hinteren Teil der Festwiese muss man Slalom laufen, ich habe selten so viele Leute auf dem Wutz gesehen, wenn die auch alle ordentlich Bier trinken dürfte die Finanzierung in diesem Jahr gesichert sein.

Auf dem Rückweg zur Wagenburg die üblichen Motive: bunte Zelte, grüne Bäume, die Dove Elbe und ein paar fröhliche junge Menschen die unbedingt fotografiert werden wollen, obwohl sie das Foto im Netz wahrscheinlich niemals finden werden. Vielleicht sollte ich wirklich mal Visitenkarten drucken lassen.

Auf dem Grill befinden sich inzwischen Sachen wie Zucchinischeiben und Bratwürste, eine sehr seltsame Mischung. Die Zucchinischeiben gehen weg wie warme Semmeln, aber auch nur weil sie schnell mal durch den Rost fallen. Möglicherweise bekommen die Bratwürste ja dadurch ein leichtes Zucchiniaroma, es sind aber genug Grillsaucen am Start, die das verschleiern können.

Zur Verdauung drehen Mr. T und ich eine weitere Platzrunde, bei der wir Herrn H. überraschenderweise auf der anderen Seite des Zaunes wiederfinden, weil er seiner großen Schwester eine halbe Stunde beim Bierzapfen geholfen hat. So schnell geht das also, vielleicht sollte ich mich wirklich mal um eine Akkreditierung bemühen, dann könnte ich jetzt super Fotos von Adam Angst machen statt nur aus der Entfernung zu lauschen.

Es wird immer voller, nach vorne ist jetzt schon kein Durchkommen, wenn Feine Sahne hier später auftritt tobt wahrscheinlich der Bär im Sechseck, gar nicht dran zu denken hier irgendwann Konzertfotos machen zu wollen. Wir ziehen weiter zur kleinen Seebühne, auf der man manchmal ganz wunderbare Musiker entdecken kann und vor der immer genug Platz ist, um diese auch in ein paar Bildern festzuhalten.

Heute geht auch das nicht, weil scheinbar schon sehr viele Menschen vor uns "Das Flug" entdeckt haben. Obwohl Mr.T meint, es fehle nur noch ein Mikrofon für Gloria Gaynor und mir beim Refrain eines Stückes immer "Fade To Gray" von Visage in den Sinn kommt, ist das laut Programm ebenfalls Elektro-Punk und keine 80er Jahre Revivalgeschichte. Könnte man die Texte bei diesen Konzerten wenigstens halbwegs verstehen wäre das Vergnügen vielleicht noch größer, aber man kann nicht alles haben..

Mal sehen wer im nächsten Jahr den Headliner macht. Vielleicht besser nicht so etwas wie Farin Urlaub oder die Hosen, sonst wird der Standort bald zu klein. Aber Thees und Kettcar wären wirklich mal 'ne Nummer.

Fotos dazu: Nikon D7200
Bier dazu: Camba Imperial Ale, 8.4%
Musik dazu: Siouxsie & The Banshees - Hyaena / Through The Looking Glass

















Kommentare:

  1. thees und kettcar wären wirklich eine nummer, oder bendzko und oerding, dann würde selbst ich vielleicht mal aufs wutzrock kommen :)) aber elektropunk? eher nicht.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bendzko? Menschen Leben Tanzen Welt? Lass mal.:D
      Thees und Kettcar würde ich allerdings immer nehmen.

      Löschen
  2. Irgendwann schaffe ich es auch mal dahin. Bestimmt! ;-)

    Grüße aus dem Regenwald

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. 10. September nächstes Jahr. Wenn kein Heimspiel ist leih ich mir vielleicht auch nen Transporter für das Wochenende, das ist genau meine Urlaubszeit.

      Löschen